Mérode-Waroux [Meroda, Merodi, Myrdo, Merodo], Jean [Johann] II. Comte de

Mérode-Waroux [Meroda, Merodi, Myrdo, Merodo], Jean [Johann] II. Comte de; Generalfeldzeugmeister [1584 oder um 1589-10.7.1633 Nienburg]

Beim Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges stand der einem wallonischen Adelsgeschlecht Merode[Abb. rechts] entstammende Jean II. [Johann] Comte de Mérode-Waroux [Meroda, Merodi, Myrdo, Merodo] [1] in spanischen Diensten.

An der Schlacht bei Záblatí[2] am 10.6.1619 nahmen auch Wallenstein[3] als Inhaber eines Kürassierregiments teil, Piccolomini[4] ebenso wie das Regiment Marradas, das sich im Krieg gegen Venedig ausgezeichnet hatte, die Husaren unter dem Palatin Graf Forgách und die Raaber Grenzhusaren unter Lengyel[5]  sowie 300 Mann zu Fuß unter Mérode. 1620 kämpfte Mérode unter dem Kommando Bucquoys in der Schlacht am Weißen Berg.[6] „Maximilian[7] war den Kaiserlichen am 1. September [1620; BW] nach Zwettel[8] entgegengerückt entgegengerückt und hoffte, sich den folgenden Tag mit ihnen in Neupölla[9] zu vereinigen. Der Tag verging, aber die Kaiserlichen kamen nicht. Als die bairische Avantgarde am 3. September eben aufgebrochen war, erschien von Seiten Bucquoy’s der Capitain Merode und erklärte: der kaiserliche General wage nicht aus seinem Lager abzumarchiren, weil er dem Feinde auf mehr als eine französische Meile[10] die offene Flanke bieten müsse. Der Herzog möge sich desshalb in seine Quartiere nach Krems[11] begeben. ‚Das schien doch S. H. sonderbar, dass der Graf nicht gleich anfangs, sondern erst zur festgesetzten Stunde des Abmarsches eine solche Gefahr wahrgenommen haben sollte und dass er den Herzog aufforderte, einen Weg zu nehmen, den er selbst einzuschlagen sich nicht getraute’. Man war im bairischen Hauptquartiere äußerst erbittert, man glaubte dort einen Augenblick, die Aufforderung enthalte eine absichtlich ein Buquoy gestellte Falle. Der Herzog lehnte mit Rücksicht auf seine erschöpften Truppen und mit Hinweis auf das monatelange Stillliegen der Kaiserlichen Buquoys Gesuch ab“.[12] Während der Schlacht scheint er sich für die im ‚Stern’ eingeschlossene böhmische Besatzung verwendet zu haben. „Von allen Seiten drängten Baiern und Kaiserliche jetzt auf den Stern zu. Dessen Besatzung floh entweder über die nördliche Mauer auf Prag oder sie bot, mit dem fortwährenden Rude: Gnade, Gnade ! ihre Ergebung an. Ein Theil der über den hartnäckigen Kampf mit den Mährern erbitterten Neapolitaner überstieg in der ersten Wut die Mauer und hieb nieder, was ihnen unter die Klinge kam. Unterdessen war die Angst und Noth der Eingeschlossenen von aussen bemerkt worden. Der Baron Merode de Warroux näherte sich Buquoy und bemerkte, dass die böhmische Besatzung im Stern gewiss gänzlich von der kampferhitzten, blut- und beutegierigen Soldateska getödtet werden würde, wenn man deren Wuth nicht Einhalt thue. Der Graf befahl dem Capitän 200 Mann zum Schutze der Eingeschlossenen zu sammeln; letztere hatten aber schon vorher auch an Maximilian von Baiern um Hilfe gesandt. Als Merode im Parke ankam, war dem Morden schon gewehrt worden. Am schlechtesten war von der Besatzung die zweite Königscompagnia fortgekommen. Am meisten gehasst und an ihrer abstechenden Bekleidung rasch erkannt, war sie der Wuth der Feinde fast ganz zum Opfer gefallen. Von den übrigen hatte sich jeder kaiserlicher Soldat einen oder mehrere, möglichst große Beute versprechende Gefangene, deren hier etwas über 500 gemacht wurden, ausgesucht. Erbeutet wurden ausserdem 14 oder 16 Fähnlein, welche Merode bei seinem Eintritte in den Park schon auf einem Haufen zusammengeworfen fand“.[13]

1621 war Mérode Obristleutnant. Am 19.6.1622 wurde er von Ferdinand II.[14] in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben.

Am 7.6.1625 wurde Mérode auf Vorschlag Wallensteins, dem er sich angeschlossen hatte, zum Obristen ernannt.

Nach den Angriffen Christians d. J., des „tollen Halberstädters“, und Harzburger[15] Bauern auf kaiserliche Truppen war die Bevölkerung des Harzes nach dem Rückzug des Halberstädters 1626 den harten Vergeltungsschlägen Mérodes ausgesetzt: Er hatte „viel Bauersvolck niedergehauen, auch etliche zwantzig hencken und beim Abmarsch fünf Dörfer des Amtes abbrennen lassen“.[16] Grausamkeit war auch für Mérode Mittel zur Demonstration von Macht; alle Herrschaft beruhte auf Willkür und Todesangst.[17]

Bei dem Schmalkaldener[18] Chronisten Pforr heißt es zu 1626: „Bey dieser Hollsteinischen [Adolf v. Schleswig-Holstein-Gottorp; BW] einquartirung ist der Obriste Merodi mit 8000 mann Keys: völckerr zu roß und fuß alhier durch die statt nach dem walt marchiret“.[19]

Der schwarzburg-sondershausische[20] Der schwarzburg-sondershausische Hofrat Volkmar Happe[21] erinnert sich in seiner „Thüringischen Chronik“ an die leidvollen Erfahrungen mit den gewalttätigen Wallonen[22] Mérodes: „Anno 1626 Den l. Januar [11.1.; BW] ist der frantzösische Graf von Meroda, der uns ein sehr traurig Neues Jahr gemacht, das alles Singen verblieben und vielen die Thränen auf den Backen herab gelaufen, aus hiesigen Ämbtern mit seiner Reuterey auf den lieben Neuen Jahrstag aufgezogen und durch Sondershausen[23] nach dem Amt Kelbra[24] verrücket. Eodem die, den 1. Januar, viel keyserlich Kriegs Volck in dem Mühlhäuser[25] Gericht ankommen, vor den wir uns nicht wenig befahret. Den 6. Januar [16.1.; BW] viel keyserlich Kriegs Volck in den Unterdeunischen des Ambts Keula[26] Dorfschaften ankommen, haben sehr übel gehauset“.[27] „Den 29. April abermahls 1100 keyserische Reuter in hiesige Herrschaft gerücket, deren Obrister der Graf von Meroda ist. Ihr Hauptquartier gewesen zu Großenehrich[28] und sind die andern gelegen zu Holzsußra,[29] Rockensußra,[30] Billeben,[31] Allmenhausen,[32] Abtsbessingen,[33] Wenigenehrich,[34] Wolferschwenda,[35] Rohnstedt,[36] Thalebra[37] und Westgreußen[38] und werden wir also ebensowohl in der keyserlichen Devotion verderbet“.[39]  „Den 1. Mai [11.5.; BW] hat der Marck alhier zu Ebeleben[40] wegen der hierumb liegenden Merodischen Reuter nicht fortgängig seyn können. Den 3. Mai [13.5.; BW] der Hofemeyer zu Gerteroda[41] gestorben, und ob er wohl auf der Todtenbahr gestanden, sind doch 30 Reuter in Meines Gnädigen Herrn[42] Forwerg daselbsten gefallen und alles geplündert. Diese Zeit haben auch Meines Gnädigen Herrn Graf Caroll Günthers[43] Rath Doctor Daniel Burgharten an den Keyserlichen General, den Hertzogen von Friedtland abgefertiget, der aber eine sehr harte Antwort bekommen; dem der Herr General gedrauet, Meinem Gnädigen Herrn eine 15000 Wallonen und Croaten in das Land zu schicken, darinne sengen und brennen, auch Weib und Kind nieder zu hauen lassen, denn ihme in dero Landen etzliche Soldaten erschlagen worden, davon wir doch das wenigste nicht wissen. Sind wir also Ihro Keyserlichen Majestet gehorsamst Unterthanen in sehr großer Noth und Gefahr. [Den 4. Mai [14.5.; BW] die Merodischen 1100 Reuter aus hiesige Ambte wieder aufgezogen, darinnen sie bis in den 6 ten Tag mit großen Lamentiren der armen Leuthe gelegen, sind in das Amt Frankenhausen[44] gerücket. Den 5. Mai [15.5.; BW] der Oberste Merode in selbsteigener Persohn in das Amt Gotha[45] und Ohrdruf[46] mit 6000 Wallen [Wallonen; BW] zu Fuß und 2000 zu Ross und also ingesamt mit 8000 Mann[47] ankommen, hat Ohrdruf sein Hauptquartier gehabt. Von dannen will er in das Amt Clingen,[48] Keula und Sondershausen rücken, wie denn der Generalwachtmeister Graf Wratislaus [Vratislaw v. Mitrowitz; BW] schon albereit den 7. Mai [17.5.; BW] zu Sondershausen ankommen, liegt auf dem Gräflichen Hause daselbsten, da das Hauptquartier werden soll und erwartet der Ankunft der gantzen folgenden Armee. In was großen Schrecken, Furcht und Zittern die armen Leuthe hierumb gewesen, ist nicht zu beschreiben, es hat jedermann Tag und Nacht alles hinweg in das Churfürstenthumb Sachsen und nach Erfurt[49] geflüchtet, sind auch viele gar davon gelaufen. Vielen ist das Ihrige auf der Straßen abgenommen worden“.[50]

Zu diesem Zeitpunkt sollen nach der Hannover’schen[51] Chronik die ersten seiner Truppen im Hessischen aufgetaucht sein: „Den 7. Maii [17.5.; BW] sein 2000 Mann von Hertzog Christians Volke bey Frißlar[52] in Hessen angelanget, die Stadt zu plündern und in Brand zu stecken, weil sie Chur-Maintzisch, ist aber durch Landgraf Moritzen gegen Versprechung einer Summe Geldes abgewendet. Und haben des Grafen von Merode 6 Troppen Reutere vor Hirschfeld[53] sich sehen lassen, denen der Landgraf von Hessen Proviant geben müssen, welches ihnen den 9. [19.] Maii überliefert“.[54]

Bei Happe heißt es weiter über die von Mérodes Truppen angerichteten Personen- und Sachschäden: „Den 11. Mai [21.5.; BW] der Oberste Merode mit seiner gantzen Armada in die Herrschaft Schwartzburg gerücket, hat bey sich 22 Compagnien Fußvolck und 13 Cornet Reuter. Die sind quartiret worden als die 22 Compagnien Fußvolck alles in Großenehrich, denn sie sich nicht trennen lassen wollen, nach Wenigenehrich[55] eine Compagnie Reuter, nach Abtsbessingen 5 Compagnien Archibusier Reuter, nach Wolferschwenda 2 Compagnien Reuter, nach Rohnstedt eine Compagnie Reuter, nach Thüringenhausen[56] eine Compagnie Reuter und nach Niederspier[57] 3 Compagnien Reuter. Zu deren Unterhaltunge haben die Ambte Clingen, Sondershausen, Keula täglich in das Hauptquartier schaffen müssen 12400 Pfunden Brod, 9300 Pfunden Fleisch, 6200 Maß Bier, 218 Malder[58] Hafer, 2 Fass[59] Wein und allerhand Gewürtze, was hierüber vor Schrecken und Jammer gewest, ist nicht zu beschreiben. Den 12. Mai [22.5.; BW], nachdeme Mein Gnädiger Herr Graf Christian Günther ein stattlich Pferd verehret dem Obersten Merode, ist derselbe mit seiner Armada fortgezogen in das Frankenhäusische Gebiete. Wir haben aber täglich aus hiesiger Herrschaft viel Proviant nach Frankenhausen schaffen müssen. [R.] Das Pferd aber hat nichts geholfen, denn wie folget haben wir das Kriegs Volck den 18. Mai [28.5.; BW] alles wieder bekommen, wir haben aber täglich aus hiesiger Herrschaft viel Proviant nach Frankenhausen schicken müssen.| Den 15. Mai etzliche Reisige fünf Pferde den armen Leuthen zu Kleinbrüchter[60] genommen. Eodem die sehr kalt Wetter gewesen und hat mitunter ziemlich Schloßen geworfen. Den 16. Mai [26.5.; BW] abermahls böse, kalt, stürmisch Aprilwetter und liegt die Merodische Armada noch immer zu Frankenhausen. Den 17. Mai [27.5.; BW] in der Nacht hat es einen harten Frost gethan, also dass der Wein alle erfrohren. Den 18. [28.5.; BW] Mai, als den Tag Himmelfarth, viel Wallonen in dieser Herrschaft ankommen, haben gelegen zu Allmenhausen, Abtsbessingen und im Ambt Clingen, haben sehr übel gehauset. Eodem die in der Nacht sind etzliche Reisige in Toba[61] gefallen und Heinrich Kühnen Haus geplündert, wie aber die Bauren mit den Glocken starck stürmen lassen, haben sie im Dorfe weiter nichts ausrichten können, sondern sich davon gemacht. Den 19. Mai [29.5.; BW] Mein Gnädiger Herr etzlich Zeug und Getreydig in Langensalza[62] flüchtigen lassen, habe ich das Meinige theils auch mit geschicket. Eodem die haben die Wallonen sehr starck herumb gestreifet, vor dem Thore alhier zu Ebeleben haben sie Meines Gnädigen Herrn Vogelfänger Ludewigen gantz bis aufs Hemde ausgezogen und ihme Kleider und Schuhe genommen. Dem Küchenschreiber Johann Harprechten haben sie zweene Wagen, mit Hausrathe beladen, samt 4 Pferden genommen, einem von Abtsbessingen 3 Pferde, den Bauren zu Billeben 5 Pferde, einem von Gundersleben,[63] Rosenstiel genant, 2 Pferde, den Niederspirischen eine gantze Heerd Schafe. Zween armen Gläserträgern[64] von Vollenborn[65] haben sie das Ihrige genommen bey dem Gerichte zu Ebeleben und sie beyde mit vielen Wunden |[R.] bis auf den Tod beschediget. Den 20. Mai [30.5.; BW] abermahls ein tausend Merodische Reuter hier zu Ebeleben durch gezogen und in den Keulischen Ambts Dörfern Quartier genommen, ist das Hauptquartier zu Keula gewesen, hat auch ein Cornet zu Holzsußra quartiret. Eodem die, den 20. Mai, auch 3 Compagnien Wallonen Reuter in Greußen[66] gelegen, seind die Bürger mehrentheils alle ausgewichen. Eodem [die] die Soldaten in die 2000 Stück Schafviehe hierdurch getrieben, welche sie in der Herrschaft Frankenhausen und Sondershausen geraubet, darunter 500 Stück Meinem Gnädigen Herrn zu Sondershausen gehörig, haben sie von der Schäferey zu Berka[67] genommen. Im Ambt Frankenhausen haben sie drey Dorf abgebrant. In beyden Ämbtern die Kirchen an etzlichen Orthen erbrochen, die Kelche und was die armen Leuthe hinein geflüchtet, heraus genommen, wie sie denn auch zu Rohnstedt gethan, da sie zweene Kelche aus der Kirchen genommen. Summa, es ist recht feindselig gehandelt. Als ich dies schreibe, kommet ein armer lahmer Bettelman an zweyen Krücken, von deme etzliche leichtfertige Schellmen Gelt haben wollen, als er aber nichts gehabt, haben sie ihm alle zustochen und zuhauen, dass er bald keinem Menschen ehnlich gesehet. Den 23. Mai [2.6.; BW] zu Greußen fünf Compagnien Wallonen gemustert worden. Eodem die die Wallonen einen armen Bauren zu Abtsbessingen erschossen. Den 21. und 22. Mai nichts hierumb und in der gantzen Grafschaft Schwartzburg als Jammer, Elend, Hunger, Kummer, Placken, Plündern, Rauben, Stehlen, Schätzen. Den 24. Mai [3.6.; BW] Mein Gnädiger Herr die junge Herrschaft nach Erfurt wegen des Kriegs Wesens gesendet. Eodem [die] der Oberste Graf von Serin [Georg Zrinyi; BW] mit 1500 Ungarn, Husaren und andern Volck in dem Ambt Arnstadt[68] ankommen. Den 25. Mai [4.6.; BW] ein Soldat aus dem Holtzsußrischen Quartier einen Baueren auf der Straße angegriffen und Geld von ihm haben wollen, dem aber der Bauer überweltiget, dem Reuter seine eigene Pistol vom Sattel genommen und todt geschossen. Eodem [die] etzliche Bauren bey Mittelsömmern[69] ein Soldatenweib und Jungen erschlagen. Den 26. Mai [5.6.; BW] die zu Thalebra liegende Wallonen der hiesigen Gemeinde zu Ebeleben alle ihr Vieh genommen, dessen bey 150 Stück, habe ich derentwegen nach Greußen zum Obersten Lieutenant [Bornival; BW], der ein Franzos und in meiner Schwiegermutter Behausunge gelegen, reuten müssen. Der mich erst hart angelassen, aber entlichen eine gute Resolution ertheilet, dass wir das Viehe wieder bekommen sollen. Hat mir auch einen schriftlichen Befehl an die Soldaten mitgeben. Habe ich zu Greußen in meiner lieben Schwiegermutter Behausunge meinen großen Jammer gesehen, wie übel es zugangen. Den 27. Mai [6.6.; BW], war der Pfingstsonnabend, haben wir das abgenommene Viehe zwar wieder bekommen, haben aber dargegen 60 thlr den Soldaten geben müssen und haben darüber 8 Rinder behalten und gefressen. Den 28. Mai [7.6.; BW] haben wir eine sehr traurige Pfingsten gehabt, es sind in der Kirchen keine Meyen aufgesteckt gewesen, sondern anstatt deren darinnen gewesen allerley Hausrath, so die armen Leuthe wegen der Soldaten hinein geflüchtet. In etzlichen Dorfen sind die Pfarrherren gar ausgewichen, die Kirchen von Soldaten aufgebrochen und visitiret gewesen. Darinnen gar nicht geprediget worden, viel Dorfe sind gantz und gar lehr gestanden, darinnen kein einiger Mensch blieben, sondern alle entlaufen, als Rohnstedt, Westgreußen, Wenigenehrich, Großenehrich, Abtsbessingen, Allmenhausen, Billeben et cetera. Viel Leute haben in den Wiltnüssen ihre Pfingsten halten müssen mit Trauern, Trenen, Hunger, Kummer und großem Hertzleiden. Den 29. Mai [8.6.; BW], war der 2. Pfingsttag, [I, Bl etzliche leichtfertige Buben, Reuter, dem Schäfer zu Wiedermuth[70] etzlich Lämmer nehmen wollen, das sind die Bauren inne worden. Davon kommen etzlich heraus mit dem Schulteßen und bitten vor Gewalt. Darauf ziehet der eine leichtfertige Bube eine Pistohlen heraus und schießet den Schulteßen Valtin Engellmann, einen alten eisgrauen frommen ehrlichen Mann, durch und durch, dass er also balden niederfället und stirbet. Eodem [die] bey Nacht etzliche Soldaten das Dorf Hagen geplündert und viel arme Leuthe übel beschediget. Den 30. Mai [9.6.; BW] etzliche Bauren bey Mehrstedt[71] drey Soldaten erschossen. Darüber die andern erzürnet und haben das Dorf Mehrstedt geplündert. Eodem [die] die Bauren abermahl einen Soldaten, so einer vom Adel, erschossen. Den 31. Mai [10.6.; BW] zwey Cornet Reuter hier zu Ebeleben durch marchiret, so gehören unter des Obersten Hebron Regiment, ist bey ihnen gewesen ein junger Grafe von Schliecken. Eodem die ein Bauer von Toba, der zu Duderstedt[72] vor die Soldaten Bier hohlen sollen, bey Zaunröden[73] erschossen worden. Von Ostern bis auf den Juni ist eine große Dürrunge gewesen und keinen eintzigen tauglichen Regen in den 7 Wochen gethan. Darumb die lieben Früchte im Felde sehr kläglich stehen. Den 1. Juni [11.6.; BW] ein Bauersmann von Rockstedt, Schneider genant, auf der Straßen erschossen worden. Den 2. Juni [12.6.; BW] etzlichen unsern Leuthen von Bothenheilingen,[74] die wegen der umliegenden Soldaten ihr Zeug in das Churfürstenthum Sachsen führen wollen, alles Zeug sambt Pferden und Geschirr genommen worden. Den 3. Juni [13.6.; BW] die Wallonen zu Thaleben Meines Gnädigen Herrn Unterthanen, so in der Hannleuthen[75] Holtz langen sollen, acht Pferde genommen, hat ein groß Lerm geben. Eodem [die], den 3. Juni, ein armer Mann von Rockensußra in Ebeleben nach dem lieben Brodt gangen und im Gehen aus Mattigkeit über einen Stein gefallen und auf gleicher Erden ein Bein gebrochen. Den 4. Juni etzliche Reuter den Straußberg[76] geplündert. Den 5. Juni [15.6.; BW] etzliche Reuter Meinem Gnädigen Herrn 15 Schafe genommen, auch diese Zeit über das Gras auf den Wiesen alles abgehütet. Den 5. Juni etzliche Reuter einen armen Mann zu Schernberg[77] tyrannisch und muthwillig erschossen. Bis dato ist noch immer große Dürrunge, hat alhier zu Ebeleben nunmehr in 8 Wochen keinen eintzigen rechten Regen gethan. So ist auch itzo große Theurunge und Hungersnoth, als ich noch nie erlebet. Mein Gnädiger Herr Graf Christian Günther hat den 5. Juni dem Rathe zu Salza[78] verkaufet hundert Marckscheffel[79] halb Rocken und halb Weitzen, geben sie vor jeden Scheffel anderthalben Harte Rthlr und lassen das Getreydig hier auf ihre Gefahr ablangen, müssen die Fuhrleuthe wegen der umliegenden Soldaten sehr starck convoiren lassen. Auch fenget es an etzlichen Orthen wieder sehr starck an zu sterben und die Pest zu grassiren, haben also itzund leider alle Hauptstrafen, als Krieg, Theurunge, Pestilentz. Den 5. Juni [15.6.; BW] die Wallonen vor Oberspier[80] abermahls etzliche Bauern niedergehauen. Den 6. Juni [16.6.; BW] etzliche Reuter Meines Gnädigen Herrn Fuhrwerck Peukendorf[81] geplündert. […] Den 6. Juni abermahls etzliche Reuter den Straußberg geplündert, weil aber eine Salva Guardia daroben gelegen, hat diese Feuer unter die Reuter geben und deren viere erschossen. Den 6. Juni etzliche Reuter zu Großenbeerden[82] 4 Bauern erschossen. Den 7. Juni [17.6.; BW] abermahls Meinem Gnädigen Herrn zu Peukendorf 25 Schafe genommen worden. Haben wir umb ein Salvam Guardiam nach Keula an den aldar liegenden Obersten Wachtmeister geschrieben. Den 8. Juni [18.6.; BW] Peukendorf abermahls geplündert, haben damahls unter andern Meinem Gnädigen Herrn 10 Scheffel Weitzen mitgenommen. Den 9. Juni [19.6.; BW] abermahls Peukendorf geplündert und alles, was in Mobilia noch darin gewesen, mitgenommen worden, auch Meinem Gnädigen Herrn Fuhrwerck gar lehr und ledig stehen lassen. Die Stadt Mühlhausen[83] hat diesen Volck etzliche tausend, 20000 thlr Ranzion geben müssen. Den 10. Juni [20.6.; BW] etzliche Reuter zwey Weiber zu Billeben vor dem Dorfe weggenommen und entführet. Den 11. Juni [21.6.; BW] etzliche Reuter unter der Nachmittags Predigt in Ebeleben gefallen und einem Bauren 4 Pferde genommen. Den 12. Juni [22.6.; BW] ein armes Weib von den Reutern in Felde übel verwundet worden. Den 13. Juni [23.6.; BW] bey Clingen ein armer Bauresmann vom Soldaten erstochen worden. Eodem [die] unser Hofmeister Christian Melchior von Schlotheim mit einem Pferde sehr übel gefallen. Den 14. Juni [24.6.; BW] ein Soldat von Bauren erschossen worden, ist nach Keula begraben worden. Eodem [die] die zu Rockensußra liegende Soldaten Volckmarn von Heyligen eine gantze Heerde Schaafe genommen und in ihr Quartier bracht. Den 15. Juni [25.6.; BW] zu Rockensußra ein Soldat gestorben. Den 16. Juni [26.6.; B. W.] ein Soldat erschossen worden zu Allmenhausen. Eodem [die] das arme Weib, so den 12. Juni [22.6.; BW], wie oben erwehnet, von muthwilligen Soldaten tödlich verwundet worden, alhier zu Ebeleben gestorben. Eodem [die], den 16. Juni, der Oberste Wachmeister Adelshofer [Adelshofen; BW] beneben Ritmeister Budweißen [Bornival; BW] alhier zu Ebeleben gewesen. Den 17. Juni [27.6.; BW] bey Schilfa[84] 5 Wallonen vom Bauren erschossen. Den 17. Juni bey Wolferschwenda der Quartiermeister von Rockstedt, ein Teutscher, unter Rittmeister Niebelschützens Compagnien beneben einem Knecht von Bauren erschossen worden. Es haben die Soldaten 4 Bauren auf dem Allmenhäuser Gehöltze antroffen mit Rohren. Die werden beschuldiget, dass sie es sollen gethan haben, als Christoph Weißen von Wolferschwenda, einer von Abtsbessingen, genant Dietrich Kreyßee und einer von Freienbessingen,[85] heißt Jost Saltzman. Ob es wa[h]r, dass sie es gethan, wird die Zeit eröffnen und ihnen sehr übel ergehen, denn sie alle viere in das Rockstedter Quartier gefangen bracht und sind schon übel tractiret worden. Auch bekömmet dannehero die gantze Herrschaft Schwartzburg mehr Feinde und Unglück. Eodem [die] ein Bauer vom Soldaten bey Allmenhausen erschossen und einer übel verwundet worden. Den 18. Juni [28.6.; BW] sind zwar 5 Compagnien von den alhier liegenden Soldaten aufgezogen, haben aber alle ihre Pagagia in den Dorfen beneben dem Dross hinder sich gelassen. Auch haben sie im Aufzuge der armen Leuthe noch vorhandenes weniges Viehe vollents alle mitgenommen. Die es wieder haben wollen, haben es theuer genug mit Gelde lösen müssen und sind doch nicht versichert, dass es ihnen von den andern noch vorhandenen Soldaten nicht wieder genommen werden. Denn etzliche arme Leuthe das Ihrige schon zwey und dreymahl gelöset. Summa, es ist die Herrschaft Schwartzburg nunmehr fast wie ausspoliret und die armen Leuthe gantz verderbet. Auch ihnen die lieben Früchte auf dem Lande, so noch nicht reif, abgehauen, vertreten, abgeführet und schändlichen ruiniret. Diese Compagnien sind beneben einem Regiment Wallonen Reuter und einem Regiment zu Fuße gezogen vor die Stadt Nordhausen,[86] mit Gewalt Gelt von derselben zu erpressen. Eodem [die], den 18. Juni [28.6.; BW], ein armes kleines Kind, ungefehr von 6 Jahren, nahe vor Ebeleben in Rocken todt funden worden, so der Frauen gehörig, so wie obstehet, den 12. Juni tödlichen verwundet und hernach den 16. Juni zu Ebeleben gestorben. Ist zweymahl durch das rechte Bein und einmahl durch den Leib durch und durch geschossen gewesen, zu einer Seiten hinein, zur andern wieder heraus, und weil es fast bey acht Tagen in der großen Hitze, ehe es funden worden, im Feld gelegen, ist es alle schwartz von der Sonne gebraten gewesen. Auch ihnen das rechte Bein von Hunden bis an das Knie gantz abgefressen. Ich habe es selber im Felde liegen gesehen, ist ein sehr kläglich Spectackel gewesen. Das arme Kind habe ich aufheben und in einem Sarge auf dem Gottesacker zu Ebeleben begraben lassen. Eodem die, den 18. Juni [28.6.; BW], zwey Soldaten auf der Hannleuthen erschossen unter Rittmeister Helders Compagnien gehörig. Eodem [die] bey Bruchstedt[87] einen Reuter beneben einem Knechte todt funden worden, haben in der Salva Guardi zu Billeben gelegen, gehören unter Rittmeister Hettenburges Compagnien nach Holzsußra. Diese Zeit hat man alle Tage kaufen können von Soldaten Schaafe vor ein Kopfstücke,[88] eine Kuhe vor 2 thlr, ein Bette vor ein halb Kopfstücke, an Brodt und Bier aber ist sehr großer Mangel gewesen, und ob man gleich auch das Korn gehabt, hat man es doch nicht können gemahlen bekommen. Sind alle Tage über 500 arme Leute vor dem Schlosse alhier zu Ebeleben gelegen, es ist eine überaussprechliche große Noth“.[89] „Eodem [die], den 27. Juni [7.6.; BW], etzliche Reuter einen Bauren zu Abtsbessingen, Daute genant, erstochen. Den 28. Juni [8.7.; BW] abermahls etzliche Reuter von Holzsußra morgens frühe alhier zu Ebeleben eingefallen und aus Jacob Bloßen Hause alles Zeug weg genommen. Eodem die etzliche Schernbergische Reuter Meines Gnädigen Herrn Vieh im Holzenberg abgestochen. […] Den 29. Juni [9.7.; BW], war eben der Tag Petri und Pauli, etzliche Wallonen Reuter den Bauren zu Wolferschwenda ihre Viehe nehmen wollen. Als solches die Bauren inne worden, lassen sie an die Glocken schlagen und laufen beneben ihrem Pfarrherren, so Magister Majus genant, heraus und wollen den Reutern abwehren. Die Reuter aber haben einen starcken Hinterhalt im Felde versteckt gehabt, die brechen hervor und schießen den Pfarrherren und noch zehn Bauern todt und verwunden der andern noch ziemlich viel, ob sie es verwinden werden, das weiß der liebe Gott. Von den Reutern ist nicht mehr als einer todt blieben. Eodem [die] Meinem Gnädigen Herrn alhier zu Ebeleben 2 Schaafe aus der Heerde genommen worden. Den 30. Juni [10.7.; BW] Rittmeister Hettenburg in trunckener Weise seinen Sattelknecht erschossen. Eodem [die] die Wallonen zu Großenehrich einen wohlbegüterten Bauersmann, Hecht genant, weill er ihnen nicht also balden so viel Gelt geben, als sie haben wollen, aufgehencket. Der Bauer ist von Wenigenehrich gewesen“.[90] Die Reichsstadt Mühlhausen musste 17.000 Rt. bei der Einquartierung seines Regiments 1626 aufwenden.[91] Das Regiment nahm an der Schlacht bei Lutter am Barenberge[92] teil.

Am 2.6.1627 wurde Mérode zum kaiserlichen Hofkriegsrat ernannt.

In diesem Jahr war Mérode in Schlesien gegen die Armee Christians IV. von Dänemark[93] eingesetzt.

„Es war nur eine Frage der Zeit, wann es mit den dänischen Eroberungen in Schlesien zu Ende sein würde. Schon der Ende Mai 1627 nach Troppau[94] einberufene Kriegsrat dänischer Offiziere, an dem auch Holck[95] teilnahm, rechnete mit einem baldigen Angriff Wallensteins. Mit der Ankunft des Heeres Bethlen Gabors in Schlesien aber rechnete Mitzlaff nicht mehr. Der Fürst von Siebenbürgen hatte zwar noch im November 1626 Mitzlaff Unterstützung zugesagt, hatte sie aber nicht nur an die Bedingung geknüpft, daß die dänischen Truppen in Schlesien mindestens 12 000 Mann ‚teutsches Volk‘ umfassen, sondern daß ihm – Bethlen Gabor – auch monatlich 40 000 Taler für den Unterhalt seines Heeres gezahlt werden müßten. Christian[s] IV., dessen Feldzüge unter chronischem Geldmangel litten, war dazu natürlich nicht imstande gewesen. Die Folge war: Das dänische Korps in Schlesien kämpfte auf verlorenem Posten.

Nicht nur weil Kaiser Ferdinand ihn drängte, nicht nur weil die Truppen Mitzlaffs seine eigenen Besitzungen in Schlesien und im Osten Böhmens bedrohten, sondern auch, weil er den militärischen Erfolg brauchte, war Wallenstein[96] fest entschlossen, dem dänischen Spuk in Schlesien ein Ende zu machen. Am 2. Juni 1627 verließ er Prag und erreichte acht Tage später das Lager seiner Armee in Neiße.[97] Von hier aus setzten sich am 19. Juni zweiundzwanzig Regimenter mit etwa 40.000 Mann gegen die Dänen in Bewegung. Einer solchen Übermacht waren diese nicht gewachsen. Es fiel eine Stadt nach der anderen, am 21. Juni Leobschütz,[98] am 23. Jägerndorf.[99] Am 5. Juli erschienen Wallensteins Regimenter im Weichfeld der Festung Kosel.[100] Zwei Tage später war ein die Festung umgebender Morast überwunden und wieder einen Tag später ein von Rieses Infantrie zäh verteidigter Mühlgraben erobert.

Holk war an dem Kriegsrat beteiligt, der über Wallensteins Aufforderung zu beraten hatte, die Festung zu übergeben. Das Ergebnis der Beratung war mehr als problematisch. Die Reiterei, so faßte Mitzlaff zusammen, sollte Kosel verlassen, sie könne ohnehin nicht fiel bei der Verteidigung der Festung leisten, ja sie könne nicht einmal weiter versorgt werden. In der Nacht vom 8. zum 9. Juli brachen die 4 000 Reiter aus: die Regimenter Baudissin, Holck, Bubna und Kaldenhof sowie fünf Kompanien des Obristen Daniel. An den Belagerern vorüber, die sie wie fliehendes Vieh unter Feuer nahmen, wandten sie sich in Richtung Osten, dem Fluß Schwarzwasser zu. Das Gepäck der Reiter war in der Festung zurückgeblieben und wurde von dem Fußvolk, das dort ebenfalls zurückgelassen war, vollständig ausgeplündert. Der Obrist Karpzow, der die durch die Flucht der Reiterei erheblich demoralisierten Fußtruppen kommandierte, übergab die Festung Kosel nach etwa dreistündigem Gefecht. Am 30. Juli kapitulierte auch die von dem Obristen Josias Rantzau immerhin zwei Wochen verteidigte Stadt Troppau[101] vor Wallenstein. Die aus Kosel geflohene Reiterei, die auf ihrem weiteren Weg ganz in die Nähe Troppaus gekommen war, hatte in den Kampf um die Stadt nicht eingegriffen.

Mitzlaffs Hauptziel war, Kämpfe mit Wallenstein zu vermeiden und die Truppen zurück zu Christian IV. zu führen. Das war nur möglich, wenn er sich zunächst wieder nach Süden wandte. In Teschen[102] gelang es ihm, bei den oberschlesischen Ständen etwas Geld aufzutreiben. Dann wollte er erneut den Weg nach Oberungarn antreten und ließ sogar Bethlen Gabor von seiner baldigen Ankunft verständigen. Aber die Truppen wollten das nicht, meuterten und ließen sich erst besänftigen, als Mitzlaff mit Soldauszahlung begann. Nur dadurch vermochte er in Teschen sein Leben vor den eigenen Soldaten in Sicherheit zu bringen. Mehrere Kompanien des Obristleutnants von Rohr blieben in Teschen zurück, den Gehorsam verweigernd, während der überwiegende Teil der Reiterei die Stadt verließ, auch die Gefangenen mit sich führend, die Holck vor der Festung Kosel gemacht hatte.

Mitzlaff wollte die Zips[103] erreichen, jenen Landstrich hinter der Tatra, in der Hoffnung, hier Bethlen Gabors Vorhuten zu begegnen. Anderenfalls wollten die Dänen über den Jablunka-Paß[104] polnisches Gebiet erreichen. Doch Wallenstein hatte den Paß verhauen und von Truppen besetzen lassen. Der Weg nach Polen war den Dänen abgeschnitten. Nach Ungarn aber wollten die Reiter nicht. Sie erhoben sich in ihren Quartieren, die sie an der Jablunka bezogen hatten, erneut gegen ihre Offiziere. Nur der Obrist von Baudissin vermochte in seinem Regiment die Ordnung aufrecht zu erhalten. Holcks Regiment dagegen plünderte sogar Mitzlaffs Quartier, raubte Pferde und Waffen des Kommissars und bemächtigte sich auch der Kriegskasse, in der sich noch etwa 700 Taler befunden haben sollen. Gemeinsam mit Soldaten aus den anderen Regimentern waren Holcks Reiter sogar bereit, sich dem Befehl des Obristen Mörder, Johann Georgs von Mansfelds und Heinrichs von Dohna zu unterstellen, der kaiserlichen Gefangenen. Nur mit Mühe gelang es Mitzlaff und einigen anderen Offizieren, vor allem den Obristen Baudissin und Kaldenhof, die Reiter daran zu hindern. Die Reiter der anderen Regimenter waren schließlich sogar bereit, gegen das Regiment Holcks mit Waffengewalt vorzugehen, wenn es weiterhin den Gehorsam verweigerte. Zugleich erzwangen sie aber auch, daß die Offiziere Befehl gaben, den Rückweg nach Oberschlesien anzureten, wieder durch das Fürstentum Teschen über Pleß,[105] Beuthen[106] und Tarnowitz[107] bis nach Rosenberg[108] nahe der polnischen Grenze.

Holck befand sich in einer geradezu verzweifelten Stimmung. Als Kommandant war es ihm nicht gelungen, sein Regiment zur Räson zu bringen. Seine Unerfahrenheit in der Führung in der Führung einer solch großen militärischen Einheit, nicht zuletzt aber wohl auch seine schroffe Art, in einer Situation, die ganz anderen Umgang mit den ausgehungerten und von Eilmärschen erschöpften Soldaten erforderte, hatten zweifellos mit dazu beigetragen. Diese selbst sahen wohl keinerlei Sinn in dem Feldzug, der sie womöglich noch in die türkische Sklaverei führte, denn Bethlen Gabor aufzusuchen, hieß sich der Grenze des Osmanenreiches zu nähern. Aber auch unabhängig davon, gleichermaßen unter normalen Bedingungen, war zu bedenken, was schon der Militärschriftsteller Adam Junghans von Olnitz im vergangenen Jahrhundert in seiner ‚Kriegsordnung zu Wasser und Landt‘ festgestellt hatte: ‚Ein jeder Obrist, Rittmeister oder Hauptmann weiß wohl, daß ihm keine Doktoren, Magister oder sonst gottesfürchtige Leute zulaufen, sondern ein Haufen böser Buben aus allerlei Nationen und seltsames Volk, das Weib und Kind, Nahrung und alles verläßt und dem Kriege folgt‘.

Wallenstein übertrug die Aufgabe, die dänische Reiterei zu verfolgen und möglichst völlig zu vernichten, den Regimentern seiner Obristen Gabriel Pechmann von der Schönau und Graf Johann von Merode. Besonders Pechmann, ein Haudegen, der im Vorjahr an der Dessauer Brücke Wallensteins Angriff auf die Truppen Ernsts von Mansfeld[109] eröffnet und diesen bis nach Mähren verfolgt hatte, war von brennendem Ehrgeiz beseelt, den Auftrag seines Feldherrn in die Tat umzusetzen. Seine Dragoner, Kroaten und Kosaken verfolgten die Dänen bis auf polnisches Gebiet. Hier wurden diese auch von polnischer Reiterei angegriffen. Holck, der die Nachhut führte, hatte sich ihrer an der Obra zu erwehren. Sein Regiment erlitt beträchtliche Verluste und büßte auch seine Standarte ein. Erneut griffen polnische Truppen Holcks und Kaldenhofs Quartiere bei Schloppe[110] an, nachdem die Dänen die Warthe überschritten hatten.

Auf ihrer Flucht vor Pechmanns Reiterei und den Polen strebten die Dänen Brandenburg zu. Beim Versuch, die Netze zu überschreiten, mußte der Obrist von Baudissin aber erkennen, daß das im Frühjahr noch neutrale Brandenburg sich seit dem Mai 1627 im Bündnis mit Kaiser Ferdinand II. befand. Bei Landsberg[111] trat den Dänen brandenburgisches Kriegsvolk feindlich gegenüber. Die dänische Reiterei wandte sich nun Pommern zu. Am Abend des 2. August erreichte man, nachdem allerlei Umwege gemacht worden waren, weil man die Gegend nicht kannte, das Städtchen Bernstein.[112] Dessen Rat verstand es, sich durch Zahlung einer Geldsumme die verwilderten Truppen vom Leibe zu halten und zu erreichen, daß diese in drei benachbarten Dörfern Quartier bezogen. Die Obristen, auch Holck, waren gegen diese Verzögerung, wußten sie doch, daß Pechmanns Dragoner ihnen auf den Fersen waren. Doch Mitzlaff hielt angesichts der Erschöpfung der Reiter die nächtliche Ruhe für unerläßlich, ordnete aber an, die Straße nach Landsberg zu rekognoszieren, denn am nächsten Tag sollte bei Küstrin[113] die Oder überschritten werden. Auch befahl er angesichts der Nähe des Feindes, die Quartiere und ihre Zugangswege durch Wachen so zu sichern, daß ein Überfall unmöglich war. Mitzlaff selbst bezog mit seinem Stab ein Quartier in dem Ort Granow.[114]

Doch Mitzlaffs Anordnungen wurden nicht ausgeführt. Erneut zeigte sich die immer wieder auf dem Marsch zu Tage getretene Disziplinlosigkeit der Truppen. Gegen Mitternacht fielen in das Dorf Granow Reiter der kaiserlichen Regimenter de la Trappola und Merode ein, steckten die Häuser in Brand und hieben die fliehenden Solddaten nieder, die aus ihnen schlaftrunken hervorstürzten. Mitzlaff gelang es gerade noch, durch das Hintertor des Gehöfts, in dem er sein Quartier aufgeschlagen hatte, ins freie Feld zu entfliehen. Er rechnete wohl nicht damit, daß es gerade das Regiment Holcks war, welches in dieser Situation dem Feind energisch Widerstand leistete. Holck selbst führte es mit Bravour in den Kampf, in den auf der gegenseite auch der Obrist Pechmann von Schönau mit seinem Regiment eingriff, der im Nahkampf getötet wurde. Sein Leichnam soll von den dänischen Reitern buchstäblich in Stücke gehauen worden sein. Graf Merode übernahm sein Kommando. Holck sah sich wenig später von Kroaten umringt, wurde am linken Auge so schwer verwundet, daß kein Wundarzt es zu retten vermochte, und geriet in Gefangenschaft. Gefangen genommen wurden auch der Obrist Kaldenhof und Johann von Bubna, ein Vetter Wallensteins.

Mit Bubna hatte noch während des Kampfes Merode Verbindung aufgenommen, indem er ihm die Aussichtslosigkeit weiteren Widerstandes gegen die Übermacht der kaiserlichen Truppen vorhielt. Es folgte dann eine für diesen Krieg typische Vereinbarung: Alle Offiziere bis zum Kornett und Fähnrich erhielten mit all ihren Waffen und Gepäck, mit Frauen und Knechten freien Abzug gegen die Zusicherung, innerhalb eines halben Jahres keinen Kriegsdienst mehr gegen den Kaiser  zu nehmen. Die Mannschaften wurden aufgefordert, Dienst im kaiserlichen Heer zu nehmen, erhielten aber, wenn sie das ablehnten, Pässe und wurden entlassen. In Gruppen von weniger als zwanzig Mann konnten sie davonziehen. Nahezu 2 000 aber waren während des Kampfes in kaiserliche Gefangenschaft geraten, für sie galten die Kapitulationsbedingungen nicht. Sie mußten auf ihre Auslösung oder spätere Freilassung hoffen, wenn sie nicht bereit waren, in den Dienst des wallensteinischen Heeres zu treten. Nur ein kleiner Teil der dänischen Reiterei entkam dem Schlachtfeld durch die Flucht. Unter den geflohenen Offizieren befanden sich auch Mitzlaff und Graf Baudissin, unter den Reitern auch die Überreste von Holcks Regiment. Bei Stettin[115] meuterten sie erneut.

Im Gefecht bei Bernstein erlitt die Reiterei des in Schlesien operierende[n] Korps des dänischen Heeres eine schwere Niederlage. Wallenstein gewann wenig später ganz Schlesien für den Kaiser zurück. Fünfundsechzig Fahnen und Standarten, darunter die Hausflagge König Christians IV., die Mitzlaff bei sich geführt hatte, schickte er nach Wien. An Kaiser Ferdinand II. schrieb er am 2. September 1627, er schicke ihm auch zwei gefangene Obristen, den Schotten Ramsey[116] und den Dänen ‚Halecken‘. Gemeint war Holck“.[117]

Hofrat Happe hielt in seiner Chronik auch das Wiedereinscheinen der Truppen Mérodes in der Herrschaft Schwarzburg-Sondershausen fest: „Den 4. Oktober [14.10.; BW] der Churfürst von Mainz[118] zu Mühlhausen persöhnlich ankommen, zu den angestelten Churfürstentage zu Mühlhausen. Den 5. Oktober [15.10.; BW] der Churfürst von Sachßen zu Mühlhausen persöhnlich mit 500 Pferden eingezogen. Den 22. Oktober [1.11.; BW], in deme wir mit sehnlichen Verlangen auf den werthen lieben Frieden gehoffet, hat der Keyserliche General Hertzog von Friedlandt den Obersten Lieutenant Büdveis [Bornival; BW] anhero zu Meinem Gnädigen Herrn gesand und auf 3 Regiment Merderische [Mérode; BW] Reuter und ein Regiment zu Fuß Winter Quartier in der Herrschaft Schwartzburg begehret. Worüber wir ohne das schon allbereit [durch] die langwirigen Trangesalen verderbte[n] armen Leuthe heftig erschrocken. Ihr Churfürstliche Genaden haben sich zwar solches abzuwenden eußerst bemühet, aber dessen ungeachtet haben sie Quartier haben wollen. Den 31. Oktober [10.11.; BW] der Oberste Merode mit 26 Compagnien Reutern im Ambte Frankenhausen ankommen. Den 3. November [13.11.; BW] zwey Compagnien Merodische Reuter in der Nacht in die Stadt Sondershausen gantz unversehens sich gewaltsamer Weise einquartiret, mit sehr großen Schrecken der armen Leuthe. Auch sind selbigen Abends etzliche Reuter umb 9 Uhr in der Nacht anhero nach Ebeleben kommen und Quartier im Dorfe begehret vor eine Compagnien Merodische Reuter, und ob man sich wohl mit Ihro Churfürstliche Durchlaucht zu Sachsen entschuldigen wollen, haben sie doch darauf nichts geben, sondern mit der Quartirunge gewaltthätig fortgefahren“.[119] „Den 11. November [21.11.; BW] acht Compagnie Wallonen in dem Amte Arnstadt und Gehren[120] ankommen. Den 12. November der zu Thaleben liegende Merodische Lieutenant alle Schultesen des Ambts Keula gefangen genommen und mit etzlichen Soldaten in Urbach[121] gefallen und den armen Leuthen alle ihre Pferde und Viehe nehmen lassen. Will alle Wochen eine große Contribution an Gelde haben, und die armen Leuthe vermögen nicht. Den 13. November [23.11.; BW] des Obersten Lieutenant Budweißen [Bornival; BW] Quartier zu Großenehrich angebrant, ist aber bald wiederumb gelöscht worden. Den 14. November [24.11.; BW] ein Soldat einem Bauren zu Thaleben ein Pferd aus dem Stalle genommen. Den 15. November [25.11.; BW] Mein Gnädiger Herr Graf Antonius Heinrich[122] und Graf Albrecht Günther[123] zu dem Oberstenc Merode gezogen umb Remedirunge der Einquartirunge zu solicitiren. Den 15. November [25.11.; BW] etzliche Reuter von [im Original nachträglich eingefügt] Rittmeister Helden Compagnie Meinem Gnädigen Herrn 4 Hammel zu Peukendorf genommen. Den 16. November [26.11.; BW] Mein Gnädiger Herr Graf Antonius Heinrich und Graf Albrecht Günther von Tonna[124] von dem Obersten Merode wieder zurück kommen mit gantz keiner Verrichtungen. Denn der Oberste durchaus alle Wochen die geforderte große Geldtcontribution haben will. Eodem [die] ein Pferdt einem von Adel von des Obersten Soldaten im Stalle anwesend Meinem Gnädigen Herrn todt geschlagen. Den 24. November [4.12.; BW] die Wallonen bey Erfurt einem Vornehmen von Adel, Reinecker genannt, erschossen. Der Thäter ist entlich ausgemacht worden. Den hat der Herr Oberste Merode durch den Profos wiederumb todt schießen lassen, weil er keinen carnificem gehabt. Den 30. November [10.12.; BW] Mein Gnädiger Herr Graf Christian Günther den Obersten Merode ein schön Pferdt, so sie den Trompeter genant, verehret und durch den Stallmeister Marschallen nach Tonna gesandt. Den 29. November [9.12.; BW] ein Soldat von der Salva Guardia zu Urbich liegende, Hansen Hagen, ein steinalten Mann, Siemon Schneider, daselbsten bis auf den Todt in ihren Häusern gehauen und beschediget, darumb dass sie ihre Contribution nicht geben können“.[125] „Den 19. Dezember [29.12.; BW] etzlichen Bauren von Thaleben, als sie in die Mühlen fahren wollen, 3 Pferde ausgespannet worden. Den 20. Dezember [30.12.; BW] einem von Thaleben, so Kohlen herab nach Ebeleben geführet, vor Ebeleben ein Pferd ausgespannet worden. Den 21. Dezember [31.12.; BW] etzlichen Gespannen vor Mühlhausen 14 Pferde und alles, was sie gehabt, genommen worden. Den 22. Dezember [1.1.1628; BW] zwey Regiment Marggräfische[126] und ein Regiment sachsen-lauwenburgische[127] Reuter im Ambt Heringen[128] ankommen. Den 23. Dezember [2.1.; BW] diese 3 Regimenter Marggräfische und sachsen-lauwenburgische Reuter gar unversehens alhier zu Ebeleben ankommen und Quartier haben wollen. |[R.] Es hat aber der Obrist-Lieutenant [Bornival; BW] von dem Merodischen Volck anhero gesendet, der es von hiesigen Orthen abgewendet, und sind in das Amt Volkenroda[129] gerücket und sich zu Körner,[130] Volkenoda, Menteroda, Obermehler,[131] Großmehlra,[132] Marolterode,[133] Mehrstedt[134] eingeleget, aldar sie den armen Leuthen eine traurige Weynachten bracht. Den 24. Dezember [3.1.; BW] ist die Pagagi, zu diesem Volck gehörig, alhier durch gezogen, sind bey 200 Wagen gewesen. Den 25. [4.1.; BW] Dezember ist das Volck noch in den Quartieren stille gelegen. Den 26. Dezember [5.1.; BW] ist das Volck fortgezogen in die Vogteye“.[135]

Die Grafschaft Blankenburg-Reinstein[136] (Regenstein) fiel im Februar 1628 erst an Maximilian Graf von Waldstein (Wallenstein),[137] 1629 an Mérode. Im März war das Regiment in der Markgrafschaft Bayreuth eingelagert. Seine Reiter sollen in Hofeck[138] und Unterkotzau[139] die Hände abgehauen und die Arme enzwei geschlagen haben.[140]

Die Hannover’sche[141] Chronik hält fest: „Der König in Dennemark ist im Aprili mit einer  zimblichen Schiff-Armada ausgefahren, sein Heil wieder zu versuchen und noch einen Fall zu wagen. Hat erstlich die Insul Femern[142] in der Ost-See, darauf in 500 Merodische von Wallensteins Volke gelegen, mit Accord einbekommen und recuperiret“.[143]

1629 hatte Mérode in einem bravourösen Unternehmen den Alpenübergang für die kaiserlichen Truppen gesichert, die in den Mantuanischen Erbfolgekrieg[144] eingriffen.

Happe notiert für 1629: „Den 6. Januar [16.1.1629; BW] haben wir auf Befehl des Keyserlichen Commissarij Herrn von Oßa [Ossa; BW] aus der gantzen Grafschaft Schwartzburg auf 3 Compagnien, die abgedancket worden, über die Ordinari Contributione geben müssen. Auf jede Compagnien 440 fl, worüber wir den[n] gantz erschöpfet in die eußerlich Armuth gerathen. Den 7. Januar [17.1.; BW] hat der Keyserlich Commissarius Herr von Oßa [Ossa; BW] den sieben Grafen von Schwartzburg in dero Herrschaft einquartiret 2 ½ Compagnien Wallonen und einhalb Compagnie Crabaten. […] Den 10. Januar hat mir der Fourier zu Greußen etzliche Reuter in mein Haus legen lassen. Den 11. Januar [21.1.; BW] sind unsere Reuter von Großmehlra nach Greußen gezogen. Eodem [die] ist des Obersten Lieutenant von Budweis [Bornival; BW] Compagnie Reuter hinweg aus der Herrschaft Schwartzburg gezogen, darinnen sie gantze 5 Viertel Jahr aneinander Quartier gehabt, kostet uns alleine diese Compagnie über 60000 Thaler, ohne was auf die andern Compagnien gewendet werden müssen. Der Schade, den die Merodischen Reuter in der Grafschaft Schwartzburg bey dieser langwierigen Einquartirunge gethan, läuft auf viel Donnen[145] Goldes, darüber wir armen Leuthe gantz verderben müssen“.[146]„Den 5. April [15.4.; BW] 1628[147] ein Regiment keyserlich Fußvolck in die Erfurter Dorfe und von dar nach dem Francken Lande gezogen. Den 8. April aber ein Regiment Fußvolck auf die Erfurter Dorfe gezogen. Den 10. April abermahls 14 Compagnien Merodisch Fußvolck in die Erfurter Dorfe gezogen“.[148] „Eodem [die] sind des Keyserlichen Obersten Merode Regiment vier Compagnien Reuter vor Nordhausen gerücket, eine Summe Geldes von selbiger Stadt zu erzwingen. Dieser Monath ist sehr hitzig gewesen, hat sehr starcke Donnerwetter und viel Hagel gegeben, dadurch allenthalben großer Schaden geschehen. Juli Den 1. Juli [11.7.; BW] eine Compagnia Croaten durch Greußen marschiret, denen ist etwas an Hafer, Bier und Brodt gegeben worden. Den 2. Juli [12.7.; BW] ist Ordinanz kommen, dass wir eine Compagnie Merodische teutsche Reuter wieder einnehmen sollen. Den 11. Juli [21.7.; BW] sind etzliche Merodische teutsche Reuter in Meines Gnädigen Herrn Graf Günthers zu Schwartzburg und Hohenstein Fuhrwerck zu Thaleben quartiret worden. Anno 1629 sind die Merodischen teutschen Reuter, die uns nun drey gantzer Jahr aneinander jämmerlich geplaget und gemartert haben und bis dato auch der Stadt Nordhausen viel Leides gethan, auch aus dem Thüringerlande hinweg nach Friesland geführet worden“.[149]

Am 25.4.1629 zog das Regiment Mérode durch Dessau,[150] am 30.6. noch einmal eine Kompanie.[151]

In den Akten findet sich ein Brief  des kaiserlichen Generalkommissars Franz Peter König, genannt von Mohr,[152] an Graf Ernst zu Sayn und Wittgenstein vom 9.9.1629. Darin wird Graf Ernst der Durchzug des Mérodischen Regimentes  angekündigt. Dieses werde mit 2 Kompanien zwei Tage und Nächte in der Grafschaft Sayn logieren, weshalb Graf Ernst Sorge zu tragen habe, dass genügend Proviant bereitstünde. Darüber hinaus wird der saynische Landesherr aufgefordert, dem „Trierischen Keller Zue Freußpurg“[153] zu avisieren, dass „in seinem Ampt“ aus dem Merodischen Regiment  „3. Compen. Zue pferdt undt 4 Compen. Zue fuß“ logieren sollten, wozu Freusburg entsprechende Verpflegung stellen müsse.[154]

Happe hält weiter fest: „Den 25. August ist Poste kommen, dass der Keyserlich General Hertzog zu Friedlandt den Merodischen Obersten Lieutenant Ebalden von Budewils [Bornival; BW] zu Halberstadt[155] gefangen nehmen lassen. Die Ursache ist uns verborgen. Diese Schmach, aber und noch wohl ein mehrers hat er umb die armen Leuthe in der Grafschaft Schwartzburg, darinnen er nun drey Jahr Quartier gehabt, wohl verdienet“.[156] „Die Grafschaft Reinstein hat der Merode“.[157] „Den 5. Juli [1631; BW] haben wir den Obersten Meroda noch von drey Jahren hero einen unbillichen Contributions rest als 2000 thlr noch zu geben verwilligen müssen“.[158]

Am 28.12.1631 war Mérode zum Generalmajor, am 10.12.1632 zum Generalfeldzeugmeister ernannt worden. Im Januar 1632 war er von Wallenstein[159] Pappenheim[160] unterstellt worden. „Die meisten Klagen [in der Oberen Pfalz; BW] veranlaßte das Verhalten der aus lauter Wallonen bestehenden 2 Rgt. z. Pf.  und z. F. Merode, sowie des Rgt. z. Pf. Bredau [Breda; BW]. Burhuß schilderte sie als ‚über die Maßen üble Leute‘ „.[161]

„Die schwedischen Parteien und ihre Verbündeten gingen in der Folge daran, das gesamte Hochstift Bamberg systematisch einzunehmen. Feldmarschall Horn zog dazu alle entbehrlichen Besatzungen aus dem Raum Nürnberg[162] zusammen. Der markgräflich-kulmbachische Oberst Muffel begann damit, die befestigten Orte in der Fränkischen Schweiz einzunehmen und besetzte Pottenstein.[163] Obwohl Bischof Johann Georg alle Hebel in Bewegung setzte, die katholischen Verbündeten zu mobilisieren, war deren Unterstützung für das Bistum anfangs nur halbherzig. Der bayerische Feldzeugmeister und seit 1. Januar Kommandant der Oberpfalz Johann Philipp Cratz von Scharfenstein, der in Garnison in Auerbach[164] lag, hatte sich bereits am 12. Februar mit 300 Mann zu Roß und zu Fuß nebst etlichen Geschützen zusammen mit dem Grafen Albig von Sulz auf den Weg gemacht, um Forchheim[165] zu unterstützen. Auf halber Strecke kam ihm der Fürstbischof, welcher sich auf die Reise nach Vilseck[166] begeben hatte, mit ‚etlichen 40 Reisigen und Kutschenpferden‘ entgegen. Gemeinsam zog man zurück nach Auerbach (Soden I, S. 188). Dort bat der Fürstbischof den Feldzeugmeister noch einmal eindringlich um Unterstützung. Cratz zeigte sich erbötig, meinte jedoch, er benötige zu einer erfolgreichen Intervention mindestens noch 2 Regimenter zu Fuß und eines zu Pferd. Aus Kronach[167] schrieb der Statthalter Wolfgang Philipp Fuchs von Dornheim am 15. Februar 1632, daß ‚heute Sonntag zwischen 11 und 12 Uhr der gewesene Rat und Festungshauptmann Carl Neustetter, Stürmer genannt, gestorben ist‘. Der Statthalter und die Beamten von Kronach bekamen am 16. Februar den Befehl, den Ausschuß und das Landvolk in der Hauptmannschaft und in den umliegenden Ämtern zu mobilisieren und für einen möglichen Einsatz bereitzuhalten. Von diesem war jedoch wenig zu erhoffen: so wurde dem Fürstbischof am 17.2. aus Kupferberg[168] und Stadtsteinach[169] gemeldet, daß der Ausschuß nicht mehr nach Kronach will. In Kronach gewähre ihnen die unwillige Bürgerschaft nicht einmal eine Bank zum Niedersitzen. Sie wollten lieber zu Hause bei den Ihrigen für das Stift sterben. Von Amberg[170] wurden 300 Zentner Pulver und 300 Zentner Lunten in die Festung Forchheim transportiert. Am 14. Februar sagte auch der bayerische Kurfürst Maximilian den benötigten Sukkurs (Verstärkung, Zuzug, Entsatz) zu. Nach seiner Anordnung sollten Generalleutnant Tilly 4000 Mann zu Fuß und 1000 Pferde, Graf Cratz 1600 zu Fuß und 1000 Pferde zur Verfügung stellen. Dazu komme der Obrist d’Espaigne mit seinen 5 Cornets Arkebusieren (627 Pferde nach einer Musterung vom 15.1.1632) und der Ausschuß. (Looshorn VI, S. 202, 215ff.). Am 26. Februar besetzte eine Abteilung aus 300 Mann des Regiments Muffel Hollfeld[171] und am folgenden Tag Waischenfeld.[172] Oberst Muffel trug dem Amt auf, innerhalb von 6 Tagen 2400 Reichstaler zu erlegen. Die Bürgerschaft wurde entwaffnet und die gesamte Ausrüstung nach Kulmbach[173] transportiert (ebd. S. 232).

Anfang März 1632 machten die Kaiserlichen Ernst und schritten zur Rückeroberung des Hochstifts. Am 5. März schrieb zu Auerbach Sekretär Beringer zum Bischof nach Vilseck, daß das Volk des Generals Cratz unversehens Hollfeld überfallen habe überfallen habe, die ‚Garnison, ungefähr 300 stark, darunter ein Leutenant, ganz und gar ufgeschlagen und den Hauptmann Guttemberger [Wolff Gerhard von Guttenberg aus dem Regiment Muffel] neben einem Leutenant und Fähndrich gefangen bekommen‘. Nach dem Bericht der Schwester Junius[174] (S. 53) erfolgte der Überfall auf Hollfeld durch Reiter des Regiments d’Espaigne, welche dort ‚Bey 500 schwedten angetroffen, die noch in der Ruh gelegen und sich gar nicht besorgt haben […], welche sie alle nidter gemacht haben / in aller Stille dan es nur Bysch, Basch gangen ist […]‘ (eine erstaunliche Wortwahl für eine Nonne). Cratz nahm sein Quartier zuerst in Pottenstein und schlug am folgenden Tag das Hauptquartier in Pretzfeld[175] auf. Nach Angabe des Pottensteiner Vogts Schmelzing bestand seine Streitkraft aus etlichen 1000 Mann. (Looshorn VI, S. 237).

Beim Vergleich der hinsichtlich ihrer Aussage und politischer Intention höchst unterschiedlich gefärbten Berichte zu diesem Thema, zeigt sich wieder einmal deutlich, daß man sich in der Geschichtsschreibung nicht unkritisch von einseitigem Quellenmaterial beeinflussen lassen sollte, welches, gerade wenn es sich um Primärquellen handelt, in der Regel von den jeweils verfassenden Parteien in ihrem Sinne abgefaßt und möglichst positiv formuliert wurde. In folgendem Fall ist es sinnvoll, sich vergleichend an den offiziellen Berichten beider Seiten zu orientieren. Meist verlässlich sind auch die Briefe Tillys[176] an Maximilian von Bayern,[177] welche in die folgende Schilderung einfließen.

Der bayerische Generalleutnant Tilly war am 22. Februar 1632 mit 72 Fähnlein zu Fuß und 60 Cornets zu Pferd von Nördlingen[178] aufgebrochen. Nach Hurter (Bd. 10, S. 506), betrug die Stärke der Armee 14.500 Mann zu Fuß und 6000 Reiter. Am 27. Februar stand Tilly in Neumarkt,[179] wo er ‚Generalrendezvous‘ hielt. Die Stärke der Truppen soll dabei auf 20.000 Mann, darunter allerdings 8000 Mann neugeworbener bayerischer Ausschuß, und 22 Geschütze gemustert worden sein (Theatr. Europ. II, S. 526). Der bayerische Generalquartiermeister Lorenz Münch von Steinach (Looshorn (Bd. VI, S. 234) nennt ihn von Rinach) beziffert in einem Brief an den Bamberger Fürstbischof aus Nördlingen die voraussichtliche Truppenstärke Tillys mit nur 8000 zu Fuß und 3000 Reitern, ohne jedoch die neugeworbenen Truppen zu berücksichtigen. Tilly selbst spricht in seiner 1632 in Augsburg[180] gedruckten Relation von 12.000 Mann, wobei auch er die 8000 Mann neugeworbenen Ausschusses außer Acht läßt. Die Zahlen werden von Looshorn (Bd. VI, S.2 43/244) bestätigt, welcher in Berufung auf M. Wieland (S. 14f.) die Hauptmacht Tillys mit 12.000 Mann (einschl. der Cratz’schen Truppen von 2000-3000 Mann) plus 8000 Mann bayerischer Landmiliz angibt.

Am 3. März brach Tilly in der Oberpfalz auf und erreichte über Altdorf[181] (4. u. 5. März), Lauf[182] (6. u. 7. März), Neunhof,[183] Eschenau[184] und Neunkirchen[185] am 8. März mit seiner ‚Leibguardj‘ Forchheim (Soden I, S. 192f.). Dort traf er den Generalfeldzeugmeister Johann Philipp von Scharfenstein, der nach Maximilians früherer Anordnung über zusätzlich mindestens 800 Pferde und 1600 Mann zu Fuß verfügte, welche sich vom Hauptquartier Pretzfeld Richtung Hirschaid[186] in Bewegung setzten. Die Truppenstärke des Generalfeldzeugmeisters muß jedoch, wie auch der Pottensteiner Vogt Johann Schmelzing bestätigt, wesentlich größer gewesen sein, denn u. a. gehörten auch drei kaiserliche Regimenter, nämlich das Fußregiment des Grafen Albig von Sulz sowie die berittenen Regimenter Bredau (Johann Rudolf Frh. von Bredau, auch Bredow, welcher 9 Kompanien deutsche Kürassiere führte) und das wallonische Regiment Jung-Merode [Johann II. v. Mérode-Waroux; BW] aus 10 Kompanien Dragonern dazu (Soden I, S. 187 und DBBTI/LKKA V, S. 388, 403).

Nach einer Verpflegungsordonnanz des schwedischen Generalkommissärs Sigmund Heußner von Wandersleben (Looshorn VI, S. 223) betrug die Gesamtstärke der Truppen des schwedischen Feldmarschalls Horn in Bamberg[187] 96 Kompanien Infanterie und 54 Cornets Kavallerie, mithin ca. 96000 Mann zu Fuß und 4300 Reiter, insgesamt 14.000 Mann […].

In Pottenstein[188] ließ Cratz eine Garnison von 57 Musketieren zurück, weswegen die Bewohner den auf der Durchreise von Auerbach nach Forchheim befindlichen Fürstbischof am 8.3. baten, sie von diesen Soldaten zu befreien, die ‚ganz undeutsch sind und die man hier nit verstehen kann‘ (Looshorn VI, S. 238). Es handelte sich dabei um im Bistum Lüttich geworbene Wallonen des Jung-Merodischen Regiments. Der Fürst begab sich am gleichen Tag weiter nach Forchheim, um dort mit Tilly zusammenzutreffen. Dem Dienstag den 9. März brach man nach Bamberg auf. In Hirschaid, eine Stunde vor Bamberg, wurde Kriegsrat gehalten. Es war schon gegen Abend und Tilly schickte eine Kompanie Kroaten vom Regiment Fugger und eine Kompanie Dragoner zum Rekognoszieren voraus (Der bayerische Generalwachtmeister Ottheinrich Graf Fugger führte, außer seinem starken Fußregiment, das einzige bayerische Kroatenregiment, bestehend aus 500 Reitern in 6 Kompanien, geworben 1631, außerdem eine Kompanie Dragoner. Das ‚fuggerische croatisch Regiment‘ ging im Jahr 1635 mit einer Bestallung als Oberst an den späteren kurbayerischen Generalwachtmeister zu Roß und Feldmarschall-Leutnant Georg Truckmüller [Druckmüller; BW]).

Mittlerweile hatten sich auch Bamberger Bürger, dem Herannahen des Ersatzheeres ermutigt, gegen die schwedischen Besatzungstruppen gestellt. Da mehrere seiner Leute bereits von Bürgern getötet worden waren, mußte Horn erhebliche Anstrengungen unternehmen, um die schwedische Armee von einem Blutbad abzuhalten. Trotzdem fielen etwa 20 Bürger den Soldaten zum Opfer. Die offiziellen Berichte verschweigen, wie nahe Bamberg damals einer Katastrophe entging.

Gustav Horn hatte die Befestigung Bambergs mit Verstärkungen versehen lassen, welches, wie die Nonne [Maria Anna Junius;[189] BW] vom Heiligen Grab schreibt, nur langsam vor sich ging weil der Boden teilweise noch gefroren war: ‚[…] da haben sie bey unsern closter angefangen zu schantzen / aber es ist so hart gefroren gewessen / das sie nicht haben hauen könen / allso haben sie dissen tag gar wenig gearbeit‘. Horn selbst machte am 9.3. gegen Abend eine ‚Tour um die Retranchements‘ um die arbeitenden Soldaten anzufeuern, die noch nicht vollendeten Befestigungsabschnitte zu schließen. Ein Teil der Regimenter war deshalb noch mit Schanzarbeiten beschäftigt, als die kaiserlich-bayerischen Truppen heranrückten.

Als Horn die Annäherung der bayerischen Vortruppen bemerkte, schickte er den Grafen [Heinrich Wilhelm Graf zu; BW] Solms zu seinem vor der Stadt an der Seeßbrücke (der späteren Kettenbrücke) mit Schanzarbeiten beschäftigten Regiment, um ein frühzeitiges Engagement mit dem Feind zu verhindern. Parallel dazu schickte Horn jedoch auch durch den Obersten Kochtitzky [Kochczitz; BW] dem Reiterregiment (Wolf Heinrich von) Baudissin, welches die ‚Reiterwacht hatte‘, den Befehl, sich in Bereitschaft zu halten. Dieser Befehl wurde allerdings von dem überbringenden Boten fehlinterpretiert, so daß sich das Baudissin’sche Regiment unter dem Oberstleutnant Johann von Bülow zum Angriff schickte und ‚gar weit gegen das Holz, da der Feind sich sehen lassen avancirt‘. Nachdem Horn dieses bemerkte, begab er sich mit dem Oberst Solms zur Brücke und erteilte dem Bülow’schen Regiment den Befehl sich zu retirieren und hinter den Verschanzungen aufzustellen.

Es war jedoch schon zu spät. Von den bayerischen Kroaten und Dragonern sowie 300 Musketieren unter Feldzeugmeister Cratz und Graf Waldemar von Fahrensbach angegriffen, wurden die Bülow’schen Reiter in Unordnung gebracht und zogen in ihrer Flucht die Solms’schen Knechte, welche eigentlich die Verschanzungen an der Regnitzbrücke sichern sollten, mit sich. Obwohl Horn und Solms sich nach Kräften bemühten, die eigenen Truppen zum Stehen zu bringen und zur Verteidigung zu bewegen, drangen die Bayern in die Stadt ein. Graf Solms wurde bei dieser Attacke ins Bein geschossen. Vom Regiment des jungen Grafen (Johann Jakob von) Thurn unterstützt, gelang es Horn, die bayerischen Truppen wieder über die Brücke zurückzudrängen, welche daraufhin abgeworfen wurde, und die Verschanzungen mit Solms’schen und Muffel’schen Knechten zu besetzen. Die schwedischen Musketiere standen hinter einer Brustwehr aus mit Erde gefüllten Weinfässern und es entspann sich nun ein hartnäckiges Feuergefecht, das bis in die Nacht dauerte. Der Hasselhof sowie viele Gebäude in der Wunderburg und in der Gärtnerei brannten dabei ab. Nachdem Tilly in einem Garten zwei Geschütze hatte auffahren lassen (an dem der Brücke gegenüberliegenden Gasthaus zum Einhorn, jetzt Deutsches Haus) begannen Horns Truppen, sich zwischen 1 und 2 Uhr nachts zurückzuziehen (aus den Stadttoren bei St. Jakob, auf dem Kaulberg und dem ‚Pfeufersthore‘).

Die kaiserlichen Regimenter bemächtigten sich nun der Stadt. Tilly kommandierte sofort seine Reiter zur Verfolgung der flüchtenden schwedischen Truppen. Die Kroaten, eine Anzahl Dragoner sowie die Reste des kaiserlichen Regiments Bredau und des bayerischen Regiments d’Espaigne erreichten die schwedische Nachhut und verbreiteten unter ihr Tod und Verderben. Nach der Jesuitenchronik gelang es dem Baudissin’schen Oberstleutnant Johann von Bülow knapp die Flucht mit nur wenigen Begleitern, welche unterwegs niedergehauen wurden, so daß Bülow alleine entkam. Der schwedische Oberst Georg Wulf von Wildenstein und sein Oberstleutnant Limbach gerieten in Gefangenschaften (BHVB 48, 20, 23). ‚Das Nachsetzen und Verfolgen hat auf unterschiedlichen Straßen von 2 bis 3 Meilen Wegs continuiert [1 deutsche Meile betrug 7, 415 km] und sind hierunter auch von den katholischen Bauern viele Schweden erlegt worden, also daß die schwedische Infanterie, so in allem 5 [?] Regimenter gewesen in diesem und hievorgenannten gegen Hallstadt[190] und selbiger Seite gelegenen Bergen geschehenen Nachsetzen ganz dissipiert und zertrümmert worden‘. (Nach der Anzahl der 96 Kompanien zu schließen umfaßte die schwedische Infanterie mindestens 12 Regimenter). Auch die schwedische Reiterei erlitt großen Schaden. Insgesamt verloren die Schweden 3000 bis 4000 Mann. Die meisten jedoch durch Überläufer, da viele Soldaten, welche nach der Niederlage von Breitenfeld[191] untergesteckt worden waren, wieder zu ihren alten Fahnen zurückkehrten. Auch Feldmarschall Horn war bereits von 2 Kroaten gefangen worden, als ihn 17 seiner Reiter wieder befreiten. Die bayerisch-kaiserliche Seite hatte nur wenige Tote zu beklagen, doch waren der kaiserliche Oberst Graf Albig von Sulz und ein Oberstleutnant vom bayerischen Regiment Fahrensbach gefallen. Das Kürassierregiment des Obersten Bredau erbeutete bei der Verfolgung das Gepäck und Silbergeschirr des Grafen Solms. Auch die gemeinen Soldaten machten durchwegs gute Beute ‚und oft mancher gemeine Knecht ein gutes Bündel mit Geld, des Silbers, schöne Kleider, Pferde u. a.‘ Die schwedischen Truppen zogen sich nun auf beiden Seiten des Mains, teils über Hallstadt, welches sie anzündeten, teils über Eltmann[192] und Haßfurt[193] in Richtung Schweinfurt[194] zurück. Um die Verfolgung zu erschweren, ließ man die Brücken bei Hallstadt und Eltmann über den Main abbrennen. In Haßfurt sammelte Horn seine Armee so gut wie möglich wieder. Die schweren Geschütze ließ er in der Nacht von den Lafetten heben, in Schiffe laden und nach Schweinfurt führen. 20 leichte Regimentsstücke, welche 3 und 4 Pfund schossen, 3000 schöne neue Musketen samt allem Zubehör, 100 Zentner Pulver, 130 Zentner Lunten und 136 Fäßlein mit Musketenkugeln fielen jedoch den kaiserlich-bayerischen Truppen in die Hände. Nach dem Bericht Gustav Horns an den König verloren beide Seiten an Toten nur jeweils 400 Mann. Am meisten Schaden erlitten das Solms’sche und das Muffel’sche Regiment, speziell die Kompanien des Oberstleutnants Wolf Gerhard von Guttenberg und des Hauptmanns Georg Wilhelm von Künsberg.

Bamberg war die erste große Niederlage, welche die Schweden seit ihrer Landung in Deutschland erlitten. Beim Abzug wollten sie bei der Seeßbrücke 2 Tonnen Pulver anzünden, ‚alles zersprengen‘ und dem Gegner den Einzug unmöglich machen, ‚aber Gott, der die seinigen nicht verlest / hat gnad geben / das zwey alte eheleüdt die do gewondt haben solches gwar wordten / und alls Balten wiederumb gelescht / haben aber sich mechtig verbrent / wie sie dan nicht lang darnach alle zwey gestorben seint‘. Auch in vielen Gassen und in den Häusern selbst in den Betten hatte man Pulver und Stroh gelegt um die Stadt zu zerstören, welches die Bürger jedoch verhindern konnten. Bischof Johann Georg kam am Mittwoch den 10. März in die Stadt, welches der Tag der Erhebung des h. Kaisers Heinrich war, und hielt im Domstift wiederum die erste Messe. (Looshorn VI, 239f.; Maria Anna Junius in BHVB Nr. 52, S. 61)„.[195]

„Ganz gab sich der schwedische Feldmarschall jedoch noch nicht geschlagen. Nachdem er sich mit den örtlichen Verhältnissen vertraut gemacht hatte, überschritt er bei Haßfurt wiederum mit einigen Truppen den Main, ging am rechten Mainufer zurück und überfiel hier in den frühen Morgenstunden des 12. März die Bayern, namentlich die wallonischen Regimenter Merode und [Johann Wilhelm von; BW] Blankart sowie das Kroatenregiment [Mérode-; BW] Jehay, welche sich bereits in die Quartiere begeben hatten, samt ihrem Troß in Ober- und Unterhaid. Die Dörfer wurden in Brand gesteckt. Tilly kann in seinem Bericht an Maximilian seine Empörung darüber kaum verhehlen, wenn er schreibt: ‚Nachdem die Truppen in die Quartiere gerückt waren, hat sich darüber der Feind vermittels gegebener Anleitung und Vorschub des Adels im Lande, darunter vornämlich einer von Rotenhan, unterstanden, gesammte Quartiere zu überfallen und aufzuschlagen‘. Hierbei ging[en] das Gepäck und zwei Standarten vom Regiment Merode verloren. Ein Teil der Kroaten versuchte schwimmend durch den Main zu fliehen, wobei viele ertranken. Die restlichen Kroaten und Dragoner sammelten sich schließlich auf dem Kirchhof von Staffelbach, wo sie sich 4 Stunden lang bis zur Ankunft der zum Sukkurs eilenden bayerischen Reiterei verteidigten. Die Bayern machten sich mit einigen Verstärkungstruppen an die Verfolger der Angreifer, welche den Rückzug angetreten hatten. Die Schwedischen entfernten sich jedoch so schnell, daß sie nicht mehr eingeholt werden konnten. (Tilly an Maximilian vom 13. März, Akten 30j. Krieg T. 176). Tilly folgte den Truppen Horns bis Haßfurt, wobei er die von den Schweden abgebrochenen Brücken bei Haßfurt und Eltmann von den Einwohnern wieder herstellen ließ. Die Nonne Maria Anna Junius schreibt zu diesem Ereignis: ‚Freidtag den 12. Marcius zu frü haben die crawadten [Kroaten] etliche 100 zu ober und underheit / eingebüst dan ein bawer hat die feint tibischer weis durch das holtze ober den berg hinab gefürt / dessen sich die unsrigen gar nicht besorgt haben / des wegen seint ihr vil auch weiber und kindter nidter gemacht wordten / auch haben die feind ober und unterheit angezünt / aber unsere crawadten zum theil haben sich auff das kirghoffs meütherlein auch auff den thürn [Kirchturm] begeben und mechtig under die feind geschossen / das sie wiedterumb die flucht haben gegen müssen‘. (Bericht Maria Anna Junius in BHVB 52, S. 64).

Gustav Horn zog nun auch die restlichen Truppen nach Schweinfurt zurück, sein Quartier bezog er in Geldersheim“.[196]

„Die Einnahme Bambergs durch die Schweden [11.2.1632; BW] und deren Vormarsch mainaufwärts löste im ganzen Hochstift einen ungeheueren Schock aus. Kronach[197] bereitete sich zum Kampf. Viele kleinere Orte des Hochstifts aber nahmen, um einer Besetzung durch die Schweden zu entgehen, freiwillig eine von Oberst von Muffel angebotene salva guardia an. Also rückte umgehend eine markgräfliche Besatzung in den Orten Stadtsteinach,[198] Kupferberg,[199] Hollfeld und in Weismain[200] ein. Letztere Stadt war wegen ihrer guten Befestigungen besonders wichtig. 50 Knechte unter einem Leutnant marschierten hier zunächst ein, tags darauf dann noch zwei markgräfliche Kompanien unter dem Oberstleutnant Gerhard von Guttenberg und dem Hauptmann Georg Wilhelm von Künßberg. Der Schutz mußte aber beachtlich hoch bezahlt werden, denn der zum Rathaus bestellten Bürgerschaft wurde verkündet, daß die Stadt sofort eine Ranzion von 5000 fl. aufzubringen habe. Die Besatzung währte nur sehr kurze Zeit. Schon Anfang März, als Tilly die Schweden in Bamberg bedrohte, rückten die markgräflichen Truppen wieder ab. Da Weismain nur 1143 fl. der Ranzion bezahlt hatte, führten die Markgräflichen bis zur Bezahlung des Restes zwei Geiseln mit sich fort. Die aus den Orten abgezogenen markgräflichen Truppen marschierten umgehend unter Muffels Kommando nach Bamberg, um dort die Schweden gegen Tilly zu verstärken. Als das Muffelsche Regiment aber in der Vorstadt ankam und sich anschickte, in die Stadt selbst einzurücken, wurde es überraschend von den bereits eingerungenen ligistischen Truppen angegriffen und zerstreut. So erwuchsen hier den markgräflichen Einheiten erstmals größere Verluste“.[201]

Mittlerweile waren die von der spanischen Regierung in Brüssel finanzierten Werbungen für die kaiserliche Armee weiter gegangen. 1632 meldete die „7. Newe Vnpartheyische Zeitung vnd Relation“ (1632): „Auß Cölln[202] vom 11. dito [Febr.]: Von Prüssel ist dem Graffen von Isenburg Manßfeldt / Merode / Herr von der Nersen vnd andern Obristen allhier ein grosse Summa gelts zukommen / 30000. Mann für Key. May. vnd Spannien zu werben / Es scheint die Liga wolle sich der werbung abthun / damit sie nit in mehr unglegenheit falle. […] Weil man am Weserstromb weichen müssen / als thut sich der von Papenheimb hiesiger orthen zu ruck begeben / ligt in der Graffschafft Ravensperg[203] / vnnd müssen ihme die ämbter vil gelt geben“.[204]

Der Osteroder[205] Chronist Wendt hielt das Ritual Mérode’scher Gelderpressungen im Oktober dieses Jahres fest: „Osteroda ist wegen solches schleunigen Überganges in nicht geringe Gefahr gesetzet. Dann derselben, Wofern Sie sich nicht mit 10.000 Th[a]l[e]r[n] abfinden würden, mit Feuer vnd Schwerdt gedrowet. Es hatt der Graff von Papenheimb praetendiret, daß in der Stadt Osteroda wieder die Röm[ische] Kaiser[liche] May[jes]t[ä]t consilia gemacht, Lauff und Muster platze auch contribution Verstattet etc. […] Ob nun gleich die Stadt Osteroda sich mit dem Graffen Von Papenheimb abgefunden, ist doch der Graff von Meroda mit etzlichen Regimentern den 12. [Octo]bris Vor die Stadt Osterode gerücket Und, nachdem Er die Pforten berant, hat Er 4 Stück Geschütz und 2 FeurMörser auff die Stadt gerichtet, auch etzliche vom Rath hinausgefordert, denselben vorgehalten, Weiln die Ambter mit der Contribution nachständig geblieben, Ungehorsamb und Trewloß worden, daß demnach die Stadt Viertzigtausend Th[a]l[e]r hergeben und von dem Lande wieder einfordern oder aber den Landtrosten schaffen solten. Wo nicht, Wehre seinem Volcke die Stadt Zum Außplündern Preißgegeben Und was darinnen solte niedergemacht, auch die Stadt an Vier örter angestecket vnd am Ambthause der Anfang gemachet werden. Wie nun auß des Raths Mittel abgeordnete hierauff sich einZulaßen nicht gewust, hat Er sich sehr ungebardig gestellet, Sie packen und Geldschaffen geheißen Und befohlen, die uff die Stadt gestellete Stück losZubrennen. Der Rath hat sehr Wehemütig und flehentlich umb Christi Blutt und Todt gebeten, mit dem Brande einZuhalten Und Jhnen eine Unverschuldete Straff nicht uffZulegen, dabey sich erboten, was Zu dem Von Lande nachstehenden Rest die Stadt Osteroda schuldig in continenti herbeyZuschaffen. Es ist aber der Graff mit solchen Erbieten nicht Zufrieden gewesen, hat kurtz umb die gantze Summ von der Stadt wißen und haben wollen, welche es von dem Lande wieder einfordern konte. Folgenden Tages, den 13. [Octo]bris, hat der Graff Von Meroda durch den Obristen Westrumb auch noch einen Obristen vnd Qvartiermeister folgende postulata auff der Rathstuben vorbringen laßen:

1. Achte starcke und wollgerüstete Wagen mit allem Zubehör außZurüsten und vor in den Wagen 6 starcke Pferde und 2 Knechte Zuschaffen,

2. Alle eingeflehete Bauren bey Leib und Lebens straff an einen Ohrt ohngesäumbt ZusammenZufordern,

3. Alle die Sachen, so dem Feinde oder denselbigen, so dem Feinde gedienet oder noch dienen, gehörig vnd  Zu- ständig, bey Leib und LebensStraff anZudeuten vnd an einen Ohrt ZusammenZuschaffen,

4. Alle, so dem Könige von Schweden oder deßen Anhang dienen oder gedient, bey LeibesStraff anZumelden vnd in Hafft Zubringen,

5. Alles, was Silber, Gold, Geld, Clenodien etc. Zusammengetrieben, versiegelt einZumachen.

6. Dabey Specificatio solcher Liefferung Zu geben.

Weiln nun solche postulata Zur Unmügligkeit hinaußgeschlagen, hatt der Rath hiebey ein anders und n[m?]ehres nicht thun können, dan mit Flehen vnd bitten anZuhalten, Gestalt dan solches mit einem Fußfall geschehen, auch Zu desto beßerer Gewinnung des Tyrannen seind die SchuelKnaben vnd Mägdlein hinaußgeschicket vnd hat doch nichts außrichten mogen. Wie auch endlich der Rath angehalten, daß Jhnen vnd Gemeiner Bürgerschafft möchte erlaubet werden, Weib und Kinder bey die Hand Zunehmen und bloß davon Zugehen. Hatt es Jhnen auch nicht verstattet werden wollen, besondern ist der Rath benebst den Herrn Predigern in die Johannes-Kirch in arrest gelegt Und seind die Bauren, so mit den jhrigen in die Stadt geflüchtet, Zusammengefordert, beim niederhawen 6.000 Th[a]l[e]r uffZubringen. Und weiln es denselben auch unmüglich, ist es endlich uff embsiges bitten dahin gerathen, daß die Stadt 8.000 Th[a]l[e]r an Golde, Silber und Gelde in continenti erlegen und in 14 Tagen gegen Geißel 4.000 Th[a]l[e]r nacher Hildeßheimb[206] liefern müßen. Jmmittels was an Soldaten hereinkommen, haben die Bürger besucht, Kirchen eröffnet und das Ambt spoliiret. Über daß ist ein großes an wüllen vnd LeinenTuch, auch andern Wahren, Jtem an Proviant, Pferd vnd Wagen hergegeben. Und seind beide Vorstädte gäntzlich ruiniret, außgeplündert und verdorben“.[207]     

Zwar hatte auch Franz von Hatzfeldt, der Bischof von Würzburg, bereits 100.000 fl. für die kaiserliche Armee aufgewandt, wie er dem Kaiser[208] mitteilte,[209] was diesen nicht davon abhielt, den im Kölner Exil lebenden Kirchenfürsten, der bei seiner Flucht erhebliche Geldsummen mitgenommen hatte, um 300.000 fl. anzugehen.[210] Auch mit der Werbung von Truppen gab es Schwierigkeiten. Wie der kaiserliche Oberstleutnant Johann Gottfried von und zum Jungen Melchior von Hatzfeldt am 11.5.1632 mitteilte, hatte der ligistische Kommandierende im Weserbereich, Jost Maximilian von Gronsfeld, noch dreihundert Reiter auf seinen Gütern liegen; allerdings wollten weder Kurköln noch die Städte Musterplätze hergeben.[211] Kurköln hatte sich geweigert, Mérode zu unterstützen, da man nur für die Ligisten zuständig sei,[212] während die Generalstaaten gerade diese Werbungen zum Anlass nahmen, um Ferdinand von Köln[213] fast schon als Ritual wieder einmal zu drohen.

Zu dem Vorstoß auf Wiedenbrück[214] gegen Baudissin hatte der militante Bischof von Osnabrück,[215] Franz Wilhelm von Wartenberg, Gronsfeld allerdings nachdrücklich auffordern müssen, was dessen Gegner mit etwa 5.000 Mann noch vor dem 2.9. zum Rückzug nach Höxter[216] veranlasst hatte, um dort auf Verstärkung durch seine Konföderierten zu warten. Gronsfeld verzichtete jedoch aus Vorsicht auf eine weitere Verfolgung und blieb bei Delbrück[217] stehen,[218] da er wusste, dass Mérode als Kommandeur der Pappenheim’schen Vorhut bereits bei Dortmund[219] sein Quartier genommen hatte.[220] Dortmund war am 24.7. nach dem Einwerfen einiger „Feuerballen“ erobert worden; Pappenheim hatte dort sowie in Essen,[221] Duisburg[222] und Ruhrort[223] über 2.000 Mann zurückgelassen.[224] Bereits am 3.8. hatte er Gronsfeld versichert, in wenigen Tagen (!) wieder an die Weser zurückkehren zu wollen.[225] Vor Mitte des Monats traf dieser bei Paderborn auf Mérode[226] und erreichte Pappenheim in Dortmund.[227]

Währenddessen stieß Mérode auf die belagerte Schlüsselfestung Wolfenbüttel[228] vor.[229] Gustav Adolf hatte noch am 7.9. Georg von Braunschweig-Lüneburg, der sich in seiner Funktion als Kreisgeneral und wegen seiner Erbansprüche der Belagerungsarmee Friedrich Ulrichs angeschlossen hatte, eindringlich ermahnt, die Blockade der Festung fortzusetzen, „darbei aber ihre Achtung nit weniger auf den von Gronsfeld schlage, damit sie denselben amusieren und allem Schaden, so etwan von ihme zu gewarten sein möchte, in Zeiten verbiegen [vorbiegen] möchten“.[230] Mérode versuchte Wolfenbüttel zu entsetzen,[231] was ihm am 5.10. auch gelang. Dagegen soll nach Wassenbergs[232] Darstellung im „Florus“ – die Gronsfeld in seinen Anmerkungen und Verbesserungen 1647 sicher korrigiert hätte, wenn sie nicht stimmig gewesen wäre – der Entsatz durch den Grafen allein erfolgt sein: „Auff einer andern seiten war der Pappenheimer / welcher jetzo von Mastricht[233] zurück in Westphalen kommen / vnd hatte / nach dem er nu den Baudis vnnd Landgraffen von Hessen sehr geschwächet / etliche 1000. zerstrewet vnd gefangen / das Geschütz vnnd Fähnlein abgenommen / Wolffenbüttel so Georgius von Lüneburg damahls belägert hielt / von der Belagerung zu befreyen sich vorgenommen. Da hat er den Graffen von Gronsfeld mit 20. Companien Reutern dahin voran geschickt / mit Befehl daß er geschwind fortziehen / bey Nacht durchbrechen / vnnd ehe man von seiner Ankunfft etwas wüste sich zu der Besatzung verfügen / auch mit den Belägerten alßbald einen Außfall auff den Feind thun solte / sintemahl es wol geschehen könte / daß sie durch diß vnverhoffte Vnglück erschrecket / vnd zerstrewet werden möchten. Dann gleich wie deß Meeres vnvorsehenes Vngewitter die Schiffleute viel hefftiger erschrocken machet / also macht der Feinde vnverhoffte Ankunfft bißweilen mehr bestützt / als wann man sich ihrer versehen hat. Derhalben wie es befohlen worden / also ists auch geschehen: Wie man davon gevrtheilt / also ist es auch ergangen. Er hat alle Lüneburgische Regimenter zertrennet vnd gleichsam zerhacket / daß sich auch Georgius sampt den Seinigen kaum vnder der Braunschweiger Geschütz flöhen können. Weil der Pappenheimer durch seinen Kriegspossen einen grössern Muth bekam / vnd jetzt nach grossen Städten trachtete / sihe / so hat er Hildesheim erobert / welche Stadt sich / vnnd alle Güter mit 200000 Reichsthaler abgekaufft“.[234]

Der schwedische Reichskanzler Oxenstierna,[235] Vertreter einer machiavellistischen Politik[236] und Haupt der Protestanten, plante die Besetzung der Territorien Ferdinands von Köln und wollte daher Gronsfelds Verbindung mit dem gerade zum kaiserlichen Generalfeldzeugmeister avancierten Grafen Mérode, der im Auftrag Kurkölns, Kurmainz‘ und Worms‘ neue Truppen warb,[237] verhindern. Mérodes Truppen galten als disziplinlos sowie stets desertionsbereit und griffen sogar eigene Truppen an.[238]

Mittlerweile waren Ysenburg und Westphalen, der allem Anschein nach sich Mérodes Befehlen nicht unterzuordnen gewillt war,[239] offensiv gegen Baudissin vorgegangen und hatten ihn zum Rückzug gezwungen, nachdem Versuche der Generalstaaten, ihn zur Räumung des Erzstifts zu bewegen, gescheitert waren.[240]

Nach Hofrat Happe waren Mérodes Reiter als Teil der Pappenheimischen Armee wieder in der Grafschaft eingefallen: „Eodem die ist das Städtlein Greußen von etzlichen Reutern geplündert, Philip Tentzels Haus aufn Marckte angeleget, aber das Feuer von den Bürgern balde wieder geleschet worden. Eodem die der Dechant in Erfurt, Magister Urbanus Heune, von dem Residenten [Erskein; BW] gefangen genommen worden, hat die Stadt verrathen wollen. Den 20. Oktober [30.10.; BW] hat der Pappenheim das Städtlein Tennstedt[241] gantz elendiglich ausplündern lassen und ist mit den Leuthen sehr tyrannisch gehandelt, viel Weiber geschendet worden und etzliche Männer todt blieben. Eodem die Hertzog Wilhelm von Sachsen Weymar, der damahls in Erfurt commandiret, bey hundert Wagen mit allerhandt Sachen beladen nach Erfurt führen lassen wollen. Die sind aber von den Pappenheimischen bey Nohra[242] antroffen, theils geplündert und alle Pferde hinweg genommen worden. Darüber ein großer Auflauf in Erfurt entstanden. Gegen Abend sind andere Pferde neben einer starcken Convoi hinaus geschicket worden, welche die geplünderten Wagen in die Stadt bracht. Eodem die etzliche Greußische Bürger, so nach Erfurt fahren wollen, darunter auch der Doctor Andres Tentzell, Johann Tentzell und Benjamin Krebs. Den 20. Oktober [30.10.; BW] sind Meine Gnädigen Herren von Gehren[243] eilents nach Hilpershausen [Hildburghausen[244]] gezogen. Den 21. Oktober [31.10.; BW] hat die gantze Pappenheimische Armee im Ambt Clingen gelegen, auch theils zu Weißensee[245] und in umliegenden Orthen, die alle elendiglich ausgeplündert, viel Weibes Volck geschendet und viel Leuthe todt gehauen worden. Zu Greußen ist Andreas Trescher todt gehauen worden und sind drey Weibes Bilder mitgenommen worden. Auch haben die gottlosen Soldaten alles in den Häusern zerschlagen und verwüstet, das Getreyde den Pferden unter gestreuet, die Kirchen zu Greußen erbrochen, den neuen Kelch, so ich vorm Jahre nach der Tyllischen Plünderunge ex pro affectu [etwa: aus einer und für die Regung des Herzens] wieder machen lassen und mich 63 rh gekostet, neben noch einem hinweg geraubet, die Orgel aller zerschmissen. Dis haben des Obersten Meroda Soldaten gethan, deren drey Regiment in Greußen gelegen. Summa, das arme Greußen ist also verwüstet, dass es einer Drachen Wohnunge ehnlicher als einer Menschen Wohnunge. In Tobias Leubers Hause aufn Marckte neben mir hat der Merode sein Quartier gehabt, welches aus Unachtsamkeit zu brennen angefangen, ist aber Gottlob balde geleschet worden. Darauf ist Merode auf das Rathhaus gezogen und in der untersten Rathstuben sein Quartier genommen, sind die Acta alle zugrunde gangen. Also ist es auch zu Clingen und Weißensee und fast in gantz Thüringen hergangen“.[246]

Auch an den Gelderpressungen und der üblichen Geiselnahme in Hildesheim[247] war Mérode zusammen mit dem ligistischen Kommandierenden Gronsfeld beteiligt.  Der Hildesheimer Chronist, Arzt und Ratsherr Dr. Jordan notiert in seinem Tagebuch unter dem 19./29.1.1633: „B. Joachim Oppermen, B. Joachim Wiesenhafern, Christoff vom Hagen, Henrich Lüdeken, Henrikus Brandeß, Marrten Künneken, Justus Bock werden gemeiner Stadt halber, und daß die 25,000 Thl. restirende Gelder als bald aufkomen sollten, uff das Rathhaus in Arrest gelegt, von Herman Bispüing, Blanckhartischen Regiments-Schultzen, und ob man sich wohl uff den accord berufen, liquidation zugelegt, hat dennoch solches nicht helfen wollen. Etzliche von denselben sind bald wieder loßgegeben, B: Opperman aber und Justus Bock haben (weiterhin Arrest gehabt)“. 22./1.2.: „Kegen 10 Uhr in der nacht als Gefangene mit dem Bischoff von Oßnabrügk [Franz Wilhelm v. Wartenberg; BW], welcher vor weinig Tagen den jungen Bayer-Fürsten[248] zur Coadjuterey sich aber zue einer Prebende[249] in Summo allhie verholffen, welcher umb diese Stund von hinnen gerückt, fortgeschickt werden sollen, welches aber durch Paland, den Commendanten, verboten worden“. 23./2.2.: „Ob Specificirte werden einß für alles loß, deswegen begehrten Sie noch 25,000 Thl., so der Graff von Gronßfeld, und 3000 Thl., so Obr. Merode forderte. Übrige 25,000 Thl. sollten von ausgelegten Korn, Munition, Wein etc. abgezogen werden“.[250] 18./28.2.1633: „Der Obrist Paland ließ durch eine Proposition von der Bürgerschafft 4,000 Rtlr wegen des Graffen von Merode fordernden 5000 Thl. nachstendigen Contribution, in Nicht-Erfolgung solcher wollte er die Stadt ausplündern lassen“.[251]

Wallenstein selbst hatte Gronsfeld am 14.3. ein sehr schmeichelhaftes Schreiben geschickt, das ihn wieder vertröstete und zugleich auch die kommenden Differenzen mit Mérode wohl voraussah: „Allermaßen wir nun auß diesem allem[252] seinen zu I. Ksl. Maj. und der catholischen getreuen chur und fürsten des reichs tragenden efer und darbe anwendende rühmliche dexteritet, vorsichtigkheit und valor unserer vormals zu seiner person gestelter confidenz nach mit höchstem vergnüegen verspüren, und nicht allein ihn solcherwegen, wie vor iederzeit von unß beschehen, noch mehrers zu aestimiren, besondern auch bei I. Ksl. Maj. in optima forma zu erhaltung seiner würklichen gnadt zu recommendiren unvergessen sein wollen. Also thuen wir dem herrn zu seiner nachrichtung inmittels dieses notificiren, das aufs ehiste wir mit zween armaden aufbrechen und mit der einen in Schlesien, mit der andern aber ins reich, umb diversion gegen denn feindt zumachen, gehen werden (# wie denn auch der veldtmarschalk graff von Aldringen welcher in Schwaben eine starke armada richtet, nicht feiern wird.), dahero der herr bis dahin in festen ohrten sû la diffesa zuhalten, auch inmittels die newe werbungen, weilen an fortstellung derßelben merkhlich vielgelegen, aller eusersten möglichkeit nach zubefördern ihm angelegen sein lassen wollen. Inmassen dann auch der herr solcherwegen mit dem grafen von Mérode, welchem wir dergestalt starkhe vor die handt zu nehmen, folgendts zu dem herrn zustossen und seinen ordinanzen nachzuleben befohlen, in fleissiger correspondenz in den Niederlanden, wo er sich anietzo befindet, damit er sich an orth und stelle, wo ihm der herr schaffen wirdt, begeben khönne, zu stehen wissen wirdt“.[253] Dass Mérode sich bereitwillig Gronsfelds Kommando unterstellen würde, war allerdings mehr als unwahrscheinlich.

Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg hatte seine Politik gegenüber den Kaiserlichen in einem Schreiben an Wallenstein verteidigt: Er habe sich mit seinem geringen Aufgebot noch an keinem Konflikt beteiligt, zumal er ohne ausreichende Unterstützung ohnehin keinen Widerstand leisten könne. Auch sei es ihm nicht möglich gewesen, die protestantischen Konföderierten aus seinem Land herauszuhalten.[254] „Zu ihm  hatte Oxenstierna[255] ‚kein Vertrauen noch Affection. Wenn er könnte, er jüge ihn gewiß zum Lande hinaus‘. Was Oxenstierna einstweilen daran hinderte, war Rücksicht auf seinen Wunschpartner, die Niederlande, zu denen auch Wolfgang Wilhelm ein vertrauliches Verhältnis hatte. Das einzige Ziel des Düsseldorfers in diesem Jahre war, alle fremden Soldaten aus seinen Landen herauszuhalten“.[256] Wolfgang Wilhelm war wohl doch ein „offenbar recht beschränkter und unbeweglicher Geist, starr an einmal bezogenen Positionen festhaltend und von einem durch nichts zu erschütternden Bewußtsein wirklicher oder vermeintlicher Rechtspositionen durchdrungen, auf deren buchstäblicher Einhaltung er zu bestehen pflegte, ohne sich zu fragen, ob die Erreichung dieses Zieles nach Lage der Dinge möglich sei oder nicht“.[257] Ferdinand II.[258] hatte sich geweigert, die Neutralität des Pfalzgrafen weiter anzuerkennen, zumal diese seiner Auffassung nach im Widerspruch zu den Reichskonstitutionen stand. Die Abführung der kaiserlich-ligistischen Regimenter kam daher nicht in Betracht, zumal auch Mérode und Bönninghausen in Jülich und Berg Quartier genommen hatten.[259] Ferdinand II. hatte sich auch gegenüber Wolfgang Wilhelm beschwert, Kurköln habe fast keine Werbungen durchgeführt, dagegen den Großteil der Gronsfeld’schen Truppen „zu höchsten meiner underthanen schaden in meine landt aigenwillig eingelegt, die darauß ihren underhalt mit großer unordtnungh gezogen und mich der mittell zu underhalt meines aignen geworbenen volcks gueten theils privirt haben“.[260] Weiter klagte er über Ferdinand von Köln:[261] „Jetzt will mich Sr. Ld. nöthen dz ich mein volck erlaßen unnd mit den Gronsfeldischen coniungiren solle, das wehre aber so uill als wan man mein geworben volck zu defension Sr. Ld. landt gebrauchtet unnd hingegen meine landt von garnison entblöst, und andern zum raub offen laßen mueste“.[262] In einem weiteren Schreiben an den Kaiser, mit dem der Hof Ferdinand II. wohl nicht mehr im Original belästigte – monierte er, dass die von diesem zur Unterstützung herbeigerufenen Truppen sein Fürstentum Berg „fast in grundt verdorben“ hätten.[263]

Die Einschätzung der kaiserlich-ligistischen Regimenter bei den schwedisch-hessischen Konföderierten war allerdings sehr negativ: „Die gefangenen haben außgesagt, dz ihre sachen sehr ubell stündenn; des Volcks wehre wenig unndt ubell commandiret; Merode hette dz Commando uber viellfältiges zusprechenn nicht annehmen wollen, Bönnighaußen aber wehre endtlichen vom Bischoff zue Oßnabrück darzu persuadiret wordenn; wie er es aber außfuhren würde, solte die Zeith eröffnen“.[264] Am 6.5. hatten Graf Johann Jakob von Hanau, der Schwager Wilhelms V., und Stålhandske bei Wellingholzhausen[265] das Regiment Asseburg angegriffen, zurückgeschlagen und sieben Standarten erbeutet.[266] Bönninghausen[267] trat daher den Rückzug nach Osnabrück[268] an, um die von Gronsfeld geforderte Verbindung mit Mérode in die Wege zu leiten. Dr. Jordan notierte unter dem 6./16.5.: „Die bishero vom Graff Merode gesam̃blete Völker, weil ihnen der Landgraff von Heßen entgegen zogen, reteriren sich uff Oßnabrügk unter das Geschütz, wohin ihnen der Landgraf gefolget“.[269]

Gleichzeitig versuchte man Gronsfelds ohnehin schon angeschlagene Reputation bei den rheinischen Kurfürsten weiter zu untergraben. In einem Schreiben von Kurmainz und Kurköln an den bayerischen Kurfürsten wird eine „zuverlässige“ Quelle aus Osnabrück zitiert, allerdings ohne Absender und Adressat: Unter Gronsfeld würden ligistische Regimenter veranlasst, sich Wallenstein zu unterstellen; er und andere Obristen hätten an Bönninghausen – der wohl als Chef des Stabes fungierte – bereits Kompanien abgetreten. Auch sei er von Wallenstein zum Feldmarschall befördert worden,[270] was er von Kurbayern niemals akzeptiert hätte, und erhalte seine Weisungen jetzt vom  kaiserlichen Generalissimus. Somit würden, zumal Mérode und Bönninghausen ohnehin dessen Kommando unterstellt seien, Ligatruppen von Offizieren Wallensteins kommandiert, was den Interessen des Katholischen Bundes wohl kaum dienlich sein könne.[271] Da diese Informationen aus einem geschickten Gemisch von Tatsachen und Verdrehungen bestanden, sollten sie doch das Ansehen des Grafen am Münchner Hof diskreditieren, da beide Kurfürsten sehr wohl wussten, dass Maximilian zu den erbittertsten Gegnern des kaiserlichen Generalissimus während seines zweiten Generalats gehörte. Gleichzeitig sollten die Ligastände Kommissare an Gronsfeld abordnen, die auch an den Konsultationen im Kriegsrat teilnehmen sollten.

Zudem bestand Spanien noch immer auf der Abforderung der Truppen Gronsfelds von der Weserfront. Bereits im Februar 1633 hatte Philipp IV. Ferdinand II. zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Frankreich aufgefordert und ihn ersucht, der französischen Regierung zu erklären, dass die Verhinderung des Zuges des Kardinal-Infanten[272] bzw. des Zuzugs nach Flandern als Kriegsfall angesehen werden müsse. Gronsfeld war dabei zusammen mit Aldringen von Philipp IV. für die Sicherung des Wegs nach Flandern vorgesehen,[273] was jedoch das Einverständnis Wallensteins voraussetzte. Bis in den Mai drängte Madrid auf eine kaiserliche Entscheidung für den sofortigen Kriegseintritt, wofür die Truppen Gronsfelds, Mérodes, Bönninghausens und Aldringen benötigt wurden, oder für einen sicheren Frieden mit Frankreich und den Generalstaaten.[274]

Der protestantische Osnabrücker Chronist Rudolf Bellinckhausen [1567-1645] berichtet: „Denn 30. Junii ist aus befelch des raths unser stad einen jedern burger angemelt, der vorrath von rogken im hause hat, sol von jedern malter[275] ein schefel[276] geben, darvon unse becker brod gebacken und denn f[…] obristen Meroda zugesandt“.[277] […] „An dießem tag [2.7.; BW], wie ichn, sind auch viel wagen mit brod in unser stad aufgeladn mit etlichen 20 stucken. Darbey sollen auch viel thonnen[278] biers nach den obristen Meroda […] ausgesandt“. Noch am 7.7. heißt es bei Bellinckhausen: Es „sind auch 6 gefangen von Merode volck hierin von unsern soldaten gebracht“ worden.[279]

Bei Hessisch Oldendorf[280] (28.6./8.7.1633) sollten die Gegner aufeinander treffen. In diese Schlacht zogen die Kaiserlichen sehr siegesgewiss, wie ihr Schlachtenlied bezeugt:

„Es ist gewißlich an der Zeit

Daß Merode wird kommen

Mit großem Kriegsheer zum Streit,

Zu schlagen die Lün’burger Jungen.

Wie Bönninghaus bezeuget“.[281]

Der Habsburg-Anhänger Wassenberg[282] schreibt in seinem 1647 neu aufgelegten „Florus“: „Vnd man hatte jetzt allbereit ein Heer auffgebracht / dem Merode als General vorgestellet ward. Welcher als er hörete / daß man es mit Hameln[283] gar außmachen wolte / sich ohne Gefahr nicht länger säumen wollen / sich von Cölln[284] vnd dem Rhein wegbegeben / vnd durch Berg vnd Westphalen an die weser geeilet. Aber Merode führete das Heer / vnd er selbst ward mit dem Heer in groß Vnglück geführt. Dañ als sampt dem von Gronßfeld der Böninghausen zu ihm gestossen / so hat der Haß / vnd Ehrgeiz die Generalen eingenommen vnd das Heer eher zu nichts gemacht / als man zu einer Schlacht kommen“.[285]

Der Chronist Heinrich Wendt aus Osterode[286] berichtet: „Anno 1633 hat der Schwed[ische] ReichsCantzeler, Herr Apel Ochstenstirn, einen armee unter Hertzog Georgens von Lüneb[urg], fürst[lich] Gn[a]d[en], commando in Westphalen nach der Weser abgeordnet, da dan den 14. Martii Hameln Zubelagern angefangen. Weiln aber den Kaiser[lichen] an solcher Stadt Viel gelegen, haben bede Graffen von Merode und Graff von Gronßfeldt selbe entsetzen vnd Hochgedachten Hertzogen davon abtreiben wollen. Darüber beide Theile bey Oldendorf Zum treffen gerathen, Worinnen die Kaiserlichen den kürtzern geZogen. Und ist Meroda daselbst vergolten, Was Er an Osteroda Verdienet, dan Er in diesem Treffen umbkommen. Es seind an Kais[erlichen] Seiten Zwischen 6 und 7.000 Man geblieben, 12 Stück Geschütz sambt aller munition, 70 Cornet und Fahnen v[nd] alle pagage erobert. Bey Jhr fürst[lich] Gn[a]d[en] seind GeneralsPersohnen gewesen Feldtmarschall Kniephausen, GeneralLieutenant Melander, GeneralMajor Klagge [Kagg(e); BW] Und General-Major Ußlar, haben alle miteinander Ritterlich gefochten und Große Ehr eingelegt“.[287]

Um 1.000 Mann in Schlachtordnung aufzustellen, brauchten die Ligisten im Gegensatz etwa zur schwedischen Armee immer noch eine Stunde. Hinter einem tief ausgeschnittenen Bachlauf war ihre Infanterie in Schlachtordnung aufgestellt und in der Front kaum angreifbar, während der rechte Flügel durch Waldungen und der linke durch sumpfigen Wiesengrund gedeckt waren. Diese Geländeverhältnisse, von Gronsfeld auch in seiner Verteidigungsschrift „Comœdia Gronsfeldiana“ beschrieben,[288] machten es ihm unmöglich, die damals zumeist Schlachten entscheidende Kavallerie wie üblich zur Einleitung des Kampfes gegen eine der beiden Flanken anreiten zu lassen.[289] Gronsfeld hatte sich gegen einen Angriff ausgesprochen: „Ich hatte aber kaumb ausgeredet, da fienge der graf von Merode ahn und sagte, daß alles das ienich, was ich jetzt geredt, ihnen praedicirt worden, und könte er mir nicht bergen, daß die herren chur und fürsten ihm ausdruklich vohrgesagt, sie wüßten, daß ich den feind würde schtarck machen und unsere schwach; sie wüßten nicht, ob[s] poltronerie[290] oder verreterei were; er, graf Merode, sollte nichts darauf geben, sollte nuhr wackher darauf schlagen, doch man hielte davohr, daß man Hameln mit 1.000 pferdt könte entsetzen. Wie mir diese discours ins hertz geschnitten, ist leichtlich zu ermessen“.[291] Zu spät erkannte Gronsfeld, dass er in eine Falle geraten war. Mérode – dessen Truppen er selbst angesichts des ausgebliebenen Solds wohl zu recht als schlecht motiviert eingeschätzt hatte – und der von Wallenstein  wegen seiner Feigheit vor Lützen[292] verachtete, skrupellose Bönninghausen[293] rieten ihm angesichts der gegnerischen Aufstellung von einer Kehrtwendung ab.[294] Auch die Mehrheit der Offiziere forderte unter dem Einfluss des arroganten Mérode – der in den verschiedenen Schlachtberichten zuerst genannt wird: „Herodes, oder wollte ich sagen, Mirode, sambt seinem anhang, den Gronsfeld und Bönninghausen, durch Gottes handt ganz geschlagen“[295] – den sofortigen Angriff.

Mérodes Regiment genoss selbst im ligistischen Lager einen ausgesprochen schlechten Ruf. Es bestand überwiegend aus französischsprachigen Wallonen; nach Ansicht des Grafen Albig von Sulz sei bei ihnen „gantz kein Rgt. zu halten“.[296] So hatte Mérode Kurmainz und Kurköln gegenüber selbst zugeben: „Wie Ich bei deroselben, daß die höchste Nothdurft erfordere, das Volk zu mustern und mit einem Monatssold zu versehen, gehorsamste Anregung gethan, also thue dasselbe hierdurch wiederholen, maßen dann der Oberstlieutenant Henneberger [Christoph v. Hegne(n)berg; BW] bei mir gewesen und mit mehrem zu vernehmen geben, wie die Knechte anfangen sich zu rottiren und allerhand seltsame Discurse zu führen, wie man nämlich ihnen vor der Musterung gute Quartiere zugesagt, itzo aber aus einem Ort in’s andere und in fremder Herren Lande geführt worden, daß sie also nicht wissen könnten, wohin sie solches zu denken hätten, verbunden mit der Bitte, das Wesen dahin gnädigst zu befördern, daß das Volk beisammengebracht, gemustert und mit einem Monatssold versehen werden möge, widrigenfalls allerhand Disconvientien zu besorgen sein wollen“.[297] Gronsfelds Freund Lintelo notierte sich schon am 10.1.1632: Man „weiß wohl, wie die Wallonen beschaffen, nur auf Plackherey und rauberey, doch zum fechten seyn sy wenig nuz, es heißt wol dem gemeinen Sprichwort nach: vill geschrey und wenig wohl. Thuet doch den armen undertanen wol soviel plagen als ein ganzes volles Regiment“.[298]  In dem anti-kaiserlichen Bericht an August von Anhalt-Plötzkau hieß es dagegen: Da „sich anfangs, sonderlich der Merode, Spanier und Wallonen sehr wol gehalten, weil aber die reutere nichts fechten wollen, wenn sie endlich in confusion gerathen und herr general Knyphausen anfangs befohlen, keinem quartir zugeben, da dann mancher hoher officirer, ob er schon sehr darumb angehalten, daßelbe nicht erlangen können, sondern waren, sonderlich von den Schwedischen, alles niedergehauen“.[299]

Zu den aufgebrochenen Friktionen zwischen dem ihm nach Wallensteins Patent untergeordneten kaiserlichen Generalfeldzeugmeister Mérode und Gronsfeld hatte sicherlich auch Gronsfelds Ernennung zum Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen am Niederrhein beigetragen, hatte sich Mérode doch wohl Hoffnungen gemacht, hier ein selbstständiges Kommando zu erhalten.[300] So wurde in der späteren Untersuchung nachgefragt, ob „also zwischen Gronsfeld und Mérode „wegen des commando mißverstand gewesen schon in Minden, ob man  bei dem general rendeuous sich deßhalben verglichen“ und ob die Verbände über die Befehlsstruktur überhaupt informiert gewesen seien.[301] Der um seine Reputation besorgte, persönlich sehr tapfere Gronsfeld, der nicht mehr als Vorwurf der Feigheit zu fürchten schien, fügte sich dann aber doch dem Mehrheitsvotum des Kriegsrats; eine Führungsschwäche, die ihm auch 1648 bei der Aufgabe des Lechs zum Verhängnis werden sollte: „Dieweillen aber die zeitt nicht wehre, viel discours darüber zu machen, sagte ich anderst nicht, als daß mir leidt wer, daß ich mit meinen treuen diensten ein solche opinion verursacht, damitt man aber aus dem argwohn kehme, mußte ich endtlich daß iennich zu laßen, waß gemelte herren haben wolten, daß folk wehre ihnen, mochtens und köntens nach ihrem belieben verschpielen. Damitt man mir aber hernegst nicht obiciren könte, als ob ich vorweißlich auf des grafen Mérode einzige turbulente redt mich alsobald praecipitiert hette, begerte ich, man möchte der ahnwesenden hohen officire parere auch ernstlich drüber vernemmen, welche einhellichlich dahin einschtimbten, man solte und müßte den feind angreifen; einer luht mich zu gast in Hameln [was sich nach der „Wunderbaren Retirada“ wohl auf Äußerungen Bönninghausens bezog], der andere wolte den feind allein pressen und noch dergleichen mehrers“.[302]

Abgesehen von der Geringschätzung der eigenen Soldaten und des Beharrens auf der vorgeblichen Befehlsgewalt, die nach Gronsfelds Aufzeichnungen hier zum Ausdruck kamen, verhinderte zudem eine vorgeschobene Stellung des Gegners jedes weitere Vorrücken, während sich schon die große Überlegenheit der schwedischen Artillerie[303] bemerkbar machte. Da der Angriff sehr rasch erfolgte, war anscheinend zum großen Entsetzen des Mainzer Kurfürsten Anselm Casimir[304] die übliche Feldmesse von Gronsfeld nicht abgehalten worden: „Ob vor der battaglion nach altem loblichen christlichen geprauch der allmechtige Gott umb beistand mit diemutigem gepett angerufen und also die feldcapellanen den feldherrn darzu ermanet, er selbigen nit schimpflich außgelachet und gesagt, man hette ietzo mit andern sachen zu thuen“.[305] Durch das kreuzweise Feuer der Konföderierten erlitt besonders der rechte Flügel große Verluste, als die Kanonenkugeln in die dicht gedrängten Reihen einschlugen.[306] Gronsfelds verzweifelter Versuch, „granat feuer kugelln in die heßischen munition wägen zu werffen, in meinung, durch dz mittell eine confusion zumachen und großen schaden zuthun“,[307] blieb wirkungslos. Als er Floris (Florentino) de Mérode, zum Eingreifen aufforderte, verweigerte dieser wiederholt den Gehorsam, anstatt die Musketiere Geleens, die sich in Gräben und Hecken festgesetzt hatten, durch einen Kavallerieangriff zu entlasten, und meinte sarkastisch, ebenso gut könne man ihm befehlen, mit dem Kopf gegen eine Mauer zu laufen: „Es sei nicht der Brauch“, erklärte er, dass „die Reiter auf die Musketiere, und sonderlich im Walde, chargiren“.[308] Gegen zwölf Uhr griff Knyphausen, der die Parole ausgegeben hatte, keine Gefangenen zu machen, mit der Kavallerie an. Der Tötungsbefehl war möglicherweise die Revanche für den Befehl der bayerischen Kriegskanzlei beim schwedischen Rückzug aus Bayern, die Kroaten sollten alle „hinterblibene[n] Schwedische – sei gleich gesund oder kranke [Zusatz] – , welche sie auf den straßen und an andern unterschidlichen ohrten und anders antreffen, unfehlbar niedermachen“.[309] Zwar wurden seine Regimenter im ersten Ansturm von Quadt, Westphalen und Wartenberg noch einmal zurückgeschlagen, als aber die Hauptmacht seiner Kürassiere und Dragoner auf die Kaiserlich-Ligistischen eindrang, wurden diese geworfen, zumal auch Kommunikationsschwierigkeiten aufgetreten waren.[310] Gronsfeld brachte zwar zusammen mit Bönninghausen noch einmal vierzig Standarten gegen die Konföderierten vor, doch sollten seine Reiter dem massiven Anritt der schwedisch-finnischen Kavallerie unter dem ehemaligen Schneider und Typ des schwedischen „Soldaten von fortune“, Stålhandske, und Kagg(e), der das Jönköping-Regiment kommandierte, nicht standhalten. Stålhanske hatte 1631 den Befehl über das ehemals von dem Finnlanddeutschen Reinhold Wunsch geführte finnische Reiterregiment [acht Kompanien à 150 Mann Sollstärke] übernommen. Seine 650 Finnen galten zusammen mit Isaac Axelssons Upländern (325 und möglicherweise 230 Ostgöter) als die zuverlässigsten Soldaten innerhalb der Royal-Armee.[311]

Die Kaiserlich-Ligistischen ließen die Infanterie im Stich, gegen die sich nun der Angriff Melanders richtete.[312] Panik brach aus, Fahnen gingen verloren, Mérode wurde schwer verwundet – Gronsfeld wurde später vorgeworfen, man habe ihn trotz seiner Verletzungen „mitgeschleift“ und dadurch seinen Tod verursacht[313] – und in wilder Flucht zogen sich die kaiserlich-ligistischen Truppen vom Schlachtfeld zurück. Bönninghausens Reiterei kam erst vor Minden[314] zum Stehen;[315] elf Kompanien sollen dort gemeutert haben,[316] was die Spottverse in dem satirischen Flugblatt „Wunderbare Retirada“ zum Ausdruck brachten.

„Was muß das sein für ein Windt /

Der den Held fortjagt so gschwindt ?

Auf Minden er galoppirt /

Muß sich drumb haben verjrrt.

Denn er heut schwur bey seim Eydt /

Schelhammern zuthun Bescheidt /

Vnd in Hammeln zu pravirn /

Nun thut er allhie passirn /

Vnd eylt nach der Minderpfortn:

Der Wind ist gewiß von Nordn“.[317]

In einer zeitgenössischen Flugschrift über die Schlacht bei Hessisch Oldendorf heißt es „Aus einem andern Schreiben“:[318] „Demnach S. Excell. der Herr Feldmarschalch die Conjunction deß Graffen von Gronßfeld [Gronsfeld; BW] mit Meroden [Johann II. v. Mérode-Waroux; BW] vnd Benninghausen [Bönninghausen; BW] geschehen lassen müssen / hat er sich mit allen beyhabenden Trouppen / als den General Majeur Kachen [Kagge; BW] vnnd Melander [Holzappel; BW] wiederumb ins Läger den 29. dieses retirirt / die Reuter vnd Volck nahe bey Woll[319] campirt / vnd vberall gute ordre gestellet / damit nicht etwa ein Einfall geschehen / oder er an constanten vorgenommenen propos in comportirung[320] der Stadt Hameln[321] verhindert werden möchte / Darauff seynd wie weiland 4 junge Grafen vnnd Herrn / als der von Gronßfeld / so commãdirt, Merode / Benninghausen / vnd der von Wertenberg [Ferdinand Lorenz v. Wartenberg; BW] / der H. von Gleen [Geleen;[322] BW] vñ andere von Minden[323] außgefolget / vnd den 27. dieses vffn Abend etwa vm die Glock 3. bey Schaumburg[324] zwischen Oldendorff vnd 2. Dörffern / als Tode[325] vnd Wolstorff[326] / etwa eine Meile von vnserm Lager vor Hameln gesetzt / vnd 12000. Mann, 8000. zu Fuß vnd 4000. zu Pferde / effectivè (wie die vornehme Gefangene fast alle aussagen / sollen da 14000. Mann complet gewesen seyn) starck in Batallie gestellet / auch mit vier Canonschüssen den Belagerten die Loßkündigung gethan / welche darauff mit so vielen hinwieder geantwortet / der gar eyfferigen zuvor bey Abschied zu Minden beliebter resolution, vnd ohn fest gefaster courage, der Teuffel sie holen solte / wo sie nit Hameln entsetzen / oder sterben wolten / Ist darauff von S. F. Gn. Herrn General I. Excell. Herr Feldmarschalln vnd andern hohen Officirern in geschwinder Eil vffn Abend die billich gute gegen Resolution genommen / Im fall der Feind stünde / wie wir vns dann nicht wol einbilden kondten / sondern gedachten / er etwa eine Finte machen / vnd durch die Berge oder sonsten allein Volck in die Stadt zu bringen / oder vns davon zu locken suchen würde / durch Hülffe Gottes (wie dann das Feldgeschrey dieser Orten war) Hilff Gott I. Kön. Maj. höchstmilden Gnaden Blut zu rächen / vñ den Feind zu schlagen / vnd ob wol Mangel der ammunition anfangs vnd fast allerhand perplexität machte / massen die Convoy, so dieses falls nach Hañover[327] in so geschwinder Eil nicht wieder zurück kommen köndte / seyn doch I. Exc. der Herr Feldmarschall hingeritten zuförderst einen Ort zum Combat an vnser seiten bequembt : wie er dann auch sehr favorabel vnd commodè gewesen / da vff der rechten die Berg / vnd vff der lincken seiten die Weser neben obgedachter Stadt Oldendorff zu vnserm Vortheil zu erwehlen / darauff I. F. Gn. der Herr General zu marchiren befohlen / welche die ganze Nacht bis morgẽs vmb 8. Vhren gewäret / vmb welche Zeit die Bataglie von hochged. I. Exc. wol formirt, vñ darauff die Schwedische Loßkündigung durch 2 Canonschüssen vff etliche deß Feindes / so fast wie wir hinten im Hügel hielten / hervorguckende Trouppen gethan worden / welche eben den  Geruch deß guten noch vbrigen Pulvers nicht wol vertragen können / dardurch dann den vnserigen die grosse courage zu fechten confirmirt vnd grösser worden / der Feind aber / welcher ihm dañ vffs Fußvolck meist verlassen / commandirte die Mußquetirer durch hole Wege am Berg / da er die ganze force hin emplorirte / wurdẽ aber von den vnserigen durch Herrn General Majeur Kachens gute conduicte so begegnet / daß es Lust anzusehen / vnd war nicht anders / als wann es eitel Kugel geregnet. Wie nun solches etwa 3 Stund continuellement gewäret / ward die sehr ersprießliche resolution genomen / den Feind dero gestalt anzugreiffen / daß Ihre F. Gn. Herr General vnd Ihre Exc. Herr Feldmarschall / dabey dann auch Herr Gustavus Gustaff Sohn [Gustafsson; BW] sich resolut befunden / vff der einen seiten mit der Cavallerie selbsten / General Major Kache / Vßler [Thilo Albrecht v. Uslar; BW] vnd Obr. Stalhanß [Stålhandske; BW] / Obr. Soppe [Soop; BW] / Obr. Sack [Osten; BW] / Obr. Isaac / Axesyn [Axelsson; BW] vnd Major von den Schmalendern / also mit dē Kern der hiesigen Armee vff der andern Seiten / vnd Melander in der Mitte den Feind angrieffen / doch nicht ohn einer guten reserve / welches dann auch dero gestalt geschehen / daß nach langen Gegenminē der Feind in confusion, darauff in die Flucht gelegt worden / verlauffend die Stücke / Artolerey / munition / Pagage / vnd alles was er bey sich gehabt / bey etlichen hunderten fielen nieder / vnd baten Quartir / welches die Finnen nicht wol verstehen kondten / doch von den Teutschen bißweilen solches erhielten / die vnserigen haben die noch vbrigen biß Rinteln[328] vnd Minden verfolget / so fern es denn voller Toden vber Todẽ liget. Ist also der Feind dieses Orts / sonderlich die Infanterey vff einmal ganz ruinirt vnd höchstgedacht I. K. M. Tod der gebür eben vff Leonis Papsts / ut fasti docent, Tag / an den Pfaffenknechten gerechnet worden / dazu dann die vnserige zuförderst ihre devoir vnd eusserliche Bildniß / so ein jeglicher fast vff der brust tregt / auch sonderlich das lebendige obged. Gustaff Gustaff Sohn (welches præsenz dabey nit ein geringes genutzet) ermahnetẽ. Vom Feind ist Gen. Merode durchn Leib geschossen / seynd in der flucht für Bruckeburg[329] gewiß gestorben / so wol der Herr von Geldern [Geleen; BW] selbst vnd Obr. Quad [v. Alsbach; BW] neben noch andern Gen. derẽ Namen noch nit kundig / Obr. Westerholtz [Westerholt zu Lembeck; BW] ist vffn Kopf vnd in die Axel geschossen / vnd neben Obr. Westphal [Heinrich Leo v. Westphalen; BW] gefangen / wohin Bennighausen vnd der von Wartēberg hinkom̃en / weiß man noch nit / der Graff von Gronßfeld ist naher Minden gelauffen / dessen Hut vnd Degen I. F. Gn. dem H. General zuhanden kommen / wie auch obged. Herrn Gustaff Gustaff Son / einen von deß Merode Page, so seiner sprachen wol kundig / neben einē stab etlicher Hunden vnd Französischen Büchern / der Cornet vnd Fahnē seyn vber die massen viel / mehr dann etliche 50. schon gelieffert / darzu 12. Metallene Stück. An vnser seiten sind / Gott lob / nicht vber 100. verletzt vnd geblieben / keine hohe Officirer / als Obr. Stalhanß / so mit einer Pistolen vber den Elbogen durch den lincken Arm / vnd Obr. Soppe / durch die rechte Lenden / beyderseits ohn Gefahr deß Lebens oder sonsten geschossen wordẽ / daneben auch der Obr. Ranzow [Marquard Rantzau ?; BW] vnserer seiten gefehrlich blessiret. Es ist nicht zu schreiben / wie statliche beute die vnserigen gemacht / also daß auch ein geringer schütze mit einer roten sambten Casache wol verbremet / vnd mit Plusch gefüttert auffgezogen kömpt / vnd fast biß Rinteln / wie ich dann selbst mit gefolget / die wege voller Pagage / welches mich auch verhindert / so wol im mangel gelegener botschafft / daß ich solches gestern nicht alsobald avisirt. Ist dieses nur gleich mein Entwurff dieser grossen vnd herrlichen victori / heut oder morgen wird man mehr particularia vnd etlicher mehrer Namen der Toden haben / Das Combat wäret von 8. vhr morgens biß 4. deß  Abends / ausser dem Verfolg / vnd war ein schön gewünschtes Wetter / welches vns sonsten bißhero nicht wol favorisiren wollen / Jetzo wird ein Trompeter an den Obr. Leut. Schelhamer mit etlichen Weibern vom Feind / davon er / wz gestern vorgangen / erfahren mag / geschickt / vnd catechotische Erklärung begehrt / meyne das Herz sitze schon niedriger / vnnd sey durch das Gedöhn der gestrigen Carthaunen ganz gefallen“.

Sichtlich befriedigt hielt der Osnabrücker Protestant Bellinckhausen in seinen Aufzeichnungen fest: „Denn 8. Julii, am Tage Kiliani, morgens zu 9, ist der scharmutzel bey der stad Oldendorf unter Schauenburg mit denn Schwedischenn und Keyserischen angangen und hat nicht lang gewehrt, also, das Gott der Herr ist selbst mit den Schwedischen [im] streit gewesenn, den Gott der Herr sonderlich victory gebenn, das sie viel von feynden erlegt, als Graff Johann von Meroda, der obrist […] Quade, der obrist Westerholtz, von Lembeck, der […] von Loxten. Eß wird auch auch warhaftig vermelt, das eine weyße daube oben durch den schwedischen kriegshere in der luft schwebend gesehenn und drey hasen sein durch das keyserische krieg volck in dem tumult gelaufenn. Fur 40 jahren ist auf dem hause Schauenburg im felde im gespentz diß getummel gesehenn […] und gehort wordenn, also das man gewiße sagen mag, die hand die herrn hat sie geschlagenn“.[330]

Wie ein weiteres zeitgenössisches Flugblatt berichtet, sei „es auf ein Metzgen  außgangen / vnd solches fast biß an die Thor von Minden continuirt / ohne daß wir die vnserigen wieder zu einige stand bringen können / weiln sie wegen vieler außgegossenen Schmähworten / welche von den Hamelischen vnd diesen Combattanten noch deß Morgens ausgegossen / vnglaublich verbittert / waren / vnd mit dem Degen die bösen Zungen straffen wollten“. So sollen, was wortwörtlich dem Schlachtbericht Knyphausens an den Bremer Bürgermeister Havemann entnommen ist,[331] konfessionell gefärbte Schmähungen des Gegners an diesen Exzessen schuld gewesen.[332] Der finnische Rittmeister Duesse soll wegen dieses Abschlachtens sogar um seinen Abschied gebeten haben.[333] Bei Mannschaften und Offizieren sprach man davon, man sei hier wie bei Rinteln auf die Schlachtbank geführt worden.[334]

Es dauerte Tage, bis alle Toten – zumindest die Gemeinen – in Massengräbern beigesetzt bzw. verbrannt waren. Gronsfeld selbst schrieb Wallenstein, den die Niederlage als Oberbefehlshaber auch betreffen sollte, er sei „kümmerlich zu Fuß“ entkommen,[335] nachdem er „eine gute weyle vnter dem Feindt gemischt gewesen, weil sein Pferd nur zum hinn- vndt wieder reitten vnd nicht zum Ausreißen qualificiret“ gewesen sei,[336] während Kurfürst Anselm Kasimir[337] – wohl beeinflusst durch seinen Hofmarschall und Obristleutnant Hegne(n)berg, der an der Schlacht teilgenommen hatte – Ende 1633 infam unterstellte oder zumindestens untersuchen ließ, er habe das Schlachtfeld vorzeitig verlassen.[338]

Doch scheint auch Gronsfeld verwundet worden zu sein, denn später wurde berichtet, er läge fiebrig zu Bett und zweifle an seiner Wiederherstellung, so dass er Kurköln und Kurmainz um die Ernennung eines geeigneten Nachfolgers ersuchte, während er alle vorausgegangenen Schlachten und Treffen anscheinend ohne Verletzungen überstanden hatte. Doch mag es sich vielleicht um eine „diplomatische“ Krankheit gehandelt haben, in der nicht unberechtigten Annahme, dass man ihm die Niederlage zur Last legen und nach Köln[339] bzw. Bonn[340] zitieren werde, um ihn dann von seinem Kommando entbinden zu lassen, was auch sein Befehl zur sofortigen Einvernahme von Entlastungszeugen zeigt. Das klang schon in dem Bericht Franz Wilhelms von Wartenberg an, dass man die Gelegenheit verpasst habe, den Gegner vor Hessisch Oldendorf anzugreifen: „Es sollen etliche von dem feind gefangen sein, die einhellichlich aussagen, daß (maßen auch vor diesem gewisse avisen gewest), wan unsere armee sie zu Lint[h]orf[341] angegriffen, sie die papagie und stückh starckh gewiß bekhommen, auch die armee zerstreut hetten, und herr Merode wohl gewußt, auch große lust dazu gehabt, es ist ihm aber von Gronsfeld durch underschiedliche ordre verboten worden“.[342] Als Gronsfeld seine Pläne zum Entsatz Hamelns entwickelt hatte, entgegnete ihm Mérode, er sei bereits von den Kur- und Fürsten vor seiner Entschlusslosigkeit gewarnt worden. Kurmainz und Kurköln hätten sogar von Feigheit (Faulheit ?) oder gar Verrat gesprochen und ihn zum Angriff aufgefordert, allerdings, wie sich gezeigt hatte, wohl in folgenschwerer Verkennung der militärischen Situation. Letztlich hatte Gronsfeld im Kriegsrat nachgegeben, was ihm später zum Vorwurf gemacht wurde, doch sollte die Entwicklung bis hin zur Kapitulation Hamelns seine pessimistische und richtige Einschätzung der militärischen Lage bestätigen. Selbst in der gegen Wallenstein gerichteten „Bamberger Schrift“ erhielt die Niederlage ihren besonderen Stellenwert, um die antispanische Einstellung des Generalissimus besonders hervorzuheben: „Zu dieser Zeit hörte man eines Abends im feindlichen Lager Freudenschüsse und am folgenden Morgen erfuhr man die Nachricht von der Niederlage Gronsfelds und Merodes. Aus diesem und aus andern Gründen fand sich Se. Majestät bewogen, die Unterstützung der Spanier anzunehmen. Die Bitten und Befehle wurden in Folge dessen erneuert. Dieß vernahm der Herr General mit großen Unwillen, indem er mit Uebertreibung sich äußerte, daß die Absicht der Spanier nicht dahin gehe, Succurs zu gewähren, sondern sich in die Angelegenheiten des Reiches einzumischen und den Frieden zu verhindern“.[343] Wallenstein selbst schrieb über diesen Vorfall am 23.7.1633 aus dem Feldlager bei Schweidnitz[344] an Ferdinand II., „welcher maßen der feindt dahier gestern abents auß seinem quartier mit allem seinem Volckh vors läger geruekt unndt dreymahl salve geschossenn. Nun ist auß den intercipiertenn schreibenn, deren fünf E. Ksl. Mayt: nebenst einem Patent, so der Graff von Thurn dem Obristen Cratz über daß schwedische Kriegsvolckh ertheilet, hierbey gnädigst zu empfahen, so wohl auch auß deren herüber geschicktenn trompetter unndt trummelschläger aussage soviel zu vernehmmen geweßen, daß solches auß Ursachen, daß der Graf von Gronnßfeldt durch denn Veldtmarschalcken Knipphausen bey Hammel geschlagenn sein solle, beschehenn; ob es sich nun also verhalte, kann ich der Zeit nicht wissen“.[345]

Von Minden aus hatte sich Gronsfeld in die Festung Nienburg[346] zurückgezogen. Hier ließ er am 17.7. vorsichtshalber die ersten Zeugenaussagen über die Insubordination des Obristen Floris de Mérode, der seiner Ansicht nach für die Niederlage verantwortlich war und zur Rechenschaft gezogen werden sollte, aufnehmen.[347] Floris von Mérode war, da er eine harte Bestrafung durch Wallenstein zu befürchten hatte, mit seinen überlebenden Reitern in Hildesheim aufgetaucht und hatte sich dort als Kommandant geriert,[348] bis ihm ein förmliches Kriegsgerichtsverfahren drohte. Bei Dr. Jordan ist unter 2./3.7. [12./13.7.] festgehalten: „Nehmen die Steinbrüggischen[349] Soldaten unsere besten Schweine, etzliche Officirer Pferde aus den Gärten allhie weg, und indem die Parteyen also miteinander charchiren, komen fast an die 18 Compagnia Cavallerie zerschlagenes Volks unter Florentino de Merode, Baron de Asti, deßen Obrist Wachtmeister Bathlin [Baldino; BW] und Obrist Wigard, so aber selbst nicht anhero kom̃en, vor das Thor, musten die Nacht daraußen bleiben uff der Steingruben. Den dritten werden sie in der Stadt verlegt“.[350] Von Hildesheim aus desertierte Floris de Mérode zu Thilo Albrecht von Uslar nach Bockenem[351] und erhielt von ihm einen Pass auf Hamburg.[352]

Unter dem 16./26.7. heißt es bei dem gut informierten Dr. Jordan: „Nachmittags umb 2 Uhr ritt der gewesener Commendant Baron de Asti von hier nach Bokenem zum Braunschwg. Gral.-Wachtmeister Tilo Albrecht von Ußlar, welcher ihm einen Trompeter zurück gesannt, weil er von seinen Vettern Graff Merode vo seinen und anhero daß ihm der Graff von Gronßfeld verstricken laßen wollte“.[353]

Von Hamburg aus ging Mérode vorsichtshalber nach Lüttich.[354]

„Den 22. [1.8.; BW] kam der Obristleutnand von des Baron de Asti [Floris v. Mérode; BW] Baron de Griffort [Grysort => Suys; BW] anhero für einen Commendanten, welches Killy [Melchior de Kelly; BW] so lange verwaltet, ließ denselben Abend seinen Obristwachtmeister Baldino einnehmen, des Graff von Gronßfelden verarrestiren“. [355]

Nach Gronsfelds Schreiben an Wallenstein, Nienburg, 10.8.1633, hatte ihm Mérode aus Hamburg[356] mitgeteilt, dass er sich Wallenstein gegenüber verantworten wolle.[357] In Mérodes Brief an ihn hieß es : „J’esciray au Duc de Fridland et aux Electeurs et feray esclatter la verité et dis a tous ceux qui m’accusent de la moindre faute, qu’ils eu ont menty comme des Schelms“.[358]

Gronsfeld sah wohl nicht zu Unrecht auf Grund der vorliegenden Zeugenaussagen die Gründe für die Niederlage in dem stürmischen Drängen des gefallenen Johann von Mérode, ohne Rücksicht auf die besondere Geländebeschaffenheit und die günstigere Gefechtssituation des Gegners anzugreifen, und in der Insubordination seines Vetters, der wahrscheinlich seine unter erheblichen Eigenkosten geworbenen Truppen nicht aufs Spiel setzen wollte. Maximilian schrieb die Juli-Katastrophe allerdings wie jetzt auch seine Mitkurfürsten den Weisungen Wallensteins zu, sich in der Defensive zu halten statt rechtzeitig einen Präventivschlag zu führen.[359] Gronsfeld hatte sich damit verteidigt, er habe nie für eine offene Feldschlacht plädiert und angesichts der vorteilhafteren Lage der Konföderierten sogar davon abgeraten, dann aber doch dem Drängen Mérodes und anderer kaiserlicher Offiziere nachgegeben. Kurköln und Kurmainz vertraten dagegen wohl nicht zu Unrecht die Auffassung, als Oberkommandierender hätte er sich trotz divergierender Meinung des Offizierskorps durchsetzen müssen,[360] was angesichts der Äußerungen Mérodes gegenüber Gronsfeld eine Verdrehung der Tatsachen war. Dagegen verteidigte sich der Graf, der von Mérode unter Druck gesetzt worden war und sich nicht dem Vorwurf der Feigheit hatte aussetzen wollen. Am 29.7. hieß es, Gronsfeld habe den günstigsten Termin für eine Schlacht, nämlich vor dem Eintreffen der gegnerischen Verstärkungen, bei Lintorf versäumt, da ein bereits geplanter Angriff Mérodes von ihm verhindert worden sei.[361] Die Schuld an der Niederlage schob man dem überlebenden Gronsfeld zu und versuchte mit Erfolg, ihn ins Privatleben abzuschieben.

Mérode selbst soll erst in Köln am 26.7. seinen Schusswunden erlegen sein.[362] Nach Aufzeichnungen aus Münster[363] wurde am 30.7. die Leiche des Generals durch Münster geführt.[364] Franz Wilhelm von Wartenberg hatte in seinem Bericht vom 9.7. noch geschrieben, Mérode sei zwar von drei Schüssen verwundet worden, „so gleich wohl nit gefehrlich sein sollen, und sagt man, Gronsfeld und Bönninghausen haben sich ins holtz salvirt“.[365] Bei dem niederrheinischen Chronisten Wilmius aus Kempen[366] hieß es dagegen: „Im Juli desselben Jahres [1633] wurden zur Entsetzung von Hameln einige Tausend unter dem Befehl des Grafen von Merode ausgeschickt. Diese Stadt wurde vom Herzog von Lüneburg und vom Landgraf von Hessen belagert, den Vorkämpfern des Schwedenbündnisses gegen den Kaiser in diesen Gegenden. Indes erlitten diese Einsatztruppen eine schwere Niederlage. Merode wurde verwundet und starb in Minden“.[367] Der Arzt Dr. Jordan notiert in seinem Tagebuch: „Graff von Merode ward tödtlich geschoßen durch das Rückgrad, davon ihm die nieren so wund und den 30 junii zue Nienburg[368] gestorben“.[369] Bei dem Osnabrücker Chronisten Bellinckhausen heißt es: „Selbigs tags [4.8.; BW] morgen ist der todte leych des Grafen Johans von Meroda in unser stad gebracht und im Thumb in die capellen nidergesetzt, das man aller kirchen glocken thon gehoret hat. […] Des morgens, freytags zu 9 uhren morgens, ist der todter leych graff Johans von Meroda aus dem Thumb geholet, auf einen wagen nider gesetzt in gegenwart aller capittularn der Thumb kirchen, da auch alle haubtleuthe, leutnambt und fenrich mit pfeifen und trommen, auch alle haubtleuthe, leutnambt und fenrich mit pfeifen und trommen, auch alle soldaten fur und hinter der leych gangen und aus S[anct] Johans pforten deducirt. Man sagt, der leych soll zu Colln begraben werdenn“.[370]

Um weitere Hinweise unter Bernd.Warlich@gmx.de wird gebeten !

[1] HARTMANN, Les Papiers Bd. 2, S. 16, Anm. 8. HALLWICH, Merode; ADB Bd. 21, S. 448-451; BNB Bd. 14, S. 567-574; RICHARDSON, Merode Bd. 2, S. 315, 323, 324; BEYER, Merode. Vgl. auch die Erwähnung bei HARRACH, Tagebücher.

[2] Záblati [Sablat], heute Ortsteil von Dříteň [Zirnau; Bez. České Budějovice].

[3] Vgl. REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein (ab Februar 2012 auch in dt. Übersetzung).

[4] ELSTER, Piccolomini-Studien, S. 11.

[5] WREDE, Wehrmacht III/2, S. 413ff., 750.

[6] KREBS, Schlacht, S. 121.

[7] Vgl. ALBRECHT, Maximilian I.

[8] Zwettl; HHSÖ I, S. 638ff.

[9] Neupölla => Pölla [Bez. Zwettl].

[10] französische Meile: 3, 898 Meter.

[11] Krems an der Donau [Statutarstadt]; HHSÖ I, S. 363ff.

[12] KREBS, Schlacht, S. 40f.

[13] KREBS, Schlacht, S. 120f.

[14] Vgl. BROCKMANN, Dynastie.

[15] Harzburg; HHSD XI, S. 204.

[16] BOBLENZ, Aktionen, S. 60; HOFFMANN, Harzschützen, S. 50.

[17] SOFKSY, Traktat, S. 14.

[18] Schmalkalden [Kr. Schmalkalden]; HHSD IX, S. 387ff.

[19] WAGNER, Pforr, S. 99.

[20] Die Landesherrschaft Schwarzburg-Sondershausen gliederte sich in die „Oberherrschaft“ (Rudolstadt, Königsee, Schwarzburg, Gehren, Arnstadt) und in die „Unterherrschaft“ (Sondershausen, Ebeleben, Frankenhausen). Die Trennung in Ober- und Unterherrschaft bezeichnet keine Lehnsabhängigkeiten, sondern ist eine regionale Aufteilung.

[21] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 111f.

[22] Französischsprachige Bevölkerung in den Niederlanden (Artois, Hennegau, Namur, Luxemburg, Limburg, Teile Flanderns und Brabants), z. T. im Fürstbistum Lüttich. Die Regimenter mit hohem Anteil an Wallonen (z. B. das Regiment Johanns II. von Mérode) waren bei Freund und Feind wegen ihrer Erbarmungslosigkeit allgemein gefürchtet. REISNER, Aber auch wie voriges tags, S. 459 (1619): „Die Wallonen und Ungern reissen sehr vom Spannischen Lager auß, weiln sie keine bezahlung haben können, die thun auff den Strassen deß Landts grossen schaden, greiffen die Leut auch gar in theil Vorstätten an, ziehen sie auß und hauens darnieder, wie sie dann den 26. diß drey Dörffer abgebrandt, ass man solches am Kalnberg selbsten zu Wien gesehen“. Zur Einschätzung bei den eigenen Verbündeten (10.1.1632): Man „weiß wohl, wie die Wallonen beschaffen, nur auf Plackherey und rauberey, doch zum fechten seyn sy wenig nuz, es heißt wol dem gemeinen Sprichwort nach: vill geschrey und wenig wohl. Thuet doch den armen undertanen wol soviel plagen als ein ganzes volles Regiment“. HELML, Oberpfalz, S. 121. Nach Ansicht des Grafen Albig von Sulz sei bei ihnen „gantz kein Rgt. zu halten“. HELML, Oberpfalz, S. 87; ENGELBERT, Wallonen.

[23] Sondershausen [Kyffhäuserkreis].

[24] Kelbra [Kreis Mansfeld-Südharz].

[25] Mühlhausen [Kr. Mühlhausen]; HHSD IX, S. 286ff.

[26] Keula [Kyffhäuserkreis].

[27] HAPPE I 66 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[28] Großenehrich [Kyffhäuserkreis].

[29] Holzsußra [Kyffhäuserkreis].

[30] Rockensußra [Kyffhäuserkreis]

[31] Billeben [Kyffhäuserkreis].

[32] Allmenhausen [Kyffhäuserkreis].

[33] Abtsbessingen [Kyffhäuserkreis].

[34] Wenigenehrich [Kyffhäuserkreis].

[35] Wolferschwenda [Kyffhäuserkreis].

[36] Rohnstedt [Kyffhäuserkreis].

[37] Thalebra [Kyffhäuserkreis].

[38] Westgreußen [Kyffhäuserkreis].

[39] HAPPE I 71 v; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[40] Ebeleben [Kyffhäuserkreis].

[41] Gerterode [Kreis Eichsfeld].

[42] Christian Günther I. Graf zu Schwarzburg-Hohenstein [11.5.1578 – 25.11.1642].

[43] Karl Günther von Schwarzburg-Rudolstadt [6.11.1576 – 24.9.1630].

[44] [Bad] Frankenhausen [Kyffhäuserkreis].

[45] Gotha; HHSD IX, S. 151ff.

[46] Ohrdruf [Kr. Gotha]; HHSD IX, S. 324ff.

[47] Die Zahlen dürften etwas überhöht sein.

[48] Clingen [Kyffhäuserkreis].

[49] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.

[50] HAPPE I 72 r – 73 r; mdsz.thulb.uni-jena.de

[51] Hannover; HHSD II, S. 197ff.

[52] Fritzlar; HHSD IV, S. 149ff.

[53] Bad Hersfeld; HHSD IV, S. 20ff.

[54] JÜRGENS, Chronik, S. 413f.

[55] Großenehrich [Kyffhäuserkreis], HHSD IX, S. 175.

[56] Thüringenhausen [Kyffhäuserkreis].

[57] Niederspier [Kyffhäuserkreis].

[58] 1 Malter = 727, 1 Liter ?

[59] 1 Faß = 997, 08 Liter ?

[60] Kleinbrüchter [Kyffhäuserkreis].

[61] Toba [Kyffhäuserkreis].

[62] Bad Langensalza [Unstrut-Hainich-Kreis]; HHSD IX, S. 33ff.

[63] Gundersleben [Kyffhäuserkreis].

[64] Hausierender Glashändler; DWB Bd. 7, Sp. 7701.

[65] Vollenborn [Kreis Eichsfeld].

[66] Greußen [Kyffhäuserkreis].

[67] Berka [Kyffhäuserkreis].

[68] Arnstadt [Ilm-Kreis]; HHSD IX, S. 18ff.

[69] Mittelsömmern [Unstrut-Hainich-Kreis].

[70] Wiedermuth [Kyffhäuserkreis].

[71] Mehrstedt [Unstrut-Hainich-Kreis].

[72] Duderstadt [Kreis Göttingen].

[73] Zaunröden [Unstrut-Hainich-Kreis].

[74] Bothenheilingen [Unstrut-Hainich-Kreis].

[75] Hainleite: Höhenzug, der mit dem westlich verlaufenden Dün und den östlich verlaufenden Schmücke und Schrecke sowie der Finne den nördlichen Abschluss des Thüringer Beckens bildet. Die Hainleite reicht von Großfurra im Westen über Sondershausen bis zur sogen. Sachsenpforte, dem Unstrutdurchbruch zwischen Sachsenburg und Heldrungen, dem das ganze Mittelalter hindurch strategische Bedeutung zukam.

[76] Straußberg, Burg [Kyffhäuserkreis], HHSD IX, S. 425.

[77] Schernberg [Kyffhäuserkreis].

[78] Bad Langensalza [Kr. Langensalza]; HHSD IX, S. 33ff.

[79] Volumenmaß für Getreide im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt = 1 Marktscheffel = 12 Scheffel = 547, 584 Liter.

[80] Oberspier [Kyffhäuserkreis]; HHSD IX, S. 321f.

[81] Peukendorf [Kyffhäuserkreis].

[82] Großberndten [Kyffhäuserkreis].

[83] Mühlhausen [Unstrut-Hainich-Kreis]; HHSD IX, S. 286ff.

[84] Schilfa [Kreis Sömmerda].

[85] Freienbessingen [Kyffhäuserkreis].

[86] Nordhausen [Kr. Nordhausen]; HHSD IX, S. 305ff.

[87] Bruchstedt [Unstrut-Hainich-Kreis].

[88] Kopfstück = 2 Groschen = 12 Pfennige.

[89] HAPPE I 73 r – 84 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[90] HAPPE I 84 v – 85 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[91] Stadtarchiv Mühlhausen/Th. 10/E 1-4, Nr. 47, fol. 16-17: Die Reichsstadt Mühlhausen bittet Kaiser Ferdinand II. um die Verrechnung ihrer Kreiskontribution von 1624 mit den vorgestreckten Summen für den Truppensold der Regimenter Pechmann, Merode und Witzleben aus den Jahren 1625 und 1626 in Höhe von 53.905 Reichstalern. – Mühlhausen, 12./22. Oktober 1627. Freundlicherweise in Transkription zur Verfügung gestellt von Herrn Michael Hahn, Küllstedt.

[92] 27.8.1626: Sieg der kaiserlichen Truppen unter Tilly über das dänische Heer unter König Christian IV. und seine protestantischen Verbündeten, die bis auf die Herzöge von Mecklenburg von ihm abfielen. Die Dänen verloren etwa 6.000 Mann, 2.500 gerieten in Gefangenschaft. Zu Beginn der Schlacht waren beide Armeen etwa 19.000 Mann stark. Die genauen Verluste sind nicht mehr feststellbar. Die Dänen dürften etwa 4.000 Tote und Verwundete, 3.000 Gefangene, etwa 100 Fahnen und Standarten, dazu die gesamte Artillerie und einen Großteil ihrer Bagage verloren haben. LAHRKAMPS Angaben, Bönninghausen, S. 246 (8.000 Tote), liegen eindeutig zu hoch. Das zeitgenössischen Flugblatt »Kurtze[r] vnd einfältige[r] […] Bericht« spricht von 6.000 Toten und 2.000 Gefangenen. Tillys Verluste lagen wohl deutlich unter 1.000 Mann. MELZNER, Schlacht bei Lutter am Barenberge; VOGES, Schlacht bei Lutter am Barenberge; VOGES, Neue Beiträge, Chronik; KLAY, 27./17. August.

[93] Vgl. HEIBERG, Christian 4.

[94] Troppau [Opava]; HHSBöhm, S. 625ff.

[95] Vgl. ARENDT, Wallensteins Faktotum.

[96] Vgl. REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein; SCHUBERTH; REICHEL, Die blut’ge Affair’.

[97] Neisse [Nysa]; HHSSchl, S. 331ff.

[98] Leobschütz [Glubczyce]; HHSSchl, S. 275f.

[99] Jägerndorf [Krnov; Bez. Freudenthal]; HHSBöhm, S. 222ff.

[100] Cosel [Koźle]; HHSSchl, S. 72ff.

[101] Troppau [Opava]; HHSBöhm, S. 625ff.

[102] Teschen [Cieszyn, tsch. Těšín]; HHSSchl, S. 530ff.

[103] Zips [Spiš; Landesteil in Oberungarn, h. Slowakei].

[104] Jablunka-Pass [Jablunkovský prusmyk; Westkarpaten].

[105] Pleß [Pszczyna]; HHSSchl, S. 410ff.

[106] Beuthen O. S. [Bytom]; HHSSchl, S. 20ff.

[107] Tarnowitz [Tarnowskie Góry]; HHSSchl, S. 527ff.

[108] Rosenberg O. S. [Olesno], HHSSchl, S. 443ff.

[109] Vgl. KRÜSSMANN, Ernst von Mansfeld.

[110] Schloppe (Człopa; Kr. Deutsch Krone]; HHSPr, S. 205f.

[111] Landsberg/Warthe [Gorzów Wielkopolski, Brandenburg, h. Polen]; HHSD X, S. 446ff.

[112] Bernstein [Kr. Soldin]; HHSD X, S. 423f.

[113] Küstrin [Kostrzyn; Kr. Königsberg]; HHSD X, S. 441ff.

[114] Granow (Grano) [Amt Peitz Schenkendöbern] vgl. wikipedia.org/wiki/Liste_der_Orte_im_Landkreis_Spree-Neiße.

[115] Stettin [Szczecin]; HHSD XII, S. 280ff.

[116] Jacob Ramsey „the Black“, MURDOCH, SSNE ID:3315.

[117] ARENDT, Holk, S. 60ff.

[118] Georg Friedrich von Greiffenclau und Vollrads [1573 – 1629], Erzbischof und Kurfürst von Mainz (1626-1629)

[119] HAPPE I 117 r – 118 v; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[120] Gehren [Ilm-Kreis]; HHSD IX, S. 130f.

[121] Urbach [Unstrut-Hainich-Kreis].

[122] Anton Heinrich von Schwarzburg [6./7.11.1571 – 10.8.1638].

[123] Albrecht Günther von Schwarzburg-Hohenstein [8.8.1552 – 20.1.1634].

[124] Gräfentonna [Kr. Langensalza]; HHSD IX, S. 162ff.

[125] HAPPE I 120 r – 122 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[126] Hans Georg Markgraf von Brandenburg-Kulmbach [4.8.1598 – 27.1.1637], kaiserlicher, später schwedischer Obrist.

[127] Rudolf Maximilian, Herzog von Sachsen-Lauenburg [18.6.1596- 1 1.10.1647], kaiserlicher Obrist, dessen Regiment als besonders zügellos galt, durch den Bericht des Schotten Monro über die Einnahme Donauwörths am 6./7.4.1632 in Erinnerung geblieben. Rudolf Maximilian konnte mit einem Teil der Verteidiger über die Donaubrücke entkommen.

[128] Heringen [Kreis Nordhausen]; HHSD XI, S. 208f.

[129] Volkenroda [Unstrut-Hainich-Kreis].

[130] Körner [Unstrut-Hainich-Kreis]; HHSD IX, S. 240.

[131] Obermehler [Unstrut-Hainich-Kreis].

[132] Großmehlra [Unstrut-Hainich-Kreis].

[133] Marolterode [Unstrut-Hainich-Kreis].

[134] Mehrstedt [Unstrut-Hainich-Kreis].

[135] HAPPE I 124 v; mdsz.thulb.uni-jena.de. Vogtei: Landschaftsbezeichnung für die drei Dörfer Oberdorla, Niederdorla und Langula in Westthüringen. Bis 1329 teilten sich das Erzbistum Mainz und die Herren von Treffurt die Herrschaft in den drei Dörfern der Mark Dorla. Die Treffurter als Raubritter wurden daher von Mainzern, Hessen und Sachsen gemeinsam bekämpft und besiegt Diese übernahmen die gemeinsame Verwaltung von Oberdorla, Langula und Niederdorla. Ab 1333 wurde zur Wahrung ihrer Rechte und Besitzungen je ein Vogt in die drei Dörfer eingesetzt. Dadurch entstand das wohl kleinste Territorium im Reich.

[136] Blankenburg am Harz [Kr. Blankenburg/Wernigerode]; HHSD XI, S. 46f.; Regenstein [Kr. Blankenburg/Wernigerode]; HHSD XI, S. 386f.

[137] Maximilian von Waldstein, kgl. Rat, Kämmerer, 1628 Reichsgraff, † 1654; OSN 26, S. 340f.; bzw. die Erwähnungen bei MANN, W.

[138] Hofeck, heute Ortsteil von Hof.

[139] Unterkotzau, heute Ortsteil von Hof.

[140] HOLLE, Fürstenthum Bayreuth 3. Heft, S. 17.

[141] Hannover; HHSD II, S. 197ff.

[142] Fehmarn [Kr. Oldenburg]; HHSD I, S. 50f.

[143] JÜRGENS, Chronik, S. 468.

[144] Vgl. dazu REBITSCH, Matthias Gallas, S. 46ff.

[145] 1 Tonne = 100.000 fl.

[146] HAPPE I 133 r – 133 v ; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[147] Muss heißen 1629.

[148] HAPPE I 160 v; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[149] HAPPE I 163 v – 164 v; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[150] Dessau [Stadtkr. Dessau]; HHSD XI, S. 77ff.

[151] WÜRDIG; HEESE, Dessauer Chronik, S. 218.

[152] König, Franz Peter, gen. von Mohr; Obrist [6.8.1594-11.12.1647] Vgl. vor allem die Biographie von VILLIGER; STEINAUER; BITTERLI, Im Galopp durchs Kaiserreich. Das Todesdatum bei SCHMIDT-BRENTANO, Kaiserliche und k. k. Generale, S. 52 (1653) ist falsch.

[153] Freusburg [Kr. Altenkirchen]; HHSD V, S. 105f.

[154] Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 30, Nr. 2974, S. 303. Freundliche Mitteilung von Herrn Norbert Lorsbach.

[155] Halberstadt [Kr. Halberstadt]; HHSD XI, S. 169ff.

[156] HAPPE I 170 v – 171 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[157] HAPPE I 186 v; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[158] HAPPE I 268 v; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[159] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1632/1/56 (Entwurf); Wallenstein an Piccolomini, Znaim, 1632 I 08.

[160] Vgl. STADLER, Pappenheim.

[161] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 120.

[162] Nürnberg; HHSD VII, S. 530ff.

[163] Pottenstein [LK Bayreuth]; HHSD VII, S. 593.

[164] Auerbach i. OPf. [LK Amberg-Sulzbach]; HHSD VII, S. 41f.

[165] Forchheim; HHSD VII, S. 201ff.

[166] Vilseck [LK Amberg]; HHSD VII, S. 771f.

[167] Kronach [LK Kronach]; HHSD VII, S. 375f.

[168] Kupferberg [LK Kulmbach], HHSD VII, S. 382.

[169] Stadtsteinach [LK Kulmbach], HHSD VII, S. 710f.

[170] Amberg; HHSD VII, S. 20ff.

[171] Hollfeld [LK Bayreuth].

[172] Waischenfeld [LK Bayreuth]; HHSD VII, S. 781f.

[173] Kulmbach; HHSD VII, S. 379f.

[174] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 130f.

[175] Pretzfeld [LK Forchheim].

[176] Vgl. KAISER, Politik; JUNKELMANN, Der Du gelehrt hast; JUNKELMANN, Tilly.

[177] Vgl. ALBRECHT, Maximilian I.

[178] Nördlingen [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 525ff.

[179] Neumarkt i. d. OPf.; HHSD VII, S. 505f.

[180] Augsburg; HHSD VII, S. 44ff.

[181] Altdorf bei Nürnberg [LK Nürnberger Land]; HHSD VII, S. 8.

[182] Lauf (Pegnitz) [LK Nürnberger Land]; HHSD VII, S. 393.

[183] Neunhof [Stadt Lauf/Pegnitz, LK Nürnberger Land]; HHSD VII, S. 508f.

[184] Eschenau [Gem. Eckental, LK Erlangen-Höchstadt]; HHSD VII, S. 185f.

[185] Neunkirchen a. Brand [LK Forchheim]; HHSD VII, S. 509f.

[186] Hirschaid [LK Bamberg].

[187] Bamberg; HHSD VII, S. 66ff.

[188] Pottenstein [LK Bayreuth]; HHSD VII, S. 593.

[189] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 130f.

[190] Hallstadt [LK Bamberg]; HHSD VII, S. 266f.

[191] Breitenfeld [Kr. Leipzig]; HHSD VIII, S. 38f. Schlacht bei Breitenfeld (nahe Leipzig) am 17.9.1631, in der das Heer der katholischen Liga unter Tilly durch die Schweden unter Gustav II. Adolf und die mit diesen vereinigte sächsische Armee unter Kurfürst Johann Georg I. eine vernichtende Niederlage erlitt. HAPPES Zahlen (vgl. mdsz.thulb.uni-jena.de) liegen deutlich zu hoch: Auf kaiserlich-ligistischer Seite dürfte von 8.000 Toten, 6.000 Verwundeten, 3.000 Gefangenen und 3.000 auf der Flucht Umgekommenen auszugehen sein, auf der Gegenseite waren 3.000 Sachsen und 2.000 Schweden ums Leben gekommen. RUDERT, Kämpfe, S. 49ff.; WALZ, Der Tod, S. 51ff.

[192] Eltmann [LK Hassberge], HHSD VII, S. 172ff.

[193] Haßfurt [LK Hassberge]; HHSD VII, S. 273f.

[194] Schweinfurt; HHSD VII, S. 686ff.

[195] ENGERISSER, Von Kronach, S. 41ff.; die zurzeit beste kriegsgeschichtliche Darstellung.

[196] ENGERISSER, Von Kronach, S. 50ff; Geldersheim [LK Schweinfurt]; HHSD VII, S. 231f.

[197] Kronach [LK Kronach]; HHSD VII, S. 375f.

[198] Stadtsteinach [LK Kulmbach], HHSD VII, S. 710f.

[199] Kupferberg [LK Kulmbach], HHSD VII, S. 382.

[200] Weismain [Gem. Altenkunstadt, LK Lichtenfels]; HHSD VII, S. 797f.

[201] STICHT, Markgraf Christian, S. 141f.

[202] Köln; HHSD III, S. 403ff.

[203] Ravensberg, Burg [Gem. Cleve, LK Halle/Westf.]; HHSD III, S. 623f.

[204] Zit. bei ADRIANS, Journalismus, S. 142.

[205] Osterode; HHSD II, S. 370ff.

[206] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[207] WENDT, Osterode, S. 419ff.

[208] Vgl. BROCKMANN, Dynastie.

[209] Staatsarchiv Würzburg Misc. 99 (Ausfertigung): Franz v. Hatzfeldt an Ferdinand II., Köln, 1632 IV 30.

[210] Staatsarchiv Würzburg Hist. Saal VII/24/335 (Ausfertigung): Ferdinand II. an Franz v. Hatzfeldt, Wien, 1632 V 17; HALLWICH, Briefe und Akten Bd. 2, Nr. 1125, S. 700-702. Nach WEBER, Würzburg und Bamberg, S. 125, ist unklar, ob das Darlehen gewährt wurde. Allerdings bedankte sich Ferdinand II. im August 1633 für 200.000 Rt. bzw. 16.000 Rt. für Mérodes Truppen; Misc. 99 (Ausfertigung): Ferdinand II. an Franz v. Hatzfeldt, Wien, 1633 VIII 31.

[211] KREBS, Hatzfeld Bd. 2, S. 180, Anm. 13.

[212] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1632/6/ad 19 (Abschrift): Wilhelm v. Velbrück an Ferdinand II., o. O., 1632 V 13.

[213] Vgl. FOERSTER, Kurfürst Ferdinand von Köln.

[214] Wiedenbrück [LK Wiedenbrück]; HHSD III, S. 782f.

[215] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.

[216] Höxter [LK Höxter]; HHSD III, S. 346ff.

[217] Delbrück [LK Paderborn]; HHSD III, S. 154.

[218] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten schwarz 961, fol. 261 (Ausfertigung): Kurköln an Maximilian I., Bonn, 1632 IX 02.

[219] Dortmund; HHSD III, S. 166ff.

[220] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 4 Nr. 11, fol. 220 (Ausfertigung): Jost Maximilian v. Gronsfeld an F. W. v. Wartenberg, Delbrück, 1632 IX 06.

[221] Essen; HHSD III, S. 213ff.

[222] Duisburg; HHSD III, S. 176ff.

[223] Ruhrort; HHSD III, S. 655.

[224] Österreichisches Staatsarchiv Wien Reichskanzlei Kriegsakten 97/I, fol. 64-66 (Ausfertigung): Dortmund an Ferdinand II., 1632 VII 31.

[225] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 4 Nr. 11, fol. 216 (Abschrift): Pappenheim an Jost Maximilian v. Gronsfeld, Stein bei Düsseldorf, 1632 VIII 03.

[226] Staatsarchiv Osnabrück Cal. Br. 16/322 (Ausfertigung): Baudissin an Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg, Höxter, 1632 IX 03/13.

[227] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 1 Nr. 90, fol. 166f. (Ausfertigung): F. W. v. Wartenberg an Kurköln, Minden, 1632 IX 23. Laut STEFFEN, Dortmund, S. 50, schuldete ihm die Reichsstadt 24.000 Rt. für die Verschonung v. Einquartierung u. 5.000 Rt. für rückständige Servisgelder. Bei den Verhandlungen soll Gronsfeld erst 50.000 Rt. gefordert haben.

[228] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.

[229] Vgl. die „Bedencken“ Friedrich Ulrichs v. Braunschweig-Lüneburg vom 16.1.1634: „Wie Unß der Hertzog zu Friedlandt und Graff Merode wegen gewaltthätiger Abnehmung Unser Ambter Scheningern, Jerzheim, Calvörde, Hessen und Voigtsdalem tractiret, wie groblich wir darunter beschimpffet, gehonet und vergewaltiget worden, solches können wir ohne große Betrubniß nicht rememoriren. Was wir […] am kaiserlichen Hofe durch kostbare Gesandtschaften abhandeln lassen, wird vom Friedland übern Haufen geworfen und gedachte Aemter sind uns noch zur Stunde vorenthalten“. HAVEMANN, Braunschweig-Lüneburg Bd. 2, S. 691.

[230] Staatsarchiv Hannover Cal. Br. 16 A 305; zit. bei KRETZSCHMAR, Gustav Adolfs Pläne, S. 483.

[231] Nach LAHRKAMP, Bönninghausen, S. 266f., war nur Mérode (so auch HALLWICH, Merode, S. 64) maßgeblich am Entsatz Wolfenbüttels (3.10. 1632) beteiligt; bzw. Geleen in seinem Bericht 1636; SCHRIJNEMAKERS; CORSTJENS, Geleen, S. 70; FRITSCH, Tagbuch, S. 132. Nach SICHART, Geschichte Bd. 1, S. 78, durchbrach Gronsfeld am 5.10. den Belagerungsring u. zwang durch einen Ausfall Georg (der die Nacht vom 4./5. in Braunschweig verbracht hatte;  KRETZSCHMAR, Gustav Adolfs Pläne, S. 137) zum Rückzug nach Braunschweig.

[232] Vgl. LAHRKAMP, Everhard Wassenberg.

[233] Maastricht [Niederlande, Provinz Limburg].

[234] WASSENBERG, Florus, S. 285.

[235] Vgl. FINDEISEN, Axel Oxenstierna.

[236] Am 12.3.1633 schrieb Oxenstierna seiner Regierung, wenn der Kampf erst einmal im Großen entbrannt sei, so habe der verantwortl. Staatsmann die höchste nationale Pflicht, im Falle der Not seine Freunde zu betrügen, Verbündete zu verraten, Streit u. Zwietracht zu säen, deren Untertanen aufzuwiegeln, ihrer Obrigkeit den Dolch in den Rücken zu stoßen; GOETZE, Politik Oxenstiernas, S. 24.

[237] SCHNEIDER, Recklinghausen, S. 171.

[238] HALLWICH, Merode, S. 11.

[239] HALLWICH, Merode, S. 81: „ ‚Der Oberst Westphalen‘, klagt er, ‚difficultirt annoch, ohne des von Gronsfeld expressen Befehl meinem Commando zu obediren, was meine Sachen fast retardiren thut‘ „.

[240] BA NF II/8, Nr. 46, Anm. 1.

[241] Tennstedt [Unstrut-Hainich-Kreis].

[242] Nohra, unter Hohnstein [Gem. Neustadt/Kr. Nordhausen], HHSD IX, S. 206.

[243] Gehren [Kr. Ilmenau]; HHSD IX, S. 130f.

[244] Hildburghausen [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 198ff.

[245] Weißensee [Kr. Weißensee]; HHSD IX, S. 487ff.

[246] HAPPE I 284 v – 286 r; msdz.thulb.uni-jena.de.

[247] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[248] Heinrich Maximilian, der Sohn Albrechts von Bayern, Bischof v. Hildesheim ab 1651.

[249] Präbende: Im frühen Mittelalter die Zuteilung von Mitteln aus dem gemeinsamen Haushalt zum Lebensunterhalt durch einen Bischof an einen Geistlichen. Daraus entwickelt sich bis zur frühen Neuzeit die Pfründe, d. h. das Recht auf Geld- oder Naturalleistungen aus einem bestimmten Kirchengut.

[250] SCHLOTTER, Acta, S. 72.

[251] SCHLOTTER, Acta, S. 74.

[252] Wallenstein bezieht sich hier auf die Schreiben Gronsfelds vom 31.1. u. 1.2.1633; abgedr. bei HALLWICH, Briefe und Akten Bd. 3, 773, 778.

[253] Státní ústredni archiv v Praze (Prag) VL I Nr. 17368 (Ausfertigung): Wallenstein an Jost Maximilian v. Gronsfeld, Prag, 1633 III 14. Zur Diversion Holks in Sachsen GENTZSCH, Klassenkampf, S. 179ff.; AURIG, Betrachtungen, S. 343ff.

[254] Státní ústredni archiv v Praze (Prag) VL I (Ausfertigung): Wolfgang Wilhelm v. Pfalz-Neuburg an Wallenstein, Düsseldorf, 1633 III 31; inhaltl. wiedergegeben in TOEGEL, Schwedischer Krieg, Nr. 424, 145. Vgl. sein Schreiben an Kurfürst Ferdinand v. Köln, Düsseldorf, 1633 IV 09; Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/4/7, fol. 1-16 (Ausfertigung).

[255] Vgl. FINDEISEN, Axel Oxenstierna.

[256] PLEISS, Zug, S.13f.

[257] SCHMIDT, Philipp Wilhelm, Bd. 1, S. 25f. KÜHN-STEINHAUSEN, Korrespondenz, S. 9, charakterisiert ihn wohl zu positiv.

[258] Vgl. BROCKMANN, Dynastie.

[259] KÜCH, Politik, S. 44f. Vgl. den Situationsbericht, den Bönninghausen am 12.5. aus Osnabrück an Gronsfeld hatte abgehen lassen, in dem er sich über die fehlende Unterstützung durch die rheinischen Kurfürsten u. die ständigen Beschwerden Wartenbergs über Ausschreitungen seiner Truppen beklagte; AOSB II/7/2, S. 394.

[260] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/4/13 (Ausfertigung): Wolfgang Wilhelm v. Pfalz-Neuburg an Ferdinand II., Düsseldorf, 1633 IV 14.

[261] Vgl. FOERSTER, Kurfürst Ferdinand von Köln.

[262] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/4/13 (Ausfertigung): Wolfgang Wilhelm v. Pfalz-Neuburg an Ferdinand II., Düsseldorf, 1633 IV 14.

[263] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/4/17 (Ausfertigung): Düsseldorf, 1633 IV 22; ähnl. äußerte er sich gegenüber Kurfürst Ferdinand von Köln, Düsseldorf, 1633 IV 22; Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/4/22 (Ausfertigung).

[264] HALLWICH, Briefe und Akten Bd. 4, Nr. 1927, S. 133; Melander an Wilhelm V. von Hessen-Kassel, Oldendorf, 1633 IV 26/V 06.

[265] Wellingholzhausen, heute Stadtteil von Melle [LK Osnabrück].

[266] HALLWICH, Briefe und Akten Bd. 4, S. 132f.

[267] Vgl. LAHRKAMP, Bönninghausen.

[268] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.

[269] SCHLOTTER, Acta, S. 78.

[270] Angespielt wird hier wohl auf die Ernennung Gronsfelds zum Befehlshaber der am Rhein u. in den Span. Niederlanden stehenden Truppen. Dass die Ernennung zum Feldmarschall zumindest möglich gewesen wäre, wäre nicht die Niederlage bei Hessisch-Oldendorf und ihre Folgen gewesen, dürfte wohl außer Frage stehen.

[271] Schreiben vom 16.5.1633; Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten schwarz 13511, fol. 37-40; BA NF II/8, S. 166f., Anm.1; beigelegt dem Schreiben Kurmainz/Kurköln an Maximilian I., Köln, 1633 V 24; fol. 35-36 (Ausfertigung). Bönninghausen selbst hatte am 20.5.1633 ein kaiserliches »Dankbriefl« erhalten ( Hofkriegsratsprotokolle 1633/196), was nach LAHRKAMP, Bönninghausen, 361, der Verleihung eines Ordens entsprach, wenngleich der unmittelbare Anlass nicht erkennbar ist.

[272] Don Fernando, Sohn Philipps III., Kardinal-Infant, Ebf v. Toledo u. Kardinal 1619, Statthalter der Span. Niederlande ab 4.11.1634; grundlegend immer noch ESSEN, Le Cardinal-Infant, der allerdings 1634 endet; bzw. ESSEN, La rôle; HARTMANN, Diplomatische Beziehungen

[273] Die Instruktion muss im Zusammenhang mit der spanischen Unterstützung der französischen »Malcontentos« um Königin-Mutter Marie de Médicis, Gaston d’Orléans etc. gesehen werden.

[274]  Archivo General de Simancas E 2459, Nr. 198 (Entwurf): Junta de Estado an Villani, Madrid, 1633 V 21. Ottavio Villani, Sekretär u. Regent des Oberrats für Italien, Resit bei Wallenstein, hatte Olivares am 1.3. über seine Verhandlungen mit Wallenstein informiert. Darauf kommt das Schreiben zurück, da anscheinend gewisse Verhandlungspunkte ungeklärt geblieben waren; GÜNTER, Habsburger-Liga, 363f. Darauf bezieht sich wahrscheinl. auch Wallenstein in seinem Schreiben an Philipp IV., Prag, 1633 II 26; HALLWICH, Wallensteins Ende Bd. 1, Nr. 176, S. 148.

[275] 1 Malter Roggen = 44 Scheffel = 528 Pfund.

[276] 1 Scheffel Roggen = 44 Pfund.

[277] TEGEDER; KREIENBRINK, Bellinckhausen, S. 240.

[278] 1 Tonne Bier = 150 Liter.

[279] TEGEDER; KREIENBRINK, Bellinckhausen, S. 241.

[280] Hessisch Oldendorf [LK Hameln-Pyrmont]; HHSD II, S. 226f.

[281] Nach HAVEMANN, Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg Bd. 2, S. 684, Anm. 2.

[282] Vgl. LAHRKAMP, Everhard Wassenberg.

[283] Hameln; HHSD II, S. 192ff.

[284] Köln; HHSD III, S. 403ff.

[285] WASSENBERG, Florus, S. 299.

[286] Osterode; HHSD II, S. 370ff.

[287] WENDT, Chronik, S. 421f.

[288] Bayerisches Staatsarchiv München Familienarchiv Törring-Jettenbach M 1: Comœdia Gronsfeldiana fol. 33ff.

[289] Vgl. den Kupferstich »Eigentliche Abcontrafactur / vnd gründliche Beschreibung« (Kungliga biblioteket Stockholm) mit einer Darstellung der aufmarschierten Truppen (mit genauer Positionsangabe selbst in den Details), einer kleineren Geländekarte u. einem ausführlichem Text. Bei SNOILSKY, Svenska historiska plantscher, S. 72f., sind noch drei weitere Kupferstiche der Schlacht verzeichnet; ferner THEATRUM EUROPAEUM Bd. 3, S. 82-83. Die Zeichnung im THEATRUM EUROPAEUM Bd. 3 basiert auf der Handzeichnung des schwedischen Ingenieuroffiziers David Portin, eines Teilnehmers, u. darf als genau gelten, zumal Portin Einsicht in die erbeuteten Unterlagen der Kriegskanzlei Mérodes nehmen konnte; TESKE, Bürger, Bauern, S. 100-101: »Repraesentatio Pugnae«.

[290] Doppeldeutig; entweder v. frz. poltron Feigling = Feigheit oder ital. poltroneria = Faulheit abgeleitet.

[291] Bayerisches Staatsarchiv München Familienarchiv Törring-Jettenbach M 1: Comœdia Gronsfeldiana fol. 29f.

[292] Lützen [Kr. Merseburg/Weißenfels]; HHSD XI, S. 286f. Schlacht bei Lützen am 16.11.1632 zwischen den Schweden unter Gustav II. Adolf (18.000 Mann) und den Kaiserlichen (16.000 Mann) unter Wallenstein. Die für die Schweden siegreiche Schlacht endete mit dem Tod Gustav Adolfs und dem Rückzug Wallensteins, der etwa 6.000 Mann verloren hatte, nach Böhmen. Nach Lützen schlug Wallenstein keine Schlacht mehr. Vgl. dazu HAPPES ausführliche Schilderung und Reflexion der Ereignisse [HAPPE I 295 v – 302 r; mdsz.thulb.uni-jena]. Vgl. SIEDLER, Untersuchung; STADLER, Pappenheim, S. 729ff.; WEIGLEY, Lützen; BRZEZINSKI, Lützen 1632; MÖRKE, Lützen als Wende; WALZ, Der Tod, S. 113ff.

[293] Als Gronsfeld die Beförderung Bönninghausens vorgeschlagen hatte, lehnte Wallenstein diese entschieden ab, da „derselbe so treuloser Weise in der Schlacht bei Lützen gehandelt und nur so geschwind in die Niederlande geeilt, um der Strafe zu entgehen, welcher er besser als jene verdient, die deshalb zu Prag hingerichtet worden seien, so dass er bei der kaiserl. Armada länger nicht geduldet“ werden möge. HALLWICH, Wallensteins Ende Bd. 1, S. 364, Anm. Vgl. die objektive Darstellung LAHRKAMPS, Bönninghausen, S. 272ff., der zu Recht SEIDLER, Prager Blutgericht, S. 53-55, kritisiert. Wallensteins Ansicht mag wohl auf die »Fidelis veraque Relatio« Gil de Haes‘ zurückgehen (KREBS, Zur Beurteilung Holks, S. 371-378) u. dessen Bericht über die Flucht der Reiterei Bs. Zumindest hatte Bönninghausen nach der Unterredung mit Wallenstein auf sein Regiment verzichtet. Wahrscheinlich dürfte ihn nur Holks Fürsprache vor der Hinrichtung bewahrt haben.

[294] HALLWICH, Merode, S. 115 (Schlachtbericht Gronsfelds an Wallenstein).

[295] Staatsarchiv Bamberg C 48/195-196, fol. 115-117: August Erich an Johann Ernst v. Sachsen-Eisenach, Kassel, 1633 VI 30 (a. St.). Erich hatte nach seinen Angaben die Informationen durch zwei Boten Melanders, Wilhelms V. u. Knyphausen (den sächsisch-eisenachischen Kapitän Franz Ulrich Wasserhu(h)n – erwähnt auch bei GEYSO, Beiträge II, S. 80. Nach GEYSO hatte er im „Weißen Regiment“ Johann v. Geysos gedient, fiel 3 Jahre später vor Hanau; GEYSO, Beiträge II, S. 80, Anm. 1) erhalten. August Erich (tätig um 1620-1644) war Kupferstecher u. Porträtmaler u. hatte u. a. für Hessen-Kassel gearbeitet; SCHWARZWÄLDER, Bremen, S. 22.

[296] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 87.

[297] HALLWICH, Merode, S. 88: Dormagen, 1633 VI 18.

[298] Das Regiment soll nur über 200 Pferde verfügt haben. Zit. bei HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 121; ferner WREDE, Wehrmacht III/2, S. 617.

[299] Staatsarchiv Bamberg C 48/195-196, fol. 148 r – 148 v (Abschrift): Großenalsleben, 1633 VII 02 (a. St.).

[300] HALLWICH, Merode, S. 78.

[301] Staatsarchiv Würzburg G-Akten 17313, unfol. (Abschrift): Anselm Kasimir, Köln, 1633 XII o. T. »Articuli und fragepuncten bey der inquisition uber das ungluckliche treffen bei Oldendorf« (anscheinend auch Maximilian I. zugeleitet); hier Punkt 30.

[302] Bayerisches Staatsarchiv München Familienarchiv Törring-Jettenbach M 1: Comœdia Gronsfeldiana fol. 30f.; ferner HALLWICH, Merode, S. 87; allgem. auch SCHREINER; SCHWERHOFF, Verletzte Ehre.

[303] Nach MANKELL, Schlacht, waren es 37 Geschütze (wahrscheinlich ohne die hessen-kassel. u. braunschweig. Artillerie).

[304] Vgl. neuerdings BRENDLE, Reichserzkanzler.

[305] Staatsarchiv Würzburg G-Akten 17313, unfol. (Abschrift): Anselm Kasimir, Köln, 1633 XII o. T. »Articuli und fragepuncten bey der inquisition uber das ungluckliche treffen bei Oldendorf« (anscheinend auch Maximilian I. zugeleitet);

[306] Vgl. den Bericht  F. W. v. Wartenbergs, Osnabrück, 1633 VII 09; Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/7/ad 13 (Abschrift): Beilage zum Postskriptum des Schreibens Kurmainz/Kurköln an Ferdinand II., [Köln], 1633 VII 14; Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/7/13 (Abschrift).

[307] Staatsarchiv Bamberg C 48/195-196, fol. 115 v (Abschrift): August Erich an J. E. v. Sachsen-Eisenach, Kassel, 1633 VI 30 (a. St.).

[308] HALLWICH, Merode, S. 94; LAHRKAMP, Bönninghausen, S. 285f.

[309] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2416, fol. 213: Bescheid der bayr. Kriegskanzlei, Stadtamhof, 1632 VI 10. ENGLUND, Verwüstung, S. 124: „So wurde eine Gruppe von 50 Schweden von einem großen Bauernhaufen nördlich von München überrascht. In einem Ausbruch kalter Raserei schnitten die Bauern den Soldaten Ohren und Nasen ab, hackten ihnen die Hände und Füße ab und stachen ihnen schließlich die Augen aus, worauf sie die Opfer lebendig ihrem Schicksal überließen. Die Antwort des schwedischen Heeres kam unmittelbar: An einem einzigen Tag sollen als Rache 200 Dörfer niedergebrannt worden sein“. MAHR, Monro, S. 173f.: „Auf dem Marsch verübten die Bauern Grausamkeiten an unseren Soldaten, die seitwärts zum Plündern weggingen, indem sie ihnen die Nasen und Ohren abschnitten, Hände und Füße abhackten und ihnen die Augen ausstachen, dazu andere Untaten begingen, die ihnen die Soldaten sofort heimzahlten. Sie brannten auf dem Marsch viele Dörfer nieder und brachten die Bauern um, wo man sie antraf. Eine starke Abteilung des Herzogs von Bayern glaubte, die Schweden in ihren Quartieren überrascht zu haben, aber sie fiel selbst in die Grube, die sie anderen graben wollte, so daß nur wenige den Schweden entrannen und mit dem Leben davonkamen“. Vgl. HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 123, Anm. 59: „Herzog August von Sulzbach verwendete sich bei Gustav Adolf für die Schonung der Untertanen seines Vetters Maximilian und setzte auch durch, daß 2 Rgt. beauftragt wurden, dem Niederbrennen Einhalt zu gebieten“.

[310] Staatsarchiv Würzburg G-Akten 17313, unfol. (Abschrift): Anselm Kasimir, Köln, 1633 XII o. T. »Articuli und fragepuncten bey der inquisition uber das ungluckliche treffen bei Oldendorf« (anscheinend auch Maximilian I. zugeleitet); unter Punkt 31): „Ob nit etliche Jesus Maria, etliche Ferdinand, etliche regimenter auch gantz kein wort gehapt“. Nach »Repraesentatio Pugnae« (TESKE, Bürger, Bauern, S. 100) war der schwedische Schlachtruf „Gott mit uns“ [nach der Abb. im THEATRUM EUROPAEUM bei MILGER, Gegen Land und Leute, S. 268: „Gott bey uns“], der kaiserliche „Viva le Ferdinand“.

[311] Staatsarchiv Münster Herrschaft Büren Akten 10 (die Einschätzung durch Wilhelm v. Westphalen); Staatsarchiv Osnabrück Rep. I/1/45 (Ausfertigung): Geleen an F. W. v. Wartenberg, Minden, 1633 XII 04; ); Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100/1/93 (Ausfertigung): Geleen an F. W. v. Wartenberg, Minden, 1633 XII 23. Stålhandske wurde Wilhelm V. u. Melander unterstellt; Staatsarchiv Marburg 4 f – Schweden- 125 (Ausfertigung): Oxenstierna an Wilhelm V. von Hessen-Kassel, Frankfurt/M., 1633 VIII 08.

[312] Vgl. HOFMANN, Melander, S. 34ff., der natürlich den siegreichen Ausgang der Schlacht vor allem Melander, a. a. O., S. 36, zuschreibt.

[313] Staatsarchiv Würzburg G-Akten 17313, unfol. (Abschrift): Anselm Kasimir, Köln, 1633 XII o. T. »Articuli und fragepuncten bey der inquisition uber das ungluckliche treffen bei Oldendorf« (anscheinend auch Maximilian I. zugeleitet).

[314] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.

[315] Staatsarchiv Bamberg C 48/195-196, fol. 115-117 (Ausfertigung): August Erich an J. E. v. Sachsen-Eisenach, Kassel, 1633 VI 30 (a. St.).

[316] GRÜNDLICHER BERICHT [Kungliga biblioteket Stockholm 228 c]: „Obrister Pallant ist 5. cornet Reutern in Wolfenbüttel kommen / in Hildesheim hat er auch 11. Compagnia Reuter / vnd ein Compagnia Tragoner bracht / zu Minden haben 11. Compagnia Reuter meutenirt / die Cornet von den Stangen gerissen vnd durchgangen“.

[317] Abgeb. bei LAHRKAMP, Dreißigjähriger Krieg, S.192.

[318] Kungliga biblioteket Stockholm, Svea krig, Nr. 224 a.

[319] Wüllen (LK Ahaus]; HHSD III, S. 800. ?

[320] Unterstützung; vgl. auch JONES, A Lexicon, S. 223.

[321] Hameln; HHSD II, S. 192ff.

[322] Vgl. SCHRIJNEMAKERS; CORSTJENS, Graaf Godfried Huyn van Geleen (in der deutschen Fachliteratur kaum beachtete Biographie).

[323] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.

[324] Schaumburg [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 413.

[325] Tode ?

[326] Wüllen (LK Ahaus]; HHSD III, S. 800.

[327] Hannover; HHSD II, S. 197ff.

[328] Rinteln [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 395f.

[329] Bückeburg; HHSD II, S. 80ff.

[330] TEGEDER; KREIENBRINK, Bellinckhausen, S. 241.

[331] Kungliga biblioteket Stockholm Svea Krig Nr. 224 a: »CONTINUATIO«; vgl. SATTLER, Knyphausen, 652; ferner auch das Schreiben Georgs an Fr. U.; SATTLER, Knyphausen, S. 653ff.; bzw. Staatsarchiv Bamberg C 48/195-196, fol. 142-144 (Abschrift): Georg von Braunschweig-Lüneburg an Friedrich Ulrich von Braunschweig-Lüneburg, Ohr, 1633 VII 29 (a. St.).

[332] Ähnliches berichtete auch Otto v. Guericke anlässlich der Vernichtung Magdeburgs; LOHMANN, Magdeburg, S. 99.

[333] AOSB II/9, S. 592.

[334] 12.3.1633; vgl. SCHMIDT, Belagerung, S. 20ff.; Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten schwarz 962, fol. 160-163 (Ausfertigung): Kurmainz/Kurköln an Maximilian I., Köln, 1633 VII 29; BA NF II/8, Nr. 159, S. 291f.

[335] COPIA KÖNIGL. MAY. IN DENNEMARCK / ERGANGENES SCHREIBEN [Kungliga biblioteket Stockholm Svea Krig 227 b], im „Eigendlichen Verzeichniß“: „Graff von Gronsfeld ist verwundet / vnd zu Fuß mit einem Bauren in Münden [Minden] ankommen“.

[336] HALLWICH, Merode, S. 119.

[337] Vgl. BRENDLE, Reichserzkanzler.

[338] Staatsarchiv Würzburg G-Akten 17313, unfol. (Abschrift): Anselm Kasimir, Köln, 1633 XII o. T. »Articuli und fragepuncten bey der inquisition uber das ungluckliche treffen bei Oldendorf« (anscheinend auch Maximilian I. zugeleitet); unter Punkt 51): „Ob die generaln, und sonderlich der graff von Gronsfeld, bei wehrendem treffen bei den trouppen gewesen und ieder zeit biß zum letzten man sein devoir gethan, ob er nicht zeitlich sich davon gemacht“; was sicherlich auf Wartenbergs Bericht zurückzuführen ist.

[339] Köln; HHSD III, S. 403ff.

[340] Bonn; HHSD III, S. 94ff.

[341] Lintorf [LK Düsseldorf-Mettmann]; HHSD III, S. 472.

[342] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/7ad 13 (Ausfertigung): F. W. v. Wartenberg an Kurmainz/Kurköln, Osnabrück, 1633 VII 09.

[343] SCHEBEK, Wallensteinfrage, S. 172.

[344] Schweidnitz [Świdnica]; HHSSchl, S. 491ff.

[345] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/7/23 (Ausfertigung); HALLWICH, Wallensteins Ende Bd. 1, Nr. 555, 464. Vgl. sein Schreiben an Ferdinand II., Feldlager bei Schweidnitz, 1633 VII 24 (Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/7/25 (Ausfertigung), u. 1633 VII 27 (Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/7/29 (A); er könne noch nichts Genaueres mitteilen, da er alle Nachrichten darüber nur vom Gegner erhalte.

[346] Nienburg/Weser; HHSD II, S. 346f.

[347] Abschriften der Zeugenaussagen finden sich im Staatsarchiv München Familienarchiv Törring-Jettenbach M 1: Der Prozess des Gf Gronsfeld; abgedr. in teilweise zusammengezogener Form bei HALLWICH, Merode, S. 121ff.; ferner die nicht bei HALLWICH verwendeten Zeugenaussagen des Obristleutnants Johann Christoph Hegne(n)berg – er entstammte einem bayr. Adelsgeschlecht u. war zudem kurmainz. Hofmarschall – , Minden, 1633 IX 07 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Tom. 270, fol. 1-12 (Abschrift)) u. des ligistischen Obristen Johann v. d. Horst, Minden, 1633 IX 08 (Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Tom. 270, fol. 15-24 (Abschrift)).

[348] FISCHER, Hildesheim, S. 84f.

[349] Steinbrück [Kr. Hildesheim-Marienburg]; HHSD II, S. 439f.

[350] SCHLOTTER, Acta, S. 81.

[351] Bockenem [Kr. Hildesheim-Marienburg]; HHSD II, S. 54.

[352] Hamburg; HHSD I, S. 83ff.

[353] SCHLOTTER, Acta, S. 82.

[354] USLAR-GLEICHEN, Belagerung, S. 371; SCHLOTTER, Acta, S. 82. Nach GEYSO, Beiträge II, S. 86, war Mérode-Waroux zu den Schweden übergegangen u. zusammen mit Stålhandske (gemeinsam mit Melander u. Ernst Albrecht v. Eberstein; so EBERSTEIN, Geschichte, S. 721, der Mérode jedoch nicht erwähnt) am 4.8. (a. St. ?) aus der Gegend um Hamm aufgebrochen, hatte mit ihm bei Wesel den Rhein überschritten u. am 20.8. bei Herzogenbosch den Prinzen v. Oranien, was wohl so nicht stimmt, es sei denn, Hamburg als Absendeort war eine bewusste Irreführung.

[355] SCHLOTTER, Acta, S. 82.

[356] Hamburg; HHSD I, S. 83ff.

[357] HALLWICH, Merode, S. 109.

[358] HALLWICH, Merode, S. 120.

[359] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten schwarz 962, fol. 412-416 (Entwurf Richels): Maximilian I. an Kurköln, Braunau, 1633 VII 15.

[360] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten schwarz 784, fol. 160-163 (Ausfertigung): Kurmainz/Kurköln an Maximilian I., Köln, 1633 VII 29; inhaltlich wiedergegeben in BA NF II/8, Nr.159, S. 291f. Im Folgenden wird nach den Originalen bzw. Abschriften zitiert, da es hier z. T. auf Nuancen ankommt.

[361] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten schwarz 962, fol. 432-435 u. 437 (Ausfertigung): Kurköln an Maximilian I., Köln, 1633 VII 29. Das ging auf die Ausführungen Wartenbergs zurück.

[362] Nach HALLWICH, Merode, S. 96, am 26.7. in Köln.

[363] Münster; HHSD III, 537ff.

[364] LAHRKAMP, Münsters Verteidigung, S. 281, Anm. 21.

[365] Österreichisches Staatsarchiv Wien Kriegsarchiv Alte Feldakten 1633/7/ad 13.

[366] Kempen [LK Kempen-Krefeld]; HHSD III, S. 384ff.

[367] WILMIUS, Chronik, S. 94.

[368] Nienburg/Weser; HHSD II, S. 346f.

[369] SCHLOTTER, Acta, S. 80.

[370] BELLINKCHAUSEN; TEGEDER; KREISENBRINK, der osnabruggischenn handlung, S. 245.

Dieser Beitrag wurde unter Miniaturen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.