Warberg [Werberg, Warburg], Wolf [Wulf] Gebhard von

Warberg [Werberg, Warburg], Wolf [Wulf] Gebhard von; Obrist [ -nach 1670] Wolf [Wulf] Gebhard Edler Herr von Warberg stand zuletzt als Obrist eines Kürassier-Regiments in braunschweig-lüneburgischen Diensten.

1626 war er als Rittmeister aus dänischen Diensten geschieden.[1]

Der Hildesheimer[1a] Chronist, Arzt und Ratsherr Dr. Jordan notiert in seinem Tagebuch unter dem 13./23.6.1635: „Kombt der Obrist Wulff, Edler Herr zue Werberg,[2] so Gesandes weiß vom Communication Tage zue Northausen[3] an Chursachsen geschickte, wieder anhero, berichtet der Churfürst mit dem Kayser Friede geschloßen, mit schlechtem Vortel der Evangelischen Stände“.[4]

16./26.5.1638: „Illmus Georgius schicket schicket unter dem Obrist Herrn Wulf von Werberg 1000 Pferd(e), so sich mit des Grafen von Rethberg [Johann IV. v. Rietberg; BW] auscommendirten Troupen conjugirt und über die Weser gangen“.[5]

Unter dem 13./23.10.1640 heißt es bei Dr. Jordan: „Die Werbergischen, Dannebergischen und Meyerschen Regimenter zue Roß gehen nach Wolfenbüttel,[6] solches zu blocuiren“.[7]

„Ein kaiserliches Heer war unter dem Erzherzog Leopold aus dem Magdeburgischen zum Entsatz der blockierten Festung herangerückt. Generalleutnant von Klitzing vereinigte die braunschweig-lüneburgischen Truppen gegen den inneren Wunsch der Herzöge mit dem schwedischen Heere unter den Generalen Phul [Pfuel; BW] und [Helm; BW] Wrangel sowie den Weimaraner Truppen unter dem französischen Marschall Guébriant im Juni vor dem Kiebitzer Damm am Großen Bruchgraben, um die Blockade von Wolfenbüttel zu decken. Da aber die Kaiserlichen nördlich dieses Hindernisses über Germersleben[8]-Schöningen[9] vorrückten, zogen die Alliierten gleichfalls auf Wolfenbüttel, so daß beide Heere parallel miteinander gleichsam in die Wette marschierten und fast gleichzeitig vor der Festung anlangten. Am 17. Juni marschierte die kaiserliche Armee durch Wolfenbüttel, auf das linke Okerufer, wo die schwedisch-deutsche Armee schon stand, und nahm unter den Kanonen der Festung eine Stellung, derjenigen der Alliierten gegenüber. Hier kam es am 19. Juni zu einer blutigen und lange unentschiedenen Schlacht, in der es sich hauptsächlich um Steterburg[10] und den Besitz des dortigen Waldes handelte. Bei den Verbündeten stand das schwedische Heer auf dem rechten, das deutsche Heer auf dem linken Flügel. Die Stärke des verbündeten Heeres betrug 22 000 Mann, die des kaiserlichen 20 000 Mann. Von den Truppen des verstorbenen Herzogs nahmen sein berühmtes Leib-Kavallerie-Regiment, das ebenso berühmte Kürassier-Regiment Anton Meier und die Kürassier-Regimenter v. Warberg, Koch und von Dannenberg, von der Infanterie das rote Regiment v. Schlütter und das blaue Regiment mit je 6 Kompagnien, sowie endlich vom Leib-Infanterie-Regiment v. Bessel und vom gelben Regiment v. Waldow je 2 Kompagnien in der Gesamtstärke von 5400 Mann an der Schlacht teil. Namentlich zeichnete sich Generalleutnant v. Klitzing mit den drei alten Kavallerie-Regimentern Georgs aus. Die gesamte Kavallerie der Verbündeten unter dem General v. Königsmark führte durch einen umfassenden Angriff auf den kaiserlichen rechten Flügel, der diesen zum Weichen brachte, die Entscheidung zugunsten des protestantischen Heeres herbei. Das Leib-Kavallerie-Regiment unter dem Oberstleutnant v. Schönberg drang dabei in zwei bayerische Infanterie-Regimenter ein, nahm 2 Obersten gefangen und eroberte 6 Fahnen und 4 Kanonen. Die Kaiserlichen wurden bis unter die Wälle der Festung getrieben, zogen am 24. durch Wolfenbüttel und setzten den Rückzug bis Schöningen fort“.[11]

[1] BEGE, Geschichten, S. 177.

[1a] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[2] Warberg [Kr. Helmstedt]; HHSD II, S. 475f.

[3] Nordhausen [Kr. Nordhausen]; HHSÖ IX, S. 305ff.

[4] SCHLOTTER, Acta, S. 219.

[5] SCHLOTTER, Acta, S. 285.

[6] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.

[7] SCHLOTTER, Acta, S. 326.

[8] Groß-Germersleben [Kr. Wanzleben]; HHSD XI, S. 155f.

[9] Schöningen [Kr. Helmstedt]; HHSD II, S. 419f.

[10] Steterburg [Stadt Salzgitter]; HHSD II, S. 442f.

[11] WERSEBE, Geschichte der hannoverschen Armee, S. 32ff.

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