Erskein [Esken, Eske, Erskeine, Eßkhen, Eschen], Alexander [von]

Erskein [Esken, Eske, Erskeine, Eßkhen, Eschen], Alexander [von]; Kriegsrat, Resident [31.1.1598 Greifswald-27.7.1656 Zamość]

Erskein, AlexanderErskein, Alexander

Erskein[1] war der Sohn eines nach Pommern ausgewanderten schottischen Kaufmanns. Nach den Studien unter anderem in Wittenberg[2] (1617), Leipzig,[3] Jena[4] und Rostock[5] (1623) nahm er Dienste bei Sophia von Dänemark, der Mutter Christians IV. von Dänemark,[6] den er jedoch aus gesundheitlichen Gründen wieder aufgab. In Stralsund[7] beriet er auf Wunsch Gustav II. Adolfs den schwedischen Obristen Fritz Petrowitz Rosladin während der Belagerung der Stadt durch Wallensteins[8] Truppen. Zwischen 1628 und 1630 fungierte er als Vertreter Schwedens und Assistenzrat in Stralsund, ab 1632 als Kriegsrat sowie Resident in Erfurt[9] und zuständig für ganz Thüringen.

Als Erskein sich als königlich schwedischer Resident in Erfurt niederließ, begann das übliche Spiel um Schutzgelder und Kontributionen. Zugleich stellte er wohl auch die Kontrolle Georg Ludwig von Löwensteins und auch Wilhelms V. sicher.

„Das Ausschreiben, das Herzog Wilhelm vor seinem Scheiden aus Thüringen erlassen hatte, blieb ebenso erfolglos wie die vorigen, besonders da die Frist zu kurz war. Auch die vom Herzog geforderte Zusammenziehung des Aufgebots nahm längere Zeit in Anspruch. Als nun bis zum 6. April noch keine Lieferung erfolgt war, wiederholte Graf Löwenstein am 7. und 8. April das Ausschreiben. Jetzt kamen einige Stände der Aufforderung nach. Herzog Albrecht von Weimar hatte seine Landstände zur Bewilligung der verlangten 3000 Rt. vermocht und lieferte bis zum 15. April 2700 Rt.; auch den Ausschuß ließ er zusammenführen. Johann Kasimir sandte 2000 Rt. und ließ eine Kompanie seines Aufgebots nach Erfurt marschieren. Johann Ernst wollte 1000 Rt. aufbringen, bat aber um Geduld. Mühlhausen[10] zahlte dem Obersten [Robert; BW] Monroe 1000 Rt. ‚Wie schwer aber solche Abstattung bei uns und unseren armen Leuten hergegangen, ist fast nicht zu erzählen’. Henneberg[11] lehnte ab, da das Land durch den erneuten Durchzug der Armeen erschöpft sei. Altenburg[12] entschuldigte sich mit der Einquartierung kursächsischer Truppen.[13] Auch den Ausschuß wollte Johann Philipp nicht nach Erfurt schicken, da er ihn zum Schutz der Pässe bei Saalfeld[14] und Gräfenthal[15] brauchte.

Der Rat von Erfurt hatte sich Ende März erneut an Oxenstierna[16] gewandt, sich über die schwere Belastung beklagt und um Abführung der Garnison aus der Stadt gebeten, deren Verteidigung er selbst übernehmen wollte. Außerdem wünschte er in den Besitz aller weltlichen Rechte, die der Mainzer Erzbischof[17] bisher in der Stadt besessen hatte, zu gelangen und die Anwartschaft auf die katholischen Stifter und Klöster zu erhalten. Oxenstierna war nicht in der Lage, dem Rat dies zuzugestehen; er versprach aber die Stadt beim König ‚bestermaßen zu rekommendieren’ und dafür zu sorgen, daß die ‚gebetenen Stücke inmittelst niemand anders der Stadt zum Präjudiz konferiert noch vergeben’ würden, und schickte den Kriegsrat Alexander Erskein nach Erfurt, der dort die Verhältnisse ordnen sollte. Oxenstierna trug ihm ‚vollkommene Gewalt, in allen und vorfallenden Sachen zu traktieren und negotiieren, auch bis auf königliche Ratifikation mit den Parten zu schließen’, auf. Am 10. April, noch als Löwenstein unter Mühen versuchte, die Stände zur Bewilligung der Forderungen des Herzogs zu bewegen, traf er in Erfurt ein. Vom Rat übernahm er die Verwaltung des Mainzer Gerichts, übergab ihm aber das Reglerkloster.[18] Die Stadt sollte ‚der Kriegsbeschwerung entnommen werden’, dafür jedoch, zunächst im April, 10000 Rt. zahlen. Zwischen dem Rat und der Geistlichkeit, der der Rat 3000 von den verlangten 10000 Rt. aufbürden wollte, machte er einen scharfen Trennungsstrich. Er erklärte, ‚der Rat hätte mit der Klerisei nichts zu schaffen’, diese sollte sich mit ‚dem Rat nicht einlassen’. Dagegen möge sie ihm als Residenten ein monatliches Schutzgeld von 1000 Rt. geben. Auf die Fürbitte Burchards begnügte er sich zunächst mit 250 Rt., verlangte aber innerhalb von fünf Wochen nochmals 250 Rt., dann wollte er einen Schutzbrief durch Burchard aufsetzen lassen. Unter großen Mühen brachte die Geistlichkeit die Gelder auf, der Schutzbrief ließ aber auf sich warten. Als Entschuldigung wurde die große ‚Obligation des Herrn Residenten’ angeführt.

Dieser begnügte sich nicht damit, in Erfurt Ordnung zu schaffen, sondern begann seine Tätigkeit auf das ganze [den ganzen; BW] Statthalterbereich Herzog Wilhelms auszudehnen. Der Zustand, in dem er die thüringischen Lande antraf, war zum Teil äußerst traurig. Sie waren durch die Durchzüge der Armeen erschöpft, durch Einquartierungen und ‚notorische und landkundige ausgestandene Plünderungen’ ausgesaugt. Erskeins Absicht ging nun dahin, für eine möglichst gerechte Verteilung der Lasten auf die einzelnen Stände zu sorgen. Schon die Austeilung der neuen Werbeplätze fand nicht seinen Beifall. Die um Erfurt liegenden Lande schienen ihm zu stark belastet zu sein. Eine Kompanie Dragoner ließ er durch Graf Löwenstein aus schwarzburgischem in altenburgisches Gebiet legen. Sein Ziel aber hoffte er am schnellsten durch einen Konvent aller thüringischen Stände zu erreichen, auf dem über die für die Verteidigung Thüringens wichtigen Fragen verhandelt werden sollte.

Gemeinsam mit dem Grafen Löwenstein lud er die Stände für den 3. Mai zu einer Zusammenkunft in Erfurt ein. Als Verhandlungspunkte wurden festgesetzt: 1. Der weitere Ausbau der Befestigung Erfurts. 2. Eine gerechte Verteilung der Lasten auf die einzelnen Stände. 3. Beseitigung und Verhütung der bestehenden Mißstände durch eine erträgliche Kontribution, die außerdem zur Anschaffung von Munition und Proviant verwendet werden sollte. Als eben die Einladung ergangen war, kam der Oberst Riese nach Thüringen mit einem besonderen Auftrag Herzog Wilhelms, der gehört hatte, daß Pappenheim im Anzug auf Thüringen sei. Der Herzog wünschte, daß Riese gemeinsam mit dem Grafen Löwenstein, der ohne seinen Rat nichts tun sollte, für den Schutz Erfurts durch Zusammenziehung des Ausschusses der Stände, Herbeischaffung von Munition, Geschützen und Proviant und Förderung der Befestigungsarbeiten Sorge trage. Auch die gesamte in Thüringen liegende Reiterei mit Ausnahme einer Kompanie, die Duderstadt[19] besetzt halten sollte, sollte er um Erfurt zusammenziehen, die Stadt aber bei einem Angriff des Feindes bis aufs äußerste verteidigen und daneben auch das Residenzschloß in Weimar[20] besetzen. Die Werbungen sollten beschleunigt, die Werbegelder von den Ständen erhoben werden. Bei der Ankunft des Obersten kam es üblen Auftritten. Der Rat verweigerte ihm die Aufnahme in die Stadt, so daß er und seine Leute sich zumeist in Weimar aufhalten mußten. Als er schließlich durch Vermittlung des Residenten in Erfurt ein Quartier erhalten hatte und es beziehen wollte, erhob sich ein großer Tumult, so daß er es auf Anraten der weimarischen Räte vorzog, nach Weimar zurückzukehren, ‚in der Intention, hierdurch größeren Schimpf zu vermeiden’. Der Resident versprach ihm zur Werbung 2000 Rt. zu zahlen und Musterplätze anzuweisen.

Löwenstein teilte den Ständen die Ankunft Rieses mit und bat sie nochmals, Gesandte zu schicken, da an dem Konvent viel gelegen sei. Als am 4. Mai die Proposition verlesen wurde, waren Gesandte Altenburgs, Weimars, Koburgs,[21] Eisenachs,[22] Schwarzburgs,[[23] Stolbergs,[24] Mühlhausens und Nordhausens[25] anwesend. Mit großen Erwartungen gingen die Stände aber nicht auf den Konvent. Sie fürchteten neue Kontributionsforderungen und wollten das verhindern. Außerdem hatten sie bedenken, ob ohne Kursachsen als Kreisoberstem überhaupt ein solcher Konvent zusammengerufen werden dürfe. Altenburg machte dem Kurfürsten Mitteilung, ohne jedoch mit der Absendung des Gesandten bis zum Empfang einer Antwort zu warten.

In der Proposition erklärte Graf Löwenstein, man müsse in Thüringen auf den Feind, der in Niedersachsen stehe, achtgeben und, da die in Thüringen gerichtete Armee vom König zu sich berufen worden sei, schleunigst neue Werbungen beginnen. Der König und der Herzog hofften, die Stände würden eine erträgliche Kontribution nicht verweigern und Sammelplätze in ihren Landen gestatten. Der Herzog habe deshalb mit Wissen des Königs eine Austeilung der neuen Musterplätze vorgenommen. Die Stände sollten nun Vorschläge machen, wie ‚eine gerechte Äqualität in der Anlage und Unterhaltung der Soldateska’ gemacht werden könne. Von gleicher Wichtigkeit aber sei auch die Sicherung Erfurts; diese Stadt müsse als ‚ein Zentrum des thüringischen Bezirks’ stärker befestigt und besser mit Munition und Proviant versorgt werden. Auch hier erwarteten er und der Resident Vorschläge der Stände. Dagegen versprächen der König und der Herzog, ‚den geklagten gravaminibus sattsame Remedierung zu verschaffen’, ‚den Exzessen und exorbitierenden Enormitäten der Soldateska’ zu steuern und für Sicherheit im Lande zu sorgen. Auf die Proposition erfolgte am 5. Mai eine gemeinsame Erklärung der anwesenden Gesandten. Trotz aller Armut, hieß es darin, wollten die Stände eine ‚leidliche und proportionierte Kontribution’ auf einige Monate erlegen, jedoch mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß ihre Lande von allen Sammel- und Musterplätzen, Einquartierungen und unnötigen Durchzügen verschont, und daß alle Ausschreitungen abgeschafft und bestraft würden. Da es ihnen aber unmöglich sei, an Schweden und Sachsen gleichzeitig zu zahlen, möge dafür gesorgt werden, daß beide sich über die Quartiere einigten. Zur Versicherung Erfurts könnten sie nichts tun. Man solle die Verhandlungen darüber auf spätere Zeit verschieben. Zum Schluß baten sie, alle noch in ihren Landen einquartierten Truppen abzuführen und in Feindesland zu legen.

Graf Löwenstein antwortete, er könne von des Königs und des Herzogs Befehl nicht abgehen, ‚in Erwägung, daß dieses von dem absolutissimo Regiae Majestatis directorio dependieren und gar keine Restrinktion, unter was Praetension es auch sein wolle, erdulden könne’. Die Gesandten sollten lieber ‚das Werk fazilitieren’ und die von ihnen verlangte ‚Remedierung der Beschwerungen selbst fleißig befördern, als mit weitläufiger Suspendierung remorieren helfen’. Sie sollten erklären, was sie ‚mit der Anlage und Musterplätzen zu tun gesinnt’ seien. Auch auf dem den Schutz Erfurts betreffenden Standpunkt müsse er verharren. Seien sie aber zu einer endgültigen Erklärung nicht bevollmächtigt, so erwarte er sie innerhalb von acht Tagen.

Daraufhin baten die Gesandten den Grafen um Aufschub bis Ende Mai. Inzwischen möchten die einquartierten Truppen abgeführt werden. Auch mit dem Residenten Erskein traten sie in Verbindung. Dieser forderte als Kontribution zunächst 30000, dann 20000 und schließlich 15000 Gulden, erklärte aber schließlich, er wolle kein „Definitiv’ machen, da Graf Löwenstein ihm die für die Werbungen nötigen Gelder auf 30.000 Rt. angegeben habe. Den Schutz Erfurts hielt er ebenfalls für äußerst wichtig. In einen Aufschub bis zur Pfingstwoche willigte er ein, meinte aber, das Volk könne nicht eher abgeführt werden, als bis die Kontribution gezahlt sei. Den Vorschlag der Gesandten, wegen der sächsischen Forderungen eine Gesandtschaft zum König zu schicken, billigte er.

Nun faßten die Gesandten den Beschluß, am 26. Mai wieder nach Erfurt zu kommen und möglichst ‚mit etwas Geld zur Fazilitierung der Handlung gefaßt’ zu sein. Drei Gesandte sollten zu Gustav Adolf geschickt werden, Altenburg sollte die Vermittlung mit Kursachsen übernehmen. Am 8. Mai verließen alle Gesandten Erfurt“.[26]

„Ein Glück war es, daß Pappenheim[27] Ende Juni dem Eichsfeld den Rücken kehrte, als er von dem Anzug Herzog Georgs und Baudissins Kunde erhielt. Als man in Erfurt davon hörte, machte man sogleich den Versuch, das Land wieder in Besitz zu nehmen. Kriegsrat Dr. Buchard zog mit einigen Kompanien zu Fuß und etwas Reiterei unter [Wilhelm; BW] Wrangel und [Christoph Friedrich v.; BW] Eßleben von Mühlhausen aus gegen Dingelstädt,[28] das Wrangel überfiel und eroberte. Dabei fiel ein Teil des Städtchens einer Feuersbrunst zum Opfer, die durch das mitgelaufene Gesindel entstanden war. Als sich nun die Eichsfelder Bauern zusammenrotteten, und man hörte, daß der Feind sich rächen wolle, zog Burchard nach Mühlhausen zurück und bat den Residenten dorthin zu kommen, um zu beraten, wie man das Eichsfeld für Herzog Wilhelm wiedergewinnen könne. Erskein begab sich sofort nach Mühlhausen und ordnete an, daß 800 Mann Ausschuß und einige hundert Reiter gegen Heiligenstadt[29] marschieren, die Stadt besetzen und alles Getreide nach Mühlhausen bringen sollten. Den Herzog aber bat er, dem Grafen Löwenstein oder dem Obersten Eßleben zu befehlen, mit allem geworbenen Volk nach Duderstadt zu ziehen, damit man vor den Lüneburgern dort sei und Herzog Georg dann keinen Grund mehr habe, auf seiner Weigerung – er war von Gustav Adolf aufgefordert worden, nach Nürnberg[30] zukommen, hatte sich aber geweigert, da ihm die Belagerung von Duderstadt und Wolfenbüttel[31] wichtiger zu sein schien – zu verharren. Herzog Wilhelm gab dem Grafen Löwenstein den Befehl, alle in Thüringen neugeworbenen Truppen mit Erskeins Zustimmung zu sammeln, mit ihnen gegen das Eichsfeld zu ziehen, das Land wieder zu besetzen, Musterplätze einzurichten und die Verräter, die dem Feind Vorschub geleistet hätten, zu bestrafen. Der Graf aber fühlte sich durch den eigenmächtigen Zug Dr. Burchards gegen Dingelstädt, den er als Eingriff in sein Kommando über die Soldateska betrachtete, derartig beleidigt, daß er dem Befehl des Herzogs nicht Folge leistete und sich um nichts weiter als die Erfurter Garnison kümmerte, wodurch er bald mit dem Residenten in offenen Zwiespalt kam“.[32]

„Gegen Mitte Juli trat der Resident Alexander Eßken wieder mit einer Forderung an das Land heran. Er ersuchte um Anweisung eines Sammel- und Musterplatzes für vier Kompanien Fußvolk. Nur das inständige Bitten und die eindringlichen Vorstellungen vermochten Eßken endlich diese Belegung der Stadt auf drei Kompanien herabzusetzen. Welche Last das bedeutete, ersieht man erst, wenn man erfährt, daß den Kompanien nicht allein Wohnung und Unterhalt, sondern auch volle Löhnung zu stellen waren. Auf jede Löhnung, das hieß, damals wie heute noch, auf je zehn Tage waren zu gewähren an barem Gelde:

dem Kapitän                                                             12 Tlr.

dem Leutnant und Fähnrich                                     10 Tlr.

dem Sergeanten                                                         6 Tlr.

Fourier, Führer, Musterschreiber und Rüstmeister  12 Tlr.

zwei Trommelschlägern und einem Pfeifer                6 Tlr.

Sechs Korporälen                                                     12 Tlr.

Fünfzehn Rottmeistern und einundzwanzig Unter-

rottmeistern                                                               10 Tlr. 14 Gr.

zusammen  68 Tlr. 14 Gr.

Als Verpflegung war dem gemeinen Mann täglich zu liefern: zwei Pfund Brot, das Pfund zu vier Pfennig, ein Pfund Fleisch zu sechzehn Pfennig und eine Kanne Bier[33] zu acht Pfennig. Hierzu trat dann noch die Verpflegung des Stabes sowie die Versorgung der Pferde (jede Kompanie hatte deren vierzehn bei sich) mit Hafer, Heu und Stroh“.[34]

Der schwarzburg-sondershausische Hofrat Happe[35] erwähnt ihn in seiner „Thüringischen Chronik“: „Den 30. Ju[n]i [10.7. BW] hat der Königliche Resident zu Erfurt über 600 Scheffel Getreyde zu Ebeleben[36] [ab]langen lassen und nach Mühlhausen führen lassen. Ist Meinem gnädigen Herrn davon nicht ein Korn wieder worden“.[37]

„Ein Glück war es, daß Pappenheim Ende Juni [1632; BW] dem Eichsfeld den Rücken kehrte, als er von dem Anzug Herzog Georgs und Baudissins Kunde erhielt. Als man in Erfurt davon hörte, machte man sogleich den Versuch, das Land wieder in Besitz zu nehmen. Kriegsrat Dr. Buchard zog mit einigen Kompanien zu Fuß und etwas Reiterei unter [Wilhelm; BW] Wrangel und [Christoph Friedrich v.; BW] Eßleben von Mühlhausen aus gegen Dingelstädt, das Wrangel überfiel und eroberte. Dabei fiel ein Teil des Städtchens einer Feuersbrunst zum Opfer, die durch das mitgelaufene Gesindel entstanden war. Als sich nun die Eichsfelder Bauern zusammenrotteten, und man hörte, daß der Feind sich rächen wolle, zog Burchard nach Mühlhausen zurück und bat den Residenten dorthin zu kommen, um zu beraten, wie man das Eichsfeld für Herzog Wilhelm wiedergewinnen könne. Erskein begab sich sofort nach Mühlhausen und ordnete an, daß 800 Mann Ausschuß und einige hundert Reiter gegen Heiligenstadt marschieren, die Stadt besetzen und alles Getreide nach Mühlhausen bringen sollten. Den Herzog aber bat er, dem Grafen [Christoph Heinrich v.; BW] Löwenstein oder dem Obersten Eßleben zu befehlen, mit allem geworbenen Volk nach Duderstadt zu ziehen, damit man vor den Lüneburgern dort sei und Herzog Georg dann keinen Grund mehr habe, auf seiner Weigerung – er war von Gustav Adolf aufgefordert worden, nach Nürnberg zu kommen, hatte sich aber geweigert, da ihm die Belagerung von Duderstadt und Wolfenbüttel[38] wichtiger zu sein schien – zu verharren. Herzog Wilhelm gab dem Grafen Löwenstein den Befehl, alle in Thüringen neugeworbenen Truppen mit Erskeins Zustimmung zu sammeln, mit ihnen gegen das Eichsfeld zu ziehen, das Land wieder zu besetzen, Musterplätze einzurichten und die Verräter, die dem Feind Vorschub geleistet hätten, zu bestrafen. Der Graf aber fühlte sich durch den eigenmächtigen Zug Dr. Burchards gegen Dingelstädt, den er als Eingriff in sein Kommando über die Soldateska betrachtete, derartig beleidigt, daß er dem Befehl des Herzogs nicht Folge leistete und sich um nichts weiter als die Erfurter Garnison kümmerte, wodurch er bald mit dem Residenten in offenen Zwiespalt kam.

Inzwischen schritten Herzog Georg und Baudissin bereits zur Besetzung des Eichsfelds. Der schwedische Oberst Lars Kagg drang mit seinen Scharen nach Heiligenstadt vor, plünderte es und legte die Stadttore nieder. Herzog Georg begann die Belagerung Duderstadts. Er hatte an der Stadt besonderes Interesse, da Gustav Adolf ihm deren Besitz und den Eichsfeldischer Ämter in ihrer Umgebung in Aussicht gestellt hatte. Nachdem er sie am 5. August eingenommen und ihre Festungswerke geschleift hatte, mußte ihm die Bürgerschaft den Huldigungseid leisten. An Herzog Wilhelm sandte er ein Schreiben, in dem er Duderstadt, das Amt Gieboldehausen,[39] die Gerichte See-[40] und Bernshausen[41] und ‚dazu gehörige Pertinentien’ für sich beanspruchte. Auch den König bat er, ihm diese Teile des Eichsfelds als ‚unzweifelhaftige pertinentia Unseres uralten fürstlichen Hauses Braunschweig und Lüneburg grubenhagischen Teils alte Stammlehen’, mit denen zum ‚Präjudiz’ seines Hauses ‚von E. k. M. mein Vetter Herzog Wilhelm zu Sachsen Ld. vertröstet sein soll’, zu überlassen.

Erskein, der sich in das Lager vor Duderstadt begeben hatte und hörte, daß die lüneburgische Armee auf dem Eichsfeld Werbeplätze anstellen wollte, versuchte das mit allen Mitteln zu verhindern und ließ sich Herzog Wilhelms an dem Eichsfeld ‚versierendes Interesse angelegen sein’. Dem Herzog Georg und dem Kriegskommissar Grubbe erklärte er, daß, wenn sie dem Herzog Wilhelm zugute Duderstadt befreit hätten, dieser doch andererseits Göttingen[42] dem Hause Braunschweig-Lüneburg zum Vorteil erobert habe, ohne das umliegende Land zu seinem Werbeplatz zu machen. Herzog Wilhelm aber drängte er, ihm die Verwaltung des Eichsfelds anzuvertrauen und den Reichskanzler zu bestimmen, Grubbe zum Verlassen des Landes zu veranlassen. Er wolle es dann einschließlich Duderstadts im Namen des Herzogs besetzen und darin Werbeplätze anstellen, damit Thüringen entlastet werde. Wilhelm war damit zufrieden. Als die lüneburgische Armee, die im Lande übel gehaust und sogar drei Mühlhäuser Dörfer geplündert hatte, im Laufe des August abzog, quartierte Erskein einige Kompanien aus Thüringen dorthin und ernannte am 11. September im Namen Gustav Adolfs und Herzog Wilhelms den Obersten Christoph Friedrich von Eßleben zum Kommandanten des Landes, abgesehen von Duderstadt, das zunächst lüneburgisch blieb. Der Oberst sollte sich ‚von keinem Benachbarten oder wer es sonst sein möchte keinen Eingriff tun lassen und uns entziehen und in anderer Herren Gewalt geraten lassen’. Das Eichsfeld war so wieder in der Gewalt Herzog Wilhelms, allerdings ohne Duderstadt“.[43]

„Die Befestigung Erfurts war inzwischen weiter fortgeschritten. Ende August heißt es in einem Schreiben Raspes[44] an den Herzog: ‚Der Bau geht ziemlich fort, die große Schleuse wird in wenigen Tagen fertig, desgleichen das große Hornwerk und die Batterien hinter dem Petersberge, ist auch schon an dem anderen Werk gegen das Andreastor und den anderen Schleußen gegen das Löbertor den Anfang gemacht’, dagegen ‚ist man zur Zeit mit Munition nicht sonderlich versehen’.

Um die Vorgänge in der Stadt konnte sich der Resident nur wenig kümmern. Als er Anfang August aus Duderstadt zurückkehrte, fand er sie in einem ‚konfusen’ Zustand vor, denn der Rat hatte ‚keinen Respekt und Gehorsam bei den Bürgern, also daß sie anm Kontribution wenig bekommen und also nichts abtragen, auch die Löhnung in ein Stocken geraten lassen’. Der Rat wandte sich in seiner Hilflosigkeit an ihn mit der Bitte, die Bürger zur Zahlung zu zwingen. Erskein suchte nach Möglichkeit Ordnung zu schaffen, konnte jedoch Ausschreitungen der Soldateska nicht ganz unterdrücken. Der Rat klagte noch manchmal darüber, stellte dem Residenten aber dennoch das Zeugnis aus, daß ‚er an seinem Ort gebührende Remedierung zu verschaffen, große Mühe und lobwürdigen Fleiß angewendet’ habe.

Der Geistlichkeit war Erskein nicht gewogen.[45] Er ließ ihr den bereits im Mai versprochenen Schutzbrief, nach dem sie von Kontribution, Einquartierung und anderen Lasten befreit und ‚in dem Stande, Immunität und privilegiis, in welchen I. k. M. und I. f. G. Herzog Wilhelm sie verbleiben zu lassen sich erklärt’, erhalten bleiben sollte, erst am 10. August aushändigen und stand in den Streitigkeiten zwischen Rat und Geistlichkeit jetzt durchweg auf seiten des Rats“.[46]

„Am 13. Oktober traf vom Residenten Alexander Eßken die Nachricht ein, dass sich der König Gustav Adolf mit seinem Heere Thüringen wieder nähere und in der Umgebung von Erfurt ein Generalrendezvous halten werde. Gustav Adolf war in der Zwischenzeit nach Franken gezogen, hatte Mainz[47] erobert und die Pfalz gewonnen und war in Bayern vorgedrungen. Bei dem durch die Schweden erzwungenen Übergang über den Lech wurde Tilly[48] schwer verwundet und starb bald darauf in Ingolstadt.[49] Diese Stadt widerstand dem Angriff der Schweden, und Gustav Adolf zog deshalb nach München weiter. Im August stand er bei Nürnberg dem kaiserlichen General Wallenstein gegenüber, dessen verschanztes Lager er aber vergeblich zu erstürmen versuchte. Durch den Einfall Wallensteins in Sachsen veranlaßt, wandte sich Gustav Adolf ebenfalls dieser Gegend zu, und auf dem Marsche dahin näherte er sich, wie Eßken berichtete, eben jetzt wieder Erfurt“.[50]

„Der schwerste Schlag aber traf die [Erfurter; BW] Geistlichkeit durch die von Gustav Adolf am 19. Oktober verfügte Schenkung aller mainzischen Rechte und Güter an die Stadt. Sie erhielt alle weltlichen Rechte, die einst dem Erzbischof von Mainz[51] über die Stadt zustanden, außerdem den Mainzer Hof,[52] beide Stifter, acht Klöster, die katholischen Pfarrkirchen, das Jesuitenkollegium und die fünf Dörfer Daberstedt,[53] Dittelstedt,[54] Melchendorf,[55] Hochheim[56] und Wittterda.[57] Als Oxenstierna nach des Königs Tod am 2. Januar 1633 durch Erskein die feierliche Übergabe vornehmen ließ, war das Ende der Erfurter Geistlichkeit gekommen.

Eigentlich hätte Graf Löwenstein als Kommandant der Stadt den Residenten in den Erfurtischen Angelegenheiten unterstützen müssen. Er war aber ‚wegen des Eingriffs in sein Kommando und der Prozeduren auf dem Eichsfeld’ dermaßen verärgert, daß er sich um weiter nichts als die Garnison kümmern wollte. Es kam schließlich zu einem scharfen Gegensatz zwischen ihm und Erskein, so daß der Graf am 26. August Erfurt verließ, um zum König zu reisen, und Erskein den Herzog bat, einen anderen Kommandanten nach Erfurt zu schicken, den Grafen aber mit seinem Regiment zur Armee ziehen zu lassen, sonst ‚würde ich genötigt sein, diesen Ort zu quittieren’, da ‚I. k. M. noch E. f. G. ich keine ersprießlichen Dienste allhier dergestalt erweisen kann’. Das Erscheinen feindlicher Truppen im Vogtland[58] bewog ihn jedoch, eine Versöhnung mit Löwenstein zu suchen, da dessen Truppen bei einem Angriff des Feindes auf Erfurt von großem Wert sein konnten. In der Tat kehrte der Graf auf die Bitte des Residenten nach Erfurt zurück, blieb auch noch in der Stadt, ließ aber verlauten, daß er sie bald verlassen wolle. Man berichtete, er bemühe sich um kursächsische Dienste“.[59]

Happe notiert in seinem Diensttagebuch unter dem 19./29.10.1632: „Eodem die der Dechant in Erfurt, Magister Vebanus Kühne,[60] von dem Residenten gefangen genommen worden, hat die Stadt verrathen wollen“.[61]

„Den Ständen gegenüber trat Erskein rücksichtslos auf. Als Altenburg sich erneut auf seine Abgaben an Sachsen berief, den Obersten Steinbach aufforderte, das Land zu räumen, und ihm nichts auszahlte, erklärte er, Steinbach müsse sein Geld erhalten, ‚maßen dann die Quartiere nicht eher quittiert werden können, bis der Soldat wegen der ausgelobten Assistenz gelder kontentiert ist’. Dem Herzog berichtete er, daß ‚fast kein Stand Quartier gestattet noch Werbegelder williglich abtragen’ wolle. ‚Damit aber gleichwohl E. f. G. wohlmeinende Intention erreicht werde, als bin ich verursacht, wider dero Willen und Disputieren die Quartiere den Offizieren zu assignieren’ “.[62]

„Als Herzog Bernhard[63] von dem Zug Wallensteins[64] nach Norden erfuhr, forderte er den Residenten Erskein auf, sofort alles neugeworbene Fußvolk in und um Erfurt zu quartieren, auch allen Proviant aus der Umgegend und 500 Mann vom Landvolk in die Stadt zu bringen und das Kommando über die Garnison dem Obersten Rosen anzuvertrauen. Die Reiterei solle er zu Taupadel nach Koburg[65] schicken, jedoch 300 Reiter unter Brandenstein bei Schleusingen[66] lassen. Brandenstein war in Meiningen,[67] als er die Nachricht erhielt, daß Koburg von Wallenstein besetzt sei und nur die Veste sich noch verteidige. Er beschloß daher, sich auf den Schutz des Thüringer Waldes zu beschränken und die Straßen zu decken. Seine Reiter legte er nach Hildburghausen,[68] Meiningen und Römhild,[69] konnte aber nicht verhindern, daß eine Streifschar kurz nach Wilhelms Abreise bis gegen Schleusingen vordrang und 5 Häuser der Vorstadt in Brand steckte. Brandenstein verjagte sie zwar wieder, doch verbrannte sie auf ihrem Rückzug noch mehrere Dörfer und verbreitete unter der Bevölkerung Furcht und Schrecken”.[70]

„Daneben sollte der Ausschuß der thüringischen Stände zum Schutz der Festung [Erfurt; BW] verwendet werden. Er sandte ihnen ein Schreiben Gustav Adolfs zu, in dem der König sie aufforderte, den Herzog durch Zahlung von Kontribution, Stellung von Ausschuß, überhaupt in jeder Weise seine Aufgabe zu erleichtern, und ersuchte sie, zum 25. Juni eine möglichst große Anzahl der jüngsten und besten Mannschaft ihres Aufgebots nach Erfurt zu schicken. Ja, er sandte sogar seinen Bruder Albrecht nach Altenburg und seinen Rittmeister Hans Vitztum nach Koburg, um der Forderung größeren Nachdruck zu geben.

Über die künftige Verwaltung Thüringens hatte er mehrere Aussprachen mit Löwenstein und Erskein. Er billigte zwar die selbstherrliche Art, mit der der Resident geschaltet hatte und durch die er in Gegensatz zu dem Grafen und den weimarischen Räten geraten war, durchaus nicht, hielt es aber doch für ratsam, dem tatkräftigen Schweden die Oberleitung der thüringischen Angelegenheiten zuzugestehen. Er unterzeichnete am 22. Juni für diesen eine Vollmacht, in der er ihn, da ‚Wir die von I. M. Uns anbefohlene Pflicht im thüringischen Kreise und den Estat derselben Provinz, sowohl das Gouvernement in der Stadt Erfurt in Person nicht allezeit werden verwalten können’, zu seinem Vertreter ernannte, dessen Befehlen die Stände und die Soldateska nachzukommen hätten, und gab diese Vollmacht den Ständen bekannt. Dem Residenten gegenüber sprach er die Hoffnung aus, daß er ihm in seinem Statthalteramt keinen Eintrag tun, sondern sich nach seinen Befehlen richten und auch mit dem Grafen Löwenstein und seinen weimarischen Räten vertragen werde. Dem Grafen blieb auch weiterhin das Kommando über die Soldateska, die Verwaltung der Kontributionsgelder dem Zahlmeister Evander, der die Rechnung führen und die Gelder während der Abwesenheit des Herzogs nach des Residenten ‚Disposition und Gutachten’ verwenden sollte. Das Direktorium über das Mainzer Gericht sollte Erskein gemeinsam mit den weimarischen Räten führen. Im übrigen hatten sie gemeinsam dafür zu sorgen, daß die Besatzung Erfurts durch 1900 Mann des ständischen Aufgebots verstärkt, die Wachen der Stadt gut besetzt, die Festungswerke weiter ausgebaut, Proviant, Geschütze und Munition in die Stadt gebracht würden, damit man im Notfall damit versehen sei“.[71]

„Als man im Hochsommer 1632 in Mühlhausen erfuhr, daß sich Pappenheim der Stadt von Westen her näherte, versuchte der Rat, die in der Stadt liegenden schwedischen Truppen loszuwerden. In dieser Angelegenheit sandte man deshalb am 9. Juli den Ratsherrn Hermann Bernego zu Herzog Wilhelm [IV. v. Sachsen-Weimar; BW] und zum schwedischen Residenten in Thüringen, Alexander Esken [Erskein]. Sogar mit dem schwedischen König sollte Bernego ‚gemeiner Stadt beschwerung halber’ verhandeln. Am 16. Juli bat der Rat den Residenten um Ausquartierung des Schenkschen Regiments. Als Oberst Schenk am nächsten Tag noch aus Dresden schreiben konnte, ‚es wirt Seiner [des Residenten d. A.] Zusage nach alles richtigk sein, damit ich in Mihlhausen Mit dem gantzen Regiment Vorblibe’, beklagte sich der Rat nochmals bei Esken. Die Städt wäre ‚alß fast der geringste Stand des Thüringschen Creißes die ganze Zeit vber’ mit Truppen belegt gewesen. Bernego erreichte am 14. Juli bei Herzog Wilhelm die Abberufung Schenks, allerdings zu Lasten der Stadt Nordhausen, denn das Schenksche Regiment wurde nun dorthin verlegt. Dem Schreiben des Herzogs war eine Abschrift des Befehls vom 13. Juli an den Residenten beigefügt, demzufolge Schenk schon mit seinem Regiment abberufen worden war, ‚zumal wir [Herzog Wilhelm d. A.] ihn [Oberst Schenk d. A.] an diesem orte [Mühlhausen d. A.] in verwegung zwischen Ihme vnd der Stadt kein Vertrawen ist, gar nicht leiden können’. Da Oberst Schenk aber zu diesem Zeitpunkt nicht in der Stadt war, er hatte ja am 17. Juli noch aus Dresden geschrieben, befahl Dr. Daniel Burchardt als Vertreter Wilhelms am 26. Juli dem Vertreter Schenks vor Ort, Oberstleutnant Günther, den Abmarsch. Günther weigerte sich jedoch, diesem Befehl nachzukommen und erklärte, er nähme in Abwesenheit Schenks nur von Esken Befehle ab. Der Rat schilderte darauf Esken diesen Vorfall und ersuchte ihn um den Abzugsbefehl. Der Rat bat, Esken solle ‚auch darbey zugleich verfügung thun, daß wir mit der Lehnunge, alldieweil wir vber die dem Obristen Lieutnant hierauf gethane halbmonatliche außzahlunge vnerachtet derselben gleichwohl vnterhalt geben müssen, verschont bleiben mügen’. Zumindest in bezug auf den Abmarsch des Regiments antwortete Esken am 1. August positiv: ‚[…] will auch nit zweiffeln, wan m. Commiss. Barth so heut von hinnen vorreist bey euch die Delogierung anstellen, das alsdann der Herr oberst vfbrechen wirdt, In Widrigen sonsten Ich vff ewres begehren mich persönlich zu euch erheben will’. Am gleichen Tag erhielt der Rat von seinem Gesandten Bernego eine weitere gute Nachricht. Dieser berichtete über seine Audienz bei Herzog Wilhelm. Der Herzog wäre über den Ungehorsam von Schenks Unterführern gegenüber seinem Sachwalter Burchardt sehr ungehalten gewesen. Bernego beschrieb in einem Brief an den Rat die Reaktion des Herzogs folgendermaßen, ‚wenn er [Schenk d. A.] nicht herauß wollte, solte man ihn herauß schlagen, denn Ihrer H.[erzoglichen] Gn[aden] wehre an ihrer [der Stadt d. A.] reputation mehr alß ahnn 2 odr 300 Mann gelegen’. Herzog Wilhelm suchte also das Wohlwollen der Stadt. Mit der gleichen Post wie Bernegos Bericht kam auch der Brief des Herzogs an den Rat an: ‚[…] Solte über Verhoffen solche Schenkische Einquartierung sich nicht gütlich abweisen lassen, so werdet Ihr nochmals alle beweglichen Zureden zu gebrachen vndt in dero entstehung die mittel /: Ihn mit Gewalt aus der Statt /: zu treiben ahn handt nehmen […]’.

Interessant ist, daß Wilhelm dem Rat zutraute, die Einheiten Schenks mit Gewalt vertreiben zu können. Bernego wandte sich daraufhin an den schwedischen Residenten, er möge ‚die großkünstge verfügung thun, das wir dieses Volcks entledigt werden mögen’. Schließlich kam am 27. Juli 1632 vom schwedischen Kanzler Oxenstierna aus Würzburg[72] an Schenk der Befehl zum Abmarsch. Er gab als Grund an, die Stadt sei durch das Schenksche Regiment erschöpft. Man hatte es also sogar geschafft, daß sich der schwedische Reichskanzler für Mühlhausen einsetzte. Oberstleutnant Günther fügte sich denn auch der Weisung Oxenstiernas, forderte aber zuvor noch vom Rat die Zahlung der Löhnung. Am 10. August konnte der Rat schließlich seinen Erfolg verbuchen, die Schenkschen Truppen mußten das Gebiet der Reichsstadt verlassen: ‚Alle vnd Jede hohe vnd Niedere officirer wie auch gemeine Knechte vnter dem hochlöblichen Schenkschen Regimente gehörig Sollen sich in Ihrem benambten quartier alß […] in die Vogtey,[73] […] in die Graffschaft Donna,[74] die neu ankommenten Truppen aber sollen nacher Northausen begeben. Vnd alda ferner bescheidts erwarten Wornach Sich Jeder zu achten’. Die Belastung wird also an das Umland, insbesondere an die Stadt Nordhausen, weitergereicht”.[75]

„Währenddessen war Gustav Adolf mit seinen Kriegsvölkern in Erfurt angelangt. Die nächste Aufgabe war, für ihre Unterkunft und Verpflegung zu sorgen. Die umliegenden Gegenden wurden zur Lieferung der Lebensmittel herangezogen. Der Resident Alexander Eßken legte die Beschaffung alles Nötigen den Thüringer Ländern auf. Von Eisenach wurden gefordert: neun Malter[76] Korn, zweiunddreißig Zentner Fleisch, vierundsechzig Eimer[77] Bier, sechshundert Metzen[78] Hafer, und zwar sollten diese Mengen täglich und so lange nach Erfurt geliefert werden, als sich der König mit seinen Truppen dort aufhielt.

Als dann später die Königin von Schweden, Gustav Adolfs Gemahlin, in Erfurt ankam, wurde zu deren Unterhalt noch besonders gefordert und zwar alle vierzehn Tage zu liefern: acht gute Rinder, sechszehn Schöpfe,[79] vier Kälber, drei Zentner Butter, ein Schock Hühner, vierzehn Schock Eier, ein Zentner Speck, dreißig Malter Hafer, zehn Fuder Heu, acht Karren Kohlen, acht Walter Weizen und ebensoviel Gerste. ‚Item’, wie es in dem Befehl dann weiter heißt, ‚etwas von Wilbert,[80] Fisch, Krebs und Gevogel, soll erträglich und wenig sein’. Die Forderung spricht für sich; eine Bemerkung daran zu knüpfen erübrigt sich.

Zur Bestreitung sonstiger Kriegsbedürfnisse wurde Eisenach die einmalige Zahlung von sechshundert Talern auferlegt. Bei Übermittelung der Forderung ließ der Kriegsrat Eßken die Bemerkung unterlaufen, er hoffe, dass die Lieferungen pünktlich und regelmäßig erfolgten, widrigenfalls er sich gezwungen sähe, etliche gewisse Regimenter in das Fürstentum zu legen. Was dabei herauskomme, wisse man ja aus Erfahrung zur Genüge. Das war deutlich, und man strengte alle Kräfte an, um diese Drohung nicht zur Tat werden zu lassen.

Da die Zeit nicht ausreichte, von jenen im Fürstentum daran Beteiligten erst die einzelnen Anteile einzuziehen, so beauftragten die Landstände den Rat der Stadt Eisenach, an Geld und Lebensmitteln schleunigst zusammenzuraffen, was ihm möglich wäre und dies einstweilen nach Erfurt abzuliefern. Bei wohlhabenden Bürgern der Stadt wurden in der Eile dreihundert Taler geliehen; hierzu schoß nach Hans David von Creuzburg hundert Taler für die Ritterschaft vor, und das Amt Eisenach gab hundert Taler, dass also im ganzen fünfhundert Taler an Eßken abgeführt werden konnten. […]

Das verlangte Korn musste als fertig gebackenes Brot geliefert werden, und dieses wurde durch Einsammeln bei den Bürgern von Haus zu Haus beschafft. An Fleisch brachte man neun ‚Rindsnöser’,[81] wie es in der Aufzählung heißt, und fünfundzwanzig ‚Schafnöser’ zusammen. Außerdem waren noch sechs Faß[82] Bier besorgt worden und die verlangte Menge Hafer. Letztere hatte der Land-Rentmeister Fulda auf Haus Wartburg[83] geliefert.

Mit diesen Vorräten zogen am 28. Oktober der vom Herzog zum Kriegskommissar ernannte Johann David von Creuzburg aus Bischofroda[84] und der herzogliche Rat Dr. Petrus Martini, diese beiden als Vertreter der Ritterschaft und der Ämter, sowie Hans Weiß und Hans Albrecht, diese im Auftrag der Stadt, nebst den nötigen Fuhrleuten und Viehtreibern gen Erfurt. Bei der Rückkehr brachte Hans David von Creuzburg die unliebsame Nachricht mit, der Resident Eßken habe die von der Stadt gezahlten fünfhundert Taler nicht auf seine letzte Forderung, sondern auf alte Reste abgeschrieben. Einige Tage vorher waren die Fuhrleute schon mit einer viel schlimmeren Hiobspost heimgekommen. Man hatte ihnen in Erfurt zwölf Pferde, vier Wagen und einen Karren zurückbehalten. Für die Eigentümer war dies der härteste Schlag, der sie treffen konnte, denn als Fuhrleute waren sie mit dem Verdienste auf ihr Geschirr angewiesen und wurden durch dessen Wegnahme geradezu brotlos. Der Rat der Stadt nahm sich zwar der Leute sofort an, und tat wegen Vergütung des Zurückbehaltenen in Erfurt Schritte, leider aber ohne Erfolg. Was blieb ihm schließlich übrig, als sich selbst mit den geschädigten Fuhrleuten abzufinden und ihnen den Verlust auszugleichen.

Mittlerweile hatte sich die schwedische Armee wieder in Bewegung gesetzt. Sie ließ sich den Proviant von Erfurt aus den daselbst gelegenen Magazinen nachfahren. Natürlich wurde hierbei wieder viel Fuhrwerk gebraucht, und bald erschien Alexander Eßken und forderte von Eisenach sechs wagen mit Decken, jeder mit vier guten Pferden bespannt und von zwei Knechten begleitet, außerdem zur Füllung der Magazine dreihundertsechzig Malter Korn und fünfhundertvierzig Malter Hafer. Hiergegen sollten die letzthin geforderten Assistenzgelder gänzlich fallen und Eßken erklärte sich sogar bereit, die jüngste Lieferung an Bier, Brot, Fleisch und Hafer mit bei dieser neuesten Forderung zu verrechnen. Ein Widerspruch oder gar eine Weigerung war undenkbar, und so blieb Rat und Landständen nur übrig, auf Mittel und Wege zu denken, um das Verlangte zu beschaffen.

Die Nähe des schwedischen Heeres machte sich für Eisenach auch auf andere Weise noch recht unangenehm fühlbar. Es kamen verschiedentlich Gesandte und Kuriere der Schweden durch die Stadt und verlangten von ihr jedes Mal Verpflegung und Weiterbeförderung. Die Bürger aber, durch die jüngsten Erlebnisse ängstlich gemacht, waren zur Herleihung von Fuhrwerk kaum mehr zu bewegen. So blieb dem Rate nur übrig, die benötigten Wagen und Pferde durch Ankauf zu erwerben, günstigsten Falles für das Geliehene Bürgerschaft zu leisten“.[85]

„Um so größer war seine [Wilhelms; BW] Enttäuschung über das Verhalten Oxenstiernas, als dieser auf seiner Reise zur Armee vom 10. bis 15. Dezember [1632; BW] in Erfurt weilte. Der Kanzler pflegte zwar mit ihm ‚de statu publico allerhand mündliche Konferenz’, schob aber zunächst ‚das Werk auf vorgehende Konjunktion mit Kursachsen’ und gab ihm keine bindende Zusage. Dagegen befahl er dem Residenten Erskein auf Grund des Nördlinger Dekrets Gustav Adolfs der Stadt Erfurt alle mainzischen Rechte und katholischen Güter zu vollständigem Besitz zu übergeben. Gleichzeitig ordnete er ihm einen schwedischen Buchhalter bei, der die Kontributionsgelder der thüringischen Stände einnehmen und ohne Erskeins Zustimmung nichts tun sollte“.[86]

„Das ging so weiter bis zum Schluß des Jahres 1632. Als um diese Zeit der Kriegsrat Eßken immer ungestümer um Entrichtung der rückständigen Kontributionsgelder drängte und der Rat immer und immer keine Mittel zu deren Zahlung in die Hände bekam, entschloß sich der Herzog endlich, die militärische Exekution zu verfügen. Bis man aber damit in der Georgengasse begann, wurde es doch ziemlich Ende März. Die zur Exekution nötigen Mannschaften stellte die auf dem Hause Wartburg liegende Wache. Die betroffenen Bürger hatten den Soldaten Wohnung, Holz, Licht, Salz und Lager zu gewähren und für jeden Tag und Mann ein Kopfstück zu zahlen. Bei halben Tagen trug es nur ein halbes Kopfstück und bei einzelnen Stunden im Verhältnis weniger. Diese Maßregel hatte schneller als man gehofft den gewünschten Erfolg. Bereits am 1. April 1633 konnten die zur Exekution aufgebotenen Soldaten wieder entlassen werden“.[87]

„Herzog Wilhelm gab sich die größte Mühe, ‚alle Inkonvenientien zu verhüten’, sandte zur Beaufsichtigung der Truppen Kommissare in die einzelnen Fürstentümer, konnte aber nicht hindern, daß es zu dauernden Zwistigkeiten kam, besonders da in manchem Fürstentum Sachsen und Schweden nebeneinander quartierten. Der kursächsische Oberst von Dehn ließ gegen den Herzog ‚ziemliche Bedrohung verlauten’, so daß ihn Wilhelm zur Ruhe verwies, sonst werde er ‚Gegenanstalt machen’. Außerdem schickte der Oberst dem Residenten ein ‚anzügliches Schreiben’, auf das dieser ‚der Meriten nach’ antwortete“.[88]

Der Schmalkaldener[89] Chronist Johann Georg Pforr [1612 -1687] hält fest: „Weil dan statt und ambt Schmalkald[en von allen ortten mit durchzügen, einquartirung[en und andern schwehren fortterung[en gequelet und geplaget worden, daß es einen steïn hette erbarmen mögen, auch niemand geweßen, der sich dieser betrengten statt hette angenommen oder mitleidenß getragen, alß haben sie endlich[en eine demütige supplication an daß general consilii generalis <e|x formati[90] zu Franckfuhrt[91] wegen der Dysenhaußischen[92] einquartirung[en] und andern jemmerlichen zustands wegen abgehen lassen, daruff nachfolgentes befehlich schreiben an residenten zu Erfurtt erfolget.

Dem edlen und hochgelahrten H[errn] Alexander Esken,

Königl: May[es]t[e]t zu Schweden raht und, im Türingischen bezirgk,

residenten zu Erfurtt

Edler hochgelahrter, sonders lieber Herr Resident, uns ist der statt und ambt Schmalkalden betrübter noht und jammerstandt, auch, waß die arme leuth ein zeit hero bey dem allgemeinen Evangelischen wessen getreulich ufgesetzet und beygetragen und welcher gestalt insonderheit sie uber 3 gantzer monat lang mit dem Dießenhaußischen suadron /: welcher mit unzimlichen geltexactionen nicht geringe ungelegenheit und schaden ihnen zugezogen haben soll :/ belegt und noch darzu auß dem Frenckischen craiß mit recruiten und contributionsgeldern beschwert geweßen, mit mehreren solcher gestalt repraesentirt und vorgetragen worden, dass mitt denen armen leuthen billig mitleidenß zu tragen, ihrer nunmehr soviel immer mügklich zu verschonen, sie auch andern confoederirten mitgliedern gleich zu halden und insonderheit deß Dießenhaußischen suadron sie eines zu entledigen, welches wir dem H[errn hirmit zu seiner nachrichtung anfügen und ihne darbey erinnern wollen, doran zu sein, dass gleichwie mehrbesagten Dießenhauß: squadron unverzügklich mit guter ordnung, ohne zufügung einig[en weittern schadenß, von ihnen abgeführt werden sollen, also auch berührtes ambt und statt Schmalkalden, welches zu dem Frenckischen craiß sein gebühr zutregt /: mit weitter<er> einlogirung, muster: od[er sammelblätzen nicht beschwert werde :/ deme der H[err recht zu thun und solcher betrengten leuht verschonung auch seine theilß mügkliche [zu] befürdernung wissen wird.

Und <datum ?| Franckfuhrt, den 26. April: a[nn]o 1634.

Assessores und rähte

Deß consiliii generalis <e>x formati”.[93]

Happe hält unter dem 25.4./5.5.1634 fest: „Eodem die, den 25. April, hat uns der Resident von Erfurt abermahls zwey Compagnien Heßlerische Reuter zu Clingen[94] einquartiret und einen halben Stab“.[95] „Zwey Compagnien Reuter und ein halber Stab von des Obersten Heßlers Regiment uns vom Residenten zu Erfurt einquartiret worden“.[96] 19./29.7.1634: „Eodem die der gewesene schwedische Resident Alexander Eske von Erfurt weg gezogen“.[97]

„Inzwischen war am 23. November [1634; BW] in Pirna[98] von den kaiserlichen und kursächsischen Bevollmächtigten der Friede[99] unterzeichnet worden, der nur noch der Ratifikation des Kaisers[100] und des Kurfürsten bedurfte. Johann Georg machte dem Herzog davon Mitteilung, ohne allerdings auf die Friedensbedingungen einzugehen, fügte auch hinzu, daß es bis zur Ratifikation nötig sei, die ‚ergriffenen Waffen noch ferner beizubehalten’ und zu sehen, daß ‚das noch übrige Volk konserviert werden möge, in hochnötiger Erwägung, wann dieselben sinken und zergehen sollten, daß alles viel schwerer hernach gehen würde’. Er habe bisher seine ganze Armee allein erhalten und in seinem Lande quartiert. Dieses sei jetzt zu erschöpft. Er verlange deshalb die Aufnahme von zwei Reiterregimentern in das Fürstentum Weimar. Zu Baner sandte er den Generalmajor Dam Vitztum von Eckstädt. Er forderte von ihm die Räumung der sächsischen Herzogtümer, Schwarzburgs, Anhalts und eines Teils des Stifts Magdeburg. Die anderen Lande könne er behalten. Baner war darüber ‚ziemlich betreten und in Sorgen’. Er konnte die Regimenter nicht wegführen, da er ‚nirgends damit hin wußte’. Sie enger zusammenzulegen war unmöglich, da Land und Truppen zugleich zugrunde gegangen wären. Seine Truppen zog er sofort über den Thüringer Wald zurück und begab sich nach Erfurt, wo Herzog Wilhelm bald darauf ebenfalls eintraf. Beide waren sich darüber einig, daß man den Kurfürsten bewegen müsse, von seiner Forderung abzustehen. Mit Zustimmung Baners verfaßte der Herzog ein Schreiben an Johann Georg. Darin führte er aus, Herzog Bernhard gerate in Gefahr, wenn ihm nicht Hilfe gebracht werde, und er und der Feldmarschall seien daher der Ansicht, daß man mit Unterstützung Hessens und Lüneburgs, deren Regimenter bereits auf dem Marsch seien, eine Vereinigung aller Truppen erreichen und sich befleißigen müsse, allem ‚vorbrechenden Unheil heilsam und vorsichtig’ vorzubauen, wobei sie auf die Hilfe des Kurfürsten rechneten. Nun werde gerade das Gegenteil eintreten, wenn der Kurfürst ihnen ihre Quartiere entziehe. Er bitte ihn deshalb, nicht auf seiner Forderung zu bestehen. Sein weimarisches Land aber sei durch Einquartierungen, Durchzüge, stetige Kontributionen und andere Kriegslasten ausgesaugt, auch müsse er seine eigenen Regimenter darin unterhalten. Der Kurfürst möge es mit Einquartierung sächsischer Truppen verschonen.

Inzwischen war Johann Georg mit einem Teil seiner Truppen nach Naumburg[101] gezogen und forderte Herzog Wilhelm und Baner zur Unterredung auf. Da Baner unschwer erraten konnte, daß der Kurfürst mit ihm wegen der Quartiere verhandeln wollte, er sich aber noch nicht im klaren war, wie er sich ihm gegenüber verhalten sollte, einigte er sich in mit dem Herzog in einer Aussprache, die am 2. Januar [1635; BW] in Weimar stattfand, daß Erskein mit dem Herzog die Reise antreten und des Feldmarschalls mit dem drohenden Anzug des Feindes entschuldigen sollte.

Am 2. Januar noch verließen der Herzog und Erskein Weimar, fanden aber den Kurfürsten nicht mehr in Naumburg vor. Sie reisten ihm, der auf dem Weg nach Eisleben[102] war, nach und holten ihn in Laucha[103] ein. Gemeinsam reisten sie nach Eisleben, wo vom 3. bis 5. Januar zwischen dem Herzog, Arnim und Generalfeldzeugmeister von Schwalbach, die für den Kurfürsten die Verhandlungen führten, wichtige Aussprachen stattfanden.  Arnim führte ‚mit vielen Worten’ aus, welche Verdienste der Kurfürst sich um die evangelische Sache erworben habe, daß er aber vom obersächsischen Kreis bisher wenig unterstützt worden sei. Er wiederholte nochmals die Forderung, man möge ‚in den Quartieren also zusammenrücken, daß die Seinigen ebenmäßig könnten akkomodiert werden’, und erwähnte, daß der Kaiser zu einem Waffenstillstand bereit sei, worüber sich der Herzog sich äußern möge. Herzog Wilhelm erklärte, man erkenne des Kurfürsten Verdienste schwedischerseits wohl hoch an, doch könne er sich jetzt noch ein viel größeres erwerben, wenn er die ihm schon bekannte ‚Hauptkonjunktion’ fördern und dadurch Herzog Bernhard entlasten werde. Über den Eintritt in einen Waffenstillstand müsse der Reichskanzler entscheiden, er könne es als Verbündeter Schwedens ebensowenig tun wie Baner. Man solle Schweden nicht übergehen. Arnim hielt dagegen einen gemeinsamen Vorstoß nach Franken für unmöglich, da der Feind dann in Sachsen einbrechen werde, und drängte erneut auf Einräumung der Quartiere. Schweden habe man in den Verhandlungen berücksichtigt und werde dies auch weiterhin tun. Um aber die Vereinigung der verschiedenen Armeen nicht zu hindern, wolle der Kurfürst dem Herzog Weimar, Eisenach-Koburg, die arnstädtischen und stadtilmischen Teile Schwarzburgs und das Eichsfeld, Baner Erfurt, Mühlhausen, Nordhausen, Hohenstein,[104] Stolberg,[105] Magdeburg und Halberstadt überlassen. Er beanspruche aber Altenburg, Anhalt, das übrige Schwarzburg und Reuß. Der Herzog sträubte sich jedoch auch dagegen. Er klagte, die Verpflegung für die Truppen müsse, wenn der Zug nach Franken unternommen werde, aus Thüringen geschehen, da in Franken nichts zu holen sei. Der Zug würde in dem Augenblick unmöglich gemacht, wenn Sachsen in Thüringen einrückte. Außerdem sei Schweden verstimmt, daß man ohne sein Wissen mit dem Kaiser verhandelt habe. Es sei mißtrauisch und glaube, man wolle es aus den Quartieren vertreiben. Baner könne die Quartiere nicht ohne Einwilligung Oxenstiernas räumen. Arnim aber bestand auf seiner Forderung. Der Kurfürst könne nicht auf die Zustimmung Oxenstiernas warten, seine Armee ginge dann inzwischen zugrunde. Habe der Feldmarschall die Quartiere eingenommen, so werde er sie auch wieder räumen können. Außerdem würde er sicherer sein, wenn er sich ‚hinter Kursachsen legte’, vor allem wenn Weimar, Hessen und Lüneburg unter Umständen in den Stillstand aufgenommen würden. Herzog Wilhelm meinte zu dieser letzten Bemerkung, er wisse nicht, was aus seinen Regimentern werden solle, wenn Baner sich zurückziehe. Zöge er mit ihm hinweg, so gerieten seine Lande in Gefahr. Bleibe er zurück, so müsse er wenigstens die von Arnim genannten Lande als Quartiere behalten. Doch müsse er darüber erst mit dem Feldmarschall reden. Er wolle einesteils gern Rücksicht auf Kursachsen nehmen, andernteils sei er aber Schwedens Verbündeter. Doch werde er sehen, daß man ‚allerhand hervorglänzenden Ungelegenheiten’ zuvorkommen könne. Baner wolle er zum Nachgeben bewegen.

Während der Verhandlungen machte er, obwohl er sich für Schweden einsetzte, keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen Baner und Oxenstierna, ließ auch durchblicken, daß er bereit wäre, seine Truppen unter gewissen Bedingungen dem Kurfürsten zu unterstellen. Johann Georg, der keinen Fleiß sparte, ihn an sich heranzuziehen, mag ihm auch für diesen Fall Versprechungen gemacht haben”.[106]

Den 10. März Befehl 50 Wispel Korn[107] nach Halberstadt oder Magdeburg ins Magazin zu liefern. Der General-Kommissär Eske, daß zur Armee des Feldmarschall Banner von Wernigerode[108] 11000 zweipfündige Brodte und 60 Faß[109] Bier und von Derenburg 3000 Brodte und 30 Faß Bier binnen 14 Tagen nach Magdeburg geliefert werden solle. Ebenderselbe an den Rath, wenn sie die Artillerie-Fuhrleute früher los sein wollten, sollten sie ihnen 100 Thlr.[110] auszahlen, würden sie bald gehen. Jener Proviant wurde erlassen, aber die Stadt mußte 200 und die Dörfer[111] 100, so wie Derenburg[112] 100 Thlr. zur Bezahlung der Fuhrleute den 22. März zahlen; so wie wöchentlich 200 Thlr. Kontribution.

„Am 20. März 1635 nahm Fürst Ludwig von Anhalt seine Entlassung als schwedischer Statthalter. Die Gewalt ging über in die Hand des Generals Alexander Esche, der den Titel Resident führte. Seine Residenz war in den Monaten April bis Juni 1635 Schloß Schneidlingen“.[113]

1637 versuchte er die schwedische Macht in Pommern zu reorganisieren.

Happe hält akribisch fest: „Den 21. Februar haben wir den Residenten zu Erfurt ein Pferdt vor einhundert Thaler verehret“.[114]

Banér selbst konnte am 26.8.1639 Erskein aus Altbunzlau[115] für seine Berichte über seine Ankunft in Deutschland und die Verhandlungen mit der schwedischen Regierung danken. Er lud ihn einer persönlichen Zusammenkunft ein. Die Reise sei gefahrlos, nachdem Landsberg[116] erobert und Liliehöök zur Oder vorgedrungen sei, dem er, B., Truppen entgegen geschickt habe.[117]

1642 wurde Erskein auf Wunsch Leonhart Torstenssons als Kriegsrat erneut bestätigt.

1644 wurde er Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ unter dem Gesellschaftsnamen „der Fürsichtige“.

1645/46 amtierte er als Assistenzrat Torstenssons in Leipzig.[118]

Am 26.6.1645 schrieb Leopold Wilhelm[119] an Gallas,[120] er übersende die an Generalkommissar Zahrádecký adressierte Beschwerde des schwedischen Kriegsrats Alexander Erskein wegen der Nichteinhaltung der Abmachungen über die Salvaguardien und befehle, in Zukunft nur die mit beiderseitiger Zustimmung eingesetzten Salvaguardien zu respektieren. Alle übrigen sollten von kaiserlichen Truppen liquidiert und falls sie sich nicht widersetzten, zu ihren Regimentern geschickt werden.[121]

„Die angespannte Situation durchaus nicht verkennend, schrieb Johann Georg I. am 7. Februar 1646 Torstenson, er möchte doch Vertraute nach Oschatz[122] zu Unterhandlungen entsenden. Da dem Feldmarschall der Ort vor der Reichsarmee nicht sicher schien, schlug er im Gegenzug Eilenburg vor, das von den Schweden gut zu verteidigen wäre.

Schließlich begannen dann am 20. Februar in Eilenburg Lilie und Alexander Erskein im Namen der Königin von Schweden sowie Oberst Arnim und Dr. Oppel im Namen des Kurfürsten mit weiteren Verhandlungen. Anwesend waren im Auftrag des Administrators von Magdeburg [August v. Sachsen-Weißenfels (13.8.1614 – 4.6.1680); BW] auch Einsiedel [Hildebrand III. v. Einsiedel (1566 – 1647 ?] und Oberst Christian Ernst von Knoch im Namen der anhaltinischen Fürsten.

Die Schweden bestanden aber auf einen allgemeinen Frieden und die Verpflichtung, die Abmachung von den Nachfolgern der Königin und des Kurfürsten zu übernehmen. Den darüber verstimmten Johann Georg I. drängte [Ulrich Adam Poel v.; BW] Lobkowitz, die Verhandlungen sofort abzubrechen. Er versprach im Namen des Erzherzogs baldige militärische Hilfe und 80.000 Reichstaler Unterstützung im Krieg gegen die Schweden“[123].

Am 15.8.1646 erschien Erskein vor Augsburg[124] und verhandelte mit dem Rat wegen der Aufnahme französischer Völker, wurde aber abschlägig beschieden. In der Darstellung des Historiographen und Habsburg-Anhängers Wassenberg[125] heißt es in seinem Florus (1647) anlässlich der Belagerung Augsburgs 1646: „Von Rain[126] giengen der Bundesgenossen beyde Kriegsherren auff Augspurg / welche anfangs schlecht besetzt vnnd versehen gewesen / bekam aber bald vnterschiedlichen Succurs / erstlich vnter dem Oberst. Leutenant Pissinger [Bissingen; BW] in die 400. Reuter vnnd Tragoner / welcher alsobald vff ein Schwedische Parthey in gegenwarth deß Schwedischen Assistenz Raths Herrn Alexander Eßkhens / (welcher in die Stadt kommen / in Meynung selbe durch gütliche Handlung in Schwedischen Gehorsamb zu bringen) außgefallen / selbige geschlagen / vnd ohne waß tod blieben / in 36. Reuter eingebracht. Den 8. 18. September seynd die Obersten Creutz vnd junge Kolb [Hans Jakob Kolb v. Kager; BW] mit dem Rest von 800 Reutern / vnd Tragonern (davon der General Leuten. Königsmarck bei Schwabenhausen[127] / auff 250. Theils nidergemacht / theils gefangen / neben 1. Oberst. Leuten. 1. Rittmeister / 3. Hauptmänner / etlichen Leut. vnd Fendrichen davon gebracht zu Verstärckung in die Stadt kommen“.[128]

Der Hildesheimer[129] Arzt und Chronist Dr. Jordan hält in seinem Tagebuch unter dem 18./28. und 20./30.7.1646 fest: „Alexander von Eschen, Schwedischer Armee-Assistenz-Rat, kam diesen Abent vmb 9 Vhr anhero“. „H. Eschen gehet wieder fort zur Schwedischen Armee“.[130]

Der Schmalkaldener Chronist Pforr notiert für 1646: „Den 2. Novembr: haben die beyden general Schwedischen Generalcommissarios Eßcken [Erskein; BW] und Bickell [Paykul; BW] sambt Graff Kintzki [Kinský v. Vchynice, Jaroslav Petr Freiherr BW] in der statt uber nacht gelegen, ist ihnen von gemeiner statt wegen der wein geschencket worden, welches noch keinem krigsofficirer wiederfahren“.[131]

Dr. Jordan schreibt unter dem 24.7./3.8.1647: „Der Schwedische AssistenzRath Alexander von Eschen kompt zu Achten[132] ins Dorf, benachtet daselbst“.[133]

1648 wurde Eskens Kriegsratspräsident unter dem Befehl des späteren Königs von Schweden, Carl X. Gustav, und Gesandter auf dem Westfälischen Friedenskongress.

Der gewöhnlich gut unterrichtete Dr. Jordan notiert unter dem 17.1./27.1.1648: „Die Schwedische HauptArmee stehet zwischen Brackell[134] vnnd Caßell,[135] vnnd war Gral. Wrangel, Königsmarck vnnd Alexander von Eschen zu Caßell“.[136]

Erskein behauptete von sich, er habe als Kriegskommissar wichtiges Archivmaterial aus den besetzten Städten retten können.[137] Vor allem im Eichsfeld, in Pommern und Prag „sammelte“ er dieses Material und bewahrte es in seinem Domizil Erskeinschwinge[138] bei Stade[139] auf. Zudem betrieb er nach eigener Aussage planmäßig Archivraub, wie der bei Johan Oxenstierna tätig gewesene Prediger Schupp berichtet: „Der Raub, den ich in Teutschland gethan habe, ist ein Briefe-Raub. Wann wir mit der Armee an einem Ort, sonderlich in ein Kloster, oder Jesuiter-Collegium kamen, habe ich alsobald geeilet nach dem Archiv zu, und habe alle Brieff eingepacket. Wann ich dann Zeit gehabt, habe ich sie durchgelesen, dadurch bin ich hinter so viel arcana, hinter so viel stücklein kommen, dass ihr es nicht wohl glauben können“.[140]

Ende April 1648 trat die schwedische Generalität in Nördlingen[141] zusammen. An dem Treffen nahm auch Erskein teil, zu diesem Zeitpunkt noch Kriegs- und Assistenzrat der schwedischen Königin, aber auch Bevollmächtigter der schwedischen Armee in Deutschland und den Gesandten der Krone in Osnabrück.[142] Die Generalität legte fest, der Krieg sei „vom römischen Reich abzuführen, damit selbiges sich etwas zu der Schwedischen Armee kunfftigem Aufnemmen recolligiren (erholen) könne, … hingegen sei sedes belli ipsa (der eigentliche Kriegsschauplatz) nach den Erblanden zu transferirn und dort zu conserviren … Churbaiern vermittelst aller coniungirten Macht … zu ruiniren”.[143] Diese Nördlinger Beschlüsse hatten die satisfatio militum zum Ziel, die Geldabfindung der schwedischen Armee bei ihrer Abdankung. Ihr ganz eigenes Interesse stellten die Generäle in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen und wußten sich in Übereinstimmung mit ihrer Regierung, wenn auch die Vorstellungen über die Höhe der satisfatio militum beträchtlich auseinander gingen. Die schwedische Generalität hat offenbar einen baldigen Friedensschluss nicht mehr ausgeschlossen, jedoch wohl schon damals über den Friedensschluss hinaus mit einem längeren Verbleib im Reich gerechnet, aber außerhalb des österreichischen Reichskreises. Im erholten Reich konnte Schweden gelassen Geldabfindung, Abdankung und Abzug seiner Armee betreiben. Inwieweit Erskein hinter den Vorstellungen stand, im Norden Deutschlands einen geschlossenen schwedischen Soldatenstaat zu errichten, bedarf noch der Untersuchung.

Anlässlich der Eroberung der Prager Kleinseite und der gewaltigen Kriegsbeute durch Hans Christoffer von Königsmarck am 26.7.1648 erbeutete er unter anderem eine bemerkenswerte Bücherei. Er war an den Verhandlungen in Prag und Nürnberg nach dem Westfälischen Frieden beteiligt.

Piccolomini wandte sich am 8.10.1648 an Blumenthal: Er begrüßte dessen Privatgespräch mit Erskein, das fruchtbarer sei als eine öffentliche Konferenz. Da dieser unter den schwedischen Vertretern der Wortführer sei, wäre es gut, ihn mittels eines Geschenkes für den Frieden und vor allem für den Abzug der schwedischen Soldaten aus Böhmen zu gewinnen. – Er, P., habe dem Kaiser darüber geschrieben und sollten Blumenthal die 1.000 Dukaten für Erskein in die Hände kommen, möge er sie ihm unverzüglich übergeben, denn er werde in Kürze von Prag nach Münster reisen, um dort Termin und Modalitäten der Auflösung aller schwedischen Truppen auszuhandeln.[144]

Rudolf Graf Colloredo teilte Piccolomini am 17.11. aus Prag mit, die Nachricht von der Beendigung des Krieges sei eingetroffen. „Euer Excellenz berichte hiermit gantz dienstlich, wasmassen deroselben Trompetter mit denen Schreiben den allgemeinen Frieden betreffend heute um 4 Uhr allhier angelangt ist, welchen ich sobalden mit frischen Pferden zu Ihre Durchlaucht dem Pfaltzgrafen [Karl Gustav] incaminirt hab, so sich dato noch um Kuttenberg[145] befindet und die Volcker der Orten einlogiret hat. Wie auch bereits den General Königsmarck und den Kriegs-Praesidenten Alexander Ersckein zu diesen Tractaten deputirt, welche auf der Kleinseiten auch ankommen, und der gantzlicher Meinung seind, es werde der Herr Graf Schlick ehistes allhier ankommen und also samblich eine Conferentz halten. Wessen sich nun der Pfaltzgraf über die durch Euer Excellenz Ihme zugeschicktes Schreiben ferners erkären wirdt, hatt man zugewarten; der Herr von Kolowrath befindet sich zu Budweis“.[146]

Über den Stand der Prager Verhandlungen informierte Colloredo Piccolomini an diesem 6.12.: Er warte auf Berichte über die Verhandlungsergebnisse mit den Schweden, mit denen Piccolomini Goltz und Traun betraut hatte. Auch in Prag verhandle man mit den Schweden. Am Vortag habe Johan Stadelmayer, der schwedische Generalquartiermeister, mit ihm zu Abend gegessen und gesagt, die Schweden hätten sich mit ihrem Abzug aus Böhmen einverstanden erklärt, doch würden nicht alle abmarschieren. Am nächsten Tag solle die Verhandlung mit sämtlichen schwedischen Kommandanten fortgesetzt werden; der Ablauf wäre bei einem Pokal Wein günstiger als bei Disputationen und Streitigkeiten. Er halte es für das Wichtigste, Erskein zu gewinnen, der der Wortführer der Schweden sei. In Prag herrsche große Not, die einzigen Städte, aus denen ab und zu etwas nach Prag gelange, seien Budweis und Pilsen.[147]

Blumenthal informierte Piccolomini an diesem 6.12.: Mit den Schweden verhandle man über deren Abmarsch aus Prag. Die größte Bereitwilligkeit bei den Verhandlungen habe Erskein gezeigt und er, B., halte es für geraten, wenn ihm der Kaiser 1.000 Dukaten zum Geschenk machen wollte. Nach Abschluss der Vereinbarungen werde Königsmarck Prag verlassen, Arvid von Wittenberg bleiben; Erskein werde sich nach Münster[148] begeben.[149]

Montecuccoli konnte Piccolomini am 9.12. aus Prag berichten, an diesem Tag habe die schwedische Armee mit ihrem Abmarsch begonnen und bei Kolin[150] die Elbe überschritten. Ein Teil der Truppen soll nach Pommern, ein Teil ins Vogtland gehen. Sie marschierten sehr diszipliniert, ohne Schaden anzurichten. Kolovrat habe sämtlichen Kommandanten in Böhmen befohlen, nach dem 1.12. keine Kontributionserhebungen mehr zu dulden, da dies vertragswidrig wäre, und habe dies auch Erskein mitgeteilt. Die Hauptpunkte der Abmachung seien folgende: Freilassung der Gefangenen, Verpflegung der Besatzungen im Rahmen der Vereinbarungen, Räumung aller Orte bis 1.1.1649, Beendigung der Feindseligkeiten auf beiden Seiten, Herausgabe von Kanonen, Möbeln, Archiven sowie die Übergabe der Oberen Pfalz an Bayern.[151]

Montecuccoli wandte sich am 13.12. wieder aus Prag an Piccolomini: Die Schweden seien mit der Einquartierung der bayerischen Armee in der Oberen Pfalz nicht einverstanden. Am heutigen Morgen habe ein Treffen zwischen Blumenthal und Erskein auf der Kleinseite stattgefunden und um drei Uhr Nachmittag wolle man sich wiederum auf der Brücke treffen. Der Abmarsch der Schweden gehe ordnungsgemäß vor sich, Arvid Wittenberg solle als Letzter bis zum Abmarsch der Garnisonen aus den Städten bleiben.[152]

Am 26.12. wandte sich Montecuccoli wieder an Piccolomini: Am 24.12. hätten die Schweden eine schriftliche Mitteilung über ihr geplantes weiteres Vorgehen in den kaiserlichen Ländern abgegeben und Blumenthal habe sich am heutigen Tag aufs Neue auf die Kleinseite begeben, um die Angelegenheit mit Erskein zu besprechen.[153]

Nach Schweden zurückgekehrt, wollte ihn Königin Christina zum Freiherrn erheben, was Erskein aber zweimal ablehnte. Vom November 1650 bzw. von 1652 an amtierte er als Rat in den schwedisch besetzten Herzogtümern Bremen und Verden, wo Königsmarck als Gouverneur eingesetzt war. 1652 wurde er geadelt, 1653 wurde er Präsident in Bremen und Verden.[154] 1655 wurde er zum Freiherrn erhoben. 1656 geriet er bei der Eroberung Warschaus in Gefangenschaft und starb später in Zamość.[155] Begraben wurde er in St. Peter in Bremen.

[1] MURDOCH (Hg.), SSNE ID: 1508; BAUER, Personalschriften S. 192;  DROSTE, Im Dienst der Krone, S. 390-391; Schulze, Das Stader Reichsarchiv; HILDEBRAND, Erskein; JÖRN, Servorum Dei Gaudium; die Erwähnungen bei HAPPE, MARX und HEUBEL.
[2] Wittenberg [Kr. Wittenberg]; HHSD XI, S. 504ff.
[3] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.
[4] Jena; HHSD IX, S. 215ff.
[5] Rostock; HHSD XII, S. 95ff.
[6] Vgl. HEIBERG, Christian 4.
[7] Stralsund [Kr. Stralsund]; HHSD XII, S. 292ff.
[8] Vgl. REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein (ab Februar 2012 auch in dt. Übersetzung).
[9] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.
[10] Mühlhausen [Kr. Mühlhausen]; HHSD IX, S. 286ff.
[11] Die Grafschaft Henneberg-Schleusingen wurde nach dem Tod des letzten Grafen auf Grund der Erbverbrüderung von 1554 (de facto seit 1583) von den beiden wettinischen Linien, den sächsischen Albertinern und den thüringischen Ernestinern, bis 1660 gemeinsam verwaltet. Die Grafschaft Henneberg gehörte 1631 zu den von den Truppendurchzügen und Einquartierungen am schlimmsten betroffenen Territorien. An das Aufbringen der Kontribution nach Erfurt war kaum zu denken, das Rentamt in Schleusingen verfügte über keine Mittel. Die Landstände wurden bewogen, innerhalb der nächsten zwei Monate 2.500 Rt. aufbringen zu wollen. Ein weiterer schwerer Schlag wurde nach dem Bericht des kursächsischen Oberaufsehers Marschalk der Grafschaft im Oktober 1634 durch den Einbruch der Truppen Piccolominis versetzt.Vgl. HEIM, Leiden; HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 255; KÖBLER, Lexikon, S. 247f.
[12] Altenburg [Kr. Altenburg]; HHSD IX, S. 6ff.
[13] Vgl. SENNEWALD, Das Kursächsische Heer (ab Dezember 2012).
[14] Saalfeld [Kr. Saalfeld]; HHSD IX, S. 369ff.
[15] Gräfenthal [Kr. Saalfeld]; HHSD IX, S. 161.
[16] Vgl. FINDEISEN, Axel Oxenstierna.
[17] Vgl. BRENDLE, Reichserzkanzler.
[18] Stift der regulierten Kanoniker, der Augustiner-Chorherren, geleitet von einem Propst, waren ihnen die Pfarrrechte für Taufe, Predigt, Beichte und Krankenbesuch eingeräumt. Kirche und Stiftsgebäude standen damals gegenüber von St. Alban. An der Lorenzkirche hatte man das Patronatsrecht. Der letzte Kanoniker verließ 1580 das Stift; bereits 1540 hatte der Erfurter Rat dort ein Gymnasium eingerichtet. Ab 1615 kam der Jesuitenorden in den Besitz der Kapitelgebäude.
[19] Duderstadt; HHSD II, S. 123f.
[20] Weimar; HHSD IX, S. 473ff.
[21] Coburg; HHSD VII, S. 127f.
[22] Eisenach [Kr. Eisenach]; HHSD IX, S. 88ff.
[23] Schwarzburg [Kr. Rudolstadt]; HHSD IX, S. 395ff.
[24] Stolberg [Kr. Sangerhausen]; HHSD XI, S. 453ff.
[25] Nordhausen [Kr. Nordhausen]; HHSD IX, S. 305ff.
[26] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 49ff.
[27] Vgl. STADLER, Pappenheim.
[28] Dingelstädt [Kr. Heiligenstadt]; HHSD IX, S. 77f.
[29] Heiligenstadt [Kr. Heiligenstadt]; HHSD IX, S. 186ff.
[30] Nürnberg; HHSD VII, S. 530ff.
[31] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.
[32] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 71f.
[33] 1 Kanne = 1, 73 Liter.
[34] PETER, Eisenach, S. 12f.
[35] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 111f.
[36] Ebeleben [Kyffhäuserkreis].
[37] HAPPE I 237 r; msdz.thulb.uni-jena.de.
[38] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.
[39] Gieboldehausen [Kr. Duderstadt]; HHSD II, S. 166f.
[40] Seehausen, heute Ortsteil von Bad Frankenhausen [Kyffhäuserkreis].
[41] Bernshausen, heute Ortsteil von Seeburg [LK Göttingen].
[42] Göttingen; HHSD II, S. 178ff.
[43] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 71ff.
[44] Thomas Raspe 1585 – 1662], weimarischer Rat. Vgl. MARX 21 r, Marx 22 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.
[45] Vgl. die vielen Erwähnungen bei MARX, mdsz.thulb.uni-jena.de.
[46] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 74f.
[47] Mainz; HHSD V, S. 214ff.
[48] Vgl. KAISER, Politik; JUNKELMANN, Der Du gelehrt hast; JUNKELMANN, Tilly.
[49] Ingolstadt; HHSD VII, S. 326ff.
[50] PETER, Eisenach, S. 14.
[51] Vgl. BRENDLE, Reichserzkanzler.
[52] „Residenz der kurfürstlich-mainzischen Beamten und Eigentum sowie Herrschaftsbereich des Mainzer Erzbischofs als Stadtherr von Mainz, in dem als exterritorialem Gebiet der Rat von Erfurt nichts zu bestimmen hatte. Von hier wurden seine Besitzungen von und um Erfurt verwaltet und seine Rechte wahrgenommen. Als Stellvertreter des Erzbischofs agierte der Vitztum, der später auch als Küchenmeister bezeichnet wurde. Siegler und Schultheiß sowie Amtleute, Richter und Eintreiber wohnten hier. Hier existierte auch ein besonderes Gefängnis für geistliche und weltliche Angehörige, das sogenannte „Hundehaus”. Ab 1631 war der Mainzer Hof, der schon 1578 als desolat und verkommen galt, vorübergehend von sachsen-weimarischen und schwedischen Amtsträgern besetzt“. [mdsz]
[53] Daberstedt, heute Stadtteil von Erfurt.
[54] Dittelstedt, heute Stadtteil von Erfurt.
[55] Melchendorf, heute Stadtteil von Erfurt.
[56] Hochheim, heute Stadtteil von Erfurt.
[57] Witterda [Kreis Sömmerda].
[58] Vogtland; HHSD VIII, S. 350ff.
[59] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 75f.
[60] Gemeint ist Urbanus Heun. Vgl. die Erwähnungen bei MARX, mdsz.thulb.uni-jena.de.
[61] HAPPE I 284 v; msdz.thulb.uni-jena.de.
[62] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 76.
[63] Vgl. JENDRE, Diplomatie und Feldherrnkunst.
[64] Vgl. REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein; SCHUBERTH; REICHEL, Die blut’ge Affair’.
[65] Coburg; HHSD VII, S. 127f.
[66] Schleusingen [Kr. Suhl]; HHSD IX, S. 382ff.
[67] Meiningen [Kr. Meiningen]; HHSD IX, S. 269ff.
[68] Hildburghausen [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 198ff.
[69] Römhild [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 353ff.
[70] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 79.
[71] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 57f.
[72] Würzburg; HHSD VII, S. 837ff.
[73] Vogtei: Landschaftsbezeichnung für die drei Dörfer Oberdorla, Niederdorla und Langula in Westthüringen. Bis 1329 teilten sich das Erzbistum Mainz und die Herren von Treffurt die Herrschaft in den drei Dörfern der Mark Dorla. Die Treffurter als Raubritter wurden daher von Mainzern, Hessen und Sachsen gemeinsam bekämpft und besiegt Diese übernahmen die gemeinsame Verwaltung von Oberdorla, Langula und Niederdorla. Ab 1333 wurde zur Wahrung ihrer Rechte und Besitzungen je ein Vogt in die drei Dörfer eingesetzt. Dadurch entstand das wohl kleinste Territorium im Reich.
[74] Gräfentonna [Kr. Langensalza]; HHSD IX, S. 162ff.
[75] ZENG, Mühlhausen, S. 314ff.
[76] 1 Malter = 304, 69 Liter.
[77] 1 Eimer = 72, 75 Liter.
[78] 1 Metze = 9, 521 Liter.
[79] Schöpse.
[80] Wildpret.
[81] Rindsnöser: Rindviecher.
[82] 1 Fass = 997,08 Liter.
[83] Wartburg; HHSD IX, S. 462ff.
[84] Bischofroda [Wartburgkreis/Thüringen].
[85] PETER, Eisenach, S. 17ff.
[86] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 87.
[87] PETER, Eisenach, S. 21f.
[88] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 170.
[89] Schmalkalden [Kr. Schmalkalden]; HHSD IX, S. 387ff.
[90] Consilium formatum: Ratsverversammlung der protestantischen Reichsstände, im April 1633 nach der Erneuerung des Heilbronner Bundes als Versuch eines Kontrollgremiums an die Seite des Direktors Axel Oxenstierna gestellt worden.
[91] Frankfurt/M.; HHSD IV, S. 126ff.
[92] Tiesenhausen, Detlof von [? – 1654].
[93] WAGNER, Pforr, S. 124f.
[94] Clingen [Kyffhäuserkreis]; HHSD IX, S. 69f.
[95] HAPPE I 308 r – 308 v; msdz.thulb.uni-jena.de.
[96] HAPPE I 310 r; msdz.thulb.uni-jena.de.
[97] HAPPE I 319 v; msdz.thulb.uni-jena.de.
[98] Pirna; HHSD VIII, S. 276ff.
[99] Der in Folge der schwedischen Niederlage in der Schlacht bei Nördlingen (5./6.9.1634) vereinbarte Prager Frieden zwischen Johann Georg von Sachsen und Kaiser Ferdinand II. wurde am 30.5.1635 unterzeichnet. Bei diesem Friedensschluss, dem fast alle protestantischen Reichsstände beitraten, verzichtete der Kaiser auf seinen Anspruch, den Augsburger Religionsfrieden von 1555 allein zu interpretieren und damit das Restitutionsedikt von 1629 durchzuführen (vgl. s. v. “Religionsedikt”); Ergebnis war eine begrenzte Festschreibung des konfessionellen Status quo. Weitere Ergebnisse waren: die Festschreibung der Translation der pfälzischen Kurwürde auf Bayern, der Ansprüche Sachsens auf die Lausitz und die Bildung eines Reichsheers (wobei Johann Georg von Sachsen und Maximilian I. von Bayern eigene Korps führen ließen, die als Teil der Reichsarmee galten), die bestehenden Bündnisse waren aufzulösen, fremde Mächte sollten den Reichsboden verlassen, etwaige Ansprüche auf den Ersatz der Kriegskosten seit 1630 wurden aufgehoben, eine allgemeine Amnestie sollte in Kraft treten. Zudem kann der Prager Frieden als einer der letzten kaiserlichen Versuche betrachtet werden, ein monarchisches System im Reich durchzusetzen. Maßgebliches Mittel dazu war die so genannte Prager Heeresreform, mit der der Kaiser den Versuch unternahm, nahezu alle reichsständischen Truppen unter seinen Oberbefehl zu stellen und zugleich den Ständen die Finanzierung dieses Reichsheeres aufzuerlegen. Diese Vorstellungen ließen sich ebenso wenig verwirklichen wie das Ziel, durch die Vertreibung der ausländischen Mächte Frankreich und Schweden zu einem Frieden im Heiligen Römischen Reich zu gelangen. Zur Forschungslage vgl. KAISER, Prager Frieden.
[100] Vgl. BROCKMANN, Dynastie.
[101] Naumburg [Kr. Naumburg]; HHSD XI, S. 341ff.
[102] Eisleben [Kr. Eisleben]; HHSD XI, S. 103ff.
[103] Laucha [Kr. Querfurt/Nebra]; HHSD XI, S. 269.
[104] Hohnstein [Kr. Sebnitz]; HHSD VIII, S. 151f.
[105] Stolberg [Kr. Sangerhausen]; HHSD XI, S. 453ff.
[106] HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 269ff.
[107] 1 Wispel Korn = 24 Scheffel zu 106 Liter = 2544 Liter.
[108] Wernigerode [Kr. Wernigerode]; HHSD XI, S. 493ff.
[109] 1 Fass = 50 Liter.
[110] 1 Reichstaler = 36 Mariengroschen = 24 gute Groschen je 12 Pfennige = 288 Pfennige.
[111] Wasserleben, Langeln, Drübeck, Minsleben, Silstedt, Nöschenrode, Altenrode, Darlingerode, Ilsenburg und Veckenstedt.
[112] Derenburg [Kr. Wernigerode]; HHSD XI, S. 75f.
[113] GÖBKE, Chronik, S. 58; Schneidlingen, heute Stadtteil von Hecklingen [LK Aschersleben-Staßfurt].
[114] HAPPE II 241 r; msdz.thulb.uni-jena.de.
[115] Altbunzlau [Stará Boleslav, Bez. Prag-Ost]; HHSBöhm, S. 4.
[116] Landsberg O. S. [Gorzów Śląskie; Kr. Rosenberg]; HHSSchl, S. 264f.
[117] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 891.
[118] Vgl. Slg. 15: Autographensammlung des Königlichen Hausarchivs der Niederlande. Online verfügbar unter: sachsen-anhalt.de/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_LHA/FB/Slg_15_00_Findbuch.pdf, Nr. 181: Alexander Ersken an alle Fürsten von Anhalt, Greiffenberg 1645.
[119] Vgl. die ausgezeichnete Dissertation von SCHREIBER, Leopold Wilhelm; BRANDHUBER, Leopold Wilhelm; DEMEL, Leopold Wilhelm.
[120] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas; KILIÁN, Johann Matthias Gallas.
[121] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 608.
[122] Oschatz; HHSD VIII, S. 265ff.
[123] KUNATH, Kursachsen, S. 280f.
[124] Augsburg; HHSD VII, S. 44ff.
[125] Vgl. LAHRKAMP, Everhard Wassenberg.
[126] Rain am Lech [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 599f.
[127] Schwabhausen [LK Dachau] ?
[128] WASSENBERG, Florus, S. 698.
[129] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff. Zu den Kriegsereignissen in Hildesheim vgl. auch PLATHE, Konfessionskampf.
[130] SCHLOTTER, Acta, S. 468.
[131] WAGNER, Pforr, S. 170.
[132] Achtum, heute Stadtteil von Hildesheim.
[133] SCHLOTTER, Acta, S. 479.
[134] Brakel [LK Höxter]; HHSD III, S. 112f.
[135] Kassel; HHSD IV, S. 252ff.
[136] SCHLOTTER, Acta, S. 483.
[137] Zu den von ihm in Erfurt erbeuteten Büchern vgl. CALLMER, Königin Christina; WALDE, Bücher- und bibliotheksgeschichtliche Forschungen.
[138] BES; FRANKOT; Brand, Baltic Connections, S. 751.
[139] Stade; HHSD II, S. 432ff.
[140] SCHUPP, Salomo, BL E VIIe.
[141] Nördlingen [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 525ff.
[142] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.
[143] SAMBRAUS, Feldzug, S. 84.
[144] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1195.
[145] Kuttenberg [Kutná Hora]; HHSBöhm, S. 307ff.
[146] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1212; Böhmisch Budweis [České Budějovice]; HHSBöhm, S. 46ff.
[147] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1225.
[148] Münster; HHSD III, S. 537ff.
[149] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1226.
[150] Kolin [Kolín]; HHSBöhm, S. 280ff.
[151] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1227.
[152] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1233.
[153] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1240.
[154] Verden; HHSD II, S. 464ff.
[155] Zamość [dt. Zamosch, Woiwodschaft Lublin, Polen].
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