Schönburg [Schönberg, Schönenberg] auf Wesel, Otto Friedrich Freiherr von

Schönburg [Schönberg, Schönenberg] auf Wesel, Otto Friedrich Freiherr von; Obrist [1589 - 17.9.1631 bei Breitenfeld gefallen] Otto Friedrich von Schönburg (Schönberg)[1] hatte 1609 Reisen in Schottland und England unternommen und dabei Bekanntschaft mit Ludwig Günther I. Graf von Schwarzburg-Rudolstadt geschlossen.[2]

Er diente 1619 im würzburgischen Regiment Franz von Herzelles, das 1623 in ligistische Dienste übernommen wurde,[3] und nahm am Feldzug in Böhmen teil.

Das Regiment Baur von Eyseneck wurde nach dessen Tod (16.7.1621) im Frühjahr 1622 an Schönburg übertragen, unter dem auch Werth dienen sollte. Schönburg führte mit Pappenheim und 1.000 Mann die Blockade Frankenthals[4] 1622 weiter, bis kaiserliche Einheiten sie ablösten.[5] Nach der Einnahme der kurpfälzischen Hauptstadt Heidelberg,[6] deren Fortifikationen einer längeren Belagerung ohnehin kaum standgehalten hätten,[7] sei darin, so ein zeitgenössischer Bericht, “ein jämmerlich Zetergeschrey und Wehklagen, durch Niederhauen, Plündern und Geld heraus martern mit Däumeln, Knebeln, Prügeln, Peinigen, Nägelbohren, Sengen an heimlichen Orten, Aufhenken, Brennen an Fußsohlen, mit Schänd und Wegführung der Frauen und Jungfrauen gegangen”.[8] Selbst die abziehende Garnison – der englische Kommandant, Sir Gerard Herbert, war beim “dritten Secundiren durch den Kopf geschossen” worden,[9] an seiner Stelle kommandierte Merven – wurde überfallen und misshandelt; wahrscheinlich, weil die Belagerung 400 Tote unter den Ligisten gefordert hatte.[10] Die Ligisten rissen ihnen Unter- und Oberwehr [Degen und Schusswaffen] ab, hatten “etliche auf ein Seil genommen und ihnen Riemen aus dem Leib geschnitten” und verschonten auch den Kommandanten nicht, so dass Tilly selbst mit dem Degen in der Hand für Ordnung sorgen musste und den Abziehenden freies Geleit bis nach Frankfurt[11] geben ließ.[12] Beteiligt waren an den Ausschreitungen die Regimenter Schönburg, Truchsess von Wetzhausen und Johann Joachim Wahl. Allerdings sollten die würzburgischen Regimenter Truchsess von Wetzhausen und Schönburg[13] seit Herbst 1622 keinen Sold mehr erhalten und wurden später mit einem Drittel ihrer Ansprüche abgefunden.[14]

Schönberg nahm mit seinem Regiment auch an der Schlacht bei Stadtlohn[15] teil. Bei Stadtlohn[16] besetzte Christian eine Anhöhe, die den Blick auf die Anmarschwege erlaubte und zu beiden Seiten durch ein Sumpfgelände gegen Flankenangriffe der gegnerischen Reiterei gesichert schien. Hier vollzog er eine Schwenkung gegen die Ligisten und fand kaum Zeit, seine Truppen in die übliche Gefechtsposition zu bringen, als Tillys Einheiten über ihn herfielen. Es war um die Mittagsstunde des 6.8.1623, Sonntag und Fest der Verklärung Christi. Der militante Katholik Tilly, der diesen Feiertag als gutes Omen ansah, erblickte voller Erstaunen auf Christians Fahnen den in seinen Augen blasphemischen Wahlspruch: „Tout pour Dieu et pour elle“,[17] womit die von Christian verehrte Gemahlin Friedrichs V. gemeint war, um deretwillen die schottischen Verbände in den Krieg gezogen waren, während sich die bayerisch-katholische Identität in der Gestalt Marias auf ihren Fahnen und in ihrem Schlachtruf symbolisierte.[18] So konnte der Sieg nach Tillys Überzeugung nicht Männern wie Christian[19] beschieden sein, die so blasphemisch waren, dass sie den Namen eines „sterblichen Madensacks“, wie der Generalleutnant die schöne Königin von Böhmen nannte, zugleich mit ihrem Schöpfer auf eine Feldfahne setzten.[20] Zwar hatte Christian die vorteilhaftere Stellung auf dem später nach der Schlacht sogenannten »Blutkamp« bezogen, doch war ihm der ligistische Kommandierende an Truppen überlegen. Tilly verstand diese auch geschickter einzusetzen, indem er zunächst nur seine Avantgarde vorschickte, die er, während das Hauptheer und die Artillerie nachrückten und in Stellung gingen, verstärkte. Unter den unablässigen, immer heftiger werdenden Angriffen und dem ständigen Geschützfeuer kam die Kavallerie an den Flanken des halberstädtischen Heeres ins Wanken. Zum Manövrieren bot die Anhöhe zu wenig Raum, und die Kavallerie dieser Zeit war für die Defensivtaktik denkbar schlecht geeignet. Durch die nun einsetzende Flucht der Berittenen konnten die Fußtruppen der herandrängenden, überwältigenden Übermacht der Ligisten nicht länger standhalten, und Christians Truppen verließen die Anhöhe, wurden jedoch durch das Sumpfgelände, das hinter ihnen lag, aufgehalten.[21] Die Mehrzahl der Reiter kam durch, aber Infanterie, Tross und Artillerie blieben in dem sumpfigen Gelände stecken.

Nach Tillys Bericht fielen an die sechstausend Mann oder waren geflohen,[22] viele wurden von den Kroaten abgeschlachtet, viertausend wurden gefangen genommen,[23] darunter fünfzig höhere Offiziere Christians und sein Verbündeter, Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar,[24] dessen „Allianz der Patrioten aller Stände“[25] die „deutsche Libertät“ vor dem Dominat des Hauses Habsburg hatte retten sollen. Aus Münster[26] wird berichtet, dass Kroaten als Begleiteskorte die Gefangenen „wie auf Jahrmärkten das unvernünfftig Vieh“ vor sich hergetrieben hätten.[27] Die ligistischen Truppen hatten etwa 1.700 Mann verloren, während sechzehn Kanonen, darunter neue, von Moritz von Oranien entwickelte Modelle, und fast alle Munitionsvorräte, 85 Fahnen und zwei Silberwagen erbeutet werden konnten.[28] Während der Flucht der Braunschweigischen war zudem einer der Pulverwagen explodiert, was das allgemeine Durcheinander nur noch verstärkt hatte.

Ein Kornett und 300 Mann seines Regiments lagen vom Herbst 1623 bis Juni 1625 in Schmalkalden.[29]

Bei dem Chronisten Pforr heißt es dazu: “A[nn]o 1623, den 3. 9br:, ist die beschwerliche und verderblich<e> Schönbergische einquardirung erfolgt, indem bemelder Keyserliche Obriste Schönbergk mit einer compania reuter von 150 pferd und dem regiments[stab] sich uff dato in die statt Schmalkald[en einlogirt und alta 1 ¾ jahr, biß uff den 3. Jun: des folgenden 1625. jahrs gelegen, binnen welcher zeitt statt und ambt ein uberauß großen und schweren uncosten uff berührte völcker /.welches fast lauter Frantzosen geweßen:/ ufgewendet und darbey etliche tausent th[a]l[e]r schulden gemacht.

Bey dieser einquartirung hat der vetter, beneben noch 3 bürger<n>, den Capitänleutenant Claudius Syfry unterhalten sollen, welcher bey dem alten Hanßen Fuchsen geleg[en. Hat auch [der vatter] sein quotam nach mügklichkeit beygetragen. Aber durch anstifftung Hanßen Fuchsen hat berührter leutenant seiner knegt 6, so Franzoßen geweßen, [dem vatter] ins hauß gelegt, denen er 6 wochen zu freßen und zu sauffen genug geben müßen”.[30]

“Den 2. Febr: [1624; BW] hat der Schönbergische Capitänleutenant Syfry bey dem vatter, Sigmund Pforn, sein quartir genommen und 26 wochen bey ihme gelegen. Es ist zwar dem vatter von den burgermeister<n> wöchentlich 100 f zu deß leutenants unterhaltung verheißen worden, hat sie aber keine einige wochen vollkömlich bekommen. Und ist ihme obbemelter Hanß Fuchs dem vatter allein noch zu bezahlen schultig verblieben 121f, welcher den leutenant hat sollen helffen unterhalden. [...] Den 9. Maii 1624 haben die Schönbergische reutter das dorff Hergeß[31] im ambt Hallenbergk in brantt gesteckt, weil sich selbige bauren den reuttern wiedersetzet. Bey dieser einquartierung ist ein corporal gehenckt und ein reuter bey nacht erschlagen worden”.[32]

1624 wurde Schönburg in den Freiherrnstand erhoben.[33]

Pforr berichtet weiter: “Hieruff ist den 3. Jun: [1625; BW] der Obriste Schönberg, wie hievorn gemelt, uffgebrochen. Vor seinem abzugk haben die dorffschafften einem jeden reuter ein feltzeichen von 6 eln [Ellen] rotem doppeldaffet[34] kauffen müßen und alß ein reuter in der obervogthey daß gelt vor daß feltzeichen abgeholet, ist er uf dem heimweg erschlagen word[en."[35]

In diesem Sommer 1625 war Schönburg unter Tillys Kommando damit beschäftigt, die braunschweigischen Lande bis vor Hannover[36] auszuplündern und zu verwüsten. In der Hannover’schen Chronik heißt es: „Tilly als er seinen Vortheil ersehen und daß er keinen Widerstand gehabt, hat erstlich die Stadt Hameln[37] angefallen, mit seiner Armee und der Artillerie davor gerücket, auf beyden Seiten hart belagert, die Mühlen zu beschießen und lahm zu legen angefangen und die Stadt mit seiner praetendirten und allzeit im Munde führenden kayserl. Ungnade dahin geschrecket, sonderlich weil sie keine Soldaten, besondern nur etlich Landvolk darin gehabt und in solcher Eile keines Entsatzes sich zu getrösten gewußt, daß sie sich dem Tilly ergeben, auf gute parole, wie man sagt. Der Bürgermeister hat die Stadtschlüssel dem Tilly entgegen getragen auf der weserbrücke, und ist bald eine Tillysche Guarnison darin gelegt von 500 Mann, welche die Bürger eine Zeitlang speisen müssen. Er Tilly selbst hat auch sein Hauptquartier in Hameln genommen. Nachdem hat er das Braunschweigische und Calenbergische Theil mehrentheils occupiret und überziehen lassen. Den 30. Julii Nachts haben die Tillyschen Münder,[38] Hallerspringe[39] und Völksen[40] ausgepochet und haben die Hausleute, so aus dem gantzen Calenbergischen Lande nach der Stadt Hannover gescheuchet und gejaget worden, die Nacht häufig auf den Gassen unter dem blauen Himmel mit ihren Wagen und darauf ihrem bey sich habenden Gerähte, Betten und andern Hausgerähte, das sie fort bringen können, weil die Häuser voll gelaufen, halten müssen, welches zu erbarmen gewesen. Ferner haben die Tillyschen nicht allein hinter dem Deister übel gehauset, besondern sein auch über den Deister kommen und zwischen Deister und Leine bis vor Hannover tyrannisiret, alle Dörfer bis an Hannover ausgepochet und die Leute, die sie angetroffen, greulich gepresset, mit sich genommen oder durchschossen. Derowegen die Leute aus den Dörfern darvon laufen, das Korn im Felde in der Ernste stehen lassen müssen. Das Braunschweigische Land zwischen Deister und Leine hat Tilly gantz occupiret bis auf die Vestung Calenberg.[41] In Pattensen[42] ist der Obrist Schönburg mit 400 Reutern kommen und hat seine Reuterey auf die nächsten Dörfer vor Hannover geleget, welche den 9. Aug. vor Hannover von dem Steinwege vor der Innenbrücke 12 Pferde geraubet und ausgespannet. Ob nun wohl die Tillyschen um Hannover her greulich gehauset, so hat er doch der Stadt dero Zeit noch nicht sonderliches angemuhtet, nur daß er vor seine Armee Proviant begehret um Geld und Bezahlung. Dahero des von Erwitte Secretarius selbdritte den 10. Aug. 1625 in Hannover kommen als Tillysche Abgesandte zu kaufen, welches man ihm concediren müssen“.[43]

Als Tilly 1626 vernahm, dass sich Ernst von Mansfeld in der Grafschaft Diepholz[44] festsetzen wollte und damit die Stifter Osnabrück[45] und Minden[46] unmittelbar bedrohte, wurden ihm Jost Maximilian von Gronsfeld und Anholt entgegen geschickt. Als sie zwischen Minden und Hameln ankamen, erhielten sie die Nachricht, dass dänische Verbände ihnen den Pass abzuschneiden drohten. Sie rückten ihnen entgegen und schlugen sie – allerdings unter dem hohen Verlust von 3.000 Mann – in die Flucht.[47] In der Hannover’schen Chronik heißt es: „Darzu hat der Obrister Conrad Nelle [Nell; BW] zu Escherde[48] Hochzeit eben gehalten, und als ihnen Burchard von Hanensee, welcher Commendante auf der Erichsburg[49] gewesen, und von der Erichsburg kommen, in seiner dahin Ankunft angezeiget, daß die Tillische so stark im Anzug wären und sie übereilen würden, haben sie es nicht glauben wollen. Als nun die Tillische in solcher guten Ordnung zu Poppenborg[50] vorüber und auf das Dorf Rößing,[51] nicht weit vom Calenberge gelegen, ankommen, habe sie den Obristen Berend Geist und Obristen Leo Freitag, welche sich mit ihrer Reuterey fast alleine praesentiret und zur Wehr gesetzet, angetroffen, welche sich alsobald gegen die Tillischen auf einen Pistolenschuß weit avancirt und wieder etwas stille gehalten. Demnach aber die Tillische inzwischen sich versammlet und in Schlachtordnung gestellet und den Feind vor Augen gesehen, haben sie länger nicht Geduld haben wollen, bis die Retrogarde ankäme, besondern dieselben frisch und tapfer mit 32 Cornetten angegriffen, und als auf des Obr. Freyherrn von Cronburg 5 Compagnien Curassirer wohl 14 Compagnien Königsche chargiret, hat ihnen der von Billay [Billehé; BW], so damahls 6 Schönebergische [Schönburg; BW] Compagnien Curassirer commandiret, mit solcher Tapferkeit secundiret, daß sie der Königischen, denen nicht secundiret worden, Ordnung so bald getrennet und in Confusion gebracht, darin sie ohne das schon waren, weil sie vom Gesöffe unversehens zu Pferde kommen und der Tillischen von der Göttingischen[52] Belagerung so schleunig nicht vermuhtet waren. Da sie doch hätten gedenken sollen, weil sie ja Göttingen nicht entsetzen wollen, besondern dem Tilly nur eine Diversion mit der Calenbergischen Blocquirung zu machen gesinnet gewesen, daß er nicht ruhen, besondern den Calenberg entsetzen würde. Als der von Cronburg den Angriff gethan und ihn Ballay secundiret, hat auf der andern Seite der Obrist Erwidt [Erwitte; BW] in die Flanke und Obr. Four [De Fours; BW] mit 10 Compagnien mit großer Courage und Valeur vornen her angegriffen, imgleichen haben auch die übrigen Compagnien das ihre gethan und in die Königschen dermaßen gesetzet, daß dieselben gantz und gar getrennet und in die Flucht gejaget worden, weil Obristen Geists und Freytags Reuter nicht entsetzt, besindern allein im Stich gelassen worden. Auf der Dänischen Seiten ist der Obriste Freytag sammt 6 Rittmeistern und etlichen andern Officiren auf der Wahlstid todt blieben und ein junger Graf von Stolberg, Bodo Ulrich, welcher hernach in Hildesheim[53] begraben worden. Die Anzahl der todten Reutere, so auf der Wahlstid befunden, ist über 500 gewesen, ohne diejenigen, so in der Flucht, und insonderheit alle die Dänischen Dragouner, so mit vor dem Calenberg gewesen, nieder gehauen worden“.[54] Ein Dankschreiben Maximilians I. war auch an Schönburg abgegangen.

1626 war Schönberg an der blutigen Erstürmung Mündens,[55] dem sogenannten “Mündener Blutpfingsten” beteiligt. „Den 6. Junij ist General Tylli mit 8 Reg[imen]t[e]r[n] Vor Munden gerücket, daselbsten 3 Lager geschlagen. Erstlich in der von den Mundischen selbst abgebranten Vorstadt, die Blum genant, alda der Graff Von Fürstenberg, Obrister und General über artillerey, Herr Cortenbach Undt Schönberg Jhr Qvartier gehabt; Das ander der Stadt, da die Weser und Fulda Zusammenfließen; das Dritte hatt der General Tylli auff dem Galgenberge selbst eine gehabt. Am H[eiligen] Pfingsttag ist beederseits starck geschoßen Und sonderlich hat der Von Fürstenberg über die Weser in die Stadt fast den ganzten tag tapffer feur gegeben. Montags ist nicht viel vorgenommen, allein hat sich der General Tylli bemühet, die Stadt per accordo einZubekommen, Jmmaßen Er Zum Dritten Mahl Trommeter in die Stadt geschicket. Es ist aber Vom Obr[ist]Lieutenant Clout keine ander resolution erfolget, alß daß Er gemeinet Zufechten bis in dem Todt. Und hat die Besatzung Viel Höhnische Worte durch die Trompeter hinauß geboten. Dienstages hat der General befohlen, alle Geschütze gegen die Stadt Zu richten Und so lange Feur Zugeben, biß eine pressa geschoßen würde, daß man mit einem gantzen Regiment Zu Sparung der Soldaten stürmen könte, Welches dan der von Fürstenberg effectuiret Und von Morgen Zu 5 Uhr bis in die Nacht umb 9 Uhr fast in die Tausendt Schüße in die Stadt und wieder die Mauren gethan. Wie dan durch solch starck und unabläßiges schießen die Mauren an der Werra Zerschmettert, die Belagerten aber keines accords jemahls begehret, Alß hat der von Fürstenberg umb 9 Uhr mit 2 Reg[imen]t[e]r[n], Welche erst über die Werra setzen müßen, den Sturm anlauffen laßen Und in einer Viertel Stunde die Oberhandt behalten, in die Stadt gedrungen Und alle ManßPersohnen meistentheils mit Axten vnd Beilen Zu todt gehawen. Der meiste Theil der Bürger und Soldaten haben sich noch eine gute Zeit von dem Kirchhoff, allda Sie sich Zuvor verschantzet, mit Mußqueten Tapffer gewehret. Alß aber Unmüglich denselben Zuerhalten, haben Sie sich uff das Schloß reteriret Und sich davon gewehret, daß es voller Todten Ringsherumb gelegen, darauff dieselbe auch vollents hingerichtet. Es seind aber die Bürgere, Soldaten, Bauren und Schieffleute mehrentheils geblieben vnd weinig davonkommen, die Weiber, deren gar Viel den Soldaten entgegengelauffen Und vermeinet, Jhre Männer Zu erretten, seind mit Barten darniedergehawen. Jn summa es ist ein über die Maß erbärmlicher und Cläglicher Zustandt gewesen Und obwoll viele Wagen von Allendorff[56] und Witzenhausen[57] dahin geschicket, die Todten Zubegraben Und theilß in die Weser Zuführen, konten Sie doch in Vier Tagen das Schloß undt die Stadt nicht gäntzlich saubern, ungeachtet fast alle Cörper, darunter der Obriste Clout selbsten, in die Weser geworffen worden. Sonnabents, den 13. Junij, hat man 18 C[entner] Pulver in einem Thurn gefunden, daßelbe ist angangen, durch was Mittel aber ist unbewust, hat viel Schaden gethan. Jst also die gute Stadt Munden, mit welcher Osteroda[58] alleZeit vndt sonderlich vor alters, wie davon in 5. capittel gemeldet worden, in guten Nachbarlichem Vertrawen gestanden, auff einmahl Jhrer Bürgerschafft beraubet Und seind daselbst Viele Witwen und Weisen in wenig Stunden gemacht“.[59]

„Den Obristen Cronberg und Schönburg waren [1627; BW] die Wetterau[60] sowie das Frankenland zur Überwinterung zugeteilt. Als nun der Kitzinger[61] Stadtvogt Samuel Mann die Nachricht erhielt, die Schönburger Reiter seien in der Schweinfurter[62] Gegend angelangt, schickte er einen Boten aus um Näheres in Erfahrung zu bringen. Dieser Bote brachte an 15. Dezember einen Quartierplan mit, aus dem hervorging, daß Kitzingen keine Quartierlast zu tragen hatte. Die Schönburger waren rings um Schweinfurt einquartiert (317, 77). Dennoch kamen sie auf ihren Streifzügen auch bis nach Kitzingen, und verübten dort allerlei Schandtaten. So betranken sich am 28. Dezember/7. Januar zwei Reiter in der „Güldenen Gans“ in Kitzingen. Nach ihrem Aufbruch schossen sie in Etwashausen[63] ohne erkennbaren Grund den Schmied nieder (317, 79 und 80). Andere (fünf) Schönburger Reiter führten am hellichten Tage in der Gegend von Schlüsselfeld[64] drei stadt- und klostereigene Pferde weg. Ein Kitzinger Aufgebot holte am nächsten Tage die Pferde gegen eine „Verehrung von sechs Reichstalern“ wieder aus dem Quartier der Reiter aus Rödelsee[65] zurück (317, 85 bis 92). Auch an einem dritten Vorfall waren Schönburger beteiligt. Zwölf außerhalb des regulären Geleits von Nürnberg[66] nach Würzburg[67] fahrende Wagen Wagen mit Kaufmannsware wurde von ihnen überfallen, einer davon ausgeraubt. Die andern elf gelangten unversehrt nach Kitzingen. Doch die Schönburger wollten sich solch fette Beute nicht entgehen lassen, und dem Zug, dem Kitzingen wegen der besonderen Umstände ein Sondergeleit verweigert hatte, nach seiner Weiterfahrt erneut auflauern.

Oberst Schönberg waren diese Übergriffe bekannt. In einem Patent vom 26. Dezember/5. Januar 1627 ließ er auch eine Warnung verlautbaren: ‚Daher ergeht an die Fürsten und Grafen, auch Herren mein unterthänig, auch freundlich Bitten: Die wollen solche bösen Gesellen, wo sie betreten[68] werden, alsobald verhaften und mir jedes Mal berichten… So wird sich ein jeder Reuter davor zu hüten wissen“ (317, 81). Allein, geändert hat sich daraufhin nicht viel“.[69]

Nach den Erinnerungen des Hofrats Volkmar Happe war im Juni 1627 das Regiment Schönburg in die Grafschaft Schwarzburg-Sondershausen eingezogen: „Den 8. Juni [1627; BW] sind sie von dar auf die Sachsenburg[70] nach Sangerhausen[71] gezogen. Ist also dieser Zug, dafür wir uns balde 4 Wochen sehr gefürchtet, vor der Herrschaft Schwartzburg[72] übergangen. Es haben aber Mein Gnädiger Herr[73] dem Obersten Schönberg ein stadlich Pferd wie auch dem Generalquartiermeister Slawitzki auch ein schön Pferd, alle beyde wohl 800 thlr werth, verehret. Als sie im Ambt Weißensee[74] gelegen, haben sie von Creußen[75] vier Pferde den Bürgern und einem Gespannen und zu Clingen[76] Wolf Schneidern 2 Pferde ausgespannet und mitgenommen“.[77]

Der Pfarrer Möser aus Stassfurt[78] erinnert sich: „Den 12. Juni [22.6.1627; BW] marschiert das Schönburgische Regiment von 12 Corneten, meistentheils Cüraßier hier durch, war jegliche Compagnie 100 Pferde stark, haben alle großen Schaden auf dem Lande gethan, hier jagen sie muthwillig einen armen Hirten in die Buden, der ersaufen muß“.[79]

Das Verzeichnis der Unkosten des benachbarten Reichsdorfs Sennfeld[80] bei Schweinfurt hält für den Juni 1627 fest: „Im Juny sind wiederum an 500 Mann an Reutern und Fuß Volck 1 Nacht alda gelegen, welche großen Schaden an Heußern gethan, kostet die gemeind 356fl., hat man des Herrn Obristen Schönbergs Quartier Meistern zur Contribution erlegh 200 fl“.[81]

Tilly hatte Schönburg, der als sein Protégé galt,[82] schon am 22.8.1626 vergeblich zum Generalwachtmeister der Kavallerie vorgeschlagen.[83] Am 3.7.1627 hatte Tilly ihn erneut zum Generalwachtmeister der Kavallerie vorgeschlagen, „weil er nicht allein von guten Qualitäten, sondern auch mit der schönsten Reiterei in 1400 Pferde stark auf das beste und stattlichste montiert versehen sei“.[84] Als Maximilian nach drei Jahren endlich zustimmte, wollte Tilly allerdings die Stelle weiter offen halten.[85] Schönburg wurde erst 1631 in der Nachfolge Pappenheims kaiserlicher Generalwachtmeister.[86] Maximilians eigentlicher Wunschkandidat war Philipp Graf von Mansfeld gewesen, auf Vorschlag Tillys wurde jedoch Schönburg ernannt.[87] Tilly hatte bereits 1622 sein Bedauern gegenüber Eynatten und Schönburg ausgedückt, dass sich selbst hohe Chargen in diese Rangkämpfe „gegen einander einlassen“ würden.[88]

Schönburgs Reiterkompanien waren ab Mitte Dezember 1626 als „Press- und Fressreiter“ vor allem in den protestantischen Herrschaften Frankens stationiert, z. T. in Sommer[89]- und Winterhausen,[90] dann im Castell’schen Obereisenheim.[91] Allein in Obereisenheim kostete die Einquartierung für 58 Pferde, 63 Reiter, 33 Trossbuben und 1 Frau in 23 Wochen 10.000 Rt.[92] Seine Press-Reiter haben sogar Eingang ins zeitgenössische Liedgut gefunden: „Ein cläglich lied von dem ausgestandenen fünf monat langen Schönberg und Truckhsässischen [Truchsess v. Wetzhausen; BW] winterquartier im Hällischen land“.[93] In dem Verzeichnis der Unkosten des Reichsdorfs Gochsheim[94] bei Schweinfurt[95] heißt es für 1627: „Hat man den Obrist Schönberg; in 23 Wochen contribuirt an baarem Geld 1380 fl., dann auch 46 Fuder Heu = 230 fl“.[96]

Teile seines Regimentes lagen unter Obristwachtmeister Maximilian von Billehé auch in der Grafschaft Hohenlohe.

“Als von 1627 an eine Korporalschaft einer Kompanie aus dem Regiment Schönberg für die folgenden zwei Jahre in die hohenlohe-weikersheimische Ämter Hollenbach[97] und Weikersheim[98] kam, um dort zu quartieren, stand der verantwortliche Kornett, Sebastian Sproty, vor dem Problem, daß seine Reiter, es konnten ungefähr 25 pro Amt sein, weit voneinander entfernt unterkommen mußten. Die Zahl der zu seiner Korporalschaft gehörenden Soldaten war allerdings nicht konstant über den langen Zeitraum der Einquartierung. Außerdem gab es zwischendurch immer wieder Verlegungswünsche von Soldaten wie von Untertanen, denen in Absprache zwischen Kornett beziehungsweise dem für die Kompanie zuständigen Obristwachtmeister Maximilian von Billehe und Weikersheimer Räten gelegentlich entsprochen wurde”.[99]

“Wegen der weit verstreut liegenden Reiter mußte beispielsweise auch der von 1628 an selbst in Hohebach[100] logierende Sproty ständig unterwegs sein; währen er einerseits oft durch das Amt reiten beziehungsweise für Botendienste sorgen mußte, um Kontakt mit seinen Soldaten zu halten, hatte er zugleich auch stets Verbindung zu dem Obristwachtmeister aufzubauen. Billehe quartierte im hohenlohe-langenburgischen Kirchberg,[101] verwaltete von dort aus seine unter anderem über die Herrschaften Langenburg,[102] Weikersheim und Schillingsfürst[103] verstreuten Corporalschaften und war seinerseits gezwungen, ständig mit dem Obristen Ott Friedrich von Schönberg und der Regimentsleitung zu kommunizieren; das Regiment verteilte sich schließlich gemäß der Kreismatrikel über mehrere Territorien des Fränkischen Reichskreises. In der Grafschaft Hohenlohe quartierte zeitweilig eine weitere Kompanie aus diesem Regiment. Die weiträumige Streuung der Soldaten und deren Kontakt mit unterschiedlichen Quartiergebern gab genauso Anlaß zu Neidreaktionen wie Untertanen stets in gegenseitiger Mißgunst genau darauf schauten, wer von ihnen mehr oder weniger Lasten zu tragen hatte”.[104]

„Die Untertanen indes nutzten gleichwohl die Ordonnanzen als Grundlagen für ihre Beschwerden. In einer im Sommer 1628 eingereichten Supplik aus Münster im Amt Weikersheim wird erwähnt, daß die drei im Dorf einquartierten Reiter vom Kornett Sproty in Hohebach eine neue Ordonnanz des Obristen Schönberg gebracht hätten. In dieser Ordonnanz wurde bekräftigt, daß den Einquartierten Salz, Licht, Heu und Stroh nach Bedarf gegeben werden solle. Die Soldaten würden nun stündlich danach begehren und hätten ihre Gemeinde beim Kornett verunglimpfet. Auf diese Weise wird ein Streit zwischen den Untertanen zu Münster[105] und den dort einquartierten Reitern um deren Versorgung angedeutet, wie er regelmäßig vorkam. Es erscheint bemerkenswert, daß Auseinandersetzungen zwischen einquartierten Soldaten und lokaler Bevölkerung um die Auslegung der Ordonnanz geführt wurden.

In ihrer Supplik unterstrichen die Untertanen, daß sie den Soldaten stets ausreichend gegeben hätten und daß deren gegenteilige Behauptungen unwahr seien. Die Reiter hätten insbesondere großer Mengen Salz bedurft, um das Fleisch – erbeut[e]ter – Schafe und Lämmer zu konservieren. Zudem hätten die Einquartierten verbrauchte Lebensmittel wie Wein nicht bezahlt. Die Kosten dafür seien diesen von der wöchentlichen Geldlieferung abgezogen worden. Vor allem hätten die Soldaten in sieben Wochen über 1.000 Eier verzehrt, so daß nun im Ort kaum eines mehr zu haben sei. Trägern hätten sie ebenda Getreidesäcke und gebackenes Brot abgenommen und in ihre Quartiere getragen. Außerdem behinderten die Reiter die Ernte.

Deswegen baten die Untertanen zu Münster die Herrschaft, dem Kornett in Hohebach zu schreiben und ihn zu ersuchen, den bei ihnen logierenden Soldaten entsprechende Anweisungen zu erteilen: Die Supplikanten erhofften sich, das [sie] von dem Reütern umb den Ausstand köndten befriedigt, aller Ubermaß Unfueg, so geschicht in Gärten [...], abgewehrt, [...] künftige Unheyl möge verhüetet werden. Der in dieser Bittschrift ausgedrückte Wunsch ist also die Einhaltung der Ordonnanz. Was die Untertanen im einzelnen ansprachen, sind typische und oft vorkommende Exorbitantien gewesen. Nicht bezahlte oder übermäßig verlangte Lebensmittel und aus den Gemüse- und Obstgärten der Quartiergeber genommene Viktualien fanden Eingang in viele Suppliken”.[106]

“Die klare Abgrenzung zwischen ziviler und militärischer Gerichtsbarkeit wurde jedoch des öfteren sowohl unter dem Protest der einen oder anderen Seite als auch in beiderseitigem Einverständnis durchbrochen. So hatte etwa der Obrist Schönberg in seine bereits erwähnte Ordonnanz vom Sommer 1628 die Bestimmung aufgenommen, daß alle Strafverfolgung den hohenlohischen Beamten obläge. Wenn die Verfolgung von straffällig gewordenen Soldaten in den Händen der Offiziere lag, vermitteln die meisten Quellen aus den hohenlohischen Verwaltungsakten allerdings den Eindruck, daß die notwendigen Untersuchungen ohne Eifer vorangetrieben und verschleppt wurden”.[107]

Schönburg war allgemein als Hitzkopf[108] bekannt. 1628 untersagte ihm Maximilian I., sich bei Vermeidung der Ungnade in ein Duell mit Wolf Adam von Steinau einzulassen.

Das Verzeichnis der Unkosten des benachbarten Reichsdorfs Sennfeld[109] bei Schweinfurt hält für 1628 fest: [...] „haben wir Herrn Obrist Leutenant Emmerich von Metternich Schönbornischen [Schönburg; BW] Regiments 32 Wochen lang als baares Geld contribuiren müßen 704 fl“.[110]

„Der Würzburger Bischof [Ehrenberg; BW] hatte schon im August 1624 seinen protestantischen Untertanen reformatorische Schriften wegnehmen lassen. Im Zeichen der Rekatholisierung und ermutigt durch die militärischen Erfolge der katholischen Partei erließ er am 18./28. Februar 1628 sein Religions- und Reformationsmandat. Er setzte allen protestantischen Untertanen in seinem Herrschaftsbereich eine vierwöchige Frist, binnen derer sie zum katholischen Glauben zurückkehren müssten. Andernfalls hätten sie „… ihre güter fayl(zu)bieten, (zu) verkaufen und hinaus(zu)ziehen“. Mit der Durchführung der Rekatholisierung der protestantischen Gemeinden beauftragte er den Obristen Schönburg, dessen Truppen schon seit längerer Zeit (s. o.) im fränkischen Raum einquartiert lagen.

Die Kitzinger Archivalien berichten nichts über diese Vorgänge. Nur drei Urkunden insgesamt betreffen das Jahr 1628, davon sind zwei Beschwerden über das Militär. So hatte sich wieder einmal ein Schönburger Reiter unrühmlich hervor-getan. Hanns Kürlenz aus der Kompanie des Rittmeisters [Eberhard Zoege v.; BW] Manteufel hatte versucht, einen von Kitzingen kommenden Weintransport zu überfallen. Die Fuhrleute wehrten sich jedoch, so daß sich der Wegelage-rer im buchstäblichen Sinne einen blutigen Kopf holte. Unter ‚Anrechnung’ seiner Verletzungen beschlagnahmte der Untervogt als Gegenleistung für erwiesene ärztliche Versorgung seine Pistolen und entließ den Reiter wieder“.[111]

“Im April 1628 legte der kaiserliche Kommissar Johann Rudolf von Berken im Namen des Generals Wolf von Mansfeld und des Generalkommissars Ossa der Stadt Wimpfen[112] auf, zwei Kompanien des Reiterregiments [Rudolf Maximilian von Sachsen-; BW] Lauenburg innerhalb ihrer Mauern aufzunehmen. Etliche lauenburgische Reiter waren bereits vorher gewaltsam in die schon mit bayerischen Reitern des Regiments Courtenbach [Cortenbach; BW] belegten Wimpfener Dörfer eingedrungen. Weil der Reichsstadt 1622 im Übergabeakkord zugesichert worden war, daß sie nur mit bayerischen Truppen belegt würde, ließ [Heinrich von; BW] Metternich den Kommissar Berken auffordern, von der Einquartierung Abstand zu nehmen. Trotzdem zogen die kaiserlichen Reiter nicht ab und versuchten mehrmals, zur Nachtzeit die Stadtmauern von Wimpfen im Tal zu übersteigen. Die Bürgerschaft der Reichsstadt bat Metternich unter Berufung auf die pfälzische Schutz- und Schirmherrschaft um Hilfe, woraufhin die bayerische Garnison im Wimpfen verstärkt wurde. Nachdem wegen dieser Angelegenheit sowohl Metternich als auch die Wimpfener an Maximilian geschrieben hatten, befahl dieser dem Statthalter am 14.5., keine kaiserliche Einquartierung in Wimpfen zu gestatten und notfalls die dortige Garnison noch weiter zu verstärken.

Obwohl Metternich umgehend Mansfeld, Ossa und den Herzog von Lauenburg von diesem Befehl des bayerischen Kurfürsten in Kenntnis setzte, blieben die kaiserlichen Truppen um Wimpfen liegen und begannen sogar eine regelrechte Belagerung der Stadt. Auf Befehl des Herzogs von Lauenburg legten sich 70 Reiter vor den Stadttoren auf die Lauer, beschossen die Wachen an den Toren, hieben einige Wimpfener Untertanen, die auf den Feldern vor der Stadt arbeiteten, nieder und verwüsteten die Felder. Bei Gefechten zwischen ihnen und den bayerischen Garnisonssoldaten gab es auf beiden Seiten etliche Verwundete und zwei Tote. In der Stadt wurden bereits die Lebensmittel knapp. Alles deutete darauf hin, daß die kaiserlichen Truppen, die täglich Verstärkungen erhielten, Wimpfen mit Gewalt einnehmen wollten.

Der Herzog von Lauenburg lud den Syndikus und den Schultheißen von Wimpfen zu einer gütlichen Beilegung des Konflikts nach Heilbronn[113] ein. Als diese jedoch dort ankamen, wurden sie kurzerhand gefangengenommen und am 25.5. unter starker Bewachung nach Memmingen[114] zum General Mansfeld abgeführt.

Obwohl die benachbarten Reichsstädte, wie zum Beispiel Heilbronn, sich ebenfalls weigerten, Reiterei aufzunehmen, wurde ihnen von den Kaiserlichen nicht so zugesetzt. Wie Metternich nach München berichtete, lagen ihm Erkenntnisse vor, daß der Herzog von Lauenburg zu diesem Vorgehen von den Württembergern aufgehetzt worden sei, die der Stadt Wimpfen noch nicht verziehen hatten, daß sie sich im Jahr 1622 gleich zu Anfang des pfälzischen Feldzuges Tillys den Bayern ergeben und damit der protestantischen Sache schweren Schaden zugefügt hatte. Dafür wollte man sich jetzt an den Wimpfenern rächen und ihnen zu-gleich die Wertlosigkeit des bayerischen Schutzes, unter den sie sich gestellt hatten, vor Augen führen. Angesichts dieser Vorgänge unterstellte Maximilian Ende Mai 1628 die bayerischen Regimenter in Franken, Schwaben und am Oberrhein dem einheitlichen Kommando des Obersten Schönberg (in Franken), mit dem Metternich korrespondieren sollte. Der bayerische Kurfürst schrieb persönlich zweimal an den kaiserlichen Generalkommissar Ossa, der schließlich die Aufhebung der Blockade von Wimpfen veranlaßte, nachdem klargeworden war, daß Maximilian wegen dieser Stadt notfalls auch eine größere militärische Konfrontation mit den kaiserlichen Streitkräften in Kauf nehmen würde”.[115]

1629 war Schönburg im Fränkischen Reichskreis bei der Durchführung des Restitutionsedikts eingesetzt, z. B. in Tiefenstockheim.[116] Das galt auch für Marktsteft,[117] das Glaubensflüchtlinge aus Kitzingen aufgenommen hatte, bzw. für Obernbreit.[118]

Bitter vermerkt Morhard in seiner Haller[119] „Haus-Chronik“: „30. Decemb. 1630 ist der obrist Cronberger, nach dem er 2 1/2 jar im hällischen gebiet gelegen, von dem general Tylli neben dem Schönberger abgefordert“.[120]

Von 1631 datieren die „Acta, den Durchmarsch und die Einquartierung der 9 Kompagnien Cronenberg- und Schönebergischer Reiter im Amt Heldburg[121] und in der Zent Hildburghausen,[122] auch was deshalb an Kosten aufgewendet worden, nicht weniger das zwischen den Bauern zu Simmershausen[123] vorgelaufene Unwesen mit den Manteufflischen Reitern betr.“.[124]

Erst 1631 verließen die letzten Schönburg’schen Reiter diesen Teil Frankens. Truppen Schönburgs nahmen auch an der Belagerung und Zerstörung Magdeburgs[125] teil. Noch im August 1631 hatte Schönburg angenommen, dass Gustav II. Adolf nie mehr als ein paar Tagesstrecken herankomme und keine Schlacht riskieren werde.[126]

Schönburg fiel in der Schlacht bei Breitenfeld.[127] Sein Leichnam wurde nach Leipzig überführt und in der damaligen Barfüßerkirche beigesetzt.[128]

Noch 1651 wurde in einer Klage auf die Kosten Schönburg’scher Einquartierung verwiesen. „Wir drost und sämtliche von der ritterschaft ambts Sparenberg[129] urkunden und bekennen hiemit und in krafft dieses brieffes, alß in anno 1625 bei entsetzung der vestung Sparenberg ein Kayserlicher rittmeister vom Schönenbergischen regiment nahmens Schönenberg, welchem sein quartier gleich andern uff dem platten lande assignirt, sich mit seiner unterhabenden halben compagnie reuter uff das adliche hauß Wehrborg logirt und daselbst nich allein sechs wochen lang kostbarlich verpfleget worden, sondern auch graben und teiche außfischen, die kühe und ander rindtvieh abschlachten, fenster zerschlagen, kisten und kasten eröffnen und allen an victualien und haußgerath befundenen vorraht wegnehmen laßen, welche verpflegung und zugefügten schaden weilandt (“titull”) herr Johan Ledebur Kettler, drost zum Limberg,[130] uff fünftausent rthr. [...] taxirt und angeschlagen“.[131]

[1] Vgl. die Erwähnungen bei ENGERISSER, Von Kronach; die zurzeit beste kriegsgeschichtliche Darstellung.

[2] Vgl. die Erwähnungen bei HEUBEL bzw. HAPPE; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[3] WEBER, Aschhausen, S. 104.

[4] Frankenthal, HHSD V, S. 100ff.

[5] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2315, fol. 540 (Ausfertigung): Tilly an Maximilian I., Assenheim, 1622 XII 17.

[6] Heidelberg; HHSD VI, S. 302ff.

[7] Nach SCHÜTTE, Schloss, S. 98f., hatte Fr. V. wenig Wert auf eine wirkliche Verteidigungsfähigkeit gelegt. Einen guten Einblick vermittelt der im Kurpfälzischen Museum Heidelberg S 1302 vorhandene Kupferstich eines unbekannten Künstlers: »Wahre abbildung dern Fortification vnd Außwercken an der Churfl haupt vnd Residentz Statt Heydelberg, vnd wie dieselbige von General Tilly Belägert vnd eingenommen worden Anno 1622«; Kurpfälzischen Museum Heidelberg S 58982 (M. Merian): »Wahre Contrafactur«.

[8] WIRTH, Schicksale, S. 169; zit. in veränderter Form bei JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 144. FRITSCH, Tagbuch, S. 122, berichtet, dass es “ansehentliche Beutten an Gelt, Goldt vnnd Silber” gegeben habe.

[9] JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 143.

[10] VILLERMONT, Tilly Bd. 2, S. 263, Beilage Nr. 19.

[11] Frankfurt/M.; HHSD IV, S. 126ff.

[12] WIRTH, Gleichzeitige Berichte, S. 31; OPEL, Niedersächsisch-dänischer Krieg Bd. 1, S. 354. Vgl. den zeitgenössischen Bericht im THEATRUM EUROPAEUM Bd. 1, S. 645-648; zit. bei JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 143ff. KLOPP, Tilly Bd. 1, S. 157, bestreitet dagegen Gräueltaten in Heidelberg u. stellt auch die Plünderung in Frage. Nach WEISS, Friedrich V., S. 53, sei der freie Abzug nicht behindert worden.

[13] Sie waren zusammen mit Wahl, Obristleutnant in Tillys Leibregiment, in die Werrastädte Witzenhausen, Eschwege u. Allendorf gelegt worden; Schönburgs Leibkompanie (1 Kornett + 300 Reiter) lag v. Herbst 1623 bis Juni 1625 in Schmalkalden; GEISTHIRT, S. 36f.

[14] So waren 160.000 fl. Sold für 22 Monate ausgeblieben; den letzten Sold hatte man im Dez. 1621 erhalten. Nach DÜRR, Ehrenberg, S. 14, sollen (unter Berufung auf Staatsarchiv Würzburg Militärsachen 3105/150) 160.000 fl. im Herbst 1622 ausgezahlt worden sein. Anfang 1624 drohten Schönburg u. Wolf Dietrich Truchsess v. Wetzhausen Ehrenberg mit Plünderung; DÜRR, Ehrenberg, S. 23. Vgl. Staatsarchiv Würzburg Militärsachen 3105 (Ausfertigung): Truchsess v. Wetzhausen an Ehrenberg, Eschwege, 1624 VII 02; ders. an Tilly, Eschwege, 1624 VII 02. Die dann getroffene Regelung sah vor, dass beide Regimenter jeweils 1/3 des ihnen v. Okt. 1622 bis Sept. 1624 zustehenden Solds erhielten; DÜRR, Ehrenberg, S. 24f. DÜRR, Ehrenberg, S. 18: “Bezeichnend für Philipp Adolf war das Verhalten der Würzburger Abgeordneten auf den verschiedenen Ligatagen. Stets und ständig war Würzburg unter denen zu finden, die gegen Erhöhungen der Bundesbeiträge oder Auferlegung besonderer, notwendiger Sonderumlagen protestierten. Würzburg schlug sogar des öfteren vor, durch Beiziehung anderer, außenstehender Stände zu Abgaben, die Kontributionslasten der Ligastände zu verringern. Ein Vorschlag übrigens, der leicht vorzubringen und schwer durchzuführen war. So erreichte Würzburg durch seine unnötigen Oppositionen, daß es von willigen Ligamitgliedern, die eine Zustimmung der vorgebrachten Notwendigkeiten durchbringen wollten, meist mit Mißtrauen beobachtet wurde. Vor allem auf dem Ligatag, der im Frühjahr 1624 zu Augsburg stattfand, zeigte sich Würzburg den Ständen von dieser unangenehmen Seite. Die Abgeordneten Philipp Adolfs brachten an dieser Tagung eine Sonderschrift ein, in der der Bischof forderte, alle seine Landschäden, die das Stift durch den Krieg erlitten hatte, an der Bundesquote abziehen zu dürfen. Die Stände widersprachen und warfen Würzburg vor, ein schlechtes Vorbild für die anderen Ligamitglieder zu sein. Trotzdem ging Würzburg nicht von seinem Verlangen ab und nahm den Abschied nur unter Protest an. Obgleich nun Würzburg stets opponierte, wenn es galt Zahlungen zu bewilligen, bequemte es sich doch auch stets dazu, die von der Mehrheit beschlossenen Ligabeiträge zu bezahlen; dadurch aber wurde seine anfängliche Opposition noch nutzloser”.

[15] 6.8.1623: Niederlage Christians von Braunschweig-Wolfenbüttel gegen Tilly. Zwei Drittel von den 15.000 Mann Christians fielen oder gerieten in Gefangenschaft. Happes Zahlen [HAPPE; mdsz.thulb.uni-jena.de] sind weit übertrieben. Im weit verbreiteten Kupferstich „Warhafft vnd eigentlicher Bericht / was massen Hertzog Christian von Braunschweig Armada den 6. Augusti 1623. im Stifft Münster auffs Häupt erlegt“ (1623) [Germanisches Nationalmuseum Nürnberg HB 1780], ist allerdings von etlichen 1000 Toten und über 9.000 die Rede. Nach Tillys Bericht jedoch fielen an die 6.000 Mann oder waren geflohen, viele wurden aus Rache von den Kroaten abgeschlachtet: “300 [Dragoner] von der Art hat, wie ich glaube, unsere Truppe bei Stadtlohn wie Schweine abgeschlachtet, denn sie brauchen nicht so sehr geschont zu werden”, hieß es in Tillys Protokoll über die Schlacht bei Altenoythe. 4.000 wurden gefangen genommen, darunter fünfzig höhere Offiziere Christians und sein Verbündeter, Herzog Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar, dessen Allianz der Patrioten aller Stände die “deutsche Libertät” vor dem Dominat des Hauses Habsburg hatte retten sollen. Der kaiserliche Obristleutnant Ilow hatte Wilhelm einem Leutnant abgekauft und dem Kaiser übergeben lassen, die kaiserliche Belohnung betrug 1.200 Rt. Militärhistorisch muss der Hauptanteil am Sieg Gallas zugeschrieben werden. Die ligistischen Truppen hatten etwa 1.700 Mann verloren, während sechzehn Kanonen, darunter neue, von Moritz von Oranien entwickelte Modelle, und fast alle Munitionsvorräte, 85 Fahnen und zwei Silberwagen erbeutet werden konnten. Während der Flucht der Braunschweigischen war zudem einer der Pulverwagen explodiert, was das allgemeine Durcheinander nur noch verstärkt hatte. FLIEGER, Schlacht bei Stadtlohn; OER, Schlacht bei Stadtlohn. „Obwohl die Braunschweigischen Wind zum Vorteil und die Ligistischen denselben mit dem Rauch und Staub entgegen gehabt, sind doch nichts desto minder, als diese ernstlich darauf gesetzt, die Braunschweigi-schen, sonderlich das Fußvolk, so mehrenteils neu geworben und des Durcheinander Schießens in Feldschlachten noch nicht gewohnt gewesen, ungeachtet ihrer Obristen Bedrohen und Bitten, in Unordnung und nachgehend in eine allgemeine Flucht geraten, da es dann an ein jämmerlich Massakrieren und Metzeln gegangen, darinnen sich die Krabaten sonderlich mit ihren Säbeln gebraucht und weder alt noch jung verschont, also daß der Graf von Tilly selber endlich dadurch zu Mitleid bewegt worden, daß er mit Trompetenschall ausrufen lassen, mit weiterm Totschlagen aufzuhören und den Rest, was sich nicht in die Wälder, Morast und sonsten salviert, gefangen zu nehmen”. Nach dem Bericht eines bayr. Augenzeugen, zit. bei JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 159. Zur miserablen Behandlung der Gefangenen vgl. BEER, Teutsche Winter=Nächte, S. 614f.

[16] Stadtlohn [LK Ahaus]; HHSD III, S. 699f.

[17] OPEL, Niedersächsisch-dänischer Krieg Bd. 1, S. 448ff.; KHEVENHILLER, Annalen X, Sp. 190f.

[18] Dass Tillys exaltierte Marienverehrung wohl Ausdruck seiner sublimierten Sexualität war (vgl. SRAVAMIS), dürfte kaum widerlegbar sein.

[19] Wie Christian seine eigenen Verbündeten u. Gegner einschätzte, zeigt die grobianische Schimpfartistik seiner Tischgespräche, zit. bei RITTER, Geschichte Bd. 3, S. 243, Anm. 3. Jakob I. war „der alte Hosenscheißer, der alte englische Bettschiffer, der größte Cujon der Welt“; seine Tochter Elisabeth sei „mehr wert in ihrem Exkrement“ als ihr Vater. Die tiefreligiöse spanische Infantin nannte er eine Nonne u. alte Vettel.

[20] WERTHEIM, Der tolle Halberstädter Bd. 1, S. 95.

[21] Dargestellt wurde die Schlacht v. dem bekannten, in habsburg. Diensten stehenden Schlachtenmaler Peeter Snayers, der als “Kriegsberichterstatter” an den Feldzügen Bucquoys u. Piccolominis teilnahm. Seine Gemälde »Einnahme v. Pisek, Beschießung v. Pressburg, Heer Bucquoys vor Wien, Einnahme v. Horn« (vgl. BUßMANN; SCHILLING, 1648 Bd. 1, S. 98ff.) befinden sich zusammen mit einem Portrait Bucquoys in der Harrach’schen Gemäldegalerie auf Schloss Rohrau (Niederösterreich). Das Gemälde »Schlacht bei Stadtlohn« (Museé des Arts, Bruxelles, Inv. Nr. 1834; LAHRKAMP, Dreißigjähriger Krieg, S. 68) gibt die Geländebeschaffenheit nicht unbedingt getreu wieder u. vereinigt wie schon in der »Schlacht am Weißen Berg« (Bayerische Staatsgemäldesammlung München; LAHRKAMP, Dreißigjähriger Krieg, S. 50-51) verschiedene Phasen der Schlacht, zeigt jedoch auch die Veränderung der ehemals quadratischen »Tercios« zu den mehr flachen, langgestreckten Tercios, die den in den protest. Armeen üblichen Bataillonen glichen. Abgebildet im THEATRUM EUROPAEUM Bd. 1, S. 746-747; vgl. »Warhafft vnd eigentlicher Bericht« (Germanisches Nationalmuseum HB 1780; LAHRKAMP, Dreißigjähriger Krieg, S. 68 – augenscheinlich seitenverkehrt) mit der Schlachtaufstellung einzelner Verbände; bzw. »Warhaffte beschreibung« [IZF 796] u. »Warhafftige vnd glaubwürdige Zeitung« [IZF 798].

[22] WASSENBERG, FLorus, S. 74: „Allhier in diesem § ist erstlich ganz irrig / daß die von Lingen oder Groll einen Mann bey dem Treffen gehabt / zum andern ist vielweniger wahr / daß der Graff Tilly nur 5000. Mann starck / sondern ist wohl sicherlich / daß wir vber 35000. Mann starck gewesen / kan aber wohl seyn / daß nicht auff einmal 5000. Mann zum Treffen kommen. Zum dritten / seynd nicht vber 2000 geblieben / aber wohl 9000. gefangen worden / vnter denen Gefangenen ist kein Graff von Löwenstein / vnd auch kein Graff von Schlick gewesen / vnd kann ich vor diesem Treffen vnd allen Vmbständen besser als einer reden / weil ich von vielgemelten General Tilly nach dem Herzog auß Bayern geschicket worden / vom ganzen Verlauf ordentliche Relation zuthun“. Nach dem Bericht eines Augenzeugen bei BEER, Teutsche Winter=Nächte, S. 613: „Er (Tilly) war lang nicht so stark wie wir, und weil ein unsriger Obrist, wie man sagte, unter dem Hütlein spielte, auch mit dem Feind in guter Bekanntschaft stund, wurden am hellen Tage, innerhalb zwei kurzen Stunden, unser siebentausend bei Iserlohn [Stadtlohn] in Westfalen geschlagen und die andern in die Flucht getrieben“.

[23] Staatsarchiv Bamberg C 48/95: „Abschrift des General Tilly Schreiben an H. Bischofen zu Bamberg, Stadtlohn“, 1623 VIII 07; ident. mit dem beiliegenden Schreiben Tilly. an Johann Georg I. v. Sachsen. Ein Bericht aus Kassel, 1623 VIII 20 (C 48/95) spricht dagegen v. nicht mehr als 1.400 Toten u. 2.000 Gefangenen. Vgl. den Bericht aus Köln, 1623 VIII 10.

[24] Staatsarchiv Bamberg C 48/95 (Abschrift): »Ganz vertrauliche Aviso«, Stadtlohn, 1623 VII 29 (a. St.): Wilhelm IV. v. Sachsen-Weimar berichtete, man habe ihm in den rechten Arm u. die Seite geschossen u. gefangen genommen; nach einem Bericht aus Köthen, 1623 VIII 10 (a. St.), sei Bernhard v. Sachsen-Weimar nicht auf dem Schlachtfeld geblieben, sein Aufenthaltsort sei jedoch unbekannt. Nach der Schlacht wurde Wilhelm IV. zusammen mit Friedrich v. Sachsen-Altenburg im November (nach LAHRKAMP, Münsters Rolle, S. 39, bis Jan. 1624 ? in Münster festgehalten; dagegen nach KUPFER, Forchheim, S. 63, 2 Tage lang Rast gehalten) in Wien Ferdinand II. übergeben, in Haft gehalten (vgl. C 48/99, die Gefangenschaft Friedrich Wilhelms in Wien betreffend) u. Weihnachten 1624 wieder entlassen, während die Herzöge Bernhard, Johann Ernst u. Johann Friedrich nach den Generalstaaten hatten entkommen können. Nach KOHL, Westfälische Geschichte, S. 545, sollen die gefangenen Offiziere bis nach Neumarkt (Steiermark) gebracht worden sein, um dort interniert zu werden.

[25] PATZE; SCHLESINGER, Geschichte Thüringens Bd. 6, 1. Teil, 1. Teilband, S. 113f.

[26] Münster; HHSD III, S. 537ff.

[27] LAHRKAMP, Münsters Rolle, S. 38.

[28] OPEL, Niedersächsisch-dänischer Krieg Bd. 1S. 543.

[29] GEISTHIRT, Historia Schmalcaldica, S. 36f.; Schmalkalden [Kr. Schmalkalden]; HHSD IX, S. 387ff.

[30] WAGNER, Pforr, S. 97.

[31] Hergest(-Hallenberg), OT von Steinbach-Hallenberg (Thür.)

[32] WAGNER, Pforr, S. 97.

[33] Diplom im Österreichischen Staatsarchiv Wien AVA VB 12492.

[34] Doppeltaft = dichtes, starkes Seidenzeug.

[35] WAGNER, Pforr, S. 98.

[36] Hannover; HHSD II, S. 197ff.

[37] Hameln; HHSD II, S. 192ff.

[38] [Bad] Münder am Deister [Kr. Springe]; HHSD II, S. 27f.

[39] Springe; HHSD II, S. 430ff. Die Stadt liegt an der sogenannten Deisterpforte, einem flachen Talpass zwischen den südlichen Aus-läufern des Deisters und dem Kleinen Deister. In der Deisterpforte entspringt der Fluss Haller, der ihr ihren mittelalterlichen Namen „Hallerspring“ gab.

[40] Völksen, heute Ortsteil von Springe.

[41] Calenberg [Kr. Springe]; HHSD II, S. 91ff.

[42] Pattensen [Kr. Springe]; HHSD II, S. 376f.

[43] JÜRGENS, Chronik, S. 365f. JÜRGENS datiert nach dem alten Stil.

[44] FORST, Korrespondenz, Nr. 130, S. 109: Aldenhoven an F. W. v. Wartenberg, Köln, 1625 XI 23; Diepholz [Kr. Grafschaft Diepholz]; HHSD II, S. 114f.

[45] Am 27.10.1625 war F. W. v. Wartenberg zum Bischof postuliert worden, trotz der Bemühungen Dänemarks u. Ferdinands II., die das Stift für ihre Söhne beanspruchten. Wartenberg selbst war wie Maximilian u. Kurfürst Ferdinand über die Postulation nicht gerade erfreut gewesen; FORST, Korrespondenz, Nr. 128, S. 105: „Der herr hatt mir die Martinßganß wohl versaltzen und gar verderbt; ich kan mirs noch auf diese stund nit imaginiren, und wans der herr nit mit beilagen von Osnabrug selben confirmirt, hett ichs je noch so viel nit geglaubt“. Wartenberg an Aldenhoven, Kirbach, 1625 XI 12.

[46] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.

[47] HEILMANN, Kriegsgeschichte Bd. 2, S. 184. Dankschreiben gingen an Lintelo, J. L. v. Fürstenberg, Schönburg, Cortenbach, Cronberg, Graf Spaur, Hans Ernst v. Vizthum v. Eckstädt; BA NF II/2, Nr. 136, S. 456 (Max. an Tilly, 1625 XII 02).

[48] Escherde: Groß und Klein Escherde, Ortsteile der Gemeinde Nordstemmen [LK Hildesheim].

[49] Erichsburg [Gem. Hunnesrück, Kr. Einbeck]; HHSD II, S. 141.

[50] Poppenburg [Kr. Alfeld]; HHSD II, S. 384.

[51] Rössing, Ortsteil der Gem. Nordstemmen [LK Hildesheim].

[52] Göttingen; HHSD II, S. 178ff.

[53] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[54] JÜRGENS, Chronik, S. 420f. Jürgens datiert nach dem alten Stil.

[55] Hann. Münden; HHSD II, S. 333f.

[56] Allendorf; HHSD IV, S. 33f. [unter Bad Sooden-Allendorf (Kr. Witzenhausen)].

[57] Witzenhausen; HHSD IV, S. 478f.

[58] Osterode; HHSD II, S. 370ff.

[59] Bericht des Osteroder Chronisten Heinrich Wendt (1605-1683; 1635 Stadtschreiber u. Syndikus, 1647 Bürgermeister v. Osterode u. Autor der „Chronica oder Zeytbuch vnd Wahrhafftige Beschreibung der Löblichen Stadt Osteroda“, 1635-1680 verfasst), S. 404ff. Ausführlich dargestellt bei KOSSERT, Eroberung.

[60] Wetterau; HHSD IV, S. 457ff.

[61] Kitzingen; HHSD VII, S. 357ff.

[62] Schweinfurt; HHSD VII, S. 686ff.

[63] Etwashausen, heute Ortsteil von Kitzingen.

[64] Schlüsselfeld [LK Bamberg].

[65] Rödelsee [LK Kitzingen]. Nach Einführung der Reformation durch die Markgrafen von Ansbach waren alle Bewohner evangelisch. Um 1600 waren das Hochstift Würzburg, die Abtei Ebrach, die Grafen zu Castell-Rüdenhausen und die späteren Freiherren von Crailsheim Ortsherren. Ab 1627 begannen das Hochstift Würzburg und Kloster Ebrach mit der Durchsetzung der Gegenreforma-tion.

[66] Nürnberg; HHSD VII, S. 530ff.

[67] Würzburg; HHSD VII, S. 837ff.

[68] angetroffen

[69] HOCK, Kitzingen, S. 55f.

[70] Sachsenburg [Kr. Hainichen]; HHSD VIII, S. 312f.

[71] Sangerhausen [Kr. Sangerhausen]; HHSD XI, S. 409f.

[72] Schwarzburg [Kr. Rudolstadt]; HHSD IX, S. 395ff.

[73] Christian Günther I. Graf zu Schwarzburg-Hohenstein (11.5.1578-25.11.1642)]

[74] Weißensee [Kr. Weißensee]; HHSD IX, S. 487ff.

[75] Creußen unter Clingen [Kr. Sondershausen]; HHSD IX, S. 69f.

[76] Clingen [Kr. Sondershausen]; HHSD IX, S. 69f.

[77] http://www.mdsz.thulb.uni-jena.de: HAPPE I 111 r – 111 v.

[78] Staßfurt [Kr. Calbe/Staßfurt]; HHSD XI, S. 443ff.

[79] WINTER, Möser, S. 18.

[80] Sennfeld; unter Gochsheim; HHSD VII, S. 239.

[81] WEBER, Gochsheim, S. 200.

[82] STEFFEN, Wiltheim, S. 84.

[83] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2367, fol. 595 (Ausfertigung): Tilly an Maximilian, Angerstein [Augenstein ?], 1626 VIII 08.

[84] HEILMANN, Kriegeschichte Bd. 2, S. 1117, Anm.

[85] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2383, fol. 612 (Ausfertigung): Tilly an Maximilian I., Güstrow, 1629 VI 23.

[86] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2397, fol. 388f. (Ausfertigung): Ruepp an Maximilian I., Brandenburg, 1631 IV 03.

[87] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2395, fol. 169 (Ausfertigung): T. an Maximilian I., Fürstenwalde, 1631 II 16.

[88] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Dreißigjähriger Krieg Akten 128/II (Konzept): Tilly an Eynatten bzw. an Schönburg, Schriesheim, 1622 VII 06.

[89] Sommerhausen [LK Würzburg]; HHSD VII, S. 701f.

[90] Winterhausen [LK Eibelstadt].

[91] Obereisenheim bei Volkach [LK Kitzingen]; HHSD VII, S. 776f.

[92] Fürstliches Hausarchiv Castell VI b/14; SPERL, Castell, S. 276.

[93] STEIFF;MEHRING, Geschichtliche Lieder, S. 514ff.; Schwäbisch Hall [LK Schwäbisch Hall]; HHSD VI, S. 723ff.

[94] Gochsheim [LK Schweinfurt] ; HHSD VII, S. 239.

[95] Schweinfurt; HHSD VII, S. 686ff.

[96] WEBER, Gochsheim, S. 197.

[97] Hollenbach [Gem. Mulfingen, Hohenlohekr.]; HHSD VI, 357.

[98] Weikersheim [Main-Tauber-Kr.]; HHSD VI, S. 860ff.

[99] KLEINEHAGENBROCK, Hohenlohe, S. 112.

[100] Hohebach [Gem. Dörzbach, Hohenlohekr.]; HHSD VI, S. 347.

[101] Kirchberg an der Jagst [LK Schwäbisch Hall]; HHSD VI, S. 400f.

[102] Langenburg [LK Schwäbisch Hall]; HHSD VI, S. 448f.

[103] Schillingsfürst [LK Ansbach].

[104] KLEINEHAGENBROCK, Hohenlohe, S. 113.

[105] Münster, heute Ortsteil von Creglingen [Main-Tauber-Kreis].

[106] KLEINEHAGENBROCK, Hohenlohe, S. 119f.

[107] KLEINEHAGENBROCK, Hohenlohe, S. 121.

[108] DAMBOER, Söldnerkapitalismus, S. 292.

[109] Sennfeld; unter Gochsheim; HHSD VII, S. 239.

[110] WEBER, Gochsheim, S. 200.

[111] Hock, Kitzingen, S. 57f.

[112] [Bad] Wimpfen [LK Heilbronn]; HHSD VI, S. 51f.

[113] Heilbronn [Stadtkr.]; HHSD VI, S. 315ff.

[114] Memmingen; HHSD VII, S. 439ff.

[115] MAIER, Unterpfalz, S. 88f.

[116] Tiefenstockheim, heute Ortsteil von Seinsheim [LK Kitzingen].

[117] Marktsteft [LK Kitzingen]; HHSD VII, S. 431f.

[118] Obernbreit [LK Kitzingen].

[119] Schwäbisch Hall [LK Schwäbisch Hall]; HHSD VI, S. 723ff.

[120] MORHARD, Haller Haus-Chronik, S. 136.

[121] Heldburg [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, 192f.

[122] Hildburghausen [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 198ff.

[123] Simmershausen [LK Hildburghausen].

[124] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 411230, Nr. 2412.

[125] Magdeburg; HHSD XI, S. 288ff.

[126] Staatsarchiv Bamberg 48/127 (Ausfertigung): Schönburg an Bischof v. Bamberg, Tangermünde, 1631 VIII 10. OMPTEDA, Kronberg, S. 524: Cronberg an seine Gattin Marie Sidonie v. Daun, Feldlager vor Tangermünde, 1631 VIII 07: „haben allezeitt gehoft, der feint werde uns eine gutte occasion machen, er hat aber schlechten lust darzu; weiss gott wasz weiters worden wirt und seint mihr gewiz resolvirt, ihm nicht zue weichen; er ist aber ein tax und verlassett seine höllen nicht“.

[127] HEILMANN, Kriegsgeschichte Bd. 2, S. 284; LAHRKAMP, Kriegsvolk, S. 133. Vgl. die Erwähnungen bei RUDERT, Kämpfe.

[128] RUDERT, Kämpfe, S. 78.

[129] Sparrenburg [Stadt Bielefeld]; HHSD III, S. 73.

[130] Limberg, Burg [Gem. Holzhausen, LK Lübbecke]; HHSD III, S. 464.

[131] SCHÜTTE, Dreißigjähriger Krieg, S. 249, die noch 1651 ergangene Klage wegen Ersetzung v. Einquartierungsschäden v. 1625 auf dem Rittergut Sparrenberg (bei Bielefeld).

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October 31, 2010 in Miniaturen
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