Enckevort, Bernt von

Enckevort, Bernt von; Obrist [ – ] Bernt von Enckevort stammte aus einer 1530 in den Ritterstand erhobenen Brabanter Familie.[1] Er war der Bruder des bekannteren Adrian von Enckevort und stand 1633 als Obrist in kaiserlichen Diensten.

Der Hildesheimer[2] Arzt, Ratsherr und Chronist Dr. Jordan notiert in seinem Tagebuch: „Den 28., Freytages vor Petri und Pauli, alten Calendars, ist die trefliche Hauptschlagt bey Oldendorff[3] an der Weser in der Grafschaft Schomburg[4] gehalten, darin der Schwedische General Herzog Jörgen von Lüneburgk obsieget.

Folgends habe ich aus Ihr. Fr. domahligen Cam̃erdieners Steubners Munde gehört, dem alle Sachen durch seine Hände gangen.

(1) des Stelanscho [Stålhandske; BW] und der Obristleutnant [Melchior von; BW] Falkenberg mit ihrer Cavallerie nebest 2, 000 Mußquetierern und Dragonern, so der Obrist [Marquard von ?; BW] Ranzow, – welcher von seinen eigenen Leuten, die ihn nicht gekannt, und D. Wort nicht gewußt, übel gequetschet und bald gestorben – , geführt, die gantze Armee getrenet, daß die Lüneburgische nicht dazue ko˜men, und wäre die Cavallerie so 3 Wochen continuirlich uff diese Armee paßen müßen, nicht abgemattet gewesen, wäre die Kayserliche Armee ganz sitzen(ge)blieben.

Haben von ihnen bekom̃en 32 Standarden und 49 Fahnen, so H. Jörg dem Reichs-Cantzler Ochsenstern in Caßel öffentlich praesentirt, daneben die Gronßfeldische und Merodische Cantzley, 2 Obrist gefangen, worunter Bernt Enkevort und Westerholtz. Graff von Merode[5] wardt tödtlich geschoßen durch das Rückgrad, davon ihm die Nieren so wund und den 30 junii zue Nienburg[6] gestorben. Der Obrist Qued [Quadt zu Alsbach; BW], der sich treflich gehalten und geblieben, hat nocht sollen begraben werden, weil eben derselbe dem Pogwischen Gral.-Commissario begegnet. 14 Stück Geschütz haben sie verlaßen.

Verzeichnüß der Gebliebenen:

Das Amt Schaumburgk hat Todte begraben    – – – 3,070

Das Amt Stadthagen[7] 2,062 – – –

Das Amt Caraßburg                                                3,000 Mann

Summa            8,132 Mann

ohne was noch hin und wieder gefunden wird.

1,500 Gefangene

Der Obristleutnant von Ostschen, Regiment Bakenberge, Baron de Gegfort [Suys, Baron de Grysort; BW], – welches vor dem Treffen sehr hönisch gewesen uff die Schwedische, hat der Obristluitnand Falkenberg mit einem Zabel den rechten Arm abgehawen, der ihm aber alhie wieder consolidirt.

Sehr viele Hauptleute, Fähndrichs und Luitnand seyn uff der Kayserl. Seite geblieben.

Uff der Schwedischen Seite nur ein Luitnand und 32 Mann geblieben, seint nur in alles 9,000 Mann stark, die Kayserl. 15,000 stärker gewesen. 3 Gutschern seind nur davon kom̃en von den Kayserischen, die Reuter haben einen, der von den Pferden, bey den Haaren gerißen.

Das Scharmützieren ist Morgens zwischen 5 und 6 angangen, dann balt Fues-Volk und Reuterey mit einander charchirt bis zwischen 1 und 2 Uhr Nachmittages, da die ganze Cavallerie getroffen und in der Zeit geschehen“.[8]

[1] LANJUS, Enckefoirt.

[2] Hildesheim; HHSD II, S. 228ff.

[3] Hessisch-Oldendorf [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 226f.

[4] Schaumburg [Kr. Grafschaft Schaumburg]; HHSD II, S. 413.

[5] Nach HALLWICH, Merode, S. 96, am 26.7. in Köln. Nach LAHRKAMP, Münsters Verteidigung, S. 281, Anm. 21, wurde am 30.7. die Leiche des Generals durch Münster geführt. Franz Wilhelm v. Wartenberg hatte in seinem Bericht vom 9.7. noch geschrieben, Mérode sei zwar v. drei Schüssen verwundet worden, „so gleich wohl nit gefehrlich sein sollen, und sagt man, Gronsfeld und Bönninghausen haben sich ins holtz salvirt“. Österreichisches Staatsarchiv Wien Allgemeine Feldakten 1633/7/ad 13. Vgl. WILMIUS, Chronicon, S. 94: „Im Juli desselben Jahres [1633] wurden zur Entsetzung von Hameln einige Tausend unter dem Befehl des Grafen von Merode ausgeschickt. Diese Stadt wurde vom Herzog von Lüneburg und vom Landgraf von Hessen belagert, den Vorkämpfern des Schwedenbündnisses gegen den Kaiser in diesen Gegenden. Indes erlitten diese Einsatztruppen eine schwere Niederlage. Merode wurde verwundet und starb in Minden“.

[6] Nienburg/Weser; HHSD II, S. 346f.

[7] Stadthagen [Kr. Schaumburg-Lippe]; HHSD II, S. 435f.

[8] SCHLOTTER, Acta, S. 79ff.

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