Fitsch, Wolf Ferdinand von

Fitsch, Wolf Ferdinand von; Obrist [ -1652]

Fitsch war Hauptmann im Infanterieregiment Philipp zu Pappenheim gewesen und hatte bis zum November 1634 auf der Festung Wülzburg[1] kommandiert.[2]

Fitsch stand als Obrist und Kommandant von Glatz[3] ab 1639 in kaiserlichen Diensten.

Ferdinand III. hatte ihn im Juli 1641 Melchior von Hatzfeldt für den kaiserlichen Dienst empfohlen.[4]

Im März 1646 stand Fitsch immer noch in Glatz und unterrichtete Hatzfeldt von der Belagerung von Frankenstein[5] und vom Rückzug des schwedischen Obristen Reichvald nach Jägerndorf.[6] Die Ankunft Montecuccolis meldete er im Mai. Frankenstein konnte im Juli durch kaiserliche Truppen besetzt werden, während im August Lehnhaus[7] durch Montecuccoli belagert wurde. Der kaiserliche Generalwachtmeister Pompeio lag in Neisse.[8] Die Befestigungen von Glatz waren durch Unwetter beschädigt worden.[9] Friedland[10] wurde im September durch Montecuccoli belagert, während dessen Hauptgegner Arvid Wittenberg bei Bolkenhein,[11] im Oktober bei Königgrätz[12] aufgetaucht war. Im November waren schwedische Truppen im Anmarsch auf Schimberg[13] und Sternberg,[14] während Wittenberg im Dezember in Ottmachau[15] stand.[16]

Lodovico Gonzaga informierte am 24.8.1646 aus Neisse Ferdinand III.: Waldstein habe sich in Troppau[17] und dann in Neustadt[18] im Fürstentum Oppeln aufgehalten; noch unter Albrecht von Wallenstein war er verhaftet und seine Güter in Oberschlesien, vor allem in Albersdorf,[19] waren konfisziert und den Jesuiten übergeben worden. Als Königsmarck im vorigen Winter Leobschütz[20] und Jägerndorf eroberte, trat er zum Feind über, bemächtigte sich aufs Neue des Guts Albersdorf und schadete der kaiserlichen Armee. Am 23.8. nahmen die Kaiserlichen Albersdorf ein und Waldstein gefangen.[21]

Am 14.9.1646 schrieb der Kaiser aus Pressburg[22] an Rudolf von Colloredo: Er werde der Anlage entnehmen, dass Lodovico Gonzaga auf Schloss Albersdorf Waldstein gefangen genommen habe und weitere Dispositionen erwarte. Er habe Gonzaga

befohlen, den Gefangenen nach Glatz zu befördern und ihn dort Obrist Fitsch zu übergeben, der ihn nach Prag bringen soll.[23]

Im März 1647 berichtete er Hatzfeldt vom Marsch Montecuccolis von Ottmachau nach Brieg[24] und vom Auftauchen Wittenbergs bei Freystadt[25] und Beuthen/Oder.[26]

[1] Wülzburg [Stadt Weißenburg i. Bayern]; HHSD VII, S. 835f. Die Festung wurde 1631 kampflos an die kaiserlichen Truppen unter Tilly übergeben und gelangte erst 1649 an Brandenburg-Ansbach zurück. Trotz langer schwedischer Blockaden blieb die Festung unerobert.

[2] BIERTHER, Briefe und Akten, Teil 2, Bd. 8, S. 620, Anm. 1.

[3] Glatz [Klodsko; Grafschaft u. Stadt]; HHSSchl, S. 116ff. Vgl. WEDEKIND, Geschichte, S. 534f.

[4] ENGELBERT, Hatzfeldt, N 146.

[5] Frankenstein [Zabkowice Śląskie]; HHSSchl, S. 95ff.

[6] Jägerndorf [Krnov; Bez. Freudenthal]; HHSBöhm, S. 222ff.

[7] Lehnhaus [Wleński Gródek; Kr. Löwenberg]; HHSSchl, S. 273f.

[8] Neisse [Nysa]; HHSSchl, S. 331ff.

[9] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 275.

[10] Friedland [Mieroszów, Kr. Waldenburg], HHSSchl, S. 109f.

[11] Bolkenhein [Bolków, Kr. Jauer]; HHSSchl, S. 32ff.

[12] Königgrätz [Hradec Králové]; HHSBöhm, S. 269ff.

[13] Schimberg bei Sternberg [Šternberg, Bez. Olmütz]; HHSBöhm, S. 584f.

[14] Sternberg [Šternberg, Bez. Olmütz]; HHSBöhm, S. 584f.

[15] Ottmachau [Otmuchów, Kr. Grottkau]; HHSSchl, S. 387ff.

[16] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 275.

[17] Troppau [Opava]; HHSBöhm, S. 625ff.

[18] Neustadt O. S. [Prudnik]; HHSSchl, S. 353ff.

[19] Albersdorf [Albrechtice, Bez. Karwin]; HHSBöhm, S. 3.

[20] Leobschütz [Glubczyce]; HHSSchl, S. 275f.

[21] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 880.

[22] Pressburg [Bratislava], Königreich Ungarn.

[23] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 880.

[24] Brieg [Brzeg]; HHSSchl, S. 54ff.

[25] Freystadt [Kożuchów, Kr. F./Neusalz]; HHSSchl, S. 105ff.

[26] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 275; Beuthen a. d. Oder [Bytom Odrzánski, Kr. Glogau/Neusalz]; HHSSchl, S. 25ff.

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