Mardefeld [Mardefeldt, Marderfelt], Conrad Freiherr von

Mardefeld [Mardefeldt, Marderfelt], Conrad Freiherr von; Obrist, Feldmarschall [um 1610 Stockholm-1688]

Er wurde als Conrad von Massberg oder Maesberg, Sohn des aus Deutschland nach Stockholm eingewanderten Handwerkers Johann von Massberg und der Katharina Gese, geboren. 1628 trat er in die schwedische Armee ein und nahm am noch bis 1629 dauernden Schwedisch-Polnischen Krieg teil. 1634 wurde er zum Ingenieur befördert, 1637 zum Generalquartiermeister im Rang eines Hauptmanns ernannt. Ab 1641 leitete er als Obrist und Kommandant den Ausbau der Stadt Demmin[1] zur Festung. Für seine Verdienste als Fortifikationsoffizier wurde er 1646 in den schwedischen Adelsstand erhoben[2] und nahm den Namen Marderfelt an. Im gleichen Jahr erhielt er das Kommando über die gesamten schwedischen Festungsanlagen in Pommern, Mecklenburg, der Mark Brandenburg, Bremen und Westfalen. Nach dem Krieg bekam Mardefelt als Dank und Entschädigung Grundbesitz. Er erhielt die Domäne Pritzier[3] mit den Dörfern Hohendorf,[4] Katzow[5] und Netzeband[6] in Vorpommern. Am 19.9.1653 verkaufte er das Gut Pritzier [LK Ludwigslust], ein ehemaliges Tafelgut für 22.000 Rt. an Carl Gustav Wrangel.[7] Daneben erwarb er das vormals der Familie von Maltzahn gehörende Gut Vanselow[8] an der Tollense bei Demmin. Unter Karl X. Gustav von Schweden nahm er am 2. Nordischen Krieg teil und wurde, 1655 zum Generalmajor ernannt, Kommandant von Thorn[9] und später von Elbing.[10] Zudem amtierte er Gouverneur in Bremen,[11] Vizegouverneur in Wismar[12] und in Pommern von 1668 bis 1672. Ab 1673 war er Ministerresident am kurbrandenburgischen Hof. 1675 wurde er zum Feldmarschall ernannt und führte an der Seite Carl Gustav Wrangels den Feldzug gegen Brandenburg. Wegen Wrangels Erkrankung hatte dessen Stiefbruder Wolmar den eigentlichen Oberbefehl. Beteiligt an der verlorenen Schlacht bei Fehrbellin[13] wurde er wegen des unglücklichen Kriegsverlaufs angeklagt, aber freigesprochen. Im Jahr 1677 wurde er von Karl XI. von Schweden in den Freiherrnstand erhoben.[14]

[1] Demmin; HHSD XII, S. 175ff.

[2] DROSTE, Im Dienst der Krone, S. 167.

[3] Pritzier, heute Ortsteil v. Wolgast [LK Vorpommern-Greifswald]; HHSD XII, S. 317ff.: „Pritzier wurde erstmals 1618 als Prißer in der Lubinschen Karte erwähnt.[3] Bereits vorher war die Familie von Nienkerken (Neuenkirchen) Besitzer des Lehens, ab wann ist nicht verzeichnet. Deren letzter Erbe starb 1641. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde 1648 der schwedische Marschall Conrad Mardefelt durch königlich schwedische Dotation Herr von Gut Pritzier mit den Dörfern Hohendorf, Katzow und Netzeband. Schon 1653 verkaufte er an den schwedischen Feldmarschall Carl Gustaf Wrangel. Dies löste jedoch Streitigkeiten über die Besitzverhältnisse des Gutes während der Reduktion von 1694 aus. Die Wrangelschen Erben erhielten aber durch die Reduktionskommission den durch rechtmäßigen Kauf erworbenen Besitz zurück. 1720 starb mit Wrangels Enkelin die letzte Erbin, und so wurde das Gut landesherrliche Domäne. Der Ort Pritzier wurde ein Domänendorf und Gutssitz. 1865 hatte Pritzier 143 Einwohner in 22 Familien, an Gebäuden war vorhanden: 1 Schule, 11 Wohn- und 19 Wirtschaftsgebäude.[10] Pritzier ist ein Gutsdorf mit Gut und Landarbeiterkatenzeile; vom Gut sind Reste vorhanden. Es wurde am 1. Juli 1950 nach Hohendorf eingemeindet. (https://de.wikipedia.org/wiki/Wolgast#Pritzier)“. Frdl. Mitteilung v. Prof. Sabine Bock, Schwerin.

[4] Hohendorf [LK Vorpommern-Greifswald].

[5] Katzow [LK Vorpommern-Greifswald].

[6] Netzeband, heute Ortsteil v. Temnitzquell [LK Ostprignitz-Ruppin].

[7] ASMUS, Besitzungen, S. 133f.

[8] Vanselow, heute Ortsteil v. Siedenbrünzow [LK Mecklenburgische Seenplatte].

[9] Thorn [Toruń, Kr. Thorn]; HHSPr, S. 221ff.

[10] Elbing [Elblag, Stadtkr.]; HHSPr, S. 45ff.

[11] Bremen; HHSD II, S. 69ff.

[12] Wismar [Kr. Wismar]; HHSD XII, S. 133ff.

[13] Fehrbellin [Kr. Osthavelland/Neuruppin]; HHSD X, S. 172.

[14] HOFBERG, Svensk biografiskt handlexikon Bd. 2, S. 126.

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