Wartenberg, Ferdinand Lorenz Graf von

Wartenberg, Ferdinand Lorenz Graf von; Obrist [9.8.1606 – 18.3.1666]

Ferdinand Lorenz Graf von Wartenberg war der Sohn des Herzogs Ferdinand († 1608) und der Maria Pettenbeck. Er besuchte von 1618 bis 1622 die Universität Ingolstadt.[1] Dann entschloss er sich, im Liga-Heer Karriere zu machen. Er war ein Cousin Maximilians  I.,[2] der die Absicht Wartenbergs, Regimentsinhaber zu werden, nicht schätzte,[3] obwohl – oder weil ? – Pappenheim dem unter Timon von Lintelo als Rittmeister dienenden Grafen zum Obristenrang zu verhelfen suchte.[4]

Wartenberg hielt zudem seinen Bruder Franz Wilhelm[5] über die Ereignisse im Feld und im Lager auf dem Laufenden. Der willensschwache Lintelo, unter dem er diente, musste 1625 von seinem Gönner Tilly[6] in Schutz genommen werden, dass „sein, des obristen Lintelo, naturel so bös nit ist“.[7] Zudem zog Lintelo, so jedenfalls Wartenberg, wie andere Kommandeure von seinen Offizieren eine „schwarze“ Abgabe ein und befürchtete dabei stets, man werde ihn in München anschwärzen.[8]Der Generalleutnant, der sich als einen der letzten Ritter im Kampf gegen Unruhe und Rebellion im Reich sah,[9] und Anholt waren über „den geistlichen firsten und Bayern, daß sogar khein geldt von dannen herauß will“, mehr als erbost.[10] Auf die Klagen Tillys hatte der geizige Maximilian I. ihm geantwortet, er setze sich eben im Gegensatz zu Wallenstein,[11] der überall Quartiere zu nehmen verstünde, nicht durch.[12] Es fehlten wie bisher die erforderlichen finanziellen Mittel zur Versorgung der ligistischen Truppen.[13]Das Zahlamt gab nach Wartenbergs Aussage wöchentlich pro Reiter nur einen Rt. aus: „Gibt schmale bissl, wan einer zwei pferdt, sich, weib und kindt ernern sollte“.[14]

In Verden[15] waren die kaiserlichen Truppen von Johann Friedrich,[16] dem seit dem 23.7.1631 mit der schwedischen Krone verbündeten Erzbischof von Bremen,[17] eingeschlossen worden. Der dort kommandierende Jost Maximilian Graf von Gronsfeld befahl Reinach, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Truppen einen Ausfall zu unternehmen.[18] Der Entsatz von Verden glückte und Gronsfeld trieb den gegnerischen französischen Obristen Lambremont so in die Enge, dass er sich innerhalb von zwei Stunden mit seinem gesamten Regiment auf Gnade und Ungnade ergeben musste, obwohl Pappenheim[19] eigentlich einen Defensiv-Auftrag erhalten hatte, denn nach Maximilians Auffassung sollte er auf des Gegners „andamenti sein wachsames aug“ haben und sich nicht „risigirn“,[20] was aber nach Pappenheims Vorstellungen einen plötzlichen konzentrierten Schlag durchaus erlaubte.[21] Noch in derselben Nacht entsandte der Graf den von Kurfürst Ferdinand von Köln[22] protegierten Wartenberg mit vierzehn berittenen Kompanien aus, um die gegnerische Kavallerie zu stellen. Der bremische Kommandant von Langwedel[23] wurde dabei von Wartenbergs Reitern abgefangen und verriet den Standort der gegnerischen Kavallerie, die von Wartenberg in ihren Quartieren überfallen und bis vor Bremen zurückgejagt wurde. Gronsfeld nutzte die Gunst der Stunde, bemächtigte sich Clüversborstels,[24] Borstels,[25] der Festung Langwedel und zwang deren Besatzung zur Übergabe,[26] so dass er sich eine denkbar günstige Ausgangslage im Norden verschafft hatte,[27] bis die angekündigte Verstärkung durch Virmond von der Neersen eintraf. In der ihm eigenen lakonischen Kürze gab er diese bedeutsamen militärischen Diversionen in seinen handschriftlichen Aufzeichnungen, der „Comoedia Gronsfeldiana“[28] wieder: „Was ich auch dabeneben mit obgemel[ten] wenigen fölkern dem feind vor abbruch gethan, erscheint darauß, daß ich im harten, kalten winter innerhalb drei wochen die stadt Höxter, so mitt heßischen feindten, die statt Verden, so mit einem ganzen französischen regement, die festung Langwedel, so mitt einer starcken compagni besetzt, mittsambt den fölkern in meine gewalt bracht und daneben durch den grafen von Wartenberg die bischoflige bremische cavalleri getrent“ habe.[29]

Kurfürst Ferdinand von Köln hatte bei Tilly interveniert, die fehlende Erfahrung (!) Wartenbergs werde dadurch ausgeglichen, dass die „nachbestalte officyr also beschaffenn unnd so sufficient undt capabel“ seien, dieses Manko auszugleichen.[30] Schließlich unterstellte sich Obristleutnant Hermann von Westerholt (1632 in den Grafschaften Bentheim, Tecklenburg und Steinfurt zusammen mit Blarer von Wartensee, Johann Freiherr von Leittersam – der unter Pappenheim am Zug gegen Maastricht[31] teilnahm[32] – und Oer zu Palsterkamp) mit seiner Mannschaft seinem Kommando.[33] Schließlich wurde Wartenberg Obrist und Kämmerer. H. L. von Westphalen, Oer zu Palsterkamp und L. von der Asseburg, die Pappenheim hätten nach Sachsen begleiten sollen, hatten die Ordre Piccolominis erhalten, stattdessen Kurköln zu Hilfe zu kommen.[34]

Der protestantische Osnabrücker[35] Chronist Rudolf Bellinckhausen [1567-1645] berichtet über Wartenbergs Gefangennahme durch Truppen der Generalstaaten: „Denn 16. Julii, freytags morgens zu 3 uhrn, haben die Staten Ferdinandum Grafen von Wartenburgk, des Bischofs von Oßnabrug bruder, den obristen Herman von Westerholt und etliche officirer mehr, etlich sein davon kommen, zu Schuttorpf[36] gefangen, groß geldt bey ihnn bekommen und binnen Staden[37] gebracht. Man sagt, das sie 160 pferde zur beuthe darvon gebracht , 6 personen sind todt pliebenn“.[38]

„Es ist anzunehmen, daß die verschiedenen Kriegsparteien sich in den Städten des öfteren abwechselten. Für die Stadt Neuenhaus[39] ist dieses jedenfalls durch den Bericht des dort ansässigen gräflichen Rentmeisters Kerckering belegt. Am 27. Juli 1631 hatte der schwedische Kapitän Isengard mit seinen Soldaten die gräfliche Burg in Neuenhaus eingenommen, welche jedoch am 31. Juli 1632 durch den Grafen von Wartenberg erobert wurde. Aber schon am 8. November erstürmten die schwedischen Kapitäne Roewehr und Isengard die gräfliche Burg, erschossen dabei einen bentheimischen Soldaten und jagten die übrigen davon. Lange dürften sie sich indes nicht in Neuenhaus aufgehalten haben, denn schon am 17. November rückten auf Befehl des Generalzeugmeisters Graf von Gronsfeld sieben Kompanien des kaiserlichen Regiments von Oer in Neuenhaus ein, zogen aber am 5. Dezember 1632 wieder ab. Für den 24. Januar ist dann überliefert, daß es dem von den Schweden verjagten kaiserlichen Hauptmann von der Hegge gelang, sich wiederum der Burg zu bemächtigen“.[40]

Kurfürst Christoph Philipp von Sötern „setzte [1632; BW] selbst auf den Kopf des Trier’schen Commandanten zu Freusburg,[41] Matthias Nagel, eine Belohnung von 1000 Rthlrn., weil derselbe eine Partei schwedischer Soldaten angegriffen und den Grafen [Ferdinand Lorenz; BW] von Wartenberg aus der Schweden Hand befreit hatte. Der Magistrat zu Coblenz[42] musste aber mit demüthigem Fußfall die verscherzte Gnade wieder zu erwerben suchen“.[43]

Wartenberg kämpfte mit seinem Regiment in der Schlacht bei Hessisch Oldendorf[44] (1633) gegen Hessen-Kassel, Braunschweig-Lüneburg und Schweden. Gegen zwölf Uhr griff Knyphausen,[45] der die Parole ausgegeben hatte, keine Gefangenen zu machen, mit der Kavallerie an. Der von ihm ausgegebene Tötungsbefehl war möglicherweise die Revanche für den Befehl der bayerischen Kriegskanzlei beim schwedischen Rückzug aus Bayern, die Kroaten sollten alle „hinterblibene[n] Schwedische – sei gleich gesund oder kranke [Zusatz] – , welche sie auf den straßen und an andern unterschidlichen ohrten und anders antreffen, unfehlbar niedermachen“.[46] Zwar wurden seine Regimenter im ersten Ansturm von Quadt, Westphalen und Wartenberg noch einmal zurückgeschlagen, als aber die Hauptmacht seiner Kürassiere und Dragoner auf die Kaiserlich-Ligistischen eindrang, wurden diese geworfen, zumal auch Kommunikationsschwierigkeiten aufgetreten waren. Die Schlacht ging unter erheblichen Verlusten für die Kaiserlich-Ligistischen verloren und sollte zur Entlassung Gronsfelds, unter dem Wartenberg diente, führen.

Der Osnabrücker Chronist Bellinckhausen notiert über diese Schlacht: „Denn 8. Julii, am tage Kiliani, morgens zu 9, ist der scharmutzel bey der stadt Oldendorff unter Schauenburg[47] mit den Schwedischenn und Keyserischen angangen und hat nicht lang gewehrt, also, das Gott der herr sonderlich victoria gebenn, das sie viel von feynden erlegt, als Graff Johann von Meroda [Johann II. v. Mérode-Waroux; BW], der obrist […] Quade [Quadt v. Alsbach; BW], der obrist Westerholtz, von Lembeck, der […] von Loxten. Eß wird auch warhaftig vermelt, das eine weyße daube oben den schwedischen kriegshere in der luft schwebend gesehenn und drey hasen sein durch das keyserische krieg volck in den tumult gelaufenn. Für 40 jahren ist auf dem hause Schauenburg im felde im gespentz diß getummel gesehenn […] und gehort wordenn, also das man gewiße sagen mag, die hand des Herrn hat sie geschlagenn“.[48]

In einer zeitgenössischen Flugschrift heißt es „Aus einem andern Schreiben“:[49] „Demnach S. Excell. der Herr Feldmarschalch die Conjunction deß Graffen von Gronßfeld mit Meroden [Johann II. v. Mérode-Waroux; BW] vnd Benninghausen [Bönninghausen;[50] BW] geschehen lassen müssen / hat er sich mit allen beyhabenden Trouppen / als den General Majeur Kachen [Kagge; BW] vnnd Melander [Holzappel; BW] wiederumb ins Läger den 29. dieses retirirt / die Reuter vnd Volck nahe bey Woll[51] campirt / vnd vberall gute ordre gestellet / damit nicht etwa ein Einfall geschehen / oder er an constanten vorgenommenen propos in comportirung[52] der Stadt Hameln[53] verhindert werden möchte / Darauff seynd wie weiland 4 junge Grafen vnnd Herrn / als der von Gronßfeld / so commãdirt, Merode / Benninghausen / vnd der von Wertenberg [Ferdinand Lorenz v. Wartenberg; BW] / der H. von Gleen [Geleen;[54] BW] vñ andere von Minden[55] außgefolget / vnd den 27. dieses vffn Abend etwa vm die Glock 3. bey Schaumburg[56] zwischen Oldendorff[57] vnd 2. Dörffern / als Tode[58] vnd Wolstorff[59] / etwa eine Meile von vnserm Lager vor Hameln gesetzt / vnd 12000. Mann, 8000. zu Fuß vnd 4000. zu Pferde / effectivè (wie die vornehme Gefangene fast alle aussagen / sollen da 14000. Mann complet gewesen seyn) starck in Batallie[60] gestellet / auch mit vier Canonschüssen den Belagerten die Loßkündigung gethan / welche darauff mit so vielen hinwieder geantwortet / der gar eyfferigen zuvor bey Abschied zu Minden beliebter resolution, vnd ohn fest gefaster courage, der Teuffel sie holen solte / wo sie nit Hameln entsetzen / oder sterben wolten / Ist darauff von S. F. Gn. Herrn General I. Excell. Herr Feldmarschalln vnd andern hohen Officirern in geschwinder Eil vffn Abend die billich gute gegen Resolution genommen / Im fall der Feind stünde / wie wir vns dann nicht wol einbilden kondten / sondern gedachten / er etwa eine Finte machen / vnd durch die Berge oder sonsten allein Volck in die Stadt zu bringen / oder vns davon zu locken suchen würde / durch Hülffe Gottes (wie dann das Feldgeschrey dieser Orten war) Hilff Gott I. Kön. Maj. höchstmilden Gnaden Blut zu rächen / vñ den Feind zu schlagen / vnd ob wol Mangel der ammunition anfangs vnd fast allerhand perplexität machte / massen die Convoy, so dieses falls nach Hañover[61] in so geschwinder Eil nicht wieder zurück kommen köndte / seyn doch I. Exc. der Herr Feldmarschall hingeritten zuförderst einen Ort zum Combat an vnser seiten bequembt : wie er dann auch sehr favorabel vnd commodè gewesen / da vff der rechten die Berg / vnd vff der lincken seiten die Weser neben obgedachter Stadt Oldendorff zu vnserm Vortheil zu erwehlen / darauff I. F. Gn. der Herr General zu marchiren befohlen / welche die ganze Nacht bis morgẽs vmb 8. Vhren gewäret / vmb welche Zeit die Bataglie von hochged. I. Exc. wol formirt, vñ darauff die Schwedische Loßkündigung durch 2 Canonschüssen vff etliche deß Feindes / so fast wie wir hinten im Hügel hielten / hervorguckende Trouppen gethan worden / welche eben den  Geruch deß guten noch vbrigen Pulvers nicht wol vertragen können / dardurch dann den vnserigen die grosse courage zu fechten confirmirt vnd grösser worden / der Feind aber / welcher ihm dañ vffs Fußvolck meist verlassen / commandirte die Mußquetirer durch hole Wege am Berg / da er die ganze force hin emplorirte / wurdẽ aber von den vnserigen durch Herrn General Majeur Kachens gute conduicte so begegnet / daß es Lust anzusehen / vnd war nicht anders / als wann es eitel Kugel geregnet. Wie nun solches etwa 3 Stund continuellement gewäret / ward die sehr ersprießliche resolution genomen / den Feind dero gestalt anzugreiffen / daß Ihre F. Gn. Herr General vnd Ihre Exc. Herr Feldmarschall / dabey dann auch Herr Gustavus Gustaff Sohn [Gustafsson; BW] sich resolut befunden / vff der einen seiten mit der Cavallerie selbsten / General Major Kache / Vßler [Thilo Albrecht v. Uslar; BW] vnd Obr. Stalhanß [Stålhandske; BW] / Obr. Soppe [Soop; BW] / Obr. Sack [Osten; BW] / Obr. Isaac / Axesyn [Axelsson; BW] vnd Major von den Schmalendern / also mit dẽ Kern der hiesigen Armee vff der andern Seiten / vnd Melander in der Mitte den Feind angrieffen / doch nicht ohn einer guten reserve / welches dann auch dero gestalt geschehen / daß nach langen Gegenminẽ der Feind in confusion, darauff in die Flucht gelegt worden / verlauffend die Stücke / Artolerey / munition / Pagage / vnd alles was er bey sich gehabt / bey etlichen hunderten fielen nieder / vnd baten Quartir / welches die Finnen nicht wol verstehen kondten / doch von den Teutschen bißweilen solches erhielten / die vnserigen haben die noch vbrigen biß Rinteln[62] vnd Minden verfolget / so fern es denn voller Toden vber Todẽ liget. Ist also der Feind dieses Orts / sonderlich die Infanterey vff einmal ganz ruinirt vnd höchstgedacht I. K. M. Tod der gebür eben vff Leonis Papsts / ut fasti docent, Tag / an den Pfaffenknechten gerechnet worden / dazu dann die vnserige zuförderst ihre devoir vnd eusserliche Bildniß / so ein jeglicher fast vff der brust tregt / auch sonderlich das lebendige obged. Gustaff Gustaff Sohn (welches præsenz dabey nit ein geringes genutzet) ermahnetẽ. Vom Feind ist Gen. Merode durchn Leib geschossen / seynd in der flucht für Bruckeburg[63] gewiß gestorben / so wol der Herr von Geldern [Geleen; BW] selbst vnd Obr. Quad [v. Alsbach; BW] neben noch andern Gen. derẽ Namen noch nit kundig / Obr. Westerholtz [Westerholt zu Lembeck; BW] ist vffn Kopf vnd in die Axel geschossen / vnd neben Obr. Westphal [Heinrich Leo v. Westphalen; BW] gefangen / wohin Bennighausen vnd der von Wartẽberg hinkomen / weiß man noch nit / der Graff von Gronßfeld ist naher Minden gelauffen / dessen Hut vnd Degen I. F. Gn. dem H. General zuhanden kommen / wie auch obged. Herrn Gustaff Gustaff Son / einen von deß Merode Page, so seiner sprachen wol kundig / neben einẽ stab etlicher Hunden vnd Französischen Büchern / der Cornet vnd Fahnẽ seyn vber die massen viel / mehr dann etliche 50. schon gelieffert / darzu 12. Metallene Stück. An vnser seiten sind / Gott lob / nicht vber 100. verletzt vnd geblieben / keine hohe Officirer / als Obr. Stalhanß / so mit einer Pistolen vber den Elbogen durch den lincken Arm / vnd Obr. Soppe / durch die rechte Lenden / beyderseits ohn Gefahr deß Lebens oder sonsten geschossen wordẽ / daneben auch der Obr. Ranzow [Marquard Rantzau ?; BW] vnserer seiten gefehrlich blessiret. Es ist nicht zu schreiben / wie statliche beute die vnserigen gemacht / also daß auch ein geringer schütze mit einer roten sambten Casache[64] wol verbremet / vnd mit Plusch gefüttert auffgezogen kömpt / vnd fast biß Rinteln / wie ich dann selbst mit gefolget / die wege voller Pagage / welches mich auch verhindert / so wol im mangel gelegener botschafft / daß ich solches gestern nicht alsobald avisirt. Ist dieses nur gleich mein Entwurff dieser grossen vnd herrlichen victori / heut oder morgen wird man mehr particularia vnd etlicher mehrer Namen der Toden haben / Das Combat wäret von 8. vhr morgens biß 4. deß  Abends / ausser dem Verfolg / vnd war ein schön gewünschtes Wetter / welches vns sonsten bißhero nicht wol favorisiren wollen / Jetzo wird ein Trompeter an den Obr. Leut. Schelhamer mit etlichen Weibern vom Feind / davon er / wz gestern vorgangen / erfahren mag / geschickt / vnd catechotische Erklärung begehrt / meyne das Herz sitze schon niedriger / vnnd sey durch das Gedöhn der gestrigen Carthaunen ganz gefallen“.[65]

In den Aufzeichnungen der Stadt Hallenberg[66] heißt es: „Und sein deme nach am 26. huius [September 1633] mehrberurte 4 compagnien aufgebrochen und mit der armada nach der herschaft Waldeck[67] gangen, und obwol der general Buninghausen [Bönninghausen] das haubt nach Niederhessen gekehret, so hat er sich jedoch obig Fritzlar hergewendet und furbaß auf den Frankenberg[68] er(st), wo wolermelter generalmajor das haubtquartir 2 nachte gehabt, es ist aber die Au Battenberg[69] und die dorfschaften im ampt Wulkersdorff [Wolkersdorf[70]] elendlich verderbt, das vih in gemein vortgetriben und das furstliche haus Wulkersdorff ausgeplundert worden.

October scheinenten 1633. Jahrs: Indeme nun die armada zum Frankenberg stille gelegen und etliche truppen dieser ends hin zu recognosciren ausgelasen, so sein ritmeister Jobst von Zerzen, Steffan Wrede, der capitanleutnant von Wartenberg, Mattes Franke, item ein cornet von Palant, Weinrich König, sampt ihrem comitat alhir angelangt, welche man jedoch in der guten aussig behalten, den officirern vor der Underpforten auf der Kalkkaulen mit einem kalten kuchen noturftige provision gemacht und denselben bis an den abent hin einen trunk auftragen lasen. Haben demnach im abzug noch 2 ohm birs haben wollen, aber nicht bekommen. Diese kosten hat die stad abgezahlet, die gemeinen reuter aber sein nach Bromskirchen[71] zur verpflege gefuhret worden […]“.[72]

„Folgents am 12. Octobris [1633] hat der generalmajor sich wiederumb auf das ampt Medebach[73] gewendet und folgents am 13. huius stille gelegen, hat das haubtquartir binnen Medebach genommen, und haben 18 compagnien von den hern grafen von Wartenberg und Caspar von Oer in Hespern[74] zwei nachte gelegen, alles verderbt und veroset, und obwol selbig quartir in die stat alhir gelegt werden sollen, so ist es jedoch durch guter leute verfugung und wachsamen theilß verhuet und der schwal vor dismal abgefuhret worden.

Nichtsdestoweniger hat man etlich, wiewol jedoch wenig bir, den hohen officrern verehret worden, hat sonst nichts mehr vor dismal gekostet. […] 1633 12. Octobris generalmajor Bonningh(ausen) hauptquartir in Medebach gehat, in dorfern graf von Wartenb(erg) und Oer mit 18 compagnien gelegen bis aufn 13. eiusdem, welche uns kosten … proviand und bier, item von Medebach Bonninghausen verehrt ein pferd von 100 rt“.[75]

In der Medebacher Chronik des Stadtschreibers und Bürgermeisters Hermann Schmidt heißt es für 1634: „In anno 1634, deß 3. Februar kam herr graff Ferdinandt von Wartenberg mit zwey regimentern zu roß, 18 compagnien starck, hirein, lag ad Sonntag Palmarum [Palmsonntag] – zehntehalb woch – stundt die burgerschaft uber 7000 thlr“.[76] In den Aufzeichnungen der Stadt Hallenberg wird dies genauer spezifiziert: „Als man nun je lenger je mehr sich vor einquartirung besorgt, das Buninghausische volk auch sich indeme in diese Westphalische landschaft geteilet, so ist demnach der her graff Ferdinand Lorentz von Wartenberg mit seinem und dem Ohrischen regiment am 3. huius [Februar 1634] zu Medebach eingezogen, und dieweilen deren regimentern jedes 8 compagnien gehabt, hat man auf 18 compagnien, deren 2 auf beide stabe gegangen, quartire und verpflege schaffen mussen. Und ist dis der uberharten und trangsamen beschwerungen anfang.

Am 3. huius [Februar 1634] wird daruff Hallenberg peremptorie citiret, worauff nach ihrer hochgraflichen gnaden Jo. Ad. Bangius und Otto am 4. huius abgesendet worden, so in werenter tractation wegen anschlags dero contribution 3 tage zu Medebach abharren mussen.

Und ist demnach folgents am 5. eingehenten monats Februarii [1634] den beiden stetten Hallenberg (und) Winterberg[77] und den dorfschaften dieses ampts folgenter anschlag herunter geben, mit dem anhang, denselben unter sich zu teilen, bis dahin dan die bevolmechtigten keinesweges erlasen werden solten.

Wartenbergische anschlag wochentlich: Rinder 21, schafe 42, kelber 22, huner 82, schinken 42, bir 62 ohm,[78] wein 11 ohme, schweine 20, hafer 370 mutte,[79] kese 12 pfund vor ihrer gnaden tafel, brot 3600 pfund […].

Wartenbergische contribution nach Medebach gestattet anno 1634 vom 3. Februarii bis auf den 8. Aprilis: Anfanglich zu behuif des graflich Wartenbergischen regiments innerhalb 10 wochen an gelde, vivers, bir, wein, gewurze, confect, heu, streu, hafer etc. naher Medebach contribuiren mussen, so sich computatis computandis belauf ad 1500 reichstaler […]“.[80]

Die „Wochentliche[n] Postzeittungen Nr. 25“ vom 20.6.1634 berichten: „Auß Münster[81] vom 8. Junii. In jüngster Rencontre zwischen den Keyserischen vnnd Hessischen / haben die Lünenburgische fast mehr schaden erlitten / dann zu gläuben. Alle Kärcker vnnd darzu deputirte Gemacher sitzen allhie voller Schwedischen Gefangenen / vnter anderen Obristen Wendt von Cratzenstein / Obr. S. Andreas [Rollin de St. André; BW] / so des Feindes Dragoner geführet / Rittmeister Eppe / der Dragoner Obr. Leutenant Meckelinck / welcher zweymal durch vnd durch geschossen worden / schwerlich das Leben wirdt erhalten können. Es seindt 2. Confoyen gewesen / eine von Hamm[82] / die ander von Lünen[83] / vnnd haben die Keyserische Soldaten vberauß stattliche Beuthen bekommen / dann theils Reutter / vnd gemeine Mußquettirer vber 1000. Ducaten / der eine mehr / der ander weniger / bekommen. Der Herzog [Georg; BW] von Lüneburg ist gewichen auffs Haus Brock[84] bey Steuening.[85] Die Keyserische haben in diesem Treffen grossen ernst vnd effect gethan / vnnd owohl der Feindt den Sannaper Büsch zum Vortheil eingehabt / so ist derselb doch durch die Keyserische sampt seinen Stücken / in grosser Disordre hinauß gejagt worden / deme das [Ferdinand Lorenz v.; BW] Wartenbergische Regiment nachgesetzt / des Feinds Dragoner eine gute anzahl nidergemacht / vnd viel gefangen bekommen. Das Loch beym Thurmb / wann man nacher dem Paradeiß[86] gehen will / ist mit Bretteren abgeschlagen / sitzet voller Officirer / als Quartiermeister / Ritmeister / Leutenanten / Reuter / vnd Soldaten“.[87]

Am 2.1.1635 überfielen die schwedischen Regimenter Bouillon (Leibregiment Herzog Bernhards) und Alt-Rheingraf unter Obristleutnant Wilhelm Ludwig von Nassau-Siegen und das Reiterregiment der Hanauer[88] Garnison unter Oberst [Johann Engelbert; BW] Tilly bei Michelbach[89] (zwischen Aschaffenburg[90] und Hanau) 17 Kompanien der Reiterregimenter Ferdinand Lorenz von Wartenberg und Baron de Mousleden, welche fast alle niedergemacht wurden. 800 Pferde wurden erbeutet.[91] Das Theatrum Europaeum berichtet dazu: „Demnach sich dann nun der Ligistische General Feldt-Marschalck Herr Graf Philips von Manßfeld mit seiner unterhabenden Armee / gantzen Infanterie und Artollerie in und umb Aschaffenburg / die gantze Cavalleria aber zwischẽ Hanau und Aschaffenburg in dem Freyen-Gericht vorm Berg[92] / und fürderst den Spessert hinauf vor etlich wenig Tagen / und also gar eng und nahe / und je in ein Dorff zu 2. 3. 4. auch mehr und weniger Regimenter / nach Advenant der Dörffer / beysammen logirt gehabt: Als ist der Gen. Major Ramsay Com̃endant in Hanau neben deme gleichfals zu Hanau unter seinem Commando in Guarnison liegenden Reuter Obersten Johann Engelbert Tilly verursacht / weil solche Logirung ihnen und der Guarnison Hanau ziemlich nahe / einen Anschlag zufassen.

Weil dann nun so wol von deß Obersten Tilly unterschiedlich außgeschickten Reuter-Partheyen /  als auch deß andern eingelangten gewissen Kundschafften deren nachrichtliche Beschaffenheit ihnẽ den 23. Decembr. 1634. und 2. Januarii 1635. vormittag je mehr und mehr offenbahrt und confirmirt worden / und daher raisonable befunden / daß auff nechstfolgende Nacht uff obgedachte Reuter-Quartier ein Einfall von Hanau auß beschehen könte / wofern sie nur in tempo auff selbigen Abend noch eine gute Anzahl Cavallerie in Eyl und geheim bey sich bringen möchten.

Es hatte aber eben I. F. Gn. Hertzog Bernhard zu Sachsen aus der Bergstrassen den Herrn Obersten Bouillon und deß alt Rheingräfischẽ Regiments Obristen-Leutenant Herrn Graf Wilhelm Ludwigen zu Nassau-Siegen / mit sampt 7. commandirten Trouppen Reutern / zu recognosciren biß umb Franckfurt[93] hingeschickt / und dann deß Herrn Obersten Bouillons und seiner mithabenden commandirten Trouppen Ankunfft bey Franckfurt dem General Major Ramsey auff Hanau eben deß vorigen Abends den 22. Decembris notificirt / der Oberste sich erbottẽ / wofern er sich seiner und bey sich habenden Trouppen Hülff etwas zu einer vorfallenden Occasion gebrauchen wolte / daß er ihm solches / was er sonsten neues habe / avisirte.

Gleich wie nun dẽ GeneralMajor Ramsay diese notificirte Ankunfft deß Herrn Obersten und bey sich habenden Trouppen bey Franckfurt sehr lieb gewesen / also hat er auch so bald selbigen Mittags in Eyl einẽ Currier mit einem Schreiben an gedachtẽ Herrn Obersten naher Franckfurt spedirt / und ihme darinn zuverstehen geben / daß sich gleich zur Stund eine Occasion der Königlichen Mayestät zu Schweden und dem Evangelischen Bundt Dienste zu thun præsentirte / er solte aber zum wenigsten mit fünff hundert Reuttern starck gegen selbigen Abend zu halber sechs Uhren zu Hanau vor der Stadt erscheinẽ / und alsdann ferner Nachricht gewärtig seyn / auch nicht versäumen. Herr Oberster Bouillion hat GeneralMajorn Ramsay wieder geantwortet / daß er mit denen bey sich habenden Trouppen selbigen Abend zu sechs uhren gewiß bey ihm seyn wolte: Hierauff hat er GeneralMajor solche Anstalt gemacht / daß nicht allein der Oberst Tilly gegen bestimpte Zeit vor dem Neustädter Nürnberger-Thor mit 2. starcken Trouppen Reutern von seinem Regim. uñ eim guten Trouppen Tragoner / so Gen. Major Ramsay nebenst noch 150. außerlesenen Mußquetirer dem Obersten Tilly zugeben / und sich mit gedachtem Obersten Bouillion conjungirt: Als derselbe aber auff die bestimpte Zeit dahin erschienẽ, hat er zum höchsten nit über 250. Reuter mitgebracht / weil ihm die zeit zu kurtz gefallen / und eben zur zeit deß GeneralMajors abgeschickten Curriers Ankunfft theils Reuter in Franckfurt ihrer Geschäften halben / und theils auff Fourage auß dẽ Quartier außgerittẽ.

Ob nun zwar der General-Major Ramsay / nach gemachtem Uberschlag lieber gesehen / daß Oberster Bouillion mit denen zum wenigsten begehrten fünffhundert Reutern erscheinen hätte können / damit die Parthey umb so viel stärcker / und man sich der eräugenden Occasion nach / theilen / und zugleich auch den Grafen zu Rittberg [Johann IV. v. Rietberg; BW] und Obersten Bredou [Breda; BW] / welcher allernechst bey obigem Quartier nicht viel über ein viertel Stundt weiter darvon zu Kelberau[94] mit ihren Regimentern lagen / zugleich mit einen Anfall thun / und solchen beyden Quartieren zu grösserem Abbruch und Schaden einfallen möchte: Weil aber diese gantze Parthey nicht über fünffhundert starck / und also solches beydes zugleich nicht geschehen noch seyn können: Als hat der GeneralMajor dem Obersten Bouillion / wie auch dem Obersten Tilly und Herrn Obersten Leutenant Graf Wilhelm Ludwigen zu Nassau die Sach anvertraut / darbey sich Herr Oberste Graf Jacob Johann zu Hanau / doch nur als ein Avanturier vor sich selbsten allein / und ohne Volck auß eygener Bewegnuß zu dieser Parthey gesellet.

Hierauff seynd sie der Ordre gemäß / fort / und anfänglich biß an das Dorf Keyl[95] / so eine Meil von Hanau in der Landstrassen nach Aschaffenburg zu gelegen / fortgezogen / und hat alldar der Oberste Tilly / deß General Majors Ordre nach / die 150. Commandirte Mußquetirer auff denselben Paß vor die Brücken logirt / vorderst der Obrist Bouillion mit seinen Reutern und Tragonern / nechst an dem Fluß / die Keyl genant / gegen Altzenau[96] zu / auff das Reuter-Quartier Hörstein[97] / uñ Wasserloiß[98] nechst zur Rechten Hand lassend / gezogen / und weilen daselbsten / wie auch zu Altzenau alles so gar still / und keine Wacht-Feuer gesehen / und zu Altzenau auff dem Schloß nichts mehr als das Stuben-Liecht durchs Fenster geschienen / und dahero Oberster Bouillion anfänglich fast nicht glaubẽ können noch wollen / dz an solchen Orten einig Volck logiren solte / also fast gezweiffelt / ob er die reuter ferner strapeziren / und vergeblich avanciren solte / und dahero fast bedacht gewesen / Ordre zu geben / wieder zurück auff Hanau zugehen: Als aber der Oberste Tilly / als der solcher Orten die beste Gelegenheit gewust / von seinem Regiment etlich wenig Reuter in das Dorf Altzenau hinein bey die vorderste Häuser unter solchem Prætext geschickt / daß sie sich annehmen und stellen solten / als kämen sie vom General Grafen von Manßfeldt von Aschaffenburg mit einer Ordinantz an selbigen Obersten und Commendanten auff dem Schloß / weiln aber ihrer Cameraden einer / der die Ordinantz bey sich im Sack hätte / nechst vor selbigem Dorff / als sie durch und über den Fluß-Kähl setzen wollen / sampt dem Pferdt / als das Eyß mit ihme durchgebrochen / ins Wasser gefallen sey / und sie ihn allein sampt dem Pferd nicht herauß heben köndten / daß doch etliche Bauren mit ihnen zu Heraußhebung ihres Cameraden und dessen Pferdt vor das Dorff gehen / und helffen wolten: Als sie nun mit solcher Manier / ohne Alarm in Güte zween Bauern hinauß beweget / so hat man von ihnen erfahren / daß im selbigen Dorff Altzenau fünffhundert Tragoner / und der Oberste und andere mehr Officirer eben bey dem Commendanten daselbsten auff dem Schloß zu gast / und sehr lustig wären / das Neue Jahr zuvertrincken / Item daß der General Wachtmeister Bönninghausen nechst auff der rechten Hand im Flecken Hörstein mit vier oder fünff Regimentern / und der Oberste Wendt von Cratzenstein / Oberste Loon / und Oberste Hasenbein allernechst / kaum einen Mußqueten-Schuß darvon mit ihren drey Regimentern zu Wasserloß / Item daß der Graf von Rittberg und Oberste Bredon [Breda(w); BW] / sam̃t noch einem Regiment gleichfalls kaum 2. Mußqueten-Schüß darvon im Dorff Kelberau / und in Summa die gantze Cavallerie fast mehrentheils daselbst herumb in der nähe beysammen logirten / und man also die Beschaffenheit deß Quartiers zu Michelbach (welches das äusserst. und nechste gegen Gelnhausen zu / und 2. Meil von Hanau / und gleichwol auch nicht über ein viertheil Stunde von Alzenau gelegen) solche Bauren gleichfalls befragt 7 und vernommen / daß der Graf von Wartenburg [Ferdinand Lorenz v. Wartenberg; BW] / mit seinem und deß Obersten Baron de Moußleden Regimentern in die siebenzehen Compagnien starck / der vorigen zu Hanau erlangten Kundtschafft nach / noch logirten / und alles noch in selbigen Terminis, hat der Oberste Bouillion / unangesehen daß auff zwölff Regimenter nechst darbey / so bald in einer halben Stund beysammen seyn könten / dannoch in Eyl die resolution gefast darauff fortzusetzen / und ihnen von hinden / als kämen sie von Aschaffenburg / anfänglich dem Herrn Obersten Leutenant Graf Wilhelm Ludwig zu Nassau / mit 2. Trouppen zwischen 1. und 2. Uhren einzufallen Ordre ertheilet / welcher auch / der Ordre gemäß / so bald die Wache chargirt / und also ins Quartier eingetrungen / deme Hr. Obr. Graf Jacob Joh. zu Hanau Gesellschaft gehaltẽ / auch einẽ reformirten Capitain in deß Grafen von Wartenbergs Losament / vermeynend es wäre der Oberste selbsten / mit seinem Degen durchstochen / und deß Grafen von Wartenbergs Leib-Gutsche mit dẽ sechs weiß-grauen Wallachen / sampt darauff geladenen Kisten und Sachen zur Beuth mit darvon gebracht hat. Hierauff ist der gantze Einfall dergestallt in solcher Geschwindigkeit effectuirt und verrichtet worden / daß nit allein solche 17. Compagnyẽ Reuter gantz in grund / so wol durch das Schwerdt / als das Feuer / so allenthalben angesteckt worden / ruinirt worden / daß 4. Standarten / so nicht verbronnen / sampt auff die 800. guten theils gesattelter Pferdt / benebenst dem Wartenbergischen Obr. Wachtmeister / 2. Rittmeister / 1. Capitain Leutenant / sampt vielen Officirern und reutern gefangen worden / viel Menschen und Pferde / und fast alle pagage verbronnen / alßo / er Graf von Wartenberg sampt andern wenigen Officirern und Reutern unter diesem Tumult sich unbekandter Dinge mit der Flucht zu Fuß / und fast alle bloß / wie sie gegangen und gestanden / theils ziemlich verwundet / und in allem das höchste über dreyssig oder 40. Pferdt von ihnen nicht darvon entkommen“.[99]

„Nach der Schlacht bei Nördlingen[100] mußten die Schweden Süddeutschland aufgeben und die Kaiserlichen rückten immer weiter nach Norden vor. Da man im kaiserlichen Heer der Meinung war, die Schweden wollten in Verbindung mit Holland den Krieg in Westfalen erneuern, rückte der kaiserliche General Lautersheim [Leittersum] in das Niederstift Münster und besetzte zeitweise Wildeshausen“.[101] „Der älteste Bruder des Grafen Johannes, Graf Wilhelm Ludwig von Nassau-Saarbrücken, welcher als Oberstlieutenant in dem Rheingräflichen Regimente stand, hatte in Verbindung mit dem Commandanten von Hanau, dem Generalmajor [James; BW] Ramsay, einen Überfall gegen die in Michelbach[102] und Alzenau[103] liegenden Kaiserlichen Truppen verabredet, der einen sehr günstigen Ausgang hatte. In der Nacht am 24. Dezember 1634 wurden nämlich die feindliche Quartiere in Michelstadt[104] überfallen, zwei Regimenter ganz vernichtet, viele Officiere gefangen, 800 gesattelte Pferde nebst vier Standarten erbeutet. Diese Trophäen ließ Herzog Bernard[105] dem Reichskanzler Oxenstirn[106] als Neujahrsgeschenk überreichen. Nur der Befehlshaber Wartenberg und Mansfelds Schwager, Baron de Monsede, entkamen glücklich“.[107]

„Im gleichen Monat, im Dezember [1635; BW] lagen schon wieder Schweden unter Knyphausen und seinem Hauptmann Horn in Wildeshausen. Knyphausen ließ Teile des Stadtwalles abtragen und brachte den Gegnern bei Vechta[108] eine Schlappe bei. Als die Gegner aber Lautersam (oder Lautersheim) und Geleen zur Hilfe gerufen hatten, überfielen 200 Mann zu Pferd und 300 Mann zu Fuß Knyphausen in Wildeshausen in den frühen Morgenstunden des ersten Weihnachtsfeiertages (15./25. Dez.). Sie kamen so plötzlich, daß sie große Beute und zahlreiche Gefangene machten. Viele Pferde, die Kutsche, das Gepäck, die Kleider und die Waffen des Feldmarschalls, dazu in seinen Kleidern 6000 Taler bar, fielen den Siegern in die Hände. Unter den Gefangenen war der Oberstleutnant von Königsmarck. Kniphausen selbst entkam mit genauer Not, nur mit einem Hemd bekleidet. Die Pantoffeln ließ er sogar noch auf dem Walle stehen. In solchem Zustande wird er zu seinem nächstwohnenden Verwandten, zum Drosten Schade auf Gut Huntlosen,[109] geflohen sein. Bald aber hatte der Feldmarschall seine versprengten Truppen, die sich bei Ganderkesee[110] gesammelt hatten, wieder beieinander. Mit ihnen zog er ins Emsland und mit dem dort liegenden Oberst Kratzenstein nach Osnabrück, um sich dort mit dem Major Sperreuter und dem Grafen Hoditsch [Hoditz; BW] zu vereinigen. Als Lautersam in Wildeshausen die beabsichtigte Marschrichtung Knyphausens erfahren hatte, zog er den Schweden nach. Er traf sie bei Haselünne,[111] wo es zu einem blutigen Treffen kam, in dem Knyphausen durch Kopfschuß fiel, Kratzenstein aber wegen verfrühten Siegestaumels der Kaiserlichen das Feld behauptete.

Jedoch der Schwede nützte den Sieg nicht aus, er zog über Wildeshausen, wo er eine Besatzung zurückließ, nach Delmenhorst.[112] Die beiden kaiserlichen Heerführer von Geleen[113] und von Wartenberg verfolgten ihn und schlugen zunächst seine Besatzung aus Wildeshausen. Verbindung mit dem in Delmenhorst liegenden Kratzenstein suchte der schwedische General Leslie, der in Bremen eine schwedische Truppenmacht gesammelt hatte. Einen ähnlichen Überfall wie Knyphausen erlebte in Wildeshausen wenige Wochen später Sperreuter, der nur mit genauer Not nach Bremen entkam. Neun Sperreutersche Kompagnien hatten den siegreichen Kaiserlichen unter Geleen, der schnell von Delmenhorst zurückgekommen war, gegenübergestanden. Geleen verfolgte die Schweden bis über die Weser und kehrte am 10. Februar nach Wildeshausen zurück. Bereits am folgenden Tage marschierte er und der Major Velen wieder ab und unterließen einen Obristwachtmeister des Bambergischen Regiments als Kommandanten. Im Laufe des Jahres lag noch ein Oberstleutnant Schilder mit vier Kompagnien Lautersamschen und sechs Kompagnien Sperreuterischen Regiments – Sperreuter war inzwischen zu den Kaiserlichen übergegangen – in Wildeshausen. Zwei Lautersamsche Kompagnien unter dem Grafen von Götze,[114] denen in Delmenhorst Quartier verweigert war, fielen am 30. Oktober von Wildeshausen in das Delmenhorster Gebiet ein und plünderten etliche Dörfer“.[115]

Bellinckhausen berichtet weiter: „Denn 12. Aprilis [1636; BW], dem morgen frue fur tage, sein 8 componey (wie man sagt) von den keyserschen kriegsvolck des Graff Ferdinands von Wartenburgk auff S[anct] Gertrauds berg angekommen und mit guten accord furgebenn, das man ihm mochte quartier zulaßenn.  Daß ist ihm aber kurtz abgeschlagenn. Dreymal in einem tage die jungen burßen ausgefallen gegen die Keyserschen, so in die garten kurtz fur die pforten kommen und haben sie widerumb auf den berg getriebenn.

[…] Den 14. Aprilis, als sich etliche Keysersche inn der Heger stein kuhlen versamlet, sind die soldaten und die draguner aus unser stad gefallenn. Da 20 von den feynden tod gebliebenn. Auß der herrn deichs pforten ist ein adlicher cornet des Graffen von Wartenbergs erschoßenn. Der draguner waren 2 componey aus der statt, der schwedischen soldaten 2 componey gleich, der jungen burßen unser stad 2 componey, so den außfal gethan. Ein draguner ist geblieben und 2 verwundet, 2 junge gesellen, einen durch den hud, dem andern durch die hosen geschoßenn. Zu der zeyt haben die Dominicaner munch einn weße fahnen aus ihren kirchthurn gestochen und fliegen laßen, den Keyserschen zum zeychenn. Die pfaffen im Thumb haben auch ein zeychenn von ihrem kirchthurm gebenn. Die nonnen von s[anct] Gertrudts berg, so lange zeyt in unser stadt in des Bischofs hof auf dem Großen Freyt hofe gewesen, haben unse feynde auf dem berge mit meel und ander proviant versorget. […] Den 15. Aprilis sein in der nacht etlich vonn den dragunern zu fuß, etlich junge gesellenn und soldaten aus S[anct] Johans pforten gefallenn, etlich nach dem Hetlager thurm und Harderberg, da sie der feynde an dreyn orten schildwacht gehalten, die andern die kurtze garde am und umbs feuer geseßen. Darauf die unser aus der stad, wie gemelt, kraut und lott gegeben. 18 pferde bekommen, etliche erschoßen, etliche erstochenn, darvon auch etliche das hasen bannier angenommen. In dießer nacht ist das schwedisch kriegsvolck in Eßen[116] gefallen, die Keyserschen geschlagen, 1000 pferd bekommen, auch ein große summa geldts &, 14 standarten in Meyers hof bekommen. Denn 16. Aprilis, in der Osternacht zu 12 uhren, unser feynde in aller styll vom berge mit sack und pack darvon gezogen nach Glanen,[117] Iburg[118] und folgends nach Telchte[119] und also furthan. Es sein aber in den funff tagen und nachten, dweyl sie auf dem berge lagen, mehr umbkommen als man glaubt“.[120]

1641 wurde Wartenberg erlaubt, weiterhin den Hofrat zu besuchen mit Session gleich nach dem Hofoberrichter. Vom 16.9. 1641 bis zum 24.9.1649 war er Vizedom[121] zu Burghausen.[122] Im Krisenjahr 1648 war Burghausen vor dem Angriff der französisch-schwedischen Konföderierten unter Turenne und Wrangel nach der Schlacht bei Zusmarshausen[123] durch Hochwasser vor einem drohenden Angriff geschützt.[124] In der Umgebung plünderten unterdessen bayerische Truppen ihre eigenen Landsleute. „Der Vizedom von Burghausen berichtete an den Churfürsten, daß in der Obmannschaft Oberneukirchen[125] 50-60 Reiter – wahrscheinlich vom Reiterregiment de Lapière [La Pierre; BW] – in den Gehöften die Türen, Kästen und Truhen geöffnet und zerhackt, Fenster und Geschirr zerbrochen, sogar die Häfen aus den Oefen genommen, alles ausgeraubt und Geld begehrt hätten. Im Weigerungsfall hätten sie mit Erschießen gedroht“.[126]

Die aufgebotenen Landfahnen wurden Ende Juni auf Befehl Maximilians wegen ihrer hohen Desertionsquote und schwachen Kampfkraft – Wartenbergs Bericht zufolge waren die Bauern zwischen Mühldorf[127] und Neuötting[128] zusammen mit ihrem Hauptmann[129] davongelaufen, als einige Musketenschüsse gefallen waren;schon 1646 hatte Geleen die Komplettierung der Artillerie und der Regimenter durch Landvolk verlangt, was Maximilian I. jedoch nicht gebilligt hatte[130]- wieder entlassen.

„Am 26. Juni [1648], nachdem die Schweden und Franzosen schon in Mühldorf eingezogen waren, berichtete Graf von Wartenberg als Oberst, daß die Bauern zwischen Mühldorf und Neuötting samt ihrem Hauptmann, Herrn von Lerchenfeld, davon gelaufen seien, nachdem der Feind einige Musketenschüsse getan“. „Aus einem Schreiben vom 29. Juni erfahren wir den Namen des Oberbefehlshabers der Streitkräfte rechts des Inns. Darin berichtet die Regierung von Burghausen an die Pflegen, daß ein Schreiben eingelaufen sei, wonach sämtliche Untertanen der Regierung zur Verteidigung des Inns befohlen seien, daß man ‚von Hunoltstein‘ – es ist dies der Generalfeldzeugmeister – möglichst an die Hand gehen solle, daß sich wohl einige besorgte Untertanen zur Verteidigung des Inns meldeten, aber der Großteil derselben aus Schrecken und Feigheit von Haus und Hof gelaufen und mit Roß und Vieh sich zur Flucht ins Gebirg begeben hätten. Die Städte, Märkte und Dorfschaften seien verödet, dermaßen, daß man keine Leute mehr auftreibe zu Schanzarbeiten, zur Führung des Proviants, zur Einlieferung der ‚Fourage, des Brots, Biers und anderer Notdurft‘ mehr. Wie wenig Verlaß auf die Landfahnen war, geht aus einem Bericht des Vizedoms von Burghausen vom 29. Juni hervor, worin er schreibt, daß der Generalfeldzeugmeister das allgemeine Aufgebot wieder zurückgenommen habe wegen ‚der baim allgemainen Glockenstreich besorgte Confusiones und üble Consequentien‘ und daß er begehrt hätte, die Maxlrainischen[131] Schützen möchten ‚eilfertig nacher Mühldorf geschickht werden‘ „.[132] Allerdings hatte man schon 1646 in Geheimraten die Bedenken geäußert, dass derartige Aufgebote leicht in Aufruhr umschlagen könnten, wenn sie die Obrigkeit im Stich lasse.[133]

Seit ca. 1645 war er mit Anna Juliana von Dachsberg [1611-1650], seit 1650 war Wartenberg mit Maria Claudia (1632-1663), der Tochter Pappenheims, verheiratet. Unter Kurfürst Ferdinand Maria amtierte er als Geheimrat und Präsident des Hofrates.[134]

[1] Ingolstadt; HHSD VII, S. 326ff.

[2] Vgl. ALBRECHT, Maximilian I.

[3] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2361, fol. 612 (Entwurf): Maximilian I. an Kurfürst Ferdinand v. Köln, München, 1631 VIII 26.

[4] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 16 Nr. 5, fol. 186 (Abschrift): Pappenheim an F. L. v. Wartenberg, Tangermünde, 1631 VIII 14; Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2381, fol. 495 (Ausfertigung): Pappenheim an Maximilian I., Lüdge, 1632 III 04.

[5] Vgl. GOLDSCHMIDT, Lebensgeschichte des Kardinalpriesters Franz Wilhelm Grafen zu Wartenberg.

[6] Vgl. KAISER, Politik; JUNKELMANN, Der Du gelehrt hast; JUNKELMANN, Tilly.

[7] BA II/2, 179 A: Ruepp an Maximilian I., 1625 V 12.

[8] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 16 Nr. 5, fol. 93 (Ausfertigung): F. L. v. Wartenberg an Franz Wilhelm v. Wartenberg, Großen-Buseck, 1630 IX 20. Zu Franz Wilhelm v. Wartenberg vgl. GOLDSCHMIDT, Lebensgeschichte.

[9] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Dreißigjähriger Krieg Akten 203/I (Ausfertigung): Tilly an die Bundesstände in Mühlhausen, Lauenburg, 1627 IX 24.

[10] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 16 Nr. 5, fol. 65f. (Ausfertigung): F. L. v. Wartenberg an Franz Wilhelm v. Wartenberg, Hamburg, 1627 X 20.

[11] Vgl. REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein; SCHUBERTH; REICHEL, Die blut’ge Affair’.

[12] BA NF II/4, S. 32, Anm. 2: Maximilian I. an Tilly, München, 1628 II 01.

[13] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 16 Nr. 5, fol. 65f. (Ausfertigung): F. L. v. Wartenberg an Franz Wilhelm v. Wartenberg, Hamburg, 1627 X 20. Am 31.1.1627 hatte Maximilian I. den Generalkriegskommissaren geschrieben: „Vornehmlich hat man sich hinfüro nit einzubilden, dass wir alles mit dem gelt ersetzen khinden und werden“. Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2371, fol. 17′ (Kopie).

[14] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 16 Nr. 5, fol. 187 (Abschrift): F. L. v. Wartenberg an F. W. v. Wartenberg, Göttingen, 1631 VIII 22. Bei der Plünderung Magdeburgs hatten die Söldner 10 % des Nominalwertes auf Schmuck u. Silbergeschirr erhalten; KOHL, Die Belagerung, Eroberung und Zerstörung, S. 82. Profitiert hatten nur die Regimentskommandeure bzw. die Stabsmarketender.

[15] Verden; HHSD II, S. 464ff.

[16] KRETZSCHMAR, Heilbronner Bund Bd. 1, S. 25. Johann Friedrich hatte bereits Anfang des Jahres mit seinen pro-schwed. Umtrieben begonnen; BOËTHIUS, Svenskarne, S. 86; HALLENDORF, Sveriges Traktater V.2, S. 463-473; bzw. ROBERTS, Gustav Adolph Bd. 2, S. 523f.

[17] Bremen; HHSD II, S. 69ff.

[18] Staatsarchiv Bamberg B 48/126 (Ausfertigung): Hans Heinrich v. Reinach an Lerchenfeld, Stade, 1631 VII 21 (Vorstoß ins Wurstener Land).

[19] Vgl. STADLER, Pappenheim.

[20] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2396, fol. 5′-6′ (Konzept): Maximilian I. an Tilly, 1631 VII 08.

[21] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2381, fol. 364′ (Ausfertigung): Pappenheim an Maximilian I., Magdeburg, 1631 VII 05.

[22] Vgl. FOERSTER, Kurfürst Ferdinand von Köln.

[23] Langwedel [Kr. Verden]; HHSD II, S. 282f.

[24] Clüverborstel, heute Teil von Sottrum [LK Rotenburg (Wümme)].

[25] Borstel, heute Ortsteil von Verden [LK Verden].

[26] SCHWARZWÄLDER, Ottersberg, S. 150f.

[27] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2398, fol. 586f. (Ausfertigung): Lerchenfeld an Maximilian I., Hameln, 1631 XI 18 (über Gronsfelds u. Reinachs Maßnahmen gegen den Bremer Erzbischof); BOËTHIUS, Svenskarne, S. 296.

[28] Bayerisches Staatsarchiv München FA Törring-Jettenbach M 1: Comoedia Gronsfeldiana etc.: Dt. Übersetzung: Gronsfeldianische Komödie, später durch die Launenhaftigkeit des Glücks in eine Tragödie verwandelt, mit vielfältigen und erstaunlichen Exempeln ausgeschmückt, durch die uns lebende Heerführer mahnen, nicht allzu sehr auf Fürsten zu vertrauen, bei denen kein Heil ist.

[29] Bayerisches Staatsarchiv München FA Törring-Jettenbach M 1: Comoedia Gronsfeldiana fol. 13; Erzbischöfliche Bibliothek Paderborn Cod. Pa 107, fol. 321; PFANNKUCHE, Die neuere Geschichte, S. 114f.

[30] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 1 Nr. 50, fol. 743f. (Kopie): Kurfürst Ferdinand an Tilly, Bonn, 1631 X 13.

[31] Maastricht [Niederlande, Provinz Limburg].

[32] Haupstaatsarchiv Düsseldorf Jülich-Berg II/3138, fol. 19 (Entwurf): Wolfgang Wilhelm v. Pfalz-Neuburg an Leittersam, Sittard, 1632 VIII 26.

[33] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 4 Nr. 10, fol. 90 (Ausfertigung): Pappenheim an F. W. v. Wartenberg, Hameln, 1632 V 31; Rep. 100 Abs. 1, Nr. 90, fol. 109f. (Abschrift): Franz Wilhelm v. Wartenberg an Kurköln, Minden, 1632 VII 29.

[34] Staatsarchiv Osnabrück Rep. 100 Abs. 16 Nr. 5, fol. 229 (Ausfertigung): F. L. v. Wartenberg an Franz Wilhelm v. Wartenberg, Hildesheim, 1632 XI 09.

[35] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.

[36] Schüttorf [Kr. Grafschaft Bentheim]; HHSD II, S. 421f.

[37] Stade; HHSD II, S. 432ff.

[38] TEGEDER; KREIENBRINK, der osnabrugischenn handlung, S. 197.

[39] Neuenhaus [Kr. Grafschaft Bentheim]; HHSD II, S. 340.

[40] STEINWASCHER, Krieg, S. 60f.

[41] Freusburg [Kr. Altenkirchen]; HHSD V, S. 105f.

[42] Koblenz; HHSD V, S. 178ff.

[43] KELLER, Drangsale, S. 182.

[44] Hessisch Oldendorf [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 226f.

[45] Vgl. SATTLER, Reichsfreiherr Dodo zu Innhausen und Knyphausen.

[46] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2416, fol. 213: Bescheid der bayr. Kriegskanzlei, Stadtamhof, 1632 VI 10. ENGLUND, Verwüstung, S. 124: „So wurde eine Gruppe von 50 Schweden von einem großen Bauernhaufen nördlich von München überrascht. In einem Ausbruch kalter Raserei schnitten die Bauern den Soldaten Ohren und Nasen ab, hackten ihnen die Hände und Füße ab und stachen ihnen schließlich die Augen aus, worauf sie die Opfer lebendig ihrem Schicksal überließen. Die Antwort des schwedischen Heeres kam unmittelbar: An einem einzigen Tag sollen als Rache 200 Dörfer niedergebrannt worden sein“. MAHR, Monro, S. 173f.: „Auf dem Marsch verübten die Bauern Grausamkeiten an unseren Soldaten, die seitwärts zum Plündern weggingen, indem sie ihnen die Nasen und Ohren abschnitten, Hände und Füße abhackten und ihnen die Augen ausstachen, dazu andere Untaten begingen, die ihnen die Soldaten sofort heimzahlten. Sie brannten auf dem Marsch viele Dörfer nieder und brachten die Bauern um, wo man sie antraf. Eine starke Abteilung des Herzogs von Bayern glaubte, die Schweden in ihren Quartieren überrascht zu haben, aber sie fiel selbst in die Grube, die sie anderen graben wollte, so daß nur wenige den Schweden entrannen und mit dem Leben davonkamen“. Vgl. HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 123, Anm. 59: „Herzog August von Sulzbach verwendete sich bei Gustav Adolf für die Schonung der Untertanen seines Vetters Maximilian und setzte auch durch, daß 2 Rgt. beauftragt wurden, dem Niederbrennen Einhalt zu gebieten“.

[47] Schaumburg [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 413.

[48] BELLINCKHAUSEN, TEGEDER; KREIENBRINK, der osnabrugischenn handlung, S. 242.

[49] Kungliga Biblioteket Stockholm, Sv. Krig, Nr. 224a.

[50] Vgl. LAHRKAMP, Bönninghausen.

[51] Woll ? möglicherweise Wolsdorf.

[52] Unterstützung; vgl. auch JONES, A Lexicon, S. 223.

[53] Hameln; HHSD II, S. 192ff.

[54] Vgl. SCHRIJNEMAKERS; CORSTJENS, Graaf Godfried Huyn van Geleen (in der deutschen Fachliteratur kaum beachtete Biographie).

[55] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.

[56] Schaumburg [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 413.

[57] Hessisch Oldendorf [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 226f.

[58] Tode ?

[59] Wolsdorf [LK Helmstedt].

[60] Schlachtordnung.

[61] Hannover; HHSD II, S. 197ff.

[62] Rinteln [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 395f.

[63] Bückeburg; HHSD II, S. 80ff.

[64] casache (ital.), sacaque: Kasack = Poncho ähnlicher Überwurfmantel, ärmellos oder mit aufknüpfbaren Ärmeln.

[65] Kungliga biblioteket Stockholm, Svea Krig, Nr. 224a.

[66] Hallenberg [LK Brilon]; HHSD III, S. 282f.

[67] Waldeck [LK Waldeck-Frankenberg].

[68] Frankenberg [LK Waldeck-Frankenberg]; HHSD IV, S. 124f.

[69] Battenberg [Kr. Frankenberg]; HHSD IV, S. 37f.

[70] Wolkersdorf, Schloss [Gem. Bottendorf, Kr. Frankenberg]; HHSD IV, S. 481.

[71] Bromskirchen [Kr. Frankenberg]; HHSD IV, S. 63.

[72] BRUNS, Hallenberg, S. 271f.

[73] Medebach [Hochsauerlandkr.]; HHSD III, S. 500f.

[74] Hesborn; heute Ortsteil von Hallenberg [Hochsauerlandkr.].

[75] BRUNS, Hallenberg, S. 272f.

[76] BAUSEN, Medebach, S. 196.

[77] Winterberg [LK Brilon]; HHSD III, S. 789.

[78] 1 Ohm = 2 Eimer = 141, 86 Liter.

[79] Schweine.

[80] BRUNS, Hallenberg, S. 275f.

[81] Münster; HHSD III, S. 537ff.

[82] Hamm in Westfalen; HHSD III, S. 286ff.

[83] Lünen; HHSD III, S. 486f.

[84] Brock [ten Broke], Haus; Münster, im heutigen Stadtteil Roxel.

[85] Stevening, westfälisches Adelsgeschlecht.

[86] Paradiese, Kloster [LK Soest]; HHSD III, S. 606f.

[87] Archives Municipales de Strasbourg AA 1065.

[88] Hanau; HHSD IV, 199ff.

[89] Michelbach, heute Stadtteil von Alzenau [LK Aschaffenburg].

[90] Aschaffenburg; HHSD VII, S. 33ff.

[91] ENGERISSER, Von Kronach, S. 608f. (die zurzeit beste kriegsgeschichtliche Darstellung).

[92] Freigericht [hess. Kr. Gelnhausen und bayr. Kr. Alzenau]; HHSD IV, S. 143f.

[93] Frankfurt/M.; HHSD IV, S. 126ff.

[94] Kälberau, heute Stadtteil von Alzenau.

[95] Kahl am Main [LK Aschaffenburg].

[96] Alzenau vgl. Freigericht [hess. Kr. Gelnhausen und bayr. Kr. Alzenau]; HHSD IV, 143f.; Alzenau i. Ufr. [LK Aschaffenburg]; HHSD VII, S. 19f.

[97] Hörstein, heute Stadtteil von Alzenau.

[98] Wasserlos, heute Stadtteil von Alzenau.

[99] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 3, S. 395f.

[100] Schlacht bei Nördlingen am 5./6.9.1634 zwischen den kaiserlich-ligistischen Truppen unter Ferdinand (III.) von Ungarn und spanischen Kontingenten unter dem Kardinal-Infanten Fernando auf der einen Seite und dem schwedischen Heer unter Feldmarschall Gustav Horn, der in eine 7 Jahre dauernde Gefangenschaft geriet, und Bernhard von Weimar auf der anderen. Die Schwedisch-Weimarischen verloren nicht allein die Schlacht, etwa 8.000-10.000 Tote und 3.000-4.000 Verwundete – auf kaiserlicher Seite waren es 1.200 Tote und 1.200 Verwundete – , sondern mit ihr auch den Einfluss in ganz Süddeutschland, während der französische Einfluss zunahm. Vgl. die ausführliche Darstellung bei  ENGERISSER; HRNČIŘĺK, Nördlingen 1634 (die detaillierteste Darstellung der Schlacht); STRUCK, Schlacht, WENG, Schlacht. Vgl. den lat. Bericht »Pugna et victoria ad Nordlingam«, der den protestantischen Ständen zuging; Staatsarchiv Bamberg B 48/145, fol. 74 (Abschrift). Zur französischen Sicht vgl. den Avis Richelieus, 1634 IX 11; HARTMANN, Papiers de Richelieu, Nr. 288.

[101] STRAHLMANN, Wildeshausen, S. 19. Wildeshausen [Kr. Oldenburg]; HHSD II, S. 492ff.

[102] Michelbach, heute Stadtteil von Alzenau [LK Aschaffenburg].

[103] Alzenau i. Ufr. [LK Aschaffenburg]; HHSD VII, S. 19f.

[104] Michelstadt [Odenwaldkreis].

[105] Vgl. JENDRE, Diplomatie und Feldherrnkunst.

[106] Vgl. FINDEISEN, Axel Oxenstierna.

[107] KELLER, Drangsale, S. 230.

[108] Vechta [Kr. Vechta]; HHSD II, S. 461f.

[109] Huntlosen [Kr. Oldenburg]; HHSD II, S. 252f.

[110] Ganderkesee [Kr. Oldenburg]; HHSD II, S. 157f.

[111] Haselünne [Kr. Meppen]; HHSD II, S. 210.

[112] Delmenhorst; HHSD II, S. 109f.

[113] Vgl. SCHRIJNEMAKERS; CORSTJENS, Graaf Godfried Huyn van Geleen (in der deutschen Fachliteratur kaum beachtete Biographie).

[114] Vgl. ANGERER, Aus dem Leben des Feldmarschalls Johann Graf von Götz.

[115] STRAHLMANN, Wildeshausen, S. 19f.

[116] Essen [Kr. Cloppenburg]; HHSD II, S. 145.

[117] Glane, Kloster [Stadt Gronau, LK Ahaus]; HHSD III, S. 258.

[118] Iburg [Kr. Osnabrück]; HHSD III, S. 358f.

[119] Telgte [LK Münster]; HHSD III, S. 715f.

[120] TEGEDER; KREIENBRINK, der osnabrugischenn handlung, S. 345f.

[121] Vizedom: Stellvertreter des Landesherrn, meist für die Finanzverwaltung zuständig, übte richterliche und administrative Befugnisse aus.

[122] Burghausen [LK Altötting]; HHSD VII, S. 115.

[123] 17.5.1648: Die französisch-schwedischen Truppen unter Turenne und Wrangel schlagen die Kaiserlich-Kurbayerischen unter Holzappel, der dabei fällt, und Gronsfeld. Vgl. HÖFER, Ende, S. 175ff.

[124] HUBER, Geschichte der Stadt Burghausen, S. 244.

[125] Oberneukirchen [LK Mühldorf am Inn].

[126] URZINGER, Mühldorf und Umgebung IV.

[127] Mühldorf [LK Mühldorf]; HHSD VII, S. 462f.

[128] Neuötting [LK Altötting]; HHSD VII, S. 511.

[129] Georg Konrad v. Lerchenfeld, bayr. Hofkammerrat († 1689); HEYDENREUTER, Der landesherrliche Hofrat, S. 342; FERCHL, Bayerische Behörden und Beamte II, S. 995f.

[130] HEILMANN, Kriegsgeschichte Bd. 2, S. 879.

[131] Maxlrain [Gem. Beyharting, LK Bad Aibling]; HHSD VII, S. 436f.

[132] URZINGER, Mühldorf und Umgebung IV.

[133] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten Geheimer Rat 199/I/2, fol. 31-33; fasz. 5, fol. 32-33′: Aufzeichnungen Richels.

[134] HEYDENREUTER, Der landesherrliche Hofrat, S. 360; PRECHTL, Beiträge, S. 306ff.; FERCHL, Bayerische Behörden und Beamte I, S. 57, 72; FERCHL, Bayerische Behörden und Beamte II, S. 1205.

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