Schiller, Adrian

Schiller, Adrian; Leutnant [ – ] Schiller war 1633 Leutnant im Regiment Oer von Palsterkamp.

In den Aufzeichnungen der Stadt Hallenberg[1] heißt es: „1633 am 29. Augusti obrist Ohr mit 10 compagnien, 4 hir gelegen bis auf 26. eiusdem [= Septembris], hat kostet, wie nach Arnsperg[2] specificiret, uber 1000 rt“.[3]

Den folgenten morgens, war mitwochen am 14. huius [= September 1633], ist demnach der obrist Loen aufgebrochen, nach Olpe[4] gangen und ist ebenselbiges tages der obrist Ohr mit 20 compagnien ins ampt kommen, deren 4 in Medebach,[5] 4 in Hallenberg, 2 aber und eine compagnie tragoner in Winterberg[6] gelegt worden, inmasen wir dan alhir nolentes volentes auf 4 compagnien, deren eine ritmeister Stephan de Wrede, die ander ritmeister Herman Finken, die dritte Alhard Godtschalk Schiller, die virte aber unter commando Adrian Schillers leutenants gewesen, und haben dieselbig ohn einzige zulage, dan einen uns die Medebacher jemerlich hintergangen und alle dorfschaften im ampte zu sich gezogen, vom 14. Septembris an bis auf den 26., die pagagi aber noch 2 tage daruber verpflegen mussen.

Als nun aber immediate diesem nach von hern landtrosten und reten befehlich ausgeschrieben worden, alle aufgeriesene kosten zu papir zu bringen und nach der Westphalisch Arnsbergischen canzelei einzuschicken, so ist diese verfassung lider-lichem comput nach hoc in puncto begriffen und zugleich diesem protocollo beiverleibt worden:

Ritmeister Schillers contribuenten bringen ein 12 mutte 5 meste hafern, item 20 rt. an zehrung und anderen kosten, ohn heu, streu, servi 3 (rt.), ferner hat ritmeister Schiller an gelde empfangen 4 rt., item von Henrich Schnorbusch 6 rt. Item nochmal hern ritmeister Schillers 3 handpferde und ein corporal vertan 4 1/2 mutte hafern, item an kost, bir und zehrung 5 rt. 1 1/2 kopstucke.

Ferner hat ritmeister Steffan de Wrede an gelde Erasmus Conrad bei diesen contribuenten gekostet ohngefehr 30 rt. an gelde, an hafer 13 mutte. Und hat angedeuter ritmeister, so alhir das commando gehabt, ohn ansehen, er ein landsase, gegen gemeine stat sich gar ohnbetraglich gehaben, sintemal man ihm wein, brantewein, zucker, confect, das von andern ortern herholen und einkaufen mussen, wolte sonsten den reutern nach ihren willen den zaum schiesen lassen, und hat diese extraordinaria gemeine stat ex commune aerario ihme abtragen mussen.

Ritmeister Finke aber, so bei Paul Wahle gelegen, hat sich gar gescheidter betragen lasen und benebenst den hafer etwa an 20 rt. gekostet.

Leutenant Schiller, so bei Johan Grose einquartirt worden und in abwesen des ritmeisters Arnt Schillers die compagnien commandiret, hat gleichfals an die 40 rt. und daruber gekostet.

Als man aber ferner in particulari der ubrigen burger angewendet kosten zu papir genommen, hat sich befunden, das fast in 12 tagen an geld, verkostigung, bir, hafern etc. uber 1000 rt. drauf gangen, darbeneben dan etliche burger elendig umb gelt geprest worden, und ist mehrenteil die gesampte hafer von diesem 1633. Jahr veroset worden.

Auch hat obvorerwenter ritmeister Steffan Wrede hernach einen get… gaul, so in den grund verderbt gewesen, zur cur und verpflegung aufgetrungen, welchen wir mussen heilen und schneiden, auch mit heu und hafer bis folgents auf Matthiae verpflegen mussen.

Und sein deme nach am 26. huius [September 1633; BW] mehrberurte 4 compagnien aufgebrochen und mit der armada nach der herschaft Waldeck gangen, und obwol der general Buninghausen [Bönninghausen; BW] das haubt nach Niederhessen gekehret, so hat er sich jedoch obig Fritzlar[7] hergewendet und furbaß auf den Frankenberg[8] er(st), wo wolermelter generalmajor das haubtquartir 2 nachte gehabt, es ist aber die Au Battenberg[9] und die dorfschaften im ampt Wulkersdorff[10] elendlich verderbt, das vih in gemein vortgetriben und das furstliche haus Wulkersdorff ausgeplundert worden“.[11]

Weiter heißt es in den städtischen Aufzeichnungen: „Ritmeister Adrian Schillers und eines andern keiserischen ritmeistern sampt bei sich habenter truppen einquartirung, anno 1635 am 24. Januarii:

Ob wir dan auch wol von unserm gepitenden hern drosten patentes erlangt, ohne ihre churfurstlicher durchlaucht gemessene ordre niemand mehr quartir zu statten, so hat jedoch solches nichts verfangen mogen, sondern haben gleichfals jetzberurte ritmeistere, so ein patent von der generalitet ihrer excellenz [Philipp v.; BW] Mansfeld vorgezeigt, einnehmen mussen, die bekostigung wird taxiret ad 25 reichstaler […]“.[12]

[1] Hallenberg [LK Brilon]; HHSD III, S. 282f.

[2] Arnsberg [LK Arnsberg]; HHSD III, S. 28ff.

[3] BRUNS, Hallenberg, S. 270.

[4] Olpe [LK Olpe]; HHSD III, S. 593f.

[5] Medebach [Hochsauerlandkr.]; HHSD III, S. 500f.

[6] Winterberg [LK Brilon]; HHSD III, S. 789.

[7] Fritzlar [Schwalm-Eder-Kreis]; HHSD IV, S. 149ff.

[8] Frankenberg; HHSD IV, S. 124f

[9] Battenberg [Kr. Frankenberg]; HHSD IV, S. 37f.

[10] Wolkersdorf, Schloss [Gem. Bottendorf, Kr. Frankenberg]; HHSD IV, S. 481.

[11] BRUNS, Hallenberg, S. 271f.

[12] BRUNS, Hallenberg, S. 286.

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