Odowalsky [Otowalsky, Ottowalski, Otto Walsky, Ottowald], genannt von Streitberg, Ernst

Odowalsky [Odewalsky, Otowalsky, Ottowalski, Otto Walsky, Ottowald], genannt von Streitberg, Ernst; Obrist [1592-15.3.1672 Oberndorf]

Teilweise wird behauptet, Odowalsky entstammte einer fränkischen Familie,[1] meist wird aber die Abstammung aus einer böhmischen Familie erwähnt.[2] In der Schlacht am Weißen Berg (1620) stand er noch als Musketier in kaiserlichen Diensten.[3]

Bereits 1634 wird von dem Erzgebirgschronisten Lehmann sein Regiment erwähnt: „ Den 9. October kam ein Obrister Wach-Meister vor die Statt [Marienberg[4], BW] von keyßerlichen Ottowaldischen zue Roß, forderte 1000 thl. Ranzion bey [Vermeidung; BW] militärischer execution, machte zum Schrecken feuer ins Zschöpnerthor, wollte die Stadt friede haben, so muste Sie geben 120 thl. Das soll eines benachbarten Priesters Sohn gewesen sein“.[5]

Erwähnt wird Odowalsky anlässlich der sogenannten „Ruppertsgrüner[6] Affäre“, als Hans Wolf von Salis von den Schweden unter Pfuel und Slange geschlagen wurde.

„Am 4. März ‚avisirt‘ Bürgermeister und Rat von Eger[7] den Burhus, daß noch ‚Alles continuiret‘, was sie ihm Tags zuvor mitgeteilt hätten, ‚außgenommen des Obristen Wamboldts Tod‘. Letzterer sei vielmehr mit seinem Obrist-Leutenant ‚Otowalsky‘ und dem Obrist-Wachtmeister ‚von Einhausen‘ (Oynhausen) gestern (am 3. März in Eger eingetroffen. Wamboldt habe ‚bey 60 oder 70 Reutter und Standarten mitgebracht und mehr nit als Eines verlohren‘. Auch seien ‚gestrigs Tags Pagagi und Reutter bey 800 (dann alle Wägen und was darauf gewesen und zu Roß nit hat forttgebracht werden können, ist alles in Stück geblieben), auch 200 Soldaten zu Fueß allhier durchgangen. Logiret sich alles an dem Wald uf die Königswarther[8] Gründ und geben vor, Sie wollen heut gar übern Waldt uf des Stift Töppels[9] Gebüth machen. Haußen sehr übel und haben alles hinweckh (genommen), was sie antreffen.

Von dem Herrn General Feldzeugmeister (Salis), Obrist Spiegel, Obrist Burgkdorff [Burgsdorff; BW] höret man noch nichts. Es ist von selbigem Regiment noch kein Einiger Officier, der bey dem Treffen gewesen, anher kommen ind (ist) Alles in eine solche Confusion gerathen, daß keiner fast von dem Andern nichts weiß. Herr Obrist Wampold, welcher das übrige Volkh und Roß Commandirt, und seine Officir halten davor, daß Sie alle umkommen oder gefangen sein müssen‘. General Salis und Oberst Spiegel hätten sich nämlich ‚in Ein Schlechtes Edlhauß retirirt und wären vom Feind also umringet‘ worden, daß sie sich schwerlich hätten ‚salviren‘ können. Doch wolle man noch abwarten, ‚wer heut noch kommen möchte‘, wie man denn allerorts um Gewißheit zu erlangen Kundschafter aussende. Im übrigen habe mann auch erfahren, daß der Feind die Kaiserlichen bis auf 4 Meilen vor Eger verfolgt, dann aber wieder in seine Quartiere in Meißen und Thüringen sich zurückgezogen habe und Leipzig[10] wie auch Torgau ‚ploquirt halte‘. […]

Am 5. März meldete Burhus der Regierung zu Amberg,[11] ‚dem gemeinen Geschrei nach‘ solle der Feind, ‚weil in der (Obern) Pfalz nit bastante defension beschechen‘ sei, vorhaben, ‚mit oder ohne seine völlige Armada‘ daselbst ‚den Maister zu spieln‘ “.[12]

Im Januar 1644 hielt sich Odowalsky in Eger auf, wie sich der Chronist und Bürgermeister Georg Leopold[13] aus dem von Eger abhängigen Marktredwitz[14] erinnert,[15] desgleichen im Oktober 1644 auf Gehaag.[16]

Für den Dezember 1645 schreibt Leopold: „Als wir nun den 8. Dezember nach Eger kamen, haben wir vor dem Tor 6 Kompagnien Reiter – samt dem Troß an [die] 800 [Mann] stark – stehend gefunden, die im Egerkreis Quartier machen wollten. Weil sie aber keine richtige Order [hatten], ist es ihnen abgeschlagen worden.  Sie haben sich aber nit daran gekehrt, sondern haben sich mit Gewalt um die Stadt [herum] eingelegt. Zur Abwendung dessen sind H[err] Bürgermeister Dressel, H[err] Oberstleutnant Ottowalski und Oberstwachtmeister Moser nach Klattau[17] ins kaiserliche Hauptquartier gereist. Unterdessen haben diese Völker nach [ihrem] Belieben gehaust, weshalb sich die Kreisstände mit beiden Oberstwachtmeistern verglichen und die Quartiere [für] 3 Kompagnien vom Graf Auersbergischen und 3 Kompagnien vom Stahlischen Regiment anders verteilt haben. Eine Kompagnie hat die Ritterschaft zur Verpflegung angenommen [und] 5 sind der Stadt geblieben“.[18] Leopold erwähnt ihn wieder unter dem 14.4.1646, als er wegen der Quartierverteilung um Eger mit anderen Offizieren in Marktredwitz erschien.[19]

1648 spielte Odowalsky, der „tolle Invalide“,[20] eine unrühmliche Rolle beim Überfall Königsmarcks auf die Prager Kleinseite. Am 30.5.1648 war er von Königsmarck in schwedischen Sold übernommen übernommen worden.

„Diese Truppe war ein eigens abgestelltes Korps unter Königsmarck, der den Auftrag erhalten hatte, noch einen Einfall in die kaiserlichen Erblande zu machen. Wenige von denen, die auf den sommerlich staubigen Wegen dahintrabten, wußten, daß sie im Begriff waren, einen unerhört gewagten Coup gegen Prag auszuführen. Im Normalfall hätte sich ein Feldherr mit so wenigen Truppen nicht an ein derartiges Unternehmen herangewagt, denn Prag war eine der größten Städte Europas, mit mehreren Ringen von Mauern und Festungsanlagen umgeben, gut bestückt mit Kanonen und von rund 1000 regulären Soldaten sowie einer bewaffneten Bürgermiliz bewacht, die bis zu 12000 Mann zählen sollte. Nun war Königsmarck, kürzlich mit dem imposanten Titel eines Feldmarschalleutnants behängt, kein gewöhnlicher Feldherr, sondern ein verschlagener Fuchs und Streifzugkrieger mit ständigem Appetit auf abenteuerliche Unternehmungen. Außerdem hatte er eine geheime Waffe in Gestalt eines kaiserlichen Überläufers,[21] der versprochen hatte, den Schweden in die Stadt zu helfen.

Dieser Mann war Ernst Odowalsky, der sich einst in der kaiserlichen Armee vom Gemeinen zum Oberstleutnant hochgedient hatte, aber nun ins Unglück geraten war; zuerst verlor er seinen rechten Arm und damit seinen Posten. (Ansonsten kam es oft vor, daß Offiziere, die eine schwere Verwundung überlebten, unter den Fahnen blieben. Ein vielleicht etwas drastisches Beispiel hierfür bietet Josias von Rantzau, der nacheinander den Dänen, den Schweden, dem Kaiser, dann wieder Schweden und schließlich Frankreich diente; während dieser Zeit soll er nicht weniger als sechzig Verwundungen erhalten und ein Auge, ein Ohr, einen Arm und ein Bein verloren haben. Derartige Piratenphysiognomien zu Pferde waren in den verschiedenen Armeen kein ungewöhnlicher Anblick.) Zu allem Überfluß wurde Odowalskys Haus in Eger[22] im Verlauf der Belagerung 1647 von den Schweden geplündert und niedergebrannt. Nachdem er ohne spürbares Resultat den Kaiser um Hilfe ersucht hatte, wandte er sich in seiner Verbitterung an die Schweden. Gegen Ende Mai hatte er Königsmarck aufgesucht und vorgegeben, in schwedische Dienste treten zu wollen, ließ aber gleichzeitig durchblicken, daß er wisse, wie man sich ohne größere Anstrengung Eingang in die Stadt Prag verschaffen könne. Königsmarck horchte natürlich auf, nicht nur weil Prag die Residenzstadt des Kaisers war, sonderlich in erster Linie, weil der böhmische Adel und die kaiserliche Familie seit dem Beginn des Krieges dort große Mengen von Besitz und Wertsachen aufbewahrten. Die Stadt war wie eine riesige Bank. Königsmarck war gierig und sagte nie nein zu einer kleinen Beute, und als ihm wie hier eine Beute von nahezu biblischen Dimensionen in Aussicht gestellt wurde, konnte er der Versuchung natürlich nicht widerstehen. Er setzte sein Korps nach Osten in Bewegung. Das Ziel war Prag, aber Königsmarck wußte, daß alles von der Geheimhaltung des Plans abhing, weshalb der Vormarsch in einen Schleier von Winkelzügen, falschen Gerüchten und verwirrenden Täuschungsmanövern gehüllt wurde. – – Das zeigen die Briefe Colloredos an W. E. von Lobkowitz sehr deutlich: Am 22.7. schrieb er ihm: Wittenberg setze seinen Vormarsch in Böhmen fort, halte sich nun bei Jaroměř[23] auf und wolle sichtlich zur Elbe ziehen. Königsmarck sei dieser Tage in Eger gewesen, jetzt aber wieder zu seinen Soldaten abgereist. Vor zwei Tagen stand er bei Plan.[24] Alle Bewegungen beider schwedischen Heere müssten aufmerksam verfolgt werden.[25] 3 Tage später hieß es: Königsmarck stehe am 23.7. bei Pilsen,[26] wo er überall Vieh zusammentrieb und gegen Eger treiben ließe. Die Aussagen von Gefangenen ließen nicht deutlich erkennen, wohin sich Königsmarck zu wenden gedenke. Die einen behaupten, sein Ziel sei Saaz, die anderen, es sei die Obere Pfalz.[27] – –

Am 13. [23.] Juli änderte das Korps abrupt die Richtung, ließ Pilsen im Rücken und verschwand in aller Stille auf Prag zu. Eine Avantgarde von 200 Reitern ritt voraus und fegte Reisende und Soldaten aus dem Weg. Jeder, den sie trafen, wurde angehalten und gefangengenommen, damit niemand vor dem Anmarsch der Schweden Alarm schlagen konnte. Am Tag danach erreichte man Rakonitz.[28] Prag lag 50 Kilometer entfernt.

In Rakonitz ließ Königmarck die gesamte Artillerie und den ganzen Troß, von 200 Dragonern bewacht, zurück. Die Pferde der Wagen und Geschütze wurden ausgespannt. Das ganze Fußvolk, rund 1000 Musketiere,[29] wurden beritten gemacht, und zusammen mit den 2000 Reitern des Korps – darunter ein Teil alte Bernhardiner – ritten sie gegen 10 Uhr am Vormittag des 15. [25.; BW] Juli 1648, einem Samstag, auf Prag zu. Am Nachmittag glitten die Kolonnen leise in einen Wald in nicht allzu großer Entfernung von der Stadt. Hier, in den sommerwarmen Wäldern, wurden die letzten Vorbereitungen getroffen. Königsmarck verkündete den Truppen, was auf sie zukam, und stellte ihnen große Beute in Aussicht. Odowalsky hatte eine Liste der wichtigsten Einwohner der Stadt und ihrer Adressen zusammengestellt; alle wohnten auf der sogenannten Kleinseite von Prag am westlichen Ufer der Moldau. Die Liste der Adelspalais wurde durchgegangen, und die Soldaten erfuhren, welches Palais gerade sie plündern dürften. Direktiven für den eigentlichen Vorstoß in die Stadt wurden auch gegeben: Jeder, der mit Waffen in der Hand angetroffen wurde, sollte niedergehauen werden, und auf alle, die sich in den Fenstern zeigten, sollte geschossen werden. Die Truppen wurden in verschiedene Sturmkolonnen eingeteilt, und einige mußten ihre Ausrüstung mit Äxten und anderem vervollständigen. Dann galt es nur noch, die Dämmerung abzuwarten. Ein Teil der Soldaten vertrieb sich die Zeit im Wald mit Kartenspiel und Würfeln.

Nach Einbruch der Dunkelheit ritten sie los. Als Erkennungszeichen trugen sie Eichenlaub an den Hüten. Gegen Mitternacht kamen sie zum Weißen Berg, 5 Kilometer von der Kleinseite entfernt. Der Vortrupp von 100 Mann unter Führung von Odowalsky selbst und begleitet von Königsmarck schlich sich in einen Park, der das kaiserliche Lustschloß Stern umgab. Noch gab es keine Anzeichen, daß sie entdeckt waren. Gerade da hörten sie Laute. Der Sommerwind trug Glockengeläut herüber, dem bald der Klang einer zweiten Glocke erfolgte. Der sonst so kühle Königsmarck wurde plötzlich nervös, er glaubte, in der Stadt werde Alarm gegeben. Odowalsky, der in Prag Dienst getan hatte, konnte ihn damit beruhigen, daß dies nur die Mönche im Brechovkloster und im Kapuzinerkloster bei der Königsburg, dem Hradschin seien, die zur Mitternachtsmesse riefen.

Der Rest der Truppen wurde im Dunkel herangeführt. Fußvolk und Dragoner saßen ab, ließen ihre Pferde im Lusthauspark zurück und zogen leise weiter. Königsmarck und die Kavallerie blieben in einem abgebrannten Dorf knapp einen Kilometer vor den Mauern. Das Fußvolk und die Dragoner rückten noch ein Stück vor, versteckten sich dann aber in einigen Gärten, die direkt vor dem Westtor der Kleinseite lagen. Odowalsky mit dem Vortrupp schlich weiter vor bis zum Wallgraben. Alles war still.

Die Stelle für den Einbruch war gut gewählt. Seit einiger Zeit wurden an den Mauern Ausbesserungsarbeiten durchgeführt, und im Wallgraben zwischen zwei Bastionen lag ein großer Erdhaufen, wo die Grabenden ihre Schubkarren entleerten. Der Haufen reichte fast bis an die Mauerkrone. Hier gingen Odowalsky und seine 100 Männer in Deckung. Sie warteten.

Ungefähr eine Stunde vor Anbruch der Morgendämmerung, als die Glocken der Stadt gerade halb drei geschlagen hatten, wurde ein Zeichen gegeben, und die 100 Männer stürmten den Erdhaufen hinauf und bestiegen den Wall. Sie trugen alle entsicherte Gewehre mit Schnappschlössern oder Pistolen. Einige trugen Äxte und Keulen, die gebraucht wurden, um Türen und Tore einzuschlagen. Die Mauer war leer. Die Truppe teilte sich in zwei Gruppen. Die eine lief nach links, die andere nach rechts zu den beiden Bastionen, die das nächstgelegene Tor flankierten. Bei den Bastionen angekommen, stießen sie auf einige Wachen, doch diese wurden überrumpelt und von der hohen Mauer hinabgeworfen. Odowalsky lief nun sofort mit einer Gruppe Soldaten zum Strahover Tor. Sie kamen an dem Kapuzinerkloster vorüber, dessen Glockenläuten Königsmarck erschreckt hatte. Davor standen zwei Wachen. Die eine wurde niedergeschossen, die andere konnte fliehen.

Nun mußte es schnell gehen. Odowalsky und seine Männer liefen weiter zum Tor und warfen sich über die Wache, die niedergemacht wurde. Das Tor wurde aufgestoßen. Die Zugbrücke wurde heruntergelassen. Odowalsky stürmte hinaus in das schwache Licht der Morgendämmerung. Er rief die Soldaten, die in den nahegelegenen Gärten versteckt waren. Die schwer bewaffneten Männer ergossen sich in einem dunklen Strom durch das Gewölbe, hinein in die Straßen der Stadt. Dann brach der Tumult los. Schlaftrunkene Bürger und Soldaten sprangen aus ihren Betten und liefen halbnackt aus ihren Häusern, sie wurden von gezückten Degen und krachenden Schüssen empfangen. Wer seinen Kopf aus dem Fenstern steckte, wurde beschossen, unter anderem ein Frantisek Sternberg,[30] der von einem Schuß getroffen wurde, als er hinausschaute, um nachzusehen, was los war – er starb einige Wochen später. Ein Obristleutnant Schmidt[31] lief hinunter zur Karlsbrücke, die die beiden Hälften Prags verbindet. Er wurde erschossen, denn eine schwedische Abteilung hatte bereits den Brückenturm besetzt, um Entsetzungsversuche von der östlichen Seite des Flusses zu verhindern. Zwei Grafen namens Černin[32] und Michna[33] versuchten, mit einem Boot über das Wasser zu fliehen, aber sie wurden von pfeifenden Kugeln getroffen. Prags Kommandant [Rudolf v.; BW] Colloredo – der im Nachthemd war, nachdem er aus dem Bett gesprungen und durch Gärten und Weinfelder gelaufen und dann über die Stadtmauer geklettert war – entging jedoch den Schüssen und rettete sich mit seinem Lakai und seinem Sekretär in einem Fischerboot hinüber ans andere Ufer. Als die Morgensonne auf die Kleinseite schien, waren die Kämpfe so gut wie vorüber. Rund 150 Bürger und kaiserliche Soldaten waren tot, 350 verwundet. Die Schweden hatten lediglich einen Leutnant und sieben Mann verloren. So groß war die Überraschung gewesen. Viele hochgestellte Persönlichkeiten waren auch in die Gewalt der Schweden geraten, unter anderem der Erzbischof von Prag.[34]

– – Odowalsky schrieb in seiner Rechtfertigungsschrift: „Als er nun zu seiner Ankunfft in Falckenaw[35] die Seinigen nach Schlackenwalde[36] geführt / seye Herr Obrist-Wachtmeister Moser auch dahin kommen / und begehrt / er sollte noch einmal mit jhme nach Prag reysen / dessen er sich / auß Mangel der Zehrung geweigert / er aber / jhme zehen Reichsthaler darzu vorzuschiessen sich erbotten / welche er acceptirt / und mit jhme fortgeritten / in Hoffnung / endlich noch etwas fruchtbarliches zu erhalten. Demnach er sich nun bey dem Herrn Kriegs-Præsidenten wieder angemeldet / habe er zur Antwort vernehmen müssen / er könte jhm helffen; sollte bey Ihrer Käyserl. Majestät durch ein Memorial wieder einkommen; worauff er zwar seine Unmöglichkeit / länger zu warten / und sich vergeblich umbtreiben zu lassen / zu erkennen geben / beneben außtrücklicher Vermeldung / er auß Noth einen Herren haben und suchen müste; aber doch / weder von jhme / noch andern Ministris, einige Vertröstung geringster Hülffe durch Kriegs-Dienste / oder in andere Wege / nicht hören noch vernehmen können: Derowegen er nunmehro gantz Trostloß / und in höchster Perplexität / sich wieder von Prag nach Schlackenwald begeben / und die Seinige von dar nach Plauen[37] ins Voitland gebracht; darauff auß tringender Noth / sich und den Seinigen die unentbehrliche Lebensmittel zu schaffen / sich resolvirt / bey der Cron Schweden umb Dienste sich anzugeben; gestalt er dann unverlängert sich von dar nach Bareuth[38] verfügt / und daselbst erfahren / dass Ihre Excellentz Herr General von Königsmarck zur Weyden[39] ankommen; zu welcher er geritten / und seine Dienste præsentirt; aber von derselben in Antwort vernommen: Wann gleich ein Regiment vacirte / könnte sie jhme solches doch nicht geben / sintemal er von Königlicher Majestät an deß Herrn Pfaltzgraffen und Generalissimi Hochfürstl. Durchl. welche ehister Tagen auff Teutschen Boden kommen würde / verwiesen: dahero er / Herr General / ohne Vorwissen Ihrer Durchl. nichts thäte: Dieses doch wolte er jhm versprechen / er hette noch eine esquadron zu Osterwick[40]/ dieselbe wolte er jhm geben / und von Ihr Hochfürstl. Durchl. nicht nur allein die confirmation darüber zu wegen bringen / sondern auch für jhne intercediren, dass er Geld und Patenten bekommen möchte / ein Regiment darauß zu richten; welches dann seine Bestallung / die er unter Ihrer Excell. Namens eygenhändigem und beygetrucktem Insiegel / sub dato Weyden den 20. May Anno 1648. habe / mit mehrerm besage.

Unterdessen haben Ihre Excellentz jhme Monatlich ein hundert Reichsthaler zum Tractament vermacht; hingegen deroselben er einen Revers / unter obigem dato / von seinen eigenen Händen gegeben / dass er der Cron Schweden getrew seyn / und wider dero Feinde ehrlich helffen und dienen wolle.

Nach diesem giengen Ihre Excell. nach Falckenaw: jhme aber erlaubten sie / nach Planaw[41] zu den Seinigen zugehen / und jhnen etwas Lebens-Mittel zu schaffen / alsdann wieder zu Ihrer Excell. sich zu finden: Welche dann nach Eroberung Falckenaw in die Ober-Pfaltz marchirt / Falckenberg[42] und Waldeck[43] beschossen und eingenommen; vor dar sich in Person nach Eger begeben: wohin er sich auch gefunden / etliche Tage daselbst verblieben / hernach mit derselben nach der Königswerther[44] Schantz gangen / selbige demolirt; dann mit Stücken und Bagage weiter nach H. Creutz[45] in Böhmen gerückt / woselbsten Ihre Excellentz etliche 100. Carabiner und Sättel außgeben lassen: von dar nach Glattow[46] und Pilsen auffgebrochen / alda in 3000. Stück Viehe hinweg genommen / die Nacht darauff bey Pilsen stehend blieben; deß andern Tags nach Wehla[47] / von Wehla nach Rakonitz[48] gangen / unter wegs aber / jenseits deß Closters Plaß[49] / haben Ihre Excellentz Rendezvous gehalten / jhne mit zwey hundert Reuttern voran commandirt / Rackonitz zuberennen / welches er gethan / und einen Wachtmeister von Graff Warffoseischen [Peter v. Warlowski ?; BW] Regiment / mit vier Reuttern darinn gefangen bekommen.

Den 25. Julii habe Herr General Stück und Bagage zu Rackonitz stehen lassen / umb zehen Uhr Vormittag den March so eylig angestellt / dass sie gegen Abehnd / zwischen drey und vier Uhren / jenseits der Doboreitz[50] drey kleiner Meilen von Prag / ankommen / in dem Wald an der Landstrassen stehen blieben / biß sich Tag und Nacht scheiden wollen; unterdessen haben Ihre Excell. berathschlagt / wie eine Impresa auff Prag vorzunehmen seyn möchte; dass nun hierzu / seiner Wenigkeit nach / er einen Rath nicht ebenmässig solte gegeben haben / könne er nicht in Abrede seyn: Haben also Ihre excellentz nach solcher Berathschlagung / so balden Ordre erheilt / jhme (Odowaltzky) die avantgarde mit hundert Fewer-Röhren geben / auff jhne habe gefolgt Obrister Lieutenant Volmar / mit drey hundert Mann; auff jhne Obrister Coppy [Johann v. Koppey; BW] / mit dem gantzen Rest deß Fußvolcks: darauf Ihre Excellentz mit der Cavallerie, dass sie also umb Mitternacht / wie man in Prag die Schaar-Wache[51] gethan / auff dem Weissen-Berg beym Closter ankommen: Worauff der Herr General gesagt: Es seye lärmen in der Stadt / deme er geantwortet / sie würden bald hören / dass man in allen Clöstern zur Metten leutten werde / und dahero nichts zu bedeuten hette.

Mittlerweilen seyen sie mit den Völckern näher kommen / die Tragoner beym Thiergarten absitzen und marschieren lassen: Unter dem Thiergarten dem alten Closter gegen der Statt: Der Herr General aber seye mit der Cavallerie unter dem abgebranten Dorff im Feld ohngefehr einen Canonschuß von der Statt / stehen blieben.

Wie es nun 2. vierthel auff 3. geschlagen / seye er (Odowalßky) hinter dem Capuciner Closter / zwischen zweyen Wercken / mit / mit den 100. Mann hinauff gangen / allwo die Schildwache / oben auff der rechten Hand auff selbigem werck / jhne zwar angeruffen / aber nicht Fewer geben / welche / alß er hinauff kommen / durch 2. Soldaten / sampt dem Gewehr / er hinab werffen lassen / darauff die Schildwache auff dem Werck der lincken Hand darvon gelauffen: Er aber seye mit seinen 100. Mannen gerade dem Strohöfer Thor zugeeylet / allwo dieselbige Wacht so bestellt gefunden / dass sie nit eher Lärmen gemacht / biß sie jhne / mit seinem Troupp / nahe bey jhnen gesehen; darauff sie erst Fewer geben / und jhme 2. Soldaten geschossen / er aber die gantze Wacht / sampt dem Leutenant / Caput gemacht; hierauff in aller Eyl die Thore auffschlagen / die Schlagbrücken[52] herunter lassen / den Schlagbaum vor dem Graben auff der Brücken lassen auffschmeissen / und selbst hinauß gelauffen / die übrige Trouppen / welche alle noch unter deß Graff Schlicken Garten gestanden / herbey geruffen / so da Hauffenweise den Thoren zugelauffen / und alßdann mit jhme / den holen Weg nach der Statt hinunter fortgangen: an den newen Weg seye jhme der Obrist Lieutenant Schmied[53] / vom Wallensteinischen Regiment / ohne Hut begegnet / welchen er so balden auff den Peltz schiessen lassen; womit er umbgekehrt / und nach der Brücken gejagt. Unter dessen seye er fort die Gassen hinunter auff den Platz gangen / (da die Spiele[54] hin und wieder gerühret worden:) Die Soldaten / so man im Gewehr angetroffen / niedergemacht / und schleunig auff die Brücken zugeeylet / den Thurn davor / und die Häuser auff beyden Seyten besetzt / die Brücken dardurch zu bestreichen; weiters einen Capitain mit 30. Mann hinunter an die Fähre zu den Schiffen commandirt / selbigen Posten zu bewahren: Er aber / vor seine Person / sey ohngefehr mit zwey hundert Soldaten auff der Brücken stehen blieben / und selbige defendirt, biß Ihre Excellentz der Herr General mit der Cavallerie selbst kommen / und nach dero Belieben den Anstalt ferner  gemacht.

Auff diese Art und Weise nun / seyen den sechs uñ zwantzigsten Julii dieses sechzehen hundert uñ acht und viertzigsten Jahrs / die hohe Wercke vor Prag durch hundert Mañ erstiegen / und dadurch das Königliche Schloß / und kleine Stadt Prag / weder durch Intelligentz / noch Hülff einiges Menschen daselbst / sondern / nechst Göttlichem Beystand / mit offenem Kriegs-Gewalt / und bewehrter Hand / erobert und eingenommen worden: Wobey sich dann nicht wenig zu verwundern / nach dem deß Herrn Generals Excellentz mit Stücken und Pagage in das Königreichen gangen / bey Pilsen das Viehe wegnehmen lassen / und eine gantze Nacht allda gestanden; Welches dann in der Stille / und unvermerckt nicht habe geschehen können; dass man weder durch Patrouillien den Feind recognoscirt, noch in Prag die Wachten also besetzt und versehen worden / dass nicht durch so wenig Volck verlohren gangen / was hierbevorn gantzen Armeen widerstanden / und deren sich erwehret hat: Werde auch ein jeder unpassionirter auß oberzehltem gründlichen Verlauff leicht ermessen können / ob solche Königliche Residentz mit Verrätherey / und Verstand der Innwohner / oder durch negligence und Unvorsichtigkeit der jenigen / welchen der Platz anbefohlen und vertrawet gewest / verlohren worden. Bißhero deß Herrn Obristen Ernst Odowalßky Bericht / so er an statt einer apologi oder Schutz-Rede einhändigen lassen“.[55] – –

Leslie hatte am 30.7. Piccolomini aus Linz[56] mitgeteilt: Königsmarck habe sich der Prager Kleinseite und der Burg bemächtigt; es bestehe wenig Hoffnung auf eine Verteidigung der übrigen Prager Städte und ebenso wenig auf einen Widerstand des ganzen Königsreichs Böhmen.[57] Am 3.8. antwortete er ihm: Er ersuche um Mitteilung, wem die Schuld an einem so unglaublichen Erfolg des Gegners gegeben wird. Er habe nämlich einen Brief aus Prag erhalten, in dem der Schreiber – gemeint war Martinitz – die Eroberung von Prag voraussagt und meint, Colloredo sei zwar erfahren, aber zu alt und ohne Hilfe. Auch habe in der Stadt ein Regiment gelegen, dass von Offizieren geführt wurde, die sich mehr um den eigenen Beutel scherten als um den kaiserlichen Dienst und darum in der ganzen Stadt verhasst gewesen seien. Er selbst wundere sich darüber, wie so viele kluge Kavaliere ihre Gemahlinnen, ihr Leben und ihren Besitz in Gefahr bringen, und wie zwei- oder dreitausend Leute die kaiserliche Residenz besetzen konnten.[58] Leslie antwortete am 11.8., die Schuld an dem Verlust Prags werde in Linz Colloredo zugemessen; Adel und Volk des Königsreichs seien entrüstet über sein Verhalten und wollten ihn, bis es mit der Zeit möglich sein wird, vor Gericht verklagen. Wittenberg und Königsmarck befestigten die Orte zwischen der Moldau und der Stadt Beraun,[59] damit diese Prag nicht zu Hilfe kommen kann.[60] Piccolomini fand es unglaublich, dass ein so schwacher Gegner die Kleinseite überrumpelt habe, ohne einen Schuss abzugeben.[61] Königsmarck selbst schrieb am 30.7. an Johan Oxenstierna: „Euere Gräfl. Excellenz verhalte ich hiermit gebührend Nachricht nicht, daß ich nächst Gottes Beistand den 16. [26.] dieses mit anbrechendem Tage sowohl das hiesige kgl. Schloß als die kleine Seite der Stadt glücklich bekommen habe. Was an Stücken und Munition allhier befindlich, ist aus der eingelegten Specification zugesendet. Nach der Königlichen Kron habe mich […] erkundigt, allein ist selbige von der Kaiserlichen Majestät jüngst bei dero Abreise mitgenommen“.[62] – Der Chronist Leopold aus Marktredwitz hielt dazu in seiner Hauschronik fest: „Da wenig Offiziere(r) den Anschlag entdeckt hatten, [man] auch nicht wußte, ob er auf Prag gerichtet war und [niemand] wußte, wo und an welchem Ort eingefallen wurde, ist er in solcher Stille [vor sich] gegangen, daß sie in solcher Furi[e] und Geschwindigkeit die Schanzen erstiegen, die Wach(t) niederstießen und die Tore von innen öffneten, damit auch die Reiterei hineindringen konnte. So sind sie dann ohne Verluste des Ratschins und der Kleinseite Meister worden. Drin haben sie dann nit allein von allen kostbar(lich)en Sachen, sondern auch an Gold, Silber und Edel(ge)steinen einen so großen Reichtum von etlich[en] Millionen Geldeswert bekommen, daß selbst die Musketiere(r) davon so reich geworden sind, daß manche an einem [einzigen] Tag viele 100 Reichstaler verspielt haben“.[63]

Nun, da die Kleinseite in schwedischer Hand war, die Tore besetzt und die Flußseite gegen Rückeroberungsversuche vom östlichen Teil der Stadt gesichert waren, durften die Soldaten sich ans Plündern machen. Es wurde eine groteske Angelegenheit. […] Die Plünderung dauerte zwei ganze Tage und Nächte, und die Beute war unfaßbar groß. Mehr Reichtümer als irgend jemand sich hätte träumen lassen, waren hier in Schatzkammern und Kellergewölben versteckt. Aus dem Palais des Stadtkommandanten Colloredo wurden 12 Tonnen Dukaten und über 2, 5 Tonnen Silber herausgetragen. Aus dem Palais des getöteten Grafen Cernin wurde Gold im Wert von mehreren 100 000 Talern gestohlen. In einem Kloster[64] fanden sie 100 000 Taler in barem Geld. Dem Postmeister Paar wurden 18 000 Taler abgenommen, und so weiter. Man sah schwedische Soldaten Münzen nicht Stück für Stück abmessen, sondern Hut für Hut. Königsmarck selbst konnte fünf Wagen mit Gold und Silber füllen“.[65] Dies war wohl notwendig, um dieser letzten Phase vor Kriegsende mögliche Meutereien[66] unter den zur Abdankung stehenden Verbänden wegen der zu erwartenden geringen Abdankungssumme für die unteren Ränge zu verhindern.

Rudolf von Colloredo schrieb sich rechtfertigend am 18.8. aus Prag an Piccolomini: Nach langen Nachforschungen ist die wahre Ursache des schwedischen Erfolgs ermittelt worden. Obristleutnant Odowalski wurde zum Verräter. Er hat in Eger ein Haus und im Egerland einigen Grundbesitz, hatte vor einem halben Jahr bei Hof um eine Kommandantenstelle angesucht und ihn einige Male bei den Inspektionen der Befestigungen begleitet. Er versprach Königsmarck, ihm für eine Belohnung von 20 000 Rt. das Strahower Tor zu öffnen und verlangte von diesem nur fünfzig bewaffnete Infanteristen. Mit diesen überschritt er den von der St. Margaretenkirche herabrinnenden Bach, hielt sich an der Rückseite des Kapuzinerklosters und erreichte über den Garten des Grafen Schlick das Haus Haugwiz; von dort ging er zur Torwache, überfiel und erschlug sie und öffnete das Strahower Tor. Vor diesem wartete bereits Königsmarck mit seiner gesamten Reiterei, drang ein, stellte rasch eine Wache ans Tor und kam in Person bis zu seinem Haus; dort betrat er den Hof, es erschien der Verräter Odowalski und fragte Königsmarck, ob er jene 20.000 Rt. nun verdient habe. Dieser bestätigte ihm auf seine Kavaliersehre, daß er sie verdient hat. Hierauf trat Königsmarck in sein Haus ein und ließ ihn im Weinberg und der gegenüber liegenden Toreinfahrt suchen, im Glauben, er hätte im Karmeliterkloster Zuflucht gefunden.

Königsmarck ließ dann die Kleinseite, die Burg und die Kaiserliche Galerie völlig ausplündern und nahm sich heraus, mit den Adeligen und Damen derart umzugehen, dass ihnen nicht einmal das Hemd auf dem Leibe blieb; heute könnte man in der Stadt Damen in Leinenkleidern sehen, wie sie die Weiber auf dem Land tragen, ein kläglicher Anblick ! Salvaguardien ließ Königsmarck nur in das Haus des Fürsten Lobkowitz, der Frau von Bilina [Anna Maria v. Sternberg, verehelichte v. Lobkowitz; BW] und des Grafen Berka legen, alle übrigen Häuser überließ er der Plünderung, die mehrere Tage dauerte. Wittenberg selbst sagte, sie hätten nicht ärger hausen können, wenn sich die Kleinseite gewehrt, und Blut, Menschen und Zeit gekostet hätte, und fügte hinzu, all dies sei überhaupt nicht die Absicht der schwedischen Krone gewesen.

Nach einigen Tagen entließ Königsmarck die Damen nach Hause, behielt jedoch die meisten Adeligen als Gefangene auf der Burg und verlangt, außer allem, das er ihnen genommen, noch große Geldsummen von jedem, wobei er ihnen droht, er werde sie ins Jenseits befördern. Er benimmt sich wie ein Barbar und völlig ohne Rücksicht auf Frauen. Die Schweden behalten ihre Beute für sich; Gold, Silber, Schmucksachen und Bargeld übersteigen die Summe von 6 Millionen, andere Mobilien nicht eingerechnet.[67]

Nach eigenen Schätzungen machten die Schweden bei der Eroberung der Kleinseite in Prag eine Beute im Wert von 7 Millionen Reichstalern. Königsmarck hatte 28.000 Rt. aus der Prager Beute erhalten.[68] Königsmarck hatte seine Millionenbeute auf der Burg Neuhaus (Archiv, Zeughaus und Schatzkammer des Deutschen Ordens) bei Mergentheim[69] deponiert. Zu Kriegsende soll der ehemals mittellose Königsmarck ein Vermögen von fast einer Million Rt. und ein Einkommen von etwa 130.000 Rt. in Schweden besessen haben.[70]

Nach dem Kupferstich im „Theatrum Europaeum“ (um 1650 entstanden) soll er 1648 [!] ermordet worden sein.

Auf dem Westfälischen Friedenskongress erreichten die Schweden eine besondere Schutzerklärung für Odowalsky.[71]

1651 wurde er als „von Streitberg“ von Königin Christina von Schweden in den Adelsstand erhoben.

Er starb am 15.3.1672 auf seiner Besitz Oberndorf.[72]

[1] So KNESCHKE, Adels-Lexikon Bd. 6, S. 566f.

[2] DESING, Avxilia Historica, S. 390f.

[3] ANGER, Illustrirte Geschichte Bd. 2-3, S. 681f.

[4] Marienberg; HHSD VIII, S. 215f.

[5] LEHMANN, Kriegschronik, S. 75. Lehmann datiert nach dem Alten Stil.

[6] Ruppertsgrün, heute Ortsteil von Pöhl [Vogtlandkr.].

[7] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.

[8] Bad Königswart [Lázně Kynžvart, Bez. Eger]; HHSBöhm, S. 20f.

[9] Tepl [Teplá; Bez. Karlsbad]; HHSBöhm, S. 603f.

[10] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.

[11] Amberg; HHSD VII, S. 20ff.

[12] SALIS-SOGLIO, Hans Wolf von Salis, S. 91f.

[13] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 151f.

[14] Marktredwitz; HHSD VII, S. 429f.

[15] BRAUN, Marktredwitz, S. 201.

[16] BRAUN, Marktredwitz, S. 224; Gehaag [Háje], heute Ortsteil von Eger [Cheb].

[17] Klattau [Klatovy]; HHSBöhm, S. 262ff.

[18] BRAUN, Marktredwitz, S. 246.

[19] BEAUN, Marktredwitz, S. 265.

[20] So HÖBELT, Ferdinand III., S. 283.

[21] Am 30.5.1648 von Königsmarck in schwedischen Sold übernommen.

[22] Im heutigen Ortsteil Gehaag [Háje].

[23] Jaroměř [Bez. Nachod]; HHSBöhm, S. 228ff.

[24] Plan [Planá, Bez. Tachau]; HHSBöhm, S. 454.

[25] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1139.

[26] Pilsen [Plzeň]; HHSBöhm, S. 444ff.

[27] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1140.

[28] Rakonitz [Rakovník]; HHSBöhm, S. 308f.

[29] Nach HÖFER, Ende, S. 216, sollen es 600 gewesen sein.

[30] Gemeint ist hier der Oberstlandrichter Graf Franz v. Sternberg, der wenige Tage später starb.

[31] Er gehörte zum Regiment Waldstein u. wurde von zwei Kugeln getroffen. Er starb am nächsten Tag an seinen Verletzungen.

[32] Heřman Graf Černin v. Chudenice, kaiserlicher Rat u. Kämmerer, Generalproviantmeister u. Obrist.

[33] Gemeint ist Wenzel Graf Michna v. Waitzenau/Weitzenhofen, Hauptmann der königlichen Altstadt Prag.

[34] Vgl. TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1152.

[35] Falkenau [Falknov nad Ohří, seit 1948 Sokolov, Bez. Falkenau]; HHSBöhm, S. 139ff.

[36] Schlaggenwald [Horní Slavkov, Bez. Falkenau]; HHSBöhm, S. 549f.

[37] Plauen [Vogtland]; HHSD VIII, S. 279ff.

[38] Bayreuth; HHSD VII, S. 77f.

[39] Weiden; HHSD VII, S. 794ff.

[40] Osterwieck [Kr. Wernigerode/Halberstadt]; HHSD XI, S. 359f.

[41] Plauen [Vogtland]; HHSD VIII, S. 279ff.

[42] Falkenberg [LK Tirschenreuth]; HHSD VII, S. 192f.

[43] Waldeck; erwähnt unter Kemnath; HHSD VII, S. 351.

[44] Bad Königswart [Lázně Kynžvart, Bez. Eger]; HHSBöhm, S. 20f.

[45] Heiligenkreuz (bei Bischofteinitz)

[46] Klattau [Klatovy]; HHSBöhm, S. 262ff.

[47] Bisher nicht identifiziert.

[48] Rakonitz [Rakovník]; HHSBöhm, S. 508f.

[49] Plaß [Plasy; Bez. Pilsen-Nord]; HHSBöhm, S. 455f.

[50] Dobříš [Dobříš, Bez. Přibram]; HHSBöhm, S. 111f. ?

[51] GRIMM; GRIMM, DWB Bd. 14, Sp. 2227: „das wachen, der wachtdienst, den mehr als einer, eine schar, abtheilung, versieht, die meist entweder zusammen patrouilliert oder patrouillen ausschickt, daher dann wie patrouillendienst, ronde (gegensatz schildwache, posten, vgl. 2) und wachtdienst im allgemeinen sinne, auch wenn nur von einem die rede ist. die zusammenstellung mit schar, frohne, die reihe herum gehende dienstleistung“.

[52] Zugbrücke

[53] Er gehörte zum Regiment Waldstein u. wurde von zwei Kugeln getroffen. Er starb am nächsten Tag an seinen Verletzungen.

[54] Trommeln

[55] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 6, S. 326ff.

[56] Linz; HHSÖ I, S. 66f.

[57] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1144.

[58] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1151.

[59] Beraun [Beroun]; HHSBöhm, S. 31f.

[60] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1153.

[61] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten Kriegsakten in genere 179, fol. 113-114: Picoolomini an Reichsvizekanzler Kurz, Landau, 1648 VIII 04.

[62] JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 398. Vgl. de la Croon an Piccolomini, Beraun, 1648 VIII 01; TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1149.

[63] BRAUN, Marktredwitz, S. 344.

[64] Nach HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 295, in dem Kloster Kleinschnien.

[65] ENGLUND, Verwüstung, S. 514ff. Vgl. JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 398.

[66] So PETERS, Söldnerleben, S. 227.

[67] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1155.

[68] Státní oblastní archív v Zámrsku Rodinný archiv Piccolominiové 27.137 (italienisches Original); TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 1329, 392: Montecuccoli an Piccolomini, Prag, 1648 XII 23. Zur Meuterei des Regiments Steinecker in Schweinfurt 1649 LORENTZEN, Schwed. Armee, S. 188: Die Soldaten wollten abgedankt werden, „um der Früchte des Friedens, der durch ihre Mitwirkung zu Stande gekommen sei, nun auch genießen zu können; die Krone Schwedens habe keine Feinde mehr, darum wollten sie sich auch nicht mehr mit Weib und Kind einen so weiten Weg hinschleppen lassen“. Vgl. ferner SCHMIDT, Chronica, S. 702f., für die schwedische Besatzung in Zwickau nach dem Westfälischen Frieden: „Umb diese Zeit etwas zuvor sahe man unter denen hier einqvartirten Soldaten wunderliche Verenderung: Etliche wurden froh / daß sie wiederumb frey zu werden Hoffnung hatten / etliche wurden betrübt / und wusten nicht was sie sich und die ihrigen zuernehren (denn die meisten hatten Weib und Kinder) fürnehmen solten: Etliche auch wurden grimmig und böse / stahlen und nahmen was sie ergreiffen und darvon bringen kunten / insonderheit waren die Kühe in Ställen nicht sicher. Denn es wurden derselben viel bey nächtlicher weise heraus gezogen / in Büschen und anders wo geschlachtet / das Fleisch aber und die Häute sind hernach hin und her verparthiret worden: wie sichs denn auch befunden / daß sie den 10. Junii in der Nacht / allein in den alten Gemäuer der abgebranten Kirche St. Mauricii zwo auff solche Art niedergeschlagen hatten“. Zur Abdankung der Kaiserlichen vgl. allgem. HOYOS, Kaiserliche Armee.

[69] (Bad) Mergentheim; HHSD VI, S. 41ff.

[70] BÖHME, Testament; HENNING, Vorindustrielles Deutschland, S. 243.

[71] OSCHMANN, Nürnberger Exekutionstag, S. 207, Anm. 27.

[72] Oberndorf, heute Ortsteil von Möhrendorf [LK Erlangen-Höchstadt].

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