Thun-Castell-Brughier [Thuen], Christoph Simon Freiherr, Graf zu

Thun-Castell-Brughier [Thuen], Christoph Simon Freiherr, Graf zu; Obersthofmeister [12.9.1582 Castelfondo ?-27.3.1635 Wien]

Thun-Castell-Brughier, Christoph Simon Graf vonThun, ab 24.8.1629 Graf[1] und Malteser-Ritter aus der Linie Castell-Brughier und 1604 in den Freiherrnstand erhoben, hatte nach dem Ende des böhmischen Aufstandes große Besitzungen in Böhmen erwerben können. Er war enger Vertrauter, Obersthofmeister und Assistenzrat Ferdinands III.[2] Seine Familie stieg zum mächtigsten Grundbesitzer im Eger-Tal auf.

Die Grafschaft Hohnstein wurde ihm am 28.2.1628 gegen 60.000 Gulden an Ferdinand II. durch Wallenstein eingeräumt.[3]

Die Grafschaft Hohnstein[4] wurde Thun am 28.2.1628 gegen 60.000 fl. von Ferdinand II. durch Wallenstein eingeräumt.[5] In der Hannover’schen[6] Chronik heißt es: „Den 24. Martii [1628] hat Kayser Ferdinandus II. dem Tilly Befehl gethan, die Vestung und Stadt Wolfenbüttel,[7] so nunmehr in Kayserl. Majestät Händen (potius Bayerfürsten Hand), Herzog Friedrich Ulrich [v. Braunschweig-Lüneburg; BW] wieder einzuräumen. Es ist zwar etwas zum Schein geschehen, aber man hat den guten Fürsten fast als einen Gefangenen gehalten. Gegen den falschen Schein, als ob J. F. G. nur Wolfenbüttel alleine sollte wieder eingeräumet werden, hat der Kayser mit I. F. G. fast nicht anders gemacht, als mit dem Herzog zu Mechelnburg, dan er die Grafschaften Honstein und Reinstein I. F. G. genommen und Christoph Simon, Freiherrn zu Thuen (welchen der Kayser nennet Hoch-Wohlgebornen Herrn Grafen von Thuen) des Kaysers Herrn Sohns Ferdinandi III. zu Hungarn und Böhmen Königs Obristen Hofmeister gegeben und denselben damit belehnet, so um 60000 Fl. Rheinisch demselben verschrieben zum Unterpfande, und ist die Kayserl. Commissio, denselben in die Grafschaften zu setzen, sub dato Prage den 28. Febr. 1628 abgegangen an den Wallensteiner, welche solche Commission ferner aufgetragen und subdeligiret dem Wohlgebornen Obristen David Beckern [Peckher v. der Ehr; BW], Commandatorn in Halberstadt,[8] welcher den Grafen von Thun auch eingeführet“.[9]

Wie Strozzi dem kaiserlichen Obristen Melchior von Hatzfeldt im Januar 1633 mitteilte, war Thun nach Wittenau[10] und Sywaßlau[11] gegangen.[12]

Um weitere Hinweise unter Bernd.Warlich@gmx.de wird gebeten !

[1] KLUTSCHAK, Böhmische Adelssitze, S. 6.
[2] BIRELEY, Religion and Politics, S. 165. Vgl. Die Erwähnungen bei HARRACH, Tagebücher.
[3] ROHR, Geographische und Historische Merckwürdigkeiten, S. 116ff.
[4] Hohnstein [Kr. Sebnitz]; HHSD VIII, S. 151f.
[5] LEUCKFELD, Antiquitates Walckenredenses, S. 484-485.
[6] Hannover; HHSD II, S. 197ff.
[7] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.
[8] Halberstadt [Kr. Halberstadt]; HHSD XI, S. 169ff.
[9] JÜRGENS, Chronik, S. 467f.
[10] Wittingau [Třeboň, Bez. Neuhaus] HHSBöhm, S. 666ff.
[11] Swietla [Svĕtlá; Bez. Blansko].

[12] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 17.

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