Egloffstein, Friedrich von

Egloffstein, Friedrich von; Rittmeister [ – ] Egloffstein stand 1634 als Rittmeister in schwedischen Diensten unter dem Befehl des schwedischen Feldmarschall Johann Philipp Cratz von Scharffenstein.

Die Gemeinde Gellershausen[1] erhob am 27.5.1634 Einspruch gegen die Einquartierung einer Kompanie unter Egloffstein auf zwei Tage und eine Nacht, da die Nachbarn wegen der dauernden Kriegsdurchzüge und Einquartierungen nicht einmal das „liebe Brot“ hätten. Vom 31.5. aus Coburg[2] datiert die vorläufige Entscheidung der sachsen-coburgischen Regierung für den „von Schweden bestallten Obristwachtmeister, Rat und Amtmann“ zu Heldburg,[3] Joachim Ludwig von Seckendorff, Rittmeister Egloffstein bis zur endgültigen Entscheidung des Herzogs in den Orten des Amtes Heldburg Quartier zu gewähren.[4] Am 28. Juni teilte der vor der bambergischen Feste Forchheim[5] liegende und mit der Blockade beschäftigte Johann Philipp Cratz von Scharfenstein Seckendorf mit, dass er Egloffstein befohlen habe, sich mit seinen Reitern und der Bagage zu ihm zu begeben. Seckendorf solle ihm eine Aufstellung über die Kosten der Einquartierung und einen Bericht über das Verhalten der Reiter während ihrer Einquartierung im Amt Heldburg mitgeben. Auch möge ihm Seckendorff bei dieser Gelegenheit für seine Küche etwas an Hühnern, Schmalz, Kälbern und Lämmern mitgeben.[6] Noch am 5. Juli fragte die Gemeinde Schlechtsart[7] über 3 Boten aus der Nachbarschaft an, wie man es mit dem anlässlich der Einquartierung übrig gebliebenen Getränk und Futter gehalten werden solle, ferner, wie sie sich gegenüber der abziehenden Truppe verhalten solle, die zum Abschied von der Gemeinde Geld gefordert habe, wozu aber die Gemeinde nicht in der Lage sei.[8] Dabei lag auch das Verzeichnis der Erpressungen und Gewalttaten, die Egloffsteins Reiterei in ihrem Quartier Schlechtsart verübt hatte.[9]

Vom 8. Juli 1634 stammt ein Gesuch des Hans Casimir von und zu Hessberg aus Bedheim[10] an Seckendorff, seine Untersassen und Lehnsleute zu Simmershausen[11] und Stresshausen[12] mit der erneuten Einquartierung der Kompanie des Rittmeister Adolphs an Stelle der abgezogenen Reiter des Rittmeisters Friedrich von Egloffstein verschonen zu wollen, da vor allem Simmershausen über 30 der „versoffensten und unersättlichsten“ Reiter zugewiesen worden seien.[13] Der regierende Bürgermeister Nikolaus Spögner von Ummerstadt[14] wandte sich am 10. Juli an Seckendorff, was die Abtragung der anlässlich der fünfwöchentlichen Einquartierung der Egloffstein’schen Reiter entstanden Kosten durch die Bürgerschaft betraf. Da die durch Brand geschädigten Bürger, die dem erteilten Abschied nach entsprechend ihren Anteil nach ihrem Besitz an Feldgütern zahlen sollten, die Beteiligung an den Kosten aber ablehnten, wurde um Entscheidung ersucht, wie man mit den brandgeschädigten Bürgern verfahren solle.[15]

[1] Gellershausen ?

[2] Coburg; HHSD VII, S. 127f.

[3] Heldburg [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 192f.

[4] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 411230, Nr. 2740.

[5] Forchheim; HHSD VII, S. 201ff.

[6] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 411230, Nr. 2750.

[7] Schlechtsart [LK Hildburghausen].

[8] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 411230, Nr. 2751.

[9] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 411230, Nr. 2752.

[10] Bedheim [LK Hildburghausen].

[11] Simmershausen [LK Hildburghausen].

[12] Stresshausen ?

[13] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 411230, Nr. 2754.

[14] Ummerstadt [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 446.

[15] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 411230, Nr. 2755.

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