Koppey [Koppen, Koppy, Coppy, Copy, Copi, Copie, Copey], Johann [Johan, Hans Franciscus] von

Koppey [Koppen, Koppy, Coppy, Copy, Copi, Copie, Copey], Johann [Johan, Hans Franciscus] von; Obrist [1603-1676] Koppey, ein gebürtiger Obersachse, Herr auf Groß-KleinSaarg (Sahra), Dittersdorf und Schinditz, stand als Obristleutnant und Obrist in schwedischen Diensten. Er entstammte einem alten in der Niederlausitz, im reussischen Vogtland und später in Schlesien begüterten Adelsgeschlecht, das angeblich aus Ungarn stammen soll.[1]

Das „Theatrum Europaeum“[2] berichtet zum Jahre 1641: „Es befande sich Herr Dechant von Chamb[3] [v. Hegnenberg-Dux; BW] mit etwas Volck auff dem vesten Schloß Rittsteig[4] / anderthalb anderthalb Meilen oberhalb Furth[5] / den General Wrangel zu einem Akkord ängstigte / aber in währender Abrede kam der Obr. Lieut. Koppey / und überstiege das Schloß / darum er um Gnade bitten / und sich rantzioniren müssen“.[6]

Teile des Regiments lagen unter Führung seines Obristleutnants Sebastian Kallow [Calew] 1645 in der Wolfsschanze[7] vor Wien, die am 30.5.1645 durch einen Angriff des kaiserlichen Obristen und Generalquartiermeisters Reich und seiner Truppen erobert werden konnte.[8]

1646 war er Kommandant im von den Kaiserlichen belagerten Korneuburg.[9] „Aber Anno 46. den 26. Julii / Alten Cal. ist dieser Ort wieder mit Accord an die Käiserische übergangen / nach dem sich der Schwedisch Obrist Copi 10. Wochen lang gehalten / und ihr / der Käiserischen / über zwölffhundert todt / und gequetscht worden seyn sollen“.[10] Hofkriegsratsvizepräsident Hans Christoph von Puchheim meldete im August 1646 Koppeys Abmarsch aus Korneuburg.[11]

Koppey amtierte 1647/48 als Obrist und Nachfolger von Essens als Kommandant von Eger.[12]

Der Chronist und Bürgermeister Georg Leopold [1603 – 1676][13] aus dem von Eger[14] abhängigen Marktredwitz[15] erinnert sich an den August 1647: „Als nun [zu] dieser Zeit die Schweden [die] Meister in der Stadt [waren], haben sie nit allein die Bürgerschaft desarmiert, sondern auch auf dem Rathaus, Zeughaus und in den Klöstern alle verborgenen Gewehre hervorsuchen und wegnehmen lassen. Ingleichen ist auch bei hoher Straf[e] ernstlich geboten worden, alle hineingeflehten Güter hervorzugeben. Die zerschossene Mauer(n) ist repariert, und in geschwinder Eile sind mehrere Schanzen gelegt und die hohen Türme zum Teil abgetragen worden. Sie haben die Stadt viel fester gemacht und sich (al)so eingerichtet, daß es den Anschein hatte, sie hätten Lust, [hier] lang zu (ver)bleiben.

In der Pfarrkirche(n) S[anct] Nicolao haben sie auch den evangelischen Gottesdienst eingeführt und täglich verrichtet, doch haben auch die Jesuiten in derselben Kirch[e] (ihren) Gottesdienst gehalten, aber jedesmal um 8 Uhr (zu) früh die Kirche(n) räumen müssen, da zu dieser Zeit alltäglich der evangelische Gottesdienst angefangen wurde. In kurzer Zeit ist es dann so weit [ge]kommen, daß die meisten Bürger wieder(umb) evangelisch [ge]worden sind.

[Zu] dieser Zeit sind beide Armeen, die kaiserliche und die schwedische, sehr nahe bei Plan[16] beisammengelegen. Die Kaiserlichen [sind] dann auch den Schweden in ihr Lager zwischen Plan und dem demolierten Schloß Giebl[17] gefallen und haben ihnen großen Schaden zugefügt, wobei viele Rittmeister und Oberste, in Sonderheit aber der berühmte schwedische General Wrangel, sonst(en) der tolle Wrangel genannt, mit auf dem Platz blieben. [Freilich] haben sie die Kaiserlichen zuletzt doch wieder zurückgetrieben.

Nachdem nun H[err] Oberst Koppy vom schwedischen Feldmarschall, H[errn] General Carl Gustav Wrangel, zum Kommandanten nach Eger gesetzt worden [war], hat er uns (zur) Kontribution und Schanzarbeit[18] in Eger verschrieben. Daher sind am 29. August(i) H[err] Bürgermeister Adam Scharf und ich hineinverordnet worden, um mit ihm deswegen zu traktieren. [Dabei] ist die Kontribution auf monatlich 30 Taler verglichen worden, und während er täglich 12 Schanzarbeiter haben wollte, hat er im Vergleich doch nur 5 bekommen, die wir in Eger bestellt und wöchentlich mit 5 Talern bezahlt haben. Es sind uns also die Kontribution und das Schanzen monatlich auf 50 Taler [ge]kommen. Die Kontribution haben wir dem Kommandanten mit Salz bezahlen und [es auch] hineinschaffen müssen.

Nach diesem Vergleich hat uns der Kommandant bald zugeschrieben, daß wir über die (verglichene) Kontribution [hinaus] auch [noch] monatlich 4 Kar[19] Hafer(n), 4 Schock Stroh(e), 2 Fuder Heu und 50 eiserne Schaufel[n] verschaffen und hineinliefern sollten. Desgleichen hat uns auch ein edler Magistrat geschrieben, daß in der Stadt die Not so groß sei, daß sie uns mit einem monatlichen Beischuß von 100 Gulden an Geld, 10 Zentnern Fleisch und 8 Eimern[20] Weißbier belegen müßten.

Um dieses schwere Begehren abzulehnen, haben wir am 18. September die Herrn vom Rat, Herrn Richter und Herrn Mathes Pöpel, hineinverordnet. Da aber ein edler [und] fester Rat davon nit [ab]weichen wollte, hat man unsere Abgeordnete solang[e] mit Arrest beschlagen, bis sie Richtigkeit machten, [den Forderungen] auf 2 Monate zu verfallen“.[21] […] „Den 21. September hat man abermals H[errn] Bürgermeister Christ. Hagen, H[errn] Christof Steinhäuser, Hans Rössler aus der Gemeinde und [den] Melchior Meier aus der Bürgerschaft nach Eger abgefertigt, um auf ein Leidlicheres zu traktieren. Dabei ist verglichen worden, daß man dem Rat für die 2 verflossenen Monate alles [in allem] 200 Gulden und hinfort 75 Gulden und 2 Maß Bier geben sollte sollte; gesondert von dem, was dem Kommandanten zustand“.[22]

„Den 24. [3.10.; BW] dito schrieb ein edler, hochweiser Rat der Stadt Eger anhero, daß sie uns [im Auftrag] der gemeinen Stadt und des Kommandanten etwas vorzuhalten hätten, weshalb wir morgen – also am Montag – durch unsere Abgeordneten erscheinen sollten. Wir haben wiederum(b) hineingeschrieben, daß wir wegen der Nichterscheinung um Verzeihung bitten [müßten], da uns der Oberst Beltin bei Nasen- und Ohrenabschneiden[23] verboten [hätte] nach Eger zu reisen“.[24]

„Wir reisten noch an diesem Abend [28.11.; BW] nach Eger. Weil wir aber zu spät hinkamen, sind wir zu(m) Gehag[25] verblieben und erst am Morgen, bei Öffnung der Tor[e], von der Wache zu H[errn] Oberst Koppy, dem schwedischen Kommandanten (daselbst), gebracht worden. Ihm haben wir die Ursache[n] unserer Ankunft entdeckt, [sagten], daß wir von e[inem] e[hrbaren] Rat hinein beschieden worden [seien und] baten, er wolle uns (v)erlauben, daß wir uns dort anmelden und unsere Sach[e] verrichten dürften. Weil wir bei einem solchen Zustand mit der schuldigen Kontribution nit hereinkommen könnten, baten wir um Geduld. Er nahm zwar unsere Entschuldigung an, bat aber, wenn es möglich wäre, ihm einen Trunk Weißbier zu überschicken. Wir sagten, daß wir es gern tun wollten, entschuldigten uns aber, daß es nit möglich wäre, da die Stadt, wie er selbst(en) sehe, von kaiserlichen und bayerischen Völkern um(b)geben sei und es uns mit Bestrafung [durch] Feuer und Schwert verboten sei. Wir baten nochmals um(b) (Ver)schonung. Er war auch zufrieden und [beteuerte], daß er uns seinetwegen keine Ungelegenheit machen würde.

Als wir aber von ihm [weg] zu den Alten Herren kamen, ließen uns dieselben vortragen, daß sie von dem Kommandanten so viel [aufgetragen] erhalten, daß wir ihm nichts weiter(es), sondern [nur] dem Rat kontribuieren sollten. In [An]betracht(ung) der elenden und schweren Bedrängnis der armen Bürgerschaft und der ganzen Stadt wäre von dem ganzen hochweisen Magistrat der (Be)schluß gefaßt worden, uns anzudeuten, zur Hilf[e] der Stadt monatlich 180 Reichstaler beizutragen. Obwohl wir auf dieses starke Begehren hin unsere Unmöglichkeit vorgeschützt haben, so haben wir dennoch, weil wir ja [von] je[her] und zu allen Zeiten das Unsrige willig dieser gemeinen Stadt zugeschossen zu haben, nach langer [Ver]handlung monatlich 150 Gulden versprochen. Im übrigen wollte uns der edle Magistrat vom Kommandanten auch von aller Schanzarbeit befreien“.[26]

„An diesem Tag [11.12.; BW] sind auch H[err] Georg Adam Söldner und H[err] Hans Albrecht Rampf von Eger hie[r]hero [ge]kommen, die auch bei H[errn] Oberst Beltin zu Waldsassen[27] und bei Oberst Lacron [Jan van der Croon; BW] zu Wunsiedel[28] gewesen sind. Sie haben im Namen eines edlen, festen, hochweisen Magistrats der Stadt Eger bei uns angebracht, in welch elendem und verderblichen Zustand sich die Stadt Eger anjetzo befände, indem sie im vergangenen Monat November dem schwedischen Kommandanten [Koppey, BW] 3000 Reichstaler geben (und bezahlen) mußten, wodurch die arme Stadt und die ganze Bürgerschaft so erschöpft sei, daß gar kein Geld mehr vorhanden sei. Weil sie nun auch noch auf das instehende Monat Dezember abermals 2000 Taler geben sollten und müßten, bei ihnen aber keine Mittel mehr vorhanden seien, müßten sie besorgen, daß die ganze Bürgerschaft mit Weib und Kind und leeren Händen davongehen müßte, wenn man nit Mittel finden und ergreifen könnte. Sie baten deshalb im Namen eines edlen, festen, hochweisen Rates und der ganzen Bürgerschaft der Stadt Eger, wir sollten uns hier und wieder bei ehrlichen Leuten bemühen, damit ihnen in solcher Not 1000 Taler vorgeliehen würden, für die sie solche annehmliche Versicherungen aufrichten würden, daß damit jedermann wohl zufrieden sein könne.

Wir haben uns gegen sie so erklärt: Obzwar wir vermöge unserer Pflichten ohne dies verbunden wären und der lieben Stadt Eger als unserem Haupt in dieser, ihrer höchsten Not mit Rat, Tat und untertänigsten Diensten beizuspringen [bereit wären], so wüßten wir eben hierzu weder die Mittel noch einen Weg oder gar einen Vorschlag. Wir hätten selbst unter Juden und Christen so viele Schulden gemacht, daß wir weder die Hauptsumme, noch den Zins bezahlen könnten, wodurch wir all unser [Ver]trauen und [unseren] Glauben verloren hätten. Wir wollten (es) jedoch nicht unterlassen, uns in der Nachbarschaft zu erkundigen und zu werben“.[29]

Weil die Stadt Eger während der Blockade durch die bayerischen Völker aus Waldsassen am härtesten bedrängt worden war, ist [Waldsassen] diesmal von den Schwedischen ganz preisgegeben worden. So ist denn auch zugelassen worden, daß jedermann nach seinem Belieben rauben und nehmen konnte. Es sind [deshalb] nit allein alle schwedischen Soldaten aus Eger mit ihren Weibern, sondern auch die armen, notleidenden Bürger und Bauersleute mit nach Waldsassen gelaufen, [von denen] jeder nach seinem Gefallen genommen hat, [nachdem gerade] zu dieser Zeit eine überaus große Summe an Getreide auf dem [dortigen] Kasten zu finden war.

Obwohl nit allein die bayerische Reiterei [sondern auch] das Regiment zu Fuß mit Oberst Beltin beizeiten durch- und davongegangen war, [so] ist [den]noch das Schloß mit 30 Mann zu Fuß besetzt (hinterlassen) worden, das sich [auch] gewehrt [hat], von den Schwedischen beschossen und erobert worden ist. [Nachdem] die Soldaten gefangengenommen und aller Vorrat herausgenommen worden war, ist es (nit teuer) angesteckt worden. Neben der schönen Kanzlei sind auch die neuen Gebäu[de] abgebrannt und demoliert worden. Über die Ruinierung dieses Schlosses [hinaus] sind auch alle Tore von Waldsassen abgeworfen und die Palisaden abgehauen worden, wozu neben den schwedischen Soldaten auch noch 100 Bauern aus Eger mit hinauß gemußt haben. Die übrigen Häuser von Waldsassen, die [auch bereits] mit Feuer angesteckt worden waren, sind aber endlich [doch] noch erbeten worden.

Bei Annahung dieser schwedischen Völker haben wir vom schwedischen Kommandanten aus Eger einen Fourier(er) und vom Oberstleutnant Wrangel, der in Waldsassen losierte, 2 Dragoner zu unserer (Ver)sicherung angenommen.

Als es nun so in unserem Lande zuging, haben wir vom schwedischen Kassier(er) aus Eger Schreiben bekommen, mit der Bedrohung, daß er die jetzt vor Augen stehende, sehr scharfe militärische Exekution [auch bei uns] vor (die Hand) nehmen und zu unserem äußersten Schaden sehen lassen wolle, [falls] wir nit – angesichts der verflossenen Kontribution – alsobald(en) 700 Reichstaler in die schwedische Kriegskasse und 100 Strich[30] Korn und 100 Strich Gerste(n) in das Magazin nach Eger liefern würden. Um wegen dieses schweren Begehrens zu [ver]handeln, sind daher ich und H[err] Sebastian Schmidt, [der] Richter, nach Eger geschickt worden.

Als wir nun den 29. Marti[i] von H[errn] Kassier(er) nichts erhalten konnten, da er die 700 Taler von uns bezahlt haben wollte, sind wir am anderen Tag – also am Heiligen Grünen Donnerstag – gegen Waldsassen, wo sich [der] H[err] General Königsmarck und [der] Oberst Koppy, der Kommandant von Eger, befanden, um bei ihnen unsere Unmöglichkeit einzuwenden. [Herr] Königsmarck und [Herr] Koppy begegneten uns aber auf dem Wege, als sie nach Eger ritten. Wir brachten unsere Notdurft bei ihnen an, merkten aber [nur zu bald], daß wir ohne Geld wenig [aus]richten würden. Wir schrieben und schickten deshalb nach Haus, daß uns ein ehrbar[er] Rat morgenden Tags 100 Taler (ein)schicken solle“.[31]

Auch am Angriff auf Schloss Königsberg[32] unter dem Kommando Hammersteins war Koppey beteiligt: „Am anderen Tag [30.3.; BW] – am Hl. Karfreitag also – ist der Generalmajor Hammerstein ebenfalls mit schwedischen Völkern – an die 1600 Mann stark – , die er aus Eger mitgenommen hat, mit vielen Trompeten, Heerpauken und ziemlichem Pomp an dem Tor von Eger vorbei und vor das Schloß Königsberg – 1 Meil[e] unter[halb] Eger – gerückt, um es zu zerstören. Zu ihm ist [dann] auch [noch] der schwedische Kommandant in Eger mit einem Teil der Fußtruppen gestoßen“.[33] […] „Unterdessen hat der schwed. Generalmajor Hammerstein am Sonnabend das Schloß Königsberg erobert, die darin gelegene kaiserl. Besatzung aus El(n)bogen[34] – an die 40 Mann [stark] – gefangen genommen [und] das Schloß mit Feuer verdorben. [Danach] ist er wieder nach Eger zurück[ge]gangen und ist willens gewesen, auch vor das Schloß Kinsberg,[35] das unter[halb] von Waldsassen liegt, zu rücken und zu zerstören. Er hat aber von General Königmarck Order erlangt, daß er eilends von Eger aufbrechen und gegen Kemnath[36] marschieren soll“.[37]

„Nachdem zu dieser Zeit die kaiserliche Armada oben am Lech [Schlacht bei Zusmarshausen am 17.5.;[38] BW] von den Schwedischen etwas geschlagen worden war, ist der kaiserliche Oberst Lacron [van der Croon; BW] beordert worden, zur kaiserlichen Armee hinaufzugehen.

Weil nun die Stadt Eger wieder etwas Luft hatte und ohne Paß zu erlangen war, haben wir dem schwedischen Kommandanten in Eger, H[errn] Oberst Koppy neben einem guten Kalb 1 Faß Weißbier von 3 1/2 Eimern übersandt und dem Kassier(er) 2 Eimer, H[errn] Rittmeister Legat(en) wegen einer alten Prätension, die er bei uns gesucht, 4 Eimer, den 4 Alten Herren 1 1/2 Eimer, H[errn] Doktor Wagner 1 1/2 Eimer und H[errn] Caspar Fröhlich, welcher bisher unsere Schanzarbeiten bestellte und besoldete, 1 Fäßlein von 40 Maß verehrt und um(b)sonst gesandt“.[39] […] „Weil nun das Schloß in Kinsberg[40] durch diese Gelegenheit von den Schwedischen aus Eger ziemlich blockiert worden war, sind die kaiserlichen Dragoner, die als Besatzung drin lagen und die wir bis dahin mit großen Unkosten unterhalten mußten, bei der Nacht heraus- und durchgegangen und haben das Schloß ledig und offen stehen lassen. Dagegen hat es der Kommandant in Eger den 25. Mai durch seine Soldaten ausplündern, darnach anzünden und fein sauber und rein ausbrennen lassen“.[41] […]

Das „Theatrum Europaeum“ berichtet: „Wie nun dieser Platz in etwas in defension gebracht / beschrieb Herr von Königsmarck Völcker von Leipzig[42] / Erffurt[43] und Halberstatt[44] / welche zu Roß und Fuß etwa 1200. Mann starck waren / und beorderte den Obristen Coppey  / Commendanten in Eger / mit denenselben vor die Königswarter[45] Schantz zu gehen / und solche hinweg zu nehmen / die er auch in 3. Stunden / nach schlechtem Widerstand / auff Gnad und Ungnade erobert / und wieder besetzet“.[46]

„Den 24.[6.1648, BW] dito – am Tag Johannis also – sind an die 20 schwedische Reiter von Erfurt herab[ge]kommen und haben den beiden Dörfern Wolfersreuth[47] und Pfaffenreuth[48] die Viehherden von der Weide weggenommen. Sie dann über das Lehen getrieben, beim Ochsenweiher durch das Wasser, auf Lorentzreuth[49] (= Rodenzenreuth) und gegen Hof.[50] Obwohl etliche von uns zu ihnen hinausgegangen sind, um sie wegen der Zurücklassung des Viehs der Pfaffenreuther anzuhalten, die ja neben uns in schwedischer Kontribution standen, haben sie dennoch nichts erreichen können. Wir haben es auch dem Kommandanten zu Eger und dem Kommandanten auf dem Schloß zu Hof berichtet und sie um(b) Hilf[e] angerufen; es war aber alles vergeblich“.[51]

[…] „Unterdessen sind auch viele schwedische Parteien von Erfurt hervor[ge]kommen und haben um Oberlorntzreuth (= Rodenzenreuth), Lochau,[52] Dreifüßer(r)n[53] und vielen anderen Orten das Vieh (hin)weggenommen.

Den 27. Juni [haben wir] Herrn Oberst Koppy 1 Faß Weißbier, 1 Kalb und 1 Hasen nach Eger gesandt. Solange der Gener[alleutnant] Königmarck vor Waldeck[54] lag, sind viele Parteien – freilich mehr kaiserliche als schwedische – herum[ge]gangen. Wir fürchteten uns aber mehr vor den Schweden, da sie uns näher auf dem Hals lagen. Wir haben die Gefahr, die uns von den Kaiserlichen drohte, dem Oberst Koppy, dem Kommandanten in Eger, entdeckt und dem General Königsmarck mitgeteilt, von ihm geschützt und mit seiner Salva Guardi[a] versehen und begnadet zu werden. Da wir aber das Schreiben noch ein paar Tage in Händen behalten wollten, um (vorhero) zu sehen, wo[rauf] alles hinauslaufen würde, hätten wir es bald verschlafen, nachdem uns der Generalproviantmeister, Herr Christ. Ockel(n) ein Schreiben zuschickte, nachdem wir in das königsmärckische Hauptquartier vor Waldeck sowohl zehntausend Pfund Brot und zwanzig Faß Bier, als auch für Seine Exzellenz – Kuchen, allerhand gute Viktualien, Gewürz[e] und sonst[ige] dienliche Sachen verschaffen sollten. Wir haben dies alsobald(en) nach Eger berichtet, worauf ein edler, fester, hochweiser Rat selbst noch eine Intervention an Herrn Generalproviantmeister [her]ausgebracht [hat], worin er gebeten wurde, uns zu verschonen, da wir die absolut gleiche Last zur Stadt Eger tragen müßten. Mit diesen 2 Schreiben ist Herr Bürgermeister Adam Scharf in das Hauptquartier vor Waldeck abgefertigt worden. Weil nun in beiden Schreiben (so) viel geheuchelt [worden war], das Schloß Waldeck sich an diesem Tag ergeben hatte und der Aufbruch vorhanden war, haben wir diesmal nicht mehr als 1 Faß Weißbier, 12 Laib[e] Brot, 3 Näpfe Salz und etwas von Gewürz und Käs bis zum 7. dito nach Falkenberg[55] liefern sollen. Der Herr Oberst Koppy von Eger hat uns auch dato etliche Berghauer (zu)geschickt, die wir mit Essen und Trinken versehen und dann sicher ins Hauptquartier vor Waldeck bringen lassen sollten. Sie kamen aber zu spät. Man brauchte ihres Grabens und Minierens nicht mehr, [da] das Schloß schon gewonnen war.

Als sich am 8. Juli die königsmarckischen Völker um Falkenberg versammelt hatten, ist daselbst auch der völlige Aufbruch geschehen und der Marsch nach El(n)bogen[56] gegangen. Obwohl man (ver)meinte, daß es belagert werden sollte, so hatte der General Königsmarck einen anderen Anschlag im Sinn, den er sowohl mit Oberst Koppy, als auch mit Oberstleutnant Ottowalsky [Odowalsky, BW] – der vorher dem Kaiser gedient und all seine Güter in der Stadt Eger und auf dem Land hatte – ins Werk zu richten beschlossen hatte“.[57] […]

„Den 9. dito [Juli] ist ein Konstabel[58] von Herrn Kommandanten aus Eger mit offener Order hiehero [ge]kommen, daß ihm das Gericht Wiesau[59] alsobald(en) vier bespannte Wagen – an jedem 4 Ochsen – verschaffen solle, um damit nach Waldeck zu fahren, wo große Kugeln und Granaten eingeladen werden sollten. Die sollten nach Mitterteich[60] gebracht und von den Mitterteichern angenommen und nach Eger geführt werden. Weil er aber zu Mitterteich keine Einspann angetroffen [hat], sondern von dem dortigen Wirt durch einen Boten hierher gewiesen worden war, [mit dem Hinweis], daß er hier die Bauern samt der Einspann finden [würde], haben wir bei seiner Ankunft den gemeinen Leuten des Gerichtes Wiesau [alles] angedeutet, 4 Wagen zusammengerichtet und sie noch am selben Tag nach Waldeck abgeschickt. Am andern Tag sind sie von den Mitterteichern abgelöst worden“.[61]

An dem Überfall Königsmarcks auf die Prager Kleinseite und die Streifzüge im Umland war Koppey ebenfalls beteiligt.[62] In einer zeitgenössischen Relation heißt es: „Hierzwischen hat Württenberg [Wittenberg] daß Schloß Konopischt[63] vnd die Stadt Tabor[64] / die Königsmarckische aber vnter den Obristen Koppi daß Schloß Tetzschen[65] an der Elbe / ohne sonderlichen Wiederstand einbekommen“.[66]

In der Saalfelder[67] Chronistik heißt es: „Den 4. Aug. [14.8.1647; BW] seyn die Obristen Arndsohn und Copie [Koppey, BW] sambt einem Major, Auditor,[68] 5 Caretten[69] mit Frauenzimmer, einem Packwagen und 20 Pferden in der Stadt logiret und ausgelöset worden. Die 120 Reuter, so dabey waren, lagen zu Remschitz[70] und gingen ferner nach Schlaiz“.[71] „21. Sept. [1.10.1647; BW] ist des Obristen Copie und Commendanten zu Eger halbes Regiment zu Fueß vorbeymarchieret, welchem man Bier und Brot hinausgegeben“.[72]

Leopold berichtet weiter: „Den 25. November schrieb ein edler Rat von Eger heraus, daß der schwedische Generalfeldmarschall von Prag zurückkäme und täglich erwartet würde. Wir sollten daher alsobald(en) 2 aus unserer Mitte hinein(ver)schaffen und ferner Order erwarten. Darauf[hin] bin ich neben H[errn] Niklas Lippert hineingeschickt worden. Bei unserer Ankunft haben wir dann (soviel) erfahren, daß nit allein der schwed. Feldmarschall am Montag ankommen, sondern auch das Kaiserl. Copaun(i)sche [Kapaun; BW] Regiment anlangen und im Egerkreis das Winterquartier nehmen sollte, [so daß] die Ritterschaft die Quartier[e] bereit[s] ausgeteilt und dem Oberst samt Stab und Leibkompagnie Redwitz zu seinem Quartier assigniert hatte. Gegen diese Assignation haben wir stark protestiert und es auch dem schwedischen Kommandanten in Eger, H[errn] Oberst Johann Koppy angedeutet. Dieser hat sich gegen uns resolviert, indem er sagte, daß er die Kaiserlichen, solange er in Eger bleiben würde, nimmermehr einlassen würde. Unterdessen ist das Kopaun(i)sche [Kapoun; BW] Regiment wieder zurück und dafür das Palvicinische [Pallavicini-Sforza, BW] Regiment im Egerkreis zu losieren beordert worden. H[err] Oberst Koppy hat sich daher erklärt, etwas von seinem Volk herauszuschicken und uns von den kaiserlichen Völkern zu defendieren. Weil aber der Feldmarschall im Anzug [begriffen war] und zu seinem Eintritt allerhand Praeparatoria gemacht wurden, ist es [unter]blieben“.[73] […]

„Den 14. [12.; BW] sind abermals 2 Schreiben von Eger [ge]kommen, in denen ein edler Magistrat berichtete, daß die Edelleut[e] im Kreis Eger [immer] noch stark darauf dringen [würden], daß der Regimentsstab zu uns herausgelegt werden solle; doch wäre sowohl ein edler Rat, als auch der Kommandant noch nit gesonnen, es geschehen zu lassen. Wir sollten uns aber trotzdem in acht nehmen, die Tor[e] zuhalten und ohne ihre Order niemand einlassen. Den 16. Dezember sind die schwedischen Völker im Markgrafentum ab- und gegen Bamberg gezogen. Den 20. sind abermals aus Eger Schreiben [her]ein[ge]kommen, daß wir alsobald(en) eine Abordnung aus unserer Mitte hineintun sollten, nachdem [et]was Sonderbares vorgefallen sei. Daraufhin wurde Herr Bürgermeister Adam Scharf hineingeschickt. Er hat dann soviel vernehmen müssen, daß ein edler Rat wegen der Stadt dann soviel vornehmen müsse, wozu man eine Reise an den kaiserlichen Hof nach Wien tun müsse, wozu man ein ziemliches Stück Geld benötige. Da es aber nit vorhanden sei, habe man dafür unum(b)gänglich eine Steuer anlegen müssen, zu der auch wir 40 Taler geben sollten. Herr Scharf hat aber nit mehr als 25 Taler bewilligt.

Eodem ist in der Nacht vom selben schwedischen Kommandanten, H[errn] Oberst Koppi, aus Eger mit 10 Musketierern ein Leutnant mit einer scharfen Order angekommen, um den Markt in acht zu nehmen, kein Volk einzulassen, ob es sich um kaiserliches, schwedisches oder bayerisches handle.

Den 22. Oktober bin ich abermals nach Eger gesandt worden, habe die versprochenen 25 Taler zur Hofreise [hin]eingeliefert und mich auch bei H[errn] Oberst erkundigt, die die herausgeschickten Soldaten verpflegt werden sollten. Darüberhinaus wurde mir aufgetragen, einem edlen, hochweisen Rat ein Schreiben zu überreichen, worin untertänigst begehrt wurde, uns wieder in unseren alten Kirchenstand zu [ver]setzen. Ich habe es aber nit ein[ge]geben, weil mir etliche Herren geraten haben, daß es für uns besser wäre, damit noch etwas zurückzuhalten. Mir wurde damals auch angedeutet, daß sich die gesamten Stände des Kreises mit den kaiserlich Palvicinischen Völkern verglichen hätten, täglich 175 Portionen zu reichen, von denen wir 25 Portionen auf uns nehmen sollten. Obwohl ich eine Erleichterung angestrebt hatte, so ist es doch dabei geblieben. Als ich nach Haus gekommen war und alles referiert hatte, kamen noch am selben Tag vom Rittmeister Fest vom Palvicinischen Regiment 5 kaiserliche Reiter mit der Order, hier zu losieren und mit der weiteren Bestimmung, daß alsobald ein Bürgermeister in sein Quartier nach Liebenstein[74] kommen solle, um mit ihm weiter zu traktieren.

Weil das aber dem Eger Vergleich zuwider war, sind sie von den hier liegenden Schweden nit eingelassen, sondern so lange in die Vorstadt losiert worden, bis H[err] Bürgermeister Christ. Hagen zurückkommen würde, der alsobald(en) nach Eger geschickt worden war, um solches zu (ver)melden. Eodem ist auch der Fourier(er), welcher vor 6 Wochen mit 5 Musketiere(r)n auf Salva Guardi[a] hierhergekommen war, abgedankt und bezahlt worden. Er hat diese Zeit über – neben den 3 Musketiere(r)n – samt der Zehrung, über 200 Gulden gekostet, wobei Bier, Wildbret, 3 Kälber und anderes, was man in dieser Zeit dem Oberst nach Eger geschickt hatt, nicht mitgerechnet ist.

H[err] Bürgermeister Christ. Hagen kam von Eger zurück und berichtete, daß es ein [für alle] mal bei dem getroffenen Vergleich mit der Stadt Eger, nämlich H[err] Friedrich von Fest 25 Portionen zu reichen (ver)bleiben und man sich mit Herrn Rittmeister nit weiter(s) einlassen soll; Wie denn auch der Oberst Koppy seinen hier liegenden schwedischen Leuten ernstlich geschrieben hat, keinen Kaiserlichen hier einzulassen. Obwohl wir dies alles dem Rittmeister nach Liebenstein [zu]geschrieben haben, so hat er sich dennoch nit abweisen lassen wollen, sondern hat nochmals bedroh(end)lich hierher geschrieben, daß 2 mit genugsamer Vollmacht [ausgestattete] Herren zu ihm nach Liebenstein kommen sollten, um mit ihm wegen der Quartiere zu traktieren; was wir aber wiederum(b) abgeschlagen haben. Darauf hat er sich dann am 28. Dezember mit [einem] Schreiben solchergestalt erklärt, daß er nit daran denke, das Quartier des H[errn] Oberst Koppy zu beunruhigen. Weil aber sein assigniertes Quartier im Egerkreis so wüst und öd sei, daß keine lebendige Seele anzutreffen wäre, wollte er uns gebeten haben, daß wir zur (Be)förderung kaiserl. Majestät Kriegsdienste zu seinen hergeschickten Reitern noch weitere 3 annehmen und verpflegen und ihm auch noch ein Fäßlein Wein und etwas in die Küche(n) (ein)schicken sollten. Wir haben ihm abermals geantwortet, daß wir in diesen langen Kriegsjahren als gehorsame Untertanen für die kaiserliche Majestät Hab und Gut zugesetzt haben und das auch ferner so tun würden, solange wir noch einen Bissen Brot übrig hätten. Weil ihm aber bewußt wäre, daß wir über die starken Verpflegungsmittel für die schwedische Garnison in Eger und die hier liegenden schwedischen Völker hinaus täglich auch noch Geld für 25 Portionen für den Unterhalt des Rittmeisters nach Eger zahlen müßten, bäten wir ihn, daß er uns mit seinem Begehren verschonen wolle.

Den 30. Dezember berichtete uns abermals ein edler Rat der Stadt Eger, daß 6 Kompagnien kaiserlicher Reiter vom Mondeslohischen [Mandesloh; BW] Regiment im Egerkreis an[ge]kommen seien, um dort zu losieren. Da es aber so aussehe, als wollten 3 davon zu uns herausrücken, sollten wir uns in acht nehmen. Ingleichen schrieb der Kommandant seinen schwedischen Leuten (all)hier, daß kaiserliche Völker hierher kommen und Quartiere haben wollten. Sie sollten ihnen die Quartiere rund abschlagen und sie in Güte abweisen. Falls sie aber Gewalt brauchen wollten, sollten sie mit Hilfe der Bürgerschaft der Gewalt mit Gewalt begegnen.

Den 31. Dezember, den letzten Tag dieses 1648sten Jahres also, da man sich lang genug hin- und hergewehrt, da und dort viel Geld gegeben und auch allerlei Soldaten über den Hals gehabt hat, ist es doch endlich dahin [ge]kommen, daß wir an diesem Tag mit 3 Kompagnien Fußvolk vom Mondeslohischen [Mandelsloh; BW] Regiment belegt worden sind, die vom schwedischen Kommandanten in Eger, Oberst Koppy, Order mitbrachten, daß man sie hier [her]einlasse“.[75]

Für die nächsten 10 Jahre fehlen bisher Erkenntnisse.

Ab 1658 bis mindestens 1663 fungierte er als Kommandant von Hamburg.[76]

[1] KNESCHKE, Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexikon Bd. 5, S. 232f.
[2] Vgl. BINGEL, Das Theatrum Europaeum.
[3] Cham [LK Cham]; HHSD VII, S. 124ff.
[4] Neukirchen b. Hl. Blut [LK Cham, OPf.]; HHSD VII, S. 505.
[5] Furth i. Wald [LK Cham]; HHSD VII, S. 221f.
[6] THEATRUM EUROPAEUM 4. Bd., S. 606. Dagegen heißt es bei HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 190: „Das von dem Chamer Dekan von Hegnenberg-Dux heldenmütig verteidigte Schloß Rittsteig und Falkenstein wurden vergeblich angegriffen“.
[7] Wolfsschanze: strategisch wichtiger Brückenkopf am linken Donauufer an der Straße nach Wien.
[8] FEIL, Schweden, S.422ff.
[9] Korneuburg; HHSÖ I, S. 359ff.
[10] MERIAN; ZEILLER, Topographia Provinciarum Austriacarum, S. 12.
[11] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 363.
[12] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.; Vgl. KELLER; CATALANO, Die Diarien; PRÖKL, Eger, S. 153, 154.
[13] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 151f.
[14] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.
[15] Marktredwitz; HHSD VII, S. 429f.
[16] Plan [Planá, Bez. Tachau]; HHSBöhm, S. 454.
[17] Gemeint ist wohl Triebl [Trebl], 20 km sö: Marienbad [Mariánské Lázné] nahe der Straße nach Mies [Stříbo], in der Nähe v. Tschernoschin [Černosín] u. der Burg Wolfsstein [Volfštejn].
[18] Schanzarbeiten: Bürger und Geistliche der besetzten Städte, die zu diesen Arbeiten verpflichtet wurden, empfanden diese schwere Arbeit als ehrenrührig, da verurteilte Straftäter, Huren und Trossangehörige etc. zu diesen schweren Schanzarbeiten herangezogen wurden. Schon 1625 waren umfangreiche Verstärkungen der Wallanlagen durchgeführt worden, wobei die Erfurter umfangreiche Frondienste leisten mussten. Oxenstierna hatte auch den Frankfurtern die Verpflichtung der Bettler zum Festungs- bzw. Schanzenbau empfohlen.
[19] Ein im Egerland bis heute übliches Getreidemaß. 1 Kar = 8 bayr. Metzen = 32 Napf; 1 bayr. Metzen = 37, 06 Liter. 1 Kar fasste also 2, 9 Hektoliter. Beim Hafer wurde es zu 3, 08 Hektoliter gerechnet.
[20] 1 Biereimer: 86, 89 Liter.
[21] BRAUN, Marktredwitz, S. 307f.
[22] BRAUN, Marktredwitz, S. 308f.
[23] Ohr abschneiden: Im Mittelalter war das Ohrenabschneiden häufig mit der Verweisung verbunden gewesen. Bei Diebstahl, Gotteslästerung, Tragen verbotener Waffen und Desertion wurde meist ein Ohr abgeschnitten und an den Galgen genagelt. In der Hannoverschen Chronik heißt es unter 1633; JÜRGENS, Chronik, S. 514: „Den 11. [21.4.1633; BW] ist ein Königsmarkischer Soldate, so entlaufen, und hie unter Caspar von Lühden Stadt-Compagnien angetroffen, vor Linden bey dem Galgen stigmatisiret und das rechte Ohr abgeschnitten durch unsern Nachrichter Meister David“. Das Abschneiden eines Ohres galt als Strafe und Warnung zugleich, in Zukunft ein ordentliches Leben zu führen. Von Caspar Ermes, schwedischer Kommandant in Erfurt, wird berichtet; KRAFFT 156 r – 156 v; mdsz.thulb.uni-jena.de: „1643 hat der Commandant [einem Mann] die Ohren und Nasen abschneiden lassen und  den Galgen und das Rad auf die Stirn und die Backen gebrannt, weil er Degen, Sporen, Flore aus der Kaufmannskirche gestohlen [hatte] und auch davon gelaufen war“. Vgl. auch NÜCHTERLEIN, Wernigerode, S. 81.
[24] BRAUN, Marktredwitz, S. 312f.
[25] Gehaag (Háje, heute Ortsteil von Eger).
[26] BRAUN, Marktredwitz, S. 314.
[27] Waldsassen [LK Tirschenreuth]; HHSD VII, S. 785ff.
[28] Wunsiedel, Stadt [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 836f.
[29] BRAUN, Marktredwitz, S. 324f.
[30] Strich = ein altes Getreidemaß, vier Landmetzen enthaltend.
[31] BRAUN, Marktredwitz, S. 333.
[32] Königsberg a. d. Eger [Kynšperk nad Ohří], HHSBöhm, S. 277f.
[33] BRAUN, Marktredwitz, S. 334.
[34] Elbogen [Loket); HHSBöhm, S. 133f.
[35] Königsberg a. d. Eger [Kynšperk nad Ohří, Bez. Falkenau], HHSBöhm, S. 277f.
[36] Kemnath, Stadt [LK Tirschenreuth, OPf.]; HHSD VII, S. 351f.
[37] BRAUN, Marktredwitz, S. 335.
[38] 17.5.1648: Die französisch-schwedischen Truppen unter Turenne und Wrangel schlagen die Kaiserlich-Kurbayerischen unter Holzappel, der dabei fällt, und Gronsfeld. Vgl. HÖFER, Ende, S. 175ff.
[39] BRAUN, Marktredwitz, S. 333.
[40] Königsberg a. d. Eger [Kynšperk nad Ohří, Bez. Falkenau], HHSBöhm, S. 277f.
[41] BRAUN, Marktredwitz 1. Bd., S. 341.
[42] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.
[43] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.
[44] Halberstadt [Kr. Halberstadt]; HHSD XI, S. 169ff.
[45] Bad Königswart [Lázně Kynžvart, Bez. Eger]; HHSBöhm, S. 20f.
[46] THEATRUM EUROPAEUM 6. Bd., S. 318.
[47] Wolfersreuth, heute Ortsteil von Waldershof [LK Tirschenreuth].
[48] Pfaffenreuth, heute Ortsteil von Marktredwitz [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge].
[49] Lorenzreuth, heute Ortsteil von Marktredwitz [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge].
[50] Hof; HHSD VII, S. 302f.
[51] BRAUN, Marktredwitz, S. 342.
[52] Lochau, heute Ortsteil von Pullenreuth [LK Tirschenreuth].
[53] unbekannt.
[54] Waldeck; erwähnt unter Kemnath; HHSD VII, S. 351.
[55] Falkenberg [LK Tirschenreuth]; HHSD VII, S. 192f.
[56] Elbogen [Loket); HHSBöhm, S. 133f.
[57] BRAUN, Marktredwitz, S. 343f.
[58] Konstabel = Geschützmeister, nicht wie BRAUN, Marktredwitz, Anm. 627, schreibt, Schutzmann, Polizist !
[59] Wiesau [LK Tirschenreuth].
[60] Mitterteich [LK Tirschenreuth].
[61] BRAUN, Marktredwitz, S. 344f.
[62] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 6, S. 327.
[63] Konopischt [Konopiště]; HHSBöhm, S. 287f.
[64] Tabor [Tábor]; HHSBöhm, S. 592ff.
[65] Tetschen [Děčín]; HHSBöhm, S. 610ff.
[66] NEUBERG, Das Schwedesch lid, S. 90.
[67] Saalfeld [LK Saalfeld-Rudolstadt]; HHSD IX, S. 369ff.
[68] Auditor, Auditeur: militärischer Justizbeamter: Richter eines Unterkriegsgerichts, der für sämtliche militärische Gerichtssachen innerhalb eines Regimentes und dessen Trosses zuständig war. Mit dem Unterkriegsgericht stand der Auditeur einer Instanz vor, die im 17. Jahrhundert das genossenschaftliche Schultheißengericht (vgl. BLAU, Die deutschen Landsknechte, S. 54ff.) ablöste, und so war der Auditeur kein erfahrener Söldner, sondern ein ausgebildeter, nicht dem Regiment angehörender Jurist (vgl. BURSCHEL, Söldner, S. 141ff.), der aus der Beamtenschaft des Kriegsherrn rekrutiert wurde. Er unterstand dem Befehl des Obristen, erhielt aber nur 20 Rt. samt Gebühren pro Monat und war deshalb empfänglich für „Verehrungen“, zumal auch er meist mit Familie, immer aber mit Gesinde und einem Soldatenjungen reiste. Er wurde in der Regel auf die Initiative des Feldmarschalls bzw. des Obristen hin tätig. Ihm waren zwölf Geschworene und ein Gerichtsschreiber zugeordnet. Der Auditeur bedurfte der Erfahrung in Inquisitions- und Kriegsprozessen sowie in bürgerlichen und natürlichen Rechten, genoss aber teilweise ein recht fragwürdiges Ansehen. Die nach den Grundsätzen des Militärstrafrechts verhängten Urteile betrafen zumeist Übergriffe gegen die Zivilbevölkerung. Todesurteile wurden teilweise, insbesondere bei entstehenden Unruhen in der Truppe, dem Kommandeur vorgelegt und nach dessen Bestätigung in der Regel öffentlich vollstreckt. Vgl. auch STIELER, Auditeur, über seine Erfahrungen in der brandenburg-preussischen Armee; dazu BERG, Der Spate.
[69] Karrete: [schlechte] Kutsche, Karre.
[70] Remschütz, heute Stadtteil von Saalfeld [LK Saalfeld-Rudolstadt].
[71] BLÖTHNER, Apocalyptica, S. 190. Schleiz [Saale-Orla-Kr.]; HHSD IX, S. 380ff.
[72] BLÖTHNER, Apocalyptica, S. 191.
[73] BRAUN, Marktredwitz, S. 349.
[74] Liebenstein [Libštejn, seit 1950 Libá; Bez. Eger]; HHSBöhm, S. 339f.
[75] BRAUN, Marktredwitz, S. 350ff.
[76] HUDTWALCKER, Des Grafen Galeazzo Gualdo Priorato Beschreibung, S. 142f.
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