Zerzen, Jobst von

Zerzen, Jobst von; Obristleutnant [ – ] Zerzen war 1633 noch Rittmeister im Regiment Bylandt, 1635 war er bereits zum Obristleutnant avanciert.

„Als im Mai 1633 der kaiserliche Obristleutnant Jensen Reiter in das Soester[1] Gebiet geschickt hatte, um die Lage zu erkunden, fielen Bauern aus Hattrop[2] über sie her, erschossen einen und brachten einen zweiten als Gefangenen nach Soest. Als die Kaiserlichen im Juni drohten, das Bördedorf Klotingen[3] abzubrennen, und dort zehn Reiter aus dem Bilandschen [Bylandt; BW] Regiment schon bereitstanden, überfielen die Klotinger Bauern diese Reiter, nahmen ihnen dier Pferde, Sättel, Gewehre, Kleidung und Geld. Ihre Beute brachten sie in die Stadt, die ausgeplünderten Reiter aber ließen sie laufen. Am folgenden Tag entwaffneten die Klotinger nochmals drei Reiter und erschlugen dabei zwei von ihnen. Den dritten führten sie bis vor die Stadt, zogen ihn nackt aus und jagten ihn fort. Wenig später erschlugen die Klotinger einen weiteren Reiter. Der Rittmeister Zersen aus dem Bilandschen Regiment wollte sich darüber in Soest beschweren. Vor der Stadt lauerten ihm Bürger und Bauern auf, die ihm sein Pferd unter dem Leib wegschossen. Seine Pistolen und sein Zaumzeug wurden ihm genommen, dann durfte er fliehen. Nach einem Klagebrief Bilands an seinen Befehlshaber Bönninghausen war dieser Vorfall erledigt“.[4]

In den Aufzeichnungen der Stadt Hallenberg[5] heißt es: „Und sein deme nach am 26. huius [September 1633] mehrberurte 4 compagnien aufgebrochen und mit der armada nach der herschaft Waldeck[6] gangen, und obwol der general Buninghausen [Bönninghausen; BW] das haubt nach Niederhessen gekehret, so hat er sich jedoch obig Fritzlar[7] hergewendet und furbaß auf den Frankenberg[8] er(st), wo wolermelter generalmajor das haubtquartir 2 nachte gehabt, es ist aber die Au Battenberg und die dorfschaften im ampt Wulkersdorff [Wolkersdorf;[9] BW] elendlich verderbt, das vih in gemein vortgetriben und das furstliche haus Wulkersdorff ausgeplundert worden.

October scheinenten 1633. Jahrs: Indeme nun die armada zum Frankenberg stille gelegen und etliche truppen dieser ends hin zu recognosciren ausgelasen, so sein ritmeister Jobst von Zerzen, Steffan Wrede, der capitanleutnant [Ferdinand Lorenz; BW] von Wartenberg, Mattes Franke, item ein cornet von Palant, Weinrich König, sampt ihrem comitat alhir angelangt, welche man jedoch in der guten aussig behalten, den officirern vor der Underpforten auf der Kalkkaulen mit einem kalten kuchen noturftige provision gemacht und denselben bis an den abent hin einen trunk auftragen lasen. Haben demnach im abzug noch 2 ohm birs haben wollen, aber nicht bekommen. Diese kosten hat die stad abgezahlet, die gemeinen reuter aber sein nach Bromskirchen[10] zur verpflege gefuhret worden […].

1633 im Octobris rittmeister Zerzen, Wrede etc. hier ein tag verpf(legt)“.[11]

„Ritmeister Bunnighausen [Bönninghausen; BW], Pachen und Vincken durchzug, anno 1635 am 22. Aprilis: Widerumb als sontags Misericordias Domini der her von Griesheimb, Obristleutenant Jost von Zerzen und andere hirselbsten angelangt und einher zogen, sein auch zugleich der rittmeister Bunighausen [Bönninghausen; BW], Gerhardt Vincken und Hermann von Ditzinghausen angelangt, daß man also die officirer allerseits einlasen und denen futter, mahl und einen drunk statten müssen, seint demnach gegen abent sammentlich vortgezogen und belaufen sich die kosten ad 12 reichstaler. Andere particular durch- und beizuge zu verschweigen, darbei man jedoch jederman seinen willen schaffen, auch essen und drinken heraus schaffen mussen […]“.[12]

[1] Soest [LK Soest]; HHSD III, S. 692ff.

[2] Hattrop [LK Soest].

[3] Klotingen [LK Soest].

[4] WIDDER, Soest Bd. 3, S. 801.

[5] Hallenberg [LK Brilon]; HHSD III, S. 282f.

[6] Waldeck; HHSD IV, S. 444f.

[7] Fritzlar [Schwalm-Eder-Kreis]; HHSD IV, S. 149ff.

[8] Frankenberg; HHSD IV, S. 124f.

[9] Wolkersdorf, Schloss [Gem. Bottendorf, Kr. Frankenberg]; HHSD IV, S. 481.

[10] Bromskirchen [Kr. Frankenberg]; HHSD IV, S. 63.

[11] BRUNS, Hallenberg, S. 271f.

[12] BRUNS, Hallenberg, S. 287.

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