Stauders von Winkelbach, Michael Gabriel

Stauders von Winkelbach, Michael Gabriel; Fähnrich [ – ] Stauders von Winkelbach stand 1631/32 als Fähnrich im Regiment Hans Wolf von Salis und nahm an der 1. Belagerung Kronachs[1] teil.

„Die Stadt Kronach hatte in einer Musterung vom Jahr 1616 durch Carl Neustetter 483 Mann aus der Bürgerschaft unter Waffen. Der dazugehörige Ausschuß umfaßte nach einer Musterrolle vom 9.7.1627 386 Mann (Fehn VI, S. 154). Am 11.1.1632 zählte der Ausschuß einschließlich der Ausschußkompanien aus Hollfeld[2] und Stadtsteinach[3] 841 Mann, worunter sich aber auch Kompanien der Bürgerschaft und seit dem 13.12.1631 eine Kompanie aus 40-50 Dragonern unter dem ‚gewesenen Drillmeister‘ und Hauptmann Georg Kempf und dem Fähnrich Michael Gabriel Stauders von Winkelbach (Zitter 1666, S. 2) vom Pappenheim’schen Regiment von Salis befanden (Looshorn VI, S. 190). Diese wurden am 8.2. nach Scheßlitz[4] verlegt und der Ausschuß verringert, so daß dieser nur noch 600 Mann betrug (Fehn VI, S. 169). Die Stadtsteinacher Ausschußkompanie (315 Mann mit Offizieren) war dann jedoch noch vor der Belagerung ‚mit gesambter Mannschafft durchgangen‘ und hatte ihre Fahne im Stich gelassen (Zitter 1666, S. 3).

Während die Kämpfe um Kronach bereits im Gange waren, gab es zwei Unterstützungsversuche seitens der Bamberger[5] Garnison und des hochstiftlichen Ausschusses. In den ersten Tagen der Belagerung entschlossen sich die Bürger von Weismain[6] und dem Amt Niesten,[7] den hartbedrängten Kronachern etwa 50 Musketiere zu Hilfe zu schicken. Diese jedoch ‚ergaben sich in Burgkunstadt[8] dem Trunke‘ und plünderten unterwegs lutherische Dörfer. Auch aus Bamberg machten sich etliche Ausschüsser, unterstützt von einer Kompanie Kroaten, nach Kronach auf den Weg und zogen unterwegs den Lichtenfelser[9] und Staffelsteiner[10] Ausschuß an sich. Als der Obrist Hastver dies erfuhr, schickte er ihnen 4 Kompanien Reiter, darunter 3 Kompanien aus seinem eigenen Kontingent und 200 aus dem Quartier in Pegnitz[11] herangezogene Reiter des Truchseß’schen Regiments unter dem Oberstleutnant Jaroslav Adam Schaffmann, entgegen. Diese trafen am 19. Mai bei Tiefenklein[12] auf die heranziehenden Weismainer und Niestener Musketiere, welche ‚bis auf 3 oder 4 Mann niedergehauen wurden‘. Einige Wenige konnten entkommen und zogen sich nach Küps[13] zurück, wo sie auf den aus Bamberg heranrückenden Sukkurs trafen. Dort wurde der gesamte Ausschuß am gleichen Abend von Hastvers Kavallerie-Esquadron erneut attackiert und zerstreut. Pöhlmann vermutet, daß die Musketenkugelabdrücke auf der Nordwestseite der Küpser Kirche von diesem Kampf herrühren. (u. a. Looshorn VI, S. 262; Pöhlmann, S. 291).

Khevenhiller (Bd. XII, S. 148) bringt einen erstaunlich detaillierten Bericht über diesen Vorfall, der bisher kaum Beachtung fand: ‚Und weil gleich damahls Kundschafft angelangt, daß den Bischöflichen Succurs zukommen sollte, ist der Obrister Hastver mit 3. Compagnien Reutern, und Obristen Lieutenant Schafmanns 200. Pferden, so eben selbiger Zeit auch ankommen, ihnen entgegen gezogen, und bei Diefglein [Tiefenklein] 59. Mann so nach Cronach gewollt, angetroffen, und alle niedergehauen, wie auch noch selbigen Abend bei Kypß [Küps] wieder auf 200 gestossen, dieselbe meistentheils auch nieder gemacht und getrennet, und also den Succurs zernichtet. Es waren ingleichen 80. Croaten auf dem Wege, welche aber aus Beysorge, daß sie dergleichen Stöße auch bekommen möchten, auf eingenommene Kundschafft sich wieder retirirt‘. (Bericht gleichlautend im Theatr. Europ. II, S. 567). Daß sich diese Berichte u. a. auf die Originalkorrespondenz Hastvers stützen, geht aus einem Vergleich mit dessen Brief vom 13. Juni an Herzog Wilhelm von Weimar hervor: ‚[…] vnnd wie ich erfahren, dz etlich volck von Weismain, Lichtenfels, Staffelstein vnnd ander ortten sich gesamblet, vnnd Cronach succurirn wollen, bin ich Ihnen mit 3. compagn. benebst H. Obristleutenambts Schaffmanns Reuttern entgegen gegangen, vnnd erstlich bey Diefenglein .60. niedergehauen, dann selbigen abent bey Küps noch .200. angetroffen vnd getrennt wie auch den andern Tag bei Zeulen [Marktzeuln[14]] etliche gescheuchet‘. (Riksarkivet Vol. E 842, Bl. 223)“.[15]

[1] Kronach [LK Kronach]; HHSD VII, S. 375f.

[2] Hollfeld [LK Bayreuth].

[3] Stadtsteinach [LK Kulmbach], HHSD VII, S. 710f.

[4] Scheßlitz [LK Bamberg]; HHSD VII, S. 663f.

[5] Bamberg; HHSD VII, S. 66ff.

[6] Weismain [Gem. Altenkunstadt, LK Lichtenfels]; HHSD VII, S. 797f.

[7] Niesten, heute Ortsteil von Weismain [LK Lichtenfels].

[8] Burgkunstadt [LK Lichtenfels]; HHSD VII, S. 117.

[9] Lichtenfels [LK Lichtenfels]; HHSD VII, S. 408.

[10] Staffelstein [LK Lichtenfels]; HHSD VII, S. 711f.

[11] Pegnitz [LK Bayreuth]; HHSD VII, S. 577.

[12] Tiefenklein; heute Ortsteil von Küps [LK Kronach].

[13] Küps [LK Kronach].

[14] Marktzeuln [LK Lichtenfels].

[15] ENGERISSER, Von Kronach, S. 68ff. (die zurzeit beste kriegsgeschichtliche Darstellung).

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