Arnim, Bernhart (?) von

Arnim, Bernhart (?) von; Rittmeister [ – ] Bernhart (?) von Arnim [ – ] stand 1629 als Rittmeister[1] in kaiserlichen Diensten.

„Am 14. Dezember 1629 bezieht sich eine Begräbnisnotiz des Pfarrers auf Abraham N. einen Trum-peter[2] von Schwerin[3] aus dem Mechelburgslande, so zu Herleshausen[4] gestorben und Todt hieher bracht worden. Begraben mit Christlichen Ceremonien und Leichgemein[d]e. Unter Bernhart(?) von Arnheim Rittmeisters Compagnien,[5] so alhier gelegen, gehörig. Ist Wallen-steinisch[6] Volck gewesen.

Offenbar handelte es sich bei dem Toten um einen Lutheraner, und der reformierte Herleshäuser Pfarrer hatte das Begräbnis seinem lutherischen Kollegen in Neustädt[7] überlassen“.[8]

Um weitere Hinweise zu Arnim unter Bernd.Warlich@gmx.de wird gebeten !

[1] Rittmeister [schwed. Ryttmåstere, dän. kaptajn]: Oberbefehlshaber eines Kornetts (später Esquadron) der Kavallerie. Sein Rang entspricht dem eines Hauptmannes der Infanterie (vgl. Hauptmann). Wie dieser war er verantwortlich für Werbung und Soldzahlung, für Disziplin, Ausrüstung und Verpflegung sowie für die Ernennung der untergebenen Führer. Oft war er in erster Linie für die materielle Versorgung der Truppe zuständig, und die eigentlich militärischen Aufgaben wurden von seinem Stellvertreter, dem Leutnant, übernommen. Bei den kaiserlichen Truppen standen unter ihm Leutnant, Kornett, Wachtmeister, 2 oder 3 Korporale, 1 Fourier oder Quartiermeister, 1 Musterschreiber, 1 Feldscher, 2 Trompeter, 1 Schmied, 1 Plattner. Bei den schwedischen Truppen fehlten dagegen Sattler und Plattner, bei den Nationalschweden gab es statt Sattler und Plattner 1 Feldkaplan und 1 Profos, was zeigt, dass man sich um das Seelenheil als auch die Marsch- und Lagerdisziplin zu kümmern gedachte. Der Rittmeister beanspruchte in einer Kompanie Kürassiere 150 fl. Monatssold, d. h. 1.800 fl. jährlich, während ein bayerischer Kriegsrat 1637 jährlich 792 fl. erhielt, 1620 war er in der brandenburgischen Armee als Rittmeister über 50 Pferde nur mit 25 fl. monatlich datiert gewesen. Bei seiner Bestallung wurde er in der Regel durch den Obristen mit Werbe- und Laufgeld zur Errichtung neuer Kompanien ausgestattet. Junge Adlige traten oft als Rittmeister in die Armee ein.
[2] Trompeter: Eigener, mit 12 fl. monatlich wie der Trommelschläger recht gut bezahlter, aber auch risikoreicher Berufsstand innerhalb des Militärs und bei Hof mit wichtigen Aufgaben, z. B. Verhandlungen mit belagerten Städten, Überbringung wichtiger Schriftstücke etc., beim Militär mit Aufstiegsmöglichkeit in die unteren Offiziersränge.
[3] Schwerin; HHSD XII, S. 114ff.
[4] Herleshausen [Werra-Meißner-Kreis].
[5] Kompanie [schwed. Kompani]: Eine Kompanie zu Fuß (kaiserlich, bayerisch und schwedisch) umfasste von der Soll-Stärke her 100 Mann, ihre Ist-Stärke lag jedoch bei etwa 70 Mann, eine Kompanie zu Pferd bei den Bayerischen 200, den Kaiserlichen 60, den Schwedischen 80, manchmal bei 100-150, zum Teil allerdings auch nur ca. 30. Geführt wurde die Fußkompanie von einem Hauptmann, die berittene Kompanie von einem Rittmeister. Vgl. TROUPITZ, Kriegs-Kunst. Vgl. auch „Kornett“, „Fähnlein“, „Leibkompanie“.
[6] Vgl. CATALANO, Ein Chamäleon; REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein; SCHUBERTH; REICHEL, Die blut’ge Affair’; MORTIMER, Wallenstein.
[7] Neustädt, heute Ortsteil von Gerstungen [Wartburgkreis]; HHSD IX, S. 144.
[8] BERNHARDT, Neustädt und Sallmannshausen im Dreißigjährigen Krieg, hier zitiert nach dem Manuskript des Verf.
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