Knigge, Friedrich Ulrich Freiherr von

Knigge, Friedrich Ulrich Freiherr von; Obristleutnant [Leveste 11.9.1618 – Bredenbeck 25.10.1683] Friedrich Ulrich soll angeblich ein Bruder[1] des kurkölnischen, dann kaiserlichen Obristen Johann (Jobst) Hilmar von Knigge[2] und „eine charakteristische Abenteurernatur des 30jährigen Krieges“ gewesen sein. Friedrich Ulrich war das einzige Kind des Jobst von Knigge [Leveste[3] 1.3.1572 – Hannover[4] 13.4.1627], auf Pattensen[5] und Leveste, ab 1623 im Besitz der Hälfte von Bredenbeck[6]] aus seiner zweiten Ehe, geschlossen am 29.4.1604 mit Hippolyta von Oberg [† 25.1.1657], Tochter des Hilmar von Oberg auf Schwicheldt[7] und der Anna von Sangerhausen. Er heiratete in erster Ehe am 1.8.1645 Elisabeth von Ditfurth [1622 – Brüssel 21.6.1646, Tochter des schaumburgischen Rats und Drosten zu Stadthagen[8] Anton von Ditfurth und der Catharina von Haxthausen. Die Ehe blieb kinderlos. Aus der zweiten Ehe mit Susanne Marie von Rothleben [Hanau[9] 12.11.1628 – Bredenbeck 16.10.1683], Tochter des gräflich-hanauischen Amtmanns, Jäger- und Forstmeisters Christoph von Rothleben auf Rothleben und Groß-Wissingen und der Agathe von Bodeck) stammen drei Kinder.[10]

„Nach seinem eigenen curriculum vitae (Adels-Archiv, Erhebung in den Freiherrnstand Wien 19.6.1665) trat er nach Aufgebung der Universitäts-Studien 1636 in den Niederlanden als Soldat in die spanische Armee und diente dort 2 Jahre. Hierauf trat er aus, trieb sich zwei Jahre in Frankreich und England herum, nahm dann schwedische Dienste, um diese bald wieder zu verlassen und in kaiserliche zu treten. Letztere gab er eines Duells wegen auf, übernahm in florentinischen Diensten eine Arquebusier-Compagnie, nach deren Reformierung er dem Rufe Piccolomini’s nach Spanien folgte (1643). Auf der Fahrt nach Spanien fiel er Seeräubern in die Hände, landete dann, frei geworden, in Marseille, wo er erfuhr, daß Piccolomini schon nach den Niederlanden gegangen sei. Er durchquerte nun ohne Hilfsmittel zu Fuss Frankreich, fand in Bordeaux ein holländisches Schiff, auf welchem er sich als Ruderknecht verdingte und nach Rotterdam kam. Von da gieng er nach Brüssel, hörte daselbst von der Werbung Lamboy’s, bei welcher er im Regimente Rantzau eine Compagnie zu Pferd erhielt. 1645 trat er aus diesem Regimente in die Dienste des Herzogs von Lothringen als Obristwachtmeister bei Harkfurt. Bald trat er auch hier aus und zu Hessen-Darmstadt über, wo er im Regimente Eberstein Obristlieutenant wurde, um darauf in die Armee Holzapfel’s [Holzappel; BW] einzutreten. Er focht unter diesem bei Zusmarshausen[11] und wurde kurz darauf Obristlieutenant beim Regimente Bönninghausen“.[12]

Ab dem 2. Mai 1645 erging  der Befehl Maximilians I. an Druckmüller, ihn zum Verlassen der Oberen Pfalz zu veranlassen und nötigenfalls mit Hilfe der Untertanen von dort zu vertreiben.[13] Vom 24.5.-8.7.1646 lag er in Gerolzhofen.[14] Knigge geriet später bei der Eroberung Weils der Stadt[15] 1648 in französische Gefangenschaft.

Er erwarb das Amt Arnstein[16] in der Grafschaft Mansfeld und amtierte als kurfürstlich kölnischer und kurfürstlich sächsischer Kriegsrat. Weitere Hinweise für die Nachkriegszeit finden sich im Archiv des Melchior von Hatzfeldt.

[1] RAABE, „… in mein Vaterland zurückgekehrt“, S. 21.

[2] WREDE, Wehrmacht III, S. 474.

[3] Leveste [Kr. Hannover]; HHSD II, S. 292f.

[4] Hannover; HHSD II, S. 197ff.

[5] Pattensen [Kr. Springe]; HHSD II, S. 376f.

[6] Bredenbeck [Kr. Hannover]; HHSD II, 68.

[7] Schwicheldt [Kr. Peine]; HHSD II, 423.

[8] Stadthagen [Kr. Schaumburg-Lippe]; HHSD II, S. 435f.

[9] Hanau; HHSD IV, S. 199ff.

[10] Staatsarchiv München, Geheimes Hausarchiv A/IV, 140f.

[11] Zusmarshausen [LK Augsburg]; HHSD VII, S. 849f.

[12] WREDE, Wehrmacht III, S. 474.

[13] HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 227, Anm.122.

[14] JÄGER, Geroldshofen, S. 93; Gerolzhofen; HHSD VII, S. 233f.

[15] Weil der Stadt; HHSD VI, S. 862ff.

[16] Arnstein [Kr. Mansfelder Gebirgskreis/Hettstadt]; HHSD XI, S. 22f.

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