Budaeus, Julius

Budaeus, Julius; Hauptmann [ – ] Budaeus stand 1627 als Hauptmann im Regiment Herberstorff.

„Beim Abzug des Regiments Herbersdorf war eine Kompanie desselben unter Hauptmann Julius Budaeus in Rintheim[1] bei Durlach[2] liegengeblieben, weil sie noch nicht gemustert war. Budaeus beklagte sich am 20.4. [1627; BW] schriftlich beim Münchner Kriegsrat, daß niemand sich darum kümmere und ihm deswegen die Soldaten wieder davonliefen, woraufhin der Kurfürst dem Heidelberger[3] Statthalter befahl, diese Kompanie zu mustern, auszurüsten und ihr den ersten Monatssold auszuzahlen. [Heinrich v.; BW] Metternich legte die Kompanie in den Kraichgau,[4] wo er sie mit zugeschossenem Geld der Ritterschaft am 10.5. musterte und dann zur Armee schickte“.[5]

„Als im Herbst 1627 die Wallensteiner die Altmark verlassen, um gegen Stralsund[6] zu ziehen, rückten die Truppen des bayerischen Reitergenerals Heinrich Gottfried zu Pappenheim[7] (die Pappenheimer) in die Altmark ein. Sie hausten ärger, als alle Soldaten vor ihnen. Noch blieb Kalbe[8] fast ein Jahr von kurfürstlichen Truppen besetzt, aber Ende 1628 ließ Pappenheim Kalbe und den Werder durch den Obersten[9] Julius Budäus besetzen. Für die Menschen beginnt eine neue Leidenszeit. Im Kirchenbuch von Kalbe werden mehrere Pappenheimer genannt. Am 7.2.1629 wird Adam Heinrich, ein kaiserlicher Soldat von Trier mit Anna Vogts copuliert und am 18. März steht Ursin Beckerling, Wachtmeister des Generalleutnants von Pappenheim Pate. Die Plünderungen werden im Laufe des Jahres 1629 immer unerträglicher, so dass sich der Landeshauptmann Thomas v. d. Knesebeck am 16.3.1630 entschloss, an den Grafen Tilly[10] einen Brief zu schreiben mit der Bitte, die Plünderungen zu unterbinden. Schon am 23.3. antwortete Tilly und versprach, das Regiment Pappenheim aus der Altmark abzuziehen. Ostern 1630 sind die Pappenheimer abgezogen und haben ein völlig verwüstetes Land hinterlassen. Wer aber nun auf Besserung hoffte, sah sich bitter enttäuscht, denn an Stelle der Pappenheimer rückte das Streifkorps [!] des Obersten Holk[11] in die Altmark ein“.[12]


[1] Rintheim, heute Ortsteil von Karlsruhe [LK Stadtkreis].

[2] Durlach, heute Stadtteil von Baden-Baden.

[3] Heidelberg; HHSD VI, S. 302ff.

[4] Kraichgau; HHSD VI, S. 427f.

[5] MAIER, Unterpfalz, S. 78f.

[6] Stralsund [Kr. Stralsund]; HHSD XII, S. 292ff.

[7] Vgl. STADLER, Pappenheim.

[8] Calbe/Saale [Kr. Calbe/Schönebeck]; HHSD XI, S. 65ff.

[9] Manchmal meint die Bezeichnung „Obrist“ in den Zeugnissen nicht den faktischen militärischen Rang, sondern wird als Synonym für „Befehlshaber“ verwandt. Vgl. KAPSER, Heeresorganisation, S. 101ff.; REDLICH, German military enterpriser; DAMBOER, Söldnerkaptalismus; WINKELBAUER, Österreichische Geschichte Bd. 1, S. 413ff.

[10] Vgl. KAISER, Politik; JUNKELMANN, Der Du gelehrt hast; JUNKELMANN, Tilly.

[11] Vgl. ARENDT, Wallensteins Faktotum.

[12] Kalbe im 30jährigen Kriege. Online verfügbar unter: kalbe-milde.de/bur/bu9/bu9f2.htm.

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