La Barthe, Pierre Beaulieu Sieur de

La Barthe, Pierre Beaulieu Sieur de; Hauptmann [ – ] La Barthe stand 1627/1628 als Hauptmann der Infanterie unter dem Befehl Pappenheims.

„Bei den Werbungen am Oberrhein waren zwischen dem Regimentsinhaber und einem seiner Hauptleute, Pierre Beaulieu Sieur de La Barthe, Spannungen entstanden, da letzterer offenbar nicht die gewünschte Qualität Soldaten geliefert hatte; aber der Streit loderte erst richtig auf, als Pappenheim «une de ses putains»[1] an einen seiner Leutnants weiterreichte und diesen in La Barthes Kompanie plazierte, der Hauptmann aber die unstandesgemäße Heirat dem Offizier verbieten wollte. Die folgende wüste Geschichte kann nicht in allen Einzelheiten geschildert werden, doch sie reichte von Maulschellen, die Major Schrenck Hauptmann La Barthe vor versammelter Kompanie versetzte, über Duelle und Schikanen Pappenheims gegen den Franzosen bis zu dessen Gefangensetzung und erzwungenem Verzicht auf das Fähnlein im Frühjahr 1628. Klagen an Maximilian folgten, Tilly versuchte zu vermitteln, aber Pappenheim musste sich schliesslich zu seiner masslosen Indignation vor dem Generalauditor verantworten. Die letzten erhaltenen Akten zu diesem Skandal weisen auf einen Kompromissvorschlag für die Streithähne hin – La Barthe sollte für die Verleumdungskampagne wider seinen Chef Abbitte leisten, während der Nachfolger bei der Kompanie ersterem die Investitionen hätte ersetzen müssen – doch das Ende ist unbekannt. Pappenheim «sündigte» also nicht wie viele seiner Standes- und Berufsgenossen mit Sauforgien oder mit die Ständeordnung bedrohendem Aufwand, sondern mit Weibergeschichten“.[2] Mitte Dezember wurde La Barthe nach Gardelegen[3] verlegt, Schrencks Kompanie dagegen nach Stendal.[4]

[1] eine seiner Huren

[2] STADLER, Pappenheim, S. 273.

[3] Gardelegen; HHSD XI, 130ff.

[4] STADLER, Pappenheim, S. 275; Stendal; HHSD XI, S. 447ff.

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