Rodoan [Rolban, Rödoan, Rodobahn], Louis [Lui] von

Rodoan [Rolban, Rödoan, Rodobahn], Louis [Lui] von; Rittmeister [ – ] Louis [Lui] von Rodoan [Rolban, Rödoan, Rodobahn] [ – ] stand 1633/34 als Leutnant und Rittmeister in kaiserlichen Diensten, als die Stadt Hildesheim[1] von braunschweig-lüneburgischen Truppen belagert wurde.
Der Hildesheimer Chronist, Arzt und Ratsherr Dr. Jordan notiert in seinem Tagebuch zum 4./14.9.1633: „Morgens um 2 Uhr fiel Ritt. Rolben aus nach Himmelsthür,[2] daselbst die Braunschweigischen Schantz-Körbe machten, kamen zusam̃en ins Scharmützel, dass endlich diese weichen müßen mit Verlust, – wie man sagen will – , 15 Italiener und 8 Reuteren“.[3]
Unter dem 14./24.9.1633 hält er fest: „Als Vormittages nach der Hoenser Mühl hinaus chargirt wurde, geschah kegen 3 Uhr uff den Nachmittag ein starker Ausfall uff die Schantze kegen Hoenser (Mühle) und zugleich nach dem Sawteich kegen den Berg. War aber gering und wurden die Braunschweigische, in die 60 stark, aus der Schantze getrieben, daß 22 etzliche erschoßen und 12 Reuter und Soldaten, die ich gesehen, sollen, ita narrat celori,[4] 17 gewesen sein und einen Leutnand gefangen hereingebracht. Der Verlust an beeden Seiten soll gleich gewesen sein. Rittmeister Rodobahn von Kayserschen ward in den Fueß geschoßen daß die Kugel darin blieb; Leutnand Cornelius Reinard ward an die tempora[5] geschramet; Sergant von Hauptman Wolff auch gequetschet; war oben scharf fast von 2 Stunden“.[6]
Unter dem 3./13.12.1633 heißt es: „Heut ward durch den Captein-Leutnand Kock, der Braunschweig.-Schwedische Abgesannter, Rittmeister [Wilhelm; BW] Wrangel, ein gebohrner Schwed, forsan des General Wrangel Sohn, so alhie den Tractaten beywohnen sollte, kegen Abend eingeholet“.[7]
5./15.12.: „Kegen Abend fuhr Hauptmann Bingweiß [Pinquis; BW] den abgesannten Rittmeister im Rusischen Schlitten, Rittmeister Rodoan saß bey ihm vorn im Schlitten, ein Trompeter ritt vorher und bließ. It. noch 2 andere Reuter einer vor dem andern hinterher; beede Schlitten-Fahrer hatten hinten uff ihren Crabeten-Mützen ganze Eyerfladen gesteckt“.[8]
21./12./31.12.1633: „Leutnand Lui von Rödoan ritt diesen Abend gar spätt hinauß, kam aber ungeschaffet wieder zue Hauß“.[9]
18./28.4.1634: „Rittmeister Rodoan läßet seinen Wirt And. Fricken Kisten und Kasten aufbrechen. Diesem Morgen warf sie ein Granat, die hinten mit ein 12 pfündigen Stein angeheftet gewesen, in des Obristwachtmeisters Hoff uf der Newstadt. Er lag dabey in Fenster, die Eysen-Ofen in beyden Stuben, auch 2 Fäßer im Keller, mit Bier Brohan gefüllet, liefen am Boden aus, nachte das inwendige gar zunichte“.[10]
24.6./4.7.1634: „Abends umb 7 Uhr ritt der Trompeter, so vorgestern anhero komen, hinaus, nam für Geißelen mit sich Hauptman Wulfen, Luitnand Cornelius nebest Ernesto, dem Canzlisten. Wie sie jenseit den Rabenstein kamen, entfiengen hiesige die Braunschweigische, darunter war Hauptman Scherre, Hartung Kloeke, Rittmeister Rodoan begleitet sie herein ins Osterthor in Heinrich Lüdeken Haus“.[11]
28.6./8.7.1634: „Als bishero bey den Trompetern wegen des Accords unter den Braunschweigischen und hiesigen Kayserschen noch in Schrifften gehandelt, wurden heut zwischen 11 und 12 Uhren Mittages von hier aus der Obristwachtmeister von der Newstadt, Rittmeister Rodoan, Hauptman Johan Pinguis in einer Schanzen voran hernacher D. Joachimus Stein, Heinricus Jordans, L. Berwardus Willerding, Secraitarius Henricus Nieland gesand; von der Kegenseite soll der Braunschwg. Commissarius Obrist Diedrich. It: Vict. Cord von Mandelßloh, Jacob Arent Papen und Johannes Block. Ist ein blaw Zelt uf der Steingrube aufgeschlagen und wegen Uebergebung der Stadt tractirt worden. Kamen unter dem Rabenstein in einem vermischeten Bawren-Zelt zusamen. Abend zwischen 5 und 6 Uhren komen sie wieder herein, und mügte uf beeden Seiten ein jeder sein Bestes thun mit schießen, welches unter der Zeit geruhet“.[12]
30.6./10.7.: „Zwischen 5 und 6 Uhren wurden die beede Braunschweigische Geißeln von Ritt: Rodoan, Hauptman Bingweiß und dem Luitnand von Obrist-Luitnand wieder zue Fueß nebst hinter gezogene Pferden hinaus geschickt, und meint man, der Accord gänzlich zurückgangen seyn“.[13]
12./22.7.1634: „Zwischen 9 und 10 Uhren zogen hinaus uf die Steingrube D: Joachim Stein, Canzler Jordan, Obr.-Wachtm: Caruße [Carussa; BW], Rittm: Rodoan, Hauptman Pinguis. Daselbst ein weiß Zelt ufgerichtet, kamen zwischen 1 und 2 Uhr Nachmittages wieder hierein. Kegen 4 Uhr ufm Nachmittag fuhren abermal hinaus, umb den Accord zue schließen, seynd noch denselben Abend herein komen“.[14]
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[1] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.
[2] Himmelsthür, heute Stadtteil von Hildesheim.
[3] SCHLOTTER, Acta, S. 87.
[4] so erzählt man heimlich
[5] tempora: Haupt, Kopf, Gesicht.
[6] SCHLOTTER, Acta, S. 88.
[7] SCHLOTTER, Acta, S. 108.
[8] SCHLOTTER, Acta, S. 109.
[9] SCHLOTTER, Acta, S. 113.
[10] SCHLOTTER, Acta, S. 159.
[11] SCHLOTTER, Acta, S. 188.
[12] SCHLOTTER, Acta, S. 189.
[13] SCHLOTTER, Acta, S. 190.
[14] SCHLOTTER, Acta, S. 197.
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