Klug(e), Abraham

Klug(e), Abraham; Hauptmann [ – ] Klug stand als Hauptmann der Dragoner-Kompanie[1] des Leibregiments in kursächsischen Diensten.

Der sächsische Chronist Lehmann erwähnt ihn zum ersten Mal im April 1637: „Hauptmann Klug kam in die Stat [Marienberg[2]; BW], kaufte viehe, aber die Zehrung muste die Stad geben 129 thl. 8 gr. 3 pf.“[3]

Im Mai 1640 wurde er mit seinen Dragonern zusammen mit Hauptmann Lehmann in Chemnitz[4] als Besatzung eingelegt.[5]

1641 heißt es bei Lehmann: „Es plackte das Ertzgebirg[6] klug, ein Churfürstlicher Hauptmann, der mit 15 kerl umbherlag und warbe, den 2. Martii, den iedes ortt verpflegen muste“.[7]

Der Historiograph und Habsburg-Anhänger Wassenberg beschreibt die Kämpfe um Schloss Mansfeld[8] (1642) in seinem 1647 erneut aufgelegten „Florus“: „Mit der Belägerung deß sehr vesten Schlosses Mansfeld / ob es schon die Keyserischen mit allem ernst angegriffen / hat es doch keinen glücklichen fortgang gewinnen mögen / in dem sich die Schwedischen öfftermals vnterstanden / solches zu entsetzen / aber doch von den Keyserischen der zeit abgetrieben worden / biß endlich der General Major Königsmarck von Newen Haltensleben[9] mit 2000. Pferden vnd 100. Tragonern vnversehens auffgebrochen / vndf den 6. Martij beym Schloß Mansfeld ankommen / vnd ob schon seine Vortrouppen zum 5. oder 6. mal zu rück getrieben worden / hat er General sich nicht schrecken lassen / sondern nach standhaffter resolution in die Keyser- vnd Chur-Säxische zu Roß vnd Fuß mit grosser fury gesetzt / daß sie also von der Belägerung ablassen / vnd neben verlierung vieler Todten vnd vieler Gefangenen / das Reiß außnehmen müssen / daß also die übrigen kümmerlich nacher Hall[10] / Querfurt[11] / Merseburg[12] vnd Sangershausen[13] sich retiriren können. In diesem Scharmützel sind der Obriste Baron de Four / Obrister Wachtmeister [Christoph Leopold v.; BW] Schaffgotsch  vnd Fourischer Obrister Leutenant verwundet / zween Hauptleute vnter den Chur-Säxischen / Klug vnd [Konstantin; BW] Lehman / Obrister Wachtmeister [Georg v.; BW] Rickhart verwundet vnd gefangen / vnd fast das gantze Kochische Fußvolck / sampt ihrem Obristen Leutenant [Georg Friedrich v.; BW] Schlick / der sie commandirt / todt geblieben / der Rest aber / welcher sich in Eißleben[14] retiriret / ist nach eroberung der Statt auch bekommen / vnd hernach die Statt von den Schwedischẽ sechs Stunden lang außgeplündert / vnd also das Hauß Mansfeld mit aller Nothturfft wohl versehen worden“.[15] Dr. Jordan notiert dazu unter dem 21.2./3.3.1642: „Der Schwedische Grâl.-Majeur entsetzet die Vestung Manßfeld, schlägt davor auf 2 Regimenter zue Pferd, etzliche Compagnia Dragoner, 1 Regiment zue fueß, 400 auscommandirte Musquetirer, bekomen von ihnen die Heerpauken, 2 Obrist-Wachtmeister, worunter [Christoph Leopold v.; BW] Schafgotsch und Retkert [Rickart; BW] und den Obristen Cond. [Conrad ?; BW] Koch todt nebest 400 Gefangenen“.[16]

Das „Theatrum Europaeum“ berichtet ausführlich über den Verlauf der Belagerung: „Welcher gestalt aber Königsmarck das Schloß Mannsfeld entsetzt habe / ist aus folgendem zu vernehmen : dann nachdem es der Sage nach auff Jahr und Tag proviantirt gewesen / und die Käiserlichen solches doch gerne in ihrer Gewalt gehabt hätten / hat am rathsamsten befunden / diesen Ort / welches im Januario geschehen / den Wasser-Zugang am Schloßbrunnen zu benehmen / man wollte aber um verhoffter Eroberung willen denselben nicht verderben / sondern hat sich zuvor deß Minirens gebraucht / und war eine Mine den 10. Januar. auf 100. Elen in die Länge fertig / aber der auff dem Schloß gelegene Obrist-Lieuten. Carl Weiß wollte sich derentwegen noch nicht ergeben / sondern wollte deß Effects erwarten.

Ein Kundschaffter verhoffte Briefe hinein zu bringen / wurde aber ertappt / und einen Mußqueten-Schuß von der Vestung auffgehenckt.

Es lagen der Käis. unterschiedliche hohe Officirer unterschiedlicher Zeit darvor / und etliche in der Nachbarschafft einquartirte / thaten denen heraussen / mit Abwechselung deß Volcks guten Vortheil. Unter andern lage darvor der Obriste Moncada / der Nation ein Spanier / dem schickte gemelter Obr. Lieut. Carl Weiß / eine wolgeschmückte Ziegen oder Gaiß / zum Despect herauß / gleich einer Jungfrauen auffgebutzt : hergegen macht ein Teutscher ein lächerliches Lied über diesen Carl Weissen / titulirte ihn einen Hanrey / und zoge ihn und seine Soldaten wol durch die Prædicamente, und wurde die liebe Ziege in ihrem Schmuck vor dem Schloß auffgehenckt / dardurch / weß Tods der Obr. Lieuten. Weiß sterben sollte / anzudeuten.

Im Ende Jan. namen die Käiserl. ihren Auffbruch auß Nieder-Sachsen / und wollten Rendevous zwischen Eyßleben und Mansfeld halten / auch versuchen ob das Schloß Mansfeld zu erobern : aber der Obr. Lieut. Weiß hatte dem Moncade allbereit seine Mine durch ein Contremine verderbet : darum die Käiserl. Armee fortzoge / und fienge Moncade an / die Quelle und ins Schloß gehende Brunnen-Ader / denen darinnen zu benehmen : Als diese nun den Abgang deß Wassers merckten / thaten sie auff selbiges / von dẽ Schloß ziemlich entlegenes Ort einen starcken Außfall / so sehr als ihnen möglich / ruinirten den gemachten Wasser-Durchschnitt / über dene sie außgefüllte Schantzkörbe setzten / zum Zeichen / den Ort mit Geschütz / wañ man aufs neue daran abschneiden würde / zu bestreichen / erhieltẽ auch dadurch das Wasser / biß sie vom Gener. Major Königsmarck entsetzt wurden.

Der hatte nun im Eingang Martii Nov. [neuen Stils; BW] in 2000. Pferd und 500 Dragoner gesamlet / gieng darmit von Garleben[17] / auff Neuen-Haltenleben drey Meylen von Magdeburg[18] zu / überfiel den Ort / und nam den gefundenen Vorrath Früchte zu seinem besten / von dannen er über dem Hartz vorm Schloß Mansfeld deß Morgens um 9. Uhr unversehens ankommen / und gieng auff das Kochische und Chur-Sächs. Volck / so darvor gelegen / wie auch den Baron de Four, der mit etlichen Compagnien damals sich zugleich darvor befunden / loß / schlug alles miteinander in die Flucht / daß sie sich theils nach Hall / Querfurth / Mörsburg und Sangerhausen / theils nach Eyßleben salviren musten / darüber 4. Regimenter Chur-Sächsischen Volcks hart beschädiget / das Kochische Regiment zu Fuß fast gar darauff gangen / er Obrister aber den 25. Febr. zuvor in Eyßleben an der Schwindsucht gestorben / der Obr. Lieutenant [Georg Friedrich v.; B. W.] Schlick geblieben / und andere auff das Schloß Mansfeld gefangen gesetzet worden. Ob nun wol Baron de Four deß von Königsmarck Vortrab etlich mal etwas zurück geschlagen / so hat er doch endlich nicht bestehen mögen / sondern eine Standarte und eine Dragoner-Fahnen verlohren / und ist er samt seinem Obr. Lieuten. und Obristen Wachtmeister Schafgotsch gequetscht kaum darvon kommen / und nach Mörsburg gebracht worden / 2. Dragoner-Hauptleute aber als Klug und Leheman [Konstantin Lehmann; BW] / seynt samt dem Chur-Sächs. Obrist-Lieuten. Richarden [Georg v. Rickart; BW]  gequetschet / und noch darzu 400. Gemeine gefangen / was sich in Eysleben salviret / darinnen bekommen / deß Obrist Kochs Wittib / der Stadtrichter / Voigt / Stadtschreiber und drey Rathsherrn  auff Mansfeld geführet / und die Stadt 6. Stunden lang geplündert worden“.[19]

Der kursächsische Geheime Rat Sebotendorff schrieb am 7.3.1642 an W. E. von Lobkowitz und berichtete ihm über das klägliche Ende der Belagerung der Burg Mansfeld. Die Besatzung habe einen Ausfall gemacht, die Kochischen aus ihrem Posten vertrieben und der unbemerkt erschienene Königsmarck habe die Soldaten niedergemacht. De Fours sei nach Merseburg ausgewichen, der Großteil der sächsischen Offiziere aber sei gefallen oder in Gefangenschaft geraten.[20]

Nach der 2. Schlacht bei Breitenfeld[21] am 2.11.1642 fielen kursächsische Kompanien wieder in Langensalza[22] ein: „Zwei kursächsische Kompanien Reiter der Schleinitztruppen unter Rittmeister Benedikt Link, eine Kompanie Dragoner und 50 Kroaten  mit Hauptmann Abraham Klug kommen am 13. November [23.11.; BW] in die Stadt. Chronisten berichten, daß Kroaten wegen ihrer Zügellosigkeit in diesem Krieg besonders gefürchtet waren. Diese Soldaten bleiben bis zum 30. Januar 1642. Ein Reiter erschießt am Lindenbühl den Korporal Peter Fischer. Der Mörder wird enthauptet“.[23] Die Chronik von Langensalza[24] notiert: „Hier in Langensalza lagen damals Churfürstliche Reiter über Winter vom 13. November 1641 bis zum 30. Januar 1642. es waren zwei Compagnien vom Regimente des General Schleunitz [Haubald v. Schleinitz; BW], welches wir schon kennengelernt haben, und eine Compagnie Dragoner nebst 50 Mann Kroaten. Jene standen unter dem Rittmeister Benedikt Link, Dragoner und Kroaten unter dem Hauptmann Abraham Klug, welcher auch nach dem Abmarsche der übrigen Truppen mit 60 Pferden in Langensalza liegen blieb“.[25]

Lehmann schreibt für 1643: „Den 30. Junii zogen auß der Stad [Freiberg[26]; BW] des klugen Churfürstliche Trajoner ab mit den commandirten Groppachischen völckern, den 7. Julii die 2 Arnimischen und des Obrist-Wachmeisters Muffels Compagnie von Churfürstlichen leibregiement nach Dresden,[27] die fast 8 Monat wahren in der Stad gelegen“.[28]

[1] SCHERER, Sächs. Regimenter, Dragonerkomp. Nr. 10.

[2] Marienberg; HHSD VIII, S. 215f.

[3] LEHMANN, Kriegschronik, S. 90, Anm. Lehmann datiert nach dem alten Stil.

[4] Chemnitz; HHSD VIII, S. 43ff.

[5] LEHMANN, Kriegschronik, S. 124.

[6] Erzgebirge; HHSD VIII, S. 90ff.

[7] LEHMANN, Kriegschronik, S. 135f.

[8] Mansfeld [Kr. Mansfelder Gebirgskreis/Hettstedt]; HHSD XI, S. 316ff.

[9] Haldensleben; HHSD XI, S. 174ff. Im April berichtete der kaiserliche Resident in Bremen Hatzfeldt von der Eroberung Haldenslebens durch Königsmarck; ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 179.

[10] Halle a. d. Saale; HHSD XI, S. 177ff.

[11] Querfurt; HHSD XI, S. 380f.

[12] Merseburg; HHSD XI, S. 322ff.

[13] Sangerhausen; HHSD XI, S. 409f.

[14] Eisleben; HHSD XI, S. 103ff.

[15] WASSENBERG, Florus, S. 473f.

[16] SCHLOTTER, Acta, S. 368.

[17] Gardelegen [Kr. Gardelegen]; HHSD XI, S. 130ff.

[18] Magdeburg; HHSD XI, S. 288ff.

[19] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 4, S. 834f.

[20] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1282a.

[21] Breitenfeld [Kr. Leipzig]; HHSD VIII, S. 38f.

[22] Bad Langensalza [Kr. Langensalza]; HHSD IX, S. 33ff.

[23] ROCKSTUHL, Langensalza, S. 81.

[24] (Bad) Langensalza [Kr. Langensalza]; HHSD IX, S. 33ff.

[25] GÖSCHEL, Langensalza III, S. 62.

[26] Freiberg; HHSD VIII, S. 99ff.

[27] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.

[28] LEHMANN, Kriegschronik, S. 147.

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