Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg, Franz Karl Herzog von

Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg, Franz Karl Herzog von; Obrist [2.5.1594 – 30.11.1660].

Am 25.11.1621 hatte Franz Karl, damals noch Mansfelds Diensten stehend, Deidesheim[1] erobert,[2] das jedoch am 10.12. durch ligistische Truppen zurückerobert werden konnte.[3]

1623 hatte Franz Karl für Kurbrandenburg 4 Kompanien Arkebusierreiter, davon eine als „Leibgarde zu Roß“ bezeichnet, insgesamt 452 Reiter aufgestellt, die später Burgsdorff übertragen wurden.[4]

Der Schweriner[5] Dompropst und Ratzeburger[6] Domherr, Otto von Estorf [1566 – 29.7.1637], berichtet in seinem „Diarium belli Bohemici et aliarum memorabilium“: „30. Jan. [1626; BW] ist Herzog Franz Carl von Sachsen Regiment von Ratzeburg vnd des Obristen Lieutenant Conrad Kolben von Wartensleben Regiment von Schönberg[7] abgeführet vnd zu Ratzeburg wieder einlogiret“.[8]

Über den Tod des kursächsischen Generalmajors Eustachius von Löser berichtet eine Zittauer[9] Chronik lapidar: „1634. Eustachius Lößer / General Major, von Hertzog Frantz Carl von Sassen erstochen“.[10] „Ein [Ende 1634] in diesem Lager [auf dem Kummersberg bei Zittau] um einige Scheffel Hafer entstandener Streit veranlaßte ein Duell zwischen dem Herzog Franz Karl v. Sachsen-Lauenburg und dem Generalmajor Eustach Löser, worin letzterer geblieben ist, den dann ein feierlicher Leichenconduct vom Hasenberge in die Stadt begleitete“.[11]

Allem Anschein nach war man auf schwedischer Seite zu Friedensverhandlungen bereit, wie Herzog Franz Karl von Sachsen-Lauenburg am 24.10.1637 Ferdinand III.[12] aus Hamburg[13] schrieb, es ging um Prozeduralfragen, Bestimmung des Verhandlungsorts auf neutralem Boden, Titulaturprobleme etc.[14] Am 7.11. stattete Ferdinand III. Gallas[15] und Reichsvizekanzler Kurz mit Vollmachten zu Verhandlungen mit den Vertretern der schwedischen Krone aus.[16]

Am 12.10.1638 schrieb Johann Adolf von Schwarzenberg aus Prag an Georg Ludwig von Schwarzenberg: Die niedersächsischen Stände wollten der kaiserlichen Armee keine Winterquartiere zur Verfügung stellen und verlangten Neutralität. Herzog Franz Karl von Sachsen-Lauenburg würde die Möglichkeit eines Friedensschlusses in Erwägung ziehen, wenn die kaiserliche Partei dazu geneigt wäre. Die Bedingungen seien jedoch hart und daher halte er, Johann Adolf, es für besser, noch ein paar Jahre in den gegenwärtigen Widerwärtigkeiten zu leben als einen solchen Frieden anzunehmen. Der Herzog rechne mit der Überlassung von halb Pommern an Schweden, was in Kürze zu einem neuen Krieg führen müsste. Der Kaiser werde am 15.10. zu Beratungen mit Wladislaw IV. von Polen nach Znaim[17] fahren.[18]

[1] Deidesheim [Kr. Neustadt a. d. W.]; HHSD V, S. 71.

[2] SCHÜTTE, Pfälzer Land, S. 20.

[3] SCHÜTTE, Pfälzer Land, S. 22.

[4] http://www.grosser-generalstab.de/regiment/bredow/bw001.html; in Kürze SENNEWALD, Das Kursächsische Heer.

[5] Schwerin; HHSD XII, S. 114ff.

[6] Ratzeburg [Kr. Herzogtum Lauenburg]; HHSD I, S. 216f.

[7] Schönberg [Kr. Herzogtum Lauenburg].

[8] DUVE, Diarium belli Bohemici et aliarum memorabilium S. 44.

[9] Zittau; HHSD VIII, S. 371ff.

[10] SEIDEL, Zittawische Cancelley. Freundlicher Hinweis von Herrn Uwe Volz.

[11] PESCHECK, Handbuch Bd. 2, S. 578.

[12] Vgl. HÖBELT, Ferdinand III.

[13] Hamburg; HHSD I, S. 83ff.

[14] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 516.

[15] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas; KILIÁN, Johann Matthias Gallas.

[16] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 519.

[17] Znaim [Znojmo]; HHSBöhm, S. 688ff.

[18] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 694.

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