Helmsdorffer, N

Helmsdorffer, N; Kapitän [ – ] Helmsdorffer stand 1639 als Kapitän im kurbayerischen Regiment Johann Sporck.

Das „Theatrum Europaeum“ berichtet zu 1639: „Es hatten aber auch die Schwedische durch manchen Uberfall und unversehene Rencontre zu Zeiten eingebüsset : gestalt dann erstlich der Obriste Sporck und Capitän Helmsdorffer mit Hülff etlicher Reuter / Tragoner und Eichsfeldtschen Bauren auff die Schwedische in der Vor-Stadt zu Mühlhausen[1] einen unversehenen Einfall thaten / machten 30. darnider / beschädigten ihrer viel / und kriegten bey 90. worunter ein Major / deß General Stahlhansen [Stålhandske; BW] Secretarius, und 1. Regimentsquartiermeister / neben unterschiedlichen Pferden / gefangen“.[2]

In der Mühlhäuser Chronistik ist weiter festgehalten: „Den 9. [19.; BW] März lag schwedisch Volk zu St. Nicolai, welche von den Eichsfeldern überfallen und ihrer viele erschlagen wurden. Davon rühren die vielen steinernen Kreuze, die in der Vorstadt wie auch hin und wieder im Felde stehen, her“.[3] Sehr viel ausführlicher ist der Vorgang in der Thomas-Chronik beschrieben: „Den 9. März [19.3.1639; BW] ist durch Anstiftung des Oberamtmanns des Eichsfeldes[4] Heinrich Christoph von Grießheim mit 600 kaiserlichen Reutern und 200 Fußknechten hier in die Vorstädte eingefallen und einen Trupp von 70 schwedischen Pferden und 200 zu Fuß aufgehoben. Und ist dahero kommen: erstlich ist ein Leutnant mit 20 Reutern vom Wittenbergischen Regiment angekommen, welcher des Rats zu Mühlhausen Obligation auf 1500 Rtlr. producirt und solutionem exigiret[5] hat. Inzwischen und weil sie aus gewissen Ursachen weder in die Stadt noch in die Vorstadt haben logiert werden sollen, nehmen sie ihr Oblager in der Steinbrückenmühle allernächst dem Ammertor. Die andere Nacht um 9 Uhr geschieht ein Einfall und nehmen ihrer sechs gefangen mit weg samt allen ihren Pferden auf den Gleichenstein[6] zu dem Oberamtmann des Eichsfeldes. Inmittelst kommt noch ein Major vom Mordanischen [Mortaigne; BW] Regiment und bringt Order vom Generalkommissar Pfuhl [Pfuel; BW], den 23. Febr. [4.3.; BW] datiert, daß man acht Kompagnien in die Stadt nehmen soll oder wegen ihrer Verpflegung auf eine gewisse Summe Geldes wöchentlich tractiren soll. Des andern Tages ward berichtet, daß ein Regimentsquartiermeister im Anzuge sei, der von General Banier und vom Generalmajor Stahlhaußki gewisse Assignation nach Mühlhausen habe, 25 000 Rtlr. Rekrutengelder zu fordern und 6 Kompagnien einzulogieren. In währenden Tractatis hat bemeldter Regimentsquartiermeister Lattermann die postulata so hoch gesteckt und sich mit Schnarchen[7] und vieler Bedräuung vernehmen lassen, daß die Bürgerschaft ins Gewehr getreten, die Tore verwahrt und wider des Raths Schluß keinen Mann von seinen Leuten wollen einlassen, wie beweglich ihnen auch ist zugeredet worden. Freitags nachts gegen Morgen 3 Uhr fielen die Eichsfeldischen neben bei sich habender kaiserlicher Kavallerie auf 1000 Mann stark zu Roß und zu Fuß, ein hier in die Vorstadt, erschießen einen Kapitänleutnant von den Finnen und einen Korporal neben 16 gemeinen Knechten, so alsdann auf der Wahlstatt und tot geblieben sind, dazu 12, so tödlich verwundet, und viel Gefangene mit sich weggeführt auf den Gleichenstein“.[8]

[1] Mühlhausen [Kr. Mühlhausen]; HHSD IX, S. 286ff.

[2] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 4, S. 102.

[3] JORDAN, Mühlhausen, S. 91.

[4] Goldene Mark (Kr. Duderstadt); HHSD II, S. 172f.

[5] Einlösung verlangt

[6] Gleichenstein, Burg [Kr. Heiligenstadt]; HHSD IX, S. 147.

[7] GRIMM; GRIMM, DWB Bd. 15, Sp. 1180: „in freierer verwendung von einer erregten redeweise, schnaufen beim reden, als ausdruck des zorns, trotzes, hochmuts, der drohung, prahlerei“.

[8] JORDAN, Mühlhausen, S. 259.

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