Leslie [Lesle, Lessle, Leßle, Lesly, Lesel, Lesky], Walter Graf

Leslie [Lesle, Lessle, Leßle, Lesly, Lesel, Lesky], Walter Graf; Feldmarschall [1606 Fettermaer House, Aberdeenshire-4.3.1667 Wien]

Walter Graf Leslie[1] [Lesle, Lessle, Leßle, Lesly, Lesel, Lesky]leslie_walter [1606 Fettermaer House, Aberdeenshire-4.3.1667 Wien]muss eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen sein. Er war tapfer, weltgewandt, diplomatisch, mit besten Beziehungen zum kaiserlichen Hof,[2] reich und aus gutem Haus. Dazu kam seine Sprachkenntnisse in Latein, Deutsch, Italienisch und Französisch. Er wurde 1606 auf Fettermaer House, Aberdeenshire in Schottland als Sohn des 10. Barons John Leslie of Balquhane [Balquhain][3] und der Joan Erskine of Gogar geboren. Der Presbyterianer stand vermutlich 1624 in den Diensten der Generalstaaten. Er kaufte sich ansehnliche Güter in der Steiermark, trat in den kaiserlichen Kriegsdienst  ein und war angeblich im Mantuanischen Krieg[4] dabei. Er war „unkatholisch – wie es in einem Schreiben an den Kaiser hieß – , aber allezeit zu gebrauchen“.1 1632 diente er als Major in der Armee Wallensteins[5] unter Obristleutnant John Gordon, im selben Jahr war Leslie bereits Obristleutnant ? unter dem Grafen Ernst Georg von Sparr. In diesem Jahr standen sich Wallenstein und Gustav II. Adolf an der Alten Veste[6] bei Nürnberg[7] gegenüber. Graf Sparr wollte diese Gelegenheit nutzen, um dem Schweden Taupadel am 8.8.1632 Schwierigkeiten bei Burgthann[8] zu machen. Für Sparr völlig unvermutet kam Gustav II. Adolf Taupadel zu Hilfe. Gustav II. Adolf kämpfte mit hohem persönlichen Risiko. Im Ergebnis des Gefechtes wurden Sparr, Gordon, Leslie und Trčka Gefangene der Schweden. Von Leslies und Gordons Tapferkeit beeindruckt, ließ Gustav II. Adolf die drei nach fünf Wochen ehrenvoll ohne Lösegeld frei. Ausführlich beschrieben hat dieses Treffen der schottische Teilnehmer Monro: „Am 28. Juli hatte S. M. Oberst Taupadel mit Reitern und Dragonern abkommandiert, Freystadt[9] in der Oberpfalz anzugreifen, das etwa zwei Meilen von Neumarkt[10] entfernt liegt. Die Leute, den sie für einen Feind hielten. Er erhielt einen Schuß in die Schulter und starb kurz darauf in Nürnberg. Die kaiserliche Garnison wurde ganz und gar niedergemacht, die Proviantwagen wurden geplündert, die Stadt brannte man nieder. Wir brachten vierhundert große und fette Ochsen nach Nürnberg. Der König, der unmittelbar hinter Taupadel hermarschierte, folgte ihm mit einer Kampfgruppe von 1 000 Musketieren und etwa 800 Reitern bis zum Dorf Burgthann nach, denn er dachte, der Feind würde Taupadel nachsetzen, wenn er von seiner Aktion erführe. Um seinen Rückzug abzudecken, stieß S. M. bis Postbauer[11] vor. Zur selben Zeit unternahm Generalmajor Sparr mit 800 Reitern, 20 Kornetts Kroaten und 500 Musketieren, die von Oberstleutnant Gordon und Major Lesly kommandiert wurden, einen Anschlag auf die Stadt Lauf.[12] Sie sollten Lauf einnehmen, um uns zu hindern, auf dieser Seite Fourage zu holen, denn es gab für uns keine Möglichkeit mehr, aus dem Blockadering herauszukommen, als in dieser Richtung. Sparrs Abteilung stieß mit den Truppen S. M. im Feld zusammen. Da griff sie der König heroisch an und tötete viele schon beim ersten Angriff. Generalmajor Sparr selbst stand bei [Rudolf v.; BW] Colloredos Kavallerie, während die Infanterie von Lesly und Gordon geführt wurde, zwei schottischen Kavalieren, die damals dem Kaiser dienten. Sie hielten sich eine Zeitlang tapfer. Ich hörte, wie S. M. von Schweden ihrer Tapferkeit das beste Zeugnis ausstellte und sagte, wenn sich die Reiterei des Kaisers so tapfer gehalten hätte wie das Fußvolk, wäre er nicht als Sieger heimgekehrt. Sparr beabsichtigte, die Reiterei des Königs zu durchbrechen, aber da die Kroaten davongelaufen waren, wurde der Rest der kaiserlichen Reiterei überwältigt und der größte Teil ihres Fußvolks zusammengehauen. Generalmajor Sparr wurde zusammen mit Gordon und Lesly gefangengenommen. Alle drei brachte man mit drei erbeuteten Standarten nach Nürnberg. Bei dieser Gelegenheit wurde Oberst Riese[13] getötet, und nach seinem Tode mußte S. M. vom Pferd absteigen und die Musketiere anführen, die etwa eine Stunde lang tapfer kämpften, auch die der anderen Seite, was der König der Tapferkeit der schottischen Edelleute zuschrieb, die er, noch ehe sie gefangen waren, innerhalb von drei Tagen ohne Lösegeld freizugeben versprach. Dennoch wurden sie fünf Wochen bei uns, ihren Landsleuten, festgehalten, wobei wir es uns als Freunde gutgehen ließen“.[14]

16.11.1632 in der Schlacht bei Lützen im kaiserlichen Heer standen Leslie und Gordon unter Wallensteins Kommando.

Als Wallenstein im Februar 1634 nach der Ächtung durch den Kaiser auf der Flucht nach Eger[15] war, wurde er von Leslie begleitet. Den Befehl dazu erhielt dieser von Gordon, seinem schottischen Landsmann und Stadtkommandanten von Eger. Der irisch-katholische Feldprediger Thomas Carve erinnert sich: „Leslie war durch den vertrauten Freund (Butler) schon etwas über diesen Verrat zugekommen. Siehe da begegnet ihm Wallenstein in einer Sänfte liegend und mit ihm 200 zu Fuß und 500 zu Pferd unter dem Kommando Butlers. Nach dem Gruß fragt der Friedland den Leslie …, was über ihn gesprochen würde, worauf dieser ganz allgemein sagt, er habe verstanden, daß der Kaiser ihrer Fürstlichen Gnaden abholt sein solle. Darauf sagte jener, wie die kaiserlichen Räte Sachen über ihn zusammengetragen hätten, die ihm gegen seinen Willen übertragene Generalität solle ihm jetzt schimpflich wieder abgenommen werden, auch solle er dem ungarischen König Ferdinand unterstellt werden, der doch an Rat und Kräften des Leibes viel zu jung und unvermögend wäre“.[16] Auf dem Wege dorthin eröffnete Wallenstein Leslie seine Absichten, seine Ziele auch mit Hilfe der Schweden und Sachsen zu verfolgen. Wallenstein hatte in der Zeit nach der Schlacht bei Lützen[17] andere, nicht unbedingt bessere Vertraute um sich geschart. Vielleicht hatte Leslie von allen damaligen Vertrauten das höchste Niveau, auf jeden Fall passte er sich schnell den veränderten Verhältnissen an. Als sich ihm Wallenstein, in Eger angekommen, gänzlich anvertraute und ihm sogar Kenntnis gab von dem vom Kaiser erlassenen und von Gallas[18] bekannt gemachten Ächtungspatent, zog Leslie seine persönlichen Konsequenzen. „Von feinem Geblüt, nicht ohne gepflegte Beziehungen zum Kaiserhof, war auch der Schotte Walter Leslie, Oberstwachtmeister des Regimentes Trčka-Gordon, der den Herzog zwischen Plan und Eger begrüßte. Wallenstein glaubte sich Gordons sicher, dem hatte er Gutes getan. Er glaubte des Zweiten im Kommando der Festung sich nicht so sicher und wollte ihn zu sich herüber reden, ehe man die Zugbrücke überschritte, vermutlich auf den Rat seiner Antreiber hin. Ob Leslie etwas gehört habe von der unlängst im Heere entstandenen Konfusion ? Also nicht ? Nun, das sei so und so gewesen. Er hatte die Mittel nicht mehr gehabt, die Armee zu ernähren und in guter Form zu halten, und darum sich zurückziehen wollen; wer ihn am heißesten bedrängte, zu bleiben und das Feld nicht den Spaniern zu überlassen, waren die Herren Gallas[19] und Piccolomini. Eben die hatten dann den Sinn seines Kontraktes mit den Obersten böswillig verdreht und den König von Ungarn auf ihre Seite gebracht, aber nicht den Kaiser. An den Kaiser hatte er den Mohr von Wald geschickt, eben noch den Breuner, um zu erfahren, ob man seine Dienste eigentlich noch wünsche. Wenn ja, dann gut. Wenn nein, so wolle er den Kaiser auch nicht mehr zum Herrn. Andere Herren könne er wohl finden, habe es aber gründlich satt, zu dienen; ganz unabhängig werde er endlich sein und seine eigenen Soldaten haben. Dazu fehle es ihm nicht an Geld und Kredit; auch nicht an guten Freunden, bei den Evangelischen sowohl wie in Kaisers Heer, wo mancher Offizier sich jetzt gut österreichisch stellte, der bei erster Gelegenheit zu ihm werde herüberkommen. In Eger wolle er’s abwarten. Zum Schluß werde Ferdinand noch merken, daß er besser ihm geglaubt hätte, als den Spanischen und ihren Konföderierten … Leslie lauschte, das Gesicht eine ehrerbietige Maske, und notierte im Geist, was da gesprochen wurde mit müder, vertrauensseliger Schwatzhaftigkeit“.[20]

„Die drei Heroen [Butler, Gordon, Leslie; BW] hatten sich zuerst verstanden in vorsichtig tastendem Gespräch, Freitagabend. Butler fand es sonderbar, daß der Herzog, der sonst den Feind nur mit 50 000 Mann anzugehen pflegte, jetzt sich ihm näherte mit einem so kleinen Trüpplein. Die Anderen fanden es noch sonderbarer, daß er eben jetzt Befehl gegeben hatte, die festen gegen die Grenzen hin gelegenen Plätze, Joachimsthal,[21] Elbogen,[22] Falkenau,[23] zu räumen. Man beschloß dies zu hindern; womit das Einverständnis schon hergestellt war. Es beruhte aber darauf, daß Butler die Proklamation des Generalleutnants vom 12. oder 15. Februar kannte, und Gordon auch. Ob sie schon das Absetzungspatent kannten oder erst am Samstagmorgen erhielten, ist gleichgültig, denn jene wo so schwer wie dieses. Auch über das heimliche Urteil, das »Lebend oder tot«, müssen sie informiert gewesen sein, seit Freitag oder spätestens Samstagmorgen; durch Diodati, Piccolomini, Gallas. Sonst wäre es unerklärlich, wie Butler es wagen konnte, einen Hauptmann an Gallas zu schicken mit der Botschaft, er werde den Verbrecher gefangennehmen oder töten, wenn Arnim bis auf zwei Meilen an Eger herangekommen wäre.

Das Gespräch zu dritt wurde unterbrochen durch jenen mitternächtlichen Kurier, durch Leslies Besuch im Pachelbel-Haus. Die Eindrücke, die er zurückbrachte, steigerten die Spannung. Nun verwarfen sie den Gedanken, zu entfliehen, der vorher erwogen worden war, und entschieden sich für die Gefangennahme der Rebellen am nächsten Tag. Warum nicht gleich sie umbringen ? fragte Leslie. Diese drei, denen der Zufall die Rolle der kleinen und eigentlichen Exekutoren auferlegte, fanden sich nun in der gleichen Lage, in der die großen sich wochenlang befunden hatten. Sie kannten das heimliche Urteil, aber nur als Wink, als Gesprochenes, ohne Unterschrift; keinesfalls des Kaisers Unterschrift. Der Kaiser hatte die Entscheidung den drei Großen überlassen, Gallas, Piccolomini, Aldringen. Diese, aus der Weite Österreichs, schoben sie auf die Kleinen ab in der Enge der Festung, von wo es eine weitere Übertragung nicht mehr gab. Aber Wallenstein war nicht der erste beste. Seine Ermordung konnte herrlichen Lohn bringen, oder allerlei Ärgernis“.[24]

Die Bekanntschaft mit Butler und Gordon erleichterte die planmäßige Umsetzung der persönlichen Interessen. Leslie war zu dem Zeitpunkt Obristwachtmeister des Trčka’schen Regiments und gab das Bankett auf der Burg. Er lud dazu die Vertrauten Wallensteins ein und gab das Zeichen zur Ermordung Trčkas, Kinskýs, Ilows und Niemanns. Von ihm war auch die Erwägung, Wallenstein gleich zu töten. Nach der Flugschrift„Friedlands Verraderey ontdeckt“, verfasst von dem Rektor des Jesuitenkollegs in Neuhaus,[25] Julius Caesar de la Couture, und 1634 in Brüssel erschienen, hatte sich Leslie auf den Markt begeben: „Leslie hat auch noch 300 Dragoner aus Butlers Regiment zu sich auf den Markt genommen und als Wache aufgestellt, zu welcher er also zu sprechen begonnen: ››Streitbare Soldaten, da ist ein großer Verrat in der Stadt. Die Bürgerschaft, das deutsche Reich, die kaiserliche Majestät und wir selbst sind in großer Gefahr. Aber seid guten Muts und erweist euch als Soldaten, die ihren Herrn und Meister, den Kaiser, dem sie die Treue geschworen, nimmer verlassen wollen und dann soll alles erhalten bleiben.‹‹ Weil ein jeder überlaut rief: ››Wir sind des Kaisers Eigen, führt uns für seine Majestät, wohin Ihr wollt !‹‹ Darauf er geantwortet: ››Wohlan, ein Monat Sold extraordinaris sei euch geschenkt. Stellt euch in Schlachtordre und ladet eure Musketen, haltet die Lunten auf den Hahn und die Kugeln im Mund und hört auf mich, der euch, wenn nötig, dabei vorangehen und auch nie verlassen wird.‹‹ Und also hat er die ganze Nacht, wiewohl in der Stadt kein Aufruhr, sondern alles in Ruhe war, bei seinen Soldaten verbracht“.[26]

„Neben diesen lokalen Auseinandersetzungen stand aber am Beginn des Jahres [1634; BW] ein Ereignis von besonderer, überörtlicher Bedeutung. Am 24. Februar erschien auf der Plassenburg[27] bei Markgraf Christian als Abgesandter Wallensteins Johann Eberhard Sohn zur Elz und überbrachte Briefe vom Herzog, in welchen dieser seine ‚itzige Ungelegenheit‘ mitteilte und um eine ‚vertraute Konferenz‘ bat. Er ersuchte den Markgrafen, Oberst Muffel umgehend nach Eger zu entsenden.

– – Bei Golo Mann heißt es dazu: „Eltz wird dem Markgrafen darlegen, wie der Herzog von Friedland einen gerechten Frieden gewollt habe und deswegen durch falsche Menschen verleumdet worden, ja, beinahe schon um sein Generalsamt gebracht sei, wie er aber gleichwohl den Frieden unbeirrbar erstrebe; Herr Christian, ein alter, erfahrener Fürst, tue das gewiß auch; er möge doch seinen militärischen Berater, einen Obersten Muffel, gleich nach Eger senden, zu einer Vorkonferenz mit keinem geringeren als dem Herzog Bernhard von Weimar, dem Generalleutnant Arnim und Wallenstein“.[28] – –

Wirklich ging Muffel auch am 26. Februar dorthin ab, kehrte aber unterwegs um, als er von der Ermordung Wallensteins hörte. Was erhoffte sich der in Ungnade gefallene Wallenstein vom Markgrafen ? Vielleicht war es eines seiner Ziele, ‚dort (d. h. auf der Plassenburg) seine Gemahlin und seine Kostbarkeiten in Sicherheit zu bringen‘. Gingen aber seine Absichten nicht noch weit darüber hinaus ? War ein Wallenstein nicht vor allem auf seine eigene Person und die Verwirklichung seiner persönlichen pläne bedacht ? Dafür bedurfte es aber einer gesicherten militärischen Basis, die er in Böhmen nicht mehr besaß. Was lag da für ihn näher, als an das unmittelbar benachbarte Festungsdreieck Plassenburg-Rosenberg[29]-Forchheim[30] zu denken. So hat Wallenstein ‚dem Obristwachtmeister Lessle [Leslie; BW] entdeckt, item daß er auch alsbald den Illo abfertige, Cronach und Forchheimb in sein Gewalt zu bringen, damit ihnen die Veste Blassenburg zu einer sicheren Redirata möcht vergüt werden‘. Welche Rolle hatte Wallenstein vor seinem Ende Franken zugedacht !“.[31]

Nach der Tat gab Leslie nicht großspurig wie Butler einen ergebenen Bericht an den Kaiser. Leslie fuhr sofort nach Pilsen,[32] um den Zuträger, ein Intrigant des Hofes, Caretto di Grana, Bericht zu erstatten. Und Caretto schrieb an den Kaiser u. a.: „Leslie ist ein witzig vnndt redlicher Mann, der mit seinem Angeben vnd anstellen simulando nicht allein mit denen anderen gehalten, sondern fast das ganze Wesen dirigiret hat, dieser protestirt nicht anders als die Reputation vndt rehdet indem als wan er ein geborner König wäre, dieser, von der geübten Action einen Nahmen zu haben, wollte mit einem Regiment zu fuess, welches das Altsachsische [Julius Heinrich v. Sachsen-Lauenburg; BW] sein könnte, begnadet werden. Vnndt weiln Er in dieser Occasion große Treue erzaiget, bittet Er, daß solches Regiment E. Kais. oder der Khönigl. Maj. Leibguardi genändt werden möge. Wider vermainen, dass dies billig vndt kein Bedenken in ihme habe, undt obwohl der Leslie nicht Catolisch, verhoffe doch, Er sich baldt dazu bequemen werde“.[33]

An diesem 28.2. hatte Caretto di Grana aus Pilsen auch an den in Eger weilenden Piccolomini geschrieben: „Da es vernünftig ist, dem signore collonello Buttler in allem, was ihm zusteht, jegliche Gefälligkeit zu erweisen, habe ich ihr (Frau Butler) sofort ein gutes Quartier zugewiesen. Da Lesel [Leslie; BW] unterwegs zu S. M. (König Ferdinand) ist, habe ich jene Dame sofort aufgesucht und ihr gesagt, daß sie zufrieden sein könne über den Gewinn, den ihr Gatte durch die Verrichtung dieser großartigen Tat haben wird … Habe von dem signore conte Aldringen erfahren, daß der König morgen von Wien abreisen wird, mit Geschenken und der Absicht, seine Dankbarkeit durch baldige Verteilung der Rebellengüter walten zu lassen. Eure Exzelenz sind gehalten, die Schriftstücke, Geld, Kleider und alle andere Dinge der Gefangenen sicher und schnell nach Pilsen zu überführen, damit sie verteilt werden können und Unordnung vermieden wird. Lesel ist besonders zu berücksichtigen, außer ihm sollen alle Offiziere und Soldaten mit Verdiensten etwas erhalten, die dem Kommando S. E. Signore tenente generale (Gallas) unterstanden, das heißt jene 12, die die Rebellen getötet haben, jeder 500 Reichstaler und der sergente maggiore von Butler (Leslie) 1.500 Reichstaler. Die eingesetzten Soldaten und Dragoner sollen einen Monatslohn erhalten“.[34]

Der „Umweg“ über Caretto zahlte sich aus: Leslie erhielt vor allen anderen Mittätern vom Kaiser als Belohnung für die erwiesene Treue die ansehnliche Trckasche Herrschaft Neustadt a. d. Mettau[35] mit den Gütern Veselice[36] und Slatinan[37] im Wert von 130.000 fl. erhalten und war Piccolominis Nachbar, der auf Nachod[38] saß, geworden, 20.000 Gulden, die Kammerherrn-Schlüssel und die Trabanten-Hauptmannsstelle. Dazu erhielt er das ehemalige Schaumburgsche Regiment und den Grafentitel. Anscheinend war er kurz zuvor, im Gegensatz zu John Gordon, konvertiert. Der Kumpane Butler war daraufhin beleidigt, wollte in polnische Dienste treten, wurde aber später auch abgegolten und geadelt. Die folgenden fünf Jahre war Leslie noch militärisch aktiv, bevor er ab 1640 sein eigentliches Talent einbringt: seine offenbar sehr überzeugende Persönlichkeit und sein diplomatisches Geschick machten ihn auch zum wichtigsten Vertrauten und Informanten im Netzwerk Piccolominis.

„Wallensteins Lieblingsvetter, sein Erbe Maximilian von Waldstein, ist einer der ersten, der zu Ehren des Mörders Walter Leslie in Wien ein großes Festbankett gibt“.[39]

Leslie militärischen Aktivitäten zeichneten ihn zwar durch Standhaftigkeit und Organisationstalent aus, waren aber im Abschluss wenig glücklich. In der entscheidenden Schlacht bei Nördlingen[40] am 6.9.1634 gegen die Schweden bewährte sich Leslies Tapferkeit in der erfolgreichen Abwehr der Angriffe des Grafen Thurn.

Das Regiment Leslies blieb jedoch auch nach harten Verhandlungen eine Einheit der spanischen Armee[41] und zog mit dem Kardinalinfanten weiter.

„Der Kardinalinfant, welcher zu dem Erfolge der Kaiserlichen in der Schlacht bei Nördlingen mit seiner von Süden gekommenen Armee wesentlich beigetragen hatte, brach nach dieser Schlacht in nördlicher Richtung auf, um auf dem kürzesten Wege nach den Niederlanden zu marschieren. Zu seiner Begleitung war Oberst Ossa mit einigen Kavallerieregimentern beauftragt, während die Generäle Piccolomini, Isolani [Isolano; BW] und [Johann v.; BW] Götz dazu bestimmt waren, seine rechte Flanke durch ausgebreitete Kolonnen weithin zu decken und sich des ganzen Frankenlandes zu bemächtigen. Damit drohte auch für das angrenzende Gebiet der Wetterau[42] die schlimmste Periode des Krieges zu kommen.

Am 19. September 1632 [1634; BW] war der Kardinalinfant mit seiner in Marsch befindlichen Armee in Miltenberg[43] am Maine angelangt, worauf er nach Einnahme und Ausplünderung dieses Ortes nach Kleinheubach[44] vorrückte und hier in nächster Nähe am 20. und 21. auf Barken und Pontons den Main überschritt. Er sammelte am rechten Mainufer seine Armee und hielt eine Revue, bei der sich ein Bestand von 12 000 Mann Infanterie und 4900 Reitern ergab. Am 23. September zog der Kardinalinfant in Aschaffenburg[45] ein. Einen größeren Angriff der mittlerweile in Frankfurt a. M.[46] gesammelten weimarischen Truppen befürchtend, formierte er hier seine sämtliche Infanterie zu 7 Schlachtenbataillonen und rückte am 24. September durch den Spessart und das Freigericht[47] in das Kinzigtal vor, während die streifenden Reiterabteilungen Ossa’s als Avantgarde schon vorausgeeilt waren. In Gelnhausen[48] befand sich an diesem Tage das Hauptquartier; der Kardinalinfant übernachtete jedoch in Rückingen,[49] war am nächsten Tag in Windecken[50] und am 27. in Dorchheim[51] bei Friedberg,[52] woraus zu schließen ist, daß der Durchmarsch ziemlich beschleunigt wurde. Zu einem Kampfe kam es nicht, dagegen waren die Plünderungen und Greueltaten der Durchziehenden barbarisch“.[53]

Bereits im Januar 1635 warb Leslie im Raum Nürnberg bei Hersbruck[54] Soldaten für die Kaiserlichen an. Aber entweder waren sie schlecht motiviert – d. h. schlecht bezahlt – oder schlecht geführt. Ein konzentrierter Angriff des schwedischen Majors Selle vernichtete den gesamten Haufen.

„Die feindlichen Heeresabteilungen lagen indes in den Winterquartieren einander oft recht nahe gegenüber. Und im Kleinkrieg wechselten feste Plätze rasch ihre Besatzungen, Überfälle auf Proviant- und Munitionskolonnen erfolgten, und der Wechsel in der Einquartierung, Kontributionsforderungen und die Streifzüge kleinerer Einheiten von beiden Seiten bestimmten den Kampf in dieser Jahreszeit. So erklärt es sich auch, daß Teile des Leslieschen Regiments auf dem Marsch nach Hersbruck bei Wendelstein[55] von schwedischen Verbänden überraschend angegriffen und ‚ruiniert‘ wurden. Der Oberstleutnant wurde getötet, dem gefangenen Obristwachtmeister Nicolas Dalledam erlaubte man auf Parole zur kaiserlichen Armee zu reiten, die anderen Offiziere, Fahnen und Knechte wurden nach Nürnberg eskortiert und dort streng bewacht. Nach anderer, glaubhafterer Version seien auf dem Musterplatz Hersbruck 400 Knechte, darunter 80 Dragoner im Auftrag Leslies von seinen Offizieren geworben und dieser Rekrutentransport dann durch den schwedischen Überfall zerschlagen, gefangen oder zerstreut worden. Sein Stellvertreter, der schottische Oberstleutnant Barry, soll mit dem Rest der Söldner ‚kümmerlich entrunnen‘ sein“.[56]

„Nürnberg hatte sich bereits etwas früher den Weg zu Friedensunterhandlungen geebnet. Schon in der Endphase der Unterhandlungen zu den Pirnaer Verträgen hatte man diplomatische Fühler ausgestreckt und zu diesem Zweck im November 1634 den Stadtleutnant Johann Abraham Pömer nach Prag geschickt, dem im Januar 1635 der Ratskonsulent Dr. Tobias Oelhafen von Schöllenbach nachfolgte. Im Mai sandte man einen Unterhändler nach Prag zu Kaiser Ferdinand II.,[57] um die Friedensbedingungen für die Stadt zu sondieren. Dieser kam Anfang Juni, von einem kaiserlichen Trompeter begleitet, mit der Nachricht zurück, daß der Kaiser gewillt sei, Nürnberg wieder in Gnaden aufzunehmen, vorausgesetzt, die Stadt erkläre sich für die Zukunft loyal und verpflichte sich, in Zukunft keine fremde Garnison mehr einzunehmen. Hierzu wollte der Rat der Stadt seine Einwilligung geben, unter den Bedingungen, daß die Stadt völlige Verzeihung erlange, die gesperrten Pässe eröffnet und ansonsten die gewährten Bedingungen auch eingehalten würden. Unter diesen Umständen erklärte Nürnberg seine Bereitschaft, sich wieder in die alleruntertänigste kaiserliche Devotion zu begeben, der schwedischen Garnison, die unter Oberstleutnant Magnus Hansson erst Anfang Juni von Neumarkt[58] nach Nürnberg verlegt worden war (Chemnitz II, S. 707), abzudanken und zudem alle nürnbergischen Städte und Ämter ihrer schwedischen Besatzungen zu entledigen.

Am 17./27. Juni 1635 kam des Kaisers Sohn, König Ferdinand III.,[59] in Neumarkt in der Oberpfalz an, wohin sich auch zwei Ratsherren und zwei Doktoren der Stadt Nürnberg begeben hatten. Der Friedensschluß wurde noch am gleichen Tag vollzogen. Der Stadt Nürnberg wurden alle früheren Privilegien, Gerechtigkeiten, freie Religionsausübung und Kirchen zugesichert. Auch die Rückgabe der von bayerischen Garnisonen besetzten nürnbergischen Orte wurde zugesagt. Im Gegenzug mußte die von Gustav Adolf im März 1632 gegen 100.000 Reichstaler an die Stadt Nürnberg ‚geschenkte‘ Deutschordenskommende wieder restituiert werden, in die am 14./24. Juli 1635 der Deutschordenskomtur Johann Adolf Lösch von Hilkershausen einzog. Außerdem verpflichtete sich die Stadt zur Zahlung einer Kriegskontribution von 120 Römermonaten, insgesamt 180.000 Gulden in 6 Fristen.

‚Und [hat] man solchen erwünschten Frieden allenthalben von den Canzeln abgelesen, auch vom Rathauß herab verkündiget, die grosse Stück zweymal losgebrennt, die Stattpfeiffer dreymal vom Rathauß herab blasen, und alle Glocken geleutet worden. Folgenden Montags war Petri und Pauli, nemlich den 29. Junii, wurde deßwegen in allen Kirchen ein Dankfest gehalten. Am 11./ 21. ist die Schwedische Guarnison, nachdem sie Betstunde im Gostenhofe gehalten, von Nürnberg außgezogen, nemlich der Obr. Leutenant Solla, 6. Capitäyn, etliche Officirer, 12. Fähnlein mit fliegenden Fahnen [anscheinend nur die Fähnriche], 4. Trommenschläger, in 50. Musquetirer, mit 5 Gutschwägen, darauff der Officirer Weib und Kinder, auch die Obr. Hastverin Wittib [Anna], und in 10. Reyß- und Paggagy-Wägen, seynd von einem Kay. Obristen begleitet und Paß biß naher Erfurt gehabt‘. (Theatrum Europ. III, S. 491). Die ausziehende schwedische Besatzung war deshalb so gering, weil ein erheblicher Teil der Garnison schon vor dem Auszug von den Kaiserlichen abgeworben worden war. Zu diesem Zweck hatte man extra den Obersten Walter Leslie nach Nürnberg geschickt, welcher tatsächlich am 3. Juli 1635 mit 250 geworbenen ‚Schweden‘ in Dinkelsbühl[60] ankam, wo er mit König Ferdinand zusammentraf, der am 2.7. von Neumarkt über Gunzenhausen kommend, dort eingetroffen war (Khevenhiller XII, S. 1752).

Vor dem Auszug der schwedischen Garnison aus Nürnberg gab es noch einige unangenehme Zwischenfälle, da viele schwedische Söldner vor die Ratsstube liefen um noch ausstehende Soldzahlungen einzufordern. Dort wurden sie vorerst für einige Tage vertröstet, worauf sie sich auf den Marktplatz begaben und mit der Ausplünderung der dortigen Bäckerkarren begannen. Die Bürger setzten sich jedoch zur Wehr, wodurch ein Nürnberger Bürger und 2 Soldaten zu Tode kamen“.[61]

Erst im Juli ging (oder wagte sich) Leslie wieder nach Wien und wurde nach Westfalen beordert, um 5.000 Mann Verstärkung für Hatzfeldt nach Magdeburg[62] zu führen. Am 4.10.1636 kam es bei Wittstock[63] zur Schlacht mit dem schwedischen Feldmarschall Báner. Sechs Kompanien seiner Dragoner konnten die Niederlage der kaiserlichen Truppen nicht verhindern: Hatzfeldt, Morzin und die Sachsen wurden von Báner geschlagen. Obwohl die Schlacht nur durch eine List Banérs und mit sehr viel Glück gewonnen wurde, waren die Verluste der Kaiserlichen enorm: 130 Kanonen, der gesamte Tross, die frischen Waffenvorräte fielen den Schweden in die Hände. Das Schießpulver wurde nur deshalb nicht erbeutet, weil die Pulver-Wagen in die Luft gesprengt wurden.

In der Stolberger[64] Chronistik heißt es für 1637: „Um diese Zeit [Januar 1637; BW] forderte General Leßle ins Magazin nach Nordhausen[65] 50000. Pfund Brodt und 50. Faß Bier. Es wärete aber nicht lange / daß er mit 16000. Mann bey Nordhausen durch die Aue zog / und eine Nacht um solche Stadt Qvartier nahm / daß dazumahl aller Dörffer Vorrath drauf gieng“.[66] 1637 erfolgte Leslies Erhebung in den Grafenstand.

Am 6.4.1638 schrieb Breda aus Breese im Bruche[67] (Niedersachsen) an Gallas: Befehlsgemäß werde er mit seinen Regimentern (dem Münsterschen, Husmanschen und mit Leslies Wagenlenkern) ruhig im Raum Dannenberg[68] verbleiben und weitere Befehle abwarten. Laut Mitteilung des Lüneburger Hofmarschalls wollten die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, was die Quartiere anging, auf keine Unterhandlungen eingehen und lieber ihre Untertanen in die Städte ziehen lassen und der Armee das entvölkerte Land überlassen. Er zweifle daran, Verproviantierung und Rekrutierungen zu sichern.[69]

Ähnliche Niederlagen folgten z. B. im Dezember 1638 vor Breisach,[70] wo Leslie im Heere des unfähigen Savelli gegen Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar gekämpft hatte.

Am 1.3.1639 informierte Kapoun J. Černín d. Ä. aus Fürstenbruck[71] über die Verteilung der kaiserlichen Regimenter: In Jung-Bunzlau[72] lägen die Regimenter Grana und Goltz, im Königgrätzer[73] Kreis das Regiment Staub und das Regiment Leslie, im Chrudimer[74] Kreis der junge [Niklas ?] Puchheim und Berlant mit je einem Kavallerie-Regiment und im Glatzer[75] Kreis Bruay mit einem Reiterregiment. Diese Regimenter seien in keinem guten Zustand und sollten fünf Monate im Lande verbleiben.[76]

Im August 1639 unterlag Leslie vor Chemnitz[77] gegen Báner. Der Erzgebirgschronist Lehmann berichtet: „Weil Baner in Böhmen agirte, ließ er viel Munition von Erfurt[78] abhohlen. Diese hatte convoiret der Obriste Höcking [Heuking; BW] mit 250 Pferden und 200 zue fueß. Der Obriste Leutnant Printz und Commendant in Chemnitz ging ihnen entgegen mit 200 Finländern, item der Leutenant Zastro [Zastrow; BW] von Annenberg[79] mit 40 Pferden und brachten die Munition den 16. August in Chemnitz sicher ein, ließen sie stehen, biß Sie General-Major Stalhans [Stålhandske; BW] abhohlete, darzue viel Pferde gepreßet worden. Bey dieser Munition wahren viel Pagagi-Wägen, Ober- und Untter-Officirer, ihre weiber, die viel mobilien in und viel beuten auß Böhmen abholen wolten. Die hielten zue Marienberg[80] ublen Marck. Den alß Sie den 19. August mit 250 Pferden und 70 Musquetirern von Chemnitz auß abendt umb 5 Uhr die Statt Marienberg erlanget hatten, noch auf den Marck und in gaßen hielten und izt quartir machten, kommet der Freyberische Commendant Stritzky mit 4 Compagnien Trajonern und einer starcken parthey Taubischer [Taube; BW] Pferde, welche, von Dresden[81] auß commandirt, sich mit ihnen conjungirt hatten, vor die Statt, hauen 3 thor auf, undt obwohl die 70 Schwedische zue fuß sich ihnen in einen thor entgegen gesezt, auch die Schwedischen Reuter in der Statt fochten und sich tapfer wehreten, doch wurden Sie alß Müde übermannet, ein Schwedischer Major und 8 Soltaten todtgeschoßen, der Obrist Höcking [Heuking; BW], 4 Obriste-Leutenants, 7 Ritmeister, 4 Hauptleute, 2 Cornete, 2 Fehnriche und sonst viel untter-Officirer und die gemeinen Soltaten, die das gewehr niedergeleget, alle gefangen mit den Pagagen, weibern und mobilien weggeführet. Dabey sonderlich zue mercken, daß der Obriste Lesle und seine Exequirer, der das gebirge so außgesauget und viel 1000 thl. durch seine blutegeln, sonderlich den Annenbergischen Zastro erpreßet, darbey schlecht Glück gehabt. Den wie oben gemeldet, ist nicht allein der Obrist Leßle vor Prag gefangen, Sondern auch der Zastro mit seinen eigenen schaz und 20000 thl. contribution vor den Lesle in Marienberg ertapfet, ihme alles abgenommen, und er mitgefangen nach Freyberg[82] geführet worden, daß Sich weder Herr noch diener des gebirgischen geldes erfreuen noch bedienen dürffen, und weil viele Bürger von Annenberg und andern ohrtten, so ezliche Wagen mit tüchern, kollern, stiefeln, strümpfen, schuen, Tabac und wandern wahren beladen hatten, Sich auch mit diesen Obrist Höcking aufgemacht, ins lager zue reißen und ihre wahren zueverhandeln, haben Sie darum auch alle das ihre zuegebust, und ist alß Schwedische beute mitabgenommen worden. Von Zastro 40 Pferden kahmen 9 kerl zue fuß darvon. Dieser einfall wahr der der Marienberger glück und unglück. Ihr glück, daß Sie den Schwedischen dißmahl nicht durfften quartier geben. Den es wahr weder brod noch bier in der Statt Marienberg, sondern lautter noth, elend und armuthey wegen vielen exactionen und preßuren der Partheien, die an den Reizenheiner Pas[83] hin und wieder zogen und die Statt aufraßen. Ihr Unglück, daß Sie alle ihre heuser von Chur-Sächsischen mussten visitiren und ihnen Manches schöne stück untter den Schein, alß wehre es des feindes, wegnehmen laßen, ja auch von Schwedischen den Nahmen haben musten, alß hette Sie bey den Churfürstlichen verrathen. Den 22. August trugen die Zünfte Soltaten in schwartzen Särgen zuegrabe, Den 24. August wiederumb 2, die an schaden gestorben, 1 Churfürstlichen und 1 Schwedischen in einen grabe, Da mochten Sie Sich vertragen“.[84]

„Some serious attempts at recruitment by the Austrian Habsbourgs in the Stuart kingdoms occurred around that time too, as becomes evident through analysis of the contents of a letter of August 1639 from Arundel to Piccolomini. The earl’s words seem to offer confirmation that he had retained some sympathy for the Imperial cause. Specifically, he asserted his and a Sergeant George Shawe’s ‚devotion‘ to Ferdinand III, pausing to explain the reasons as to why their recruiting in England had not ‚as of yet‘ been successful. Shawe (who may be the same man as a captain of that name who had served in the Argyll regiment in the Spanish Netherlands after 1625) had been attempting to raise a force for Piccolomini from the Three Kingdoms since 1635, from which date he had also provided useful information for the Italian on the situation at the Caroline Court.

It is not known if Leslie was involved in the Arundel-Piccolomini Circle at this stage. A push in this direction came for the count in early August 1639 though, when Ferdinand III selected him as a special envoy to the court of the Cardinal-Infante. Piccolomini reported the details of Leslie’s upcoming mission from his base in Vance. Evidently, the emperor hoped that the count would be able to arrange a new treaty of assistance at what was a pitoval time in Spanish-Imperial relations, signs having emerged of an increase in Spanish naval strength under the fleet’s new commander, Don Antonio de Oquendo, and his second-in-command, Don Simon Mascarenhas. By the time Leslie reached the Spanish Netherlands border, during the first week in Spetember”.[85]

Am 7.9.1639 schrieb Piccolomini aus Vance[86] an Castañeda: Leslie sei mit kaiserlichen Befehlen angekommen, nach denen er sofort dem Kaiser zu Hilfe eilen sollte. Aber seine wiederholten Ratschläge, die er mit jedem Kurier übersandte, dass rechtzeitig Vorkehrungen getroffen werden müssten, habe man vor der Kampagne nicht beachtet. Er befinde sich in einer misslichen Lage, müsse nur den Befehlen gehorchen, dürfe sich aber nicht zu Wort melden. Nun sei der Kaiser in misslichen Umständen, er sehe noch Schlimmeres voraus, nämlich den Verlust Westfalens und des gesamten Rheinlandes; gern würde er sich täuschen.[87]

„In other senses though, Leslie’s mission had proven disappointing by the end oif September, it having became apparent that month that the count had many diplomatic problems to resolve besides the issue of the Palatinate. Leslie had written to Taylor from Antwerp, for example, outlining his proposals as regards an arrangement to have Piccolomini recalled to replace Gallas at the head of the Imperial army. He had personal reasons to support a quick solution the this issue, as Banér’s troops had once again begun to ravage the Bohemian borderlands near his estate. It had became evident that the need for support in the Patrimonial Lands was more urgent to the Austrian Habsburgs than any intervention in the North Sea arena. Piccolomini was reported to have been recalled to Vienna at the start of that month – to the fury of the Spanish – but otherwise, things looked gloomy“.[88]

Piccolomini informierte Gallas am 30.9.1639 aus Vance: Der nach der Ankunft Leslies zum Kaiser entsandte Kornett sei mit dem Befehl zurückgekehrt, er, Piccolomini, solle schnellstens in die bedrohten Länder marschieren, um Banér aus Böhmen zu vertreiben. Das bedeute die Aufgabe der seit dem Vorjahr für die Truppen vorbereitenden Winterquartiere. Auch müsse er Geld für den Marsch, für neue Werbungen und neue Quartiere anfordern. Nach seiner Einschätzung bestehe die Hoffnung, Banér aus Böhmen zu verdrängen.[89] Bereits am 1.10. teilte er dem Hofkriegsratssekretär Kielmann mit, Leslie habe des Kaisers dringendes Gesuch um Verschiebung seiner Armee nach Böhmen gebracht. Er wolle sich darüber mit dem Kardinal-Infanten ins Einvernehmen setzen. Kielmann solle in Böhmen gute Quartiere beschaffen; er selbst werde dafür sorgen, dass Westfalen einen guten Kommandanten erhalte, d. h. einen fähigen und dem Kaiser ergebenen.[90]

„The Downs defeat [21.10. 1639; BW] was an obvious setback for Stuart-Spanish Habsburg relations, for the aspirations of Catholics in the Three Kingdoms, and perhaps for Leslie’s political career. But there remained one last flicker of hope for the count’s mission. Just three days after the battle, an informer of Piccolomini’s who was based in Spain, wrote to his employer regarding talks which it was proposed that Leslie hold with the Count of Olivares. In an atmosphere of increasing suspicion in Spanish-Imperial relations, it seems that Leslie did not travel south to do this, as migt be assumed had been the plan. The count stayed on the Spanish Netherlands for some weeks instead, even bringing Gerbier and Piccolomini together on one occasion after that, although the relationship betwenn the three men did not blossom. On 13 December, Colonel Gage wrote to a Mr. George Gage from Brussel, to explain a misunderstanding between Leslie and Gerbier, ‘on a punctilio of visiting and some words said to have been spoken at Piccolomini’s table against Charles I‘. These depressing lines are amongst the last references to survive relating to Leslie’s period in the Spanish Netherlands. That said, even in the light of all the evidence that has been put forward, to suggest that his time there was an unmitigated disaster would be a hasty conculsion to make. Despite the cancellation of his proposed embassy to London, the apparent dismissal of his views regarding Piccolomini’s return to central Europe, and the way that incidents such as the quarrel between Piccolomini and Gerbier seem to have stuck in the mind of Stuart courtiers, Hibbard’s statement that Leslie arrived back in Vienna, ‚without accomplishing anything‘ is unfair. Close links had developed in the Spanish Netherlands that autumn, not involving the Spanish, but between representatives of the Austrian Habsburg and Stuart monarchies“.[91]

Leslie blieb weiterhin mit Piccolomini in Kontakt. Im Oktober/November 1640 schrieb ihm dieser und warnte ihn vor Banérs Truppenverschiebungen in Meißen und der Gefahr, die Böhmen daraus drohen könnte. Die Behauptung, er wolle die Weser nicht selbst überschreiten, um Ferdinand III.[92] zu Hilfe zu kommen, sei eine böswillige Verleumdung. Im Einvernehmen mit Maximilian I. beschaffe er nun Winterquartiere für die Armee.[93]

Ein Mann wie Leslie mit den verschiedensten Talenten ausgestattet und dem sicheren Instinkt für Machtveränderungen musste erkennen, dass weitere militärische Niederlagen seinen Einfluss am Hof neutralisieren würden. Leslie zog die Konsequenz und begab sich nach Neustadt an der Aisch[94] zu Erzherzog Leopold Wilhelm, dem zweiten Sohn des Kaisers und damaligem Heerführer der Kaiserlichen. Es ist typisch für Leslies Diplomatie, dass er nie sein Ziel direkt anging, sondern stets einflussreiche Mittelsmänner für sich sprechen ließ. Leslie – damals schon General – und Leopold Wilhelm kannten sich nicht nur vom Hofe, sondern auch durch eine bereits vorher von Leslie im Auftrag durchgeführte diplomatische Mission. Leslie versuchte damals – wenn auch vergeblich – Friedensverhandlungen zwischen Leopold Wilhelm und Ernst dem Frommen von Sachsen-Weimar anzubahnen. Wahrscheinlich gemeinsam begleiteten sie den Kaiser zum Reichstag nach Regensburg.[95] Am 4.2.1641 schrieb er Piccolomini aus Regensburg: Die Stadt Cham[96] habe sich dem Gegner ergeben, ohne einen einzigen Musketenschuss, geschweige denn Kanonenschuss abzugeben. Pfuel habe Bruays Regiment zum Rückzug nach Böhmen gezwungen. Die Franzosen seien in Württemberg eingedrungen, plünderten dort und wollten zu den Weimarern stoßen. Ferdinand III. sei recht melancholisch, nicht nur deshalb, sondern auch wegen der Ereignisse in Spanien; es seien nämlich Berichte über einen geplanten Aufstand Andalusiens eingetroffen. Leopold Wilhelm sei mit Obrist Guin nach Brünn[97] abgereist, da die Gefahr eines Einfalls der Türken in Ungarn drohe.[98] Bis in den Dezember hinein versorgte er Piccolomini in 61 erhalten gebliebenen Briefen mit den Neuigkeiten vom Regensburger Reichstag.[99] Am 1.4. hieß es: Banér habe militärische Erfolge zu verzeichnen gehabt; er stoße auf keinen Widerstand, marschiere, wohin er wolle, und räume nur Orte, die er räumen wolle. In Regensburg habe man daher melancholische Ostern gefeiert, überall herrsche Niedergeschlagenheit, nur bei Ferdinand III. nicht. Die Gesandten der deutschen Staaten begannen mit Vorbehalten, an erster Stelle die Lüneburger, die, anfangs so friedlich, nun frech würden. Die Beziehungen zu Arnim seien sehr gut gewesen, nun aber fordere er Unmögliches für ein Bündnis mit ihm und wolle sogar zum Generalleutnant ernannt werden.[100] Vier Tage später informierte er Piccolomini: Der von Piccolomini entsandte Graf Bruay sei in Regensburg angekommen und habe den hier herrschenden Kleinmut mit dem Bericht von seinen Erfolgen wieder aufgerichtet. Sehr gut habe sich Johann Georg I. von Sachsen verhalten; zu der Zeit, da Banér Regensburg bedrohe, habe er seine unwandelbare Kaisertreue bezeugt. Arnim verbleibe als Marschall in kaiserlichen Diensten. Melchior von Hatzfeldt sei eingetroffen, habe Geld für die Ergänzung der Armee verlangt und mit seiner Bescheidenheit einen sehr guten Eindruck hinterlassen.[101]

Das „Theatrum Europaeum“ hält fest: „Man erwartete zwar deß Ertz-Hertzogen Hochfürstl. Durchl. zu Regenspurg auff den Land-Tägen in Oesterreich und ungarn an Käiserl. Majest. statt zu præsidiren / dieweil aber Ihre Durchl. von diesem Zug nicht ankommen konten / und dessen Fortstellung eben so wohl vonnöthen : als wurden zu Ihrer durchleuchtigkeit nach Eger verschicket / die beyde Herren Grafen / Trautmansdorff und Khevenhüller / benebens Herrn General Leßle / über allem zu consultiren / und befanden sich auch andere Generals Personen / zu forderst Piccolomini Excellentz bey Ihrer Hochfürstlichen Durchleuchtigkeit zu Eger. Nachdeme aber dannoch nicht alles resolviret werden können / nahmen Ihre Durchleuchtigkeit den Weg nach Regenspurg / unterredeten sich mit Chur-Bäyren Persönlich / reyseten darüber nach Wien / kamen wiederum zu ruck über Prag nach Dreßden[102] / und von dannen zu der Armee vor Wolfenbüttel“.[103]

Am 9.4. schrieb Piccolomini Leslie aus Pirna:[104] Er verglich die gegnerische Armee mit der kaiserlichen und stellte fest, dass die kaiserliche und kurbayerische Armee zusammen den Armeen Banérs und der Weimarer unterlegen seien. Trotzdem wolle er in der kommenden militärischen Saison einem Treffen mit dem Gegner nicht aus dem Wege gehen. Ein großer Nachteil sei die Zersplitterung der Armeen in viele Korps, während der Gegner eine einheitliche Armee besitze; auch die kaiserliche Armee bedürfe eines einheitlichen Oberbefehls. Überdies handle die kurbayerische Armee viel zu selbstständig und eine Hilfe von den Lutheranern in den Stunden der höchsten Bedrohung sei ungewiss. Er würde eine Abkommandierung zur Rheinarmee gegen Frankreich dankend annehmen[105] – was wohl heißen sollte, dass sich Leslie bei passender Gelegenheit darum kümmern sollte. Doch am 2.6. antwortete ihm Leslie: Er könne seiner Absicht, nach den Erfolgen gegen die Schweden schon jetzt zu der für die französische Kampagne zu gehen, nicht zustimmen. Lieber möge er den Feldzug gegen Schweden zu Ende führen, dann die Armee in Winterquartiere führen und im nächsten Jahr gegen Frankreich ins Feld ziehen. Vorläufig genügten dort Melos und Lamboys Truppen. Am Kaiserhof würden Stimmen laut, die befürworteten, das Kommando über die Armee in Schlesien an Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg zu übergeben und den Lutheranern in allem entgegen zu kommen. Er selbst teile diese Ansichten, einesteils aus Rücksicht auf die Interessen des katholischen Glaubens, andernteils aus Gründen, die gegen Franz Albrecht sprächen: Dieser war an der Rebellion des Herzogs von Friedland beteiligt, die Städte Hamburg[106] und Lübeck[107] sind ihm nicht günstig gesinnt und die Herzöge von Mecklenburg und Brandenburg protestieren gegen ihn. Trauttmansdorff stimme wie üblich weder pro noch contra.[108] Piccolomini selbst beklagte am 24.6. Leslie gegenüber die Verzögerung mehrerer Militäroperationen, an der einerseits gewisse Kommandanten, die nichts unternehmen wollten, andererseits die schlechte Disziplin der Soldaten die Schuld tragen. Kriegsziel sei nicht die Erhaltung der Erbländer, sondern die Erzwingung des Friedens. Die Lüneburger, Hessen und alle übrigen Doppelzüngigen würden nach einem Sieg über den Gegner des Kaisers sofort Gehorsam leisten. Es werde nicht Friede werden, bevor der Gegner bis auf die Insel Rügen[109] zurückgetrieben wird.[110] In seinem Schreiben vom 16.7. kam Piccolomini nochmals auf die Frage eines einheitlichen Kommandos zurück: Die Reden, nach denen der Oberbefehl in den Händen eines deutschen Generals liegen sollte, seien ihm bekannt. Er selbst würde am liebsten in die Spanischen Niederlande dienen gehen. Die Bemühungen um ein einheitliches Kommando, von dem er in Regensburg mit Trauttmansdorff gesprochen habe, dürften nicht als Absicht, andere zu verdrängen, ausgelegt werden.[111] Am 31.7. versorgte Leslie ihn mit den neuesten Lageberichten aus Regensburg: Es sei eine Verzögerung in den Verhandlungen über die Restitution der Pfalz der Pfalz eingetreten, und zwar wegen eines Missverständnisses des von Christian IV. mit diesen Verhandlungen betrauten dänischen Gesandten. Dieser sei gut unterrichtet und habe eine Tochter des Königs von Dänemark zur Gattin; die Audienz aber sei aufgeschoben worden, da der Kaiser nicht wusste, wie er ihn zu titulieren hätte. Traun sei nach Sedan[112] entsandt worden, um den rebellierenden Fürsten zu ihren Erfolgen zu gratulieren und mit ihnen die Möglichkeit einer Übertragung des Kriegs auf französischem Boden zu besprechen. Hier neige man zu der Ansicht, dass Frankreich den gefährlichsten Gegner vorstelle. Man verhandle über die Pläne für die Kriegsführung im Herbst und die Vorbereitungen für die Frühjahrskampagne. Ferdinand III. habe beschlossen, ihn, Leslie, mit Nachrichten für den Kardinal-Infanten nach Flandern zu entsenden. Karl IV. von Lothringen sei bereits auf dem Weg nach Brüssel. Vorläufig verliefen die Kämpfe mit den Franzosen in den Niederlanden erfolgreich. Lamboy habe Doncherey[113] erobert und große Munitions- und Proviantvorräte erbeutet.[114]

Piccolomini wandte sich am 21.8.1641 an Leslie und schrieb von seinen Erfolgen gegen die Schweden, durch die die Erbländer und deutsche Gebiete gerettet werden konnten. Hinsichtlich Frankreichs dürfe man keinen Gedanken an einen Einfall verschwenden, denn die Vergangenheit habe erwiesen, dass dieses Land nach ersten Misserfolgen immer genügend neue Truppen aufzustellen im Stande sei, um fremde Soldaten zu vertreiben. Ein Feldzug gegen Frankreich müsste ordentlich vorbereitet und mit großen Armeen unternommen werden. – Nach der Besetzung von Lauenburg[115] sei die Armee vorgerückt und habe die Umgebung befestigt; er trachte, den Feind aus der Gegend um Wolfenbüttel und Hildesheim[116] zu verjagen.[117] Am 25.8. schrieb Piccolomini bedauernd an Leslie, die Versöhnung des Herzogs von Bouillon mit Ludwig XIII. werde unangenehme Folgen nach sich ziehen, insbesondere Lamboy werde seine Absicht, die Soldaten auf französischen Boden überwintern zu lassen, kaum verwirklichen können. Er, Piccolomini, stimme denjenigen zu, die einen Angriff auf Hildesheim wünschten, er verlange nur, dass dieser Angriff erst nach gründlicher Vorbereitung unternommen werde.[118] Am 25.10. schrieb Leslie Piccolomini aus Wien: Die Verhandlungen mit den Gesandten Englands und Dänemarks nähmen einen weiteren günstigen Fortgang. Ferdinand III. Sei am Vortag bei guter Gesundheit in Wien eingetroffen und habe die Freilassung des Prinzen Ruprecht von der Pfalz[119] befohlen – dieser war am 17.10. 1638 bei Vlotho[120] den kaiserlichen Truppen unter Melchior von Hatzfeldt unterlegen – , der nun gehen könne, wohin er wolle. Ruprecht werde wohl als erstes nach Wien kommen, um Erzherzog Leopold Wilhelm und dem Kaiser persönlich für die erwiesene Gnade zu danken. Aus Rücksicht auf den König von England werde die Restitution der Pfalz wahrscheinlich doch zustande kommen. Die Antworten aus Bayern seien bereits in sehr moderatem Ton gehalten, dass man auf einen glücklichen Ausgang hoffen dürfe.[121] Doch am 5.12.1641 schrieb er Piccolomini aus Wien: Die Verhandlung über die Restitution der Pfalz sei ins Stocken geraten, da Maximilian I. von Bayern von den spanischen Gesandten die Vorlage einer von Philipp IV. unterzeichneten Vollmacht verlange.[122] An diesem Tag hatte sich Piccolomini bei Leslie über das zaudernde Vorgehen bei Entscheidungen in Wien und die dortige Außerachtlassung jeder schnellen Änderung der Lage beklagt.[123]

Die Geschichtsschreibung der damaligen Zeit attestiert Leslie große diplomatische Aktivität. Besonders eifrig engagierte er sich für die Friedenspläne des Kaisers und nahm in dessen Auftrag mehrfach Kontakte zum schwedischen Agenten Snoilski auf. Snoilski sollte die schwedische Krone für Friedensverhandlungen geneigt machen. Was bei Wallenstein noch Hochverrat und Grund für einen Mord war, stellte sich unter anderen Vorzeichen nun als großer Verdienst heraus. In den nächsten Monaten beriet er den Erzherzog, gemeinsam mit den Grafen Trauttmansdorff, Khevenhiller und Piccolomini in Eger und Wien zum Vorgehen auf den bevorstehenden Landtagen in Österreich und Ungarn.

Im Januar informierte Leslie Piccolomini über die Absicht Leopold Wilhelms, sein, Leslies, Regiment einem anderen Kommandanten zu übergeben – das Leben am Hofe sei so kostspielig, dass er das Kommando gegen finanzielle Entschädigung gerne abgäbe – sowie über weitere geplante Kommandoveränderungen. Mit der Regierung in Flandern solle Castel-Rodrigo oder Francisco de Melo betraut werden, außerdem ziehe man noch ein Mitglied des Hauses Habsburg in Erwägung. Über die Restitution der Pfalz verhandle man mit Unterbrechungen, je nach dem Überwiegen der Rücksichtnahme auf England oder Bayern.[124]

In diesem Jahr waren Leslie und sein Regiment noch in Brieg[125] stationiert. Am 14.7. informierte Ferdinand III. Adrian von Enckevort, dass ihm Leslies Regiment übertragen werde.[126] Torstensson rückte nach erfolgreicher Einnahme der Städte Cosel,[127] das er einäscherte, und Oppeln[128] auf Brieg. Er war sich jedoch seiner militärischen Stärke nicht sicher und zog weiter nach Breslau.[129] Inzwischen scheint Piccolomini auch gegenüber Leslie eine kritische Haltung eingenommen haben. So schrieb er am 29. 12.1642 aus Prag an seinen Vertrauten P. Bracciolini: Da Bracciolini die Dinge sehr gut zu beurteilen wisse, wolle er ihm einige seiner Gedanken anvertrauen. Pater Quiroga, der Beichtvater der Kaiserin, sei zwar doppelzüngig, doch müsse man ihm Vertrauen entgegenbringen. Der Kaiser wie Leopold Wilhelm hätten ihn, P., aufrichtig nach Wien eingeladen und würden seine Ratschläge ernst nehmen, missgünstige Leute aber versuchten sie zu beeinflussen und auf deren Drängen hin würden Reformen in der Armee durchgeführt. Er glaube, dass Leslie im Stande wäre, gegen ihn zu hetzen, glaube es aber nicht von Gallas oder Melchior von Hatzfeldt. So mancher sähe es gern, wie er wohl wisse, wenn er sich überstürze und den kaiserlichen Dienst verlassen würde.[130]

„Leslie and Piccolomini’s letters touched on a variety of central and western European iussues. An analysis of the summarised evidence of their written communications suggests that their relationship became particularly close from the second half of the 1630s, reference having already been made to some of the dozens of detailed descriptions that Leslie sent to the general in the period from then down to 1642, covering the subject of Stuart-Austrian Habsburg relations. This subject would continue to be a major theme of their correspondence from 1643. Leslie advised the field marshall with respect to the latest developmants in the Patrimonial Lands, where Transylvania and Sweden remained major threats to the imperialists, while Piccolomini – although he remained in the Spanish Netherlands during most of that time – would report on his efforts to seek out support from the Stuart kingdoms. Evidently, there remained some confusion abroad regarding the Italian’s approach to the warring powers in Britain and Ireland because, unlike the Spanish representatives of the time, he appears to have confined his dealings to the beleaguered royalist camp. In this, Piccolomini received a disappointing response from the baron of Lisola, despite a number of changes that might seem to have aided closer Stuart-Austrian Habsburg relations: these included Lisola and Piccolomini’s new efforts to advance an alliance with Charles I during 1643-4, the simultaneous negotiations of the Burgundian diplomat, Francesco Foisotte, and the visit to the Imperial court of the Scottish royalist leader, the marquis of Montrose, in 1648. A breakdown in communications had begun by the beginning of the period covered by this chapter, however, caused by the abandonment of all efforts to conclude a new agreement with the imperialists over the Palatinate. Indeed, Britain and Ireland aside, the following pages will show that Piccolomini and Leslie’s connections in western Europe became increasingly crucial for other reasons. […]

The biggest chance to emerge in the international arena during the first part of 1643 was the almost universal recognition among the warring powers that it lay in their interests to try and achieve a peace setllement as quickly as possible: the towns of Münster[131] and Osnabrück[132] in Westphalia were established as a demilitarised zone from as early as January that year. Before getting down to work, the parties concerned had to arrange the practicalities of how the negotations would be organised. They reached an agreement whereby the French, Spanish and other Catholic powers would meet in Münster, while the Swedes and their Protestant allies would convene in Osnabrück. The princes of the Holy Roman Empire were to gather separately in Frankfurt.

It might be expected that Leslie and Piccolomini’s correspondence would reflect this long-overdue spirit of eirenicism, borne out of twenty-five years of horrific warfare. In fact, self-pity and anxiousness regarding their respective career prospects are the overriding themes that emerge from their letters during the early months of 1643. Ever since Roe’s return to England the preceding autumn. Leslie had been struggling to find a new political role – a task made more difficult by Piccolomini’s estrangement from aulic circles – while the Italian too appears to have been an unhappy man. First, he believed he had been snubbed at the Imperial court following the defeat at Breitenfeld the previous year, when the Archduke Leopold William, the emperor’s younger brother, had decided to give up command of the Imperial army. To many, Piccolomini had been the most obvious replacement rather than Count Matthias Gallas, who had been chosen instead to take up the position. The general complained, besides, that he was receiving unwarranted criticism from the ordinary soldies, due to their perception that the Imperial army command had an anti-German bias: he even reported to the imperialists‘ paymaster his belief that Leslie may have been responsible for spreading slander so as to prejudice the Imperial Concil of War (Hofkriegsrat) against him. But it was not all bad news for Piccolomini. 1643 was also the year that he received the Burgundian Order of the Golden Fleece for his services to the Habsburg cause. Furthermore, the fall out with Leslie was not as dramatic or permanent as might have appeared likely, given to the count’s history. The two men continued to correspond intimately on international affairs, reporting plenty pf ominous signs to each other over the ensuing months. Besides the psychological impact of some major setbacks for the Spanish, in juliy, Leslie stated to Piccolomini that the situation in the imperialist camp too, ‚worsens from day to day‘. Thus, central European issues continued to be the focus of their correspondence for some months“.[133]

Am 11.3.1643 schrieb Piccolomini aus seinem Lager bei Dresden an Leslie, Gallas habe sich des Armeekommandos angekommen. Er hoffe, Gallas werde als treuer und dem Kaiser ergebener Diener die Stellung der Armee heben.[134] Im Mai dieses Jahres versorgte Leslie Piccolomini weiter mit Berichten vom Hof, z. B. über das Eintreffen einer Vollmacht aus Spanien, die den Kaiser berechtige, selbstständig und unter den Bedingungen, die er für geeignet halte, Frieden zu schließen, sowie über militärische Operationen gegen die Schweden in Sachsen und Böhmen.[135] Vom 4.7 bis zum 18.7.1643 sandte Leslie Piccolomini vier Schreiben: Die Lage verschlimmere sich von Tag zu Tag. Trauttmansdorff habe am 3.7. im Kriegsrat gefordert, dass sich der Kaiser entweder selbst zur Armee begebe oder einen allen übergeordneten Befehlshaber ernenne. Gallas verliere an Vertrauen und habe zudem Streitigkeiten mit Maximilian von Waldstein. Aus Frankreich sei die Nachricht eingetroffen, dass die Königin von Frankreich, Anna von Österreich, den Frieden wünsche, Mazarin aber bei Hofe noch immer so hoch in Gnade stehe, dass der Krieg weitergehe und die Franzosen Thionville[136] belagert hätten. Die Schweden hätten Tobitschau[137] besetzt.[138] Schloss Tobitschau wurde im Oktober von den Schweden wieder geräumt und gesprengt.[139]

Ein Bericht Leslies über den Zusammenbruch Dänemarks unter dem Angriff der Schweden ging am 14.1.1644 an Piccolomini ab. Christian IV. werde gezwungen sein, einen schmählichen Frieden zu schließen. Der Herzog von Braunschweig-Lüneburg wage es nicht, ihm zu Hilfe zu kommen und die Niederländer greifen angeblich Dänemark von der See her an. Beigefügt war ein für Pierottini in Spanien bestimmter undatierter Brief, in dem Leslie seine Beteiligung bei Wallensteins Beteiligung sowie die Anfänge von Rákóczys Erhebung erwähnte. „Caro Sig. Pierottini, io me fido che v. S. Ill. ma haverà cura delle miei interessi, la cosa, che io desiderio più, che il Rá sia ben informato delle servitii che io ho reso nella Rebbellione del Fridland, e che io son instato di render servitii alli interessidel Ré in questa corte, per questo desidero che il Ré commandasse alli Suoi ministri qui, in Milano e Bruselles de confidar le pretentioni del Ré di me. Io dubito se il Sig. Duca Piccolomini habia hauto occasione de informar il Ré di me. Adesso che la flotta é arrivata tanto ricca, mi pare che sarà facile per il Marescial de procurarmi qualche agiuto de costa. Finalmente il Ragotzi é intratto in Hungaria, e non trovando nisuna resistenza a trovato molti Hungari che lo sequitano, ma lui ha gia fuora delle fortezzela mettà della Hungaria Superiore in mano. Ci é grand apparenza che il Turcosi vuol muovere, tutti li Bassa e Capi de Guerra sono insieme à Buda, senza dubio per consultar cose de grand relevo, sin adesso Rakotzi non ha hauto resistenza, ma fra duoi giorni marcerà un regimento de Dragoni, 3 de Infanteria e 5 de Cavalleria”.[140] Am 11.5.1644 informierte er Piccolomini: An Melchior von Hatzfeldt sei der Befehl ergangen, Gallas‘ Order zu befolgen und mit seiner Truppe bei Weimar[141] und Jena[142] zu Gallas zu stoßen. Er selbst bezweifle, dass jener Folge leisten werde, obgleich es notwendig sei, nicht nur das Kriegsvolk in Deutschland zu verstärken, sondern auch Christian IV. Hilfstruppen zu schicken. Dieser habe versprochen, ohne Einvernehmen mit dem Kaiser keinen Frieden mit Schweden zu schließen, aber sage auch, er sei in keine Feindseligkeiten mit Frankreich und Hessen verwickelt.[143] Am 8.6. bat er Piccolomini um seine Fürsprache bei Philipp IV. wegen seiner Ernennung zum spanischen Berichterstatter. Zudem berichtete er ihm von der Ankunft eines polnischen Adeligen in Wien, der als Vermittler zu Rákóczy gehen solle und behaupte, dieser verfüge über 30.000 Soldaten und vertraue im Notfall auf die Hilfe der Türken. Gallas verlange, dass Melchior von Hatzfeldt zu ihm stoße und nach Pommern marschiere. Hatzfeldt aber sehe sich bei Erfurt,[144] auch für den Fall einer notwendigen Verteidigung Böhmens, für unabkömmlich an, denn Königsmarck, der Leipzig halte, beabsichtige einen Einfall in Böhmen.[145] Leslie konnte Piccolomini am 3.8. aus Wien mitteilen: H. Černin schreibe aus Ofen,[146] dass ihn der Pascha sehr gut empfangen und ihm versprochen habe, Rákóczy nicht im Geringsten zu unterstützen. Am 27.7. sei Černin nach Konstantinopel gereist. Rákóczy selbst bekunde keinen Friedenswillen und die unter Johann von Götz gegen ihn aufgestellte Armee sei sehr schwach. Gallas hege große Hoffnungen und sei überzeugt, er werde den Schweden einen schweren Schlag versetzen. Der Kaiser habe W. E. von Lobkowitz zum Kriegsratsvizepräsidenten ernannt, aber – der gesundheitlich angeschlagene – Schlick bleibe Präsident. Es folgte ein chiffrierter Teil, der Leopold Wilhelms Berufung in die Niederlande betraf: „Quanto alla andata di S. A. in Fiandra supplico V. E. ad andar molto adagio e con gran cautela perchè sono pochi Sagnuoli che desiderato lor andata di S. A. Se V. E. crede che questa negozio per esser mandato in spagna ó almeno a Bruselle per accordar quello che sarà bisogno. Ma io despero che questo habbia da succedere essendo il Spagnuoli tanto gelosi. S. A. ha gran inclinazione di venire ne‘ Paesi Bassi, ma vedendo che tutta la nazione Spagnuola sono contrarii, fa perdere la voglia. Li Spagnuoli dicono, che l’ultimo remedio per conservare li Paesi Bassi sarà la andata di S. A. in quel Paese, ms pensamo altrimento, e alla corte in Spagna sono pochi, ó nessuno dell’opinione che S. M. Catt [Philipp IV.; BW] deve mandare S. A. in quel Paese. Per questo V. E. pensi bene avanti che fifi la Sua opinione in questa materia, e pensi ancora bene alli suoi interessi particolari. Supplico V. E. di trovar mezzi che io possa esser mandato da S. M. Ces. a trovar V. E. Dirò allora molte cose che non posso scriver”.[147]

Leslie wandte sich am 10.8.1644 wieder an Piccolomini und berichtete ihm über das Aufgebot von 1.500 polnischer Hilfstruppen gegen Rákóczy und die Ankunft Rabattas in Wien. Im chiffrierten Teil äußerte sich Leslie über Spaniens unfreundliche Haltung Piccolomini gegenüber. „Io so che V. E. ha molti nemici fra li Spagnuoli, come ancora fra li Capi di Guerra, che comandano adesso, fra li altri il Conte d. Isembourg [Ernst Graf v. Isenburg; BW] credo che sia poco amico a V. E. e molti altri, che sono creature di don Francesco [de Melo; BW]. Alcuni hanno scritto a questa Corte, che V. E. parla male degli Spagnuoli, e che dice male delli Capi di Guerra, che se trovano la, e che desprezza la soldatesca del Re [Philipp IV.; BW], e che loda quella dell’Imperatore. Io non credo, che questo sia vero; ma sò di sicuro, che scrivono quà in Italia, ed in Spagna ogni parola, che V. E. dice. Questo supplico humilmente V. E. a fidarsi si pocho, e di moderar la sua spesa quanto sia possible, e far una volta la borsa pienna”.[148]

Am 24.8. hieß es: Maximilian I. von Bayern[149] schreibe dem Kaiser jammervolle Briefe und flehe um Hilfe, da er der französischen Übermacht nicht gewachsen sei und jene vier nach Flandern marschierenden Regimenter laut kaiserlichem Befehl Halt machen mussten. Königsmarck rücke, einer eingegangenen Nachricht nach, gegen Meißen[150] vor und dabei stehe in Böhmen kein einziger Soldat zum Schutz des Königsreichs – dasselbe gelte für Schlesien. Gallas wolle für den Winter nicht in diese Länder zurückkehren, sondern in der Nähe Dänemarks überwintern, dabei habe er sich noch nicht mit der dänischen Armee vereint und halte, seinem Schreiben zufolge, den Gegner für stärker als sich selbst. In Ungarn setze Rákóczy seine Angriffe fort. Ein Gesandter der Tartaren sei mit den üblichen, wertlosen Komplimenten eingetroffen und ein Abgesandter des Wesirs habe dem Kaiser aus Ofen ein arabisches Pferd gebracht.[151] Ein weiterer Bericht über die schlimme Lage des Kaisers und der kaiserlichen Armee folgte im September: Falls die Schweden erneut in die Erbländer einfallen würden, würde sich die Friedensverhandlungen mit dem Siebenbürger Rákóczi in Rauch auflösen. … „non ho voluto di remonstrare à V. E. come le cose di S. M. Ces. a vanno di male in peggio, havendo il Sig. Conte Gallaso lasciato li Svedesi sortire del buio (?) dove erano cosi facilmente, e adesso apettiamo l’Armata nostra con quella del nemico per pigliar quartiere in questi Paesi, e questo afflige l’Imperatore grandemente …. e se li Francesci pigliaranno Filipsburg, habbiamo paura che la [?] Svedisi entraranno di nuovo nelli Paesi Hereditarii, il trattato di pace con Ragotzki anderà in fumi. Tuttavia S. M. Ces. a pensa di andar di qui a Praga per il fine del mese, che viene, per esser tanto più vicino alla Sua Armata, ma io ho paura che questo non sarà bestante per medicare il nostro male”.[152]

Am 4.11. schrieb Leslie ihm aus Linz[153] und referierte ihm die bei Hof über ihn und Gallas kursierenden Einschätzungen. Piccolomini, der sich gutwillig unter den Oberbefehl Melos in Flandern gestellt habe, könne sich nicht ohne Befleckung seiner Stammesehre und seiner persönlichen Reputation Castel-Rodrigos Befehl unterwerfen. Der Kurfürst von Sachsen gedenke seiner als eines Mannes, dem in der kaiserlichen Armee keiner an Fähigkeiten, Begeisterung, Kampfbereitschaft und Opferwilligkeit gleichkam. Der Kurfürst von Bayern sei gegen ihn nicht voreingenommen, die früheren Zwiste und Böswilligkeiten seien das Werk des Grafen Johann Christian von Wahl gewesen. Gallas habe die Armee in den jetzigen elenden Zustand versetzt; ohne Futter und Lebensmittel liege sie umzingelt in Magdeburg. Im Kriegsrat habe man über die Art und Weise beraten, wie Gallas zu helfen wäre, und beschlossen, die bayerische Armee zu rufen; sollte diese, wie zu erwarten, nicht bereit sein, wolle man Karl IV. von Lothringen um Hilfe bitten; dieser aber sei weit entfernt. Der Vorschlag, in Böhmen ein Hilfskorps aufzustellen, werde nicht viel nützen, da dies lange dauern würde und Gallas schreibe, seine Vorräte würden für 19 Tage reichen.[154] Am 23.11. referierte er ihm den neuesten Stand: Die Hilfstruppen für Gallas würden also gerüstet: Hatzfeldt, Kursachsen, auch Bayern hätten 1200 Soldaten hergegeben, doch unter Bedingungen, die den Beistand wertlos machten. Der Kurfürst von Sachsen behaupte, sein Heer sei zum Kampf mit den Schweden ungeeignet, Hatzfeldt wiederum wollte seine Soldaten nicht unter Gallas‘ Oberkommando stellen, da dies ihr sicheres Verderben bedeute. Gallas sei nach so vielen Missgeschicken der Schwermut anheim gefallen und traue sich keinen offenen Kampf zu. Auch seine Reiterei fürchte einen Zusammenstoß, obwohl die Belagerten zahlenmäßig nur um weniges schwächer seien als die Belagerer. Ferner seien Briefe Torstenssons an Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel und andere seiner Verbündeten abgefangen worden, in denen er die Armee Gallas‘ auf 12.000 Mann schätze – während dieser nur über etwa 8.000 verfüge – und erklärt, er werde die ganze kaiserliche Armee vernichten. Götz habe den Palatin von Ungarn [Eszterházy de Galanta; BW] beleidigt und allgemeinen Widerwillen gegen seine Person erregt, so dass er wohl bald abberufen werde. Am St. Martinstag hätten die Kaiserlichen Olmütz[155] angegriffen, seien aber mit einem Verlust von 500 Toten zurückgeschlagen worden. Der Pascha in Ofen sei aus seinem Amt entlassen worden, was Ferdinand III. leid tue, da jener sich nie mit Rákóczy verbunden noch ihn unterstützt habe. Die Türkei werde aber wohl kaum eine kaiserfeindliche Haltung wagen, wenn Polen sich nun mit Michal Feodorowitsch Romanow, dem Großfürsten von Moskau, gegen die Tataren, die Verbündeten der Türkei liiert habe.[156]

Leslie schrieb am 26.11. aus Linz an Piccolomini, das Ableben Isabellas, Königin von Spanien, am 6.10.1644 gebe Anlass zu Erwägungen über die Möglichkeit, mittels einer Ehe des Königs von Spanien mit Anne Marie Louise, Herzogin von Montpensier und Fürstin zu Dombes, der Tochter des Herzogs von Orléans, den Friedensschluss zu erreichen. Der anliegende chiffrierte Teil betraf Gallas‘ Armee: „Tre giorno sono, scrissi à V. E. largamente sopra lo stato di nostri affari e particolarmente dell’Armata del comando di Gallaso; non posso per questo per ciò con questa soggiungerli altro, solo che sta quell’esercito in evidente pericolo di perdersi totalmente, nel qual caso non dirò più a V. E”.[157] Erzherzogin Claudia von Tirol teilte Piccolomini dagegen am 29.11.1644 mit, nach dem Ableben der spanischen Königin hätten die Minister eine neue ehe des Königs mit ihr oder mit ihrer Tochter Clara Isabella in Betracht gezogen.[158]

Am 10.12.1644 teilte Rudolf Colloredo allerdings zu optimistisch Piccolomini mit: Gallas‘ Rückzug sei ohne größere Verluste gelungen. Der Hauptteil der Armee unter Bruay, Montecuccoli,[159] Enckevort und Traudisch sei aus der Oberlausitz nach Böhmen zurückgewichen, Bruay und Monteccucoli hätten sich in kleineren Scharmützeln durchgefochten. Enckevort wie De Vacchi und Heinrich von Schleinitz konnten einen Teil ihrer Regimenter retten; bisher seien aus dem Regiment Schleinitz 35 Soldaten mit 5 Standarten in Böhmen eingetroffen. An diesem 10.12.1644 informierte B. I. von Martinitz Piccolomini über Gallas‘ sogenannten Rückzug: Die Niederlage der kaiserlichen Armee sei größer als man anfangs gedacht, mehrere Soldaten der Kavallerieregimenter kämen zu Fuß nach Böhmen, Enckevort sei gefangen, Bruay habe sich angeblich gerettet, desgleichen Traudisch und Montecuccoli. Am 22.12. schrieb Leslie Piccolomini: Die Reiterei sei von Magdeburg in Richtung Böhmen aufgebrochen und bei ihren Gefechten mit dem Gegner habe es eher große Verwirrungen als große Verluste gegeben. Montecuccoli habe bereits persönlich seinen Bericht erstattet. Gallas sei mit der Infanterie und Artillerie in Magdeburg geblieben. Der Gegner habe in der nach Böhmen geschickten Kavallerie eine große Anzahl Pferde erbeutet. Die Soldaten, die zu Pferd oder zu Fuß ankamen, versammeln sich in Böhmen. Der Kurfürst von Sachsen habe alles Menschenmögliche getan, um zu helfen, während Maximilian I. nur an den eigenen Gewinn dächte; seine Hilfstruppen, die er auf 2.000 Mann erhöhte, seien sehr teuer erkauft und zu nichts nütze gewesen. Laut Berichten eines am heutigen Tage in Linz eingetroffenen Kuriers hätten die Schweden die Belagerung gelockert, aber sämtliche Brücken zerstört. Hatzfeldt hatte versucht, die Schweden durch einen Angriff auf Wittenberg fortzulocken. Aussagen von Gefangenen nach beabsichtige Torstensson einen neuen Angriff in Böhmen.[160]

1645 hatte sich die militärische Lage für den Kaiser dramatisch verschlechtert. Am 17.1.1645 schrieb Leslie Piccolomini aus Linz: In Wittenberg seien 2.000 Mann aus Magdeburg eingetroffen, die auf ihrem Marsch von Königsmarck verfolgt wurden und nun in dieser Stadt umzingelt seien; Hatzfeldt verspreche eine Reiterattacke zu ihrer Befreiung. Gallas liege krank in Magdeburg und habe noch 1.000 Mann sowie sämtliche Artillerie und Bagage bei sich. Der Kaiser wolle nach Prag reisen, obwohl ihm einige Höflinge abrieten; er selbst halte diese Reise für wichtig.[161] Am 28.1. teilte er ihm aus Prag mit: Die Werbungen in Westfalen würden nicht fortgesetzt, während die Franzosen und Generalstaaten ihre nächste Kampagne rüsten. Am 24.1. sei der Kaiser nach Prag gekommen, alles Volk habe große Freude gezeigt. Hatzfeldt aus Pilsen und Werth mit den Kurbayerischen, die in der Nähe der Stadt gelegen hatten, seien aufgebrochen, um bei Prag zu Götz zu stoßen. Am 25.1. habe Torstensson dieses Königreich betreten, halte sich aber im Grenzland auf. Sein Hauptquartier befinde sich in Komotau;[162] laut Aussagen von Gefangenen wolle er Olmütz zu Hilfe ziehen, sei jedoch zu einer Schlacht mit den Kaiserlichen entschlossen. Der Kaiser und Erzherzog Leopold Wilhelm bemühten sich, die Armee instand zu setzen, was aber viel Geld und mehrere Monate Zeit verlangen würde. Götz habe aus Ungarn 4.000 Reiter und 1.000 Mann herangeführt, Hatzfeldt 1.500 Reiter und 500 Fußsoldaten aus Franken, aus Bayern seien 3.000 Reiter und 2.000 Mann, und aus Sachsen 1.000 Reiter angekommen. Sein abschätziges Urteil über Hatzfeldt und Gallas fand sich in chiffrierter Form am Ende seines Briefes.[163] Ein ähnlich abschätziges Urteil folgte noch am 10.2.: „Dell’andata di Sua Altezza [Leopold Wilhelm; BW] in campagna non siento niente tuttavia tutto il mondo lo desidera. Ma io credo, che alla corte fanno qualche difficoltà. Il Conte de Hatzfeld da poca sodisfazione. Il Conte Götz á ammalato, e non credo, che possa scampare molti anni. É divenuto tanto grasso, che non é credibile. Io non son dell’opinione che Sa Maestà adoperà il Conte galasso più per comandare le armi. Vostra Eccelenza non più credere in che cattiva stima lui é divenuto non solamente con li Principi e Stato dell’Imperio, ma anche appresso li officiali e soldati dell’armata. Lui é odiato da tutti quanto si più dire. Tuttavia ha qualche amico nella corte, che lo maantiene, e sopra tutto il Conte Curtz, e mi pare, che il Conte di Trauttmansdorff non é suo nemico. Io ho gran compassione del povero Cavaliere di vederlo in cosi cattiva riputazione”.[164]

Im Februar 1645 zog Torstensson in Eilmärschen über das Erzgebirge nach Prag. Eine aus bayerischen und kaiserlichen Truppen bestehende Streitmacht zwang Torstensson vor Jankau[165] bei Tábor[166] zur Schlacht. Am 4.3.1645, zwei Tage vor der verhängnisvollen Schlacht bei Jankau, schrieb Leslie an Piccolomini: Seit 14 Tagen manövriere Hatzfeldt vor der Front des Gegners, doch sei es zu keinem Treffen gekommen. Torstensson habe geplant, nach Oberösterreich zu ziehen, aber Hatzfeldt konnte es verhindern, hielt ihn stets zur rechten Hand, so dass dem Gegner nichts anderes übrig blieb, als nach Mähren zu marschieren. Einem abgefangenen Brief zufolge forderte Torstensson Rákóczy auf, nach Olmütz zu ziehen, während er selbst der Armee in Böhmen zu schaffen machen wollte. Olmütz sei jedoch so gut versorgt, dass es sinnlos sei, es zu belagern. Der Kommandant von Pilsen, van der Croon, habe gemeldet, dass Torstensson die Moldau noch nicht überschritten habe und sich in dem den einflussreichen Eggenberg zugehörigen Mirowitz[167] aufhalte. Der Kaiser habe Hatzfeldt befohlen, eine Schlacht zu suchen, nicht nur aus Gründen des Übergewichts der Kaiserlichen, sondern auch wegen des Kurfürsten von Bayern, der mit Rücksicht auf die Bedrohung des Reichs durch die Franzosen den Abmarsch seiner Truppen nach Mähren nicht wünsche. Gallas sei nach seiner Ankunft in Prag vom Kaiser freundlich empfangen worden, werde aber die Kommandantenstelle kaum wieder einnehmen, wenn Hatzfeldt sie erfolgreich innehat. Nicht verbürgte Nachrichten sprächen von Erfolgen gegen den Gegner; indessen habe jedoch, einer verbürgten Nachricht von Hatzfeldt zufolge, der Gegner in aller Stille und schnell über die Moldau gesetzt und ziehe gegen Neuhaus,[168] Hatzfeldt aber wolle ihm zuvor kommen und ihn zu einer Schlacht zwingen. Abschließend äußerte er den Wunsch, Gott möge einen so notwendigen Sieg bescheren.[169]

Die kurbayerische Reiterei wurde bei Jankau vernichtet, die Reste des Heeres flohen nach Prag. Der Kaiser floh über Linz nach Wien. Das Volk nannte die Flucht in Anlehnung an die des Winterkönigs vor 25 Jahren die „Friedrichsflucht“. Ferdinand III. wurde nicht durch sein Heer gerettet, sondern durch die Armut seiner Bevölkerung. Es gab zwar Wein, aber kein Brot für die schwedischen Soldaten und deren Tross. Torstensson musste sich wieder zurückziehen. Nach dieser Schlacht wurde Leslie, der Piccolomini über alle Ereignisse am Hofe auf dem Laufenden hielt und ein erklärter Gegner des bayerischen Kurfürsten und dessen Frankreich freundlich gesinnter Politik war, noch im Frühjahr 1645 vom Kaiser zum Papst geschickt. Sein Auftrag lautete, den Papst und die italienischen Fürsten um Geldhilfen anzugehen. Wie er Piccolomini am 15.4. aus Rom mitteilte, sei er auf Befehl des Kaisers am 26.3. nach Italien gereist, um dort die Gesuche um Hilfe zu übermitteln. In Venedig habe er das Schreiben Ferdinands III. an die Republik, die nach den kaiserlichen Ländern am meisten bedroht sei, dem Gesandten Rabatta übergeben. Am 9.4. sei er nach Florenz gekommen und habe Ferdinando II. de Medici, den Großherzog von Florenz, zwar voll Hilfsbereitschaft, doch ohne Geld, erschöpft durch den jüngst vergangenen siegreichen Krieg mit Papst Urban VIII. vorgefunden.[170] Am 22.4. teilte er Piccolomini mit, dass er am 21.4. eine Audienz beim Papst gehabt, der großer Bereitwilligkeit zeigte, dem Papst zu helfen. In Wahrheit aber habe Urban VIII. wenig Unternehmungslust, fürchte die Franzosen und sein Hof befasse sich mehr mit Vergnügungen als mit fernen Ländern, interessiere sich auch mehr für die Rüstungen der Türken, tröste sich jedoch mit dem Gedanken, dass diese bloß gegen das Königreich Neapel gerichtet seien.[171] Vom Papst erhielt er 20.000 Kronen für den Kaiser und für sich selbst einen silbernen Schreibtisch. Anschließend begab er sich nach Neapel, um Söldner anzuwerben. Am 11.5. schrieb er Piccolomini aus Neapel: Auch in dieser Stadt habe man kein Interesse am fernen Germanien. Es herrsche zwar eine gewisse Angst vor den Türken, doch rüste man so schwach, daß wohl die Größe der Gefahr nicht vergegenwärtigt werde. Selbst eine kleine türkische Armee würde weder hier noch auf Sizilien auf Widerstand stoßen.[172]

In der Zwischenzeit durchzog Torstensson siegreich ganz Schlesien und belegte im Winterquartier auch bisher verschont gebliebene Güter Leslies hart mit Einquartierung. Was diese Heimsuchung für ein Land bedeutet, kann man sich nur andeutungsweise vorstellen: Ein 3.000köpfiges Regiment zu Fuß umfasste ca. 1.500 Musketiere, 300 Schützen, 1.000 Pikeniere und 200 Hellebardiere. Es konnte bis zu 1.600 Pferde mitführen, die von Hunderten von Fuhrknechten und Reiterjungen betreut wurden. In der zweiten Hälfte des Krieges wurde das Heer von einem Tross begleitet, der oft 3- bis 5mal größer war als die rein militärische Abteilung. Vor allem in den Stäben trieb man einen unverhältnismäßig hohen Aufwand, gerade auch bei der geforderten Verpflegung und den Gastereien im Lager oder in den Städten. Man kann überschlägig annehmen, dass ein Stab eines Regiments an Sold mindestens 1.000 Gulden monatlich verbrauchte. Die Soldaten eines Regiments erhielten (wenn sie überhaupt Sold erhielten) ca. 10.620 Gulden. Geldunterschlagungen durch die mittleren und oberen Befehlsränge waren die Regel. Mangelhafte Verpflegung für die Knechte, daraus folgende Plünderungen und damit verbunden Vergeudung in reichen Quartiergebieten kennzeichneten solche Winterquartiere. Die Schweden hatten zu diesem Zeitpunkt mindestens 10 bis 15 Regimenter zuzüglich Tross in Schlesien stationiert. Die Güter Leslies werden lange Zeit wenig ergiebig gewesen sein.

Am 26.10. schrieb Leslie Piccolomini wieder aus Linz: Er wolle die Lage nicht so schwarzsehen wie Piccolomini und hoffe, Franzosen und Holländer würden sich über den Winter erholen wollen und auch ihnen Erholung gönnen. Nach Böhmen marschieren 10.000 schwedische Soldaten, die vor dem Friedensschluss gegen Dänemark eingesetzt waren. Torstensson beunruhige die Umgebung von Königgrätz[173] bis Glatz,[174] greife aber keine Städte an. Schlesien sei in schlechter Verfassung. Trauttmansdorff sei am 24.10. nach Münster abgereist. Wenn Piccolomini dem Kaiser etwas mitteilen möchte, das andere nicht wissen sollten, dürfe er nicht an die kaiserliche Kanzlei schreiben, wo sein Brief dem Grafen Kurz in die Hände fallen muss, sondern an einen Freund bei Hofe, der dann Ferdinand III. privat vom Inhalt des Schreibens unterrichten würde.[175] Am 3.11. hieß es jedoch, Leslie sehe keinen anderen Rettungsweg als einen Frieden bzw. Waffenstillstand mit den Vereinigten Niederlanden; ein solcher sei nur durch Vermittlung von Friedrich Heinrich von Oranien zu schließen. Da der Kaiser keine geeignete Persönlichkeit für derartige Verhandlungen habe, stelle er sich dafür zur Verfügung, denn er habe viele Bekannte und Verwandte im Lande.[176] Am 17.11. schrieb er wieder an Piccolomini: Er habe von einem Verwandten in den Vereinigten Niederlanden erfahren, dass Philipp IV. wegen der Anknüpfung von Friedensverhandlungen an Johann Ludwig von Nassau-Hadamar geschrieben habe. Es solle ein Vermittler gesandt werden, und er, Leslie, würde sich dafür eignen. Einer Versöhnung Ferdinands III. mit den Protestanten stehe Maximilian I. von Bayern im Wege; der wolle sich nicht der Kurfürstenwürde begeben und sei zur Verteidigung seiner egoistischen Interessen selbst zu einem Bündnis mit den Franzosen bereit. Nicht Wenige sähen, dass die Armee einen anderen Führer brauche, und dächten dabei an Piccolomini; manche glaubten, dass nicht einmal eine Änderung in der Kommandoführung zu etwas gut sein werde und verlangten Frieden mit allen Gegnern. Gallas habe Lamboy zum Feldmarschall vorgeschlagen. Ferdinand III. habe darüber mit dem spanischen Orator in Wien, Terranova, gesprochen und dieser habe bereits an Castel-Rodrigo geschrieben. Außerdem sei in Linz beschlossen worden, Holzappel das Kommando in Westfalen zu übertragen. Abschließend informierte er ihn über Torstenssons und Königsmarcks Vormarsch an die schlesische Grenze.[177] So hieß es auch am 20.11.: Es sei notwendig, dass der Kaiser Frieden mit den Schweden und Spanien Frieden mit den Vereinigten Niederlanden schließe. Demgegenüber würde Maximilian I. am liebsten Frieden mit Frankreich schließen. „Con la prima occasione, che haverò di discorrer con S. Mtà parlerò di quel negozio, che Vostra Eccelenza m’accenna et le scriverò dopoi tutto quello ch’intenderò in questo proposito della Mtà Sua. Da altri parti ancora vien avvisato, quanto Vostra Eccelenza rappresenta con le suoi, et veramente conosco, che gli Spagnuoli vorrebbero addossare a Vostra Eccelenza le colpe delle disgrazie passate, ma questo é cosa solita che l’uno mette sopra l’altro la colpa.

Io non ho opinione che si habbia da concluder la Pace generale, ma bisognerebbe che la facessimo ad ogni partito con gli Suedesi ritrovandosi nelle nostre viscere, e gli Spagnuoli con gli Olandesi. Il duca di Baviera, so molto bene Vostra Eccelenza, che ad ogni modo vuol farla co’i Francesi, non sarà possible, che seguino questo due paci.

A quello, che scrissi a Vostra Eccelenza 3 giorni sono non ho d’aggiunger altro se non che Dorstenson s’é allargato fra Kinigratz et Bunzel,[178] e sta rifrescando la sua gente, et vestendo l’infanteria con i panni che trova in quelle cittadelle, dove Vostra Eccelenza sa che sono molti artigiani. Si provede ancora di cavalli per remontar gli smontati, essendo in quella parte più grano della Bohemia; si prima di serrar la presente giungerà l’ordinario die Praga, avviseró a Vostra Eccelenza quanto portera. P. S. Per anco Vostra Eccelenza non si rompa con gli Spagnuoli, ma mostri maggior effetto verso il loro servizio che mai“.[179]

Am 2.12. teilte er Piccolomini aus Linz mit, bei Hof gebe es viele Personen, die Piccolominis Rückkehr in kaiserliche Dienste wünschten, doch sei die Partei Gallas‘ auch sehr stark. Trauttmansdorffs Sohn Adam Matthias sei sein begeisterter Anhänger. Alle erkennten seine Verdienste und Erfahrungen an, statt ihn aber anzufordern, wollten sie, er möge sich ihnen selbst anbieten. Er, Leslie, habe eine grundsätzliche Zustimmung zu seiner Rückkehr bei Kaiser und Kaiserin, bei Terranova und Pater Quiroga erwirkt. Sein Übergang in kaiserliche Dienste dürfe aber kein Zerwürfnis mit Spanien nach sich ziehen. Man erwäge auch Hatzfeldts Ernennung zum obersten Führer der Armee, doch sei es fraglich, ob er sich mit Gallas vertragen werde; dieser sei krank und seine Tage seien wohl gezählt.[180]

Leslie informierte Piccolomini am 19.1.1646 aus Linz, Leopold Wilhelm sei die Verbindung mit der kurbayerischen Armee gelungen, doch die Gegner vereinigten sich ebenfalls. Holzappel habe dem Kaiser Vorschläge gemacht, die mit großer Freude entgegen genommen worden seien; er verspreche die Hessen aus den von ihnen besetzten Ländern zu vertreiben. Gallas sei beim Kaiser zur Audienz, aber noch nicht im Kriegsrat gewesen; er bewähre sich als Piccolominis guter Freund. Ferdinand III. und Leopold Wilhelm würden es begrüßen, wenn Piccolomini mit Holzappel gute Beziehungen unterhalte.[181] Am 6.2. wandte sich Leslie aus Linz an Piccolomini: Bereits am 2.2. habe er ihm mitgeteilt, dass dem Kaiser Piccolominis etwaigen Kriegsdienste gegen die Vereinigten Niederlande unerwünscht wären, da sie als Neutralitätsverletzung ausgelegt werden könnten. Nach neuerlicher Besprechung mit Ferdinand III. schicke er ihm nun diesen Brief, den er noch vor der Chiffrierung vom Kaiser gut heißen ließ: „Sua Maestà mi ha parlato di nuovo sopra questa materia e mi ha detto, che non vuol assolutamente, che Vostra Eccelenza s’impieghi contro gli Olandesi. Onde ha giusta ragione di licenzarsi senza maggior dilazione di tempo da cotesto servizio, con dire, che essendo servitore attuale della Maestà dell’Imperatore, non vuol servire contro l’Olanda, ne la ragione vuole, che per far questo deponga i carichi, che tiene dell’Imperatore, non havendolo fatto avanti, che serviva con quelle medesime condizioni, che ha il Duca di Lorena, e se l’anno passato serviva in quel posto il Beck, ben può servir anche in quest’anno.

Cosi dunque procuri Vostra Eccelenza con meglior maniera possibile d’ottoner la Sua licenza, e di venirsene senza perdimento di tempo a questa corte. Che cosa habbia far quando sie qua ? Ma io le replicherò: Perche non possa far questo con ogni Sua reputazione, stando ancor qualche poco di tempo senza haver altro impiego che quelli che già tiene ? E poi, se quà non vi fosse intenzione d’impiegar Vostra Eccelenza, non so veder a qual effetto la richiamassero, Onde mi assecuro, che in termine di poco tempo haverebbe quelle sodisfazioni, che sapesse desiderare, non mancandovi intanto amici a servitori Suoi, che faticano per la Sua persona.

Non perda dunque più tempo Vostra Eccelenza a lasciar cortesto servizio. Ma come altre volte le ho scritto, procuri che sequa non solo senza minima rottura con gli Spagnuoli, ma con ogni loro possible sodisfazione, e particolarmente del Sig. Marchese di Castel Rodrigo, e quando habbia da venir a questa volta, faccia il viaggio per le poste, e lasci che la gente la seguiti, venendo a dirittura nella mia casa, dove Sà che sarà sempre Patrone assolute”.[182]

Am 20.4. hieß es in einem Brief an Piccolomini: Leslie wolle seine Ansicht nicht aufs Neue wiederholen, da nun Terranova dem Kaiser meldete, dass sich Piccolomini mit Castel-Rodrigo über sein Verbleiben geeinigt habe. In den Spanischen Niederlanden würden ihn nur Unannehmlichkeiten erwarten. Ernst wenn die Spanier einsehen, wie sehr sie Piccolomini brauchten, könnte von ihnen vielleicht mehr Anerkennung erwartet werden, wie aus dem Brief Philipps IV. an Piccolomini hervorgehe.[183] Vier Tage später teilte er mit: Auf die heikle Frage seines Dienstes in den Spanischen Niederlanden werde Piccolomini von Ferdinand III. folgende Instruktion erhalten: Wenn die Vereinigten Niederlande fragen werden, in wessen Diensten er stehe, werde er antworten, er stehe in den Diensten Philipps IV., da ihn der Kaiser voll und ganz zur Verfügung gestellt habe.[184] Am 4.5. schrieb er ihm: Obgleich die spanischen Minister behaupten, der Ausgleich mit Piccolomini habe bereits stattgefunden, teile er ihm aufs Neue mit, dass man am Kaiserhof, trotz aller Hoffnungen auf einen baldigen Frieden, seine Rückkehr mit Freuden begrüßen würde. Der Kaiser habe nämlich niemanden, den er an die Spitze der Armee gegen die Türken stellen könnte. Aus Den Haag sei die glaubwürdige Nachricht eingetroffen, dass die Holländer ihre Truppen ins Feld kommandieren wollen – genau das Gegenteil dessen also, was Piccolomini geschrieben hatte. Die folgenden Sätze, die die Haltung Spaniens zu dem vom Kaiser ersehnten Frieden betrafen, waren chiffriert: „Questi signori Spagnuoli sul principio mostravano d’esser mal sodisfatti della risoluzione presa da Sua Maestà di far la Pace senza esservi compresa la Corona di Spagna, ma adesso si quietano, e cominciano a conoscere che quando essi non s’aggiustino con Francia meglio Pò Sa Maestà assister il Re facendo la Pace, che continuando la guerra”.[185] Leslie informierte Piccolomini am 1.6., dass dieser bei dem bevorstehenden Treffen mit d’Enghien, dem auch Turenne unterstehe, einen schweren Stand haben werde. Er müsse mit Holzappel unbedingt auf gutem Fuß stehen, da man im Notfall Hilfe von ihm erwarten könne. Die Spanier drängten darauf, dass sich der Kaiser zur Armee begebe und ihr so Mut einflöße, insbesondere, da es sich auch um die kurbayerische Armee handle, denn der Herzog von Bayern sei krank und könne nicht bei ihr sein. Der Kaiser zeige große Lust dazu, aber am Ende tue er immer, was man ihm rate und was für das Haus Österreich gut sei. Der Erzherzog sei mit Melchior von Hatzfeldt äußerst unzufrieden. Bei Hof wolle man Gallas‘ Rückkehr auf keinen Fall zulassen, viele riefen nach ihm, Piccolomini, sowie nach Holzappel, der erklärt habe, er wäre bereit, unter Piccolominis Kommando zu dienen. Andererseits sähen die Spanier seinen Abgang aus ihren Diensten zwar ungern, würden ihn aber hinnehmen müssen. – Dieser Abgang sollte sich übrigens um ganze zwei Jahre hinziehen. – Abschließend erneuerte er seinen Ratschlag, mit Holzappel gute Beziehungen zu unterhalten, desgleichen mit J. A. von Schwarzenberg, von dem er wisse, dass er ihn, Piccolomini, unterstütze.[186] In einem weiteren Schreiben aus Linz berichtete Leslie am 8.6. Piccolomini über das Ableben der Kaiserin Maria Anna und die Bestattungsfeierlichkeiten sowie in einem chiffrierten Teil über Piccolominis Beliebtheit bei der Armee und am Kaiserhof. „Mi scrivono dell’Armata, che il Conte Hatsfeld da ogni giorno meno sadisfazione a Sua Altezza [Leopold Wilhelm; BW], e che ne li offiziali ne li soldati non gli portano amore ne rispetto. La disunione tra i Capi s’andava sempre maggiormente augumentando. In somma io non vedo altro rimedio che il ritorno di Vostra Eccelenza, la quale é desiderata tanto da tutt’i Capi quanto da i Soldati e principalmente dalla Cavalleria come anche d’una gran parte degli Consigleri e Cavaglieri della Corte. All’ultimo rendevouz la Cavallaria gridò due volte viva Piccolomini, Piccolomini.

Supplico Vostra Eccelenza di continuar à scriver a Sua Altezza ogni settimana come come anco al Conte di Schwarzenberg al quale Vorsta Eccelenza deve molto. Melander à anche grande stima di Vostra Eccelenza come anco il S. Baron di Plumenthal [Blumenthal; BW] che fa publica professione di esser creatura di Vostra Eccelenza. Qui alla Corte non so chi habbi Vostra Eccelenza per maggior amico fuori del S. Conte di Trauttmansdorff che il S. Conte di Martiniz il quale à adesso in gran credito appresso il Padrone, et è molto confidente delli Spagnuoli”.[187]

Ende Juli war Leslie im Gefolge des Kaisers in Prag eingetroffen. Von dort berichtete er Piccolomini am 1.8., dass Ferdinand III. und der Thronfolger (Ferdinand IV.) in Prag angekommen und mit großem Jubel und Freuden begrüßt worden seien. Am 5. solle die Krönung des Prinzen stattfinden, am 10. wollten sie nach Wien zurückkehren und von dort nach Ungarn zum Landtag reisen. Der Kaiser sei mit den Berichten über die Armee, die trotz ihres Übergewichts nichts unternehme, unzufrieden. Das Königreich Böhmen finanziere die Kriegsführung nach Kräften und habe schon 3 Millionen hergegeben; wollten die anderen Länder diesem Beispiel folgen, müssten die Kriegsbeiträge bereits die Höhe von 10 Millionen erreicht haben. Böhmen werde binnen drei Monaten 10.000 Mann aufstellen. Die 20.000 Kavalleristen genügten dem Kaiser.[188] Am 12.9. schrieb er bereits aus Pressburg[189] an Piccolomini: Man betrachte die Wiedereroberung Memmingens[190] als Wiedergutmachung des Verlusts von Courtrai.[191] Am Vortag sei der Kaiser in diese Stadt gekommen und auf eine Meile Entfernung traditionsgemäß vom gesamten hiesigen Adel begrüßt worden. Er habe im Schloss oberhalb der Stadt Pressburg sein Quartier genommen.[192] Am 8.10. teilte der noch immer in Pressburg weilende Leslie Piccolomini mit, der Kaiser wolle ihm schreiben und ihm die geforderte Satisfaktion geben. Über die Personen, die mit der Kommandoführung beauftragt werden sollten, herrschten verschiedene Meinungen, die sich überdies von Tag zu Tag änderten. Man verhandle mit Gallas, welcher zögere, man denke an Holzappel, der befehlsgemäß persönlich beim Erzherzog zu erscheinen hat, um unter Gallas als Feldmarschall zu dienen; der Erzherzog aber werde Gallas wohl kaum mit dem Oberbefehl betrauen. Traun sei zum Erzherzog gefahren, um ihm des Kaisers Wunsch nach Übergabe des Oberkommandos an Gallas zu übermitteln. Falls der Erzherzog nicht zustimme, wolle der Kaiser angeblich selbst zur Armee fahren und Gallas mitnehmen. Der Herzog von Bayern favorisiere Gallas, viele Ratgeber des Kaisers riefen nach Piccolomini und Gallas selbst sei der Meinung, Piccolomini sei der fähigste und vertrauenswürdigste Feldherr; andere wieder verlangten Holzappel und meinten, Flandern wäre bei Piccolominis Abberufung verloren. Die Spanier, Maximilian I. und wohl auch die Kurfürsten Anselm Kasimir und Ferdinand von Köln wünschten, der Kaiser möge zur Armee gehen. Piccolomini sollte um Urlaub nachsuchen und herkommen, um selbst die Lage zu beurteilen. In seinem nächsten Brief möge er denjenigen Teil, den der Kaiser nicht sehen solle, auf ein besonderes Blatt schreiben.[193] In einem Schreiben an den kaiserlichen Residenten in Konstantinopel, Alexander Greiffenclau von Vollrads, vom 19.10. hieß es, große Veränderungen stünden in der kaiserlichen Armee bevor. Man erwarte die Ankunft Leopold Wilhelms am Kaiserhof, angeblich solle er als Statthalter in die Spanischen Niederlande gehen. Gallas solle sich bald aus Wien zur Armee begeben, deren Oberbefehl er gemeinsam mit Piccolomini, der aus den Spanischen Niederlanden zurückkehren werde, übernehmen soll. Trauttmansdorff zufolge werde der Friede noch vor dem Frühjahr zustande kommen.[194]

Für das Jahr 1647 haben sich 57 Briefe Leslies an Piccolomini erhalten.[195] Am 2.1. schrieb er ihm aus Pressburg: Holzappel solle zur kaiserlichen Armee kommandiert werden, doch sei noch nicht beschlossen, wohin; Holzappel warte das Angebot ab und befasse sich inzwischen mit der Angelegenheit Westfalen, wo man ihn brauchen würde. Man warte auf den Beschluss Leopold Wilhelms, der jeden Tag in Pressburg eintreffen soll.[196] Ergänzend dazu teilte er ihm am 8.1. mit, Holzappel habe das Angebot des Kaisers noch nicht beantwortet; im Falle seiner Annahme solle er als Kommandant nach Westfalen entsandt werden. Gallas sei zwar bei der Armee eingetroffen, befinde sich jedoch in derart schlechtem Gesundheitszustand, dass niemand glaube, er könnte die Mühen des Krieges ertragen. Ein spanischer Kurier habe, vorläufig geheim, über die Verehelichung des Königs von Spanien mit einer (nicht genannten) österreichischen Erzherzogin sowie über die Einladung König Ferdinands IV. von Böhmen an den spanischen Hof verhandelt.[197] Eine Woche später schrieb er ihm, immer noch in Pressburg weilend, er freue sich auf Piccolominis Ankunft, auch wenn er bloß nach Böhmen und ohne Absicht, in kaiserliche Dienste zu treten, komme. Gleich nach seiner Ankunft aber werde sich eine Dienststellung finden, die seiner würdig sei, vorausgesetzt, dass sein Kommen nicht mit einem Zerwürfnis mit den Spaniern einhergehe, was seine Stellung erschweren würde. Der Kaiser befinde sich in Wien und verhandle mit dem spanischen Gesandten Salamañca über das Angebot für Leopold Wilhelm; dieser aber zeige kein Interesse und wolle erst wissen, was für Mittel ihm zur Verteidigung der Spanischen Niederlande zur Verfügung gestellt würden. Ein Kavalier aus Frankreich, der gekommen war, um zum Ableben der Kaiserin zu kondolieren, habe von dem besonders guten Willen der Königin von Frankreich zu einem Friedensschluss gesprochen.[198] Am 12.2.1647 teilte Leslie ihm aus Pressburg mit: Leopold Wilhelm, der das Gouverneursamt in den Spanischen Niederlanden angenommen habe, liege sehr an Piccolominis weiterem Verweilen in Flandern. Der Erzherzog werde über Wien und Passau[199] fahren; am morgigen Tag soll ein Kurier zu Trauttmansdorff nach Münster abreisen, mit dem Bescheid, er möge die Angelegenheit der Reisepässe erledigen. Sollten die Schweden und Franzosen diese verweigern, müssten die holländischen und hessischen genügen. Mit Leopold Wilhelm werde J. A. von Schwarzenberg reisen, den die Spanier bislang nicht schätzten, dessen Vorzüge sie jedoch jetzt kennen lernten. Dieser sei Piccolomini sehr gewogen. Die Armee befinde sich in schlechtem Zustand und der Kaiser habe ihr Quartiere in den Erblanden zugewiesen, um ihre letzten Reste zu bewahren. Man habe Gallas geraten, sich Ruhe zu gönnen, und warte begierig auf Holzappels Ankunft bei der Armee, von dem man sich eine Erneuerung der Militärdisziplin verspreche. Der Pressburger Landtag behandle die Frage der Versöhnung beider Konfessionen; nach ihrer Lösung würden sich die übrigen Fragen leicht erledigen lassen und der Kaiser hoffe, noch vor Ostern nach Wien reisen zu können.[200] Ende 1647 verfasste Piccolomini eine Instruktion für Pierottini zu den Verhandlungen mit dem Kaiser, Trauttmansdorff und Leslie. Pierotinis Ankunft in Wien wird in aller Heimlichkeit vor sich gehen; als erstes wird sich dieser bei Leslie nach der Möglichkeit eines Besuches bei Trauttmansdorff erkundigen, dann diesem einen schriftlichen Bericht übergeben und seinen mündlichen streng vertraulich vortragen. Der schriftliche Bericht betrifft eine Analyse der militärischen Lage, der mündliche die Ereignisse der jüngsten Kampagne; nach Begutachtung Trauttmansdorfffs wird Pierotini letztere auch dem Kaiser vortragen. Piccolomini selbst sei nämlich bei Hofe böswillig verleumdet worden, er hätte sich abfällig über Leopold Wilhelm geäußert; dabei hatte er nur die große Gleichgültigkeit kritisiert, die er bei den Offizieren gesehen hatte, die Armee ohne Waffen und Disziplin. Der Erzherzog hatte als Oberbefehlshaber die starken Spähtrupps Puchheim, Bornival, Luis Gonzaga, Kroaten und Ungarn ausgeschickt und es war ihre Schuld, dass sie die Nähe des Gegners nicht gemeldet hatten. Wenn Pierotini mit dem Kaiser sprechen und die Rede auf Piccolomini kommen wird, solle er sagen, Piccolominis Rückkehr hänge davon ab, wie weit sich der Kaiser von jenen böswilligen Verleumdern distanzieren will.[201]

Am 1.2.1648 schrieb Leslie aus Prag an Piccolomini: Er könne nicht verstehen, warum Piccolomini seine Abreise aus Brüssel so sehr hinausschiebe, wenn er hier von allen sehnsüchtig erwartet wird und ihm hier volle Genugtuung zuteil werden soll. Bei seiner Reise zum Hofe wäre es rätlich, mit den bayerischen Generälen Gespräche zu führen und sich beim Kurfürsten von Mainz,[202] Johann Philipp von Schönborn, aufzuhalten.[203] An J. A. von Schwarzenberg schrieb Leslie am 11.4. aus Prag: Am 6.4. stand das Hauptquartier des Gegners [Wrangel] bei Neumarkt.[204] Die Franzosen unter Turenne wandten sich nach Württemberg.

Man erwarte, dass Wrangel nach Thüringen oder zur Elbe aufbrechen werde – was eine fatale Fehleinschätzung der wirklichen Absichten Wrangels durch Leslie war. Die kaiserliche Armee werde verstärkt. Da sich die Franzosen von den Schweden trennten, werde der Kurfürst von Bayern einen Teil seiner Truppen zur Beobachtung des französischen Vormarsches zurückbehalten.[205] In diesem April informierte Piccolomini Leslie aus Namur:[206] Er habe sich so lange in Flandern aufgehalten, da er auf ein Schreiben Philipps IV. gewartet hatte, in dem ihm dieser gedankt und seine Dienste anerkannt hätte und das er dem Kaiser vorlegen könnte. Er habe dieses Schreiben erst jetzt auf Leopold Wilhelms Einschreiten erhalten und wolle nun direkt nach Prag reisen.[207] Im Mai gingen vier Briefe Leslies an Piccolomini: Der Kaiser habe am 11.5. nach Linz reisen wollen, sich dann doch entschieden, in Prag zu bleiben und dort am 16. oder 23.6. Hochzeit zu feiern. In Prag sei alles für Piccolominis Empfang vorbereitet. Auch Trauttmansdorff habe sein Haus angeboten und er, Leslie, rate ihm, das Angebot anzunehmen. Man habe erfahren, dass Picccolomini noch in Frankfurt auf den schwedischen Reisepass warte.[208] Nach der verlorenen Schlacht bei Zusmarshausen[209] am 17.5., in der der kaiserliche Feldmarschall Holzappel gefallen war, informierte er Piccolomini am 1.6.: Der Kaiser habe Maximilian I. von Bayern Zufluchtstätten in allen seinen Ländern und Beistand mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln versprochen. Mit Rücksicht auf die schwedische Angriffslust werde er morgen entscheiden, ob er die Hochzeit in Prag feiern oder nach Linz reisen wird. Am heutigen Tag habe er Puchheim mit dem Oberbefehl betraut; Montecuccoli werde wohl tief gekränkt sein und sich dem Oberbefehl widersetzen. Es gebe Versuche, Werth zur Armee zu schicken.[210] Schon drei Tage später schrieb er wieder an Piccolomini: Er freue sich darüber, dass Piccolomini bereits bei der Armee in Bayern angekommen sei. Schlick sei am Vortag eingetroffen und Kurz habe sich statt nach Prag auf seine Güter begeben, was den Kaiser unliebsam berührt habe. Piccolomini solle nicht vergessen, wenn er Ferdinand III. schreiben werde, auch Trauttmansdorff und Martinitz einen Brief zu schicken, da diese Herren ihn beim Kaiser stets in Schutz nähmen. Er möge ferner auch an ihn eine Briefkopie senden, damit er bei den Verhandlungen am Hof unterrichtet sei. Werth verweigere Puchheim den Gehorsam, auch die Spannung zwischen Puchheim und Montecuccoli dauere an. Wollte er jemanden an den Hof schicken, um über die Armeebedürfnisse zu verhandeln, wäre František Matyáš Karel Graf von Sternberg der bestgeeignete Mann, denn er sei recht geschickt und stehe in der Gunst aller, namentlich Schlicks.[211] Piccolomini selbst schrieb Leslie am selben Tag: Der Kaiser müsse Maximilian I. ein paar Worte schreiben und ihn seines Beistands versichern. Nach dem Rückzug zum Lech sei dessen Land völlig verwüstet und die kaiserliche Armee habe sich dort geringe Reputation erworben. Sofort nach seiner Ankunft habe er Kurz ausgesandt, nach Leslies Rat auch zu Schlick. Über die Ernennung Puchheims ein Urteil zu fällen, sei im Voraus nicht leicht; obgleich er nicht sein Freund war, würde er wünschen, dass jener sich im Dienste des Kaisers bewährte.[212] Der in Tabor weilende Leslie schrieb Piccolomini am 10.6.: Der Kaiser sei nach Linz abgereist, wo er am 28.6. Hochzeit feiern wolle. Aus Flandern komme die Nachricht, dass Leopold Wilhelm Courtrai zurückerobert hat und gegen Ypern[213] marschiert. Den Brief an den Kaiser, den Piccolomini seinem Schreiben an ihn beigelegt hatte, habe der Kaiser mit Zufriedenheit entgegen genommen, die Herren Schlick und Lobkowitz aber hätten ihn so ausgelegt, dass jemand anderer als sie sein größeres Vertrauen besitze. In Zukunft werde es besser sein, dem Kaiser direkt zu schreiben.[214] Am 16.6. schrieb Piccolomini Leslie aus seinem Feldlager bei Vilshofen:[215] Die Korrespondenz mit Trauttmansdorff, Schlick und den übrigen werde von ihm, wenn auch nicht regelmäßig, unterhalten. Sein Schreiben an Puchheim sei unbeantwortet geblieben. Er habe die Armee in schlechtem Zustand angetroffen und suche diese zu bessern. Der wunderliche Kurfürst von Bayern verlange rasche Hilfe; er sei sonst wohl im Stande, seine Rettung in Verhandlungen mit dem Gegner zu suchen.[216] Aus seinem Feldlager bei Flossing[217] gab Piccolomini einen weiteren Lagebericht an Leslie: Die Armee leide unter einem Mangel an Artillerie, besitze nur 42 Kanonen, während der Gegner über 120 verfüge. Auch die Kavallerie sei schwach. Gleichfalls seien die kurbayerische Artillerie und die Kavallerie schlecht. Er habe sich gefreut zu hören, dass der Kaiser Montecuccoli und den Markgraf [Leopold Wilhelm] von Baden mit Kommandostellen betraute; beide könnten dem Kaiser gute Dienste leisten. Dies wolle er jedoch nicht von Puchheim behaupten.[218] Anfang Juli schrieb Piccolomini an Leslie: Das ganze Reich und Europa verfolgten das Vorgehen der kaiserlichen Armee; von deren Erfolgen hängen der Respekt bei Freund und Gegner sowie die günstigen oder ungünstigen Friedensbedingungen ab. Vorläufig sei der Zustand der Armee nicht befriedigend, sie sei nicht einsatzfähig und entspreche weder qualitäts- noch quantitätsmäßig dem auf dem Papier verzeichneten Stand – mit Papier aber könne man dem Gegner keine Furcht einflößen. Die Armee besitze viele Kommandanten, jeder aber verfolge ein anderes Ziel. Die Generäle wollten ihm ihre Dispositionen nicht bekannt geben. Er sei nicht gewillt, das zu dulden, der Kaiser müsse ihn unterstützen und die Schuldigen bestrafen. Vorläufig dauere die Zurückhaltung der Soldzahlung nur einen halben Monat, doch könne man Soldaten nur für kurze Zeit hinhalten, andernfalls verlören sie den Respekt zu ihren Kommandanten. Besser sei es, nichts zu versprechen, was man nicht mit Sicherheit erfüllen könne.[219] Leslie teilte ihm am 18.7. aus Linz mit, die Verfolgung, der er, Leslie, ausgesetzt sei, betreffe nicht nur seine Person, sondern richte sich gegen alle Fremdlinge. Im Staatsrat führe diese Hasskampagne Hans Christoph von Puchheim an. Aus Prag sei die Nachricht eingetroffen, dass Wittenberg nach Glatz vorrücke, um Nachod[220] und Königgrätz anzugreifen.[221] Am 28.7. schrieb er aus Linz an Piccolomini, der Kaiser und auch die Minister seien durch den Verlust von Prag äußerst niedergeschlagen. Sie setzten ihre Hoffnung in Puchheim, der solle das Verlorene zurückerobern. Er selbst sei entgegengesetzter Meinung und erwarte auch nicht, dass die Bürger gegen den Gegner zu den Waffen greifen, da die Beziehungen zwischen ihnen und der Garnison recht gespannt waren. Vorläufig sei die Einnahme Prags durch den Gegner noch nicht bestätigt; dort befinden sich neben Silber und Gold auch 200 Artilleriestücke und 100 Zentner Schießpulver. Er bitte um Rat, da es ihm scheine, er könne nicht länger am Kaiserhof verweilen.[222] Zwei Tage später musste er die Einnahme der Prager Kleinseite und der Burg durch Königsmarck bestätigen. Es bestehe wenig Hoffnung auf eine Verteidigung der übrigen Prager Städte und ebenso wenig auf einen Widerstand des ganzen Königreichs Böhmen. Sein, Leslies, Aufenthalt am Hof sei nach dem Verlust seines Besitzes fraglich geworden. Er rate ihm, nicht allzu großes Vertrauen in Mislík zu setzen, denn dieser sei von den Herren M. von Waldstein, Puchheim und Schlick völlig abhängig.[223] Piccolomini antwortete ihm am 3.8.: Er ersuche um Mitteilung, wem die Schuld an einem so unglaublichen Erfolg des Gegners gegeben wird. Er habe nämlich aus Prag ein Schreiben [Martinitz‘] vom 16.7.[224] erhalten, in dem der Schreiber die Eroberung von Prag voraussagt und meint, Rudolf von Colloredo sei zwar erfahren, aber zu alt und ohne Helfer. Auch habe in der Stadt ein Regiment gelegen, das von Offizieren geführt wurde, die sich mehr um den eigenen Beutel scherten als um den kaiserlichen Dienst und darum in der ganzen Stadt verhasst gewesen seien. Er selbst wundere sich darüber, wie so viele kluge Kavaliere ihre Gemahlinnen, ihr Leben und ihren Besitz in Gefahr bringen und wie zwei- oder dreitausend Leute die kaiserliche Residenz besetzen konnten. Er bedauere den Verlust von Leslies Eigentum in Prag, könne aber seinen Entschluss, den Hof zu verlassen und sich als Privatier zurückzuziehen, nicht zustimmen. Ihm selbst liege nichts an der Freundschaft und Generälen und Höflingen, er wolle bloß dem Kaiser dienen.[225] Leslie antwortete ihm am 11.8.: Die Schuld an dem Verlust Prags werde hierorts Rudolf von Colloredo beigemessen; Adel und Volk seien entrüstet über sein Verhalten und wollten ihn, bis es mit der Zeit möglich sein wird, vor Gericht verklagen. Wittenberg und Königsmarck befestigten die Orte zwischen der Moldau und der Stadt Beraun,[226] damit diese Prag nicht zu Hilfe kommen kann.[227] Am 20.8. schrieb er ihm aus Linz: Prag warte vergeblich auf Hilfe, die Schlick schicken soll. Derjenige Teil der Stadt, den die Schweden nicht besetzten, leide unter der Blockade und unter Lebensmittelmangel. Die Verteidigung sei umso bewundernswerter, da keine Hoffnung auf Hilfe bestehe; andererseits könne die kaiserliche Armee ohne Rückgewinnung Prags den Krieg nicht weiter führen. Darum verlasse man sich auf die Verhandlungen in Münster, die aber durch die Rücksichten der schwedischen Bevollmächtigten auf die Zustimmung Frankreichs verlangsamt werden. In Linz sei der von den übrigen Gefangenen in Prag abgesandte Graf [Jaroslav von] Bubna erschienen. Königsmarck befestige sich in Prag nicht gegen eine Armee von außen, sondern bloß gegen die Prager Altstadt, um die Flucht aus dem besetzten Stadtteil sowie das Hinaustragen von Wertsachen verhindern. Von den Gefangenen erpresse er Lösegelder. Nur [Oldřich Adam ?] Lobkowitz und Berka durften aus der Stadt gehen.[228] Am 20.8. sandte Leslie ihm einen weiteren Bericht: Wittenberg stehe vor Tabor, wahrscheinlich werde er sich der Stadt bereits bemächtigt haben, da ihre Garnison nur 120 Mann stark sei; ähnlich schwach seien andere Orte. In der Prager Neustadt sollen die Soldaten der kaiserlichen Armee geplündert und die Bürger bestohlen haben. Andererseits machten die Prager selbst Ausfälle gegen die Schweden sowie Versuche, die besetzten Stadtteile zurückzuerobern.[229] Einen Tag später schrieb Piccolomini an Leslie: Pfalzgraf Karl Gustav führe der guten schwedischen Armee weitere Verstärkungen zu, während die kaiserliche Armee ihr macht- und mittellos gegenüber stehe. In Prag habe es für die Soldaten kein Brot gegeben und jetzt führe der Gegner Millionen aus der Stadt, so dass die 7.000 Mann, über die Königsmarck und Wittenberg zusammen verfügen, diese große und volkreiche Stadt mit einer Blockade sperren können. Er gab ferner der Hoffnung Ausdruck, die von Schlick aufgestellten Truppen würden zusammen mit den 2.000 Mann, die er selbst in Bayern anwerben wollte, zur Vertreibung des Gegners aus Prag genügen. In Bayern selbst könne man bloß in der Defensive bleiben.[230] Am 27.8. informierte Leslie Piccolomini: Wittenberg habe die Stadt Tabor erobert, sein nächstes Ziel sei wohl Wittingau,[231] Krumau[232] oder Iglau.[233] Die gesammelte kaiserliche Armee könne sich mit der schwedischen weder messen noch sie im Felde bedrohen oder Prag zurückgewinnen. Bei Hofe nehme man neue Ernennungen von Kommandanten vor, ohne Piccolominis Wissen; ebenso sei man gegen sämtliche Kommandanten, Leopold Wilhelm und Gallas vorgegangen. Für Piccolomini persönlich wie für seine Armee sei wenigstens schon das Geld vorbereitet.[234] Piccolomini schrieb am 29.8. aus seinem Feldlager Landau[235] zurück: Die Tatsache, dass die Stadt Tabor, deren Bedrohung vorauszusehen war, mit einer 120 Mann starken Garnison ihrem Schicksal überlassen wurde, sei einfach unbegreiflich. Die Zuchtlosigkeit der Soldateska in Prag könne die Bürger zur Verzweiflung treiben und die Generäle würden den letzten Rest an Reputation verlieren. Die verlorenen Prager Stadtteile müssten unbedingt zurückerobert werden.[236]

Am 19.9. schrieb Piccolomini aus Vilsbiburg[237] an Leslie: Generalkriegskommissar Blumenthal habe nach seiner Rückkehr vom bayerischen Kurfürsten über dessen Verhandlungen mit Reichsvizekanzler Kurz referiert. Der Kurfürst wolle um jeden Preis den Frieden, da der Kaiser weder die Mittel noch die Kräfte zur Kriegsführung habe; über die Regierung und die Minister soll er in einer solchen Weise gesprochen haben, dass er nicht daran zweifle, der Kaiser und seine Minister würden die notwendigen Schlüsse daraus ziehen. Auf Umwegen müsse er von einer geplanten Neubesetzung der Armeekommandoposten in Böhmen erfahren; er wolle es nicht glauben, weise jedoch darauf hin, dass jede militärische Ernennung mit seinem, Piccolominis, Wissen geschehen müsse, sonst käme es zu Missständen. Der Kurfürst von Bayern verlange von ihm, er solle dem Gegner die Versorgungsmöglichkeiten auf seinem Gebiet unterbinden, und so habe er Werth ausgesandt, damit er die vom Feind geschickten Einheiten überfalle. Die unglückliche Schlacht bei Lens[238] (Flandern) am 20.8.1648 werde schwere Folgen nach sich ziehen und auch wenn Erzherzog Leopold Wilhelm die Armee unverzüglich erneuere, werde er nur die Quantität, nicht die Qualität der ursprünglichen Armee erreichen.[239] Leslie schrieb seinem Korrespondenzpartner am 26.9. aus Wien: Er glaube an einen Friedensschluss binnen weniger Tage; Bayern und alle Staaten des Reichs sehnten sich nach Frieden. Die Schweden würden sich wohl kaum mit Pommern begnügen und die übrigen besetzten Länder nicht verlassen wollen. Die Armee, die Böhmen hätte verteidigen sollen, ging in Rauch auf. Er sei einer Meinung mit ihm, dass Bayern bewacht werden müsse, da es Maximilian I. es mit dem Kaiser nicht ehrlich meine.[240] Am 2.10. schrieb ihm Piccolomini: Das Schlimmste sei die Unentschiedenheit. Er halte seine Armee ständig marschbereit, da aber kein klarer Befehl vom Kaiser komme, entstehe die Gefahr, dass die Armee den Gegner nicht aus Böhmen vertreiben werde und dass ihre Untätigkeit zu Differenzen mit Bayern führen könne. Eingegangenen Nachrichten zufolge erbeutete der Gegner Mislíks Bagage und Puchheim geriet mit mehreren seiner Offiziere in Gefangenschaft. Das verschlimmere die Lage in Böhmen. Aus Linz liegen Berichte über Unruhen unter dem Landvolk vor. Wenn Kriegspläne geschmiedet werden, ohne dass die Mittel zu deren Ausführung zur Verfügung gestellt werden, ist es besser, einen schlechten Frieden zu schließen.[241] Aus Wien teilte Leslie am 28.10. mit, Piccolominis Pläne könnten von dem unverschuldeten Verlust Prags vereitelt werden; dieser sowie der drohende Verlust des ganzen Königreichs werde in Wien als unzweifelhaft angesehen, da niemand der Stadt zu helfen wusste. Die Reise des Königs [Ferdinands IV.] nach Spanien soll der Versöhnung mit Philipp IV. dienen, den der Kaiser vertragswidrig im Stich gelassen hatte. Piccolomini sollte Traun an den Hof schicken, damit er dort seine Absichten erkläre und den Hof von der Notwendigkeit einer Änderung des trostlosen Zustands der Armee überzeuge. Der Kaiser habe mehr Verständnis als die Minister, da er, anders als jene, sich nicht auf den Frieden verlässt und auch nicht überzeugt ist, dass der auszuhandelnde Frieden von Dauer ist.[242] Einen Tag später teilte ihm Piccolomini mit, trotz der bayerischen Proteste habe er Hilfstruppen nach Prag abkommandiert. Von der Befreiung Böhmens hänge der Frieden, die Bewahrung der kaiserlichen Länder und der gute Ruf der Armee ab.[243] Und am 2.11. teilte er Leslie mit, er verfolge die Lage in Prag mit großer Aufmerksamkeit und sei jederzeit bereit, ohne Rücksicht auf wen auch immer, mit der von ihm kommandierten Armee zur Befreiung der Stadt beizutragen. Spanien sehe den vorbereiteten Frieden nur ungern, da es keinen Frieden mit Frankreich erreichen kann; die Schwierigkeiten seien derart groß, dass man vorläufig noch nicht bestimmen könne, was der Christenheit und dem Kaiserhaus besser dienen würde. Der Ausschluss des Herzogs von Lothringen von den Friedensverhandlungen erschwere den Friedensschluss, denn dieser verband sich mit allen Unzufriedenen im Reich, was weitere Unruhen zur Folge haben könne. Sein Rat an den Kaiser sei daher der, nicht nur für den Frieden, sondern auch für den Krieg gerüstet zu sein. Er empfehle, in der gegenwärtigen Lage die Armee zwar zu reduzieren, sie aber kampfbereit zu halten. Seiner Meinung nach sei die Reise des Königs von Böhmen (Ferdinand IV.) und der Königin nach Spanien zur gegebenen Zeit völlig unzweckmäßig.[244] Leslie schrieb ihm am 4.11.: Der Kaiser sei über den Verlust Prags noch immer sehr niedergeschlagen und ändere endlich seine Meinung über den bayerischen Kurfürsten, wenn er nun sieht, dass dessen Egoismus alles verschuldet hat. Erst von Piccolominis Anmarsch in Böhmen verspreche man sich eine Rettung.[245] Leslie hatte inzwischen Formarini Geld für die Einrichtung von Piccolominis Haus in Wien geliehen.[246] Am 20.11. informierte Piccolomini Leslie aus Klattau:[247] Blumenthal werde wohl bereits in Prag angekommen sein und die Verhandlungen über den Abmarsch der Schweden aus den Erbländern in Angriff genommen haben. Vorläufig aber machten sich die Schweden, statt abzumarschieren, noch mehr in Böhmen breit. Daher sei er fest entschlossen, die Armee kampfbereit zu halten, ohne auf die Ankunft Trauns, der die Befehle des Kaisers bringen soll, zu warten. Der bayerische Kurfürst möchte sehr gern eine Armee dirigieren, die der Kaiser zahlen sollte, und das nicht zum Wohl des Kaisers, sondern um die eigene Macht im Reich zu stärken; seine Ambitionen und sein Geiz führten ihn dazu, mit dem Kaiser eine hübsche Komödie zu spielen.[248] Am 25.11. schrieb Leslie erneut aus Wien an Piccolomini. John Gordon sei mit einem schwedischen Pass von Hamburg nach Böhmen gefahren und unweit der Stadt von einer schwedischen Abteilung angehalten und nach Wismar gebracht worden, wo man ihn seit Mai ohne Angabe des Grundes und zur bloßen Erpressung eines hohen Lösegeldes in strengem Gewahrsam hält. Piccolomini möge bei den Verhandlungen in Prag Gordons Freilassung bewirken, da es sich um einen Kavalier handle, dem sie beide ewig verpflichtet bleiben.[249] Am 12.12. schrieb Piccolomini wieder aus Klattau: Er glaube bestimmt, die Armee reorganisieren und die Disziplin erneuern zu können. Eine gute Armee leiste bessere Dienste als eine große. Die Voraussetzung sei, dass alle Soldaten völlig zufrieden seien und auf den ersten Aufruf hin wieder gern in kaiserliche Dienste träten. Jetzt glaube er sogar auch schon an den Frieden. Die Schweden verlassen das Königreich und Montecuccoli bewährte sich bei den Prager Verhandlungen; das sei auch der Grund, weshalb er es nicht für nötig halte, selbst nach Prag zu fahren.[250] Piccolomini schrieb Leslie am 15.12. aus Budweis:[251] Er dankte für die Nachricht über die falsche Interpretation seines Briefes an Blumenthal durch die Minister. Wenn man ihm nun vorwirft, dass ein so rauer Stil in der kaiserlichen Kanzlei nicht gebräuchlich sei, dass er Sinn und Bedeutung der deutschen Sprache nicht verstehe, die Deutschen für Ignoranten halte und überall Italiener heranziehe, so sei das eine falsche Beschuldigung. Montecuccoli hatte er auf Befehl des Kaisers nach Prag entsandt, den Brief hatte Traun gelesen und keinen Kommentar gehabt, auch Blumenthal hatte ihn gut verstanden und war mit dem Brief zufrieden. Soldaten führen eine klare Sprache und überlassen es den Höflingen, sich gekünstelt und durch die Blume auszudrücken.[252] In diesem Dezember schrieb er nochmals in dieser Angelegenheit an Leslie: Im Zusammenhang mit der Möglichkeit der Ernennung seines Bruders Ascanio zum Kardinal wies er alle Verleumdungen und feindlichen Beschuldigungen zurück, namentlich die von Neidischen und Gegnern ins Feld geführte Behauptung, er sei ein Fremder, ein Ausländer und betonte, dass er nach 30 Dienstjahren als Deutscher angesehen werden dürfe. Fremde und Ausländer seien die Schweden und Franzosen; diese zu hassen und zu vertreiben, sei richtig, nicht aber dürften diejenigen gehasst werden, die dem Ruhm und der Größe des Reichs ihr Leben geweiht und ihr Gut und Blut geopfert haben.[253] Leslie informierte Piccolomini am 27.12. aus Wien: Der Kaiser rufe ihn an den Hof, um mit ihm gewisse Fragen zu konsultieren, und zwar die Durchführung des Friedensschlusses, die Wahl der zu den Kurfürsten zu sendenden Experten, die Führung der Armee im Fall der Nichtverwirklichung des Friedens und andere militärische Angelegenheiten. Der Kaiser verschiebe alle diese Fragen bis zu Piccolominis Ankunft und so möge er so schnell wie möglich kommen; der Kaiser beabsichtige, ihn den ganzen Winter über in Wien aufzuhalten.[254]

Nach Abschluss des Westfälischen Friedens setzte Leslie seine diplomatische Karriere im Kabinett fort. Als 1650 Graf Heinrich Schlick starb, rückte Leslie als Vizepräsident des Hofkriegsrates nach. Im Sommer 1650 erhielt er den Titel eines Feldmarschalls und verließ im Dezember Wien, um eine neue Stellung einzunehmen: Er übernahm an Stelle des verstorbenen Khevenhiller die Funktion des Generals der steyerischen, kroatischen und windischen Grenzgebiete. Zusätzlich wurde er an Geilers Stelle Kriegspräsident. Leslie muss ein guter Organisator gewesen sein. Er verstärkte alle Festungen so gut, dass die Türken unter starken Verlusten von Komorn[255] und Petrina[256] abziehen mussten. Im Juli 1665 wurde er gemeinsam mit den Grafen Fugger und Portia zum Geheimen Rat ernannt.

In der Zwischenzeit war es zwischen Habsburger und dem Osmanischen Reich zum Friedensschluss gekommen. Das Abkommen beinhaltete u. a., dass sowohl der Kaiser als auch der Sultan sich bei Aushändigung der Ratifikationsurkunden mit einer ansehnlichen Gesandtschaft und mit Geschenken beehren sollten. Leslie wurde vom Kaiser zum Großbotschafter ernannt. Leslie zierte sich, auch im Hinblick auf sein Alter. Als ihm aber der Orden des Goldenen Vlieses verliehen wurde ließ er sich überreden. Er war – wie immer in diplomatischer Mission – perfekt. Am türkischen Hofe wurde er so feierlich empfangen und behandelt wie vor ihm noch kein christlicher Gesandter. In Konstantinopel versuchte Leslie die Rückgabe der berühmten Corvin’schen Bibliothek zu erwirken, vergebens. Der Buchbestand war den Türken in der Stadt Ofen in die Hände gefallen. Schon vorher hatte – auch ohne Erfolg – Kardinal Peter Pázmany 30.000 Gulden für die Bibliothek geboten.

Bald nach seiner Rückkehr starb Leslie am 4.3.1667 in Wien am Fieber. Er wurde von seiner Gattin, Anna Franziska von Dietrichstein, die er 1640 geheiratet hatte, in der Schottenkirche zu Wien beigesetzt. Leslie starb kinderlos und beerbte seinen Bruder Jacob Leslie, welcher mit Maria Theresia, Tochter des Fürsten Karl Eusebius von Liechtenstein, vermählt war, eine der reichsten Familien des damaligen Kaiserreichs. Der berühmte Raimondo Fürst Montecuccoli war Leslies Schwager.

Um weitere Hinweise unter Bernd.Warlich@gmx.de wird gebeten !

[1] Vgl. koni.onlinehome.de/kurzbiographien/leslie-frames.htm; die Erwähnungen bei HARRACH, Tagebücher; WORTHINGTON, Scots; REBITSCH, Matthias Gallas. BUNZ, Robert von Leslie, S. 353-370. BUNZ, Die Freiherren von Leslie, S. 95-120; neuer BUNZ, von Leslie, S. 12ff., die z. Zt. beste Darstellung.
[2] Vgl. auch die Erwähnungen bei KELLER; CATALANO, Die Diarien.
[3] Bei HÖBELT, Ferdinand III., S. 119, als „obskurer schottischer Laird“ bezeichnet, der „vermutlich aus einer katholischen Familie kam“ !.
[4] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas, S. 46ff.
[5] Vgl. REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein (ab März 2012 auch in dt. Übersetzung).
[6] Alte Veste [Gem. Zirndorf, LK Fürth]; HHSD VII, S. 14.
[7] Nürnberg; HHSD VII, S. 530ff.
[8] Burgthann; HHSD VII, S. 120. Vgl. ENGERISSER, Von Kronach, S. 106ff. (die derzeit beste kriegsgeschichtliche Darstellung).
[9] Freystadt [LK Neumarkt/OPf.].
[10] Neumarkt i. d. OPf.; HHSD VII, S. 505f.
[11] Postbauer-Heng [LK Neumarkt/OPf.]; HHSD VII, S. 593.
[12] Lauf; HHSD VII, S. 393.
[13] Johann Riese, Obrist, Kommandeur eines Fürstlich Hessischen Regiments.
[14] MAHR, Monro, S. 182f.
[15] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.
[16] MILGER, Gegen Land und Leute, S. 280.
[17] Lützen; HHSD XI, S. 286f.
[18] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas; KILIÁN, Johann Matthias Gallas.
[19] Vgl. dazu REBITSCH, Matthias Gallas.
[20] MANN, Wallenstein, S. 932f.
[21] Sankt Joachimsthal [Jáchymov; Bez. Karlsbad]; HHSBöhm, S. 540ff.
[22] Elbogen [Loket, Bez. Falkenau]; HHSBöhm, S. 133f.
[23] Falkenau [Falknov nad Ohří]; HHSBöhm, S. 139ff.
[24] MANN, Wallenstein, S. 939f.
[25] Neuhaus [Jindřichuv Hradec]; HHSBöhm, S. 398ff.
[26] JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 360f.
[27] Plassenburg, Die [Stadt Kulmbach]; HHSD VII, S. 587.
[28] MANN, Wallenstein, S. 929.
[29] Rosenberg, Festung: Die Festung Rosenberg ist wohl das bedeutendste Geschichtsdenkmal des südlichen Frankenwalds. Der Grundfläche nach ist sie das ausgedehnteste Festungsbauwerk Deutschlands. Sie gilt als ein herausragendes Beispiel deutscher Wehrbaukunst und steht seit Jahrhunderten beschützend über der Stadt Kronach. Die Festung wurde in einer Höhe von 378 Metern über Normalnull auf dem Rosenberg in einer strategisch hervorragenden Lage erbaut. Die drei zu ihren Füßen zusammenlaufenden Täler, der Haßlach, der Kronach und der Rodach wurden von ihr beherrscht und sie konnte dadurch wichtige Übergänge nach Thüringen und in den Frankenwald sperren oder kontrollieren. Vom Steinernen Haus über die gotische Burg und das Schloss der Renaissance wurde die Festung Rosenberg von berühmten Baumeistern der Kriegsbaukunst des Barocks zu einer der stärksten mittelalterlichen Festungsanlagen Deutschlands ausgebaut. Im Laufe ihrer langen Geschichte wurde die Festung Rosenberg nie von feindlichen Angreifern eingenommen. [wikipedia]
[30] Forchheim; HHSD VII, S. 201ff.
[31] STICHT, Markgraf Christian, S. 179.
[32] Pilsen [Plzeň]; HHSBöhm, S. 444ff.
[33] MINHA, Walter Graf Leslie, S. 98.
[34] MILGER, Gegen Land und Leute, S. 290.
[35] Neustadt a. d. Mettau [Nové Město had Metují]; HHSBöhm, S. 405f.
[36] Veselice, heute Ortsteil von Vavřinec na Moravě [Bez. Blansko].
[37] Slatinan [Slatiňany], HHSBöhm, S. 573f.
[38] Nachod [Náchod]; HHSBöhm, S. 386f.
[39] DIWALD, Wallenstein, S. 542.
[40] Nördlingen; HHSD VII, S. 525ff. Vgl. dazu ENGERISSER; HRNČIŘÍK, Nördlingen (die umfassendste und detailierteste Darstellung der Schlacht).
[41] KREUTER, Gelnhausen II, S. 66.
[42] Wetterau; HHSD IV, S. 457ff.
[43] Miltenberg [LK Miltenberg]; HHSD VII, S. 448ff.
[44] Kleinheubach > Heubach [Kr. Dieburg], HHSD IV, S. 363.
[45] Aschaffenburg; HHSD VII, S. 33ff.
[46] Frankfurt/M.; HHSD IV, S. 126ff.
[47] Freigericht [Hess. Kr. Gelnhausen und bayr. Kr. Alzenau]; HHSD IV, S. 143f.
[48] Gelnhausen; HHSD IV, S. 164ff.
[49] Rückingen [Kr. Hanau]; HHSD IV, S. 389.
[50] Windecken [Kr. Hanau], HHSD IV, S. 475f.
[51] Dorheim [Kr. Friedberg], unter Friedberg, HHSD IV, S. 146, bzw. Wetterau, HHSD IV, S. 459.
[52] Friedberg; HHSD IV, S. 145ff.
[53] KREUTER, Gelnhausen II, S. 66. Kreuter datiert nach dem alten Stil.
[54] Hersbruck [LK Nürnberger Land]; HHSD VII, S. 289ff.
[55] Wendelstein [LK Roth]; HHSD VII, 807.
[56] SODEN, Gustav Adolph, S. 103.
[57] Vgl. BROCKMANN, Dynastie.
[58] Neumarkt i. d. OPf.; HHSD VII, S. 505f.
[59] Vgl. HÖBELT, Ferdinand III.
[60] Dinkelsbühl [LK Ansbach]; HHSD VII, S. 142ff.
[61] ENGERISSER, Von Kronach, S. 425f.
[62] Magdeburg; HHSD XI, S. 288ff.
[63] Wittstock [Kr. Ostprignitz/Wittstock]; HHSD X, S. 394ff.
[64] Stolberg [LK Harz]; HHSD XI, S. 453ff.
[65] Nordhausen [Kr. Nordhausen]; HHSD IX, S. 305ff.
[66] ZEITFUCHS, Stolbergische Kirchen- und Stadt-Historie, S. 295.
[67] Breese im Bruche, heute Ortsteil von Jameln [LK Lüchow-Dannenberg].
[68] Dannenberg [Kr. Lüchow-Dannenberg]; HHSD II, S. 106f.
[69] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 588.
[70] Breisach; HHSD VI, S. 110ff.
[71] Fürstenbruck [Kněźmost, Bez. Mladá Boleslav].
[72] Jung-Bunzlau [Mladá Boleslav]; HHSBöhm, S. 237ff.
[73] Königgrätz [Hradec Králové]; HHSBöhm, S. 269ff.
[74] Chrudim [Krudin]; HHSBöhm, S. 100f.
[75] Glatz [Klodsko; Grafschaft u. Stadt]; HHSSchl, S. 116ff.
[76] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 754.
[77] Chemnitz; HHSD VIII, S. 43ff.
[78] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.
[79] Annaberg; HHSD VIII, S. 5ff.
[80] Marienberg; HHSD VIII, S. 215f.
[81] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.
[82] Freiberg; HHSD VIII, S. 99ff.
[83] Reitzenhain; heute Ortsteil von Marienberg [Erzgebirgskreis].
[84] LEHMANN, Kriegschronik, S. 110. Lehmann datiert nach dem alten Stil.
[85] WORTHINGTON, Scots, S. 217f.
[86] Vance [westl. v. Arlon, Belgien, Prov. Luxemburg].
[87] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 902.
[88] WORTHINGTON, Scots, S. 220.
[89] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 913.
[90] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 917.
[91] WORTHINGTON, Scots, S. 221f.
[92] Vgl. HÖBELT, Ferdinand III.
[93] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1097.
[94] Neustadt a. d. Aisch; HHSD VII, S. 512f.
[95] Regensburg; HHSD VII, S. 605ff.
[96] Cham; HHSD VII, S. 124ff.
[97] Brünn [Brno]; HHSBöhm, S. 68ff.
[98] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1136.
[99] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1139.
[100] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1182.
[101] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1183.
[102] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.
[103] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 4, S. 613; Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.
[104] Pirna; HHSD VIII, S. 276ff.
[105] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1185.
[106] Hamburg; HHSD I, S. 83ff.
[107] Lübeck; HHSD I, S. 153ff.
[108] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1203.
[109] Rügen [Mecklenburg-Vorpommern].
[110] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1211.
[111] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1218.
[112] Sedan [Frankreich, Dép. Ardennes].
[113] Doncherey [Frankreich, Dép. Ardennes].
[114] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1221.
[115] Lauenburg [Kr. Hzt. Lauenburg]; HHSD I, S. 147f.
[116] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.
[117] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1228.
[118] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1229.
[119] Vgl. REBITSCH, Rupert von der Pfalz.
[120] Vlotho; HHSD III, S. 738f.
[121] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1247.
[122] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1258.
[123] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1260.
[124] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1259.
[125] Brieg [Brzeg]; HHSSchl, S. 54ff.
[126] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1309.
[127] Cosel; HHSSchl, S. 72ff.
[128] Oppeln [Opole], HHSSchl, S.378ff.
[129] Breslau [Wroclaw]; HHSSchl, S. 38ff.
[130] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1375.
[131] Münster; HHSD III, S. 537ff.
[132] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.
[133] WORTHINGTON, Scots, S. 246ff.
[134] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1414.
[135] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1488.
[136] Thionville [Span. Niederlande, heute Dép. Moselle; Frankreich].
[137] Tobitschau [Tovačov]; HHSBöhm, S. 616f.
[138] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 22.
[139] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 113.
[140] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 136.
[141] Weimar; HHSD IX, S. 473ff.
[142] Jena; HHSD IX, S. 215ff.
[143] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 240.
[144] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.
[145] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 279.
[146] Ofen [Buda; Ungarn].
[147] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 352.
[148] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 363.
[149] Grundlegend ist hier ALBRECHT, Maximilian I.
[150] Meißen; HHSD VIII, S. 223ff.
[151] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 381.
[152] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 403.
[153] Linz; HHSÖ I, S. 66f.
[154] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 447.
[155] Olmütz [Olomouc]; HHSBöhm, S. 420ff.
[156] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 455.
[157] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 457.
[158] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 460.
[159] Vgl. SCHREIBER, Raimondo Montecuccoli.
[160] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 471.
[161] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 495.
[162] Komotau [Chomoutov]; HHSBöhm, S. 282ff.
[163] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 501.
[164] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 507.
[165] Jankau [Jankov]; HHSBöhm, S. 226.
[166] Tabor [Tábor]; HHSBöhm, S. 592ff.
[167] Mirowitz [Mirovice]; HHSBöhm, S. 376.
[168] Neuhaus [Jindřichuv Hradec]; HHSBöhm, S. 398ff.
[169] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 519.
[170] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 576.
[171] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 583.
[172] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 592.
[173] Königgrätz [Hradec Králové]; HHSBöhm, S. 269ff.
[174] Glatz [Klodsko; Grafschaft u. Stadt]; HHSSchl, S. 116ff.
[175] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 697.
[176] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 703.
[177] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 706.
[178] Jung-Bunzlau [Mladá Boleslav]; HHSBöhm, S. 237ff.
[179] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 709.
[180] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 719.
[181] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 750.
[182] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 771.
[183] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 807.
[184] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 809.
[185] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 818.
[186] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 838.
[187] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 843.
[188] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 864.
[189] Pressburg [Bratislava, ungarisch Pozsony].
[190] Memmingen; HHSD VII, S. 439ff.
[191] Courtray [Kortrijk; Span. Niederlande, h. Belgien]
[192] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 879.
[193] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 900.
[194] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 906.
[195] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 947.
[196] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 948.
[197] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 956.
[198] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 965.
[199] Passau; HHSD VII, S. 571ff.
[200] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 995.
[201] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1088.
[202] Mainz; HHSD V, S. 214ff.
[203] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1093.
[204] Neumarkt i. d. OPf.; HHSD VII, S. 505f.
[205] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1102.
[206] Namur [Span. Niederlande, h. Belgien]
[207] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1103.
[208] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1104.
[209] Zusmarshausen; HHSD VII, S. 849f.
[210] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1110.
[211] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1112.
[212] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1113.
[213] Ypern [Yepern; Span. Niederlande, h. Belgien].
[214] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1115.
[215] Vilshofen [LK Passau], HHSD VII, S. 772f.
[216] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1119.
[217] Unterflossing, Dorf bei Mühldorf.
[218] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1122.
[219] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1129.
[220] Nachod [Náchod]; HHSBöhm, S. 386f.
[221] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1138.
[222] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1144.
[223] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1146.
[224] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1135.
[225] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1151.
[226] Beraun [Beroun]; HHSBöhm, S. 31f.
[227] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1153.
[228] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1158.
[229] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1161.
[230] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1162.
[231] Wittingau [Třeboň, Bez. Neuhaus] HHSBöhm, S. 666ff.
[232] Böhmisch Krumau [Český Krumlov]; HHSBöhm, S. 53ff.
[233] Iglau [Jihlava]; HHSBöhm, S. 214ff.
[234] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1167.
[235] Landau a. d. Isar; HHSD VII, S. 384f.
[236] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1169.
[237] Vilsbiburg [LK Landshut]; HHSD VII, S. 771.
[238] Lens [Span. Niederlande, h. Frankreich, Dép. Pas-de-Calais].
[239] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1184.
[240] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1187.
[241] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1192.
[242] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1203.
[243] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1204.
[244] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1206.
[245] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1208.
[246] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1213.
[247] Klattau [Klatovy]; HHSBöhm, S. 262ff.
[248] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1214.
[249] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1220.
[250] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1231.
[251] Böhmisch Budweis [České Budějovice]; HHSBöhm, S. 46ff.
[252] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1234.
[253] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1245.
[254] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1243.
[255] Komorn [Komárno; Oberungarn; h. Slowakei].
[256] Petrinja [Kroatien, Gespanschaft Sisak-Moslavina]. Freundlicher Hinweis von Herrn Rainer Bunz.
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