Sieber, Johann

Sieber, Johann; Resident [ – ] Sieber war kaiserlicher Resident in Hamburg,[1] Oberkommissar bzw. Generalproviantmeister der sächsischen Kreise. Natürlich arbeitete er auch als Nachrichtenhändler, da alle kriegsführenden Parteien ihre Vertreter in Hamburg hatten. Probleme bildeten die Dauer der Übermittlung der Nachrichten und die doch sehr hohen Transportkosten.

Im August 1626 weilte er in Leipzig.[2]

Vom 29.12.1637 bis zum 18.10.1639 existieren Briefe von ihm an den kaiserlichen Kommandierenden Gallas über militärische Angelegenheiten, die Beschaffung von Proviant und anderen Vorräten in den Hansestädten, besonders in Hamburg, sowie in ganz Norddeutschland, die Formierung neuer Regimenter, Rekrutierungen u. ä.[3] Er war durch seine umfangreichen Aufgaben gewöhnlich recht gut informiert.

Am 12.10.1638 schrieb er Gallas aus Hamburg und berichtete über seine Unterhandlungen mit den Gesandten des Bremer Erzbischofs wegen der Bezahlung der ausstehenden Forderungen. Werbungen für Karl Ludwig von der Pfalz – dieser wurde zusammen mit King am 17.10.1638 von Melchior von Hatzfeldt bei Vlotho[4] geschlagen – würden vorgenommen und viele Überläufer aus der schwedischen Armee hätten sich gemeldet. Er habe allerdings den Verdacht, dass Banér sie selbst herüber schicke, um sie über den Winter nicht aushalten zu müssen. Der Krieg werde wohl nach Westfalen verlagert werden, da die schwedische Armee im verelendeten Westfalen keine Winterquartiere finden könne. Aus Lübeck[5] sei man informiert worden, dass Slange von Wismar[6] aus an die Elbe abkommandiert worden sei, wohin man auch Banér geschickt habe.[7] Sieber schrieb am 20.10. erneut aus Hamburg an Gallas: Der Feind habe sich an der Elbe Boizenburgs[8] bemächtigt und wolle angeblich bei Lauenburg[9] zwei Brücken bauen. Daher stehe zu befürchten, dass die Schiffe, die stromaufwärts Proviant befördern, zur Rückkehr gezwungen sein könnten. Ferner bat er um Anweisungen, wie er mit dem Proviant und der nach Werben[10] abtransportierten Munition verfahren solle und ob er den in Hamburg auf Schiffe verfrachteten Proviant nicht wieder abladen solle.[11] Im November 1638 korrespondierte er mit Melchior von Hatzfeldt wegen der Eroberung von Vechta.[12] Aus der Hansestadt informierte er Hatzfeldt im Dezember, dass Gallas in Salzwedel[13] stände, dass die schwierige Situation der schwedischen Truppen, darunter auch Proviantsorgen, wohl ein Grund für schwedische Friedensbemühungen seien. Generalleutnant Arnim – dessen Flucht aus einem schwedischen Gefängnis der kaiserliche Resident in Bremen,[14] Bernhard Kögelken, Hatzfeldt im Dezember 1638 mitgeteilt hatte[15] – sei in Hamburg; schwedische Truppen stünden in Mecklenburg; Banér und Gallas seien bereits aufgebrochen.[16]

Im Januar 1639 informierte Sieber Melchior von Hatzfeldt über die Tätigkeit des schwedischen Gesandten Salvius, den niedersächsischen Kreistag in Lüneburg,[17] Lübecks[18] Verhältnis zu Schweden, und die Ankunft Banérs im Herzogtum Lüneburg.[19]

Am 2.4.1639 schrieb der Kaiser an Adam zu Schwarzenberg, Sieber habe ihm aus Lübeck mitgeteilt, dass es dort viele Offiziere gäbe, die in kaiserliche Dienste wollten.[20] Im Juni hatte Sieber Hatzfeldt die baldige Ankunft schwedischer Hilfstruppen avisiert und über Verhandlungen wegen der Entlassung des Feldmarschalls Ferenz, der am 17.10.1638 bei Vlotho durch den Sieg Hatzfeldts gegen die Kurpfälzisch-Schwedischen unter Karl Ludwig und Rupert von der Pfalz und King in Gefangenschaft geraten war, informiert. Außerdem kursierten Gerüchte über die Eroberung Prags durch schwedische Truppen. Zudem gäbe es verstärkt kaiserliche und schwedische Rüstungen.[21]

Nach dem 3.6.1639 informierte Sieber Gallas aus der Nachrichtenbörse Hamburg: Am 30.5. hätten die Schweden neue Verstärkungen von etwa 5.000 Mann aus Stockholm herübergeführt und Stettin[22] und Anklam[23] besetzt. Nach Hamburg sei Feldmarschall Rantzau gekommen; der französische und der schwedische Agent wollten mit ihm in dem Sinn verhandeln, dass sie ihm entweder das Herzogtum Mecklenburg und Niedersachsen zu Werbungen oder die Truppen in Hessen zur Verfügung stellten. Ferner teilte er ihm die Absicht des dänischen Obristen Friedrich von Buchwald mit, in kaiserliche Dienste treten zu wollen.[24]

Im Juli 1640 informierte Sieber Hatzfeldt über die Reise holländischer Abgesandter nach Schweden, im September kursierten Gerüchte wegen eines Bündnisses zwischen den Generalstaaten und Schweden. Christina von Schweden sei in Nykjöbing und hätte Heiratspläne [!] mit König Christian IV. von Dänemark.[25] Die Verhandlungen des Reichshofrats von Lützow wegen eines Vertragsabschlusses zwischen Schweden und dem Reich sowie schwedische Werbungen waren Inhalt seiner Korrespondenz mit Hatzfeldt im Dezember dieses Jahres.[26]

Die Folgen des Todes von Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg beschäftigten ihn im Januar 1641; im März meldete er Hatzfeldt den Überfall auf Hitzacker,[27] im August die Besetzung von Osterwieck[28] und Hornburg[29] durch kaiserliche Truppen. Zugleich kritisierte er die Haltung der Herzöge von Braunschweig und Lüneburg und meldete die Ankunft schwedischer Truppen in Wismar.[30]

Im September 1641 weilte Maria Felicitas de la Barre in Hamburg und beschwerte sich bei Hatzfeldt über Sieber wegen der Verbreitung falscher Nachrichten über sie durch die Gräfin von Brandenstein.[31]

Im Februar 1642 berichtete er Hatzfeldt über die Verhandlungen in Goslar, im März über die schwedischen Feldzüge[32] und im April die Verhandlungen zwischen Brandenburg und Schweden in Stralsund. Sieber korrespondierte im Juni mit Hatzfeldt über den Tod Franz Albrechts von Sachsen-Lauenburgs und die schwedischen Erfolge in Schlesien. Zugleich meldete er ihm die Über-nahme abgedankter dänischer Truppen durch französische Werber. Die schwedischen Erfolge in Schlesien und Mähren beschäf-tigten ihn im Juli, während im August der Feldzug Königsmarcks zu seinen Themen gehörte. Im September meldete er Hatzfeldt die Eroberung von Nordhausen[33] durch Königsmarck.[34]

Am 21.8.1643 teilte Sieber Gallas aus Hamburg mit: Der Feind setze noch immer die starke Belagerung der Festung Dömitz,[35] in der Warasiner kommandierte, fort. Ein Einbruch sei ihm zwar nicht gelungen, doch habe er großen Schaden angerichtet. Die Absicht des Feindes, die ganze Gegend an der Elbe von der kaiserlichen Armee zu befreien und sie völlig unter seine Herrschaft zu bringen, trete klar zu Tage. Da die Festung für das gesamte Elbe- und Wesergebiet von großer Bedeutung sei, empfahl er, zu deren Verteidigung möglichst bald mehrere Regimenter abzukommandieren. Königsmarck habe angeblich von Torstensson den Befehl erhalten, mit seinen Einheiten zu ihm zu stoßen. Aus zuverlässiger Quelle habe er ferner erfahren, dass Rákóczi, dessen Absichten bisher nicht zu enthüllen waren, den Schweden Hilfe leisten wolle.[36] Sieber informierte Gallas am 25.8.1643: Die Schweden hätten angeblich verlautbart, sie würden in wenigen Tagen die Festung Dömitz einnehmen. Der Feind scheine nach einer Einnahme von Dömitz Magdeburg[37] angreifen zu wollen, da er die gesamte Ernte in der Umgebung der Stadt vernichtet habe. Damit würde der Feind das ganze Land an der Elbe beherrschen. – Er selbst habe erfahren, dass der Feind sich zuerst der kaiserlichen Erbländer und Böhmens bemächtigen und alles möglichst ruinieren wolle, was er nicht mitführen könnte. Hierauf plane jener einen Marsch an die Elbe und Weser und das Aufschlagen von Winterquartieren in den dortigen Dörfern. Wegen des herrschenden Proviantmangels wolle der Feind angeblich die nächstliegenden Städte Hamburg und Lübeck zur Sicherung von Lebensmitteln benutzen. Auf diese Weise würde die Reichsarmee bei einer etwaigen Verfolgung des Feindes nirgends Proviant vorfinden und müsste sich erschöpfen. So könnte der Feind mehr erreichen als durch eine siegreiche Schlacht.[38]

Am 29.9.1643 teilte Sieber Gallas mit, dass sich die Festung Dömitz unter Warasiners Kommando noch immer halte, obwohl die Schweden sie seit zwei Monaten belagern, aus Kanonen beschössen und unterminiert hätten. Krockow stehe noch in Pommern, habe angeblich Stargard[39] besetzt und belagere Kolberg.[40] Königsmarck sei nach Zurücklassung mehrerer Regimenter in der Blockade von Magdeburg mit den übrigen über die Niederlausitz und Krossen[41] ins Brandenburger Gebiet einmarschiert und habe verkündet, er werde Pommern nicht eher verlassen, bevor Krockow dort abziehe. Berichten zufolge habe Krockow Wolgast[42] und Mölln[43] besetzt.[44]

Im Januar 1644 informierte er Hatzfeldt über die schwedischen Überfälle bei Kiel[45] und im Dithmarschen,[46] das Auftauchen hessen-kasselischer Truppen in Schönstadt[47] und den Überfall auf Itzehoe.[48] Im Februar beschäftigte ihn die Lage um Stade,[49] er berichtete von Gefechten zwischen schwedischen und dänischen Truppen. Königsmarcks Erscheinen im Erzstift Bremen und in Osterwieck[50] sowie Gefechte zwischen dänischen und schwedischen Truppen auf Schonen[51] meldete er im März dieses Jahres.[52]

Am 2.4.1644 schrieb Sieber aus Hamburg an Rudolf von Colloredo und dementierte die Nachricht von einem Treffen zwischen dem Prinzen Christian von Dänemark und Gustav Horn, derzufolge der Prinz tödlich verwundet und Horn von den Dänen gefangen genommen sein sollen. Vor einigen Tagen seien die Garnisonen aus Glückstadt[53] und Krempe[54] zu einem Angriff auf den Feind ausgerückt, die Glückstädter seien jedoch innerhalb einer Stunde wieder zurückgekehrt. Piccolomini bleibe in Spanien, wo er den Oberbefehl über die Armee gegen Katalonien führe.[55] Administrator Friedrich von Bremen war zum dänischen Oberbefehlshaber ernannnt worden; weiter berichtete er Hatzfeldt von den Verhandlungen zwischen den Generalstaaten und Dänemark sowie zwischen England und Dänemark. Er informierte ihn von dem Seegefecht bei Fünen[56] und von dem Auftauchen schwedischer Truppen bei Lauenburg.[57]

In einem Auszug aus einem Schreiben Siebers vom 23.4.1644 hieß es: Die Schweden hausen übel in Holstein; in den letzten Tagen hätten sie 28 Dörfer in Brand gesetzt. Die Bauern fügen den Schweden Schaden zu, wo sie können. Soeben habe er die Nachricht erhalten, dass der König von Dänemark Göteborg bereits erobert hat, sich mit Seestädt aus Norwegen vereinen und mit ihm in Schweden einmarschieren will.[58] Im Mai war von Verhandlungen brandenburgischer Abgesandter mit Christian IV. von Dänemark und Torstensson die Rede.[59]

Am 12.6.1644 schrieb er aus Glückstadt an einen nicht genannten Empfänger: Es seien Nachrichten eingetroffen von einer Seeschlacht der dänischen Flotte gegen die schwedische, in der vor dem Lister Tief 800 Schweden geblieben sein sollen. Die dänische Flotte habe 14 schwedische Schiffe vernichtet und versenkt sowie 12 erbeutet; drei Schiffe seien entkommen.[60]

Sieber berichtete Hatzfeld im Juni von der Eroberung Itzehoes durch dänische Truppen und holsteinische Bauern, den Gerüchte wegen des Einfalls von Torstensson in Jütland und von der Vereinigung hessen-kasselischer Truppen mit Königsmarck sowie von der Niederlage der schwedischen Flotte und der Eroberung von Haus Heiligenstedten.[61]

Der dänische Obrist Seewaldtsdorf schrieb an 22.6.1644 aus Bremen an Sieber und schilderte ihm die Erfolge Christians IV. von Dänemark in den Kämpfen zur See gegen die Schweden. Diese erlitten eine große Niederlage – gemeint war die Seeschlacht im Lister Tief[62] – , einige Schiffe haben sich angeblich in die Vereinigten Niederlande gerettet, Loius de Geer ist aus einem Baron zum Bettler und Bankrotteur geworden, Torstensson musste das Admiralsschiff besteigen. Lille solle Pommern kommen und das Kommando über die Kavallerie – 1.500 Berittene – übernehmen.[63] Am 2.7.1644 schrieb Sieber aus Hamburg wieder an Gallas: Ein Kurier vom dänischen König – gemeint war sehr wahrscheinlich Seewaldtsdorf – berichte, dass dieser bei guter Gesundheit sei und der schwedischen Flotte auf der Ostsee nachsetze, dass ferner 24 dänische Schiffe gegen die Schweden gekämpft und gesiegt haben. 5.000 Mann des dänischen Heeres hätten über den Eiderfluss gesetzt und Erfde[64] und Stapelholm[65] besetzt, von wo sie dem Gegner Schaden zufügen könnten, denn diese Orte seien stark befestigt. Die Festung Hollingstedt[66] sei vertragsmäßig von den Dänen übernommen worden, das gegnerische Militär abgezogen. – Torstensson habe nach Beschluss des Kriegsrats die 8.000 Reiter und 2.000 Infanteristen zählende Armee in drei Teile geteilt – einer solle nach Oldesloe,[67] die zweite nach Ratzeburg[68] gehen und der dritte in Holstein bleiben. Möglicherweise schütze das Torstensson nur vor und es sei seine wahre Absicht, sobald die kaiserliche Armee in Bewegung gerate, nach Pommern zu gehen. Hiesige Offiziere behaupteten, Torstensson werde sich nicht von der kaiserlichen Armee in Holstein blockieren lassen, sondern ihr eine Defensive aus Pommern entgegen stellen; lange würde er es aber nicht aushalten. – Lille sei mit 1.500 Berittenen aus Pommern in Holstein getroffen und solle Gerüchten nach an Torstenssons Stelle treten.[69] Der Kanzler des Erzstifts Bremen, Theodor Reinking, teilte Sieber am 7.7. 1644 aus Stade mit: Königsmarcks Regimenter seien zwischen den Pässen zerstreut, so dass es möglich wäre, sie mit einer Kavalkade von hinten zu überfallen und sich der schwedischen Kanonen und Bagage zu bemächtigen; alles käme auf genügende Schnelligkeit an. Würde Gallas verlässliche Personen in diese Aktion einsetzen, wäre der Erzbischof, Herzog Friedrich, zu einer Mitarbeit bereit. – Wenn Hatzfelds Armee näher heranrücke, könnten die schädlichen Überfälle der Schweden abgeschlagen werden. Im Postskriptum hieß es: Der Herzog wolle einiges Fußvolk über die Elbe schicken, um Königsmarcks Bewegungen zu beobachten.[70]

Sieber teilte Gallas am 16.7.1644 aus Hamburg mit, laut Bericht eines Kundschafters wäre es möglich, die in Lüneburg[71] liegende Truppe gegen die Schweden einzusetzen. Jüngsten Nachrichten zufolge verfüge Königsmarck über 2.700 Pferde, 300 Dragoner und 200 Fußsoldaten. Man warte darauf, ob die Hessen und anderes Kriegsvolk zu ihm stoßen. – Hatzfeldt habe schriftlich an die Städte Lübeck, Hamburg und Bremen um Unterstützung appelliert; vorläufig zeige nur Lübeck Bereitwilligkeit, während die beiden anderen Städte sich auf ihre Neutralität, ihren Status von Handelsstädten u. a. beriefen. Das Gerücht, dass die Städte dieser Tage der schwedischen Armee einige Munition geliefert hätten, sei noch nicht bestätigt. In Kürze sollen die Vertreter der Städte in Bergedorf[72] zusammenkommen; er, Gallas, möge daher zusehen, dass jene ihre Pflicht erfüllen. – Am heutigen Tag habe er die Nachricht erhalten, dass Piccolomini die Belagerung von Gravelingen[73] durchbrochen und die Franzosen geschlagen habe.[74] Am 19.7. informierte er Gallas: Angeblich hätten die Schweden an die 6.000 Pferde zusammengezogen und könnten umzingelt werden, vorausgesetzt, dass er, Gallas, seine Armee nicht in Haufen beisammen hält. Kürzlich habe der König von Dänemark vier schwedische Schiffe versenkt und vierzehn erbeutet, der Rest der Flotte habe in Kiel[75] Zuflucht gesucht, wo er versuchen werde, sie zu blockieren.[76]

Am 5.8.1644 unterrichtete Sieber den kaiserlichen Kommandierenden Gallas: Torstensson bereite die Vereinigung mit Königsmarck vor. Nach Nachrichten aus Mecklenburg zögen die Schweden viel Volk zusammen. Königsmarck sei von Torstensson beordert worden, mit sämtlichen Garnisonen aus Westfalen, Meißen und anderen Orten aufzubrechen und zu ihm zu stoßen; derselbe Befehl sei an Lille in Pommern ergangen. Ferner hätten die Schweden Ostfriesland besetzt und hohe Kontributionsforderungen gestellt.[77] In diesem August informierte Sieber Hatzfeldt über die Vereinigung kaiserlicher und dänischer Truppen bei Neumünster,[78] dem Auftauchen dänischer Schiffe vor dem Kieler Hafen und die Belagerung von Egeln.[79]

Im September 1644 ging es um die Gefechte gegen Horn auf Schonen, den Sieg Ruprechts von der Pfalz[80] über Anhänger des Parlaments in England und dessen Folgen sowie um ein feindliches Magazin in Nienburg.[81]

Sieber informierte Gallas am 15.10.1644 über die laufenden Verhandlungen des kaiserlichen Rats, Residenten in Hamburg und Lübeck, Hubert von Dahn, in Hamburg. Es herrsche die allgemeine Meinung, dass der Frieden zwischen Dänemark und Schweden bis Neujahr abgeschlossen sein wird. Wrangel stehe noch in Holstein und warte auf die Lille’schen Hilfstruppen.[82]

Im Februar 1645 meldete Sieber Hatzfeldt das Erscheinen von Wrangel in Elmshorn[83] und den Überfall Banérs auf schwedische [?] Schiffe, im März die Eroberung von Stade und Buxtehude[84] durch Königsmarck und die Belagerung von Bremervörde.[85] Zwischen Pentz und Banér gäbe es Differenzen. Wandsbeck[86] und Ottensen[87] seien durch schwedische Truppen erobert worden.[88]

Am 16.4.1645 schrieb er Gallas: Königsmarck und Wrangel nähmen so starke Werbungen vor, dass es scheine, sie wollten eine Armee aufstellen, die im Falle einer Niederlage als Reserve dienen sollte; Königsmarck wolle angeblich gegen Magdeburg ziehen und den schlechten Zustand der dortigen Besatzung nutzen, man sollte ihn daher aufmerksam verfolgen. Der Stadtrat von Bremen habe die Domkirche geschlossen, die der Erzbischof den Protestanten Augsburger Konfession gegeben hatte; man erwarte Unruhen in der Stadt. Nachrichten aus den Vereinigten Niederlanden besagten, dass die Werbungen eingestellt wurden und dass man ohne ausdrücklichen Befehl der Stände französischen Befehlen nicht Folge leisten solle. Die Verhandlungen in England zwischen König und Parlament seien wiederum gescheitert; die Schotten hätten angeblich das Parlament wissen lassen, sie würden weiterhin an der Seite des Königs stehen und sie scheinen ihm auch wie die Iren helfen zu wollen. Da die Schweden den Dänen harte Bedingungen stellen, würden die Verhandlungen wohl scheitern – der König von Dänemark rüste stark zur See. Auch halte es man für unwahrscheinlich, dass die Holländer den Schweden Schiffe und Seeleute überlassen wollten.[89]

[1] Hamburg; HHSD I, S. 83ff.

[2] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203; Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.

[3] BADURA; KOČĺ, Der große Kampf, Nr. 541.

[4] Vlotho [LK Herford]; HHSD III, S. 738f.

[5] Lübeck; HHSD I, S. 153ff.

[6] Wismar; HHSD XII, S. 133ff.

[7] BADURA; KOČĺ, Der große Kampf, Nr. 695.

[8] Boizenburg [Kr. Hagenow]; HHSD XII, S. 5ff.

[9] Lauenburg [Kr. Hzt. Lauenburg]; HHSD I, S. 147f.

[10] Werben [Kr. Osterburg]; HHSD XI, S. 492f.

[11] BADURA; KOČĺ, Der große Kampf, Nr. 704.

[12] Vechta [Kr. Vechta]; HHSD II, S. 461f.

[13] Salzwedel [Kr. Salzwedel]; HHSD XI, S. 404ff.

[14] Bremen; HHSD II, S. 69ff.

[15] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 158.

[16] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[17] Lüneburg; HHSD II, S. 311ff.

[18] Lübeck; HHSD I, S. 153ff. Lüneburg; HHSD II, S. 311ff.

[19] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[20] BADURA; KOČĺ, Der große Kampf, Nr. 704, Nr. 779.

[21] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[22] Stettin [Szczecin]; HHSD XII, S. 280ff.

[23] Anklam [Kr. Anklam]; HHSD XII, S. 153ff.

[24] BADURA; KOČĺ, Der große Kampf, Nr. 704, Nr. 835.

[25] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[26] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[27] Hitzacker [LK Lüchow-Dannenberg].

[28] Osterwieck [Kr. Wernigerode/Halberstadt]; HHSD XI, S. 359f.

[29] Hornburg [Kr. Wolfenbüttel]; HHSD II, S. 243f.

[30] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[31] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 387.

[32] Vgl. ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 106 (Berichte des ksl. Residenten in Bremen, Behr von Lahr).

[33] Nordhausen [Kr. Nordhausen]; HHSÖ IX, S. 305ff.

[34] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[35] Dömitz [Kr. Ludwigslust]; HHSD XII, S. 21ff.

[36] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 55.

[37] Magdeburg; HHSD XI, S. 288ff.

[38] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 59.

[39] [Burg] Stargard [Kr. Neubrandenburg]; HHSD XII, S. 12f.

[40] Kolberg [Kolobrzeg]; HHSD XII, S. 220ff.

[41] Krossen oder Crossen a. d. Oder [Krosno Odrzańskie; Brandenburg, h. Polen]; HHSD X, S. 246f.

[42] Wolgast [Kr. Greifswald]; HHSD XII, S. 317ff.

[43] Mölln [Möllen] > Mielenko = Klein Möllen, Kr. Köslin [Koszalin] u. Mielno [Koszali´nskie] = Groß Möllen, Kr. Koslin [Koszalin]. ?

[44] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 84.

[45] Kiel; HHSD I, S. 131ff.

[46] Dithmarschen; HHSD I, S. 34ff.

[47] Schönstadt [Kr. Marburg]; HHSD IV, S. 408.

[48] Itzehoe [Kr. Steinburg]; HHSD I, S. 121ff.

[49] Stade; HHSD II, S. 432ff.

[50] Osterwieck [Kr. Wernigerode/Halberstadt]; HHSD XI, S. 359f.

[51] Schonen (schwedisch und dänisch Skåne, lateinisch Scania), historische Provinz im Süden Schwedens. Schonen gehörte bis ins 17. Jahrhundert zu Dänemark.

[52] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[53] Glückstadt [Kr. Steinburg]; HHSD I, S. 66ff.

[54] Krempe [Kr. Steinburg]; HHSD I, S. 140f.

[55] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 203.

[56] Fünen (dänisch: Fyn), nach Seeland und Vendsyssel-Thy Dänemarks drittgrößte Insel (abgesehen von Grönland) zwischen dem Kleinen und Großen Belt.

[57] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203; Lauenburg [Kr. Herzogtum Lauenburg]; HHSD I, S. 147f.

[58] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 224.

[59] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[60] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 286.

[61] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203; Heiligenstedten [Kr. Steinburg]; HHSD I, S. 108.

[62] Lister Tief: (dänisch Lister Dyb) Gezeitenstrom, der zwischen den nordfriesischen Inseln Sylt (Deutschland) und Rømø (Dänemark) verläuft.

[63] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf,, Nr. 304.

[64] Erfde => Stapelholm [Kr. Schleswig]; HHSD I, S. 246f.

[65] Stapelholm [Kr. Schleswig]; HHSD I, S. 246f.

[66] Gemeint ist hier Hollenstedt [Kr. Harburg]; HHSD II, S. 238.

[67] Bad Oldesloe [Kr. Stohmarn]; HHSD I, S. 201ff. Vgl. ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[68] Ratzeburg [Kr. Herzogtum Lauenburg]; HHSD I, S. 216f.

[69] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 305.

[70] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf,, Nr. 113.

[71] Lüneburg; HHSD II, S. 311ff.

[72] Hamburg-Bergedorf; HHSD I, S. 95f.

[73] Gravelingen [Gravelines; Span. Niederlande, h. Frankreich, Dép. Nord].

[74] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 326.

[75] Kiel; HHSD I, S. 131ff.

[76] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 328.

[77] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 355.

[78] Neumünster (Holstein); HHSD I, S. 187f.

[79] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203; Egeln [Kr. Wanzleben/Staßfurt]; HHSD XI, S. 98f.

[80] Vgl. REBITSCH, Ruprecht.

[81] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203; Nienburg/Weser; HHSD II, S. 346f.

[82] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 426.

[83] Elmshorn [Kr. Pinneberg]; HHSD I, S. 46.

[84] Buxtehude [Kr. Stade]; HHSD II, S. 90f.

[85] Bremervörde; HHSD II, S. 75.

[86] Hamburg-Wandsbek; HHSD I, S. 100f.

[87] Ottensen [Stadt Hamburg].

[88] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 203.

[89] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 577.

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