Pfeffer, N

Pfeffer, N; Hauptmann [ – ] Pfeffer stand 1646 als Hauptmann unter dem Obristwachtmeister Dumstorp in kaiserlichen Diensten.

Der Ratsherr Kothe[1] aus Wiedenbrück[2] notiert in seiner Chronik: „Den 16. Martii [1646] sind die zwey Companey zu Fueß von hier nach dem Stadtberge[3] gezogen, alß Oberst-Wachtmeister Domstorff undt Hauptman Pfeffer“.[4]

Kothe schreibt in seiner Chronik weiter bzw. zitiert die Frankfurter „Eingelauffene Ordinari Post-Zeitung“ über den Überfall Reumonts am 30./31.11.1646: „A[nn]o [1]646 den 30. November, auff S[anct] Andres-Dach, zu 12 Uren ist hiesiger Commandant Baldewin de Reumont midt der gantzen Garnison, ungefehr 800 zu Fues undt 300 zu Pferdt, nach Paterborn gezogen, mit 6 Wagen Leyteren, 1 Wage midt Exen, Hemmeren, Sagen und dergleichen Instrumenten. Folgenden Morgen zu 6 Uren, wie es geleich Dach geworden, die Ledderen ahngesetzet zwischen dem Pinnekes- und Westerendohr, da die Stadt beynahe die högesten Mauren hadt. Der Hessischen sein darin gelegen 400 commandirte Soldaten, haben sich sehr mänlich gewehret, das der Unseren auff der Mauren undt in der Stadt sein doet gebleven bey 40. Alß nuhn der Unseren ungefehr hundert Man dareingestiegen, doch kein Schießen des Feindes geachtet, sein sie auff das Westerendohr angefallen, die Schlösser abgeschlagen undt das Dohr eröffnet, das die Reuterey undt das übrige Fuesfolch konte hineinkommen. Do hadt sich der Feyendt auff die Turnen reteriret undt entlich Quartier begerdt undt alles Volck gefangen bekommen undt die Buete gedeilet.

Extract Schreibens auß der Post-Zeitunch: Auß dem Stifft Paterborn vom 6. dito. Das die Stadt Paterborn am 1. dieses gelüchlich erobert, wirt nunmehr ohn Zweivel kundbaer sein. Unt ob es zwar alda scharff heergangen, so hadt doch God almechtich diesen Ort wunderlich errettet. Waerüber dan an hessischer Seiten der Hauptmann Haußman[5] sampt seinem Fenderich wie ihmgleichen über fünfzig gemeine Knecht thoet blieben, gefangen aber der Oberst-Leutnant Benthen,[6] Hauptmann Bellican,[7] Hauptmann Bartolt, Hauptmann Wasserhune,[8] 1 Wachtmester-Leutnant, 2 Fendrich, 11 Unterofficirer unt, außer dennen, so sich von den Außenwerken salviret, wie geleichfalß über 100, so sich gudtwillich undergestellet, ahn gemeinen Soldaten noch 262 bekommen worden. An keyserlichen Seiten sein geblieben der Fenderich Costen[9] neben 16 gemeinen Knechten. Unt haben sich bey dieser Occassion neben dem Oberst-L[eutnant] Reumondt auch sonderlich wol gehalten undt ihr devoir gethan der Hauptmann Brüggeman,[10] welcher jüngst bei Zons[11] von den Hessischen gefangen unt sich nunmehr redlich revanciret, unt ist dieser von den Officireren der erste darin gewesen, deme der Hauptman Pfeffer, Hauptman Schrader unt der Captein-Leutnant Schauff gefolgt. Die Reuterey, alß Rittmester Kerber, Rittmeister Bayert[12] und Leut[nant] Böselage, haben geleichfals das Ihrige gethan unt alle insgesamt guete Beute gemacht. Ahn Geschütze hadt man darin 2 halbe Kartunen, 1 Feltschlange unt 2 kleine Stück bekomen !“.[13]

[1] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 143f.

[2] Wiedenbrück [LK Wiedenbrück]; HHSD III, S. 782f.

[3] Gemeint war Obersmarsberg; Marsberg, Ober- und Nieder- [LK Brilon]; HHSD III, S. 494ff.

[4] FLASKAMP, Chronik, S. 20.

[5] Hausmann, Hans [* vermutlich 1605 in Kassel-1646], seit 1640 Hauptmann.

[6] Benthon, Ernst v., 1646 Kommandant von Paderborn, bis 1650/51 zu Marburg, † 27.1.1652 in Kassel.

[7] Bellicum, Hauptmann, ab 1650/51Kommandant in Marburg.

[8] Wasserhun, Johann Jakob, gefallen 1647 zu Paderborn.

[9] Koster, Johann, am 2.12.1646 im Wiedenbrücker Totenbuch erwähnt; FLASKAMP, Chronik, Anm. 202.

[10] Brüggemann, Walter, Hauptmann der Osnabrücker Besatzung zu Wiedenbrück, † 3.11.1684.

[11] Zons [LK Grevenbroich]; HHSD III, S. 811f.

[12] Rittmeister Beier.

[13] FLASKAMP, Chronik, S. 20f.

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