Heister, Siebert [Sivert, Siegfried] von

Heister, Siebert [Sivert, Siegfried] von; Obristleutnant [ – ] Heister stand als Amtmann von Steuerwald[1] Offizier in braunschweig-lüneburgischen Diensten.

Der schwarzburg-sondershausische Hofrat Volkmar Happe notiert in seiner „Thüringischen Chronik“: „Den 18. [28.7.1632; BW] Juli ist der schwedische General Baudis benebst Ihro Fürstliche Gnaden Hertzog Georgen von Lüneburg mit ihrem Krieges Volck im Eichsfelde[2] ankommen, und also balde Heiligenstadt[3] eingenommen und Duderstadt[4] hart zu belägern angefangen. Die Besatzunge darinnen hat sich starck zur Wehre gesetzet, unterdessen haben die schwedischen, lüneburgischen Soldaten, desgleichen die Mühlhäuser[5] Bürger und Bauren, die Schwartzburgischen[6] und Hohensteinischen[7] arme, verderbte, unschuldige Leuthe sich zusammen rottiret, das gantze Eichsfelde wiederumb zu Grunde ausgeplündert, alles verwüstet, über 2000 Menschen erschlagen und die meisten Dorfe im Eichsfelde abgebrant und in die Asche geleget. Haben also das auf dem Hause Ebeleben[8] vergossene unschuldige Blut und verübte Tyranney sehr hart büßen müssen“.[9]

Bei dem Hildesheimer[10] Arzt und Chronisten Dr. Jordan heißt es unter dem 25.7./4.8.1632: „Duderstadt ufm Eichsfeld muß sich an Herzog Georg von Braunschwg. und Lüneburg ergeben, weil das Fues Volk 1500[11] von Reinhers[12] Regiment und 3 Compagnia in alles 400 Pferd darinnen marchirte, die Pferde wurden den Reutern genomen, und für die Artillerie gespannt. Reuter, die nicht zue fueß dienen wollten, It: Bürger und officirer seyn in Arrest genom̃en, darunter den gewesenen Amtmann zum Stewrwalt Sivert Heister als Commendant gewesen“.[13]

Heister fungierte als kurkölnischer Gesandter in Goslar.[14]

1643, 1646 und 1649 wird er als Obristleutnant bzw. als „der Alte Amtmann von Steuerwald“ erwähnt.[15]

[1] Steuerwald [Kr. Hildesheim]; HHSD II, S. 443.

[2] Goldene Mark (Kr. Duderstadt); HHSD II, S. 172f.

[3] Heiligenstadt [Kreis Eichsfeld].

[4] Duderstadt [LK Göttingen]; HHSD II, S. 123f.

[5] Mühlhausen [Kr. Mühlhausen]; HHSD IX, S. 286ff.

[6] Schwarzburg [Kr. Rudolstadt]; HHSD IX, S. 395ff.

[7] Honstein, Burg [Gem. Neustadt, Kr. Nordhausen]; HHSD IX, S. 205f.

[8] Ebeleben [Kyffhäuserkreis].

[9] HAPPE I 237 v –  238 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[10] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[11] Nach STADLER, Pappenheim, S. 682, 1200-1400 Mann.

[12] Hans Heinrich von Reinach.

[13] SCHLOTTER, Acta, S. 50.

[14] Goslar; HHSD II, S. 174ff.

[15] SCHLOTTER, Acta, S. 413, 468, 498.

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