Pfuel [Pful, Puhl], Georg Adam von

Pfuel [Pful, Puhl], Georg Adam von; Major [6.4.1618 Garzin-9.6.1672 Spandau]

Pfuel.Georg.Adam

Georg Adam von Pfuel [Pful, Puhl],[1] ein Sohn des Adam von Pfuel und Neffe des Bertram von Pfuel, stand zunächst als Rittmeister des Regiments Georg Melchior von Witzleben in schwedischen Diensten. 1647 war er angeblich Obrist.[2] Später war er brandenburgischer Generalwachtmeister und Gouverneur von Spandau[3] (1669-1671). 1655 wurde Dahlem[4] und das Rittergut an Pfuel verkauft, der es 16 Jahre später an seinen Neffen Cuno Hans von Wilmerstorff veräußerte. 1658 wurde er Generalmajor.[5] Pfuel war dreimal verheiratet: In 1. Ehe (1647) mit Margaretha von Stoßloff aus dem Haus Panckelow in Mecklenburg [1623-1658], in 2. mit Christina von Zabeltitz [ -1665]) und 1667 in 3. Ehe mit Elisabetha von der Osten [ -1699 Stettin[6]).

Der schwarzburg-sondershausische Hofrat Volkmar Happe[7] erinnert sich in seiner „Thüringischen Chronik“ an Witzlebens vergeblichen Versuch , 1639 in Greußen[8] einzudringen: „Den 28. Februar [9.3.1639; BW] ist der schwedische Obriste George von Witzleben mit seinem Regiment vor die Stadt Greußen kommen und mit Gewalt mit dem gantzen Regiment in die Stadt gewolt. Und als die Bürgerschaft darzu sich nicht verstehen wollen, sondern sich zu Proviant anerbothen, sind die Reuter abgesessen, das Grüninger Thor angestecket und Feuer an die Wache geben, die sich denn gewehret, einen rittmeister, einen Corporal, des Obristen Secretarium, einen Reuter Pagen und zweene Reuter todt geschossen, worauf sie wieder abgezogen vor das Clingische[9] Thor. Daselbst haben sie sich wieder unterstanden, die Stadt in den Brand zu stecken. Als aber ein Reuter auch daselbst über das Anstecken erschossen worden, haben sie sich hinweg gemachet und sich eingeleget, da sie auch übel rumoret und hat der Obriste Witzleben selber geschwohren, die Stadt in den Grund anzubrennen. […] Den 1. und 2. März [11./12.3.; BW] ist der Obriste Witzleben zu Clingen still gelegen und geschnaubet wie Saulus mit Trauen, die Stadt Greußen zu ruiniren. Den 3. [13.3.; BW] ist der Obriste, als er Post bekommen, dass Keyserliche ankehmen, von Clingen wieder zurücke“.[10]

„Den 8. März [18.3.1639; BW], nachdeme ich vernommen, dass der schwedische Rittmeister George Adam von Pfuel zu Greußen mir meine sechs schöne Pferde, sonderlich die vier schönen Schäcken nehmen wollen, habe ich die zwey bestesten heimlich aus der Stadt partiret und Gottlob anhero nach Sondershausen[11] bekommen. Darüber der Rittmeister alle Maaße dolle worden, noch desselbigen Tages die andern alle nehmen lassen“.[12]

„Eodem die, den 13. März [23.3.1639; BW], habe ich den in Greußen liegenden schwedischen Rittmeister George Adam vom Pful nochmahls bittlichen ersuchen lassen, mir meine gestohlene Pferde wieder zu geben, sed nolit[a], hat zur Antwort geben, ob ich ihn vor ein Kind hielte. Eodem die, den 13. März, als die alhier in Sondershausen liegende schwedische Reuter die Schernbergische[13] Lamien[14] gehöret, sind sie eilends ausgerissen und sich nach Frankenhausen[15] gemachet. Den 14. März haben sich unsere entwichene schwedische Soldaten alhier zu Sondershausen wiederumb eingeschlichen“.[16]

Den 15. März [25.3.1639; BW] sind Meinem Gnädigen Herren acht Lemmer aus der Schäferey zu Stockhausen[17] genommen worden. Eodem [die] habe ich noch einmahl an den schwedischen Rittmeister Gergen Adam Pfueln wegen meiner Pferde geschrieben. Den 16. März [26.3.1639; BW] sind den armen Leuthen zu Berka fünf Pferde aus den Pflügen genommen worden. Den 17. März haben wieder etzliche Reuter den armen Leuthen zu Holzsußra[18] drey Pferde genommen. Den 18. März [27.3.1639; BW] ist der Rittmeister George Adam von Pfuel wieder mit seinen Reutern in die Stadt Greußen kommen, handelt übel mit den armen Bürgern und ist eben derjenige, der die arme Stadt und Bürgerschaft vollends zugrunde gerichtet. Den 19. [29.3.1639; BW] sind die Hatzfeldischen morgens frühe umb 5 Uhr in die Stadt Nordhausen[19] [ein]gefallen, die Stad Thore mit Gewalt aufgehauen und die darinnen liegende Schwedischen mit wenig Dienern weg|um|gebracht. Der Major ist noch entkommen. Darauf haben sich die Schwedischen von den Orthen weg gemachet“.[20]

„Eodem die [31.3./10.4.; BW] sind die beyde schwedische Regimenter zu Pferde, das Ebersteinische [Kaspar v. Eberstein; BW] und Witzlebische nach Großen Sömmern[21] gezogen, haben an die Stadt Greußen geschrieben mit Bedrauungen Proviant zu schaffen. Als nun die Stadt Greußen unlengstens mit dem Witzlebischen Regiment einen Scharmützel gehabt, darüber Rittmeister Treisch von Buttler und noch 7 Soldaten von den Bürgern todt geschossen worden, so sind die Bürger in ziemlicher Furcht gewesen. […]. Den 1. April hat die Stadt Greußen nach Gebesee[22] gesandt an Proviant 8 Marckscheffel[23] Hafer, 2 Marckscheffel Rocken, 2 Fass[24] Bier, ein Eymer[25] Wein und vor 12 thlr Brodt. Den 2. [12.; BW] April sind die schwedischen Regimenter frühe aufgebrochen und von Gebesee zurücke auf Jena[26] gezogen“.[27] „Den 13. [23.4.; BW] hat Rittmeister [Georg Adam v.; BW] Pfuel nach Greußen geschrieben, die Stadt gewarnet, sich wohl in acht zu nehmen, denn der Obriste Witzlebens Willens gewesen were, sie zu überfallen wegen der Stöße, die er neulich vor der Stadt bekommen, sollten sich nur dapfer wehren. Den 13. haben die beyden schwedischen Obristen Witzleben und Eberstein viel Fahnen, Standarten und Gefangene, so in der Schlacht bey Chemnitz[28] gefangen worden, nach Erfurt[29] bracht. Den 14. [24.; BW] auf den lieben Ostertag sind die Fähnlein dem schwedischen Commendanten in Erfurt [Christoph Heinrich v. der Goltz; BW] mit großer Bracht praesentiret worden“.[30] „Den 17. [27.4.1639; BW] ist des Obristen Stalhanski [Stålhandske; BW] Major mit fünfhundert Pferden auf Nordhausen gangen und die Stadt umb Geld gepresset. Eodem [die] ist der Pflugische Rittmeister mit in dreyhundert Reutern nach Sondershausen kommen, auch mit 60 Reutern in die Stadt quartiret, die andern aber nach Jecha[31] geleget worden. Eodem die, den 17., haben die Pfuelischen Meinem Gnädigen Herrn zu Jecha bey zweyhundert Lemmer genommen und gefressen“.[32]

Über die kaiserliche Niederlage am 14.4.1639 berichtet der Erzgebirgschronist Lehmann in seiner Kriegschronik unter „Das gröste Unglück vor Chemnitz“: „Der Schwedische General Leonhart Torsten-Sohn wahr nun mit der hinderstellichen Armee und Artollerey auß dem Stift Halberstadt[33] aufgebrochen, Nach dem Fürstenthumb Altenburg[34] gerückt und zue Zeitz[35] den 2. April mit Banern sich conjungiret, und weil er kundtschaft eingezogen, daß die keyßerlichen und Chur-Sächsischen zwischen Zwicke[36] und Chemnitz stünden und sicher legen, brach er den 3. April von Zeitz auf und eilte auf die keyßerlichen zue, ehe Hatzfeld, der schon ezliche Regiementer zum Succurs vor Freyberg[37] geschickt hatte und nunmehr in March wahr, von Eichsfeld[38] durch Düringen mit den Chur-Sächsischen zuesammenzuestoßen, sich conjungiren kundte, schickte von Altenburg den General Schlangen [Slange; BW] uff Zwicka und von dar mit wenig reutern mittin unter die Marzinischen [Morzin; BW] und Chur-Sächsischen. Der recognoscirte alles, wie sie lagen, und ritte wieder zum Baner. Der General Marzin wuste nicht, daß Baner so nahe, und daß Torstensohn zu ihme gestoßen sey. Doch bekam er 3. April abendts umb 5 Uhr kundtschaft, ließ seine Regiementer zuesammenziehen und befahl, daß Sie Morgens alle solten vor Chemnitz stehen. Des abendts zuevor war das keyßerliche Haupt-Quartier zum Honstein[39] gewesen; dohin kam Baner, der sich 4. April viel früher aufgemacht, mit aufgang der Sonne, traf doselbst in der retrogarden 300 Pferde und jagte Sie ins Corpus, das vor Chemnitz stunde. Marzin hatte den Paß an einen Morast vor Chemnitz, den er durchmuste, mit Trajonern besezt, damit der feind nicht da durchbreche, aber es halfe nichts. Baner sezte an, brachte in der eil uber 4 Regiementer zue Pferde, Sein leib Regiement, des Torsten-Sohns, Hans Wachtmeisters und Hans Wittenberg(s), darzue viel Wagehälse, die theils in nachjagen ermüdeten und sich in Marrast durchwuhleten, uber den Marrast hatte (er) die andere Armee ihme nach commandirt, jagte die Trajoner weg, hiebe durch, machte das felt unsicher und nahmb dem Marzin die Höhe, welcher unter deßen, Ehe der feindt uber den Pas kommen, Zeit gehabt, sich zue stellen.

Gegen die Statt sazte er an einen Marrast den lincken Flügel, der meist von Curaßiren bestundte, hinder Chemnitz aber uber den fluß den rechten flügel, die wahren viel stärcker an Volck, den der feindt, hatten stücke und Munition bey sich, welches dem feinde noch zur Zeit fehlte. Baner thete mit seinen regiement den ersten angrif an Lincken flügel und litte schaden, die andern 3 Regiementer entsazten ihn, und kamen andere Regiementer mehr darzue und jagten den Lincken flügel in disordre an 2 marrastigen graben, drüber Sie nicht kommen kunten, zum großen Vortheil der Schwedischen; den was nicht gegen Chemnitz zum rechten flügel entkam, das wurde alles entweder gefangen oder Niedergehauen. Weil nun der Schweden volle Armee auch ankommen wahr, wurde commandirt, wer reiten kundte, sezten derowegen die Schwedischen regiementer durch den fluß Chemnitz und chargirten den rechten flügel, der schon gewichen und sich hinder 3 Morrastigte Dämme gesetzet hatte, gingen doch fort und wurden meist niedergehauen. Das Fußvolck drengte Sich an ein Wäldlein nach der Stadt und trachtete ferner an Walt 400 schrit gegen den gebirge und wolte außreißen. Baner ließ ihnen vorbeugen durch General-Major Stalhansen [Stålhandske; BW], Herr Major Pfulen, Obrist Schlangen [Slange; BW] Regiement und 1 Esquadron von Konigsmarck untter Obrist-Leutenant Hammerstein, die hohleten Sie ein, machten ezliche 100 nieder, nahmen den Rest gefangen und richteten damit die keyßerliche, Chur-Sächsische und Salische armee auf einen tag hin, verfolgeten die flüchtigen Nach Leipzig,[40] Freyberg, Annen[41]- und Marienberg.[42] Der General Marzin kam kümmerlich darvon ohne hut und mit einen Pferd biß an die Seigerhütte[43] an die Flöhe. 800 blieben auf der Walstat, 2000 zue fuß wurden gefangen, 40 standtarten, 20 fahnen, alle stücke, munition und Pagage bliebe in stich. Das thaten die Schweden nur mit der Avangardia von lauter Reutern, und ist kein Canonschuß darzue kommen, welches der Churfürst dem General Marzin, den er mit den Calenbergischen [Reinecke v. Callenberg; BW] Regiement nach Dresden[44] confoiren ließe, heftig verwiese, von seinen Reutern 400 wiedersamlete und den rest von allen seinen Regiementern den Obristen Wachtmeister Trautischz [Traudisch; BW] ubergabe, der reformirte Sie und nahm sie mit sich in Böhmen. Da hatte des Marzins Commando ein Ende.

Die keyßerlichen gingen nach Pirn,[45] Frauenstein,[46] in Böhmen nach Brüx[47] und Prag. Viel wahren nach diesen gebirgen geflohen und gingen die gantze Nacht durch Elterlein[48] auf Annenberg mit blutigen Köpfen, ferner hienunder biß nach Dresden, darüber alles rege und furchtsam wurde in Gebirge, alle Flecken und Dörfer rißen auß nach den Wäldern und in die Städte. Den 5. April sahe mann noch immer einzlich die geschlagenen reuter auf allen straßen nach Böhmen reiten, die leute untterwegens angreiffen, den Sie sehr hungrich thaten und wurden eines theils an Päßen mit Pulver und bley gespeist, daß Sie des hungers vergaßen, ehe sie in Böhmen kommen. Die Schweden haben ihnen auch nachgesezet in das gebirg undt vor Annenberg etliche Chur-Sächsische weggenommen“.[49]

Das „Theatrum Europaeum“[50] berichtet sehr ausführlich über die Ereignisse: „Nichts destoweniger aber hat Hr. General Banner / wiewol er auch von Käis. und Chur-Bäyerischem Volck um ein zimliches übermannet gewesen / bey obbesagtem Hohenstein / nahend Kemnitz / dergestalt gefochten / daß nicht allein seines Feindes (die reichsArmada genennet) meinste Infanterie, von sehr gutem Volck / und dabey so viel hohe / als untere officirer / guten theils darauff gangen / sondern auch die Cavallerie zertrennet worden / das geschütz und alle Bagage in zimlicher Anzahl im Stich geblieben / und hat sich so gar die Schwedische Reuterey auch deß an ihrer reuterey vor freyberg erlittenen Schadens von diesem Treffen wiederum erholet: von welchem allem uns für gut angesehen / das außführliche Schreiben / so Hr. General Banner hiervon an einen hohen der Cron Schweden Bedienten alsbald abgehen lassen / hierbey in Druck mitzugeben / also lautend: Meinem jüngsten Schreiben zu Folge / habe ich die Conjunction mit dem Herrn General der Artillerie Leonhard Dorstensohn / am 2. dieses zu Zeitz effectuiret / und wie ich die gewisse Kundschafft von meinen außgehabten Partheyen / die mir von unterschiedenen deß Feinds rencontrirenden und niedergehauenen Partheyen häuffig gefangenen einbracht / erhalten / daß der Feind / als die Käiserl. und ChurSächs. Armee / zwischen Kemnitz und Zwickau sich befinden thäte / habe ich darbey considerirt / wie hochnöthig es seyn wolle / ohne Säumnüß mein Heyl an diesen zu versuchen / ehe Hatzfeld / wie bißhero / sowohl von Herrn[51] / als auch von Minden[52] / Hamburg[53] und Erfurt / und andern vielen Orten / mehr Bericht geschehen / daß er im marchiren übers Eichsfeld und durch Thüringen begriffen / zu ihnen stossen möchte / bin derowegen am 3. dieses zu Zeitz auffgebrochen / und desselben Tags biß an Kemnitz avancirt / indem auch einen Gefangenen bekomen / der soviel außgesagt / daß der Feind noch also elargiret still ligẽ / und von meiner Ankunfft nicht wissen sollte / mich darauff resolviret / dieselbe Nacht zeittlich auffzubrechen / ihnen zwischen die Quartier einzugehen / und also von ihnen auffzureiben / soviel ich immer gekönt / und Gott der Allmächtige darzu Glück / Segen und Heil verleihen / und die Gelegenheit Anweisung gethan hätte. Es hat zwar der Feind bemeltes Abends um 6. Uhr Nachricht von mir und Alarme bekom̃en / auch die armee zusammen gezogen / und gegen Morgen zeitlich auff den Rückritt gegen Kemnitz sich begeben / als ich aber gleichwohl auch sehr frühe noch vor der Sonnen Auffgang auffgebrochen / meinen March nacher Glaucha[54] gerichtet / gerichtet / und also zeitlich zu Hohenstein / da den Abend zuvor deß Feinds Haupt-Quartier gewesen / habe ich in seinen Retrogarden in 300. Pferd starck angetroffen und dieselbe verfolgt / biß in das Corpus, so allbreit nahe allhie bey Kemnitz gewesen / eingejagt / und weil ich einen Morastigen Ort vor mir zu filiren gehabt / den der Feind mit Dragonern besetzt / hat er Gelegenheit erlangt sich zu stellen / demnach den lincken Flügel / so mehrentheils in Cürassirern bestanden / dahinden / und auff die Seit Kemnitz / den rechten Flügel aber weiter hinter sich / über den Fluß die Kemnitz genant / hinter der Stadt / auch gesetzet / darauff ich mit meiner Guarde von Dragonern / an bemelten Morastigen Paß / dahin wegen der Tieffe deß Sumpffs nicht zu kommen war / zu Fuß übergesprungen / nach wenigem disputiren / deß Feindes Dragoner gewichen / quittiret / und mir die Occasion zum filiren geöffnet / welcher ich also wahrgenommen / dem Feind die Höhe zu neh-men / und das Feld unsicher zu machen / so auch geschehen / also daß ich Anfangs mein Regiment / wie auch des Herrn General Dorstensohns Obrist Hanß Wachtmeisters / und Obr. Wittenbergs Regiment / überbracht / wovon wegen deß grossen Eilens / viel Reuter / so ermüdet waren / zurück geblieben / hinweg gewesen / damit erwehnten lincken Flügel chargirt / mit meinem Regiment den ersten Angriff gethan / und wegen empfundenen Widerstands in Schaden gerathen / aber weil deß Herrn Generaln / wie auch Hanß Wachtmeisters und Wittenbergs Regiment / auch zeitlich genug dem Feind zu schaffen gegeben / ist dieser lincke feindliche Flügel / so in Disordre kommen / und zu seinem grossen Schaden / und unserm trefflichen Vortheil zween grosse Morastige Gräben hinter sich gehabt / biß auff weniges / so sich an den rechten Flügel zu entfliehen / hat gearbeitet / gantz nidergehauen / wir starck nachgedrungen / auch fort und fort / wegen Ankunfft und mehrer Versammlung der unsern / je mehr und mehr verstärcket worden / solches ohne Säumnüß gethan / und 3. Dämme zu filiren / gehabt / hinder welche sie sich zwar hätten setzen / und Widerstand thun können / aber weil der Muth gantz entsuncken / haben die unserige alles niedergehauen / und wenig darvon kommen lassen / das Fußvolck aber / hat sich zwar an die Stadt gedrenget / gleichwol durch einen kleinen Wald / nahe bey der Stadt / so nur 400. Schritt von einem andern Wald / gegen den Gebürge werts distiret / sich zur Flucht wenden wollen / denen ich aber Hn. General Major Stallhansen / Herrn Major Pfuls / und Obr. Slangens Regimenter / und von den Königsmarckischen eine Squadron / unter ihrem Obrist-Lieutenant Hammerstein / nachgeschickt / die sie umringet / und auch totaliter ruiniret und geschlagen / also daß nunmehr / was Salis bey sich gehabt / schon vernichtiget / in dieser glücklichen Expedition die gantze Käiser. und Chur-Sächsische Armee zu Grund gerichtet / Stücke / Munition / Fähnlein und Standarten / darvon mir die Anzahl / weil noch die wenigsten einbracht / nicht soeben bewust / so dann alle Bagage der Generalen / Officirer und gemeinen zu Fuß erobert / und eine treffliche Anzahl Officirer gefangen worden : von denen soman in der Eil weiß / und von hoher Importantz seyn / ist der GeneralWachtmeister der Cavallerie Graf von Puchheim / Obr. Webel / Obr. Wangeler / der biß auff den Tod verwundet / der Obr. Lieutenant Paradiser / von Marq. De Grana, Obr. Lieutenant Wachenheim von Graf Schlicken / und eine große Anzahl Majorn / Rittmeister / Hauptleute / Lieutenant / Cornet und Fähnrich / die Specification wird von den Regimentern colligirt / / soll ohne Säumnuß in Form gebracht / und dem Herrn mit ehistem nachgeschickt werden: an unserm Ort weiß man noch von keinem Officirer / so sonderlich Namkündig / die gequetscht oder geblieben wären / als deß Herrn Gen. Stallhanß Obr. Lieutenant / so geblessiret / und der junge Graf von Witgenstein / der unter Hn. General Pfuls Regiment gewesen / etc. etc. Datum im Haupt-Quartier zu Chemnitz / den 5. April. Anno 1639“.[55]

Aus der Neustadt Brandenburg[56] ist unter dem 8.3.1641 aktenmäßig festgehalten: „Hanß Ingel, Bürger und Becker, klagt: Gester abent wäre Juncker Pfuel, ein Freireuter unter Rittmeister Gröbenitzen, mit ein Capit. Lieutenant unterm Obr. Volckman zu ihm ins Quartier kommen, alsofort angefangen und gesagt, ich solle hinfüro die Pauren aus der Stube schaffen, oder er wolle mit den Pauren Ohrtaschen zustellen und aus der Stuben prügeln. Er (Reus), er müßte sich von den Pauern ernähren. Wenn die nicht sollten gelitten werden, wäre er im Hause nichts nütze, müsste es stehn laßen und davon gehen und also keine Contribution mehr geben; darauf gedachter Pfuel ihme 3 Maulschellen zugestecket und vor einen Huntsfut gescholten. Derselbe hätte vor diesem ihme ein Haufen Stroh aus seiner Scheune nehmen lassen nebst etlichen vielen Stücken Kienenholz, dasselbe auf der Gasse tragen und aus Übermut angezündet, daß wenn er Act. nicht darzukommen, gar leichleich dadurch eine Feuerbrunst hätte entstehen können. Pet. dem Rittmeister solches zu hinterbringen und diesen Deliquenten zu strafen, im widrigen es Sr. Churf. Durchl. zu klagen“.[57]

Um weitere Hinweise unter Bernd.Warlich@gmx.de wird gebeten !

[1] KÖNIG, Biographisches Lexikon, S. 154. Nach SCHRÖER, Havelland, S. 316, ist er am 18.11.1672 verstorben.
[2] Vgl. Slg. 15: Autographensammlung des Königlichen Hausarchivs der Niederlande. Online verfügbar unter: sachsen-anhalt.de/fileadmin/Elementbibliothek/Bibliothek_LHA/FB/Slg_15_00_Findbuch.pdf, Nr. 206: Oberst Georg Adam von Pfuell, an Kolonel Christian Knoch zu Köthen, Zerbst 1647; Nr. 207: Oberst Georg Adam von Pfuell, an Kolonel Christian Knoch zu Köthen, Kalbe 1647.
[3] Berlin-Spandau; HHSD X, S. 97ff.
[4] Dahlem, heute Stadtteil von Berlin.
[5] SCHÖNING, Generale, S. 6; GÜTHEN; SCHAUBACH, Poligraphia Meiningensis, S. 259. Vgl. VD 17 1:025739M
„Christlich-Hoch-Adeliches Leich-Begängnüß Mit vorgehender Parentation, einer Leich-Predigt / nebst den Personalien, Wie auch Trauer- und Trost-Gedichten : Bey seeligem Absterben Deß … Herrn Georg Adam von Pfuelen / Churfl. Brand. hochbedienten Geheimbten Kriegs-Raths … ; Wie auch desselben jüngsten Töchterleins / Der Hoch-Edelgebohrnen Jungfer / J. Margaretha Catharina von Pfuelen. Den 12ten Decemb. des 1672sten Jahres zu Buckow gehalten“. Franckfurt an der Oder 1673.
[6] Stettin [Szczecin]; HHSD XII, S. 280ff.
[7] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 111f.
[8] Greußen [Kyffhäuserkreis]; HHSD IX, S. 170f.
[9] Clingen [Kyffhäuserkreis]; HHSD IX, S. 69f.
[10] HAPPE II 241 v – 242 v; msdz.thulb.uni-jena.de.
[11] Sondershausen [Kyffhäuserkreis].
[12] HAPPE II 244 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.
[13] Schernberg [Kyffhäuserkreis].
[14] Elend bzw. „klägliches Ende“ (so z. B. auch von Grimmelshausen verwendet) oder i. S. von „laniena“ (Gemetzel).
[15] Frankenhausen [Kyffhäuserkreis].
[16] HAPPE II 247 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.
[17] Stockhausen [Kyffhäuserkreis].
[18] Holzsußra [Kyffhäuserkreis].
[19] Nordhausen [Kreis Nordhausen].
[20] HAPPE II 247 v – 248 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.
[21] Sömmerda [Kreis Sömmerda], HHSD IX, S. 401.
[22] Gebesee [Kreis Sömmerda]; HHSD IX, S. 128f.
[23] 1 Marktscheffel = 12 Scheffel = 48 Viertel = 96 Metzen = 192 Mäßchen = 547, 58 Liter.
[24] 1 Faß = 4 Tonnen = 114 Stübchen = 997, 08 Liter.
[25] 1 Eimer = 36 Kannen = 61, 83 Liter.
[26] Jena; HHSD IX, S. 215ff.
[27] HAPPE II 252 v – 253 v; msdz.thulb.uni-jena.de.
[28] Chemnitz; HHSD VIII, S. 43ff. 14.4.1639: Die Schweden unter Johan Banér schlugen die Kaiserlich-Sächsischen unter Matthias Gallas und Rudolf Graf von Morzin. Vgl. Theatrum Europaeum IV, S. 94f.; LEHMANN, Kriegschronik, S. 102f.
[29] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.
[30] HAPPE II 256 r – 256 v; msdz.thulb.uni-jena.de.
[31] Jecha [Kyffhäuserkreis].
[32] HAPPE II 266 r; mdsz.thulb.uni-jena.de.
[33] Halberstadt [Kr. Halberstadt]; HHSD XI, S. 169ff.
[34] Altenburg [Kr. Altenburg]; HHSD IX, S. 6ff.
[35] Zeitz [Kr. Zeitz]; HHSD XI, S. 519ff.
[36] Zwickau; HHSD VIII, S. 380ff.
[37] Freiberg; HHSD VIII, S. 99ff.
[38] Goldene Mark (Kr. Duderstadt); HHSD II, S. 172f.
[39] Hohnstein [Kr. Sebnitz]; HHSD VIII, S. 151f.
[40] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.
[41] Annaberg; HHSD VIII, S. 5ff.
[42] Marienberg; HHSD VIII, S. 215f.
[43] Hüttenwerk. Seiger (Saiger) ist ein seit dem Mittelalter existierendes Metallverhüttungsverfahren mit Metallanreicherung. Es diente einer effizienten Metallgewinnung, indem z. B. Silber aus Silberkupfererzen mit Bleizuschlägen in der Schmelze vom Kupfer getrennt wurde. Das Silber wurde dem silberhaltigen Blei, das auch Werkblei genannt wird, durch das Treibverfahren auch Kupellation entzogen. [wikipedia]
[44] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.
[45] Pirna; HHSD VIII, S. 276ff.
[46] Frauenstein; HHSD VIII, S. 98f.
[47] Brüx [Most]; HHSBöhm, S. 79ff.
[48] Elterlein; HHSD VIII, S. 89.
[49] LEHMANN, Kriegschronik, 102f. Lehmann datiert nach dem alten Stil.
[50] Vgl. BINGEL, Das Theatrum Europaeum.
[51] Herne; HHSD III, S. 317.
[52] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.
[53] Hamburg; HHSD I, S. 83ff.
[54] Glauchau; HHSD VIII, S. 116f.
[55] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 4, S. 94f.
[56] Brandenburg [Stadtkr.]; HHSD X, S. 135ff.
[57] SCHRÖER, Havelland, S. 252.
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