Vitzthum von Eckstädt, Hans (VI.) (Johann)

Vitzthum von Eckstädt, Hans (VI.) (Johann); Obrist [1595-11.1.1648 Sommerschenburg] Hans Vitzthum von Eckstädt,[1] Sohn des Christoph I. Vitzthum von Eckstädt und der Maria von Hagen, hatte zuerst in den Diensten der böhmischen Stände gestanden, dann der Signoria von Venedig und Kurbrandenburg gedient. Er stand ab 1629 als Obrist in schwedischen  Diensten und nahm an der Schlacht bei Lützen[2] teil.

„Nach der Schlacht bei Lützen rückte der Oberst Hans Vitzthum von Eckstädt auf Kannawurf[3] mit tausend sächsischen Dragonern[4] in Naumburg[5] ein. Man baute den Siegern keine Ehrenpforte zum Willkommen. Es hatte ja auch kein Bürgersmann seinen Sohn zu den Soldaten gegeben. Die schwedische Einquartierung hatte jüngst bei ihrem sechs Tage langen Stillager sich über den Wintervorrat in Keller und Boden und Scheunen hergemacht, nun lagerten sich abermals solche ungebetenen Gäste ein. Und wenn auch die Kontribution und die Taxe für Verpflegung und Fourage und die Quartiergelder auf Geheiß der kursächsischen Kanzlei angeschlagen waren, so schienen die Soldaten, an denen der Tod vorbeigegangen war, keineswegs geneigt, sich mit der geschmälerten Kost dieses eigennützigen Bürgervolkes zu begnügen, für das sie ihre Haut riskiert hatten. Sie griffen nach Landsknechtsart zu, wo es was zu greifen gab. Ihre Jungens stahlen die Käse von den Marktbänken, und ihre Torposten nahmen den Einkehrenden die Lebensmittel ab, erhoben von Getreide und Vieh eigenmächtig Zoll, sodaß die Bauern bald sich nicht mehr zur Stadt hinein getrauten und ihren Wochenmarkt draußen auf der Freiheit oder gar auf den Äckern hielten. Der Oberst gönnte seinen Leuten ein gutes Leben. Und was er selbst für seine Küche Woche für Woche beanspruchte, zählt ein Aktenzettel auf: 2 Faß Bier, 12 Pfund Lichte, 4 Hühner, 2 Gänse, 1 ‚Hose’[6] Butter, ¼ vom holländischen Käse, 5 Mandel[7] Borstorfer Äpfel, 5 Mandel Birnen, ½ Schock Weißkraut, 1 Schock[8] Eier, 4 Pfund Fett, 1 Hut Zucker;[9] dazu Tag für Tag ein Schöps[10] oder ein Kalb mit allem Zugehör, 30 Pfund Rindfleisch, 2 Essen Fische; außerdem nach Notdurft Reis, Graupen, Hirse, Weißbrot, Konfekt, Würze, Salz, Wein, Bier, Essig. In den engen Bürgerstuben lagen blessierte und heile Soldaten und Soldatenweiber und Soldatenjungen gepfercht. Das war ein Nährboden der grausigen Seuche, die hinter den Schlachten schlich und der kein Kriegsmann am Stadttor den Einlaß zu wehren vermochte. ‚Ich habe’, so beklagte sich der Advokat Maul beim Bürgermeister, ‚einen kranken Soldaten im Hause, umb welchen ein solcher Gestank ist, daß ich mich befahre, es möchte mein Haus infiziert und meine lieben Kinderchen, Weib und Gesinde krank werden’. Und wieder, wie stets in den verzweiflungsvollen Tagen, suchte die ratlose und unberatene Menge das Urübel aller irdischen Misere in der Überheblichkeit der reichen über die armen Leute. Es hielten da zu den Unzufriedenen auch zwei Gelehrte, Dr. Bernhard Beer und Dr. Peter Krause, aber, selbst ebenso überheblich, beriefen sie sich nun mit einem Aufgebot von einem Dutzend lateinischer und deutscher Belegstellen auf das Reichs- und Landrecht, das den Doctores juris et medicinae das Privilegium zusprach, von jeder Einquartierung befreit zu sein; und sie zeigten auf die ratsgesessenen Herren, die in ihren weiträumigen Häusern und ihren stattlichen Vorräten jede Soldatenlast klüglich fern zu halten verstanden.

Und nun kam auch noch der Oberst Vitzthum und mahnte den Rat an die Summe von 2000 Thalern, die noch ‚zur Beförderung der schwedischen Kriegsdienste’ ausstanden. Das war für die Stadtregierung das Allerpeinlichste: ‚Wir vermögen nicht, die kleinste Summe aufzutreiben … Wir können den Kirchen- und Schuldienern ihre Besoldung nicht mehr geben …Der Ruin hiesiger Republik ist vor Augen zu sehen, weil uns die nervi rerum gerendarum[11] ganz verschnitten’. Briefe wurden an den Kurfürsten aufgesetzt mit den alten Beschwerden, die allmählich formularhaft geworden sind, und mit dem Antrag, die Garnison und die Kranken aus der Stadt zu nehmen. Der Landesherr war in diesen Kriegsläuften wieder machtlos. So fuhr eine Gesandtschaft zu dem Generalobersten Bernhard von Sachsen-Weimar[12] hinüber nach Altenburg.[13] Der empfing die Herren gar nicht. Bei seinen ‚vielfältigen obliegenden Kriegsverrichtungen’ mochten ihm ihre Lamentationen als lästige Nörgeleien erscheinen. Er ließ ihnen durch seinen General-Kriegskommissar sagen, ‚erst habe die Soldateska aus des Feindes Händen errettet, und jetzt nach erhaltener Victoria wollte die Stadt gar nichts für sie tun, weder Herberge noch ein Stück Brot freiwillig geben. Die Garnison müsse in Naumburg bleiben; bis der schwedische Reichskanzler Ochsenstierna[14] andere Ordonnanz erteile’. Doch hob er immerhin die willkürliche militärische Zollkontrolle an den Stadttoren auf und verhieß auch, daß aus den kurfürstlichen Ämtern Getreide nach Naumburg gefahren werden sollte. Der Schriftenkrieg ging noch wochenlang hin und her. Der Ratsschreiber fertigte ein neues umständliches Aktenstück von neun Folioseiten, das für den Landesherrn bestimmt war. Es beginnt mit gelehrten Glossen zu den Paragraphen des Landesrechtes über das onus recipiendi et hospitandi milites[15] und weist nach, daß das Benehmen des Obersten Vitzthum dagegen gröblich verstoße. Dann summieren sich die Beschwerden: Mit Musketen und brennenden Lunten dringen die Soldaten in die Quartiere, als seien die Naumburger ihre Feinde. … Sie drohen den Einwohnern Gewalttätigkeiten an, wenn diese ihre Kontribution nicht gleich erlegen können. … Sie schrecken sie mit barbarischer türkischer Prügel.[16] … Etliche ganz verzweifelte Bürger wollen Haus und Hof verlassen. … Zum Schluß wird die Gnade des Kurfürsten angefleht: ‚Ew. Kurf. Gnaden wollen um Gottes, der lieben Gerechtigkeit, unserer schmerzlich betrübten armen Weiber und teils mutter- teils vaterlosen unerzogenen Kinder willen ein gnädigstes Einsehen in unsere beschwerlichen Drangsale haben, uns die restierenden Schulden erlassen, die Garnison, da durch Gottes sonderbare Schickung der Feind von der Grenze gewichen ist, anderswohin abführen und künftig diese Stadt mit Einquartierung verschonen, damit wir noch bei einem Bißlein Brots gelassen werden und kümmerliche Bleibe und Auskommen haben und respirieren und mit der Zeit ein wenig uns wieder erholen können’.

Doch der Oberst Vitzthum warf den Schleuderstein zurück. Er schrieb an den General-Kriegskommissar in Dresden:[17] ‚Die Herren zu Naumburg traktieren mich, meine Offiziere und Soldaten je länger je schlimmer, wollen den Offizieren kein Geld mehr geben, viel weniger daß sie sich nach der kurfürstlichen Verpflegungsorder richten. So sind viele arme Leute da, weil der Rat die Reichen eximiert und die Armen belegt, die den Soldaten fast niemals einen Trunk Bier geben, sodaß sich ihrer viele mit Kofent[18] und Käse und Brot bis dato behelfen müssen. … Von diesem halsstarrigen Rat kann ich, obschon Kurfürstliche Durchlaucht es befohlen haben, nicht ein Stück Lunte, geschweige denn einen Schuß Pulver bekommen’. Um seinen Forderungen Gehör zu schaffen, legte der Oberst schließlich ‚Tribuliersoldaten’ in die Häuser der Ratsherren. Durch den ganzen Winter würgen sich solche Unerquicklichkeiten, die auf dem Hintergrunde der großen Weltdinge leicht als kleinliches Gebaren zusammenschrumpfen. Und in Wirklichkeit war der Friede zwischen Bürgern und Soldaten gar nicht so ernstlich gefährdet. In den langen Wintermonaten kam es nur zu einer einzigen Gewalttat. Ein Böttcher wurde am Biertisch von einem Soldaten erstochen. Der Kommandant schaffte eilig Sühne und ließ den Täter henken. Als endlich am 28. April 1633 Vitzthum mit seinem Regiment die Stadt verließ, sah man, daß sich wenigstens die Naumburger Mädchen mit den Kriegsmännern herzlich vertragen hatten. 140 Mägde – die Zahl ist übertrieben – gaben ihnen das Geleit und wollten nicht von ihnen lassen. Wir nehmen diese kleine Zugabe zur Kulturgeschichte gern in die Hand und glauben auch dem eifernden Chronisten nicht, wenn er die wenig ehrenhafte Moral hinzufügt: ‚Da haben die Kriegsknechte die Huren ausgezogen und dann wieder von sich gejaget’. Denn von dauerhafter Soldatentreue zeugen doch die sachlichen Eintragungen der Kirchenbücher: Kurz vor dem Ausmarsche haben sich in St. Wenzel zwölf Soldaten, in St. Othmar neun Soldaten trauen lassen“.[19]

1633 wurde Vitzthum von Eckstädt schwedischer Generalmajor. Bei Pfaffenhofen[20] gelang ihm am 10.8.1633 zusammen mit Pfalzgraf Christian von Birkenfeld und Josias Rantzau ein Sieg über die lothringischen Truppen Karls IV. von Lothringen,[21] der sich unter dem Verlust von 900 Toten aus dem Elsass zurückziehen muss.

„Als am 11. August 1635 neuen Stils aus Wien nicht ohne Genugtuung vermeldet wurde, daß ‚im Römischen Reich […] nun die Kays: fast alle Plätz, ausser wenigen so noch mit Schwedischen besetzt, erobert, massen sich dann auch Franckfurt am Main,[22] Straßburg, Manheimb,[23] und andere Orth mehr mehr, mit Accordo an Ihr Kays: Mytt: lauth deß mit Churfürstl: Durchl: zu Saxen beschlossnen Friden ergeben haben’, standen den Frankfurtern bange Stunden erst noch bevor. In der Tat hatten sich die meisten Stände dem Prager Friedensabkommen angeschlossen, die Wiener Meldungen waren jedoch nach dem Gregorianischen Kalender datiert. Frankfurt mußte seine ungeliebten Besatzer zu diesem Zeitpunkt erst noch vertreiben. Die Situation in der untermainischen Reichsstadt spitzte sich zu. Vitzthum hatte in Sachsenhausen zum Ärger der Frankfurter Ratsherren ohne deren Erlaubnis schwedische Soldaten zur Verstärkung eingelassen. Laut Lersner stiegen Soldaten eines Obersts namens Rosa [Reinhold von Rosen; BW] mit Leitern über die Sachsenhäuser[24] Mauern, gelangten also heimlich in die Stadt. In der Nacht zum 1. August hätten diese dann die Türme auf der Sachsenhäuser Mainseite eingenommen und die vom Rat eingesetzten Wachen vertrieben. Eine Abordnung der Hanauer[25] Garnison sei durch das Affentor eingelassen worden, um Vitzthum beim Kampf um die Alte Brücke zu unterstützen. Am Sonntag, den 2. August 1635 begann das verheerende Gefecht zwischen der schwedischen Garnison und den Frankfurter Truppen. Zuerst erfolgte die gewaltsame Einnahme der Alten Brücke durch die Garnisonssoldaten, Frankfurt wurde überrumpelt und geplündert. Während sich die meisten Einwohner noch im morgendlichen Gottesdienst befanden[,] ließ Vitzthum ‚das Affenthor auffhawen, und 1000 Mußquetierer neben 500 Pferden einziehen.[’] Nachdem der Rat den Lärm gehört hatte, wurden eilends die Bürgerschaft und die Handwerksburschen zusammengerufen und diese ‚mit Eydt und Pflicht erinnert, gegen die Schweden sich zu wehren’. Die schwedischen Soldaten zogen sich zurück und die Frankfurter, ‚mit Doppelhacken[26] und Mußqueten’ zur Gegenwehr gerüstet, schlugen indes ‚auff der Brücken pallisada’.

Ein im Reichsarchiv in Stockholm befindlicher Augenzeugenbericht bestätigt diese Vorfälle an jenem 2. August 1635. Es handelt sich hierbei um einen auf Französisch und mit rascher Hand abgefaßten Brief an Bernhard von Weimar,[27] in dem jener Oberst Rosa, der eigentlich Reinholt von Rosen hieß, unmittelbar von den Frankfurter Ereignissen berichtet. Dieser Obrist war mit seinen aus Mainz[28] und Gustavsburg[29] stammenden Reitern Vitzthum zu Hilfe geeilt und unterstützte dessen Garnisonssoldaten gemeinsam mit weiteren 500 Hanauer Musketieren beim Angriff auf Frankfurt. Im Verlauf des Gefechts verweigerte der Magistrat den Schweden jedoch die ‚Clefs de la Porte’ und ließ sie nicht in die Stadt. Daraufhin hatten sich die schwedischen Truppen zurückgezogen. Die Kommandanten beschlossen, Frankfurt zu stürmen und einzunehmen. Vom Rheingrafen Otto hatte der Oberst zuvor erfahren, daß Matthias Gallas[30] mit seiner Armee anrückte. Um dem Feind den Zugang zu der Reichsstadt zu verwehren, verteilte Rosen seine eigene Kavallerie außerhalb der Stadt um die Mauer, damit diese die Zugangsstraßen sicherten. Frankfurt traf indes Vorkehrungen, um sich selbst zu verteidigen. Die Bürger hatten sich bewaffnet und mit der städtischen Garnison zusammengeschlossen. Überdies brachten sie zahlreiche Kanonen in Gefechtsstellung.

In den frühen Morgenstunden des 5. Augusts, einem Mittwoch, begann ein heftiger Kampf zwischen den städtischen Söldnern und Vitzthums Truppen. Die Frankfurter Einheiten feuerten auf die hinter Schanzkörben verborgenen schwedischen Soldaten, es kam zu Toten und Verletzten. Dennoch gelang es Vitzthums Männern, die Frankfurter Soldaten zurückzudrängen. Außerdem ließ der Garnisonskommandant noch am selben Abend die Brückenmühle anzünden, die ‚mit etliche Malter Früchte abgebrand’ ist. Durch die brennende Mühle wurden ‚beyde Städte von einander separiret, man canoniret noch immer, und sollen sie darinnen noch immer grossen Mangel an Medicamenten und anderer provision haben, und hat man ihnen alles mahlwerck genommen’.

Am 6. August baten die Stadtoberen den in der Nähe befindlichen kaiserlichen Generalleutnant Gallas um Unterstützung. Inzwischen wurde von Frankfurt aus die Schaumainpforte auf der Sachsenhäuser Seite beschossen, fast alle Fenster des Wachgebäudes gingen dabei zu Bruch. Am Abend des 7. Augusts rückten schließlich 5 000 Soldaten des Grafen Gallas unter dem Kommando des Generalwachtmeisters Wilhelm von Lamboy in Frankfurt ein. Einer Zeitungsmeldung zufolge waren ‚auff begehren des Magistrats allhier unter Commando des Obr. Wachtmeisters Lamboy und Obr. Kehrauß 13. Keyserl. Regim. uber 8000. starck und zum Succurß kommen, es wird starck uff Sachsenhausen zur Pressa geschossen, sonderlich auffs Wasserthor, und ist schon ein  groß stück gefellet worden, man vernimbt es werde heut noch gestürmet werden, von dem Volck so in Gärten unter Stücken ligt’. Aber nicht nur Lamboy und sein Oberst Kehraus zogen in die Reichsstadt. Von Butzbach[31] rückten schwedische Regimenter unter Sperreuter[s][32] Kommando heran und Bernhard von Weimar marschierte vom Rheingau aus über Wiesbaden[33] und Mainz herauf. Vitzthum ließ sich deshalb vernehmen, ‚es wolle bald widerumb einen Succurß von 12.000 Mann von Hertzog Bernhards Armee bekommen’. Diese Zeitungsmeldung scheint zum Ausdruck zu bringen, daß der Korrespondent offenbar den baldigen Fall Frankfurts befürchtete. Es drohte immerhin der Zusammenprall von rund 20 000 Soldaten.

Am 8. und 9. August erfolgte der Beschuß Sachsenhausens vom Frankfurter Mainufer aus, man hatte ‚von allen Pastheyen und Thürnen auf die Schwedischen Schantzkörbe, so sie auff die Brücke gebracht’, gefeuert. Die Ironie des Schicksals zeigte sich hierbei in der Tatsache, daß all jene Mauern und Bollwerke nun zur Verteidigung gegen die Schweden dienten, die zuvor unter ihrer Regie mühsam errichtet worden waren. Beobachter wußten zu berichten, daß ‚uber 1000. Schüsse aus Stücken’ an jenem 8. August auf Sachsenhausen abgefeuert worden waren. Gegenüber dem Fahrtor wurde eine Bresche geschlagen. Kaiserliche und Frankfurter Soldaten durchdrangen sie am 9. August und stürmten in Sachsenhausen ein. Sie gelangten bis zur Dreikönigskirche, stießen dort aber auf die gut verschanzten Schweden und wurden von diesen zurückgedrängt. Die einbrechende Nacht verhinderte einen weiteren Angriff auf die Garnisonstruppen. Im Verlauf dieses Gefechtes hatten die Schweden im übrigen auch den Brickegickel von der Brücke geschossen. Dieser goldene Hahn, das Wahrzeichen der Alten Brücke, war dabei jedoch nicht zum ersten Mal abhanden gekommen. Ein Frankfurter Zeitzeuge namens Flittner gedachte dem durch feindliche Hand Erlegten schließlich in einem ‚historisch-zoetischen’ Gedicht.

Einen Tag später beschossen kaiserliche und Frankfurter Truppen Sachsenhausen mit dreißig Kanonen, die von der Brücke bis zum Leonhardstor aufgestellt waren. An diesem Tag ließ sich Vitzthum endlich durch die Sachsenhäuser und ihren Pfarrherrn Christian Gerlach zum Nachgeben bewegen, nachdem dort 26 Häuser in Schutt und Asche gelegt worden waren. Zeitungsmeldungen zufolge hatte sich der auf diese Weise entstandene Schaden auf ‚in die drey Tonnen Goldes’ [34] belaufen. Von ‚der unschuldigen Bürgerschafft [ist], so zu dreyen mahlen durch Pfarrer und andere fußfallende umb fernere verschonung gebeten’ worden. Auch die Soldaten auf der Frankfurter Seite waren an den Zerstörungen in Sachsenhausen beteiligt. An jenem 10. August hatten diese nicht nur einen Turm, sondern auch einige Wohnhäuser durch Beschuß in Brand gesetzt. ‚Und alleweil mit gantzen, dreyviertel und halben Carthaunen fewer hinuber geben worden, da auch das Fewer so groß worden, daß es bey 30. Häuser hinweg genommen […]’. Angesichts dieser Angaben wird deutlich, daß die beiden Seiten nicht nur aus beweglichen Feld-[,] sondern auch aus schweren Festungsgeschützen gefeuert haben. Als Vitzthum immer noch keinerlei Bereitschaft zum Einlenken zeigte, schossen die Frankfurter sogar ‚mit halben Carthaunen auff seine Arbeiter’. Sie richteten Feldgeschütze auf die schwedischen Soldaten, die gemeinsam mit der Fußartillerie aus Hanau zur Unterstützung in die Reichsstadt gekommen waren. Man war gegen Vitzthum ‚mit eysersten Ernst verfahren, was nun daraus werden wird, weiß Gott, man spielet mit Stücken biß dato nach starck inflammen’.

Der Sachsenhäuser Prediger Christian Gerlach unterstützte nicht nur die Petition seiner ‚Schäfchen’, er war darüber hinaus auch Vitzthum behilflich, wieder Verhandlungen mit den Frankfurter Räten aufzunehmen. Der Geistliche wurde mitsamt einem Trommler auf die Frankfurter Seite geschickt, um dort die Kapitulation der Schweden voranzutreiben, die dann am Abend des 10. Augusts endlich geschlossen werden konnte. Bis zu ihrer Unterzeichnung dauerte jedoch das Feuern der kaiserlichen Truppen an. Vitzthum hatte sich offenbar bis zuletzt geweigert, mit den Frankfurtern zu verhandeln. Er akzeptierte jedoch die Vermittlung des Generalwachtmeisters Lamboy, dem der Vergleich schließlich auch gelang. Über die darauf folgende Aufgabe Vitzthums verbreiteten sich indes unterschiedliche Interpretationen. Angeblich habe der Garnisonskommandant drei weiße Fahnen hissen lassen, Meldungen in den Zeitungen nennen hierfür verschiedene Gründe. Von katholischer Seite aus behauptete man, der Generalmajor sei nicht etwa verhandlungsbereit gewesen, vielmehr habe es ihm an Munition und Proviant gemangelt. Dies wäre so gesehen einer unfreiwilligen Aufgabe gleichgekommen. Folgt man hingegen Zeitungen aus protestantischen Hochburgen, so wollte der Garnisonskommandant einen Waffenstillstand nur aus Pietät, um ‚die Todten zu begraben’.

Am Dienstag, den 11. August 1635 verließ Hans Vitzthum von Eckstädt um sieben Uhr morgens mit seinem vierköpfigen Stab die Reichsstadt Frankfurt am Main in Richtung Gustavsburg, die Besatzung durch die Schweden war beendet. Noch vor dem Garnisonskommandanten zog ein Oberstleutnant namens Bilau mit dem Hanauischen Kriegsvolk ab, dann endlich verschwand Vitzthum mit Sack und Pack, vier Feldstücken und acht fliegenden Fahnen aus Sachsenhausen. Seine einstigen Garnisonssoldaten wurden vor die Wahl gestellt, in den Dienst der Reichsstadt oder zu den kaiserlichen Truppen überzutreten. 200 Mann entschieden sich angeblich für den Verbleib in Frankfurt. Der vertriebene Generalmajor konnte seinen Weg nach Gustavsburg allerdings nicht ungehindert fortsetzen. Übergriffe wurden auf ihn verübt und sein Gefolge in Höchst von den dort befindlichen kaiserlichen Soldaten gefangen genommen. Vitzthum selbst soll angeblich nur noch mit drei Pferden und zwei Dienern an seinem Ziel angekommen sein.

– – „Am 10. August [20.8.1635; BW] wurde der Oberst Joh. Geyso, der seit 12 Jahren dem Herzoge nahe stand […], entsandt. Ein größeres Reitergeschwader scheint ihm zunächst Schutz gewährt zu haben. Noch ehe er sein Ziel erreichte, ging am 14. August von Ramsay folgende Nachricht ein: Einige Regimenter der Bönninghausenschen Armee sind gestern, den 11., dicht an Hanau vorbei auf Frankfurt marschiert. Sachsenhausen ist heute mit Accord gefallen; Vitztum mit seinen Truppen auf Mainz abgezogen. Meinem Oberstleutnant Bilaw, der mit seinen 600 Musketieren nach Hanau zurückwollte, haben die Feinde den Accord nicht gehalten; wer nicht gutwillig Dienste nehmen wollte, ist niedergeschossen”.[35] – –

Die Rezeption des Frankfurter Gefechts ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Berichte über den Verlauf der Ereignisse finden sich in den zeitgenössischen Zeitungen. Einer Meldung vom 18. August 1635 zufolge wurde nur wenige Tage nach dem Abzug des schwedischen Kommandanten der ‚Accord zwischen den Keyserl. und Schwedischen, wegen Sachsenhausen’ in Druck gegeben und das Szenarium in Kupfer gestochen. Jenen ‚innerliche[n] Krieg zu Sachsenhausen’ hatte kein Geringerer als Matthäus Merian der Ältere angefertigt, um ihn anschließend im Theatrum Europaeum[36] zu veröffentlichen. Auf seiner detailreichen Darstellung finden sich sämtliche Ereignisse dieser zehn Tage im August zusammengefaßt. Man sieht die Palisaden und Schanzkörbe auf der Alten Brücke, stürmende Soldaten, das Eindringen der kaiserlichen Truppen durch die Bresche nahe des Ulrichsteins, die Feuerlinien der schweren Geschütze entlang der Mauer des Fischerfeldbollwercks und schließlich Vitzthums Abzug mit fliegenden Fahnen.

Nur sehr langsam beruhigte sich die Lage im Frankfurter Umland. Die Reichsstadt war noch immer von Truppen der Kriegsparteien umgeben. Lamboy und Hatzfeld standen mit kaiserlichen Truppen in der Frankfurter Landwehr, Matthias Gallas befand sich mit seinen Soldaten im Hauptlager bei Gernsheim[37] auf beiden Rheinseiten. Die Schweden und ihre französischen Hilfstruppen, geführt von Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar und Kardinal de la Valette, hielten sich bei Hochheim[38] am Main auf und Ramsay saß mit seiner Garnison im belagerten Hanau fest. Die Truppen dürften auch noch den letzten Rest des mehrheitlich verödeten Umlandes durch ihre Ausfälle und Marschbewegungen zerstört haben. Dank der Übereinkunft mit Vitzthum war Frankfurt in diesen letzten Tagen der Besatzung nur knapp einer größeren Katastrophe entkommen.

Gleichwohl birgt das gewaltsame Ende der schwedischen Präsenz in der Reichsstadt am Main ungewollt eine jener Anekdoten, die es im Laufe der Geschichte immer wieder gegeben hat. An der Vertreibung des Garnisonskommandanten Vitzthum nach der Kapitulation war ausgerechnet ein Oberst nahmens Kehraus maßgeblich beteiligt gewesen – nomen est omen. Er war derjenige, so der den Schweden nicht eben wohlgesonnene Pfarrer Henrici, ‚der Sachsenhausen den Frankfortern einnahme und den Vitzthum rausjagte’ “.[39]

Der spätere Friedberger[40] Pfarrer Johannes Henrici [1592-1656] berichtet: [30. August 1635 a. St.] „Da ich von einem ehrenfesten Rath der Stadt Friedberg, nachdem beede Pfarrer daselbst peste gestorben, legitime [rechtmäßig] zum Pfarrer vociret worden, kraft Vocation-Schreiben, welches ich bekommen, als ich eben vom Fürsten von Lochowitz [Lobkowitz] zu Bornheim[41] gefangen lag, wohin mich der Quart [Salveguardist, Wach- und Schutzsoldat] zu Rendel[42] mitnahme, weilen die Bauern ihm das Quartengeld noch schuldig und entlaufen waren, und die Hanauischen den einen Quarten des Nachts geholt mit seinem Pferde; wolt der Fürst denselben Quarten von mir wieder haben. Ich solte ihn kurzum restituiren [Ersatz leisten], welches mir unmöglich ware. Hette ich auch lang gefangen sitzen müssen, wenn nit mein Bruder Henrich zu Frankfurt beim Obersten Kehraus (der Sachsenhausen den Frankfurtern einnahme und den [schwedischen Kommandanten] Vitztum rausjagte) ein Fähndrich ausbracht hatte; welcher Oberst [Kehraus] evangelisch ware. Der Fähndrich bate mich los beim Oberst Lochowitz [ Lobkowitz ?]. Und indem ich gefangen lag 1 Tag und 1 Nacht, kommen diese litterae vocatoriae [Berufungsschreiben] mir zu, wie Josepho im Gefängnis, daß er solte vor Pharaone weissagen“.[43]

1636 wurde er zum Generalleutnant ernannt. In diesem Jahr nahm er an der Schlacht bei Wittstock[44] teil. Alexander Leslies „Einsatz an der Seite von Generalleutnant Johann Vitzthum von Eckstädt zeigt möglicherweise Leslies Misstrauen gegen den deutschen Befehlshaber. Als Vitzthum sowohl Banérs als auch Leslies Befehl, den Feind anzugreifen, nicht Folge leistete, hatte Leslie bereits einen General seiner ‚Weserarmee’ mit zwei ausgewählten britischen Regimentern (Ruthven und Fleetwood) in Position gebracht, um zu gewährleisten, dass die Reserve in die Schlacht eingreifen würde. Dieses unterstreicht, dass in der Wittstocker Schlacht drei der vier Abteilungen der schwedischen Armee, nämlich die Mitte, der linke Flügel und die Reserve tatsächlich von Schotten kommandiert wurden. Vitzthum sah sich später Anschuldigungen von Verrat für seine Taten in Wittstock gegenüber. Er flüchtete jedoch, bevor er verurteilt werden konnte“.[45]

Pufendorf berichtet dazu: „Deß andern Tages filirte die Armee von Morgen biß gegen Mittag über die Brücke / allwo einem iedweden seine Post angewiesen wurde. Bey dem rechten Flügel war Baner und Leonhard Torstenson. Das mittelste Treffen commandirte Leßle / und den lincken Flügel hatten Jacob King und Stallhantsch inne. Das andere Treffen führte Vitzthum. Sie musten aber eine halbe Meile durch den Wald / ehe sie ins freye Feld zur Schlacht-Ordnung kamen / und den Feind ansichtig werden kunten / welcher zurück auf einem hohen Berge Posto gefasset / und nebst einem hohen Walle auch die Wagen herzu geführet und die Stücken vorgepflantzet hatte. Indem nun Baner vor verwegen hielt / den Feind an diesem vortheilhafftigen Orte anzugreiffen / muste der lincke Flügel um den Wald und Berg herum marchiren / und ihm von der Seite beykommen; Er hingegen führte den rechten Flügel auff die rechte Seite des Waldes nach der Stadt zu unten an dem Berge / den der Feind inne hatte / damit er ihn aus seinem Vortheil bringen möchte. Es ging auch an / indē der Feind seine Post verließ / und Banern die gantze Reuterey durch den Eichwald entgegen schickte / daß also die gantze Macht des Feindes auf dē rechten Flügel loß ging. Da kam es nun zu einem harten Gefechte / daß Baner selbst gestand: er hätte dergleichē nicht gesehen / indem kein Glied im selbigen Flügel war / das nicht 6. 8. oder 10.mahl mit dem Feinde chargiret. Ob nun wohl die Officirer und Gemeinen sich überaus tapffer hielten / also / daß vnter andern das Lieffländische / Wittenbergs und Wachtmeisters Regiment den gantzen rechten Flügel des Feindes repoussirten / so wurden sie doch nach so viel Scharmützeln / da die meisten blieben oder verwundet wurden / vor Mattigkeit dahin gebracht / daß sie sich nach der Flucht umsahen. Die feindlichen Officirer beredten auch ihre Soldaten / Baner wäre todt oder gefangen. Deßwegen fingen sie allbereit an die Victorie auszuruffen; Allein Leßle kam mit 5. Brigaden zu Fuß bey guter Zeit an / welche den rechten Flügel der Schweden / den der Feind von der rechten Seite angreiffen wolte / glücklich entsetzte / und der Cavallerie wieder Lufft machte. Als aber des Feindes Curaßirer dazu kamen / ging der Streit von neuen an / und 2. Schwedische Brigaden wurden sehr übel mitgenommen / indem die meisten blieben oder geqvetscht wurden / auch etliche Fahnen verlohren / welche doch die Reuterey dē Feinde hernach wieder abgenommen. Der rechte Flügel kam in dieses Unglück / weil der lincke weit um den Berg herum marchiren muste / uñ weil das andere Treffē so langsam marchiret / als es gemercket / daß das erste mit dem Feinde zusammen gerathen. Da denn die übrigen Obersten die Schuld auf Vitzthumen schoben / welcher sie nicht geschwinde hätte wollen marchiren lassen / wenn sie nicht wider seinen Willen geeilet hätten / so wären sie noch längsamer kommen. Und als Baner einen Currier schickte / sie sollten fein geschwinde herzurücken / gab er zur Antwort: Er wüste schon / wenn es Zeit zu kommen wäre. Er hatte auch zuvor gesaget: Es würde mit dieser Schlacht eben so ablauffen / wie mit [S. 355] der Nördlingischen“.[45a]

1637 wurde er im Pommerschen überfallen.

Er nahm 1639 seinen Abschied[46] und verstarb am 11.1.1648 in Sommerschenburg.[47]

[1] ZEDLER Bd. 49, Sp. 421f.; online erhältlich unter: zedlerlexikon.de/blaettern/einzelseite.html?seitenzahl=226&bandnummer=49&dateiformat=1&supplement=0&view=150).
[2] Lützen [Kr. Merseburg/Weißenfels]; HHSD XI, S. 286f. Schlacht bei Lützen am 16.11.1632 zwischen den Schweden unter Gustav II. Adolf (18.000 Mann) und den Kaiserlichen (16.000 Mann) unter Wallenstein. Die für die Schweden siegreiche Schlacht endete mit dem Tod Gustav Adolfs und dem Rückzug Wallensteins, der etwa 6.000 Mann verloren hatte, nach Böhmen. Nach Lützen schlug Wallenstein keine Schlacht mehr. Vgl. dazu HAPPES ausführliche Schilderung und Reflexion der Ereignisse [HAPPE I 295 v – 302 r; mdsz.thulb.uni-jena]. Vgl. SIEDLER, Untersuchung; STADLER, Pappenheim, S. 729ff.; WEIGLEY, Lützen; BRZEZINSKI, Lützen 1632; MÖRKE, Lützen als Wende; WALZ, Der Tod, S. 113ff.
[3] Kannawurf [Kr. Sömmerda].
[4] Vgl. SENNEWALD, Das Kursächsische Heer (ab November 2012).
[5] Naumburg [Kr. Naumburg]; HHSD XI, S. 341ff.
[6] 1 Hose = 24 Kannen = 48 Nösel ≈ 22,4544 Liter.
[7] 1 Mandel = 15 oder 16 Stück.
[8] 1 Schock = 60 Stück.
[9] Zuckerhut: Zucker in Form eines Hutes. Das waren große Stücke Kristallzucker in Kegelform, die nach dem Erkalten der Zuckermasse steinhart waren. Ein Zuckerhut kam in Größen bis zu 1,50 m Höhe auf den Markt und war teuer.
[10] a) verschnittener Schafbock, Hammel; b) auch Name eines sehr starken Bieres, das ehemals in Breslau gebraut wurde, auch Bezeichnung für Kofent (Dünnbier).
[11] nervi rerum gerendarum: die Mittel zur Resistenz (zum Widerstand).
[12] Vgl. JENDRE, Diplomatie und Feldherrnkunst.
[13] Altenburg [Kr. Altenburg]; HHSD IX, S. 6ff.
[14] Vgl. FINDEISEN, Axel Oxenstierna.
[15] onus recipiendi et hospitandi milites: Pflicht zur Aufnahme und Unterhaltung von Soldaten.
[16] Bastonade: Unter Bastonade oder Bastinado (franz. Bastonnade, auch ital. bastonata, „schlagen, prügeln“ bzw. baston/baton, „der Schlagstock“) versteht man eine uralte Prügelstrafe, insbesondere in nahöstlichen und fernöstlichen Ländern. Im Arabischen ist der Begriff auch als Falaka bekannt. Geschlagen wird, meist mit einer Rute oder einem Stock, auf die nackten Fußsohlen des Opfers, dessen Füße an einen Balken geschnürt und mit ihm emporgehoben werden. In der Bibel wird im Alten Testament (Dtn 25,2-3 EU) eine maximale Anzahl von „40 Schlägen weniger einen“ genannt. Im persischen Reich galten vor der Revolution von 1905 etwa fünfzig Stockschläge auf die Fußsohlen als eine vergleichsweise milde, tausend als eine grausame Bestrafung. [wikipedia]
[17] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.
[18] Kofent: GRIMM; GRIMM, DWB Bd. 11, Sp. 1574: „so heiszt das dünne bier, dünnbier, das nach dem bier durch aufgusz auf die träbern entsteht, nachbier, afterbier, auch speisebier, tafelbier, tischbier und mit andern namen, wie scherp, schemper, bair. hainzel, schles. langfel; hie und da unterscheidet man noch nachbier als ersten und kofent als zweiten nachgusz“. Dieses Dünnbier war für die ärmeren Schichten gedacht. Kovent ( auch: Kofent) ist ein Dünnbier oder Nachbier, das in früherer Zeit nach Abzug der zweiten Würze durch einen kalten Aufguß auf die Treber gewonnen wurde, jetzt aber nur noch als Hausgetränk hergestellt wird. Der Name soll entstanden sein aus Konventbier, d. h. Bier der Konventualen oder Klosterbrüder, im Gegensatz zu dem stärkeren (Herren-) Bier der Patres. [wikipedia]
[19] BORKOWSKY, Schweden, S. 59ff.
[20] Paffenhofen [Kr. Zabern, Herzogtum Lothringen].
[21] Vgl. BABEL, Zwischen Habsburg und Bourbon.
[22] Frankfurt/M.; HHSD IV, S. 126ff.
[23] Mannheim; HHSD VI, S. 501ff.
[24] Sachsenhausen, heute Ortsteil von Frankfurt/M.
[25] Hanau; HHSD IV, S. 199ff.
[26] Doppelhaken: auch Hakenbüchse: Der Haken war ein bis ins 17. Jahrhundert gebräuchliches schweres Feuergewehr, mit einem Haken am Schaft, mit dem es auf einem dreibeinigen Gestell befestigt war oder auf die Brüstung aufgelegt wurde, um den enormen Rückstoß abzufangen. Diese Waffen wogen 7,5 bis 10 Kilo, nach anderen Angaben sogar mit bis zu 25 Kilogramm. Damit wurden Ladungen mit je 4 Lot Blei, Doppelhaken bis 400 g, verschossen. Als man diese Hakenbüchsen später auch im offenen Feld verwendete, musste man sie in einer Gabel abstützen. Daher nannte man diese Waffe auch Gabelarkebuse. Die Treffgenauigkeit der Hakenbüchsen war so gering, so dass ihr Einsatz nur auf kurze Distanz oder massiert als Batterie sinnvoll war. Die Haken wurden ihrer Größe nach eingeteilt in Doppelhaken, ganze Haken und halbe Haken. Vgl. die ausführliche Beschreibung unter http://www.engerisser.de/Bewaffnung/Doppelhaken.html.
[27] Vgl. JENDRE, Diplomatie und Feldherrnkunst.
[28] Mainz; HHSD V, S. 214ff.
[29] Gustavsburg [Gem. Ginsheim-Gustavsburg, Kr. Groß-Gerau]; HHSD IV, S. 193.
[30] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas; KILIÁN, Johann Matthias Gallas.
[31] Butzbach [Kr. Friedberg]; HHSD IV, S. 73f.
[32] Vgl. LEISTIKOW, Sperreuter.
[33] Wiesbaden; HHSD IV, S. 465ff.
[34] 1 Tonne Gold = 100.000 Reichstaler.
[35] GEYSO, Beiträge III, S. 52.
[36] Vgl. BINGEL, Das Theatrum Europaeum.
[37] Gernsheim [Kr. Groß-Gerau]; HHSD IV, S. 169f.
[38] Hochheim [Main-Taunus-Kr.]; HHSD IV, S. 225f.
[39] RIECK, Frankfurt, S. 167ff.
[40] Friedberg [Wetteraukr.], HHSD IV, S. 145ff.
[41] Bornheim, heute Stadtteil von Frankfurt/M.
[42] Rendel [Kr. Friedberg], unter Kaichen, HHSD IV, S. 248.
[43] WAAS, Chroniken, S. 234.
[44] Wittstock [Kr. Ostprignitz/Wittstock]; HHSD X, S. 394ff. 24.9./4.10.1636: Schwedische Truppen (9150 Berittene und 7228 Infanteristen) unter Johan Banér schlagen die kaiserlich-sächsischen Truppen (9000 Berittene und 9000 zu Fuß) unter Melchior von Hatzfeldt. Dadurch konnten die schwedischen Kontributionsgebiete wieder ausgeweitet werden; Banér hatte bewiesen, dass mit Schweden als Militärmacht in dieser Kriegsphase wieder zu rechnen war. Vgl. Eigentlicher Verlauff Des Treffens bey Wittstock / etc. vorgangen den 4. October / 24. September 1636 [VD17 23.313240S]. Vgl. die hervorragende Edition von EICKHOFF; SCHOPPER, 1636; MURDOCH; ZICKERMANN; MARKS, Battle of Wittstock; ferner HÖBELT, Wittstock; HEßELMANN, Simpliciana XXXIII.
[45] Steven Murdoch, in der hervorragenden Edition von EICKHOFF; SCHOPPER, 1636, S. 53f.
[45a] PUFENDORF, Der Schwedisch- und Deutschen Kriegs-Geschichte, 8. Buch S. 353f.
[46] SCHROER, Havelland, S. 294.
[47] Sommerschenburg, heute Ortsteil von Sommersdorf [LK Börde].
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