Klitzing, Hans Kaspar [Caspar] von

Klitzing, Hans Kaspar [Caspar] von; Generalmajor [1594 Gollmitz – 24.6.1644 Köln] Klitzing, der Sohn des Hans von Klitzing und der Margarethe von Sparr auf Trampe,[1] war Obrist bzw. Generalleutnant in schwedischen, kursächsischen, brandenburgischen und braunschweig-lüneburgischen Diensten.

1625 stand er als Kapitän in schwedischen Diensten und wurde um 1628 Obrist des Grünen Regiments.

Am 20.7.1631 wurde er zum Obristen eines Fußregiments bestallt, die Musterung von 3 Fendl erfolgte am 11.5.1631, von 7 Fendl am 6.8.1631 und von 2 Fendl am 13.9.1632.[2] Ein Fendl umfasste 1627 etwa 300 Mann (100 Pikeniere, 160 Musketiere, 20 Hellebardiere und 20 Rundschildner).

Johann Georg I. von Sachsen hatte Arnim mit der Weiterführung der Friedensgespräche mit Wallenstein[3] beauftragt. „Dieser kam dann unter Mitnahme der Obersten Dietrich von Taube und Hans Kaspar von Klitzing mit [Hans Philipp v.[4]; BW] Sparr am 17. Mai [1632; BW] in Laun[5] zusammen. Hier sollte er sich Wallensteins neue Vorschläge anhören und auch schriftlich aushändigen lassen. Drei Tage später überbrachte ihm Sparr eine Einladung des Friedländers in sein Hauptquartier nach Rakonitz.[6] Bei der dann am 22. Mai stattgefundenen Zusammenkunft wies Wallenstein seine kaiserliche Vollmacht vor, die ihn bemächtigte, mit den evangelischen Reichsfürsten Frieden zu schließen.

Da ein derartiges Separatabkommen zur Isolation Schwedens geführt hätte, stand der Dresdner Hof dem Anerbieten ablehnend gegenüber. Dass Johann Georg I. weiterverhandeln ließ, kann wohl nur dadurch erklärt werden, dass sich die kursächsische Armee möglichst unbeschadet aus Böhmen zurückziehen wollte. Denn diese sah sich mittlerweile 40.000 von Wallenstein, 12.000 von Marradas und 20.000 von Schaumburg aus Schlesien anmarschierten Mann gegenüber“.[7]

Der Erzgebirgschronist Christian Lehmann [11.11.1611 – 11.12.1688][8] erwähnt ihn in seiner „Kriegschronik“: „8 tage darnach den 12. Mai [22.5.1632; BW] marchirten auß Böhmen durch Wiesenthal[9] herauß der Obrist Hans Caspar Klitzing mit 14 Comp. zue Roß und 6 Fahnen Fußvolck, lagen eine Nacht in Wiesenthal und umbher, die ander in Annenberg“.[10]

Am 16.3.1633 wurde Franz Albrecht von Sachsen-Lauenburg das Regiment Klitzing übertragen.

„Nachdem Magdeburg[11] am 3. Juli [1636; BW] in die Hände der Sachsen gefallen war und die Sachsen die Elbe abwärts vorgedrungen waren, hatte Banér mit seiner Armee die Elbe verlassen und war ins Lüneburgische marschiert. Banér hatte vor seinem Wegzuge die Besatzungen der Havelpässe erheblich verstärkt und hatte den Obristen Mortaigne mit der Verteidigung Brandenburgs beauftragt. Rathenow aber hatte er der Obhut des Obristleutnants Knorring anvertraut. Diesem hatte Banér auch die Vollmacht gegeben, im Falle eines feindlichen Angriffs alles um Rathenow, was ein Hindernis werden könne, sich zu behaupten, niederzubrennen und der Erde gleich zu machen. Von dieser Vollmacht machten die Schweden am 10. August Gebrauch, indem sie 19 Häuser, 60 Scheunen und 5 Meiereien der Rathenower Vorstadt niederbrennen ließen, weil die Sachsen[12] bereits Rathenow umschwärmten. Schon waren kleinere sächsische Scharen ins Havelland gelangt. So erschienen am Tage Mariä Himmelfahrt etwa 20 Reiter überraschend in Dechtow[13] und plünderten nicht nur die Kirche, den Edelhof und das Pfarrhaus, sondern raubten den Bauern auch ihre Pferde. Am 20. August raubte eine größere Streifschar während der Abendpredigt den Rathenowern alles Vieh. Die Schweden machten auf die Räuber sogleich einen Ausfall und jagten ihnen nach. Tatsächlich gelang es, den Räubern nach kurzem Gefecht, in dem zwei Schweden erschossen wurden, einen kleinen Teil der Beute wieder abzunehmen und den Rathenowern zuzuführen. Acht Tage hierauf, nachdem Werben[14] und Havelberg[15] den Sachsen in die Hände gefallen waren, rückte endlich ein größeres sächsisches Heer unter Führung des sächsischen Generals von Klitzing heran,[16] um auch die letzten Stützpunkte der Schweden zu erobern. Am 28. August erschien dieses Heer vor Rathenow und begann die Stadt zu bestürmen. Die Schweden leisteten der schwedischen Übermacht verzweifelten Widerstand. Mehrere Tage währte das Ringen um die Stadt. Tag für Tag schleuderten die Geschütze der Belagerer Geschosse in die Stadt. Immer wütender wurden die Angriffe der Sachsen, um die Einnahme Rathenows zu beschleunigen. Schon war alles Getreide in der Umgebung der Stadt von ihnen aufgezehrt worden, schon machte sich bei ihnen Proviantmangel bemerkbar. Da, man schrieb den 3. September 1636, fiel Rathenow bei einem der Sturmangriffe. Die noch in der Stadt befindlichen schwedischen Soldaten wurden von den Sachsen hingerichtet. Vier Fähnlein vielen den Eroberern in die Hände. Dann begannen die Sachsen eine schonungslose Plünderung der Stadt; sie haben nicht allein die Bürgerhäuser geplündert, sondern auch auf dem Rathause alle Thüren aufgehauen, in der Rahtstube alle Spünde, Laden, Kasten und Tische zerschlagen, alle Urkunden herum gestreut, etliche verwundete Schwedische Soldaten in die Rahtstube geworfen, große Löcher in die Kirchenthüre gehauen, alle dahin geflüchtete Güter weggenommen, die Rahtspersonen und viel andere Leute nackt ausgezogen, auch sonst alles so leer gemacht, daß nicht ein Stück Brodt zu finden gewesen. Selbst ein sächsischer Hauptmann und etliche sächsische Soldaten, die Klitzing zum Schutz der Kirche vor die Kirchentür gestellt hatte, wurden von den Plünderern niedergeschossen, weil sie die Kirche nicht freigeben wollten. Nachdem die Plünderung beendet und Rathenow besetzt war, zog das sächsische Heer gegen Brandenburg“.[17]

Im September 1636 hatte Klitzing noch in Brandenburg[18] geweilt, um den Akkord mit schwedischen Truppen abzuschließen.[19]

„Zwischen den Schwedischen und ChurSächsischen gab es immer was newes / Stöß und Gegenstöß, Brandenburg ward von den Schwedischen innen behalten / welches den Kayserischen sehr hinderlich / derowegen Herr General Klitzing es hart tentirt / aber anderst nichts dann harte Stöß darfür bekommen / und viel Officirer darfür sitzen lassen.

In dem nun bemelter General Klitzing vor Brandenburg sich vergeblich / und nicht ohne Schaden aufhält / ziehen die Schwedischen und Chur-Sächsischen cum adjunctis auffeinander. Und zwar die Bannierischen / welche zwischen Dannenberg[20] und Damitz[21] sich eine zeitlang auffgehalten / demnach sie gewisse Nachricht bekommen / daß sich ihr Gegenparth zusammen gethan / und bey Perleberg[22] ein Läger geschlagẽ / haben sich von Damitz hinweg und nach Parchun[23] gewendet / allda der Gen. Leutenant [Johann; BW] Vitzthumb [v. Eckstätt; BW] mit 2000. zu Fuß / so er guten theils von Herrn Gen. [Herman; BW] Wrangeln empfangen /sampt 24. Compagnyen Schwedischen Reutern / zu ihnen gestossen / mit welchem Corpo sie  den 13. 23. auff Lübitz[24] zugangen. Mittwochs den 14. 24. Sept. traffen sie auf dem Paß Wolffshagen[25] den Kayerischen Obr. Hungarn [Unger, BW] mit 5. Regimentern an / da es zu einem ernstlichen Treffen kam / allda berührter Obr. Hungar 400. Mann sitzen ließ[26] / und er gar nahe selbst  in deß Feindes Hände kommen wäre. Darauff gab es unterschiedliche Scharmützel / und präsentirten sich die Schweden mehrmalen / aber gantz ohne Effect. Derowegen sie mit der gantzen Armee gleich in Battaglien auffbrachen / und fortzogen auf Wittenberg“.[27]

Vom Oktober 1636 stammen Berichte Klitzings an Johann Georg I. von Sachsen, die auch Melchior von Hatzfeldt zugänglich gemacht wurden.[28] In diesem Oktober stand Otto Christoph von Sparr in Wittenberg[29] und berichtete Melchior von Hatzfeldt vom Marsch des kursächsischen Generalleutnants Klitzing von Spandau[30] nach Frankfurt/Oder.[31] In diesem Oktober reiste er von Spandau[32] nach Frankfurt/Oder.[33] Aus Krossen[34] berichtete er Hatzfeldt über die Lage in Frankfurt/Oder und Landsberg.[35] Er übernahm das Kommando für den in der Schlacht bei Wittstock[36] am 4.10.1636 verwundeten Morzin.[37]

„Inzwischen [Januar 1637; BW] war Klitzing von Pommerns Grenze über Fürstenwalde[38] und Torgau[39] bis vor Großenhain[40] gerückt. Damit er nicht mit Verstärkung Torgau zurückerobern und den Weg nach Pommern verlegen konnte, wollte Baner so lange wie möglich bei Leipzig[41] bleiben. Torgau wollte er beobachten und die Kaiserlichen vom Überschreiten der Unstrut oder Saale abhalten. Pfuel wurde aus der Grafschaft Henneberg[42] zurückgerufen. Stalhandske, der mit seiner Reiterei bei Gotha[43] und Arnstadt[44] lag, erhielt die Order, sich mit [Alexander; BW] Leslies aus Hessen und Westfalen heranziehenden Hilfstruppen zu vereinigen und Haftfeld und Götzen [Johann v. Götz;[45] BW] nicht über die Unstrut zu lassen. Als die Kaiserlichen dennoch sowohl Unstrut als auch Saale überschritten, hob Baner am 7. Februar die Belagerung von Leipzig auf“.[46]

In der Chronik der Stadt Beelitz[47] heißt es: „Die Sache des Krieges stand damals [1637; BW] so: Als Banier – schwedischer Heerführer – sich in Torgau, nach Aufgabe von Magdeburg gesetzet hatte und von der kaiserlichen, bairischen und sächsischen Armee stark blokirt ward, verfertigte man die Wittenbergische Brücke wieder, die man zuvor abgebrannt hatte und nun gingen die Parteien stark herüber und zerstreuten sich nach allen Theilen. So kam denn auch eine starke, kaiserliche Truppe den Sonnabend vor Pfingsten in der Nacht hierher, übten Gewaltthätigkeiten, erschossen einen von den 7 Schweden, die hier lagen, und visitirten die Häuser, vermeinend, viel Pferde zu bekommen, und weil es daran fehlte, nahmen sie in Eile was ihnen beliebte und zogen davon. An demselben Sonnabend schickte zwar der sächsische General Klitzing einen Fähnrich mit etlichen Dragonern[48] hierher, die Stadt zu vertheidigen, ließ auch, – weil er das kurfürstlich brandenburgische Amt Sahrmund[49] inne hatte, – den Amtsdörfern ansagen, hierher zu fliehen, was ihnen aber übel bekam, weil die armen Leute darüber all das Ihrige mit uns verloren. Denn nachdem nun Banier von Torgau hinweg war und die verbundenen kaiserlichen, bairischen und sächsischen Heere denselben verfolgten und suchten, zogen starke Truppen von 100, ja 1000 Mann die unrechte Straße, also, daß nicht allein diese Stadt, sondern die ganze Gegend von Wittenberg[50] herab bis an die Spree ruinirt und durch Ausplünderung auf des Aeußerste verderbet wurde; es währte diese Plünderung ganzer 5 Wochen nacheinander, nach welcher man nichts fand, als leere, zerschlagene Häuser.

Eins zum Beschluss dieses Jahres und der Erzählung der Plünderung melde ich noch hier, daß, wie gleich aller Kirchen Geräthe auch in unserer und vielen umliegenden Kirchen zum Theil verderbet, zum Theil mitweggenommen wurde; so hat man also auch unsere 3 silberne, übergoldete Kelche in der Kirche in einer dicken Mauer vermauert, gefunden, gestohlen und mit hinweggenommen. Weil denn gleichermaßen viele Kirchen widerfahren ist, so hat ein vornehmer kurfürstlicher Offizier in Küstrin, als die Kaiserlichen dahin kamen und durchzogen, derselben eine ziemliche Menge eingelöset zum Besten der Kirchen, aber unsere sind ausgeblieben“.[51]

In diesem Jahr „rückten kursächsische Truppen unter General v. Vitzthum und bald darauf kurbrandenburgische Truppen unter dem Generalleutnant v. Klitzing ins Lüneburgische, um sich dort zu ergänzen. Diese Truppen gehörten zur so genannten Reichsexekutionsarmee, die den Prager Frieden[52] gegen Schweden erkämpfen sollte. Georg, der sein Hauptquartier in Hildesheim[53] hatte, erhielt die Meldung, daß diese Reichstruppen es auf die von den Schweden besetzte Stadt Lüneburg[54] abgesehen hätten, und sofort war sein Entschluss gefasst, diese wichtige Stadt für sein Haus zu retten. Er brach mit den wenigen Truppen, die er gerade zur Hand hatte, seinem Leib-Kavallerie- und seinem Leib-Infanterie-Regiment, sowie mit 9 Kompagnien vom Schlütterschen Infanterie-Regiment nach Lüneburg auf, und es gelang ihm, durch seine diplomatische Gewandtheit, unterstützt von der Bürgerschaft, die schwedische Besatzung zum Abzuge aus der Stadt und der Burg auf dem Kalkberge zu veranlassen und beide zu besetzen, ehe das Reichsheer herankam. Die beiden Generale von Vitzthum und v. Klitzing wurden durch Georg, der fest entschlossen war, die Hauptstadt der welfischen Lande zu verteidigen, bewogen, nach einer freundschaftlichen Verhandlung von der Stadt abzuziehen. Der Generalleutnant v. Klitzing trat bald darauf in Georgs Dienste.

Diese Befreiung der Stadt Lüneburg von der schwedischen Besatzung angesichts der kursächsischen und kurbrandenburgischen Truppen, die wahrscheinlich die Stadt wieder besetzt haben würden, war für die welfischen Fürsten ein sehr willkommenes Ereignis, wofür sie Georg lebhaften Dank wussten. Dem Herzog machte die Einnahme Lüneburgs ohne einen Schwertstreich, gestützt auf die wenigen Truppen, die er bei sich hatte, sowohl als Feldherrn wie als Staatsmann große Ehre“.[55]

Am 7.7.1637 informierte Klitzing aus Lebus[56] den Kurfürsten von Brandenburg: Er habe den Übergang zwischen Oder und Fürstenberg[57] gesichert, jedoch nur 300 Dragoner und etwa 1.000 Pferde zur Verfügung. Er würde 2.000 Musketiere und vier Geschütze brauchen. Der Übergang bei Gartz[58] müsse mit 200 Musketieren besetzt werden.[59]

Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg teilte dem kaiserlichen Kommandierenden Gallas[60] an diesem 7.7. aus Küstrin[61] mit: Klitzing möge so schnell wie möglich mit seinen Truppen zur Oder vorrücken. Puchheim stehe mit 2.000 deutschen Reitern und mehreren hundert Kroaten im Raum Sternberg.[62] Gartz lasse er von seinen Leuten besetzt zurück, der Ort werde aber mit mehreren hundert Musketieren und Dragonern verstärkt werden müssen.[63] Vom Juli 1637 stammt auch Klitzings Akkord mit dem schwedischen Kommandanten von Rathenow.[64] Georg Wilhelm von Brandenburg teilte Gallas am 17.7. aus Küstrin mit, er habe in Erfahrung gebracht, dass Feldmarschall Hatzfeldt General Klitzings Truppen mit dem Infanterieregiment Arnim und einer notwendigen Anzahl von Reitern verstärken könnte. Klitzing habe für den Feldzug zwischen Havel und Elbe 1.000 Fußsoldaten und eine gewisse Anzahl tüchtiger Reiter zur Verfügung. Verstärkt würden ebenfalls das Jung- und Alt-Burgsdorfsche sowie das Laubische Regiment.[65] Am 28.7.1637 wurde er zum Generalmajor befördert. „Klitzing erstürmte am 6. August Havelberg,[66] machte den größten Teil der Besatzung nieder und nahm die restlichen Söldner gefangen. Auch die Werbener Schanze wurde am 15. August ohne Gegenwehr besetzt. Nur der Befehlshaber von Dömitz,[67] Oberst Otto Sack, wollte sich nicht ergeben. Doch blieb ihm wegen fehlendem Pulver nichts weiter übrig, als sich zu vergleichen. Schließlich eroberten die Sachsen Plaue[68] in Mecklenburg“.[69]

Am 4./14.8.8.1637 wurde zwischen Klitzing und dem schwedischen Obristwachtmeister [Major] Peter Didriksson Ruuth der Übergabevertrag der Schanze zu Werben[70] abgeschlossen.[71] Das „Theatrum Europaeum“[72] berichtet dazu: „Nach vollzogenem Urtheil dessen[73] ist ferner auch der Schwedische major Rhutt / vor diesem Commendant in der Werber-Schantz (welcher veraccordierter Einnam wir gleich oben auch auch gedacht) darumb / daß er den Klitzingischen nicht genugsamb sich opponirt / sondern mit Accord abweisen lassen / [am 17.12.1637; BW] arquebusiert / und sein Leichnamb hernacher in S. Jakobs Kirchen daselbst [in Stettin;[74] BW] ehrlich bestattet worden“.[75]

Am 14.8.1637 übergab der schwedische Obrist von der Osten, genannt Sack, die von ihm kommandierte Festung Dömitz[76] an Klitzing.[77] Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg wandte sich am 23.8. aus Schwerin[78] an Gallas: Der sächsische General Klitzing habe seine Festung Dömitz umzingelt. Zweifellos werde er sie binnen kurzem erobern und von der schwedischen Besatzung befreien, schon im Hinblick darauf, dass sich in der Festung bloß 60 Mann befinden. Unter Berufung auf die Beschlüsse des Prager Friedensschlusses verlangte er, die Festung nach Klitzings Eroberung aufs Neue selbst mit seinem und niedersächsischen Kriegsvolk besetzen zu dürfen; Klitzing möge davon benachrichtigt werden.[79] Johann Georg I. hatte am 19.8. Gallas geschrieben, Rathenow und Havelberg seien bereits von Klitzing besetzt, dessen Bericht nach Reiter und Dragoner gegen die aus Mecklenburg kommenden Hilfstruppen Widerstand leisten wollten.[80]

Vom September 1637 stammen Beschwerden Johann Georgs I. über Klitzing wegen Dömitz und Lüneburg.[81] In Calbe[82] lagen von Oktober bis Dezember 1637 Soldaten Klitzings im Quartier.[83] Ferdinand III. teilte dem kaiserlichen Oberkommandierenden am 20.10. mit, dass wegen der Vereinigung Klitzings mit dem Kurfürsten von Brandenburg ein neuer dringender Befehl erlassen worden sei.[84] Am 31.10. teilte der Kurfürst von Brandenburg mit, dass er innerhalb von 14 Tagen 4.000 Mann (2.000 Reiter, 1.400 Fußsoldaten und 600 Dragoner) unter Klitzings Kommando zu Gallas’ Armee abkommandieren wolle. Er sei auch bereit, die Festung Dömitz mit eigenen Truppen zu besetzen.[85] Aus Loitz[86] schrieb Klitzing am 9.12.1637 an Hans Wolf von Salis: Laut Gallas’ Beschluss werde er in Hinterpommern einfallen, da Banér nun zur Eroberung Usedoms[87] abmarschiert sei. Er sei bereit, sich Salis’ Befehlen zu unterwerfen und bat um Zustellung mehrerer Kanonen.[88]

Georg Wilhelm von Brandenburg wandte sich am 7.3.1638 an Gallas: Er habe 2.000 der besten Musketiere und 1.000 Berittene unter Klitzing zusammengezogen und gegen Gartz in Bewegung gesetzt. Gartz wurde am 4.3. im ersten Sturmangriff genommen und besetzt. Der Kommandant, ein Generalwachtmeister, zwei Obristleutnants, ein Major, sechs Kapitäne und eine beträchtliche Anzahl von Unteroffizieren und Knechten seien gefangen genommen worden. Er forderte mehrere schwere Geschütze an, die in der Umgebung von Gartz aufgestellt werden sollten, um etwaige gegnerische Angriffe von den Schiffen oder Straßen aus zu verhindern; dort seien von ihm bereits zwei halbpfündige Kartaunen[89] und zwei sechzehnpfündige Kanonen aufgestellt worden. Ferner verlangte er Proviant- und Munitionslieferungen.[90]

„Im März 1638 glaubte Banner [Banér; BW] beim Gegner eine veränderte Taktik wahrzunehmen. Die Brandenburger unter General Klitzing mit mehreren kaiserlichen, ‚unter [Hans Wolf v.; BW] Salis’ conduit conjungirten Regimentern’ seien, berichtet er an Oxenstierna (21/31. März) ‚in vollem Begriff und praeparoirjis’, Anklam[91] zu belagern ‚zu dem apparentlichen ende’, ihn in Pommern festzuhalten und ‘ihm Arbeit zu geben’. Gallas versuche, zu seiner (Banners) ‚consilien confusion’ in Pommern ‚ein Feuer anzuzünden’ und ‚unterm favor der Anclamischen belegerung sein spiel desto ungehinderter zu spielen machiniren’ “.[92]

Ab dem 19.4. war Klitzing etwa 8 Monate lang Festungskommandant von Peitz.[93]

Am 14.5.1638 sandte H. W. von Salis aus Malchin an Gallas eine Kopie seines an Klitzing gerichteten Schreibens vom selben Tag. Dieser begann die Belagerung Anklams und habe von ihm, Salis, Unterstützung bei den Kämpfen verlangt. Zugleich berichtete er ihm, dass Banér bei Anklam war, sich dann aber wieder nach Stettin[94] zurückgezogen habe. In seinem Schreiben an Klitzing warnte Salis vor den Hindernissen bei der Belagerung Anklams, die von allen Seiten angegriffen werden sollte, sowie vor der von Banér drohenden Gefahr, der sich sicher nicht auf die Sperrung der Oder und die Instandsetzung der Brücken beschränken werde. Salis versprach, im Bedarfsfall 1.000 Reiter zu Hilfe zu schicken, und wies auf die Notwendigkeit hin, auch Herman Wrangels bei Stralsund[95] stehende Armee im Auge zu behalten. Obrist Christian von Münster sei angewiesen worden, am 15.5. bei Stettin Alarm zu schlagen. Ferner teilte er mit, dass er auf das Feldlager Carl Gustav Wrangels bei Barth[96] einen Angriff unternehmen wollte; dieser misslang aber, da er und seine Leute statt in der Nacht erst am Morgen das Lager erreichten und daher kehrtmachen mussten.[97] Am 25.5. bat Georg Wilhelm von Brandenburg um Unterstützung bei der Belagerung Anklams durch Klitzings Infanterie, Reiterei und Artillerie und um Belassung des Regiments Otto Christoph von Sparr in Brandenburg nach dessen Abzug aus der Festung Landsberg.[98]

„Als die schwedische Armee die Oder erreicht hatte, unternahmen die brandenburgischen Truppen, die unterdessen durch große Werbungen verstärkt worden waren, aufs neue einen Feldzug gegen die im Havellande verbliebenen schwedischen Besatzungstruppen. Die Brandenburger marschierten zuerst gegen Brandenburg. Nachdem sie die Städte eingenommen hatten, ließ der Oberkommandierende der brandenburgischen Truppen, der in brandenburgische Dienste getretene General Klitzing, die Stadt Rathenow[99] belagern. Die Schweden versuchten anfangs, die Stadt zu halten. Doch als sie sahen, daß sie sich auf die Dauer nicht gegen die brandenburgische Übermacht zu behaupten vermöchten, übergaben sie am 27. Juli Rathenow gegen freien Abzug den Belagerern. Auch die anderen Pässe des Havellandes brachten die Brandenburger wieder in ihre Gewalt“.[100]

Klitzing teilte Gallas am 29.7.1638 aus Spandau mit: Am 2.8. werde er mit seinem ganzen Heer gegen Zehdenick[101] marschieren; Gartz stehe schon den dritten Tag unter feindlichem Artilleriebeschuss.[102] Aus seinem Feldlager bei Malchin[103] informierte Gallas am 5.9.1638 den kaiserlichen Feldmarschall Braganza sehr ausführlich über die Gesamtlage auf dem Kriegsschauplatz: Nach Braganzas Abreise habe er am 18.7. sämtliche zum Schutz der Küste eingesetzte kaiserlichen Truppen, Reiterei und Fußvolk, nach Dömitz beordert, um Banérs Absichten zu vereiteln. Er habe den Kurfürsten von Brandenburg und dessen Oberbefehlshaber Klitzing nachdrücklich aufgefordert, die Truppen zu vereinigen und nach Prenzlau[104] zu ziehen, während er selbst auf der anderen Seite gegen Neubrandenburg[105] marschierte, um sie auf diese Weise unterstützen zu können und zusammen mit Feldzeugmeister Hans Wolf von Salis die gegnerischen Versuche, nach dem Flussübergang bei Loitz in Vorpommern Fuß zu fassen, zunichte zu machen. Der Kurfürst aber entgegen jeder Erwartung die Musterung seiner Truppen bei Zehdenick[106] erst am 5.8. anbefohlen. Inzwischen habe Banér den Stand seiner Truppen erhöht – nach Aussagen von Kundschaftern, Überläufern und Gefangenen angeblich auf 10.000 Reiter und 14.000 Infanteristen – , habe die Verspätung genutzt und die Garnison in Gartz angegriffen; die Festung sei dem Erdboden gleichgemacht worden. Das Brandenburger Heer habe die Ansicht vertreten, der Gegner werde nach der Besetzung von Oderberg,[107] Frankfurt,[108] Landsberg[109] und Schlesien seine Truppen an der Oder und Warthe dislozieren. Daher sei für notwendig erachtet worden, dass er, Gallas, mit Rücksicht auf den Schutz der kaiserlichen Provinzen und des Gebiets beider Kurfürsten Brandenburg und Sachsen sowie im Interesse der notwendigen Truppenvereinigung Neuhaus[110] zu seinem Standort wähle, das sowohl in der Nähe der Truppen des Brandenburgers als auch unweit von Salis’ Truppen liege. Als am 6.8. der Kurfürst mit seinem Heer zwischen Zehdenick und Gransee[111] heranrückte, hätten sich bereits Gerüchte verbreitet, der Gegner habe bald Neubrandenburg, bald Ueckermünde[112] umziegelt oder sei über die Peene und Anklam nach Vorpommern vorgedrungen, und habe Loitz, Demmin[113] und Wolgast[114] besetzt. Schließlich habe es sich herausgestellt, dass er nur Loitz, mit dessen Verteidigung Salis den Kurfürsten von Sachsen betraut hatte, überfallen und schnell erobert hatte. Damit habe nun der Gegner freien Zugang nach Vorpommern sowie die Möglichkeit gewonnen, sich entweder über Usedom und Swinemünde[115] nach Hinterpommern und Schlesien oder auf der anderen Seite über die Peene und die Trebel ins Herzogtum Mecklenburg zurückzuwenden. Nachdem er, Gallas, festgestellt habe, dass sich ihm der Gegner nur über Demmin nähern könne, habe er als günstigsten Standort Malchin gewählt, von wo er den Gegner nicht nur in seinen Bewegungen an Elbe und Oder verfolgen, sondern sich ihm auch stellen könne, sollte er die Peene oder die Trebel überschreiten.[116]

Klitzing informierte Gallas am 23.11.1638 aus Havelberg[117]: Er habe die Nachricht erhalten, dass Stettin[118] mit 1.500 Mann besetzt sei und weitere 300 Dragoner dorthin marschierten. Er halte es somit nicht für nötig, mit dem Morzin’schen Fußvolk selbst hinzugehen. In Küstrin seien bloß 300 Mann, deshalb habe er das aus 130 Mann bestehende Regiment Kracht zur Verstärkung der Garnison hinkommandieren wollen. Er warte auf den Befehl, ob er Trauditschs Ankunft abwarten oder vorrücken solle.[119]

Die Hannoversche[120] Chronik berichtet: „Den 3. Aprilis [13.4.1639; BW] ist des gewesenen General-Majors Johann Georg aus dem Winkel Körper fast fürstlich hieher gebracht und auf dem Chor zu St. Georgen in ein Gewölbe gesetzet. In seine Stelle ist der gewesene Brandenburgischer General Klitzing kommen“.[121]

Am 2.5.1639 wurde er zum braunschweig-lüneburgischen Generalleutnant befördert.

Der Hildesheimer Chronist Dr. Jordan hält unter dem 2./12.5.1640 fest: „Diesen Tag hält der Schwedische Grãl. Johann Banner Kriegsrath in Erfurt.[122] Hatte von 28. – ni fallor – Aprilis an Herzog Georgium ein demüthiges Schreiben abgehen laßen, daß der Feind stark uf ihn dränge und sich stärkte, er auch deswegen den Muth nicht ließe, mügte unterdessen gerne wissen, was er sich zue Ihrer Fr. Gnad. zu versehen hätte. […] Für wenig Tagen ließ Illmus des Obrist Meyers 8 Comp. zue Roß und … Compag. zue Fueß zu den Banner gehen zusammen 4 000 Mann unter H. C. Klitzing, darunter 16 Comp. Hiesiger“.[123]

Das „Theatrum Europaeum“ berichtet: „In Summa die Conjunction der Lüneburgischen und Hessischen Völcker war mit General Banner geschehen / und dieselbe dem Herrn Gen. Piccolomini[124] durch Occasion der gefangenen kund gemacht worden / wie nachfolgende 2. Schreiben / die beyde Herren Generalen miteinander gewechselt haben / zu verstehen geben / der sich solche in seiner Wieder-Antwort unterm dato den 11. ejusd. befremdet vorkommen liesse / und das conjungirte Volck für streiffende Rotten / und absentirte / ohne Ordre zugestossene partheyen insimulirte : welches dem General Banner empfindlich vorkam / und Herrn General Piccolomini das tituliren aüffruckte / dabenebens Ursachen / warum zu was Ende die Conjunction geschehen seye / in einem mehrern Schreiben vom 2. 12. Junii anzoge / anbey dem Herrn Grafen Piccolomini zu erkennen gab / daß er von dieser Conjunction als einer Weltkündigen Action, seithero einer Monat Zeit wohl habe erfahren und wissen mögen / gestalt dann solches auß beytruckten Missiven zu befinden : Hierauff aber gibt Herr Graf Piccolomini unterm dato den 13. Junii noch eine Antwort / in welcher er das Fürstl. Braunschweigische procediren eben hart stringirte[125] / und selbiges auch dem General Lieutenant Klitzing / der eben so wol deß communicirten Piccolominischen Schreibens empfunden gehabt / und doch auch mit Käiserlichem Volck vor der Zeit einsmahls conjungiret gewesen / in absonderlichem Schreiben eodem dato, zu Gemüthe führet / zugleich aber auch obangeregtes tituliren höfflich entschuldiget : dannenhero eine schrifftliche Piquade[126] zwischen diesen dreyen Generals Personen entstanden : Darum wir diese ihre 6. Schreiben / um besserer Nachrichtung auch der sachen Erklärung willen / hiebey / wie folget / drucken lassen.

Schreiben von dem Schwedischen General-Feld-Marschall Johann Bannier an Herrn Grafen Piccolomini abgangen.

Hochwolgebohrner Hr. Graf / etc. Sonst hätte ich verhofft / es würde bey der Außwechslung Eu. Excell. Parthey / gleichwie vor diesem geschehen / keine Exception einer oder der andern Nation seyn beliebt worden / weil aber die Officirer der Fürstl. Lüneburg. Soldatesca sich beschwehren / daß ungeacht sie ihre gehabte Gefangene mit außgeliefert / dannoch die ihrige vorbehalten worden / nichts minder einer Anzahl von denen so zu meiner anvertrauten Armee gehörig zurück blieben / und insonderheit deß Hrn. Grafen von Hoditz seine Leut nicht außgeantwortet werden wollen / als bitte Euer Excell. Ich dienstlich / sie wollen Dero hohem Vermögen nach es dahin zu richten belieben / damit alle solche Scrupel / was auch vor raison man darzu haben vermeynen möchte / cassirt / alle Gefangene der General-Außwechslung gemessen und Parole observirt werden möge. Sollte aber über Verhoffen ein widriges erwehlt werden / so kann man diese Parthey nicht verdencken / wenn man hinfüro die Liberalität mit Außhändigung der Gefangenen ohne vorhero geschehene satisfaction zu suspendiren / auch wol gar keine Außwechslung einzuwilligen / rechtmässige Ursach einwenden wird. Darum in dem Königl. Schwed. Feldläger am 31. Mai. 1640. St. Vet.

Euer Excell.

Dienstwilliger Knecht

Johann Bannier.

Antwort Herrn Grafen Piccolomini auff vorgesetztes Schreiben

Hoch- und Wolgebohrner Herr / etc. Ich hab nebens deroselben / der Lüneburg- und Hessischen Völckern Conjunction biß dato nicht / sondern viel mehrers glauben wollẽ / daß solche sich allein von ihren Regimentern absentirt / und um Außstreiffens willen zu deroselbigen unterhabenden Schwedischen Armee sich geschlagen werden haben. Nachdem aber Euer Exc. bemelte Lüneburg. und Hessische Völcker würcklich unter Dero Commando gegeben worden / und sie solcher Gefangenen begehren / kann ich deren Erledigung gar wol verstatten und geschehen lassen / daß selbige nebens allen kürtzlich anhero eingebrachten Gefangenen hinüber geschickt werden. Entgegen versehe ich mich / weilen von der Käis. Parthey noch viel Gefangene sich bey ihnen befinden / man werde solche ebenmessig hierüber passiren / und also gegeneinander außwechseln lassen. Vom Hrn. Grafen von Hoditz befindet sich allhier bey der Armee niemand als ein Capitäin-Lieut. welcher vor diesem bey hiesiger Parthey gedienet / sich darvon ohne Licentz absentirt / seines Eids und Pflicht vergessen / welcher als er bereits eine zimliche Zeit allhier gefangen sich auffgehalten / von dem Regiment / darunter er gehörig / erkandt / ein unpartheyisch Kriegsrecht über ihn gehalten / und zum Tod verurtheilet worden. Verhoffe Eu. Excell. werden solches anderst nicht als vor billich und recht erkennen / zumahlen nicht wenig zu bedauren / daß bey so berühmter Teutschen Nation wider Treu und Glauben es dahin gerathen / daß so viel Soldaten nach ihrem Belieben bald zu einer bald zur andern Parthey ohne einigen Respect sich schlagen / dienen und verbleiben. So E. Excell. etc.

Datum im Käiserl. Feldläger den 11. Jun. 1640. Styl. Nov.

Piccolomini.

Abermahliges Schreiben deß Generals Banniers / an Herrn Grafen Piccolomini.

Wohlgeborner Herr Graf / sonders geehrter Herr Gen. Feld-Marschall / etc. Eu. Excell. gestriges Antwort-Schreiben habe ich zurecht empfangen / und gleich wie ich mir nicht einbilden / viel weniger glauben können / daß Eu. Excell. einige weltkündige actiones, wie die conjunction mit beyden Fürstl. Häusern / Braunschweig und Hessen formirten Trouppen ist die ein Regiment zu Roß uñ Fuß / welche Standarten und Fähnlein führen / auch ihre wol eingerichtete Artillerie bey sich haben / bestehet / innerhalb Monatsfrist nicht hätte wissend  werden sollen / ebẽ so wenig kann ich mir persudiren lassen / daß E. Exc. Solchen ansehnlichẽ zweyer fürtrefflicher Reichs-Fürsten Succurs / für streiffende Rotten / und absentirte ohne Ordre zugestossene Partheyen halten werden / achte vielmehr darfür / es werde in E. Excell. Cantzley ein Irrthum begangen / und von dem Concipisten die Materi nicht recht eingenommen seyn / dann die hochgenante beyde Fürstl. Häuser zu obgedachter Conjunction / weilen sie sich bey dem Pragerischen Friedenschluß so wenig als andere / versichert befinden / bewogen / und ihre recht formirte corpora mit der Königl. Schwedischẽ armatur zu dem End conjungirt / damit sie unter faveur[127] solcher zusammensetzung eine bessere securität erwerben / und sich nebens allen Betrangten und Nothleidenden durch die natürliche impulsions-Mittel[128] / dermaleneins in die beständige und unwandelbare tranquilität[129] setzen / keineswegs aber in Ungewißheit / und solchen Exceptionen[130] unterworffen seyn möchten / wie solche die Momenten der Incidentien ihnẽ würden aufftringen wollen : und weilen also obgesamelte Trouppen keine streiffende Partheyen[131] titulirt werden können / versehe ich mich E. Excellentz die von ihnen annoch hinterhaltene Gefangene dem Anerbieten und Billichkeit gemäß hierüber zu lassen kein Bedencken tragen würden. Anderer gestalt müssen die / welche Euer Excell. Parthey / künfftig gefangen würden / gleichmässigen Glücks und Unglücks gewärtig seyn / es werden auch wegen solcher bezüchtigung die Herren Generalen über beyde Fürstl. Häuser löbl. Soldatesca sich ohnverlängert selbst zu purgiren nicht unterlassen. S. Excell. etc.

Datum in dem Königl. Schwedischen Feldläger den 2. 12. Junii 1640.

Euer Excellentz

Dienstwilliger Knecht

Johann Bannier.

Herrn Grafen Piccolomini Antwort.

Hoch- und Wohlgebohrner Herr / sonders Hochgeehrter Herr GeneralFeld-Marschall / etc. Euer Excellentz gestriges Schreiben hab ich wol empfangen / und ablesend den Inhalt vernommen / und wollen dieselbe sich versichert halten / daß durch meine Secretari und Concipisten ein weniges oder mehrers nicht / als was ich ihnen mit gutem Bedacht  befehle / zu Papier gebracht / noch unter meiner Hand außgefertiget wird / daß ich aber auff jetzt Euer Excell. erlangte letztere Schreiben / die Conjunction der Fürstl. Braunschweigisch-Lüneburgischen und Hessischen formierten Armeen nicht glauben können / ist die Ursach / daß zu denen vom Röm. Reich dem gemeinen Wesen zum besten in Nürnberg[132] angestellten Tractaten / ihre dahin Herrn Abgesandten / viel ein anders versichert haben / nit weniger auch / als hochgedachtes Hauß Braunschweig und Lüneburg vor 2. Jahren bey der Röm. Kais. Maj. die Reichs-Lehen zu Wien empfangen / eben dergleichen Versicherung beschehen ist : was aber mehr hochbesagte Fürstl. Häuser zu solchen gefährlichen und weitaussehenden  wider das gantze Römische Reich vorgenommene Conjunction vor Raison haben / das laß ich meines wenigen theils an seinen Ort gestellt seyn / und wird sich wer recht oder unrecht gethan / zu seiner Zeit weisen / dann als vor diesem ihre vires mit denen Käiserl. Waffen conjungirt waren / ist dergleichen Protestation nicht gedacht worden / und werde hinführo mit ihrer allhie anwesenden Gen. und Soldateca so wohl als mit E. Excell. löbl. Brauch nach zu tractiren mir nicht zuwider seyn lassen.

Dem Hn Grafen Hoditz sollen seine Officirer und Leuth nit auffgehalten / sondern so bald solche anhero anlangen / hinüber geschickt werden / auss deß bewusten Capitäin Lieut. darüber werden E. Excell. der Beschaffenheit bereits informirt seyn / der Hoffnung / sie werden es vor billich selbsten erkennen. So solle auch der Junge vom Adel / [Gottfried v. ?; BW] Sparr genannt / wenn er vorhanden / nicht vorenthalten werden.

Sonsten vernehme ich wohl / es werde der gestriges Tags von E. Excell. zu mir geschickte Trompeter seine ihme anbefohlene Ambassada nicht recht eingenommen gehabt haben / in Erwegung / weilen dieselben mit so viel unterschiedlichen wol außgerüsteten Armeen conjungirt seyn / sie leichtlich abnehmen können / daß ich mit so enger Käis. Armee auß meinem gefasten Posto zu gehen nit ursach haben werde / so sind auch dergleichen Mutationẽ zwischen Cavallierẽ mehr als Armeen gebräuchlich / hätte aber E. Excell. noch ein paar Tag biß die Conjunction zwischen Käis. und Chur-Bäyrischen Reichs-Armeen beschehen wären / zu warten beliebt / würde ich nit ermangelt haben E. Excell. Retrenchement auffzuwarten / welches das Glück und die zeit an einem andern ort auch noch wol geben kann. So derselben in Wieder-Antwort nicht bergen / und Göttlicher Obacht uns allerseits benebens befehlen wollen.

Datum im Käis. Feldläger zu Saalfeld[133] den 13. Junii Anno 1640.

Piccolomini / etc.

Deß Fürstl. Braunschweigisch-Lüneburgischen Gen. Lieutenants Klitzing / an Hn. Grafen Piccolomini abgangenes Schreiben.

Hoch-Wohlgebohrner Graf / besonders Hochgeehrter Herr General Feld-Marschall / etc. Es ist E. Excell. Schreiben / welches an den Königlichen Schwedischen Herrn Generaln und Feld-Marschalln Banners Excellentz abgehen zu lassen / Ihro gefallen / zu verlesen mir commiunicirt worden / und hätte nicht gerechnet daß Euer Excellentz Ihro würden haben belieben lassen / diejenige Corpora, welche die Fürstliche Häuser Braunschweig-Lüneburg und Hessen / mit der Königl. Schwedischen Armatuir zu conjugiren / auß fundirten und überlegten Motiven für Raisonnable gefunden / für streiffende und ohne Ordre abandonnirte[134] Partheyen zu aestimiren / sinthemahlen es nicht leicht zu præsumiren / daß solche auffgerichtete Armatur / so in formirten Troppen mit Standarten und Fähnlein auch zugehöriger Artollerie bestehet / und darbey ich an Braunschweig-Lüneburgischen Ort ohne Ruhm zu gedencken / als General geordnet bin / Euer excellentz als einem Käiserlichen General der gegen solchen Kriegs-Heers Actionen zur Opposition deputirt / verborgen seyn könne / will auch nicht hoffen / daß E. Excell. als die mich von meiner / ohne Jactantz[135] einzuführen / habender Renommee besser kennen / auch für einen solchen æstimiren werden / der sich zur Conduict[136] streiffender Partheyen / deren Hasser und Verfolger ich jederzeit gewesen / und noch bin / gebrauchen lassen sollte / und könnte sich vielleicht bey einer oder andern occasion, da nur proportionable forze an meine unterhabende Soldatesca sich præsentiren würde / außweisen / daß wir uns in formirten Troppen extubiren[137] / uñ unsere fortun wie confirmirte[138] Soldaten suchen würden. Da sonsten Euer Excell. solche Suspicion von mir fallen zu lassen keine Beliebung tragen wölten / würden sie mich nicht verdencken / daß ich mir die Vindication der Blasme zu gelegener Zeit würde vorbehalten müssen. Worauff E. Exc. nachrichtlichen Erklärung ich dann bey der ersten Gelegenheit gegenwärtig seyn will / verbleibe im übrigen

E. Exc.

Dienstwilliger Knecht

Hanß Caspar von Klitzing.

Antwort-Schreiben Hn. Grafen Piccolomini an den General-Lieuten. Klitzing.

Sonders vielgeehrter Herr General-Lieut. auß seinem gestrigen Tags an mich gethanem Schreiben hab ich ersehen / daß ihme empfindlich vorkomt / weiln ich darvor gehalten / daß bey der Schwedischen feindlichen Armee von den Fürstl. Häusern / Braunschweig-Lüneburg und Hessen keine formirte Trouppen nicht / sondern allein abandonnirte streiffende Partheyen wären / was mich aber hiezu bewögen / ist dieses / daß im gantzen Röm. Reich / wider dasselbe von obgesagten beyden Fürstl. Häusern solche vorgenommene gefährliche und weitaußsehende Conjunction niemands glauben wollen / und was noch mehrers ist / haben derer beyder Herren Abgesandte bey denen / dem allgemeinen Wesen zum besten zu Nürnberg angestellten Tractaten / noch allzeit das contrarium versichert / als auch vor zwey Jahren / da hochgedachtes Hauß Braunschweig und lüneburg von der Römischen Käiserl. Majest. Unserm allergnädigsten Herrn die Reichs-Lehen empfangen / eben dergleichen beschehen. Worauff man sich an dieser Seiten verlassen / und in kein Mißtrauen gestellet hat / was nunmehr hochberührte beyde Fürstl. Häuser hierzu für Raison und Motiven gehabt / dass lasse ich meines wenigen Theils an seinen Ort gestellet seyn / und wird sich / wer recht oder unrecht gethan / zu seiner Zeit weisen / dann als vor diesem die Fürstl. Braunschweig- und Lüneburgische Völcker mit den Käiserl. und andern Reichs-Armeen conjungirt waren / ist dergleichen Protestation nicht gedacht worden. Nichtsdestoweniger weiln mir nunmehr gnugsam bewust / daß der Hr. General-Lieutenant mit untergebenen formirten Lüneburgischen Armeen sich hier bey dem Feind befindet / ist mir gar nicht zuwider / mit demselben und seiner Soldatesca allen löbl. Kriegs-Gebrauch nach zu tractiren und nach Raison zu begegnen / gestalt ich mich gegen allen Partheyen jedesmals dahin befliessen / wollte der Hr. General-Lieuten. auff seiner zwar ohne ursach gefasteten Intention beharren / und wie dessen Schreiben im Schluß vermeldet / solches zu gelegener Zeit gedencken / stehet es bey dessen guten Belieben / ein jeder hat deß Glücks oder Unglücks zu gewarten / verbleibe damit

Meines Vielgeehrten Herrn

Dienstwilliger Knecht

Piccolomini, & etc.

Datum im Käiserl. Feldläger / den 13. Junii / 1640“.[139]

Der Hildesheimer Chronist, Arzt und Ratsherr Dr. Jordan notiert in seinem Tagebuch unter dem 29.6./9.7.1640: „Summo mane abiit G. Colonel Klitzing mit dem Obrist Wurmb ad militum numerum, so an der Weser lag, weil sie in Franken nichts richten könnten. Das Volk war sehr verhungert, verlaufen und krank“.[140]

„Die Zeit der guten Tage im Leben ist kurz, und Baner gehört nicht zu denen, die tatenlos im Genuß versinken können. Schon am Tage nach der Hochzeit steckt er wieder tief in den Kriegsangelegenheiten. Es ist, als habe er mit der Hochzeit seine Energie und Tatkraft wiedergefunden. Die Unruhe, die ihn monatelang gequält hat, ist verschwunden, er handelt schnell und zielbewußt. Am 17. [27.; BW] September bricht er mit der Armee von Waldeck[141] auf und eilt nach Münden,[142] um hinter der Weser die Offensive der Kaiserlichen aufzuhalten und Herzog Georgs Land zu schützen. Einen starken Kavallerieverband unter General Klitzing hat er vorausgeschickt; er soll in höchster Eile alle Übergänge über die Weser besetzen und Piccolomini zum Stehen bringen, bis Baner mit der Hauptmacht zur Stelle sein kann. Sich selbst überlassen, versagt Klitzing gründlich. Ängstlich und unentschlossen irrt er planlos hin und her und läßt Piccolomini nach Belieben vorrücken. Als Baner in Münden ankommt, erfährt er, daß die Kaiserlichen eben dabei sind, bei Fürstenberg,[143] etwa 4 Meilen nördlich von Münden, eine Brücke über die Weser zu schlagen. Das ist eine ernste Nachricht. Bekommen die kaiserlichen Gelegenheit, Lüneburg und Braunschweig zu überschwemmen, dann wird das politische Ansehen der Schweden im niedersächsischen Kreise katastrophal sinken und die militärische Hilfe der Fürsten dieses Kreises auf ein Minimum herabgemindert werden. Zugleich mit den Rapporten über die Lage an der Weser treffen ein paar boten des Herzog Georgs bei Baner ein; Herzog Georg hat angesichts des Anmarsches der Kaiserlichen ganz und gar den Mut verloren und ist kleinlaut wie ein Schuljunge, der Angst vor Prügeln hat. Er läßt Baner auf den Knien um Hilfe bitten, verspricht ihm goldene Berge und gibt zu, daß er vieles verfehlt und versäumt habe“.[144]

Dr. Jordan hält in seinen Aufzeichnungen fest: 4./14.10.: „Inzwischen rückte der General Banner mit den Schwedischen, Weimarischen und Heßischen Armee von der Weser bis an die Leine, nahm uf Lawenstein[145] das Hauptquartier. Hauseten sehr übel“. 6./16.10.: „Klitzing, Stelling und Ziegenmeyer bringen Grãl. Banner Assignation uf sein Quartier, so sich von der Grafschaft Hoja[146] zwischen der Weser und Leina bis hinunter das Fürstenthumb Grubenhagen,[147] – so mit eingeschlossen – , an Lutterberg[148] erstreckt“.[149]

Das „Theatrum Europaeum“ berichtet zu 1641: „Als Banner sehr kranck war / und Herzog Augustus die Schwedischen und Weymarischen in so flüchtiger Retirade sahe / auch daß die Käiserischen solcher Armee nachfolgten / hat S. Fürstl. Gn. nicht lange gefeyret / einen Trompeter zum Herrn Gen. Piccolomini abzufertigen / und sich zur mündlichen Conferentz anzubieten.

Der Lüneburgische General Klitzing hatte Noth und Ursach sich an den Hessumer-Damm zu legen / und daß weder Schwedische noch Käis. seinem Lager vor Wolfenbüttel[150] nähern konten / auffzuhalten / als er dann mit 3. Regimenten zu Pferd / und etwas Infanterie gethan hat : doch streiffete so wol er als die Schwedischen auff die Käis. die damals schon zu groß Germersleben[151] / oder wie die Land-Carte besaget / zu Crembsleben[152] ankommen waren / den Schwedischen fort und fort nach Oschersleben[153] und Schöningen[154] nachzusetzen : Die Käiserlichen aber befanden besser zu seyn / zu Germersleben still zu ligen / und deß Herren Ertz-Hertzogen Hochfürstl. Durchl. daselbsten von Dreßden[155] her zu erwarten / alsdann den Entsatz Wolfenbüttel[156] vorzunehmen.

Die Weymarischen waren durch Occasion dieses Zugs zu den Lüneburgischen kommen / und machten ihr Läger zu Detleben[157] / eine Meile von Schöningen / und nicht weit vom Kiwitzer-Dam̃ / von welchem auch der Hessumer-Damm nicht weit ist / von denen derhalben auch General Klitzing nicht weit war. Ob sie wol an Proviant keinen sondern Mangel hatten / sondern dessen auß Halberstatt[158] und andern Orten zur Notdurfft haben möchten / wie dann Halberstatt von Detleben nur 2. Meilen  gelegen ist / so musten sie doch / daß sie von fast täglicher Rencontres ziemlichen Schaden gelitten hatten / bekennen / biß daß es ihnen bald wiederum glückte / und sie Revenge erhielten: klagten aber / daß unter den Reutern wenig Gelt vorhanden sich zu montiren.

Der General Piccolomini commandirte den Obristen Spiegel mit 300. Pferden / deß Gegentheils Läger zu recognosciren / der traffe auff ungefehr 300. Pferd / [Johan; BW] Wittenbergischen Regiments / schluge sie also / daß er bey 150. lediger Pferd mit Satteln und Pistolen / auch bey 60. gefangener Reuter und Unter-Officirer / und ausser derselben den Major sampt 2. Rittmeistern davon brachte. Ingleichen beschahe 200. andern Pferden / von Obr. Lieutenant Donner / Brigantzischen [Braganza; BW] Regiments : und wurden Ihre Hochfürstl. Durchl. wegen Anstellung deß Entsatzes mit Verlangen von Dreßden erwartet“.[159]

Im Juni 1641 hatte August von Braunschweig-Wolfenbüttel sein Heer unter Klitzings Befehl mit den Schweden vereinigt, wie Piccolomini Hatzfeldt berichtete.[160]

„Ein kaiserliches Heer war unter dem Erzherzog Leopold[161] aus dem Magdeburgischen zum Entsatz der blockierten Festung herangerückt. Generalleutnant von Klitzing vereinigte die braunschweig-lüneburgischen Truppen gegen den inneren Wunsch der Herzöge mit dem schwedischen Heere unter den Generalen Phul [Adam v. Pfuel; BW] und [Helm; BW] Wrangel sowie den Weimaraner Truppen unter dem französischen Marschall Guébriant im Juni vor dem Kiebitzer Damm am Großen Bruchgraben, um die Blockade von Wolfenbüttel zu decken. Da aber die Kaiserlichen nördlich dieses Hindernisses über Germersleben-Schöningen vorrückten, zogen die Alliierten gleichfalls auf Wolfenbüttel, so daß beide Heere parallel miteinander gleichsam in die Wette marschierten und fast gleichzeitig vor der Festung anlangten. Am 17. Juni marschierte die kaiserliche Armee durch Wolfenbüttel, auf das linke Okerufer, wo die schwedisch-deutsche Armee schon stand, und nahm unter den Kanonen der Festung eine Stellung, derjenigen der Alliierten gegenüber. Hier kam es am 19. Juni zu einer blutigen und lange unentschiedenen Schlacht, in der es sich hauptsächlich um Steterburg[162] und den Besitz des dortigen Waldes handelte. Bei den Verbündeten stand das schwedische Heer auf dem rechten, das deutsche Heer auf dem linken Flügel. Die Stärke des verbündeten Heeres betrug 22 000 Mann, die des kaiserlichen 20 000 Mann. Von den Truppen des verstorbenen Herzogs nahmen sein berühmtes Leib-Kavallerie-Regiment, das ebenso berühmte Kürassier-Regiment Anton Meier und die Kürassier-Regimenter v. Warberg, Koch und von Dannenberg, von der Infanterie das rote Regiment v. Schlütter und das blaue Regiment mit je 6 Kompagnien, sowie endlich vom Leib-Infanterie-Regiment v. Bessel und vom gelben Regiment v. Waldow je 2 Kompagnien in der Gesamtstärke von 5400 Mann an der Schlacht teil. Namentlich zeichnete sich Generalleutnant v. Klitzing mit den drei alten Kavallerie-Regimentern Georgs aus. Die gesamte Kavallerie der Verbündeten unter dem General v. Königsmark führte durch einen umfassenden Angriff auf den kaiserlichen rechten Flügel, der diesen zum Weichen brachte, die Entscheidung zugunsten des protestantischen Heeres herbei. Das Leib-Kavallerie-Regiment unter dem Oberstleutnant v. Schönberg drang dabei in zwei bayerische Infanterie-Regimenter ein, nahm 2 Obersten [Gayling v. Altheim und Hagenbach; BW] gefangen und eroberte 6 Fahnen und 4 Kanonen. Die Kaiserlichen wurden bis unter die Wälle der Festung getrieben, zogen am 24. durch Wolfenbüttel und setzten den Rückzug bis Schöningen fort”.[163]

Der Hildesheimer Chronist Dr. Jordan notiert in seinem Tagebuch unter dem 5./15.9.1641: „Die Allirten Armeen marschirten vergangene Nacht von dannen nach Gifhorn.[164] Die Ursach mach von Gott bekannt seyn, weil sie noch feststunden und keines Mangels an Proviant hatten. In dem Abmarche seyn beide Herzog August Regimenter, eins zu Roß und eins zu Fueß, unter beiden Obristen Koch von ihnen nach Dannenberg[165] gegangen. Wie die Schwedische solches gesehen und gesagt: ‚Wo stremet sick, dut’. Herzog Augusti seine Leute haben gesagt: ‚Es streme sick soo’. Bis an Lüneburgk[166] alles Vieh geraubet. Nachgehnds wie die Armee von Oeßel[167] nach Zell[168] sich gewandt sich gewandt, kombt der Obristliutnand Rochow und Obrist Hake von Wißmar[169] zu der Schwedischen Armee berichten, daß Torstensohn sie zu Wißmar gesprochen und warumb sie den Posten bey Wulfenbüttel verlassen. Landgraf Johan (von Hessen) und Klietzing haben ihm unter blawen Himmel höchlich verwiesen, daß sie die Schweden die schöne occasion so verlassen und in keine Differenz setzen wollten, sondern dafern sie, die Schweden, noch ferner bey ihren Propositionen verharren, werden sie, die übrigen Allirten, Ursach genug haben von ihnen zu gehen. Darauf einhelliglich beschloßen uf den Feind zu gehen. Man gab große Schuld uf Grãl.-Majeur Adam von Pfuhl und anderen, so etwan coorumpiert oder hohe Ehren im Säckel vom Kayser führeten“.[170]

In der Hannoverschen Chronik heißt es lapidar: „Den 20. Sept. [30.9.1641; BW] kam hie Zeitung, daß General Klitzing von dem Hause Braunschweig gantz cassiret und aus dem Sarstedtischen[171] Lager nach Hamburg[172] convoiret wäre. Er soll aus diesem Fürstenthume monatlich 8000 Thlr. zur Besoldung gehabt haben, nun mache man Facit, was er in diesen 3 Jahren bekommen habe“.[173] 1642 wurde er schwedischer Generalleutnant. 1644 erwarb er Briese.[174] Am 24.6.1644 verstarb er in Köln.

[1] MEBES, Beiträge, S. 558; KÖNIG, Biographisches Lexikon Bd. 2, S. 295f.; vgl. die Erwähnungen bei HARRACH, Tagebücher.

[2] SCHERER, Sächssche Regimenter, Fußreg. Nr. 8.

[3] Vgl. REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein; SCHUBERTH; REICHEL, Die blut’ge Affair’.

[4] So behauptet es jedenfalls KUNATH, Kursachsen, während in der bisherigen Literatur Ernst Georg von Sparr zu Trampe erwähnt wird (vgl. auch ENGERISSER, Von Kronach, S. 107, Anm. 65).

[5] Laun [Louny]; HHSBöhm, S. 319f.

[6] Rakonitz [Rakovník]; HHSBöhm, S. 508f.

[7] KUNATH,  Kursachsen, S. 85.

[8] SCHMIDT-BRÜCKEN; RICHTER, Der Erzgebirgschronist Christian Lehmann.

[9] Oberwiesenthal [Kr. Annaberg]; HHSD VIII, S. 261.

[10] LEHMANN, Kriegschronik, S. 30. Lehmann datiert nach dem alten Stil. Annaberg; HHSD VIII, S. 5ff.

[11] Magdeburg; HHSD XI, S. 288ff.

[12] Vgl. SENNEWALD, Das Kursächsische Heer (ab November 2012).

[13] Dechtow, heute Ortsteil von Fehrbellin [LK Ostprignitz-Ruppin].

[14] Werben [Kr. Osterburg]; HHSD XI, S. 492f.

[15] Havelberg [Kr. Westprignitz/Havelberg]; HHSD X, S. 217ff.

[16] Vgl. auch KUNATH, Kursachsen, S. 214.

[17] SCHRÖER, Havelland, S. 88f. Brandenburg [Stadtkr.]; HHSD X, S. 135ff.

[18] Brandenburg [Stadtkr.]; HHSD X, S. 135ff.

[19] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 41.

[20] Dannenberg [Kr. Lüchow-Dannenberg]; HHSD II, S. 106f.

[21] Dömitz [Kr. Ludwigslust]; HHSD XII, S. 21ff.

[22] Perleberg [Kr. Westprignitz/Perleberg]; HHSD X, S. 308ff.

[23] Parchim; HHSD XII, S. 77f.

[24] Lübz; HHSD XII, S. 60f.

[25] Wolfshagen [Kr. Prenzlau/Straburg]; HHSD X, S. 396.

[26] verlor

[27] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 3, S. 707.

[28] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 32.

[29] Wittenberg [Kr. Wittenberg]; HHSD XI, S. 504ff.

[30] Berlin-Spandau; HHSD X, S. 97ff.

[31] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 138; Frankfurt a. d. Oder [Stadtkr.]; HHSD X, S. 177ff.

[32] Berlin-Spandau; HHSD X, S. 97ff.

[33] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 138.

[34] Krossen oder Crossen a. d. Oder [Krosno Odrzańskie; Brandenburg, h. Polen]; HHSD X, S. 246f.

[35] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 41; Landsberg [Gorzów Wielkopolski, Brandenburg, h. Polen]; HHSD X, S. 446ff.

[36] Wittstock [Kr. Ostprignitz/Wittstock]; HHSD X, S. 394ff. 24.9./4.10.1636: Schwedische Truppen (9150 Berittene und 7228 Infanteristen) unter Johan Banér schlagen die kaiserlich-sächsischen Truppen (9000 Berittene und 9000 zu Fuß) unter Melchior von Hatzfeldt. Dadurch konnten die schwedischen Kontributionsgebiete wieder ausgeweitet werden; Banér hatte bewiesen, dass mit Schweden als Militärmacht in dieser Kriegsphase wieder zu rechnen war. Vgl. Eigentlicher Verlauff Des Treffens bey Wittstock / etc. vorgangen den 4. October / 24. September 1636 [VD17 23.313240S]. Vgl. die hervorragende Edition von EICKHOFF; SCHOPPER, 1636; MURDOCH; ZICKERMANN; MARKS, Battle of Wittstock; ferner HÖBELT, Wittstock; HEßELMANN, Simpliciana XXXIII.

[37] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 41.

[38] Fürstenwalde; HHSD X, S. 193f.

[39] Torgau [Kr. Torgau]; HHSD XI, S. 467ff.

[40] Großenhain; HHSD VIII, S. 135f.

[41] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.

[42] Die Grafschaft Henneberg-Schleusingen wurde nach dem Tod des letzten Grafen auf Grund der Erbverbrüderung von 1554 (de facto seit 1583) von den beiden wettinischen Linien, den sächsischen Albertinern und den thüringischen Ernestinern, bis 1660 gemeinsam verwaltet. Die Grafschaft Henneberg gehörte 1631 zu den von den Truppendurchzügen und Einquartierungen am schlimmsten betroffenen Territorien. An das Aufbringen der Kontribution nach Erfurt war kaum zu denken, das Rentamt in Schleusingen verfügte über keine Mittel. Die Landstände wurden bewogen, innerhalb der nächsten zwei Monate 2.500 Rt. aufbringen zu wollen. Ein weiterer schwerer Schlag wurde nach dem Bericht des kursächsischen Oberaufsehers Marschalk der Grafschaft im Oktober 1634 durch den Einbruch der Truppen Piccolominis versetzt. Vgl. HEIM, Leiden; HUSCHKE, Herzog Wilhelm, S. 255; KÖBLER, Lexikon, S. 247f.

[43] Gotha; HHSD IX, S. 151ff.

[44] Arnstadt [Ilm-Kreis]; HHSD IX, S. 18ff.

[45] Vgl. ANGERER, Aus dem Leben des Feldmarschalls Johann Graf von Götz.

[46] KUNATH, Kursachsen, S. 220f.

[47] Beelitz [LK Potsdam-Mittelmark].

[48] Dragoner (frz. dragon): leichter Reiter, der auch zu Fuß focht, benannt nach den mit Drachenkopf (dragon) verzierten Reiterpistolen, nach KEITH, Pike and Shot Tactics, S. 24, aus dem Holländischen „dragen“ bzw. „tragen“. Der Dragoner war ein berittener Infanterist (der zum Gefecht absaß), da das Pferd zu schlecht war, um mit der Kavallerie ins Gefecht reiten zu können. Berneck, Geschichte der Kriegskunst, S. 136. Auch äußerlich war der Dragoner nicht vom Infanteristen zu unterscheiden. Zudem verfügte in der schwedischen Armee 1631/32 etwa nur die Hälfte der Dragoner überhaupt über ein Pferd. Oft saßen daher zwei Dragoner auf einem Pferd. Falls überhaupt beritten, wurden die Dragoner als Vorhut eingesetzt, um die Vormarschwege zu räumen und zu sichern. Zum Teil wurden unberittene Dragoner-Einheiten im Kampf auch als Musketiere eingesetzt. „Arbeiter zu Pferd” hat man sie genannt. Eine Designation vom 13.7.1643 über die Verwendung des Werbegeldes bzw. die Abrechnung für einen Dragoner stellt 44 Gulden 55 Kreuzer in Rechnung. Vgl. WALLHAUSEN, Kriegs-Kunst zu Pferd.

[49] Saarmund, heute Ortsteil von Nuthetal [LK Potsdam-Mittelmark].

[50] Wittenberg [Kr. Wittenberg]; HHSD XI, S. 504ff.

[51] SCHNEIDER, Chronik der Stadt Beelitz, S. 31f.

[52] Der in Folge der schwedischen Niederlage in der Schlacht bei Nördlingen (5./6.9.1634) vereinbarte Prager Frieden zwischen Johann Georg von Sachsen und Kaiser Ferdinand II. wurde am 30.5.1635 unterzeichnet. Bei diesem Friedensschluss, dem fast alle protestantischen Reichsstände beitraten, verzichtete der Kaiser auf seinen Anspruch, den Augsburger Religionsfrieden von 1555 allein zu interpretieren und damit das Restitutionsedikt von 1629 durchzuführen (vgl. s. v. „Religionsedikt”); Ergebnis war eine begrenzte Festschreibung des konfessionellen Status quo. Weitere Ergebnisse waren: die Festschreibung der Translation der pfälzischen Kurwürde auf Bayern, der Ansprüche Sachsens auf die Lausitz und die Bildung eines Reichsheers (wobei Johann Georg von Sachsen und Maximilian I. von Bayern eigene Korps führen ließen, die als Teil der Reichsarmee galten), die bestehenden Bündnisse waren aufzulösen, fremde Mächte sollten den Reichsboden verlassen, etwaige Ansprüche auf den Ersatz der Kriegskosten seit 1630 wurden aufgehoben, eine allgemeine Amnestie sollte in Kraft treten. Zudem kann der Prager Frieden als einer der letzten kaiserlichen Versuche betrachtet werden, ein monarchisches System im Reich durchzusetzen. Maßgebliches Mittel dazu war die so genannte Prager Heeresreform, mit der der Kaiser den Versuch unternahm, nahezu alle reichsständischen Truppen unter seinen Oberbefehl zu stellen und zugleich den Ständen die Finanzierung dieses Reichsheeres aufzuerlegen. Diese Vorstellungen ließen sich ebenso wenig verwirklichen wie das Ziel, durch die Vertreibung der ausländischen Mächte Frankreich und Schweden zu einem Frieden im Heiligen Römischen Reich zu gelangen. HAPPE schätzte den Prager Frieden zu Recht als trügerisch ein; Happe I 396 v – 397r, mdsz.thulb.uni-jena.de; vgl. auch LEHMANN, Kriegschronik, S. 87. Zur Forschungslage vgl. KAISER, Prager Frieden.

[53] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff. Zu den Kriegsereignissen in Hildesheim vgl. auch PLATHE, Konfessionskampf.

[54] Lüneburg; HHSD II, S. 311ff.

[55] WERSEBE, Geschichte, 7. Kapitel: Online unter: kgl.de/NecAsperaTerrent/geschichte/30jahr/wersebe_30jahr/wersebe3.htm.

[56] Lebus [Kr. Lebus/Seelow]; HHSD X, S. 253ff.

[57] Fürstenberg a. d. Oder [Kr. Guben/Stadtkr. Eisenhüttenstadt]; HHSD X, S. 192f.

[58] Gartz a. d. Oder [Kr. Randow]; HHSD XII, S. 185ff.

[59] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 469.

[60] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas; KILIÁN, Johann Matthias Gallas.

[61] Küstrin [Kostrzyn; Kr. Königsberg]; HHSD X, S. 441ff.

[62] Sternberg [Torzym; Kr. Oststernberg]; HHSD X, S. 467f.

[63] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 470.

[64] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 41; Rathenow [Stadtkr. Rathenow/Kr. Rathenow]; HHSD X, S. 333f.

[65] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 482.

[66] Havelberg [Kr. Westprignitz/Havelberg]; HHSD X, S. 217ff.

[67] Dömitz [Kr. Ludwigslust]; HHSD XII, S. 21ff.

[68] Plaue, heute Stadtteil von Brandenburg [Stadtkr.]; HHSD X, S. 135ff.

[69] KUNATH, Kursachsen, S. 228.

[70] Werben [LK Stendal]; HHSD XI, S. 492f.

[71] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 391. Die Hinweise zu Peter Didriksson Ruuth verdanke ich Herrn Eckart Hübener, Rambow.

[72] Vgl. BINGEL, Das Theatrum Europaeum.

[73] Gemeint war die Hinrichtung Stammers, der Lüneburg übergeben hatte.

[74] Stettin [Szczecin]; HHSD XII, S. 280ff.

[75] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 3, S. 884.

[76] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 41.

[77] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 391.

[78] Schwerin; HHSD XII, S. 114ff.

[79] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 499.

[80] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 498.

[81] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 32.

[82] Calbe/Saale [Kr. Calbe/Schönebeck]; HHSD XI, S. 65ff.

[83] STEINMETZ, Was Friede und Ruhe.

[84] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 513.

[85] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 518.

[86] Loitz [Kr. Grimmen]; HHSD XII, S. 232f.

[87] Usedom [Kr. Usedom-Wollin]; HHSD XII, S. 309f.

[88] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 533.

[89] Kartaune, halbe: langläufiges Geschütz mit großer Reichweite, Rohrlänge 32-34-faches Kaliber (10,5 –-11,5 cm), schoß 8-10 Pfund Eisen. Das Rohrgewicht betrug 22-30 Zentner, das Gesamtgewicht 34-48 Zentner. Als Vorspann wurden 10-16 Pferde benötigt.

[90] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 566.

[91] Anklam [Kr. Anklam]; HHSD XII, S. 153ff.

[92] SALIS-SOGLIO, Hans Wolf von Salis, S. 88.

[93] http://www.festungpeitz.de/fortgouver.html.

[94] Stettin [Szczecin]; HHSD XII, S. 280ff.

[95] Stralsund [Kr. Stralsund]; HHSD XII, S. 292ff.

[96] Barth [Kr. Franzburg-Barth]; HHSD XII, S. 160ff.

[97] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 613.

[98] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 618.

[99] Rathenow [Stadtkr. Rathenow/Kr. Rathenow]; HHSD X, S. 333f.

[100] SCHRÖER, Havelland, S. 92.

[101] Zehdenick [Kr. Templin/Gransee]; HHSD X, S. 403f.

[102] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 667.

[103] Malchin [Kr. Malchin]; HHSD XII, S. 61f.

[104] Prenzlau [Kr. Prenzlau]; HHSD X, S. 320ff.

[105] Neubrandenburg [Kr. Neubrandenburg]; HHSD XII, S. 69ff.

[106] Zehdenick [Kr. Templin/Gransee]; HHSD X, S. 403f.

[107] Oderberg [Kr. Angermünde/Eberswalde]; HHSD X, S. 300f.

[108] Frankfurt a. d. Oder [Stadtkr.]; HHSD X, S. 177ff.

[109] Landsberg [Gorzów Wielkopolski, Brandenburg, h. Polen]; HHSD X, S. 446ff.

[110] Sehr wahrscheinlich ist hier Neuhausen; HHSD X, S. 292, gemeint.

[111] Gransee [Kr. Ruppin/Gransee]; HHSD X, S. 201ff.

[112] Ueckermünde [Kr. Ueckermünde]; HHSD XII, S. 307ff.

[113] Demmin; HHSD XII, S. 175ff.

[114] Wolgast [Kr. Greifswald]; HHSD XII, S. 317ff.

[115] Swinemünde [Świnoujście]; HHSD XII, S. 299f.

[116] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 683.

[117] Havelberg [Kr. Westprignitz/Havelberg]; HHSD X, S. 217ff.

[118] Stettin [Szczecin]; HHSD XII, S. 280ff.

[119] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 719.

[120] Hannover; HHSD II, S. 197ff.

[121] JÜRGENS, Chronik, S. 532.

[122] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.

[123] SCHLOTTER, Acta, S. 317.

[124] Vgl. BARKER, Generalleutnant. Eine befriedigende Biographie existiert trotz des umfangreichen Archivmaterials noch immer nicht.

[125] stringieren: abwehren, zusammenziehen, -schnüren.

[126] Piquade: Stichelei.

[127] faveur, favor: Gunst, Glück, Gefallen.

[128] impulsions-Mittel: Anregungsmittel, angeregte Mittel.

[129] Tranquilität: Ruhe, Frieden, Befriedung.

[130] Exception: Ausnahme.

[131] Streifpartei: I. Streifkorps; Reiterabteilung, die entweder zur Aufklärung oder zu überraschenden Handstreichen vom zuständigen Kommandeur ausgesandt wurde oder eine auf eigene Rechnung oder mit Wissen des an der Beute beteiligten Kommandeurs herumstreifende Abteilung, um Beute zu machen, Nahrung zu beschaffen oder die Bevölkerung zu terrorisieren. Am 9.5.1643 schrieb Ferdinand III. an Gallas: „auch die Streifparteien gehören bestrafft […], da sy die unterthanen unerhörter barbarischer weiß tractirn, denenselben wan sy nit gleich alles nach ihrem willen thuen, löcher durch die nasen bohren, strick dardurch ziehen und sie die [wie ?] unvernünfftigen thiere mit herumben ziehen, theils gar pulver in die nasenlöcher, auch mundt und ohren stecken und dasselbe anzünden, oder aber haisses bley hinein gießen, auch wohl ihre händt und fueß abhacken, ganze dörffer außplendern, und viel pferdt und viech mit weckh treiben“. REBITSCH, Gallas, S. 218f. II. Kriegspartei: reguläre Truppenabteilung. Vgl. KROENER, Kriegsgurgeln. III. Banden aus Deserteuren, Straftätern, vertriebenen Bauern, die z. T. in Stärke von 400 Mann bevorzugt Dörfer überfielen.

[132] Nürnberg; HHSD VII, S. 530ff.

[133] Saalfeld [LK Saalfeld-Rudolstadt]; HHSD IX, S. 369ff.

[134] abbandonieren: aufgeben, fliehen, verlassen.

[135] Jactantz: aufgeben, fliehen, verlassen.

[136] Conduict: Führung.

[137] exturbiren: vertreiben, gewaltsam hinausjagen.

[138] confirmiren: ermutigen, vergleichen, sich unterwerfen, bestätigen.

[139] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 4, S. 231ff..

[140] SCHLOTTER, Acta, S. 320. Zu den Kriegsereignissen in Hildesheim vgl. auch PLATHE, Konfessionskampf.

[141] Waldeck [LK Waldeck-Frankenberg].

[142] Hann. Münden; HHSD II, S. 333f.

[143] Fürstenberg [Kr. Holzminden]; HHSD II, S. 157.

[144] STECKZÉN, Banér, S. 274f.

[145] Lauenstein (Kr. Hameln-Pyrmont]; HHSD II, S. 284f.

[146] Hoya; HHSD II, S. 245ff.

[147] Grubenhagen [b. Rotenkirchen, Kr. Einbeck]; HHSD II, S. 188f. Das Fürstentum Grubenhagen war ein im 13. Jahrhundert entstandenes Teilfürstentum des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen.

[148] Lutterberg, heute Ortsteil von Staufenberg [LK Göttingen].

[149] SCHLOTTER, Acta, S. 325.

[150] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.

[151] Groß-Germersleben [Kr. Wanzleben]; HHSD XI, S. 155f.

[152] Cremsleben ? Grasleben [LK Helmstedt]. ?

[153] Oschersleben [Kr. Oschersleben]; HHSD XI, S. 354ff.

[154] Schöningen [Kr. Helmstedt]; HHSD II, S. 419f.

[155] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.

[156] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.

[157] möglicherweise Dedeleben, heute Ortsteil von Huy [LK Harz].

[158] Halberstadt [Kr. Halberstadt]; HHSD XI, S. 169ff.

[159] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 4, S. 590.

[160] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 133.

[161] Vgl. die ausgezeichnete Dissertation von SCHREIBER, Leopold Wilhelm; BRANDHUBER, Leopold Wilhelm; DEMEL, Leopold Wilhelm.

[162] Steterburg [Stadt Salzgitter]; HHSD II, S. 442f.

[163] WERSEBE, Geschichte der hannoverschen Armee, S. 32ff.

[164] Gifhorn; HHSD II, S. 167ff.

[165] Dannenberg [Kr. Lüchow-Dannenberg]; HHSD II, S. 106f.

[166] Lüneburg; HHSD II, S. 311ff.

[167] Orrel bei Munster [Örtze] [LK Soltau-Fallingbostel].

[168] Celle; HHSD II, S. 94ff.

[169] Wismar [Kr. Wismar]; HHSD XII, S. 133ff.

[170] SCHLOTTER, Acta, S. 352.

[171] Sarstedt [Kr. Hildesheim-Marienburg]; HHSD II, S. 410f.

[172] Hamburg; HHSD I, S. 83ff.

[173] JÜRGENS, Chronik, S. 544.

[174] Briesen [LK Spree-Neiße].

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