Dowatzki [Donatzki, Domatzki], N

Dowatzki [Donatzki, Domatzki], N; Obrist [ – ] Dowatzki soll als Obrist 1646 in kaiserlichen Diensten gestanden haben. Am 7.1.1646 heisst es bei Carl Didriksson Ruuth: „Auß Schlesien wird berichtet, nach dem unserige Armee nach Böhmen gangen, hat sich der kaiserliche Obrister Dowatzki (Donatzki, Domatzki) wieder herfür gethan, mit etlich anderen feindlichen völkern, überwarfen sich ietzo mit dem Hause Franckenstein,[1] worauf ein Capitain [Krägel; BW] mit Dragonern liget“.[2] Wahrscheinlich handelt es sich dabei um de Vacchi.

[1.] Frankenstein [Zabkowice Śląskie]; HHSSchl, S. 95ff. frankenstein-schlesien.de: „Die Angriffe der Kaiserlichen ließen nicht lange auf sich warten; sie wurden jedoch in der ersten Hälfte des folgenden Jahres nur schwächlich unternommen, und mehrere Versuche, nächtlicherweile in die Stadt einzudringen und die Feinde zu überraschen, mißlangen zum größten Schaden der geängstigten Bürger. Da sollte eine kaiserliche Armee unter dem General Montecuccoli mit erdrückender Übermacht das schwedische Nest ausheben. Sie erschien Ende Juni 1646 und hatte am 1.Juli ihre Stellung von Zadel über Heinersdorf bis Olbersdorf eingenommen. Da die Stadt gegen eine solche Macht nicht zu halten war, zog sich Krägel auf das Schloß zurück, das er bis zum letzten Atemzuge halten wollte. Schon am 2.Juli begann die Beschießung des Schlosses. Drei schwere Geschütze standen auf dem Zadler Kirchberge und zwei Feuermörser im Quergässchen der Oberlangengasse. Von den Schanzen, die auf der Seite der Pfarrkirche zu aufgeworfen waren, schoß das Fußvolk mit Wallbüchsen nach den Fenstern und nach dem Dache des Schlosses und machte nächtliche Sturmangriffe. Aber bei der tapferen Verteidigung dauerte der Kampf zwei Wochen. Erst als man die Schweden auf die bis unter die Schloßmauern angelegten Minen hinwies, waren sie gegen freien Abzug zur Übergabe zu bewegen. Diese erfolgte am 13.Juli, 4 Uhr nachmittags, und damit waren wir wieder kaiserlich und blieben es.

Graf Montecuccoli, nach dem jetzt der Göckelsberg bei Zadel, der Ort seines Zeltlagers, benannt wird, befahl, das Schloß so weit zu zerstören, daß sich keine Feinde mehr darin festsetzen könnten. Man beseitigte die Schanzen und die Wälle gegen die Stadt, ließ alles Brauchbare fortschleppen und legte Feuer an. Ein Flammenmeer verwüstete das Innere und ließ nur die Mauern stehen. Die runden Ecktürme wurden in die Luft gesprengt, der mächtige Torturm aber widerstand selbst einer Tonne Pulver.

Nach Zerstörung dieses Stützpunktes glaubten wir uns vor allen Kriegsvölkern sicher, aber noch zwei Jahre lang gingen Truppenzüge durch unser Fürstentum, erpreßten Gelder, raubten Vieh und Getreide und verübten die ärgsten Schandtaten“.

[2] Freundliche Mitteilung von Herrn Eckart Hübener, der die Briefe Ruuths editiert.

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