Schaffhurdt [Schaffhirt, Schafhürt, Schafhurt, Schaffhürt, Schaffarth, Schaffort, Safhurt], Christian von

Schaffhurdt [Schaffhirt, Schafhürt, Schafhurt, Schaffhürt, Schaffarth, Schaffort, Safhurt], Christian von; Obristwachtmeister [um 1600 Dresden-1640 Möhlten]. Beitrag von Herrn Thomas Schaffhirt.

Schaffhurdt trat in die kursächsische Armee unter Arnim ein[1] und wechselte später ins kaiserliche Lager.

Im Jahre 1625 war er Soldat und 1628 Kapitän[2] und wohnte in Zittau.[3] Dort wird er als Besitzer des Hauses „Zur goldenen Krone“ genannt.

1632 war er Obristwachtmeister[4] des sparrischen[5] Regiments. Er führte zu dieser Zeit 1.000 Dragoner[6] und hielt sich in Limburg[7] und auf der Festung Glatz[8] auf.

Im Oktober 1634 wurde er verhaftet, kam aber im Juni 1635 wieder frei.

Er war verheiratet mit Anna Susanna Cornazani, geborene Salza von Lichtenau.

Vom Kaiser[9] bekam er am 13.04.1636 das Gut Domaslowitz[10] (südlich von Liberec[11]) ins Erbeigentum versetzt. Außerdem war er im Besitz des Gutes Möhlten[12] (bei Glatz).

1640 wurde er mit dem Schwert gerichtet.[13]

Quellen:

Geschichte der Grafschaft Glatz, S. 431.

Vierteljahrschrift für Geschichte und Heimathskunde der Grafschaft Glatz Band 3, 1884, S. 209 u. 301

(dort angegeben: Haugwitzsches Stammbuch, Donigs Nachrichten, Pischkowitzer Schloßarchiv).

Paul Karnizan erwähnt in: Urkundliche Kirchen Geschichte der Grafschaft Glatz, Breslau 1841, S. 287.

Informationen über das Gut Domaslowitz:

Anton Ressel: Das Gut Domaslowitz in Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde des Jeschken-Isergaues, XXV. Jahrgang, 4. Heft 1931, S. 165-174.

Das  Gut Domoslawice in: Beiträge zur Geschichte Waldstein´s, Thomas Bilek, 1886, S. 62-63

National Archiv, Alte Manipulation (= Stará Manipulace),

Wappen von Schaffhurdt:

a) J. Siebmacher’s grosses und allgemeines Wappenbuch – Sechsten Bandes Achte Abtheilung

Der abgestorbene Adel der Preussischen Provinz Schlesien. – Dritter Theil 1894, Wappen auf Tafel 68, Beschreibung auf S. 109.

b) Siebmachers Wappenbuch alle 5 Teile in der Ausgabe von 1701, Erneuert= und Vermehrtes Wappen=Buch / (…) In sechs Theilen (…), Nürnberg Anno 1701, S. 169 – Geadelte.

[1] Hans Georg v. Arnim-Boitzenburg [1583 Boitzenburg-28.4.1641 Dresden], polnische, dann schwedische Dienste, 1627 kaiserlicher Obrist, Feldmarschall, 1630 kurbandenburgischer u. kursächsischer Feldmarschall, 1635 Ausscheiden wegen Prager Frieden, 1637 Verschleppung nach Schweden u. Flucht, ab 1641 Reorganisation der kursächsischen Armee.

[2] Kapitän (schwed. Kapten): Der Hauptmann war ein vom Obristen eingesetzter Oberbefehlshaber eines Fähnleins der Infanterie, das er meist unter Androhung einer Geldstrafe auf eigene Kosten geworben und ausgerüstet hatte. Der Hauptmann warb daher Fähnriche, Kornetts und Unteroffiziere an, die Söldner mitbrachten. Adlige Hauptleute oder Rittmeister brachten zudem Eigenleute von ihren Besitzungen mit. In der Kompanie-Stärke wurden sogenannte „Passevolants“ mitgerechnet, nichtexistente Söldner, deren Sold ihm zustand, wenn er Deserteure und verstorbene Soldaten ersetzen musste.  Der monatliche Sold eines Hauptmanns betrug 160 fl. (Nach der Umbenennung des Fähnleins in Kompanie wurde er als Kapitän bezeichnet.) Der Hauptmann war verantwortlich für Werbung und Soldzahlung, für Disziplin, Ausrüstung und Verpflegung sowie für die Ernennung der untergebenen Führer. Er musste die standesgemäße Heirat seiner Untergebenen bewilligen. Oft war er in erster Linie für die materielle Versorgung der Truppe zuständig, und die eigentlich militärischen Aufgaben wurden von seinem Stellvertreter, dem Kapitänleutnant, übernommen. Der Hauptmann marschierte an der Spitze des Fähnleins, im Zug abwechselnd an der Spitze bzw. am Ende. Bei Eilmärschen hatte er zusammen mit einem Leutnant am Ende zu marschieren, um die Soldaten nachzutreiben und auch Desertionen zu verhindern. Er kontrollierte auch die Feldscher und die Feldapotheke. Er besaß Rechenschafts- und Meldepflicht gegenüber dem Obristen, dem Obristleutnant und dem Major. Dem Hauptmann der Infanterie entsprach der Rittmeister der Kavallerie. Junge Adlige traten oft als Hauptleute in die Armee ein.

[3] Zittau [LK Görlitz]; HHSD VIII, S. 371ff.

[4] Obristwachtmeister: Der Obristwachtmeister mit einem monatlichen Sold von 50 fl. entsprach vom Rang her dem Major in der schwedischen Armee. Er sorgte für die Ausführung der Anordnungen und Befehle des Obristen und Obristleutnants. Im Frieden leitete er die Ausbildung der Soldaten und war verantwortlich für die Regimentsverwaltung. Im Krieg sorgte er für Ordnung auf dem Marsch und im Lager, beaufsichtigte die Wach- und Patrouillendienste und stellte die Regimenter in Schlachtordnung. Zudem hatte er den Vorsitz im Kriegs- und Standgericht.

[5] Ernst Georg Graf v. Sparr [Sparre, Spara] zu Trampe auf Greifenberg [1596 Trampe bei Eberswalde – Juni/September 1666], kaiserlicher Generalfeldzeugmeister.

[6] Dragoner (frz. dragon): leichter Reiter, der auch zu Fuß focht, benannt nach den mit Drachenkopf (dragon) verzierten Reiterpistolen, nach KEITH, Pike and Shot Tactics, S. 24, aus dem Holländischen „dragen“ bzw. „tragen“. „Arbeiter zu Pferd” hat man sie genannt. Der Dragoner war im Prinzip ein berittener Musketier (der zum Gefecht absaß), da das Pferd zu schlecht war, um mit der Kavallerie ins Gefecht reiten zu können. Berneck, Geschichte der Kriegskunst, S. 136. Auch äußerlich war der Dragoner nicht vom Infanteristen zu unterscheiden. Zudem verfügte in der schwedischen Armee 1631/32 etwa nur die Hälfte der Dragoner überhaupt über ein Pferd. Oft saßen daher zwei Dragoner auf einem Pferd. Falls überhaupt beritten, wurden die Dragoner als Vorhut eingesetzt, um die Vormarschwege zu räumen und zu sichern. Teilweise führten die Dragoner am Sattelknopf kleine Äxte mit, um Hindernisse entfernen oder sich auch zeitweise selbst verteidigen zu können. Zum Teil wurden unberittene Dragoner-Einheiten im Kampf auch als Musketiere eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehörte auch Sicherung und Deckung von Konvois, Patrouillen, Angriffe aus dem Hinterhalt, Bildung der Vor- und Nachhut. Ausführlich dargestellt bei ENGERISSER, Von Kronach, S. 468ff., FLIEGER, Die Schlacht, S. 123ff.  Eine Designation vom 13.7.1643 über die Verwendung des Werbegeldes bzw. die Abrechnung für einen Dragoner stellt 44 Gulden 55 Kreuzer in Rechnung. Vgl. WALLHAUSEN, Kriegs-Kunst zu Pferd. Zu den Waffen vgl. auch http://www.engerisser.de/Bewaffnung/Bewaffnung.html.

[7] Nymburg [dt. Nimburg, Bez. Nymburk, Tschechien].

[8] Glatz [Kłodzko; Grafschaft u. Stadt]; HHSSchl, S. 116ff.

[9] Vgl. HENGERER, Kaiser Ferdinand III.; HÖBELT, Ferdinand III.

[10] Domaslavice, südlich v. Liberec [Region Liberecký kraj, Bez. Liberec, Tschechien].

[11] Liberec [Bez. Liberec, Tschechien].

[12] Möhlten [Gorzuchów, LK Kłodzko, Schlesien].

[13] Vgl. auch http://www.schaffhirt.de/xpapier.html.

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