Moda, Abel

Moda, Abel; Obrist [ – ] Abel Moda stand als Obrist in schwedischen Diensten und verteidigte 1634 Heidelberg gegen die Kaiserlich-Ligistischen.

Das „Theatrum Europaeum“ berichtet über die vergebliche Belagerung Heidelbergs[1] durch die Kaiserlich-Ligistischen Ende 1634: „Auff Teutschland aber unserer Ordnung nach zukommen / kompt uns langs herunter am Rheinstrom am ersten für Heydelberg / welches zuvor quittirt ward / dieweil die Käyserischen deß Schlosses nit mochten mächtig werden. Es haben aber die Käyserischen noch einmal ihr Heyl daran versucht: und ist mit dieser letztē Belägerung es also hergangen / wie die jenigen berichtet / so in allem mit und darbey selbsten gewesen.

Den 3. Decembr. seynd die Käyserischen mit grosser Macht und vielem groben Geschütz abermahl vor Heydelberg wieder ankommen / denen der Stadt-Rath entgegen geschickt / weil sie sich wider solchen gewalt nicht haben auffhalten können / umb guten Accord gebetten / die dasselbe zugesagt / aber übel gehalten.

Den 3. Decembr. sind sie die Käys. wiedrum̃ allenthalben umb das Schloß gezogen / und innerhalb 8. Tagen / so ein muthiges unauffhörliches Schiessen und Feuerwerffen verbracht / welches nicht genugsam zubeschreiben / aber es ist aller Gewalt mit Schiessen und Feuerwerffen / glücklichen und ohne grossen Schaden abgangē / und nur das Hauß hin und wieder durchlöchert / unterdessen haben Obr. Abel Moda / und Oberster-Leutenant Hunck / allen möglichen Fleiß angewendt / umb einen förderlichen Entsatz / und die jenige Officirer / so das Commando unterdeß und im Abwesen gehsbt / allen Fleiß gethan / und Mittel gesucht / mit Schantzen und allerhand Widerstand / sich so lang auffzuhalten.

Den 12. kam das Frantzösische Volck und Obrister Abel Moda / uñ Herr Obr. Leuten. Hunck / mit 12000 Mann Frantzösisch Volck / uñ schlug sie umb das Schloß hinweg / bekamen 12. Stück Geschütz / als nemlich 6. halbe Carthaunen / 3. Feldt Schlangē / drey 6. Pfündige / uñ 1. Feuer-Mörsel / und blieben zwar der Käys. auff die 80. Mann / dem Obr. Abel Moda nit mehr dann 6. Mañ / und hat sich die Käys. Macht in die Stadt retirirt / zündete die Vorstadt an / damit die Frantzosen nit solten hinein kommen / und verbrandten uff 76. Häuser / und war ein solches Schiessen vom Schloß in die Stadt / und grosses Feuer / daß männiglich gemeinet hat / die gantze Stadt werde zu grund gehen / und viel Leuth auß ihren Häusern gelauffen über die Brücken / auch Kinder verlohren worden / deren etliche naher Schönau[2] kommen / und inner 8. Tagen erstlich erkundigt worden.

Den 13. schickten sie einen Trommelschläger zu den Frantzosen und Obr. Abel Moda / uñ liessen umb Accord bitten / welches ihnen uff gewisse Conditiones ward versprochen / als aber solches denen in der Stadt nit annemlich gewesen / zogen sie wieder in die Quartier / darauff ihnen angezeigt worden / sich in zweyen Stunden zuerklären / ob sie außziehen wolten oder nicht / als haben sie abermal in der Stadt geplündert / und deß Nachts umb 10. Uhr über die Brücken an den Necker hinauff ihren Weg genommen.

Darbey auch das fürgefallen / daß als bemeldten Freytags / war der 12. Decembr. die Frantzösische Armeé mit dem Obr. Abel Moda so unversehens vor Heydelberg angelangt / und Obr. Moda benebenst vielen Frantzösischen hohen Officirern im Vorzug über den Berg bey Rohrbach[3] biß an die Käyserische und Bayerischen Battereyen kommen / auch viel niedergemacht / und die Stück erobert / daß solches die Belagerer mächtig befrembdet / auch was die Ursach sey / solches der Frantzosen Anzugs / da man sich solches der Frantzosen Anfall als Freunds nicht versehen hätte: Als ist ihnen geantwortet worden: daß Ihr Königl. Mayest. in Franckreich diesen Ort in Ihre Königliche Protection genommen / solten derowegen die Belägerung alsbalden quittiren / oder sich des äussersten versehen / solten auch wissē / dz wo sie nicht Käys. sondern Lothringisch / solten sie keinen Accord haben / dann ihr König den Lothringer [Karl IV. v. Lothringen; BW] als seinen Feind und alle die ihme Assistentz leysteten / biß auff das äusserste verfolgen wolte. Es war aber der Käys. Succurß allbereit biß an die Bergstrassen[4] ankom̃en / deren sie gern erwartet / und derowegen den Abzug verzögerten / dieweil aber die grosse Stück alle geführt / alle Regimenter an bequeme Ort zum Sturm fertig gehalten / auch die Stück auff dem Schloß alle auf die Stadt gerichtet / als haben sie / wie gemelt / den Abzug genommen / und haben deß vertrösteten Succurs nicht erwarten können. Giengen in ziemlicher Confusion fort / und war der Obr. Mercy gar tödtlich verwundet / und auff einem Wagen auß Heydelberg geführet / also daß man auch an seinem Leben zweiffelte“.[5]

Im Mai/Juni 1636 wird das Regiment in einem Schreiben aus Rostock[6] erwähnt: „Itzo ist alhie ein obrister leutenant von des Abel Moda regiment, begehret hart und mit bedreuung der cron Schweden halben von dieser stadt monatlich 15000 reichsthaler“.[7] Moda nahm an der Schlacht bei Wittstock[8] am 4.10.1636 teil.[9]

[1] Heidelberg; HHSD VI, S. 302ff.

[2] Schönau [Rhein-Neckar-Kr.]; HHSD VI, S. 708ff.

[3] Rohrbach; heute Stadtteil von Heidelberg.

[4] Bergstraße; HHSD IV, S. 43f.

[5] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 3, S. 39f.

[6] Rostock; HHSD XII, S. 95ff.

[7] Christian Schmilow an Joachim Jungius, Rostock 27.5./6.6.1636, aus: Rothkegel, Der Briefwechsel des Joachim Jungius, S. 275-276 (Nr. 182). Freundliche Mitteilung von Herrn Thomas Kossert, Göttingen.

[8] Wittstock [Kr. Ostprignitz/Wittstock]; HHSD X, S. 394ff.

[9] ENGLUND, Verwüstung, S. 157ff.

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