Thermo [Termo, Dermou], Hans [Ernst] von

Thermo [Termo, Dermou], Hans [Ernst] von; Kapitän; (Obrist)leutnant ? [ – 1633 ?] Thermo stand 1622/23 als Kapitän in den Diensten des Markgrafen Christian von Brandenburg-Kulmbach/Bayreuth.

Im Jahre 1622 wurden die Rüstungen im Markgrafentum fortgesetzt.[1] Die Ritterschaft des Hofer[2] und Wunsiedler[3] Bezirkes einigten sich am 3.2.1622 über die Aufstellung einer Kompanie zur Landesverteidigung. Der Kapitän Buttler warb im Münchberger[4] Amt 2 Kompanien, eine zu Pferd und eine zu Fuß und wurde zum Rittmeister derselben bestellt. Im Dienste der Truppenwerbung standen auch Kapitän Thermo und Ernst Christoph von Reitzenstein auf Issigau.

1623 nahmen die Truppenwerbungen im Fürstentum Bayreuth ihren Fortgang, bis ein Befehl Kaiser Ferdinand II.[5] sämtlichen Werbungen verbot. Auch die bereits angeworbenen Truppen sollten wieder abgedankt werden. Wenn Markgraf Christian musste sich aus Sorge um seine Neutralität diesem Befehl beugen. Die beiden Buttler’schen Kompanien wurden am 2.9. entlassen. Die Kompanie Thermos wurde am 26.9. abgedankt,[6] die übrigen Truppen wurden im Oktober und November abgeschafft, was zur Schutzlosigkeit der Markgrafschaft führte. Ein Hans von Thermo wird 1627 in Melchior von Hatzfeldts Archiv aufgeführt.[7]

Der schwarzburg-sondershausische Hofrat Happe[8] erwähnt ihn in seiner „Thüringischen Chronik“: „Den 14. April [24.4.1632; BW] ein Oberster Lieutenant Heinrich Balthasar von Schlammersdorf unter des Obersten Hanns Ernsten von Dermou mit 30 schwedischen Soldaten zu Keula[9] Quartier genommen eine Nacht.[10]

Wahrscheinlich handelt es sich um jenen Termo, der als Obrist(leutnant) in schwedischen Diensten stand, als er vor Fürstenau[11] fiel.

Barchon war kaiserlicher Kommandant der Petersburg bei Osnabrück[12] (seit Herbst 1632).[13] 1633 hatte er eine Abteilung von 150 Kavalleristen und 3 Fußsoldaten unter Rittmeister Pamps vom Asseburg’schen Regiment zum Überfall auf das von einem ganzen schwedischen Regiment besetzte Fürstenau entsandt: „Der feindliche Anschlag glückte – wie Knyphausen berichtet, durch Verrath – vollkommen: der schwedische Oberstlieutenant von Termo, ein Capitain und etwa 30 Mann von der Besatzung der Stadt fielen tapfer kämpfend, während der größte Theil des Regiments sich auf das feste Schloß rettete, welches anzugreifen der Feind nicht einmal versuchte“.[14] Bei dem protestantischen Osnabrücker Chronisten Bellinckhausen heißt es dagegen: „Denn 11. Martii, am Nachmittage, sind an die 300 von den oßnabruggischen soldaten zu fuß und roß nach der Furstenau gerückt, da sie im fleck die schwedischen soldaten uberfallen, erschoßenn und 50 gefangen mit gebracht und auch beute erworben. Wie das wird von den volck, so schaden gelitten, wird erstattet werden, gibt die zeyt“.[15]

[1] HOLLE, Fürstenthum Bayreuth Bd. 4, Heft 3, S. 12.

[2] Hof; HHSD VII, S. 302f.

[3] Wunsiedel [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 836f.

[4] Münchberg [LK Hof]; HHSD VII, S. 464.

[5] Vgl. BROCKMANN, Dynastie.

[6] Holle, Fürstenthum Bayreuth Bd. 4, Heft 3, S. 14 (hier am 2.9.1623).

[7] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 7.

[8] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 111f.

[9] Keula [Kyffhäuserkreis].

[10] HAPPE I 192 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.

[11] Fürstenau [Kr. Bersenbrück]; HHSD II, S. 156f.

[12] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.

[13] Vgl. die Erwähnungen bei BELLINCKHAUSEN; TEGEDER; KREIENBRINK [hier Berchon].

[14] USLAR-GLEICHEN, Belagerung v. Hameln, S. 346.

[15] BELLINCKHAUSEN; TEGEDER; KREIENBRINK, S. 226.

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