Michalowitz, Friedrich

Michalowitz, Friedrich; Hauptmann [ – 11.6.1636 bei Haselünne gefallen] Michalowitz [Micholdewitz] hatte in Ungarn und Siebenbürgen gegen die Türken gekämpft und stand bereits ab 1619 als Hauptmann in den Diensten Münsters.[1]

„In der Stadt wirbt der Kapitän Michalowitz auf Patent des Obristen Alexander von Velen Soldaten für die Verteidigung des Stifts Münster. Der Rat untersagt ihm am 18. Mai aber, durch Trommelschlag auf die Werbung aufmerksam zu machen, denn ‚Trummelschlag sei nur Kayserlicher Mayestät wider den Erbfeindt‘ verstattet“.[2]

„Am 17. März [1622; BW] ersticht bei einem Wirtshausstreit der Soldat Johann von Grolle seinen Kameraden Barthold Westerhoff. Die vier Fähnriche Hermann Nagel, Bernhard und Adolf von Drolshagen sowie Johann Voß bitten für ihn um Gnade; sie behaupten, wenn bei der ersten Straftat nach Errichtung eines Regiments alle Fähnriche für den Täter um Gnade bitten, werde dies nach Kriegsrecht auch gewährt. Der Rat befragt die Hauptleute, die diesen Brauch bestätigen. Der Kapitän Michalowitz hat solches während seiner Dienstzeit in Ungarn, Siebenbürgen und in Rheinberg[3] selbst erlebt“.[4]

„Am 4. November [1626; BW] klagt Friedrich Michalowitz, jetzt von der Landschaft bestellter ‚Capitein zu Friesoyte'[5] über einen Mordanschlag des Henrich Malteser; darüber werden zehn Personen, meist Soldaten, verhört. Der Abschluß des Verfahrens ist im Protokoll nicht dokumentiert“.[6]

Am 11.6.1636 starb Michalowitz in einem Gefecht bei Haselünne,[7] in dem auch Dodo von Knyphausen den Tod gefunden hatte. Die Chronik des Adolff Wilhelm Moerbecke zu Stevening [1611 – 1675] unterrichtet ausführlich über die Umstände: „Dee Swedesche hirentussen met merder ruterye verstercket synde, stellen haren marche derwartz. Die Munsterschen dit | vernemende, trecken den Swedeschen niet vere van Haselunne na der syde van Meppen[8] under ogen, nemende tot haren vordeel (dan see starcker van voetvolck dan dee Swedeschen waren) dee Santbergen in, alwar het scharmutzelen van beyden syden ende het scheten van dee Munsterschen met 3 ende van dee Swedeschen met 2 veltstucken lange gecontinuert worde, bess dat dee Swedeschen met liste wykende (wel seende, dat see an hare partye in syn vordeel genen kans hadden) die Munsterschen in’t velt lockeden. Die Munsterschen haer vordeel gequitert hebbende, maken die Swedeschen halte, ende syn doen beyde partyen erst recht an den anderen gekommen. Het Swedesche voetvolck, ungeferelick 700 starck, | waren in diverse truppen, under haer ruterye, die voel starcker als die Munstersche wass verdeilt, hadden ock einige companien dragonyers by haer.

Het Munstersche voetvolck wass altegaer in ein geswader tussen die ruter gestelt, hebbende up die rechte hant ein flogel van 7 companien perden, diewelke erstlick haren viant van ter syden met ein goede resolutie angreep. Ende worde an wedersyden wel gefochten, doch mosten die Munsterschen entlick wycken, hetwelcke seende de flincken flogel, bestande van 6 perden companien perden, makede mine, umme te charcheren, mar weinigh voert gerucket synde, verlaten het velt ende het voetvolck, den Swedeschen ten besten.

Het voetvolck van die rutereye verlaten | synde, worden van die Swedesche ruteren met gewalt angetast, tot dat see van haer geheel getrennet waren, dewelcke haer doen verlaten latende, haer voetvolck darmede geworden, ende verfolgen die fluchtende ruteren, dewelcke doch sonder groten schaden te lyden up Haselunne haer salverden, het voetvolck averst worde geheel te niete gedaen.

Angande dee doden befont men te wesen ungeferlick 5 a 600 man an der Munsterschen syden, warunder waren den oversten Collart ende hoptman Micholdewitz neben sommige andere geringere officiren“.[9]

[1] Münster; HHSD III, S. 537ff.

[2] LAHRKAMP, Münsters Rolle, S. 27.

[3] Rheinberg [LK Moers]; HHSD III, S. 636f.

[4] LAHRKAMP, Münsters Rolle, S. 28f.

[5] Friesoythe [Kr. Cloppenburg]; HHSD II, S. 155f.

[6] LAHRKAMP, Münsters Rolle, S. 47.

[7] Haselünne [Kr. Meppen]; HHSD II, S. 210.

[8] Meppen; HHSD II, S. 327f.

[9] STROTHMANN, Westfalen, S. 94f.

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