Pálffy [Palfi, Palfy, Palvi], András Graf

Pálffy [Palfi, Palfy, Palvi] , András Graf; Obrist [ – 1649] András Pálffy[1] [Palfi, Palfy, Palvi]Palff.Andras war Inhaber und Kommandeur eines kaiserlichen Kroatenregiments.

Der Chronist und Bürgermeister Georg Leopold[2] aus dem von Eger[3] abhängigen Marktredwitz[4] für den April 1640: „Erstlich war [der] Graf Palfi, [der] Gen[eral] über die leichten Pferd[e] mit seinem Regiment Ungarn [hier]. Dieser hatte die anderen alle zu kommandieren, [den] Ober[stleutnant] Losy, [den] Ober[stleutnant] Rackowitz [Rajkovič; BW], [den] Ober[stleutnant] Feldtwari [Földvary; BW], das Isalonische Regiment [Isolani; BW] und einen polnischen Oberst mit etlichen Kompag[nien] Pollacken. Und weil die schwedische Armee [zu] dieser Zeit um Plauen,[5] Hof[6] und Zwickau[7] gelegen, haben die Kroaten einmal ausgesetzt und [sind] beim schwedischen Gen[eral]major Wirtenberg [Arvid Wittenberg, BW] eingefallen, [haben] viele niedergehauen, auch etlich[e] 100 Mann gefangen [und] mit ihren Pferden und sonst großer Beut[e] hie[r]her[o] mitgebracht. Sie sind den 10. April, nachdem sie hie[r] alles verheeret und verzehret, auf[ge]brochen und samt der ganzen Armee gegen den Feind [ge]gangen“.[8]

Am 13.10.1642 wurde er von dem schwedischen Obristen Johan Reichvald bei Grafenstein[9] gefangen genommen.[10]

Pálffys Stärke lag anscheinend in der Aufklärung. Am 18.1.1646 schrieb Erzherzog Leopold Wilhelm aus Klattau[11] an Rudolf von Colloredo: Er entnehme seinen Berichten, dass der Gegner aufs Neue mit außerordentlicher Stärke Leitmeritz[12] und Laun[13] besetzt habe und plane, gegen Pilsen[14] und Eger zu ziehen. Er selbst halte dies für Gerüchte und Erfindungen der Kroaten, wie sich schon mehrfach gezeigt hatte. Trotzdem lasse er die Regimenter in Prag. Die kroatischen Offiziere sollten angehalten werden, richtige Informationen zu verbreiten. Colloredo solle die Gefangenen verhören, um Aufenthaltsort und Stärke des Gegners, seines Generalstabs, Zahl der Regimenter, Stärke der Infanterie, Kavallerie und Artillerie sowie seine weiteren Absichten, auch die Herkunft seiner Proviant- und Futtermittel zu erkunden. Gefangen genommene Offiziere seien ins Hauptquartier zu eskortieren. Sollten die Städte Laun und Leitmeritz nicht besetzt sein, solle Pálffy mit 200 bis 300 Reitern in aller Heimlichkeit des Nachts zwischen Leitmeritz und Aussig[15] die Elbe überschreiten, sich nach Teplitz[16] wenden und den Aufenthalt des Gegners erkunden. Gleichzeitig solle ein Spähtrupp von etwa 25 Reitern über den nächsten Elbübergang hinter Aussig direkt nach Dresden[17] und Leipzig[18] aufbrechen, sich für Schweden oder Leipziger Räte ausgeben, eingeweihte Soldaten nach Nachrichten ausforschen und die von Torstensson in Leipzig erteilten und empfangenen Befehle abfangen.[19]

Leopold erinnert sich an die Einquartierung des Regiments durch der Führung Lubedichs im Februar 1646: „Den 13. Februar ist der kaiserliche Generalquartiermeister, Oberst Reich, – mit Leutnant H. Wenzel – hierher(o) [ge]kommen. Ihm folgte Oberst Marco Lubeditz sowohl mit seinem, als auch [mit dem] Palvischen Regiment Kroaten. Die zogen hier durch den Markt und nahmen ihr Quartier zu Sichersreuth.[20] Der Herr Generalquartiermeister kam abends wieder hie[r]her und verblieb bei uns übernacht. Die 2 Regimenter Kroaten aber sind 2 Tage und Nächte zu Sichersreuth verblieben. Als der Generalquartiermeister das versprochene Stück Geld [dafür] empfangen [hat], daß er sie nit in die Stadt Wunsiedel[21] eingelegt [hat], sind die 2 Regimenter zurück und haben vermöge ihrer Order ihr Quartier in Waldershof[22] genommen, wo sie auch ganze(r) 3 Wochen verblieben [sind]. Als diese Kroaten nach Sichersreuth hinaufzogen, haben sie den Schafhof zu Oberrebitz angezündet und abgebrannt.

Diesen Oberst Lubeditz haben wir nit gern in der Nachbarschaft gesehen, wie er uns denn auch im Durchziehen hie[r] bedroht [hat]; aber wegen unserer starken Salva Guardi[a] haben wir ihm nit viel gute Wort[e] [ge]geben. Von Waldershof aus schickte er etliche Offiziere(r) herab und forderte von uns 300 Taler, die wir ihm – seinem Vorgeben nach – schuldig geblieben [wären], als er anno 1644 das Winterquartier bei uns gehabt. Wir sollten sie ihm alsbald mitschicken oder er wolle sie sich mit Gewalt holen. Wir sind ihm nichts (geständig) gewesen, [sondern] haben uns auf die Abrechnung mit ihm in Eger [bezogen]. Zur Erhaltung guter Nachbarschaft haben wir jedoch angeboten, ihm ein Paar gute Pistol[en] zu verehren. Hierauf ist er noch zorniger geworden und hat uns hart bedroht. Wir haben aber darauf nichts gegeben. Als er nun mit uns lang [genug] und vergeblich gepochet, hat er endlich [doch] 1 Paar gute Pistol[en] und 1 Karabiner genommen und uns von allen Ansprüchen quittiert“.[23]

Der Friedberger[24] Chronist Dr. Volhard erinnert sich: „Den 3. Juli [1646] kame eine Rittmeister, Damian genannt, vom Palfyschen Kroaten Regiment mit 70 Reutern, bracht Ordinanz, sich zu quartiren und mit Proviant zu versehen, welche zwar nicht quartirt, aber mit Essen und Trinken, auch Stätte vor die Pferde verpflegt werden müssen. Brachte zugleich dem Obrist Wachtmeister Plößen [Plesse] Ordinanz mit, daß er mit seinen vielen Reutern marschiren solte, welches auch den 4. als den folgenden Tag geschehen, da sie nach dem Lager in Hessen zugezogen“.[25]

Den 21. [Juli 1646] aber kamen abermals zu denen obig noch alhir liegenden Palfy’schen Kroaten 120 teutsche Reuter herin sambt etlichen Rittmeistern und Offizieren, welche Plöß abermahls kommandiren solte, wurden einquartirt; und ob man ihnen schon nichts als Proviant geben solte, mußte mancher doch zu essen geben. Von diesen wurden den folgenden Tag 40 Pferde unterm Rittmeister Fillio [Fillius] nach dem schwedischen Lager gegen Gießen[26] kommandirt, und wurde Niklas Rheinländer, Burger alhir, sie die Weg zu weisen gezwungen und ufn Pferd [gesetzt]. Dieselbigen wurden von Schwedischen verkundschaftet, angefallen und bis uf 12 oder 13 Reuter, darunter der Niklas Rheinländer, [die] etlich Tag hernach auch glücklich ankamen, alle gefangen und ins schwedische Lager geführt.[27]

Nach Holzappels Planungen, der die kaiserlichen Truppen auf ihrem letzten Feldzug 1647/48 in diesem Krieg führte, sollte eine dritte Kräftegruppe Ostböhmen am Sudetengebirge gegen Wittenberg sichern, der den Kleinkrieg in Schlesien führte. Dieses Korps aus drei berittenen Freikompanien unter Hannemann, Unger und Augustin und den Kroatenregimentern Pálffy und Marcovich war in den Städten Jungbunzlau[28] und Königgrätz[29] und ihrem Umland stationiert.

Um weitere Hinweise unter Bernd.Warlich@gmx.de wird gebeten !

[1] Vgl. die Erwähnungen bei KELLER; CATALANO, Die Diarien. Der Kupferstich stammt von Elias Widemann.
[2] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 151f.
[3] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.
[4] Marktredwitz; HHSD VII, S. 429f.
[5] Plauen; HHSD VIII, S. 279ff.
[6] Hof; HHSD VII, S. 302f.
[7] Zwickau; HHSD VIII, S. 380ff.
[8] BRAUN, Marktredwitz, S. 118.
[9] Grafenstein [Grabštejn, Bez. Reichenberg]; HHSBöhm, S. 169.
[10] PESCHECK, Handbuch Bd. 2, S. 590.
[11] Klattau [Klatovy]; HHSBöhm, S. 262ff.
[12] Leitmeritz [Litoměřice]; HHSBöhm, S. 324ff.
[13] Laun [Louny]; HHSBöhm, S. 319f.
[14] Pilsen [Plzeň]; HHSBöhm, S. 444ff.
[15] Aussig [Ústí nad Labem]; HHSBöhm, S. 13ff.
[16] Teplitz [Teplice]; HHSBöhm, S. 604ff.
[17] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.
[18] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.
[19] TOEGEL; KOČĺ, Der Kampf, Nr. 748.
[20] Sichersreuth, heute Ortsteil von Bad Alexandersbad [LK Wunsiedel im Fichtelgebirge].
[21] Wunsiedel im Fichtelgebirge; HHSD VII, S. 836f.
[22] Waldershof [LK Tirschenreuth].
[23] BRAUN, Marktredwitz, S. 253.
[24] Friedberg; HHSD IV, S. 145ff.
[25] WAAS, Chroniken, S. 212.
[26] Gießen; HHSD IV, S. 172ff.
[27] WAAS, Chroniken, S. 216.
[28] Jung-Bunzlau [Mladá Boleslav]; HHSBöhm, S. 237ff.
[29] Königgrätz [Hradec Králové]; HHSBöhm, S. 269ff.
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