Rantzau [Rantzow], Josias von

Rantzau [Rantzow], Josias von; Generalleutnant [18.10.1609 Bothkamp – 14.9.1650 in Paris] Mit dreizehn Jahren lief Rantzau, Herr auf Bothkamp,[1] ein Adliger aus Holstein, seinen Eltern davon und schlug sich auf den Schlachtfeldern Europas nacheinander in oranischen, dänischen, kaiserlichen, schwedischen und kaiserlichen Diensten – er nahm hier als Hauptmann an der berüchtigten Plünderung Mantuas teil – durch. Er wurde schwedischer Obrist, dann Generalmajor über die Rheingräfliche Armee und später französischer Generalleutnant.

„Am 30. Juli [a. St. 1627; BW] kapitulierte auch die von dem Obristen Josias Rantzau immerhin zwei Wochen verteidigte Stadt Troppau[2] vor Wallenstein.[3] Die aus Kosel[4] geflohene Reiterei, die auf ihrem weiteren Weg ganz in die Nähe Troppaus gekommen war, hatte in den Kampf um die Stadt nicht eingegriffen“.[5]

„Im Auftrage von Baudissin, der bei Linz[6] 8 000 Mann gesammelt hatte, richtete General-Proviantmeister Leonhard von Steinbach am 7. Dezember 1632 an die Stadt Andernach[7] die Aufforderung zur Übergabe, wobei er den Bewohnern die Belassung ihrer Religion und der alten Privilegien versprach (Staatsarchiv Koblenz, Akten Kurköln, Bd. II, S. 251). Da die Stadt die Verhandlungen hinzog, beschoß Oberst Hans=Christoph v. Burgsdorf Andernach mit sechs Geschützen, eroberte die Stadt in der Nacht vom 16. zum 17. November und überließ die Stadt und das Minoritenkloster den Soldaten zur Plünderung. Am 20. November wandte sich der Stadtrat an seinen Landesherrn, den Kurfürsten von Köln,[8] um Hilfe, da Baudissin 4 000 Reichstaler in barem Geld und 8 000 Reichstaler in Wechseln gefordert hatte. Um die Bezahlung zu erzwingen, ließ Oberst Josias von Rantzau 12 Bürger ins Hauptquartier nach Linz und über Lahnstein[9] und Bingen[10] nach Hanau[11] bringen. Erst als mit Hilfe des Kaufmanns Lucas Pottgießer in Köln[12] die 4 000 Reichstaler zur Entschädigung herbeigeschafft worden waren, wurden die Geiseln im April 1633 freigegeben“.[13]

„Die schwedische Armee zog sich nun zurück nach Bopfingen,[14] wobei die Nachhut, diesmal von den Truppen Horns gebildet, hart von zwei verfolgenden Kürassierabteilungen unter Generalwachtmeister Werth[15] und Feldmarschall Piccolomini[16] bedrängt wurde. Diese griffen erst kurz vor Bopfingen an, konnten jedoch zurückgeschlagen werden. Am 25. August [1634; BW] kamen schließlich noch der württembergische Obrist Philipp von Liebenstein mit zwei Regimentern württembergischen Landvolks beim schwedischen Hauptheer an, weiterhin das Regiment des Holsteiners Josias Rantzau sowie der Generalmajor Bernhard Schafelitzky mit zwei Regimentern zu Roß und einem zu Fuß. Am selben Tag traf ein dringliches Schreiben des Nördlinger[17] Magistrats im protestantischen Lager ein, welches die Notlage der Stadt nochmals unterstrich, auch die Verzagtheit, die der Abzug der schwedischen Truppen bei den Verteidigern hinterlassen hatte. Feldmarschall Horn beschloß deshalb, trotz gegenteiligen Anratens durch den Generalmajor Johann Vitzthum von Eckstädt, die Armee im derzeitigen Posten bei Bopfingen zu belassen und die Verteidiger nicht durch einen Rückzug noch mehr zu verunsichern. (Ebd. S. 523).

Die Besatzung Nördlingens versuchte sich nach Kräften zu wehren. Am Abend des 27.8. machten die Belagerten einen Ausfall durch das Reimlinger Tor, zerstörte[n] die Batterien und kehrte[n] mit einigen Gefangenen und erbeuteten Sturmleitern wieder zurück. Am 26.8. versuchte man die Schanzkörbe der Belagerer zwischen den beiden Basteien in Brand zu stecken, welche aber, weil sie noch ziemlich feucht und grün waren, nicht brennen wollten. Am 29.8. begannen die Belagerer eine Mine zur Sprengung der Contregarde des Grabens anzulegen. Die Besatzung fiel jedoch aus und zündete die Kießling’sche Batterie zwischen dem Reimlinger und dem Deininger Tor an, ‚welche von starckem holzwerck mit sechs kasten gemachet, von dergleichen Größe, das sechs Canons raum darauf gehabt; Jagte die Keyserliche aus ihren dabey gemachten lauffgräben vnd lies dieses werck gantz in brand stecken: Dabey etliche vom Feinde todt geblieben vnd vier gefangen in die Stadt gebracht worden‘. (ebd. S. 527). An dieser Stelle sieht man deutlich, daß der schwedische Historiograph Bogislav Philipp von Chemnitz, im Gegensatz zum Theatrum Europaeum[18] und Khevenhiller, welche oft aus Relationen und Avisen schöpften, seine Quellen nahezu ausschließlich in den Originalkorrespondenzen der handelnden Personen suchte. Zu diesen Vorgängen schrieb der Kommandant Debitz[19] nämlich am 19./ 29.8. an Herzog Bernhard:[20] ‚E. F. G. berichte ich hiemit inn unterthänigkeit, das, nachdeme der feindt sich je länger je mehr gegen den stadtgraben gesencket, ich gestern zu nachts uff eines seiner werck zwischen beyden pasteien aussgefallen, inn meinung selbiges zu ruinieren undt im brandt zu stecken, weiln aber die schanzkörb und anderer holzwerck noch etwas grün gewesen, hat es nicht völlige würckung thun wollen. Gleich aber jezo [29.8.], nachmittags 3 Uhr, habe ich auff ein ander baterie zwischen der Reimlinger und Deiniger pforten, welche von starcken holzwerck mit 6 kästen gemacht war, worauff der feindt 6 canonen bringen können, abermals einen ausfall gethan, sie auss ihren darbey gemachten lauffgräben jagen, und dieses werck ganz im brandt stecken lassen, dabey auch etzliche der seinigen todt blieben, undt 4 gefangene hereingebracht worden, die sagen aus, dass es bei ihnen schlecht hergehe. Sie weren gleichsamb desperat und wusten nicht, was sie thun solten. Die noth sey bey ihnen so gross, das täglich das volck zerstreut und partheyenweiss aussliefe, und manchmal wenig volck sich im läger befinde. Das Fuggerische regiment sey sehr schwach undt die sterckiste compagnia [nicht] über 30 mann, auch unter den [Hans Heinrich v.; BW] Reinachischen regiment die compagnien theils über 20 undt 30 mann nicht starck, der anderen regimente zu geschweigen, mit denen ess noch schlechter bestelt were. Ihre grösseste hoffnung sezeten sie uff das Spanische volck, das solte inner 3 tagen gewiss zu ihnen stossen […] E. F. G. unterthenig gehorsamber Erhardt Debiz m. p.‘ (Skrifter II Bd. 7, S. 233f.).

Zur Übermittlung dieser Botschaft wurde der Bote Adam Weckerlin erneut in das in das feindliche Lager geschickt. Weil er zu lange ausblieb, wurde ihm ein anderer Bote nachgeschickt, der jedoch in die Hände der Kroaten geriet, die ihm die Zunge herausrissen und ihn im Angesicht der Stadt aufhängten. Weckerlin hatte man etliche Tage im schwedischen Lager aufgehalten, um ihm konkretere Nachrichten über den Verbleib des Feldmarschalls Cratz und des Rheingrafen Otto Ludwig mit auf den Weg geben zu können.

Am 2. September kam der Kardinalinfant Don Fernando de Austria, der Bruder Philipps IV. von Spanien und Cousin des böhmischen Königs und späteren Kaisers Ferdinand III., von Donauwörth kommend, mit einer berittenen Vorhut bei Nördlingen an (die restliche spanische Kavallerie und die gesamte Infanterie trafen erst am folgenden Tag im Lager ein). Die ‚spanische‘ Armee des Kardinal-Infanten war in Italien geworben worden und bestand zum großen Teil aus italienischen Truppen und einigen spanischen Eliteregimentern. Die Offiziere und Befehlshaber waren teils Spanier, teils italienische Adelige. Khevenhiller sowie die Flugschrift ‚Verlauff unnd aussführliches Particular‘ (Khevenhiller XII, S. 1212 und Rystad/Kriegsnachrichten, S. 56) sprechen von einer Streitmacht von 20.000 (4000 zu Roß und 16.000 zu Fuß), jedoch ist diese Zahl angesichts der Tatsache, daß die Gesamtstärke des verbündeten katholischen Heeres bei der folgenden Schlacht insgesamt etwa 35.000-38.000 Mann betrug, bedeutend zu hoch gegriffen. Der Chronist revidiert sich auch später und beziffert die Stärke der spanischen Hilfstruppen realistisch mit 3000 Mann und 12000 Mann zu Fuß, was nach dem ‚grundtlichen vnd aussführlichen Bericht etc.‘ mit der Stärke der kaiserlich-bayerischen Armee von etwa 22.000 Mann und der spanischen Armee von 16.000 Mann korrespondiert.

Selbst die letztere Zahl läßt allerdings die Meinung Horns, der dazu geraten hatte, die Schlacht am Morgen des 24. August nicht anzunehmen, weil ‚man über einen bösen Pas zum Feinde, der alle Vortheil inne hette, filiren[21] müssen‘ in einem zunehmend unverständlichen Licht erscheinen. Herzog Bernhard, dem man später die Schuld an der folgenden Niederlage wegen seines übereilten und unüberlegten Vorgehen fast ausnahmslos zumessen wollte, hatte zu diesem Zeitpunkt, als die spanische Verstärkung noch nicht eingetroffen war, unbedingt dazu geraten, ‚daß man den Feind angreiffen, und mit demselben schlagen solte, da Johan de Wert noch nicht wieder zurücke, auch der Feind ohne das sehr schwach‘ sei (Chemnitz II, S. 522). Tatsächlich waren Werth und Strozzi bereits am 23.8. wieder bei der Hauptarmee, trotzdem waren die Chancen der schwedisch-weimarischen Truppe zu diesem Zeitpunkt um ein Vielfaches besser als nach dem Eintreffen der spanischen Hilfstruppen.

Die Belagerung der Stadt ging auch am 2. September unvermindert weiter. 1500 Kanonenschüsse und 450 Mörserwürfe wurden auf Mauern und Stadt abgegeben. An diesem Tag kehrte auch der Bote Weckerlin zurück, mit der Nachricht, daß die Schwedischen die Ankunft des Rheingrafen Otto Ludwig innerhalb von 2 Tagen erwarteten und dann die Stadt ohne Zögern entsetzt werden sollte. Zum Zeichen der Ankunft des Boten wurden auf dem Kirchturm Signalfeuer angezündet, welche von schwedischer Seite mit zwei Kanonenschüssen beantwortet wurden. Durch wiederholtes Anfachen der Feuer signalisierten die Nördlinger aber auch, daß die Unterstützung sofort erfolgen mußte und mit dem Anzug der Armee keinen Augenblick mehr gezögert werden durfte, sollte die Stadt nicht verloren gehen.

Am 3.9. fingen die Belagerer bereits um 4 Uhr morgens mit der Beschießung an. Die Breschen zwischen dem Reinlinger und dem Berger Tor waren mittlerweile so weit, daß 2 Wagen nebeneinander durchfahren konnten. Das Feuer wurde gegen 11 Uhr eingestellt und man erwartete nun allgemein den Generalsturm. Dieser blieb jedoch aus, weil der König und der Kardinalinfant beim vereinigten katholischen Heer, zuerst bei den Kaiserlichen, dann bei den Bayern Generalmusterung hielt[en], wobei bei den kaiserlich-ligistischen Völkern zuerst die Reiterei, danach die Musketiere und auch die Artillerie in der Reihenfolge ihrer Musterung eine Salve schossen. Man begab sich hierauf in das Lager der spanischen Armee, die eben an diesem Tage gegen 10 Uhr vormittags eingetroffen war, wo man ebenfalls mit einer 3maligen Salve begrüßt wurde. (Kurtze eylfertige Relation etc. b. Rystad, S. 56, und Khevenhiller XII, S. 212). Im schwedischen Lager vermutete man bereits, daß wegen der nun eingetretenen Feuerpause die Stadt bereits übergegangen sei oder man in Verhandlungen dazu stünde und drängte vehement zum Aufbruch (Chemnitz II, S. 528). An diesem Tag traf auch Herzog Karl IV. von Lothringen[22] bei der katholischen Armee ein, welcher nachfolgend am 5. September durch den Kriegskommissar Herrn von Raitenau den bayerisch-ligistischen Truppen als Generalleutnant und Oberbefehlshaber vorgestellt wurde, und damit den vorübergehend mit dieser Stelle betrauten Ottheinrich Fugger[23] ablöste.

Am 4. September, gegen 3 Uhr nachmittags, erfolgte der Hauptangriff auf Nördlingen. Den ersten Anlauf machten 1500 Mann am Berger Tor, woraufhin der Sturm auf die Breschen zwischen Berger und Reimlinger Tor vorgenommen wurde. Die Sturmkolonnen versuchten sich unter starkem Feuerschutz den Breschen zu nähern, konnten diese allerdings nach der Aussage Khevenhillers mit den mitgeführten Sturmleitern nicht erreichen, weil die Zwingermauern im Graben, welche die Belagerer nicht mit den Geschützen bestreichen konnten, sie daran hinderten. Zu diesem Sturm wurden sogar 150 Kürassiere zu Fuß verwendet, ‚welche Herr Feldmarschalck Piccolomini auss sonderen muth abzusteigen vnd anzurennen comandirt‘ (Grundtlicher und aussführlicher Bericht etc.). Beim Betreten des Grabens wurden die Stürmenden jedesmal mit Geschütz- und Musketensalven empfangen, wobei viele von ihnen getötet wurden. Insgesamt 7 mal stürmten die Angreifer über einen Zeitraum von 5 Stunden gegen die Mauern, von den Offizieren aufs Äußerste dazu angetrieben, bis die Dunkelheit ihnen Einhalt gebot. Große Einbußen an Offizieren und Gemeinen erlitt das Regiment des bayerischen Generalkommissärs Johann Christoph Freiherr von Ruepp. Einer Abteilung des bayerischen Fußregiments Pappenheim war es gelungen, den Deiningerturm zu ersteigen. Als man dies in der Stadt vom Kirchturm aus bemerkte, eilte der Stadthauptmann Welsch mit einigen eilig zusammengerufenen Bürgern dorthin, ließ die Türen aufhauen, und als man keine Möglichkeit sah, den Bayern beizukommen, Feuer hineinlegen. Viele Soldaten, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, versuchten sich in die Fensteröffnungen des Turms zu retten, ‚von wo sie halbverbrannt herabfielen‘. ‚Und obwohl der Graben soviel als nichts gefüllt und die Bresche noch ziemlich hoch, daß man ohne Leitern nicht beikommen konnte, geschossen gewesen, hat man doch mit solcher Furie und Ernst angesetzt, und sonderlich das Pappenheimische seinen Valor dermaßen erzeigt, daß sie zwar einen Turm und die Mauer allbereits erstiegen und daselbst Posto genommen gehabt, weil aber auf der kaiserlichen Seite der Marchese [Francesco Caretto] di Grana [kaiserlicher Feldzeugmeister, also General über die Artillerie] etwas zu spät sekundirt, sind sie mit Schaden wieder ab- und zurückgetrieben worden. Darüber dann in die 500 Mann und darunter 2 Hauptleute todt geblieben und verwundet worden‘. (Heilmann II, S. 486).

Der Garnison und der Bürgerschaft gelang es durch Entschlossenheit und Mut diesen Tag zu überstehen, der die Angreifer zwischen 600 und 800 Mann an Toten kostete, darunter die Hauptleute Dietmar von Zinzendorf und Sednitzky, der Oberst Anton Webel wurde hart verwundet (Khevenhiller XII, S. 1213). Die Not der Bevölkerung war, wie Gundelfinger berichtet, zu diesem Zeitpunkt aufs Äußerste gestiegen: ‚Hungernde Weiber stürzten sich über die entkleideten Leichname her, schnitten ihnen Stücke Fleisch aus dem Leibe, und kochten und brateten es zu Hause, um es mit ihren unglücklichen Kindern zu verschlingen‘. Die katastrophale Verpflegungssituation betraf jedoch nach wie vor die in großer Anzahl in die Stadt geflüchteten und nahezu mittellosen Bauern und Bewohner der Nördlinger Umgegend mit ihren Familien. Die Not der Nördlinger Bürger war zu diesem Zeitpunkt noch vergleichsweise erträglich. Nachdem die Beschießung am 5.9. weiter fortgesetzt wurde, schickte der General Gallas einen Parlamentär in die Stadt und bot den Bürgern im Falle einer Übergabe Gnade an. Von Seiten des Magistrats und der Bürgerschaft bot man daraufhin einen Akkord nach dem Muster von Regensburg[24] an, falls die Stadt innerhalb von drei Tagen nicht entsetzt werden sollte“.[25]

Rantzau war als Draufgänger und Duellant berüchtigt und holte sich angeblich 60 Verwundungen. Jedenfalls hatte er zuletzt nur noch ein Auge, ein Ohr, einen Arm und ein Bein. Ihm wurden „99 Hurenkinder“ nachgesagt. In der Einleitung der Briefe Mazarins heißt es, er sei zwar „brave de sa personne, mais on l’accusait de s’enivrer det d’être plûtot un souple courtisan qu’un véritable homme de guerre“.[26]

Am 23.8.1635 schrieb Rudolf Graf Colloredo aus Rambersvillers[27] an den kaiserlichen Generalleutnant Gallas:[28] Die Regimenter Rantzaus mit 2.000 Mann, Obrists Straf [29] mit 1.000 Reitern und das bisher in Marsal[30] gestandene französische Regiment seien auf dem Weg zu La Valette.[31] Wie Gallas Ferdinand III.[32] am 4.3.1636 aus Speyer[33] berichtete, stand Rantzau zusammen mit Manicamp mit 5.700 Mann im Elsass.[34]

Ab März 1637 war Rantzau von Ludwig XIII. dazu beauftragt worden, in Westfalen Truppen anzuwerben.[35]

Am 5.6.1637 eroberte er Vechta.[36]

„1637 ereilte die Stadt Nordhorn[37] ein weiteres schlimmes Unglück. Wie aus einem Schreiben des Grafen Arnold Jobst von Bentheim vom 20. Juli 1637 hervorgeht, waren Truppen des in Diensten des Königs von Frankreich stehenden Generals von Rantzau unter dem Befehl des Obristen von Damm in die Grafschaft eingefallen und hatten sich größtenteils in der Stadt Schüttorf[38] einquartiert. Nach Visch handelte es sich um 12 Kompanien Fußsoldaten und vier Kompanien Reiter, die bereits am 15. Juli eingetroffen waren. Sie wurden jedoch am 19. Juli des Nachts gegen 10 Uhr von kaiserlichen Truppen des Generalwachtmeisters von Velen überfallen, teils vertrieben, teils gefangen genommen.

Über den Vorfall findet sich ein Bericht aus der ‚Wochentlichen Postzeitung‘ vom 11. August 1637: ‚Der Rantzauwischen in Schuttorpff jungst erlittne Niderlagh continuirt zwar, weill aber die Keyserische, zu zeittlich auf das Plunderen gefallen, und der Pfordten nicht wahrgenomm, ist der Feundt inmitelst, als die Unsrige zu einer Pfordten hinein getrungen, zue der anderen, so nicht besetzt gewesen, mehrer Theilß entwischet, sollen nicht über 20 nidergemacht, und 150 gefangen sein worden. Versamblen sich ietzo auffs New‘.

Offenbar zogen die Truppen Rantzows nach Nordhorn weiter. Wie es scheint – der Text im fraglichen Schreiben des Grafen weist Fehlstellen auf bzw. ist unleserlich – waren kaiserliche Truppen in Neuenhaus[39] und Nordhorn einquartiert, die von Velen angefordert wurden, um gegen die französischen Truppen vorzugehen. Weiter heißt es dann in dem Schreiben des Grafen wörtlich: ‚So ist darüber leider, ged(ach)te unsere Statt Northorn in Brandt gerathen, der Gestalt, daß fast an die 117 Häuser mit allen darin bereit gefaßeten Getreidt und Vorrath gründlich in die Asche gelacht und die arme Bürgerschaft dazu noch gantz auß- und abgeplündert worden‘. Aufschluß über die näheren Umstände, die zu dem Brand führten, gibt der Eintrag des Pastors Sutoris im Protokollbuch der Nordhorner Kirchengemeinde: ‚[…] in anno (1)637 ist leeder de Stadt in Brandt geraket, alß twe Compagnie Keiserlicker Ruiter alhir gelegen, sindt deselfe unangesehen sie genochsam geavisert, und gebeden vorth tho marcheren, averst darmit geschertzet, von einem Oversten Rantzow geheten averfallen, und darmit de Stadt an veelen verscheidenen Ördern angesteeken […] und in de hundert und achtein Heusere alhir gebrant. Man heft ock des Dorpes, dar dochnicht ein einzig Soldat vorhanden gewesen, nicht verschonen können‘ „.[40]

„In einem Schreiben an Generalwachtmeister Alexander von Velen vom 25. Juli/3. August 1637 geht Graf Arnold Jobst von Bentheim ebenfalls auf den Brand in Nordhorn ein: es seien französische Truppen in die Grafschaft eingefallen und hätten die Untertanen ‚ruiniert‘, wobei ‚mein armes Stettlein Northorn hatt in die Asche gelacht werden mußen, wegen des, daß ich bei den frantzschen Volckern fur Keiserisch gehalten werde, hingegen werdte bei den Kayserschen hohen Officiren zu faveur der Frantzen suspectirt in den Sachen, die mir so unbekandt gewest, alß die Stundt meines Thodts […]‘. Kurzum, die Franzosen verdächtigten den Grafen, Parteigänger des Kaisers zu sein, während die kaiserlichen Offiziere hingegen glaubten, er begünstige die Franzosen. Zu büßen hatten dafür die Bürger der Stadt Nordhorn.

Aus dem fraglichen Brief geht des weiteren hervor, daß die Truppen Rantzaus am 2. August (n. St.) 1637 auch die Niedergrafschaft heimsuchten. ‚Wie elendich es aber jetzo mit meiner Nieder Graffschafft beschaffen, kann nicht genuchsamb geklagt werden, angesehen der Generall Rantzow mit allen seinen Volckern auß dem Embslande uffgebrochen und gistrigs Tags in meine Nieder Graffschafft wieder eingefallen, werden sie nicht baldt uffbrechen, so wirt kein Mensch daselbst [wonen] pleiben konnen, ich lebe der Hoffnungh, daferne einige Kayserliche Volcker ihre marche deser Endts in mein Land nemen mogten,

E(uer) L(iebden) werden mein Freundt sein und die Disposition machen und befordern wollen, damit alle Verherigung, Raub und Plünderungh der Soldatesque bei schwerer Straff verbotten werde‘. Weiter beklagt sich der Graf darüber, daß seine Untertanen über die Maßen zu Arbeiten in der Festung Rheine[41] herangezogen würden, zumal sie außerdem noch die Wälle der Stadt Schüttorf zu ‚demolieren‘ hätten.

Allerdings war auch die Stadt Schüttorf bei den Ereignissen des Juli nicht ungeschoren davon gekommen. Bei dem Überfall der kaiserlichen Truppen des Generalwachtmeisters von Velen am 19. Juli 1637 waren die Pfarrkirche, das Rathaus, Kettelers Hof und alle Bürgerhäuser so gründlich ausgeplündert worden, daß kaum noch etwas übrig blieb. Dazu bemerkt Sager: ‚[…] Schüttorf war ein Trümmerhaufen, aus dem nur noch Kirche und Turm, das Rathaus, die Burg und einige Häuser in der heutigen Jürgenstraße herausragten. Schweine wühlten die Särge aus der Erde‘. Ein Nachweis für jene Behauptung fehlt freilich. Auffällig ist nun aber, daß Graf Arnold Jobst, der ausführlich auf das Schicksal der Stadt Nordhorn und der Niedergrafschaft während des Einfalls eingeht, nichts über die angebliche Zerstörung Schüttorfs berichtet. Auch in dem Artikel der weiter oben zitierten ‚Wochentlichen Postzeitung‘ vom 11. August 1637, deren Verfasser gut informiert gewesen zu sein scheint, ist wohl von Plünderungen nicht aber von Zerstörungen in Schüttorf die Rede.

Aus dem Bericht des Rentmeisters Martell aus Lingen[42] vom 14. August 1637 geht hervor, daß sich der Feldmarschall von Rantzau in Meppen[43] aufhielt, um dort mit dem Landgrafen von Hessen und dem französischen Gesandten [Beauregard; BW] Kriegsrat wegen eines Vorgehens gegen die Garnison Rheine zu halten. Außerdem ist zu erfahren, daß sich der französische Kriegskommissar in Schüttdorf aufgehalten hatte, sich jedoch beim Angriff der kaiserlichen Truppen in Sicherheit bringen konnte. Zwischen ihm und dem Feldmarschall von Rantzau bestehe jedoch ein sehr gespanntes Verhältnis, weil letzterer die Zahlung der versprochenen drei Millionen verlange, dafür daß er ‚seine Volcker ins Veldt gefuhret‘ habe. Der Kommissar erklärte hingegen, er dürfe nur Zahlungen entsprechend der tatsächlichen Truppenstärke leisten. Worauf der Feldmarschall einwandte, es sei nicht seine Schuld gewesen, wenn der Einfall in Schüttorf ‚viele Volcker ruinirt‘ habe, folglich müsse es auch bei den vereinbarten Zahlungen bleiben“.[44]

„Wir müssen noch einen Blick auf den zweiten Versuch Frankreichs werfen, in Nordwestdeutschland ein eigenes Heer aufzustellen – ein Vorhaben, das erst 1645-1646 durch Bönninghausen verwirklicht wurde. Der Holsteiner Josias von Rantzau, ‚eine der abenteuerlichsten Gestalten in dem militärischen Unternehmertum seiner Zeit‘,[45] wurde im März 1637 durch König Ludwig XIII. von Frankreich mit der Aufgabe betraut, in Westfalen Truppen zu werben, die den Landgrafen Wilhelm unterstützen sollten. ‚Es war das erste Mal, daß das französische Lilienbanner in Westfalen wehte‘.[46] Obwohl Rantzau reichlich französische Geldmittel zuflossen, war seine Werbung nahezu erfolglos, da ihm Lauf- und Musterplätze mangelten. Nach einem Vierteljahr hatte er erst 600 bis 700 Mann beisammen, die schwere Ausschreitungen begingen. In Ostfriesland fand sich für ihn kein ausreichendes Tätigkeitsfeld. Rantzau verließ Anfang September die Armee, angeblich weil seine kürzlich vollzogene Heirat und Privatinteressen seine Abreise nötig machten, und bat den Landgrafen, seine Kompanien in den hessischen Heeresverband aufzunehmen. Die Obristen von Schack und von Kotz wurden daraufhin mit etwa 800 bis 900 Mann der hessischen Streitmacht einverleibt. Das war das Ende dieser großangelegten französischen Werbung, von der selbst Baner angenommen hatte, sie würde den Protestanten einen Kräftezuwachs von etwa 12 000 Mann bringen. Rantzau selbst wurde 1645 Marschall von Frankreich“.[47]

Nach Meinung Gallas‘ in seinem Lagebericht aus Goldberg[48] vom 30.9.1637 an den Kardinal-Infanten sei die Lage Rantzaus sehr misslich; in Westfalen hätten die kaiserlichen Truppen das Übergewicht über die feindlichen Truppenreste.[49] Ferdinand III. schrieb am 11.10.1637 aus Ebersdorf[50] an den Grafen Anton Günther von Oldenburg wegen des Einfalls des Landgrafen Wilhelm V. von Hessen-Kassel und Rantzaus in Ostfriesland. Er möge mit Feldmarschall Götz[51] Vorkehrungen gegen den Feind und für eine Wiederbesetzung des eroberten Gebiets treffen.[52]

Ferdinand von Köln[53] informierte am 11.4.1638 aus Bonn[54] Johann Georg I. von Sachsen: Darin verwies Ferdinand auf die Wichtigkeit Westfalens für das Reich und die Gefahr, die durch Feldmarschall Götz‘ Abberufung nach dem unglüchlichen Treffen bei Rheinfelden[55] entstand. Er, F., habe aus sicherer Quelle erfahren, dass der junge Pfalzgraf Karl Ludwig mit der Witwe des schwedischen Feldmarschalls Knyphausen[56] [Anna von Schade auf Ihorst in Westfalen (1588-1644)], abgemacht habe, dass ihm Stadt und Festung Meppen[57] überlassen werden, um dort mit Hilfe der Niederlande aus hessischen, schwedischen, französischen und Rantzauischen Truppenteilen ein starkes Korps zu bilden, das im Münsterland festen Fuß fassen und ins Reich einfallen solle. Er bat Johann Georg I., seinen Einfluss zur Vereitelung dieser Pläne geltend zu machen und Gallas zu informieren, damit dieser rechtzeitige Vorkehrungen treffe.[58]

Am 25.4./5.5. hatte Banér von Usedom[59] aus ein sehr ausführliches Schreiben, das die Bilanz seiner Unternehmungen in Pommern zog, die allgemeine Kriegslage analysierte und das das „Theatrum Europaeum“[60] abdruckte, an die Stadt Erfurt[61] abgehen lassen: „Götze nun hat sich / wie ungern er auch hat gewolt / wegen Herzog Bernhards[62] Fürstl. Gn. Erhaltener Haupt-Victorie[63] / und nach continuirenden guten Progressen / nach dem Reich erheben müssen / und hat der Herren Statt vor demselben sich nicht zubeförchten. Chur-Sachsen hat keine Macht / Erffurt zu gefahren /Chur-Brandenburg hat allhier bey der Oder mehr zu schaffen / als er verrichtẽ kann / die Hessischen Tractaten und Stillstandt seynd zerschlagen / und bleibt selbiger Status in Ihr. Königl. Majest. zu Schwedẽ beständiger Affection und Devotion / welche dann mit dem Herrn General Leutenant Kingen / und den Rantzowischen Völckern / die noch bey ihnen seynd / jetzo eine Coniunction suchen / auch ohne obstaculis erreichen können / und ohne Zweiffel / wie sie von der Königl. Hochlöbl. Reiche Regirung darzu ermahnet und animiret seyn / auch gewisser Seconde durch vorstehende schleunige Actiones zuerwarten haben / werden sie dem Feinde eine considerable Last der Arbeit / im selbigen Orth auff den Hals werffen / inmassen dann der junge Chur-Pfältzische Prinz mit seiner Verfassung auch nicht ausser Respect gesetzt werden kann“.[64]

Nach dem 3.6.1639 informierte der Proviantmeister der sächsischen Kreise, Sieber, Gallas aus der Nachrichtenbörse Hamburg:[65] Am 30.5. hätten die Schweden neue Verstärkungen von etwa 5.000 Mann aus Stockholm herübergeführt und Stettin[66] und Anklam[67] besetzt. Nach Hamburg sei Feldmarschall Rantzau gekommen; der französische und der schwedische Agent wollten mit ihm in dem Sinn verhandeln, dass sie ihm entweder das Herzogtum Mecklenburg und Niedersachsen zu Werbungen oder die Truppen in Hessen zur Verfügung stellen. Ferner teilte er ihm die Absicht des dänischen Obristen Friedrich von Buchwald mit, in kaiserliche Dienste treten zu wollen.[68]

Als Befehlshaber eines französischen Armeekorps erlitt Rantzau bei Tuttlingen[69] am 24.11.1643 eine fürchterliche Niederlage gegen die Kurbayerisch-Kaiserlichen und geriet in Gefangenschaft. Der Söldner Hagendorf[70] berichtet in seinem Tagebuch: „Unterdessen ist der Feind an die Donau gegangen und hat sich verlegt. Zu Tuttlingen ist das Hauptquartier gewesen. Unser Volk hat sich verlegt gehabt im Württemberger Land. Ist aber in Eile zusammengekommen, Tag und Nacht gegangen, alles in der Stille fort und kommt beim Hauptquartier in Tuttlingen an, so daß niemand darin etwas gewußt hat. Sie umzingeln die Stadt, kehren die Kanonen um und geben mit deren eigenen Kanonen Feuer hinein. Die Stadt gestürmt, / denn sobald sie angekommen waren, hatten sie die Wachen niedergemacht, ehe sie zusammenkommen konnten. In der Stadt sind gewesen die Generalspersonen Rantzau und andere mehr. Dies ist geschehen den 25. November im Jahr 1643“.[71]

„Auf der Gegenseite war man nicht müßig gewesen. Feldmarschall [Franz v.; BW] Mercy hatte sich am 14. November bei Malmsheim[72] mit den Truppen des Herzogs Karl von Lothringen vereinigt, hatte zu Balingen[73] mit dem Herzog, Jan von Werth und Feldmarschall Graf Hatzfeldt – ‚welcher in Person vor Ankunft seiner unterhabenden Kayserlichen Völcker herbey kommen‘ – Kriegsrat gehalten, und man war übereingekommen, die Franzosen entweder zur offenen Schlacht zu zwingen oder sie in ihren Quartieren zu überraschen. Bei der lothringischen Armee befanden sich sechs kaiserliche Reiterregimenter unter dem Befehl des Generalwachtmeisters Zahradecky [Zahrádecký; BW], die vom Rheine herangerückt waren. Hatzfeldts Armeeabteilung war im Anmarsch. Auf Kundschaftermeldungen, daß der Feind unter Zurücklassung einer starken Besatzung im eroberten Rottweil[74] mit der Armee auf Tuttlingen ziehe, marschierten die bayerisch-lothringischen Streitkräfte über Straßberg[75] nach Sigmaringen,[76] wo sie am 23. November anlangten.

Ohne Ahnung von der Nähe ihrer Gegner hatten die Franzosen, deren Oberkommando der Generalleutnant Graf Rantzau übernommen hatte, ihre Winterquartiere bezogen. Rantzau besaß weder das militärische Genie noch die moralische Autorität Guébriants; er war ein Prahler, dem die weimarischen Regimenter nur ungern folgten. Taupadel war krank in Rottweil[77] geblieben. Er hätte sich wohl kaum so leicht überraschen lassen, wie der Holsteiner Graf, der mit der Generalität, der sämtlichen Artillerie und dem Regiment der Königin in Tuttlingen Unterkunft bezog. Sieben französische Fußregimenter nahmen Quartier in Möhringen;[78] Generalmajor Rosen lagerte sich mit der deutschen Reiterei im Städtchen Mühlheim an der Donau[79] ein. Die notwendige Feindaufklärung [für die Rosen verantwortlich gewesen wäre; BW] wurde versäumt, in tiefer Sicherheit überließ sich die ganze Armee der Ruhe, ohne Kunde vom Gegner, welchen der Fluß und undurchdringliche Wälder von ihr trennten.

Als ausgesandte Kavalleriepatrouillen meldeten, daß die Franzosen um Tuttlingen lägen und vom Anmarsch der Armee keinerlei Ahnung hätten, faßten die Generäle den Entschluß, unverweilt den Feind zu überfallen. Ihr Heer setzte in aller Stille über die Donau und zog auf Meßkirch,[80] während die Bagage nach Riedlingen[81] zurückgeschafft wurde. Die Nacht über standen die Verbündeten ohne Feuer in Schlachtordnung bei Meßkirch, indem sie ‚zu solchem End Tag und Nacht marschirt‘. Gefangene bestätigten die Sorglosigkeit des Feindes. Ohne Trompetenschall und Trommelschlag rückten die Truppen durch die Wälder. Jan von Werth führte als General der Kavallerie und ‚Meister im Aufschlagen der Quartiere‘ die Avantgarde, die aus 1000 kommandierten Reitern, den Dragonern des bewährten Obristen [Caspar v.; BW] Wolff und 600 Musketieren bestand, die der bayerische Obrist Johann Ulrich Gold befehligte. Enge Waldwege behinderten den Vormarsch; man mußte beim Dorfe Neuhausen ob Eck,[82] nur eine Stunde von Tuttlingen entfernt, verhalten, bis das Gros mit der Artillerie nachkam, in steter Sorge, ob nicht Wachen Rosens, der ganz in der Nähe in Mühlheim lagerte, Alarm schlagen würden. Erst gegen 3 Uhr nachmittags stand Jan von Werth mit der Vorhut vor Tuttlingen, ohne daß der Gegner bisher etwas bemerkt hätte, ‚welches am mehristen zu verwundern, weil gleichwohl der Pferde Geschrey, der Stimmen Getöß einen nicht geringen Laut und Getümmel verursacht‘. Aber zum Glück begann es zu schneien, dichte Flocken verwehrten die Sicht, und die Luft wurde ‚dick und dunkel‘.

Die Artillerie der Franzosen war einen Flintenschuß entfernt von der Stadt auf einem Kirchhof aufgefahren, nur von einer geringen Wache beschirmt. Mercy versprach dem Obristen Wolff tausend Dukaten, wenn er sich der Geschütze bemächtige,[83] und Wolffs Dragoner, unterstützt durch Reiter des kaiserlichen Obristen Epp [Wilhelm v. Epp; BW], hieben die Bedeckung nieder und besetzten den Friedhof. Einige Schüsse mit den umgedrehten Kanonen auf das Städtchen taten den Überfallenen die Gefahr kund und riefen unbeschreibliche Verwirrung hervor. Tuttlingen war ganz von der Reiterei eingeschlossen, die Franzosen sahen ihre Kanonen und Pulverwagen im Besitz eines wie aus der Erde gestiegenen Feindes, jeder Ausgang war versperrt, jede Verbindung mit den benachbarten Dörfern abgeschnitten. Das feste Schloß Homburg[84] wurde durch Golds Musketiere erstiegen, die gesamte bayerisch-kaiserliche Armee nahm ‚solche Postur, daß denen in der Stadt ohne hazard kein Entsatz zukommen‘ konnte.

Bei Anbruch der Nacht zeigte sich zwar Generalmajor Rosen mit der weimarischen Kavallerie ‚unterhalb Tuttlingen im Felde‘; als er aber die gegnerische Schlachtordnung erblickte, kehrte er um und jagte mit verhängtem Zügel davon, verfolgt durch den Generalwachtmeister Caspar von Mercy, der mit seinem Regiment das französische Fußvolk aus Mühlheim zerschlug. Werth dagegen rückte mit 2000 Pferden nach Möhringen, wo der Hauptteil der französischen Infanterie einquartiert lag. Die dortige Reiterei ergriff die Flucht; doch wurden im Nachhauen viele Franzosen gefangen oder niedergeritten. Das Regiment Mazarin, eine Truppe, die zum Teil aus kriegsgefangenen Spaniern gebildet worden war und heftigen Widerstand leistete, wurde fast gänzlich vernichtet. Das französische Fußvolk verweigerte zunächst die Übergabe und wurde durch die Kürassierregimenter Kolb und La Pierre sowie das kaiserliche Regiment Epp zu Pferde die Nacht hindurch eingeschlossen gehalten. Werth und Graf Hatzfeldt, der ihm nach Möhringen gefolgt war, ritten nach Tuttlingen zurück, während Caspar von Mercy das Kommando vor Möhringen übernahm und der Obrist von Sporck mit 1000 Reitern zu Rosens Verfolgung ausgesandt wurde.

Am Vormittag des 25. November 1643 ergaben sich nach angstvoller Nacht alle französischen Generale in Tuttlingen, samt zwei Regimentern zu Fuß, ihrer berittenen Leibgarde und allen Artilleriebedienungen auf Gnade und Ungnade; die sieben Regimenter in Möhringen folgten ihrem Beispiel. Sporck kehrte von der Verfolgung der flüchtigen Kavallerie mit acht erbeuteten Standarten, dem gefangenen Obristen Chambre und mehreren Offizieren zurück; Rosen hatte sich nach Rottweil gerettet, verweilte dort aber nicht lange, sondern nahm Guébriants Leiche, den kranken Taupadel und Guébriants Leibregiment mit sich und wandte sich durch den Schwarzwald gegen Freiburg,[85] nachdem er die Besatzung von Rottweil auf sechs Regimenter, über 2000 Mann, verstärkt hatte. Viele Gefangene wurden durch die Garnisonen von Sigmaringen, Pfullendorf,[86] Meßkirch und Villingen[87] eingebracht, das ganze Franzosenheer befand sich in völliger Auflösung.

Die ganze Bedeutung des Sieges, die geringe Anzahl der entkommenen Feinde – nicht über 4500 Mann – und die fast gänzliche Vernichtung des Fußvolkes, stellte sich, wie Mercy dem Kurfürsten am 26. Dezember berichtete, erst nach und nach heraus. Einen glänzenderen Sieg hatte das bayerische Heer seit Tillys Zeiten nicht erfochten: 261 Offiziere, gegen 7000 Mann waren in den Händen der Sieger. ‚Angehend die Beuten, hat man einen Monatssold an barem Gelde, für mehr als 100000 Kronen Silbergeschirr, über die Maßen stattliche Rosse, köstliche Kleinodien, prächtige Kleidungen und dergleichen bekommen‘. 560 Artilleriepferde und 24 Maulesel wurden erbeutet, über 50 Feldzeichen nach München und Wien gesandt. Empfindliche Einbuße erlitt Frankreich durch die Gefangennahme fast aller Führer der Armee; neben dem Generalleutnant Graf Rantzau hatten sich die Generäle Louis de la Trémouille, Marquis de Noirmoutier, der Comte de Maugiron, der Baron de Sirot und der Marquis de Montausier – sämtlich im Rang eines Maréchal-de-Camp – ; ferner die Obristen Ehm, Schönbeck, Kluge, Kohlhaas, Nothafft, Tiffel und de Folleville ergeben müssen. Das war das größte Quartier, welches Jan von Werth unter den vielen jemals ‚aufgeschlagen‘; hatten gleichwohl auch die anderen Feldherren rühmlichen Anteil am Erfolge, so war er es doch gewesen, welcher die Vorhut mit solcher Kühnheit und Klugheit zuerst vor das Städtchen geführt; Kurfürst Maximilian sandte ihm am 30. November ein Lobschreiben.

Vergebens bemühte sich Mazarin, die Bedeutung der französischen Niederlage zu verkleinern, indem er seinen Gesandten beim Friedenskongreß in Münster schrieb, vier Kompanien der Garde und ein Fußregiment seien vernichtet, der Rest der Armee sei in zwei Korps unter Rosen und Taupadel auf dem Rückzug begriffen. In Wirklichkeit war nur ein Teil der weimarschen Kavallerie dem Zusammenbruch entkommen und fand bei Erlach, dem Gouverneur von Breisach,[88] ein Asyl. Hugo Grotius meldete nach Schweden, die französischen Generäle hätten beim Kartenspiel gesessen, anstatt sich vor dem Überfall in Acht zu nehmen“.[89]

Das „Theatrum Europaeum“ berichtet viel ausführlicher über die Vorgänge: „Dann obwoln es sich für diesem ansehen lassen / als wollten die Weymar. Kriegsvölcker / nach dem durch 2. Weg über den Schwartzwald hinauß gangen / auff die Statt Rothweil ansehen /vmb sich dieses Orts zuversichern. Hat sich derselben Vorhaben in etwas geändert / dass sie grad nach der Tonaw gegen Bäyern zugerückt. Zu welchem Ende auch / vnd damit der Zug desto geschwinder fortgehen möchte / sich im besten versehen / vermuthlich der Meynung / durch ein solches Fürhaben / die Reichs-Armee gar in Bäyern zulocken / vnd also Lufft zugewinnen / derselben vorbey auff der Seiten ohne Verhinderung in Francken einzubrechen. Es ist aber den Weymarischen ire Intention durch das wanckelbare Glück / welches dann der alten Heyden Meynung nach / nirgends als in dem Krieg mächtiger / sehr rückgängig worden. Vnd das Spiel viel anderst praeter expectationem, & ex transverso, das ist / gegen alle gefasste Zuversicht / vnd gantz contrari hinauß geloffen. In deme der sonsten dapffere vnd wolversuchte KriegObrister Reinhold von Rosa / am 18. hujus, mit vier Regiment als seinem eygenen / dem Guebrianischen / Oemischen [Ehm; BW] / vnd tollRosischen [Volmar v. Rosen; BW] Tragonern / ins gesampt bey 1200. Pferd starck auf empfangenen Befehl sich für der Statt Ballingen sehen lassen / in Meynung / den Ort mit den Seinigen zubesetzen / vnd aber wieder zurück weichen müssen. Weil derselbige Platz allbereits mit Bäyerischen Tragonern versehen / die ihm nichts zu Willen gewust. Hierauffer hat er sich auff ein halbe Stund vngefehr darvon in das Dorff / genandt Geyßlingen erhoben. In Meynung / die Nacht über allda zuverbleiben.

Inmittelst der Chur Bäyr. Obr. Sporck (welcher damals mit 500. Pferdten gegen Rotweil gehen / vnd recognosciren sollte / wohin die Weymar. ihr Vorhaben gerichtet habē möchten) nach dem er einen Bawren bekommen  / so ihme deß Gen. Rosen Gegenwart angedeutet / ein solches auch durch einē Quartiermeister bestättigt worden. Als hat ermeldter Obr. sich solcher Gelegenheit bedienen wollen / vnd 2. Stund daruff gefüttert. Nach solchem seine Mit-Officirer angeredt, ob sie ein Gänglein mit ihm wagen wollten. Sintemaln er entschlossen wäre / dem von Rosa einen vnversehenen Streich zuversetzen.

Ob nun zwar ihrer viel darzu nicht stimmen wollten / fürgebend / der von Rosa wäre ein alter wolversuchter Soldat. Möchte ausser Zweiffel gute Wacht halten / vnnd sie also bey dergleichen Einfall übel empfangen. Nichts destoweniger waren die gemeine Reutter hierzu gantz eyfferig / erbotten sich getrewlich zu folgen / vnd auß Hoffnung guter Beuten ihr müglichstes zuthun.

Wurde also der Rath beschlossen / der Anzug fürgenommen / vnd der Einfall gegen 11. Vhrn in der Nacht in das Werck gesetzt. Welcher dañ den Sporckischen dergestalt favorisirt / vnd wol zugeschlagen / dass weil derselben 300. mit vnversehener Vngestümme / iñ besagtes Dorff Geißlingen[90] hinein gesetzt / obberührte Regim. mehrertheils auffgeschlagen vnd ruiniret / in 200. Reutter / 5. Rittmeister / 1. Obr. Wachtm. 2. Cap. Leut. etliche Cornetten / vñ viel andere / neben 8. Standarten gefangen worden / darunter 2. von Guebrian / 3. Rosische / vnd 3. von Oehmen [Ehm; BW] gewesen.

Neben diesem / weil Obrister Sporck vnter beschehenem Einfall die übrige 200. Reutter vmb das Dorff herumb halten / vnd dasselbige zugleich an 4. Orthen mit Fewer anstecken lassen / ist geschehen / daß viel Pferd vnd andere Sachen im Fewer verdorben. War also mehr nicht von denen Weymarischen davon entkommen / als was mit dem Generaln Rosa in das vnfern davon entlegene Schloß geflohen.

Damals marschirtē die Lothringische Trouppen / sampt den angelegenen Spanischen Völckern / vmb sich mit der Reichs-Armee zuconjungiren. Dahero vermuthet wurde / es möchten die Weymarischen wieder zurück gehen müssen.

Es hatte aber Graff Guebrian einē Anschlag vff Rotweil gehabt: welches Fürnemē ohneracht obige 4. Regimenter vnterm Generaln Rosa / von denen Chur-Bäyrischen / oberzehlter massen ruinirt worden / demnach effectuirt / vnnd ins Werck gestellet.

Nach dem dann erstgedachte Frantzös. Weymarische Armee / am 28. Octob. Alt. Cal. für solcher Statt angelanget / ist von dem Feld-Marschallen / Herrn Graffen von Guebrian / als auch von Herrn General Leutenanten Rantzaw / nach trefflicher Erwegung ein / vnd ander Vmbstände beschlossen worden / diesen Orth anzugreiffen. In Betrachtung / dass hochnöthig seye / einen Posto disseits Rhein zufassen / dahin man allerley Vorrath für die Soldaten verschaffen / vnd gleichsamb ein Magazin auffrichten köndte. Vnd weil man auch über dieses / der Plunderfahrt halben / in 3. oder 4. Tagen / nicht völlig zusammen kommen mögen / waren die Weymarische der Meynung / es würden die Bürger in Rothweil / wann sie einen rechten Ernst verspühreten / das Werck nicht auff das eusserste kommen lassen.

Wie nun dessen ein Versuch geschehen / hat sich befunden / dass dem Orth nicht allerdings so leichtlich / wie man wol vermeynt / beyzukommen gewesen. Wessentwegen dann das Volck nicht wenig Vngelegenheiten darfür gelitten / in deme man bey vierzehen Tagen / in dem das Wetter sehr kalt / vnnd zur Belägerung vnbequem gewesen / damit zubringen müssen. Gleichwoln hat vorbemelter General Graff von Guebrian sich keine Mühe dauren lassen: Sondern / nach dem er der Chur-Bäyrischen ReichsVölcker Anzug vernomen / die Statt mit vollē Ernst vñ eussersten Gewalt zubestürmen angefangen. Auch am 7. 17. Nov. Hauptstürme darauffer thun lassen / welche aber von den Belägerten mit rühmlicher Tapferkeit / vñ der Frantzosen grossem Verlust abgeschlagen / zugleich auch die gegen der Statt gemachte Minen entdeckt / vnd abgeschnitten worden.

Nach diesem haben auch die Belägerte einen starcken Außfall gethan / nicht allein viel der Frantzösischen erschlagen / sondern auch das Kohlhasische Regiment / welches für andern Fuß gehalten / gäntzlich zerscheittert : Zu welcher Zeit auch der General Major Rosa das Stättlein Schönberg[91] / weil man darauß / als er fürüber gezogen / Fewer auff ihn geben / außplündern lassen“.[92]

1644 begründete er das Eliteregiment „Royal Allemands“.

Rantzau, den man gerüchteweise auch für den Vater Ludwigs XIV. hielt, trat 1645 mit seiner Gattin Hedwig Margarethe Elisabeth von Rantzau, die er zwölfjährig geheiratet hatte, zum Katholizismus über und wurde im selben Jahr französischer Marschall, später auch Gouverneur von Dünkirchen,[93] Bergues,[94] Mardyck[95] und Veurne.[96] Bei Mazarin in Ungnade gefallen, beschloss er sein abenteuerliches Leben in der Bastille.[97]

Seine dreiundzwanzigjährige Witwe trat in den Orden der Annunziatinnen[98] ein.

[1] Bothkamp [LK Plön].

[2] Troppau [Opava]; HHSBöhm, S. 625ff.

[3] Vgl. REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein; SCHUBERTH; REICHEL, Die blut’ge Affair’.

[4] Cosel [Koźle]; HHSSchl, S. 72ff.

[5] ARENDT, Faktotum, S. 60ff. Arendt datiert nach dem alten Stil.

[6] Linz am Rhein [Kr. Neuwied]; HHSD V, S. 207f.

[7] Andernach [Kr. Mayen]; HHSD V, S. 12f.

[8] Vgl. FOERSTER, Kurfürst Ferdinand von Köln.

[9] Lahnstein [Rhein-Lahnkreis].

[10] Bingen; HHSD V, S. 43ff.

[11] Hanau; HHSD IV, S. 199ff.

[12] Köln; HHSD III, S. 403ff.

[13] MÜLLER, Schwedische Soldaten; online verfügbar unter: http://www.kreis.aw-online.de/kvar/VT/hjb1962/hjb1962.49.htm.

[14] Bopfingen [Ostalbkr.]; HHSD VI, S. 105f.

[15] Vgl. LAHRKAMP, Jan von Werth.

[16] Vgl. BARKER, Piccolomini. Eine befriedigende Biographie existiert trotz des reichhaltigen Archivmaterials bis heute nicht.

[17] Nördlingen [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 525ff.

[18] Vgl. BINGEL, Das Theatrum Europaeum.

[19] Vgl. STOLCH, Deibitz.

[20] Vgl. JENDRE, Diplomatie und Feldherrnkunst.

[21] einzeln hinter einander gehen

[22] Vgl. BABEL, Zwischen Habsburg und Bourbon.

[23] Vgl. HABERER, Ott Heinrich Fugger.

[24] Regensburg; HHSD VII, S. 605ff.

[25] ENGERISSER, Von Kronach (die derzeit beste kriegsgeschichtliche Darstellung), S. 316ff.

[26] LAHRKAMP, Werth, S. 137, Anm. 81.

[27] Rambervillers [Frankreich, Dép. Vosges].

[28] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas; KILIÁN, Johann Matthias Gallas.

[29] Ein Obrist Straf ist uns bisher nicht bekannt. 1643 wird ein Regiment Streff in der Korrespondenz Melchior von Hatzfeldts erwähnt. ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 282.

[30] Marsal [Frankreich, Dép. Moselle].

[31] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 83.

[32] Vgl. HÖBELT, Ferdinand III.

[33] Speyer; HHSD V, S. 350ff.

[34] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 195.

[35] GEYSO, Beiträge III, S. 128; ALTMANN, Wilhelm V., S. 168ff.

[36] STRAHLMANN, Wildeshausen, S.  21.

[37] Nordhorn [Kr. Grafschaft Bentheim]; HHSD II, S. 351f.

[38] Schüttorf [Kr. Grafschaft Bentheim]; HHSD II, S. 421f.

[39] Neuenhaus [Kr. Grafschaft Bentheim]; HHSD II, S. 340.

[40] STEINWASCHER, Krieg, S. 86f.

[41] Rheine [LK Steinfurt]; HHSD III, S. 637f.

[42] Lingen; HHSD II, S. 299f.

[43] Meppen; HHSD II, S. 327f.

[44] STEINWASCHER, Krieg, S. 88ff.

[45] GEYSO, Beiträge III, S. 128; ALTMANN, Wilhelm V., S. 168ff.

[46] ROTHERT, Westfälische Geschichte Bd. 2, S. 170.

[47] LAHRKAMP, Bönninghausen, S. 320f.

[48] Goldberg [Kr. Lübz]; HHSD XII, S. 33f.

[49] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 508.

[50] Ebersdorf [BH Kaisers-Ebersdorf; Wien]; HHSÖ I, S. 410, 543, 679.

[51] Vgl. ANGERER, Aus dem Leben des Feldmarschalls Johann Graf von Götz.

[52] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 510.

[53] Vgl. FOERSTER, Kurfürst Ferdinand von Köln.

[54] Bonn; HHSD III, S. 94ff.

[55] Rheinfelden (Baden) [LK Lörrach]; HHSD VI, S. 659. 21.2./3.3.1638: Doppelschlacht bei Rheinfelden: Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar schlägt die Kaiserlichen unter Savelli und Johann von Werth. Sperreuter, Werth und Savelli geraten in Gefangenschaft.

[56] Vgl. SATTLER, Reichsfreiherr Dodo zu Innhausen und Knyphausen.

[57] Meppen; HHSD II, S. 327f.

[58] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 596.

[59] Usedom [Kr. Usedom-Wollin]; HHSD XII, S. 309f.

[60] Vgl. BINGEL, Das Theatrum Europaeum.

[61] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.

[62] Vgl. JENDRE, Diplomatie und Feldherrnkunst.

[63] 21.2./3.3.1638 Doppelschlacht bei Rheinfelden: Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar schlägt die Kaiserlichen unter Savelli und Johann von Werth. Sperreuter, Werth und Savelli geraten in Gefangenschaft.

[64] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 3, S. 941.

[65] Hamburg; HHSD I, S. 83ff.

[66] Stettin [Szczecin]; HHSD XII, S. 280ff.

[67] Anklam [Kr. Anklam]; HHSD XII, S. 153ff.

[68] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 835.

[69] Tuttlingen [LK Tuttlingen]; HHSD VI, S. 806f. Vgl. die bayerische „Relation über den Überfall von Tuttlingen und die Rückeroberung von Rottweil“ bei HEILMANN, Feldzüge, S. 61-73.

[70] Vgl. MÜLLER, Das Leben; BURSCHEL, Himmelreich und Hölle; PETERS, Söldnerleben.

[71] PETERS, Söldnerleben, S. 178.

[72] Malmsheim [Renningen, Kr. Böblingen]; HHSD VI, S. 500f.

[73] Balingen [Zollernalbkr.]; HHSD VI, S. 61ff.

[74] Rottweil [LK Rottweil]; HHSD VI, S. 676ff.

[75] Strassberg [Zollernalbkreis]; HHSD VI, S. 765f.

[76] Sigmaringen [LK Sigmaringen]; HHSD VI, S. 738ff.

[77] Rottweil [LK Rottweil]; HHSD VI, S. 676ff.

[78] Möhringen [Tuttlingen, LK Tuttlingen]; HHSD VI, S. 531f.

[79] Mühlheim a. d. Donau [LK Tuttlingen]; HHSD VI, S. 537f.

[80] Meßkirch [LK Sigmaringen]; HHSD VI, S. 523ff.

[81] Riedlingen [LK Biberach]; HHSD VI, S. 661f.

[82] Neuhausen ob Eck [LK Tuttlingen], HHSD VI, S. 569.

[83] Der Kurfürst erlegte die erforderliche Summe und erlaubte, dass Wolff nach Wien reiste, um der Majestät ‚die particularia zu referirn‘. LAHRKAMP, Werth, S. 137, Anm. 84.

[84] Gemeint ist hier die Honburg, unter Tuttlingen [LK Tuttlingen], HHSD VI, S. 806f. 1645 von Konrad Widerholt, dem Kommandanten des Hohentwiel, im Handstreich genommen und zerstört.

[85] Freiburg im Breisgau, HHSD VI, S. 215ff.

[86] Pfullendorf [LK Sigmaringen]; HHSD VI, S. 631.

[87] Villingen im Schwarzwald [Villingen-Schwenningen, Schwarzwald-Baar-Kr.]; HHSD VI, S. 834ff.

[88] Breisach am Rhein [LK Breisgau-Hochschwarzwald]; HHSD VI, S. 110ff.

[89] LAHRKAMP, Werth, S. 136ff.

[90] Geislingen an der Steige [LK Göppingen]; HHSD VI, S. 243ff.

[91] Schönenberg; unter Ötisheim [Enz-Kreis]; HHSD VI, S. 621. ?

[92] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 5, S. 179ff.

[93] Dünkirchen [Dunkerque, Span. Niederlande; h. Frankreich, Dép. Nord].

[94] Bergues [ndl. Sint-Winoksbergen; Frankreich, Dép. Nord].

[95] Mardyck [Frankreich; Dép. Nord].

[96] Veurne [Belgien, Prov. Westflndern.

[97] DAVENPORT, History, S. 222f.

[98] Annunziatinnen: (Orden der seligen Jungfrau Maria), gegründet 1500 von der hl. Jeanne de Valois (»rote« Annunziatinnen). Die Annonciades oder Annuntiatinnen (von französisch: annonciades, lat.: Ordo de Annuntiatione Beatae Mariae Virginis, Ordenskürzel: OAnnM) sind ein kontemplativer römisch-katholischer Frauenorden, der von Johanna von Frankreich, der Herzogin von Berry und Tochter Ludwigs XI., 1501 in Bourges gegründet wurde. Papst Alexander VI. approbierte die Ordensregel am 12. Februar 1502 durch die Bulle Ea quae. [wikipedia]

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