Colloredo [Coloredo, Coloreto, Coleredo, Colredo, Kolloredo]-Waldsee [Wallsee], Rudolf [Rodolfo] Graf (IV)

Colloredo [Coloredo, Coloreto, Coleredo, Colredo, Kolloredo]-Waldsee [Wallsee], Rudolf [Rodolfo] Graf (IV); Feldmarschall [2.11.1585 Budweis – 24.2.1657 Prag]

Aus Prag und Freiberg datieren Colloredos und Hatzfeldts Berichte vom 6.12. über Gallas‘ Rückzug nach Magdeburg, beigefügt war ein Schreiben Steinheims über Torstenssons Angriff auf die Reiterei Gallas‘, deren Vernichtung und die Gefangennahme von Traudisch, Montecuccoli und Bruay. Die Reste der Truppen fanden in verschiedenen Orten Zuflucht, Gallas wandte sich nach Magdeburg.[1] Am 9.12. schrieb Ferdinand III. aus Linz an Colloredo: Von Oberst Ranfft sei über die Zerschlagung der kaiserlichen Kavallerie bei Jessen[2] und Jüterbog[3] benachrichtigt worden. Er habe Hatzfeldt befohlen, das bei Pegau zerstreute Volk sowie die in Böhmen und anderswo zurückgelassene Reiterei zusammenzuziehen und mit den eigenen Truppen zu vereinigen, um den Gegner an weiteren Vormärschen zu hindern, wobei ihn auch die Artillerie unterstützen sollte. Die Statthalter von Böhmen seien angewiesen worden, Hatzfeldt solche Plätze zur Verfügung zu stellen, die er selbst als geeignet für die Konzentrierung der zerschlagenen Regimenter betrachte, sowie ihn mit Proviant zu versorgen. Colloredo sollte diesen kaiserlichen Befehl unterstützen.[4] Im Dezember hatte Colloredo Hatzfeldt wegen der Sammlung der kaiserlichen Truppen bei Pegau geschrieben.[5]

Am 10.12. teilte Colloredo allerdings zu optimistisch Piccolomini mit: Gallas‘ Rückzug[6] sei ohne größere Verluste gelungen. Der Hauptteil der Armee unter Bruay, Montecuccoli, Enckevort und Traudisch sei aus der Oberlausitz nach Böhmen zurückgewichen, Bruay und Monteccucoli hätten sich in kleineren Scharmützeln durchgefochten. Enckevort wie de Vacchi und Heinrich von Schleinitz konnten einen Teil ihrer Regimenter retten; bisher seien aus dem Regiment Schleinitz 35 Soldaten mit 5 Standarten in Böhmen eingetroffen. „Queste accennate truppe, entrano à poco à poco in Bohemia et io li faccio la dispositione di quartieri. Il conte d’Hatzfeld com le sue truppe à qua in Bohemia, la sua Cavalleria non passa 1.400 Cavalli, et per questo non se fida d’avanzare, mentre che ben presto non venghi un buon socorso dall’armata di Baviera”.[7] In der Korrespondenz Colloredos mit Hatzfeldt in diesem Dezember ging es um die Winterquartiere in Böhmen.[8]

Ferdinand III. hatte am 4.1.1645 Colloredo informiert, man werde schleunigst ein neues Artilleriekorps aufstellen müssen, da die alte Artillerie noch bei Magdeburg stehe. Er habe Hatzfeldt mit dieser Aufgabe betraut; für die zum Ankauf der Pferde benötigten Mittel werde der kaiserliche Proviant- und Musterkommissar Antonio Binago sorgen.[9]

Am 12.2.1645 hatte Colloredo Gallas einen umfangreichen Lagebericht übermittelt: Er freue sich über Gallas‘ Rückkehr aus Böhmen. Der Feind stehe zwischen der Eger und dem Gebirge und Torstensson sei einer eben erhaltenen Meldung nach in Kaaden[10] eingetroffen; seine Absicht scheine ein Feldzug nach Mähren und eine dortige Kriegsführung mit Unterstützung Siebenbürgens und der Türken zu sein. Nach Gallas‘ Ankunft in Böhmen habe der Feind seinen Feldzug hinausgeschoben. Es folgten Angaben über die Heeresstärken: Der Feind habe an die 5.000-6.000 Mann zu Fuß, 7.000 -8.000 Reiter und an die 60 Stück Artillerie; die Kaiserlichen haben an die 3.000 Reiter, 2.000 Fußsoldaten sowie alles von Maximilian I. abkommandierte Kriegsvolk; Hatzfeldt 2.000 Reiter, Götz etwa 4.000 Reiter und 600 Mann, sie lagern am Sázava-Fluss. Von den aus Magdeburg gekommenen Truppen seien 1.000 Fußsoldaten in Prag, 1.000 Reiter bei Johann von Götz, der Rest in Quartieren; man habe auch eine zahlreiche Artillerie in Stand setzen können. Der Kaiser habe beschlossen, die Eger zu überschreiten und den Feind anzugreifen; wegen des Tauwetters aber könne man weder den Fluss überschreiten noch eine Brücke schlagen. Aus Leitmeritz werde geschrieben, dass der Feind sich bei Saaz und Kaaden zusammenzieht und heftig plündere, was wohl seine baldige Bewegung bedeute.[11] Im Februar berichtete Colloredo Hatzfeldt über den Bau von Brücken in Prag. Torstensson stände an der Pressnitzer Schanze, schwedische Truppen seien bei Annaberg, Marienberg und in Böhmen aufgetaucht.[12]

Am 11.3.1645 schrieb Colloredo anlässlich des Todes von Giuseppe Piccolomini an Piccolomini: Bisherigen Auskünften zufolge hatten die Kaiserlichen die Schlacht bei Jankau[13] zu früh begonnen und dann Kanonen, Munition und die Infanterie verloren. Die Kavallerie konnte sich zum Großteil retten, 2 000 Reiter seien nach Prag, die gleiche Zahl nach Budweis und Pardubitz gekommen. Wenn alle versammelt seien, würden sie eine schöne Truppe bilden, aber ohne Infanterie könne keine Armee daraus werden. Der Fehler lag an der Uneinigkeit der Kommandanten und an der Tatsache, dass sich einige statt auf den Gegner auf dessen Bagage warfen. Ansonsten hätten Kavallerie wie Infanterie ihre Pflicht erfüllt, so dass der Sieg den Gegner viel Blut kostete und er viel Militär verlor; er werde heute oder morgen in Neuhaus eintreffen. Manche glaubten, der Gegner wolle nach Pressburg[14] ziehen, um zu Rákóczi zu stoßen, er selbst aber sei der Meinung, er werde sich eher nach Krems[15] wenden, um beide Donauufer zu beherrschen.[16] Colloredo hatte am 13.3. aus Prag Gallas informiert, eine vertrauenswürdige Person habe ihm aus Iglau mitgeteilt, dass Rákóczi sich unter allen Umständen mit Torstensson verbinden wolle und bereits bis Pressburg vorgerückt sei; ähnlich schreibe ihm Montecuccoli aus Schlesien auf Grund von aus Jablunkau[17] stammenden Berichten stammenden Berichten, dass Torstensson General Königsmarck beordert habe, nach Schlesien zu ziehen, zu den dortigen schwedischen Garnisonen zu stoßen und mit ihnen in Böhmen einzufallen. Sämtliche Kundschafter meldeten einstimmig, dass der Feind erbittert Brünn angreife; ein Teil der Kanonen aus Magdeburg sei bereits angekommen.[18]

Am 21.3.1645 hatte Erzherzogin Claudia[19] von Tirol Piccolomini informiert: Die Schlacht in Böhmen (bei Jankau) stelle zwar eine schwere Niederlage des kaiserlichen Kriegsvolks vor, doch müsse man andererseits zugeben, dass der Feind, und besonders die feindliche Infanterie, schwere Verluste erlitten hat. – Im Folgenden wurde der Verlauf der Schlacht beschrieben: Götz trieb am rechten Flügel seinen Angriff mit solcher Macht voran, dass der linke Flügel des Feindes völlig versprengt wurde und die kaiserliche Reiterei bis an die feindliche Bagage heran kam; bei dieser siegreichen Attacke blieb Götz auf dem Felde. Am linken Flügel konnte auch Werth Erfolge verzeichnen, übersah jedoch die feindliche Reiterreserve, die unvermutet vorstieß und die Infanterie vernichtete. Nach dem Tod ihres Kommandanten tat die Reiterei am rechten Flügel nicht anderes als Beutemachen. Hatzfeld und Bruay wurden gefangen genommen, Obrist Giuseppe Piccolomini fiel, die Schweden verloren Wittenberg und Mortaigne. Die beiderseitigen Verluste an Gefallenen werden auf 10000 geschätzt. Torstensson blieb Herr des Schlachtfeldes, hielt sich weitere drei oder vier Tage am Ort auf, um sein Heer zu reorganisieren und seine 3000 Toten zu begraben. Der Kaiser ließ Schlick, Gallas und Colloredo in Prag zurück und befahl die Herausgabe von Waffen an die Bürger; so entstand eine Truppe von 7000 zur Verteidigung entschlossenen Männern. Der Kaiser fuhr nach Pilsen, um die Reste der versprengten Armee zusammenzuziehen und entsandte Erzherzog Leopold Wilhelm zu dem gleichen Zweck nach Linz. – Diese Informationen habe sie unter dem Datum des15.3. aus Wien erhalten.[20]

Der Kaiser teilte Gallas am 27.3.1645 aus Wien sein Antwort auf Gallas‘ von Obrist Reich übermittelte Zweifel an der Richtigkeit der kaiserlichen Entscheidung, das Kriegsvolk aus Böhmen nach Österreich oder gegen Budweis[21] abzuziehen, mit. Er berichtete über den Vormarsch Torstenssons, der über Znaim[22] und Krems am 26.3. mit der Armee Stein[23] erreichte und sich des Großteils des Kavallerieproviants bemächtigen konnte, da es im Lande kein formiertes Militärkorps gäbe; ohne rasche Hilfe müsse sich das ganze Land dem Gegner ergeben. Er wiederholte den Befehl, mit sämtlichen Truppen aus Böhmen nach Österreich zu marschieren, sich dort mit den aus anderen Orten ankommenden Abteilungen zu verbinden und den Gegner am weiteren Vormarsch zu hindern. Das Kommando in Böhmen bleibe in der Hand Colloredos. Ferner machte er Gallas mit den von ihm getroffenen militärischen Vorkehrungen im Reich bekannt und befahl ihm, sämtliche wo auch immer gefundene Metalle und Glockenmassen nach Prag zu schaffen und dort gießen zu lassen. Ebenso habe er mit den Resten der Geschütze in Magdeburg, Wittenberg und Schlesien zu verfahren. Für die Gießarbeiten in Wien jedoch solle Metall aus Nürnberg herangeschafft werden; in dieser Stadt wolle er auch einige Kanonen kaufen.[24]

Gallas wandte sich am 1.4.1645 aus Prag an Piccolomini: Er möchte seine Irrtümer wieder gut machen. Der Feind sei bei Krems vorgerückt, seine Angriffe auf die Stadt seien jedoch erfolglos geblieben. Er selbst werde am folgenden Tage fast das ganze Militär aus Böhmen als Hilfstruppen abführen. „Io vorrei ritornare a rimediar li miei errori, se pure potesse rincontrar l’occasione di servir a Vostra Eccelenza cose di suo gusto, quello che la presente materia non me la da. Il nemico doppo haver preso Iglau, Znaimb é marchiato con tuta la sua armata verso crembs presidiato dal colonello Ranft con più che trecento houmini, dove ha perso due assalti di consideracione, il pegio á che oltra tanti ricordi ci havianno lasciato pigliare da undie barchoni. Dimane matina me porto con tute quelle puoche reliquie che sono restate in Bohemia à quella volta. Il Sig. Conte Colloredo attenderà al governamento di deto Regno (oltri li guarnisoni), con 5 regimenti di cavalleria, come anco il Sig. Conte Montecucculi con altri sette, per defensione di quel paese. Di quello che passerà non mancherò dar parte à V. E.”[25]

Colloredo informierte Gallas am 5.4.1645, die Patente für das Landesaufgebot seien bereits ausgefertigt, doch der Kaiser habe sich noch nicht zu ihnen geäußert. Der Kaiser sollte das Aufgebot wie 1642 ausdehnen, da die böhmischen Herren lieber Geld für Werbungen geben als die eigenen Untertanen aufstellen wollten; dieses Geld könnte dann für neue Rekrutierungen und die Ergänzung der Regimenter verwendet werden. Im Nachtrag hieß es, soeben sei aus Iglau die Nachricht eingetroffen, dass der Feind versuche, über die Donau zu setzen.[26] Ferdinand III. forderte Gallas am 7.4. auf, so schnell wie möglich nach Wien zu kommen und das Armeekommando in Böhmen Colloredo zu übergeben.[27]

Ferdinand III. hatte Gallas am 12.4.1645 geschrieben, ungern habe er vernommen, dass sich die sächsischen Regimenter über unzureichende Fürsorge beschwerten und der sächsische Kurfürst nicht ohne Grund die Abkommandierung des Regiments Reinecke von Callenbergs verlange. Zwischen den kaiserlichen und den kursächsischen Regimentern dürften keine Unterschiede gemacht werden; daher habe er Montecuccoli angewiesen, die kursächsischen Regimenter so zu dislozieren, dass alle Gründe zu Beschwerden wegfielen. Zwei der kroatischen Regimenter seien zu ihm, F., zu kommandieren, das dritte, bei Tábor liegende, sei in Böhmen zu lassen. Mit dem Vorschlag, die Städte Schweidnitz, Wohlau und Oppeln zu demolieren, könne er wegen des Vertrages mit Wladislaw IV. von Polen nicht einverstanden sein, doch möge Gallas sich dazu äußern. Generalauditor Graß solle mit dem schwedischen Trompeter nach Wien kommen, da Schlick und Torstensson schriftlich einen Kriegsgefangenenaustausch vereinbart haben. Angesichts der von Königsmarck drohenden möglichen Gefahr sei die Artillerie aus Magdeburg und Wittenberg unverzüglich abzutransportieren; der diesbezügliche Befehl ergehe gleichfalls an Colloredo.[28] Colloredo selbst schrieb am 12.4. an Gallas: An die Regimenter, die aus Schlesien nach Böhmen marschieren sollten, habe er den Befehl zum Rückmarsch weitergeleitet. In der Frage des Landesaufgebots seien keine Fortschritte zu melden, da man auf die Ernennung von Offizieren durch den Kaiser warte. Seiner Meinung nach sei es besser, statt der Bauern Geld zu nehmen und dafür fähige Soldaten anzuwerben. Der Kaiser aber wolle kein Geld, sondern eine auf Grund des Landesaufgebots zusammengestellte Mannschaft. Diese sollte dann in Prag und an irgendeinem Ort im Lande zusammengezogen werden.[29]

Colloredo drängte am 15.4. bei Gallas auf die Auszahlung von 5.057 fl. und berichtete über die Metalllieferungen für den Guss von Kanonen in Breslau, Regensburg und Prag. Der Feind liege in Iglau, erhebe Kontributionen aus dem ganzen Land bis zur Elbe und Moldau, habe in Deutschbrod[30] die Wehrtürme und Stadttore niedergerissen und drohe der Stadt mit Brandschatzung. Da die Bauern keinen Schutz fänden, liefen sie zum Feind über. Dieser fordere unter Androhung von Brandschatzungen doppelt so hohe Pferde- und Menschenkontingente, wie sie das Landesaufgebot vorstellte. Die Vorräte in den Kreisen Chrudim, Časlau und Königgrätz seien vom Feinde bedroht und müssten anderswohin geschafft werden. Abschließend informierte er ihn über Leopold Wilhelms Befehl zur Räumung des Kreises Bechin[31] und kritisierte die gefährliche, aus weiter ferne geübte Kommandoführung.[32]

Colloredo informierte Gallas am 22.4.1645: Der Feind habe Schloss Landskron[33] genommen. Gallas habe ihm in seinem letzten Brief die Regimenter Bourré und Bünau zur Verteidigung des Landes versprochen; nun sehe er, dass das wohl ein Scherz gewesen sei, denn beide hätten nicht mehr als hundert Mann. Tabór und Wittingau seien nun ohne Schutz vor dem Gegner, der die Kreise Bechin, Königgrätz, Časlau, Kouřim[34] und Chrudim zum größten Teil in der Hand habe. Er sei davon überzeugt, dass die Kaiserlichen den Gegner verjagen könnten, wenn sie alles Volk zusammenzögen, zweifle aber an der Möglichkeit, die Donau zu überschreiten.[35]

Ferdinand III. erklärte am 1.5.1645 seinen Bruder Leopold Wilhelm zum Oberkommandierenden der kaiserlichen Armee.[36]

Der Erzherzog wandte sich am 24.5. aus Wien an Colloredo und bestätigte dessen Brief, in dem sich Colloredo über die Stände beschwerte, die eine Proviantversorgung ablehnten und die Erteilung eines Befehls verlangten, nach dem sie sich in Versorgungsfragen richten könnten. In seiner Antwort berief sich der Erzherzog auf seine ähnlichen Erfahrungen in Österreich und verwies die Stände auf das diesbezügliche Patent.[37] Colloredo erstattete Gallas am 25.5. auf Grund der Meldung des Kurfürsten von Sachsen Bericht über die Bewegungen und Unternehmungen der Schweden, über deren Angriff auf Torgau und die Verstärkung der Blockade Magdeburgs. Königsmarck habe von Bremen nach Meißen ziehen wollen, verhalte sich jedoch noch ruhig. Er, C., erachte es für nötig, die Schweden über die Lausitz anzugreifen, solange Königsmarck noch nicht dort sei.[38]

Am 30.5. setzte Leopold Wilhelm Colloredo von der Beschwerde des Rektors des Prager Jesuitenkollegs in Kenntnis, dass Colloredo beim Bau der Prager Schutzwälle die Grundstücke und vor allem die Gärten des Kollegs benütze, und verlangte, erst nach Gallas‘ Stellungnahme den Bau fortzusetzen, Grund und Eigentum des Kollegs seien nach Möglichkeit zu schonen.[39]

Am 3.6. wandte sich der Erzherzog aus Wien an Colloredo: Der Kurfürst von Sachsen verlange, dass seine bisher bei der kaiserlichen Armee eingesetzten Truppen nicht vor einem gegnerischen Angriff in seine Länder abgezogen werden, und ersuche um Hilfe. Er, L. W., habe beschlossen, die kursächsischen Regimenter am Ort zu lassen und drei Regimenter aus Böhmen, nämlich Wolframsdorf, Kapoun und Tappe, samt zweien aus Schlesien ebenfalls nach Kursachsen zu überstellen. Colloredo solle alles Notwendige einrichten.[40]

Am 17.6.1645 berichtete Colloredo dem kaiserlichen Kommandierenden Gallas aus Prag über die militärische Lage in Böhmen und dortige Truppenverschiebungen: „Oggi è arrivato qua il colonello Bachonhay [Pachonhay; BW] et m’ha esposto la mente di Sua Altezza Serenissima [Leopold Wilhelm; BW] et d’Vostra Eccelenza. Io certo stava nel medemo pensiero et spero ch’il partito reuscira, aspetto solo li sacci di polvere, quarli martedi saranno qua; resta solo ch’il Wirbna [Vrbno; BW], qual deve condure la partita, venghi per tempo, essendo ora con li regimenti di Silesia già passato Pilsen; nulla dimeno ho spedito subito una stafeta a quella volta per richiamarlo et caso che lui non potesse arrivar‘ in tempo, inviarò ó il tenente collonello del Capone [Kapoun, BW], quel poco fa, è stato con una truppa fin’vicino a Bruna,[41] o il tenente Strassaldo, ch’ora sta a Pardobiz.[42]

Giovedi poteranno da Pardobiz partire queste truppe et andare per coniungerse con li doi capitani del Conte Bocarme [Mérode-Bocarmé; BW], Heneman [Hannemann; BW] et Unger. Li vilani del Conte della Torre [Thurn; BW] a Letovisch[43] daranno ogni assistenza et buon indirizo a questa gente; con agiuto de quali le nostre partite, ch’andarono da quella banda, travagliarono di modo l’inimico, che l’è convenuto di tirare de li la sua gente, et metterla verso Niclaspurg[44] et quelli luogi. In questa cavalcata me ne servirò del regimento del Capone, qual già sta a Pardobiz. Li dragoni d’V. E. sono in marcia, quelli del La Corona, mentre von verrà replicato l’ordine, lasciá ò a Pardobiz, non avendo gente da presidiare quel posto et poterebbe correr risico d’esser perso, mentre l’inimico venissi avanti, confrontando tutti l’avisi che l’intenzione dell’inimico sia a Pardobiz”.[45]

In diesem Juni korrespondierte Colloredo mit Hatzfeldt über die letztlich erfolglose Belagerung Brünns durch Torstensson.[46]

Am 3.7. hatte Colloredo Gallas informiert, Johann Georg I. von Sachsen stelle ein Militärkorps gegen die Schweden auf. Aus Schlesien habe Obrist Mörder geschrieben, dass die Ungarn einen Durchbruch über den Jablunka-Pass[47] versuchen und er darum Verstärkungen brauche. Soeben habe er ein Schreiben vom Kurfürsten von Sachsen erhalten, das besage, dass die kursächsischen Regimenter bereits in Meißen angelangt seien und dass sich Obrist Reichwaldt auf diese Nachricht hin gegen Merseburg[48] und Erfurt abgesetzt habe.[49]

Am 5.7.1645 übersandte Leopold Wilhelm Gallas das Originalschreiben Mörders, des Kommandanten von Brieg,[50] vom 25.6., das einen militärischen Lagebericht über Schlesien und die Anforderung von Verstärkungen enthielt. Laut Mörders Darstellung ziehe sich der Gegner bei Sillein[51] und Trentschin[52] zusammen, um über den Jablunka-Pass in Schlesien einzudringen. Deshalb sei das Regiment de Vacchi zusammen mit den Polen gegen Jablunkau[53] vorgerückt und das dortige Oberamt schicke die Untertanen der benachbarten Herrschaften hin. Trotzdem forderten de Vacchi und Rochow fast täglich Verstärkungen an. Angesichts der Nähe des Gegners, der bei Brünn stehe, sei es nicht ratsam, die Wachtposten zu schwächen, doch stehe keine andere Reiterei zur Verfügung und Niederschlesien sei schutzlos dem Gegner ausgeliefert. Er habe Colloredo bereits über alles informiert und ihn gleichzeitig um schnellste Abhilfe gebeten.[54]

Colloredo schrieb am 14.7.1645 an Gallas: Nachrichten zufolge müsste Brünn nicht verloren sein, da das Kanonenfeuer auf die Burg wirkungslos sei und die feindlichen Angriffe scheiterten; auch Vorräte sollen zur Genüge vorhanden sein. Der Kommandant von Brünn habe gemeldet, dass der Feind über höchstens 2.600 Mann und 7.000 Reiter verfüge. Aus Glatz sei die Nachricht von einer blutigen Schlacht zwischen Douglas und Puchheim eingetroffen, in der der Feind, insbesondere durch Rákóczis ungarische Abteilungen, den Sieg davon getragen haben soll.[55]

Am 22.7.1645 schickte Colloredo aus Prag an Piccolomini eine Schilderung der Belagerung Brünns durch Torstensson. Man erwarte Hilfe aus Polen. „Torstenson continua l’assedio di Bruna, anzi con pi`u ardore che prima, et se fortifica molto bene intorno il suo campo havendo fornito di tirare linee di communicatione, et provede per tutt’alla gente con provianda. Li giorni passati diede l’assalto à un baluardo del Castello et insieme fece attacar il fuoco, favori peró la sorte alli defensori, che rebuttarono l’inimico, et estinsero il fuoco. Quando li nostri andaranno à soccorrerla non posso sapere, et come vedo le cose caminano con piedi di piombo. Si sta ancora in speranza d’agiustare le cose d’Hungaria, sarebbe de bramare l’effetto, gia che le forze nemiche per tutto ci molestano. Il Re di Polonia deve haver concesso à Sua Maestà Cesarea ch’il Vesselini meni fori del Regno à suo servitio 8000 Polaci. Li soldati che sono fugiti sotto Bruna all’inimico et arrivati qua hoggi, m’assicurano che l’inimico ha perso sotto Quell’assedio fra cavalleria et infanteria più che 5.000 homini, et che la sua infanteria in tutto non arriva 4.500, hora considera Vostra Eccelenza che bella fortuna è la nostra”.[56]

Colloredo informierte Gallas am 24.7.1645 aus Prag: Tappe stehe in Schlesien, Wolframsdorf mit zwei Regimentern zusammen mit den kursächsischen Truppen bei Zeitz; das Militär, das Gallas nach Böhmen schicken will, möge er über Pilsen, Rakonitz[57] und Melník[58] ständig nur auf Waldwegen marschieren lassen, denn man behaupte, die tschechischen Bauern würden dem Gegner sofort Nachricht geben.[59]

Johann Georg I. schrieb Gallas am 28.7.1645: Die beiden Regimenter Tappe und Wolframsdorf setzten ihren Marsch nach Böhmen fort. Über Königsmarcks Feldzug lägen Berichte nicht nur vom kurbayerischen Feldmarschall Mercy, sondern auch von Obrist Otto Christoph von Sparr und Graf Colloredo vor. Gleichfalls hätten die von Generalwachtmeister Hanau gegen Saalfeld ausgesandten Truppen gemeldet, dass der Feind sich bereits bei Meiningen gezeigt habe. Dieser erwarte aus Holstein und dem Erzbistum Bremen zwei starke Regimenter, die zu Obrist Reichwaldt stoßen sollten. Seine eigenen Streitkräfte reichten für eine Gegenwehr nicht aus, er, J. G., müsse daher den Kaiser um Hilfstruppen bitten.[60]

Am 19.8. informierte Colloredo Gallas, er habe den Regimentern Tappe und Wolframsdorf unverzüglich den Marschbefehl nach Cham erteilt. Am gleichen Tag habe er bei Brüx eine Bitte des Kurfürsten von Sachsen um Beistand erhalten. Königsmarck sei zu Lille und Reichwaldt gestoßen, plane nach Dresden zu ziehen und dort den Kurfürsten zur Neutralität zu zwingen. Daher habe er, C., nichts gegen die dringende Bitte des Kurfürsten unternommen, um nicht dessen Missfallen zu erregen.[61]

Gallas hatte sich am 19.8. aus Hohenfurth an den Erzherzog gewandt und in den Anlagen seine Antwort auf ein Schreiben des Kaisers sowie einen Brief Colloredos ähnlichen Inhalts übersandt. In dem Brief vom 19.8. bestätigte Gallas dessen Schreiben vom 17.8., aus dem er vom Sieg der Reichsarmee bei Alerheim[62] am 3.8. erfahren habe. Befehlsgemäß stünden 2.000 Reiter bereit, um zum Beistand des Kurfürsten von Bayern ins Feld zu ziehen; „sonsten wüsste ich hierbei nichts zuerinnern, darf mich auch fast nicht unterstehen etwas dabei zu sagen, weil ich mich bereits oftmals verbrennet, indem meine Schreiben in andre Hände kommen sein“. Er müsse zugeben, dass es völlig richtig sei, die Franzosen am rechten Rheinufer zu vernichten, womit dem Frieden und weiteren Operationen gedient sein werde. Doch müsse man damit rechnen, dass Brünn fallen werde, bevor noch die Franzosen Hilfstruppen erhalten. So drohe dem Kurfürsten von Bayern keine direkte Gefahr, während bei einem Fall von Brünn Böhmen und Schlesien bedroht seien.[63]

Am 27.8. schrieb der Erzherzog sehr indigniert aus seinem Hauptquartier Theben[64] an Colloredo: Aus seinem Schreiben vom 19.8. habe er mit Beunruhigung von Colloredos Änderung des erzherzoglichen Befehls, Tappe und Wolframsdorf zur Reichsarmee des Kurfürsten von Bayern nach Cham abzuordnen, erfahren. Für dieses Mal wolle er die Sache auf sich beruhen lassen, doch müsse er ihn in Zukunft vor ähnlich eigenmächtigen Änderungen seiner Befehle warnen. Er solle ihm ferner ein Namensverzeichnis derjenigen schwedischen Offiziere einschicken, die um einen Pass angesucht haben.[65]

Am 28.8. hatte Colloredo Gallas aus Prag geschrieben, er halte es im Hinblick auf die Umstände nicht für angebracht, Johann Georg I. ohne Beistand zu lassen. Ein weiteres Vorrücken Königsmarcks sollte unbedingt verhindert werden. Er habe Tetschen, Leitmeritz und Grabstein[66] mit dem Regiment Zuñiga besetzt. Man dürfe den Kurfürsten von Sachsen nicht im Stich lassen. Aussagen von Kundschaftern zufolge habe Torstensson alles verfügbare Militär gegen Olmütz kommandiert.[67] In diesem August hatte mit Hatzfeldt wegen dessen Gefangenschaft korrespondiert.[68]

Colloredo wandte sich am 1.9.1645 erneut an Gallas: Er müsse den letzten an ihn ergangenen Befehlen hinsichtlich der Regimenter entnehmen, dass weder Gallas noch der Erzherzog sein Schreiben erhalten haben und den wahren Stand der Dinge kennen. Gleichzeitig sei er benachrichtigt worden, dass der Kurfürst von Sachsen mit Königsmarck Neutralitätsverhandlungen führe. Seiner Meinung nach wäre es geboten, dem Kurfürsten zu helfen, damit dieser nicht die vom ganzen Land ersehnte Neutralität erkläre. Um nicht den Anschein der Nichtbeachtung der erzherzoglichen Befehle zu erwecken, erteile er Kapoun den Marschbefehl, in der Hoffnung, Gallas werde diesen von Budweis zurück schicken. Die Absicht des Feindes sei es, entlang der Donau in die Obere Pfalz zu ziehen und auf dem Marsch Österreich und Böhmen zu verheeren, um den Nachschub an Verstärkungen unmöglich zu machen.[69]

Am 6.9.1645 schrieb Colloredo an Gallas, in Prag verbreite sich das Gerücht von einem auf vier Monate mit Königsmarck geschlossenen Waffenstillstand, von dem Obrist Wolframsdorf nichts erwähnt habe. Königsmarck werde wohl sein Lager entweder in Meißen aufschlagen und auf den günstigen Moment warten, den Sachsen einen Schlag zu versetzen oder nach Böhmen marschieren und so nahe wie möglich an Torstensson heranrücken.[70]

Am 13.9. wird in einer Mitteilung Colloredos an Gallas Königsmarcks Aufenthalt in Reichenbach[71] in der Oberlausitz erwähnt. Vorläufig sei noch keine Nachricht über einen Aufbruch eingetroffen. Nach Gefangenenaussagen wollte er über Schlesien zu Torstensson stoßen. Die kaiserlichen und kursächsischen Regimenter seien bei Jung-Bunzlau versammelt.[72]

Leopold Wilhelm wandte sich am 2.10. aus Reichertshofen[73] an Colloredo: Die Städte Pardubitz, Königgrätz, Tabor und Leitmeritz seien, wie ihm gemeldet wurde, unzureichend besetzt; darum müssten die Garnisonen dieser wichtigen Städte mit Musketieren besetzt werden, die an Orten ständen, deren Verteidigung nicht wichtig sei.[74]

Colloredo informierte Gallas am 7.10.: Er habe erfahren, dass Magdeburg einer Blockade ausgesetzt sei, so dass die Bürgerschaft die Garnison unterhalten müsse. Der Garnisonskommandant habe schon mehrmals an den Kurfürsten von Sachsen geschrieben, aber bislang keine Antwort erhalten. Um die Stadt verproviantieren zu können, sollten drei sächsische Regimenter sowie das Regiment Piccolomini gegen Magdeburg abkommandiert und 2.000 Strich[75] Getreide auf der Elbe nach Wittenberg geschafft werden. Von Nutzen in dieser Sache wäre ein Schreiben des Erzherzogs an den Kurfürsten von Sachsen. Er, C., meine, Sachsen habe an Magdeburg kein sonderliches Interesse; die Verproviantierung der Stadt aber müsse vor Wrangels Anmarsch aus Holstein erfolgen.[76] Am 9.10. informierte der Kaiser Colloredo: Johann Georg I. habe ihn von der Magdeburg drohenden Gefahr benachrichtigt, um Abkommandierung kaiserlicher Truppen gebeten und zu bedenken gegeben, ob Ferdinand III. nicht die Verteidigung der Stadt seinem Sohn August überlassen wolle, der Rechte auf das Erzstift Magdeburg habe. Er habe beschlossen, dieser Bitte stattzugeben. Gemäß der Abmachung mit den Schweden werden die kaiserlichen Truppen nach Böhmen abmarschieren und Colloredo sei gebeten, deren Aufnahme allseitig vorzubereiten.[77] Colloredo hatte Hatzfeldt in diesem Monat informiert, dass Königsmarck bei Olmütz und Torstensson bei Brünn und Iglau stünde.[78]

Am 21.10. informierte der Kaiser Colloredo: Am heutigen Tag sei von Fernemont die Nachricht eingetroffen, dass Tostensson gegen Pardubitz, Königsgrätz und Glatz vorrücke. Colloredo solle daher die Dragoner, die Puchheim nach Böhmen gebracht habe, so schnell wie möglich zur Verstärkung der drei genannten Städte abkommandieren.[79] Ein weiteres kaiserliches Schreiben aus Linz erreichte Colloredo am 27.10.: Nach Colloredos Ermittlung würden die Feinde wahrscheinlich die Marschroute Chrudim, Königgrätz und Glatz nehmen. Sofern sie wirklich auf diesem Weg marschierten, solle er sie weiter verfolgten. Sollten sich die Schweden aber zur Moldau wenden, möge er beim Marsch zur Donau eine bestimmte Verbindung mit Erzherzog Leopold Wilhelm aufrecht erhalten.[80]

Leopold Wilhelm selbst wandte sich aus seinem Hauptquartier Öhringen[81] am 28.10. an Colloredo: Er habe die Avisos und die Anforderung von Mannschaft sowie die von Prag gestellten Forderung erhalten. Wegen der durch den Einmarsch der Schweden in Böhmen geänderten Lage aber sei es wegen Zeitmangels nicht möglich, Dispositionen zu treffen und Truppen zu verstärken. Er vertraue auf Colloredos Fähigkeiten, sich selbst zu helfen.[82] Am 1.11. ging ein weiteres Schreiben des Erzherzogs aus dem Hauptquartier Öhringen an Colloredo: Seinen Brief vom 21.10. betreffs des Fortgangs der Fortifikationsarbeiten habe er erhalten. Wegen des Mangels an Geld, Arbeitern und Zeit solle vom Bau eines breiten Befestigungsrings abgesehen und nur der notwendigste enge Festungsgürtel um die Stadt errichtet werden; er habe für die Arbeiten 8.000 fl. bewilligt.[83]

In diesem November ging es im Briefwechsel mit Hatzfeldt um die baldige Heirat von Königin Christina mit Pfalzgraf Karl Gustav – die allerdings nie zustande kam -, den Abmarsch von Torstensson nach Schlesien sowie die Vereinigung mit den Truppen Königsmarcks.[84]

Am 1.12. schrieb Leopold Wilhelm aus Linz an Colloredo: Nachrichten zufolge ziehe der Feind gegen Schlesien und werde zweifellos trachten, die wichtigsten Orte zu nehmen. Colloredo solle unverzüglich die Kommandanten der befestigten Orte in Schlesien, insbesondere Feldmarschallleutnant L. Gonzaga, von diesem Vorhaben des Feindes benachrichtigen und sie zu ständiger Bereitschaft ermahnen.[85] An diesem 1.12. teilte Colloredo Gallas mit, man wisse nicht mit Sicherheit, ob der Feind sich nach Ober- oder nach Niederschlesien wenden werde. Laut Aussage von Gefangenen wolle er an die Elbe ziehen. Man werde Magdeburg im Auge behalten müssen; seiner Meinung nach würde eine Kavalkade von mehreren hundert Reitern die Blockade Magdeburgs leicht durchbrechen, wozu jetzt der geeignete Zeitpunkt sei, da Wrangel, wie er schriftlich aus Magdeburg erfuhr, gegen Hohenhameln[86] abmarschiert sei.[87]

Colloredo informierte am 5.12. Gallas: Soeben erreiche ihn die briefliche Nachricht des Landeshauptmanns in Glatz vom 1.12., dass Königsmarck und Torstensson sich auf dem Marsch befänden und derzeit bei Freiburg[88] und Landeshut[89] logierten. Er halte es für geboten, sämtliche Kroaten und einige deutsche Reiterei in die Grafschaft Glatz abzukommandieren, damit sie dort dem Feind im Rücken bleiben.[90] Colloredo schrieb Gallas am 13.12., laut Bericht aus Glatz vom 9.12. hatte sich der Feind auf dem Durchmarsch in die Oberlausitz in der Stadt aufgehalten; er solle die entsprechenden Befehle an Obrist Lüttich erteilen. Im Nachtrag hieß es, der Feind ziehe angeblich nach Bautzen. In der Anlage fand sich die Kopie eines Briefes des Bürgermeisters und Rats der Stadt Lauban vom 6.12. an den Landvogt der Oberlausitz: sie hätten seinen Brief erhalten, in dem er ihnen vorwarf, nichts vom Marsch der Schweden gemeldet zu haben. Die schwedische Armee ziehe in die Oberlausitz und wolle bei Zittau logieren; alle eroberten festen Orte seien völlig niedergebrannt und vernichtet worden.[91]

Am 20.12.1645 wandte sich Leopold Wilhelm aus Budweis[92] an Gallas. Er verwarf dessen Bemerkungen zu seinen Propositionen und erteilte neue Anweisungen: „Ich hab Euer Schreiben vom 18. dieses aus Glatta[93] zurecht empfangen. Kann aber aus demselben, was eigentlich Euer Intention sei, nit vernehmen, denn was die Regimenter, so im Glatzischen[94] Königgrätz,[95] und jenseits der Sasava losieren, belanget, befinde ich das ebensolche zumahl von Euch selbsten und ehender ich hieher kommen also, sein ordinirt worden, sehe auch nit wie durch solche Losierung mir ein absonderlicher Gefahr zu kommen solle; wenn allein, wie ich Euch durch den Montecuccoli erinnern lassen, die beede Generals-Personen, als der Misslick [Mislík; BW] zu Satz,[96] und der Traudisch zu Bardowitz,[97] oder derorthen Ihr wachendes Aug auf die Regimenter haben, und dieselben also anordnen, wie eines und das ander im Fall der Not in der Retirada sich verhalten solle. Und weilen der Generalquartiermeister Reich, ohne dass sich bei Euch befindet, wird derselbe wiessen, wie nach letzteren Leipziger Schlacht[98] ich die böhmishe Frontieren besetzt habe, und ein Regiment auf das ander gewiesen, und überall die notwendigen Generalen darbei gestellt worden, und also mit Gottes Hilf kein Affronto geschehen. So sein die Regimenter, so in Österreich und Mähren losiert, viel nahender als manche Regimenter in Boheimb also, dass man dieselbe jederzeit in einer kurzen Frist haben kann.

Wegen des Randevous ist mein Intent nit gewesen, dass solche zu Tabor sein solle, sondern zwischen Tabor und herwärts Budweis, und zurecht an der Stadt wie Ihr vermeinet. Mein Hauptquartier von Neuhaus[99] anderwärts und nacher Cromau[100] zu transferiren, sehe ich auch nicht, woher von dem Feind ein sonderbare Gefahr zu besorgen, sintemalen wenn er gar etwas tentiren wollte, er bei meinen Regimentern für übergehen muste, und alsdann pro re nata man Resolution nehmen könnte, dasselbe zu verwenden oder viel.

Wollet diesem nach dem Werk etwas mehrers nachdenken, und Euch fernere Meinung durch den Montecuculi mit Beischliessung Eurer abgehenden Ordinanz, in welcher expresse und ausführlich in ein jeglichen Kreis die Regimenter Ihres Verhaltens ordiniert werden, welchen ich mit Verlangen erwarte, auch gern sehe, dass der Reich mit ihm komme, mir anzeigen und entdecken lassen“. Im Nachtrag hieß es: „Non sò donde venga che la nostra gente sia quasi tanto poltrona, che non non sempre continuamente partite siano contra il nimico, accio lui non faccia un passo che non lo sapiamo, perchè gl’avisi del Colloredo passano quasi come Gassenzeitung; potresi ordinar, se non à gia fatto, che sempre i Croati, e altri buoni Parteireiter travalgiano il nimico, e per d’avanti e per di dietro, accioche una volta sapiamo il certo suo stato; quelli regimenti che stanno in Egra,[101] et Elpogen Crais, potrebanno ancor far partite nell‘ Turingia e Misnia, accioche ancor del Wrangel se havesse certezza; potrebanno veder ancor, con corrispondenze di ddiversi gentiluomini, di saper qualche cosa del stato del nemico”.[102]

Colloredo schrieb Gallas am 21.12.1645, die gesamte feindliche Armee liege um Böhmisch Leipa.[103] Er glaube, der Feind werde weiter nach Melnik ziehen, da dort der Fluss jederzeit überschritten werden könne. Neue Gefangene sagten aus, der Feind stehe mit der ganzen Armee in Böhmen und plane, nach Leitmeritz zu ziehen und dort eine Brücke zu schlagen.[104]

Maximilian I. verlangte an diesem 22.12. von Colloredo Berichterstattung über die weiteren Pläne des Feindes, Angaben, welche Städte an der Donau der Feind zu erobern versuchen werde und ob die in Böhmen liegende kaiserliche Armee im Stande, sich des Feindes zu erwehren.[105]

Am 17.12. hatte Lobenhoffer Gallas‘ Schloss Friedland an Arvid Wittenberg übergeben müssen. Am 24.12. erstattete der kaiserliche Kriegsauditor Johannes Capromalleus auf Befehl Colloredos Bericht über das Verhör Lobenhoffers: Den 15.12. habe Wittenberg sagen lassen, Lobenhoffer solle das Schloss gegen einen Revers herausgeben, des Inhalts, dass Wittenberg keine Besatzung in das Schloss legen werde, sondern dass sie es gemeinsam „versalvaguardiren“ würden. Lobenhoffer habe dies abgelehnt und am nächsten Tag habe Wittenberg das Schloss von sieben bis drei Uhr unter Feuer genommen; des Nachts sei ein Teil der Garnison aus dem Schloss geflohen, so dass ihm nur 59 Mann übrig blieben, davon 18 Bauern; „es hat Herr Hauptmann Lobenhoffer auch gemeldet, dass der General Major Wittenberg, als sie zusammenkommen und einander gesehen, ihm Hauptmann gesagt hätte; Du, Hauptmann, was hastu dir gedacht, dass du mit einer Handvoll Volks in diesen Rattennest meiner ganzen Armee dich hast widersetzen dörffen, er geantwortet, er hätte getan als ein Soldat; Wittenberg seine Ordre zu sehen begehrt, welche als er gelesen, stracks gesaget, diese Ordre ist von dem Obristen Leutenand Rodmüller [Rathmüller; BW] und wider Kriegs-Manir und Gebrauch und gar von keiner Generals-Person; über welches des Wittenbergs scharfes Zusprechen er Hauptmann und die Seinige ganz zweifelhaftig gewesen, ob ihnen der Accord, dessen gleichen zuvor kein Commandant erlanget hätte, gehalten worden möchte, aber gleichwohl bei den Akkord geblieben“.[106]

Colloredo berichtete Piccolomini vom 6.1. bis 29.12. über das Kriegsgeschehen in Böhmen und in den Nachbarländern, die schwedische Besetzung des Egerlands und den Versuch, Böhmen von Bayern abzuschneiden, den schwedischen Einfall in Schlesien und Montecuccolis Abwehrmaßnahmen sowie über Wittenbergs misslungenen Ausfall.[107]

Der kaiserliche Obrist Reich informierte Gallas am 8.1.1646 aus Budweis: Colloredo habe ihm geschrieben, dass Wrangel samt der Artillerie bei der Armee sei, angeblich bereits das Gebirge überschritten habe und dass sein baldiger Aufbruch erwartet werde. Auch am Ort sei alles marschbereit, die Regimenter gesammelt und man warte bloß auf Nachrichten über das kurbayerische Hilfskorps.[108]

Am 18.1.1646 schrieb Erzherzog Leopold Wilhelm aus Klattau[109] an Colloredo: Er entnehme seinen Berichten, dass der Gegner aufs Neue mit außerordentlicher Stärke Leitmeritz und Laun[110] besetzt habe und plane, gegen Pilsen und Eger zu ziehen. Er selbst halte dies für Gerüchte und Erfindungen der Kroaten, wie sich schon mehrfach gezeigt hatte. Trotzdem lasse er die Regimenter in Prag. Die kroatischen Offiziere sollten angehalten werden, richtige Informationen zu verbreiten. Colloredo solle die Gefangenen verhören, um Aufenthaltsort und Stärke des Gegners, seines Generalstabs, Zahl der Regimenter, Stärke der Infanterie, Kavallerie und Artillerie sowie seine weiteren Absichten, auch die Herkunft seiner Proviant- und Futtermittel zu erkunden. Gefangen genommene Offiziere seien ins Hauptquartier zu eskortieren. Sollten die Städte Laun und Leitmeritz nicht besetzt sein, solle Pálffy mit 200 bis 300 Reitern in aller Heimlichkeit des Nachts zwischen Leitmeritz und Aussig[111] die Elbe überschreiten, sich nach Teplitz wenden und den Aufenthalt des Gegners erkunden. Gleichzeitig solle ein Spähtrupp von etwa 25 Reitern über den nächsten Elbübergang hinter Aussig direkt nach Dresden und Leipzig aufbrechen, sich für Schweden oder Leipziger Räte ausgeben, eingeweihte Soldaten nach Nachrichten ausforschen und die von Torstensson in Leipzig erteilten und empfangenen Befehle abfangen.[112] Colloredo informierte Hatzfeldt in diesem Januar, dass Wittenberg bei Saaz, Wrangel bei Leitmeritz stände.[113]

Im Februar unterrichtete Colloredo Hatzfeldt über die schwedischen Truppenbewegungen in Böhmen und Schlesien.[114]

Leopold Wilhelm befahl am 23.2. Colloredo aus seinem Hauptquartier Tirschenreuth,[115] die Prager Städte und vor allem die Juden sollten durch militärische Exekutionen zur Abgabe des schuldigen Getreides sowie der Kleidungsstücke gezwungen werden.[116]

Colloredo berichtete Hatzfeldt im März von den Verpflegungsschwierigkeiten der kaiserlichen Armee, dem Gefecht bei Frankenstein,[117] dem Marsch des Obristen Reichwaldt und der Eroberung von Stadt und Schloss Teschen.[118]

Am 28.3.1646 schrieb Leopold Wilhelm von der Militärkonferenz in Staffelstein[119] an Colloredo: Falls der Feind tatsächlich aus Schlesien aufbrechen und in Böhmen oder Mähren einfallen solle, sollte L. Gonzaga oder de Vacchi mit dem schlesischen Heer zu den in Böhmen und Mähren liegenden Truppen stoßen und sich dem Gegner zur Wehr setzen. Falls dies nicht gelinge und der Gegner in Böhmen einfalle, solle Colloredo selbst die in Böhmen stehenden Truppen an sich ziehen, mit Ausnahme des Regiments Kapoun, das bei Iglau und Znaim[120] zu verbleiben habe, im Falle, dass Znaim dem Gegner noch nicht abgenommen sei. Wenn Colloredos Meinung nach zusätzliche Streitkräfte benötigt würden, solle er von Puchheim die Überstellung des Regiments Pompejo anfordern.[121]

Der Kaiser schrieb Colloredo am 3.4. aus Linz, seinen Vorschlag zur Getreidebeförderung aus Böhmen nach Magdeburg habe er erhalten. Da er nicht ohne Wissen des Erzherzogs über die Vorräte in Böhmen und anderswo verfügen wolle, binde er seine Entscheidung an die Meinung und das Einverständnis Leopold Wilhelms.[122] Der Erzherzog teilte Colloredo am 16.4. aus dem Hauptquartier Staffelstein mit, die kaiserliche Artillerie solle von Magdeburg nach Prag geschafft werden. Der Kaiser habe ihm mitgeteilt, dass die Verhandlungen mit dem Feind wegen Magdeburg in ihr Endstadium getreten seien. Ohne seine, L. W.s, Einwilligung dürfe kein Getreide hingebracht werden. In der Anlage fand sich in Kopie das Schreiben Leopold Wilhelms, vom 20.3. aus Staffelstein: Torstensson habe Magdeburg durch einen Akkord gewonnen, nach dem die kaiserlichen und bayerischen Garnisonen die Stadt zu verlassen haben und Artillerie sowie Munition weggeführt werden sollen. Colloredo solle 42 große und kleine Stücke auf der Elbe und Moldau transportieren lassen.[123] In diesem April unterrichtete Colloredo Hatzfeldt über die Verhandlungen zwischen Kursachsen und Schweden.[124]

Der Kaiser unterrichtete Colloredo am 4.5.1646: Er habe für den Gesandten des Fürsten von Siebenbürgen, Johan Daniel de Vargyas, der mit seiner kaiserlichen Einwilligung zu Torstensson unterwegs ist, einen Reisepass für vier Monate ausgestellt; Vargyas werde sich auf der Reise etwa 8 Tage in Prag und 3 Tage in Pilsen und Eger aufhalten. Colloredo und die Kommandanten der genannten Städte sollen dem Gesandten einen Konvoi zur Verfügung stellen.[125] Im Mai unterrichtete Colloredo von der Eroberung von Krems durch Torstensson. Wittenberg ziehe entweder nach Namslau[126] oder Wartenberg[127] und werde von Montecuccoli verfolgt. Schloss Lipnitz[128] werde belagert.[129]

Am 8.6.1646 schrieb der Kaiser aus Linz an Colloredo und verlangte einen Bericht von der Verhandlung über die von Erzherzog Leopold Wilhelm erhobene Forderung an die böhmischen Stände betreffend den dreimonatigen Unterhalt der nach Böhmen

kommandierten Regimenter. In der Anlage war ein Schreiben des Erzherzogs an Wrtba und Colloredo vom 17.4.1646 aus Staffelstein: Leopold Wilhelm drückte darin seine Unzufriedenheit über die Haltung der böhmischen Stände in dieser Angelegenheit aus, von der ihm in Schreiben vom 27.3. referiert worden war. In einem weiteren Schreiben des Erzherzogs vom selben Tag wurde der Kaiser mit der Stellungnahme der Stände bekannt gemacht und die Notwendigkeit unterstrichen, seine Forderung als einzigen Weg zur Erhaltung des guten Zustands der Armee anzunehmen.[130]

Am 14.6. bestätigte Leopold Wilhelm aus seinem Hauptquartier Rottenbach[131] Colloredo den Erhalt seines Briefes vom 6.6., in dem Colloredo seine Meinung über die durchgeführte Visitation der Getreidevorräte Ausdruck gab und empfahl, von dieser Art der Getreidebeschaffung abzulassen und dafür die Untertanen mit neuen Getreideabgaben zu belasten. Diese Getreidevisitation aber sei vom Kaiser befohlen worden und es werde nichts an ihr geändert werden. Noch heute wolle er Obrist Beygott anweisen, sie bei allen in Frage kommenden Personen unterschiedslos vorzunehmen.[132] Mit Schreiben vom 16.6. nahm Ferdinand III. die Vorschläge Colloredos an und stellte die Visitation in den Prager Städten vorläufig ein. So schrieb der Erzherzog am 24.6. aus seinem Hauptquartier Rottenbach an Colloredo, der Kaiser habe wissen lassen, dass er auf Grund von Colloredos Vorschlag Obrist Beygott angewiesen habe, mit den Getreidevisitationen in Böhmen fortzufahren, in den Prager Städten aber bis zu seiner, L. W.s, Entscheidung keine Visitationen vorzunehmen. Er selbst sehe es nur sehr ungern, dass die Prager Städte nicht der Visitation unterliegen, die die Ermittlung der wahren Getreidevorräte bezwecke. Colloredo möge ihr daher keine weiteren Hindernisse in den Weg legen, sondern Beygott unterstützen.[133] In diesem Juni berichtete Colloredo Hatzfeldt von der Eroberung von Schloss Wartenberg durch Wittenberg, über Werbungen in Polen und die Eroberung von Schloss Frankenstein.[134]

Am 12.7. wandte sich der Kaiser aus Linz an Colloredo, er gedenke in den nächsten Tagen nach Prag zu reisen; einiges Militär müsse ihm das Geleit geben und der Feind bei Iglau blockiert werden. Colloredo solle daher zusehen, dass ihn am 23.7. 100 Pferde in voller Bereitschaft mit einem guten Offizier sowie 15 Musketieren in Budweis und andere 15 Musketiere am 24.7. bei Pisek erwarten. Ferner solle er in Iglau, Pelhřimov[135] und anderen umliegenden Orten ordentliche Maßnahmen gegen den Feind treffen.[136] Leopold Wilhelm wandte sich am 12.7. aus seinem Hauptquartier Homberg[137] an Colloredo, er habe gewisse Avisos von ihm erhalten und seine Vorkehrungen gegen den schwedischen Obristen Reichwaldt mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Er erwarte weitere Nachrichten.[138]

Ferdinand III. schrieb am 22.7. aus Linz an Colloredo und billigte dessen getroffene Maßnahmen zur Reise des Kaisers nach Prag, d. h. Abkommandierung einer kleineren Reiterabteilung unter Darius von Neuhaus nach Budweis, von 200 Pferden unter Pachonhay nach Moldauthein[139] und 800 Kroaten längs der Moldau zu seinem Empfang. Pachonhay solle sich am 24.7. mit dem Großteil seiner Reiterei in Budweis einfinden.[140] Leopold Wilhelm schrieb am 24.7. aus seinem Feldlager zu Grünberg[141] an Colloredo, er solle solche Vorkehrungen gegen den Feind in Iglau treffen, dass dieser die diesjährige Ernte nicht wegführen könne.[142] In diesem Juli erwähnte Colloredo gegenüber Hatzfeldt Gerüchte um die Abdankung Torstenssons. Der Böhmische Landtag sei zu Ende gegangen.[143]

1646 wird Colloredo auch anlässlich der Belagerung Korneuburgs[144] erwähnt:So ernstlich die Kayserlichen unter den Generals, Buchheim, Colloredo und [Heinrich v.; BW] Mercy, der Stadt Corneuburg zusetzten; so tapfer erwiesen sich die Belagerten in der Gegenwehr. Unter andern schossen sie mit gezogenen Röhren so scharf heraus, daß täglich Offiziers, Soldaten und Schantz-Bauern, getödtet oder übel zugerichtet wurden. Die Häuser in der Stadt waren allesamt abgetragen und mit Sand beschüttet; und obgleich die Kayserlichen das Wiener-Thor niederschossen, fielen jene dennoch aus, erlegten auch bey 70. Mann. Unter solchem Verlauff erscholl ein Gerücht, als ob die Schwedische Armee aus Schlesien im Anzug wäre wäre, daher nicht allein das Land-Volck zu flüchten, sondern auch die Belagerer ihr Geschütz und Bagage über die Schiff-Brücke zu führen anfiengen; endlich aber erfuhr man, daß es 300. streiffende Schwedische Reuter waren. Man schritte also mit neuem Eifer zu der Belagerung, doch wolte es so wenig mit Miniren als mit Bresche-Legen gelingen, weil sich beym Graben Wasser fand, und die Breschen gleich von den Schwedischen verbauet wurden. An Ausfällen fehlte es auch nicht, und als die Schwedischen eine schlafende Schildwache niedergehauen, drungen sie in eine Kayserliche Schantze, wo sie mit Morgensternen[145] bey 70. Mann schlafen legten.

Am 4. August, als dem Crönungs-Tage, ergab sich die Stadt Corneuburg an den Kayserlichen General, Grafen von Buchheim, welcher dem Commandanten und der Besatzung freyen Abzug verwilligte, wiewohl von den ausziehenden 100. Mann zu Fuß und 150. Reutern nicht über 40. nach Glogau[146] gekommen. Die Kayserlichen fanden hier über 100. Stücke und 30. Centner Pulver. Auf Seiten der Belagerten waren bey 400. getödtet oder beschädiget worden. Hierauf rückten die Kayserlichen vor das feste Schloß Ravenspurg,[147] welches sich auch mit Accord ergab, und suchten sich ferner des Schlosses Falckenstein[148] zu bemeistern“.[149]

In diesem August meldete Colloredo Hatzfeldt die Ankunft des Kaisers in Prag und die Krönung Ferdinands IV. zum böhmischen König. Zudem ging es um die Kriegslieferungen der böhmischen Stände. Er informierte ihn an Hand beigelegter Berichte aus Krakau und Thorn über die Lage in Polen.[150]

Leopold Wilhelm wandte sich am 8.9. aus seinem Hauptquartier Beldersheim[151] an Colloredo: Vor Einbruch des Winters müssten die Soldaten bekleidet werden. Colloredo solle daher baldmöglichst Stoffe und Schuhe von Prag nach Regensburg schaffen lassen.[152] Am 14.9.1646 schrieb der Kaiser aus Pressburg[153] an Colloredo: Er werde der Anlage entnehmen, dass Lodovico Gonzaga auf Schloss Albersdorf[154] Hans Christoph von Waldstein gefangen genommen habe und weitere Dispositionen erwarte. Er habe Gonzaga befohlen, den Gefangenen nach Glatz[155] zu befördern und ihn dort Obrist Fitsch zu übergeben, der ihn nach Prag bringen soll.[156] In der Anlage befand sich ein Schreiben Gonzagas vom 24.8.1646 aus Neisse an Ferdinand III.: Waldstein habe sich in Troppau[157] und dann in Neustadt[158] im Fürstentum Oppeln aufgehalten; noch unter Albrecht von Wallenstein war er verhaftet und seine Güter in Oberschlesien, vor allem in Albersdorf, waren konfisziert und den Jesuiten übergeben worden. Als Königsmarck im vorigen Winter Leobschütz[159] und Jägerndorf[160] eroberte, trat er zum Feind über, bemächtigte sich aufs Neue des Guts Albersdorf und schadete der kaiserlichen Armee. Am 23.8. nahmen die Kaiserlichen Albersdorf ein und Waldstein gefangen.[161]

Ferdinand III. informierte am 21.9. aus Pressburg Colloredo: Er werde über die Lage im Hinblick auf die Unterstützung Wittenbergs und die Ereignisse bei Glogau Bescheid wissen. Er selbst habe bereits am 1. dieses Monates Montecuccoli[162] angewiesen, eine gewisse Anzahl seiner Reiter von der Truppe abzukommandieren und die Abgänge durch die in Böhmen, Schlesien und anderen Erbländern stehende Kavallerie und Infanterie zu ersetzen. Colloredo solle daher sämtliches vor Friedland[163] stehendes Kriegsvolk Montecuccoli unterstellen. Ferner habe er de Souches angewiesen, die zwei in Brünn und Ungarisch-Hradisch[164] liegenden Kompanien abzulösen; eine komme nach Pardubitz, die andere nach Leitmeritz, Aussig und Tetschen. Das in Pardubitz liegende Regiment van der Croon [La Corona] solle zu Montecuccoli abkommandiert und diesem unterstellt werden.[165]

Am 21.9. schrieb Leopold Wilhelm aus seinem Hauptquartier Kallmünz[166] an Colloredo, die gegenwärtige Lage erfordere als Wichtigstes, den Feind, der immer tiefer in Bayern eindringe, Einhalt zu gebieten. Die Operation gegen Wittenberg in Schlesien solle bloßen Defensivcharakter tragen. Obrist Pompeio solle seine Reiterei in ständiger Bereitschaft halten, um sofort nach Befehlserhalt zur Hauptarmee abmarschieren zu können. Er habe Montecuccoli angewiesen, seinen Offizier zu ihm, C., zu schicken, um die Frage der Verteidigung gegen Wittenberg zu erörtern.[167] Am 25.9. informierte Leopold Wilhelm aus dem Hauptquartier Reinhausen[168] Colloredo, er übersende ihm Abschriften seiner Befehle an Montecuccoli wegen der Beschleunigung von dessen Marsch zur Hauptarmee. Colloredo habe für die rasche Befolgung dieses Befehls zu sorgen. In der Anlage 1 fand sich die Kopie eines Schreibens des Erzherzogs aus Laaber[169] vom 24.9. an Montecuccoli, angesichts der Lage dürfe sein Marsch zur Hauptarmee nicht mehr hinausgeschoben werden. Er solle sich mit seinen Truppen daher unverzüglich gegen Cham und weiter nach Straubing[170] in Marsch setzen, wo er weitere Befehle zu erwarten habe. Gleichlautender Befehl sei bereits an Pompeio ergangen. Anlage 2 war die Kopie eines Schreibens an Montecuccoli bei Regensburg vom 25.9.: Seinen Brief vom 23.9., beinhaltend die Ergebnisse der Abmachungen mit Colloredo über die militärischen Maßnahmen gegen Arvid Wittenberg nach Abkommandierung der angeforderten Regimenter zur Hauptarmee habe er erhalten. Er, L. W., wiederhole seinen Befehl, dass Pompeio mit seinem Regiment und Montecuccoli persönlich sich nach Cham und Straubing in Marsch setzen, wo sie weitere Befehle erhalten sollten.[171]

Die wohl mehr oder weniger erzwungene Zusammenarbeit böhmischer Herren und Einwohner mit den schwedischen Besatzern war Ferdinand III. unangenehm. Der Kaiser wandte sich am 18.10. aus Pressburg an Colloredo: Er habe seine Nachricht vom 7. des Monats erhalten, in der er ihn darauf aufmerksam machte, dass gewisse Stände und Einwohner des Königreichs Böhmen dem Feind Kontributionen zahlen und ihre Beamten zu Verhandlungen zu ihm schickten, wodurch der Feind gestärkt und informiert werde. Da dies eine politische Angelegenheit sei, die als solche unter die Rechtsgewalt der böhmischen Statthalter falle, möge Colloredo sie diesen zur Untersuchung vorlegen.[172]

In Gutenfeld[173] kam es zu Verhandlungen zwischen Gallas und Arvid Wittenberg. Im Vertragsentwurf vom 19.10.1646 über die Gallas’schen Herrschaften Friedland und Reichenberg[174] hieß es: Wittenberg überlässt die volle Nutznießung beider genannten Herrschaften Gallas; die Schweden werden dort weder Kontributionen erheben noch sonstige Lasten auferlegen. Damit Gallas seine Güter besser nutzen kann, ist Wittenberg bereit, die Garnison aus Friedland abzukommandieren, unter der Bedingung, dass vorher sämtliche Befestigungen demoliert werden und die Kaiserlichen bis Kriegsende keine Besatzung nach Friedland legen. Gallas verspricht, jährlich 8.000 Rt. in zwei Raten zu zahlen. Wird der Friede in Deutschland binnen drei Jahren geschlossen, bezahlt er 32.000 Rt. für sämtliche Prätensionen Wittenbergs, wird der Krieg fortgesetzt, bleibt es bei der genannten Jahreszahlung. Da Wittenberg einen protestantischen Prediger in Böhmisch Weigsdorf[175] einführte, wird dieser seine Gottesdienste in der Kirche in Böhmisch Weigsdorf abhalten und die Bewohner beider Herrschaften werden zu diesen ungestörten Zutritt haben. Der Vertrag ist auch für die Erben verbindlich und wird auf „Cavagliers Parol“ geschlossen. Falls die vereinbarte jährliche Summe nicht bezahlt wird, ist Wittenberg zur Exekution berechtigt.[176] Der Geheime Rat und Kriegsrat lehnte diesen Entwurf ab, wie aus einem Schreiben Gallas‘ an den Kaiser hervorgeht. Obwohl er auf Erfüllung seiner jüngsten Bitte, nämlich die kaiserliche Genehmigung des Vertragsentwurfs mit dem schwedischen General Wittenberg zur Übergabe der Herrschaften Friedland und Reichenberg gehofft hatte, womit das Verderben des ganzen Bunzlauer Kreises[177] abgewendet werden könnte, habe er bloß die mündliche Mitteilung erhalten, dass der Geheime Rat und Kriegsrat dem Kaiser über dieser Angelegenheit referierte, dass dieser ihm, G., und seinen Untertanen gern helfen würde, aus Furcht vor möglichen Folgen aber seine Zustimmung nicht geben könne. Er, G., fürchte, in seinem Gesuch nicht alles so klar ausgeführt zu haben, dass auf keinen Fall der Eindruck entstehen könnte, dem Kaiser könnte dieser Vertragsentwurf mehr Schaden als Nutzen bringen; er wolle darum seine Argumente wiederholen. Vor allem liege Schloss Friedland, wie allgemein bekannt, nicht auf einem Gebirgspass, sondern in der Ebene, so dass ein auf diesem Weg nach Böhmen eindringender Feind an der Betretung des Schlosses nicht gehindert werden könne, während derjenige, der das Schloss besitze, wie die Erfahrung lehre, der Umgebung und dem ganzen Kreis Schaden zufügen könne. Deshalb wünschten alle Bewohner und insbesondere die Kreishauptleute, dass Friedland dem Feind abgenommen werde, und wollten 8.000 fl. zur Kontribution beisteuern, womit auch Colloredo als Landeskommandant einverstanden sei. Ferner halte er es für besser, die geforderte Summe zu bezahlen als dem Feind zu gestatten, sich in einen doppelt so hohen Genuss zu setzen und dabei zu riskieren, dass die Einwohner in die Oberlausitz abwandern, deren Religionsbekenntnis die meisten von ihnen überdies teilen. Ein Versuch der Kaiserlichen, das Schloss zu erobern, würde viel Geld und viele Menschen kosten. Angesichts der guten Befestigungen wäre das Ergebnis unsicher und die Gegend würde mit Sicherheit verwüstet. Besser wäre eine Wiedergewinnung des Schlosses ohne Verluste durch Akkord, was auch ermöglichen würde, Nachrichten über die Bewegungen des Feindes zu beschaffen. Der einzige Ort in den Händen der Schweden bliebe dann Grafenstein.[178] In Böhmen gäbe es keinen ähnlichen Fall wie diesen, dass die schwedische Krone einem ihrer Offiziere zwei Herrschaften schenkte; Wittenberg sehe sie als sein Eigentum an, was zu schlimmen Folgen führen könnte; „so ists …, wie männiglich bekannt, Fridlandt nie kein Festung gewesst; sondern erst von dem Herzog von Fridlandt, weilen er mehrernteils daselbst residiret,[179] damit er ruhig schlafen können, und zu seiner Reputation, in ein Esse gebracht worden“. Er, G., habe keineswegs im eigenen Interesse mit dem Feind verhandeln wollen, sondern nur zum Vorteil seiner Untertanen und mit des Kaisers Einverständnis. Ferdinand möge diese Darlegungen zur Kenntnis nehmen, sein Gesuch bewilligen und das entsprechende Dekret ausstellen.[180]

Am 24.10.1646 informierte Leopold Wilhelm aus seinem Hauptquartier Egingen[181] Colloredo: van der Croon, der Stadtkommandant von Pilsen, sei der Meinung, der Gegner wolle von Leipzig[182] aus dem ganzen Pilsener Kreis Kontributionen auferlegen. Da er, Colloredo, die Lage gut kenne, solle er zwecks Verhinderung der gegnerischen Absichten eine gewisse Anzahl Reiter nach Elbogen[183] oder einen anderen geeigneten Ort legen.[184]

Leopold Wilhelm wies am 10.11. Colloredo von seinem Hauptquartier Lamerdingen[185] an, er solle mit Montecuccoli über das Fußvolk verhandeln und sich besonders aufmerksam mit den zu formierenden Truppen befassen. Montecuccolis Stellung vor dem Feind müsse durch einen genügend hohen Mannschaftsbestand gesichert werden.[186]

Am 21.11. wandte sich der Erzherzog aus seinem Hauptquartier Schrobenhausen[187] an Colloredo: Wie er erfahren habe, kämen gewisse Stände und Einwohner Böhmens dem oft meilenweit entfernten Feind mittels Kontributionsabgaben und Annahme von Patenten entgegen und hülfen ihm auf diese Weise. Da dies eine politische Angelegenheit sei, möge er sich damit an den Kaiser wenden,[188] der diese Angelegenheit bereits den böhmischen Statthaltern zugewiesen hatte.

Colloredo äußerte sich am 28.11. gegenüber W. E. von Lobkowitz über die Möglichkeiten eines Friedensschlusses mit Spanien, Frankreich und den Vereinigten Niederlanden. Einem Bericht vom 25.9. zufolge habe die kaiserliche Armee ihre Quartiere bei Schrobenhausen, die bayerische bei Hohenwart.[189] Der Feind liege bei Landsberg[190] und rüste sich zum Vormarsch an die Donau.[191] In diesem November unterrichtete Colloredo Hatzfeldt vom Marsch Wittenbergs nach Olmütz und von den Verhandlungen der polnischen Stände wegen der Nachfolge und den ständischen Privilegien.[192]

Am 1.12. teilte Colloredo Lobkowitz mit, man wisse noch nicht, wohin Wittenberg vorrücken werde. Montecuccoli stehe mit der Reiterei bei Braunau,[193] von wo er Wittenberg verfolgen wolle. Einer Nachricht vom 27.11. zufolge, die er, C., von der kaiserlichen Armee erhielt, näherten sich die französische und die schwedische Armee der Donau; am 28. habe Leopold Wilhelm ausrücken wollen, um ihren Vormarsch zu verhindern.[194]

Colloredo wandte sich am 8.12. an Lobkowitz: Montecuccoli müsse verstärkt werden, um Wittenberg aufhalten zu können, denn dieser sei entschlossen, sobald das Wetter es erlaube, jenen anzugreifen und bis zur Donau zu treiben. Die Feinde seien aus Ottmachau[195] nach Niederschlesien gezogen. Montecuccoli stehe noch bei Braunau und um das Gebirge. Sämtliche königlichen Statthalter seien zwar angewiesen, das in den Garnisonen liegende Fußvolk mit Proviant zu versorgen, doch sage niemand, wie die Armee zu unterhalten sei. Wenn 5.000 Reiter an einem Ort im Kreis Königgrätz zusammenträfen, würde diese Kreis vernichtet, daher müsse eine solche Drohung abgewendet werden. Lobkowitz sollte diese Angelegenheit womöglich dem Kaiser vortragen.[196]

Am 15.12.1646 schrieb Colloredo an W. E. von Lobkowitz, man möge sich nicht allzu sehr auf die Generalkommissar Wrtba eingesandte Liste des Garnisonsstands in Böhmen verlassen, da diese Garnisonen sehr schnell verschoben würden und ihren Standort wechselten. Wittenberg sei dieser Tage bei Ohlau[197] gestanden und man wisse noch nicht, ob er die Oder in Richtung Namslau[198] überschreiten werde. In diesem Falle würde der Feind seiner Ansicht nach Montecuccoli verfolgen.[199]

An diesem 22.12.1646 hatte Colloredo aus Prag Piccolomini eine Schilderung der Gesamtaufstellung der Armee in Schlesien und Bayern zum Jahresende gegeben. Die polnischen Stände hätten ihren König gezwungen, alle Ausländer aus der Armee und aus seiner Umgebung zu entfernen, weshalb auch Pater Valerio Magni des Landes verwiesen wurde. „Quest’ordinario non aportò altre novità solo che Wittenberg sta tuttavia tratendosi nelli suoi quartieri à Olau[200] et per la vicini, non trovando modo in queste coniunture di tempi et inundationi d’aque di passare l’Odera, n’il Sig. Conte Montecuccoli s’é mosso dalli contorni di Silberberg,[201] stando attendendo à quello che l’inimico poterebbe risolvere di fare, il quale non é dubio che volontieri passarebbe l’Odera, per poter tirat à se la gente, ch’il Re di Polonia anderà licentiando, non volendo quelli stati quietare fin che non vedino fori del Regno la soldatesca forestiera. Et con le lettere venute da quelle parti con quest’ordinario s’ha inteso ch’essi stati Polaci con sommo dispiacere del Re, habbino dato un bando fori di quel Regno al Padre Magno Capucino, à un secretario del Re, et ad alcuni altri, volendo che per l’avenire il Re se prevalghi di soli Polaci nelli suoi consiglii. La nostra armata, secondo che de la ricevo avisi se ritrova di presente fra Ingolstat et Monaco dove vorà fefrescarse per alcuni giorni, et l’inimici ancora allogiano fra Memingen et Olma. Non si sa, quando la Dieta d’Hungaria poterebbe pigliar un fine, dove occorrono molte controversie”.[202]

Leopold Wilhelm wandte sich am 27.12. aus seinem Hauptquartier Abensberg[203] an Colloredo: Er wolle die 3.000 fl. zur Bezahlung der notwendigen Munition im Prager Zeughaus beschaffen; Colloredo müsse eine so wichtige Stadt wie Königgrätz mit hinreichenden Munitionsvorräten versorgen.[204]

Colloredo teilte Lobkowitz am 26.1.1647 mit, am 22.1. sei Montecuccoli aus Münsterberg[205] aufgebrochen, marschiere nun gegen Brieg[206] und wolle wahrscheinlich die Oder überschreiten, um Wittenberg anzufallen oder um sich zwischen diesen und die Schiffsbrücke bei Ohlau zu stellen. Wittenberg stehe noch bei Namslau.[207]

B. I. von Martinitz informierte Piccolomini am 27.1.1647 aus Prag, in Zusammenhang mit dem Frieden zwischen Spanien und den Vereinigten Niederlanden herrsche die Meinung, der Universalfrieden könne nicht mehr fern sein. Demgegenüber nehme aber der Krieg kein Ende, die Schweden bedrohten Lindau[208] und selbst Tirol sei in äußerster Gefahr. Die kaiserliche Armee sei schwach und beziehe ungeordnet die bei Eger zugewiesenen Winterquartiere. Einzelne Truppen stoßen allerdings bis Prag vor, lieferten einander Gefechte und hätten sogar die Pferde Colloredos gestohlen. Mit schwachen Kräften wehre sich Montecuccoli in Schlesien gegen Wittenberg. Es sei die Nachricht eingetroffen, der alte Oxenstierna sei für eine Versöhnung.[209]

Montecuccoli schrieb am 30.1.1647 aus Strehlen[210] an Gallas: Gegen jede Erwartung sei in den letzten Tagen die Oder zugefroren und nach Schätzung ausgesandter Kundschafter könne das Eis auch Kanonen tragen. Der Feind habe Verstärkungen aus Pommern und Polen erhalten und rüste sich angeblich zum Feldzug nach Böhmen; dies habe er Colloredo und den nächstliegenden Kreishauptleuten gemeldet, damit sie an den nach Böhmen führenden Pässen Vorkehrungen treffen.[211]

Colloredo wandte sich am 27.2. wieder an Lobkowitz: Der kaiserliche Wunsch, die Regimenter außerhalb der Erbländer stehen zu haben, könnte erfüllt werden, wenn Proviant vorhanden wäre; auf die Fuhren des Landvolks dürfe man sich nicht völlig verlassen. Ferner beklagte er den Mangel an Schießpulver und Munitionsbedarf. Weder habe die kaiserliche Resolution erfüllt werden können, noch gebe es Mittel, Vorräte anzuschaffen. Wittenberg ziehe zur Warthe und sichtlich weiter nach Oberschlesien.[212]

Am 2.3.1647 berichtete Colloredo aus Prag Lobkowitz, Wittenberg plane anscheinend Aussagen von Soldaten zufolge nach Oberschlesien zu ziehen und sein Korps im Fürstentum Teschen zu dislozieren, Montecuccoli verfolge ihn. Zudem habe Pachonhay aus Brüx gemeldet, dass Lewenhaupt außer seinen 5.000 Mann starken Truppen bei Leipzig noch weitere Truppen zusammenziehe und möglicher Weise gegen Brüx vorrücken wolle. Nach genauerer Kenntnis der gegnerischen Absicht werde er die Stadt durch Kavallerie verteidigen lassen.[213]

Colloredo wandte sich an diesem 2.3.1647 aus Prag an Piccolomini, er habe immer noch auf seine Rückkehr aus Flandern gehofft, doch sehe jetzt, dass man ihn dort zurückhalten wolle – vielleicht würde er später nach Böhmen kommen. Piccolomini sollte heiraten und zwar bald, sonst würden sich andere darum kümmern und ihm eine Braut nach seinem Geschmack finden; es sei wirklich schon höchste Zeit. – Die kaiserliche Armee ziehe sich in die Winterquartiere zurück, die allerdings in den völlig erschöpften Erbländern liegen.[214]

Im April dieses Jahres berichtete Colloredo Hatzfeldt von der Lage in Schlesien und der baldigen Krönung Ferdinands IV. Zum König von Ungarn.[215] Die Einsetzung Holzappels zum kaiserlichen Oberkommandierenden, die Operationen Wrangels und Wittenbergs in Schlesien, der Abmarsch Wittenbergs von Auras,[216] der Tod des Prinzen Christian von Dänemark bei Dresden auf der Reise nach Karlsbad und der schwedische Angriff auf Eger beschäftigten Colloredo in der Korrespondenz mit Hatzfeldt im Mai dieses Jahres.[217]

1647 stockten die Vorbereitungen für den Feldzug gegen die schwedische Armee in Böhmen. In Prag war wochenlang kein Pulver zu bekommen. Anlässlich einer Audienz bei Ferdinand III. war dem kaiserlichen Oberkommandierenden Holzappel mitgeteilt worden, dass die Armee aus dem Prager Zeughaus 100 Zentner übernehmen könne, doch Colloredo, der territoriale Befehlshaber in Böhmen, teilte Holzappel am 19.6.1647 mit, dass keine Vorräte vorhanden seien und die Erzeugung wegen Rohstoffmangels sich verzögere.[218] Eine polnische Lieferung von 1.000 Zentnern wurde mit Ungeduld erwartet.[219] So ging man mit nur 60 Zentnern Pulver für die Artillerie in diesen Feldzug.[220]

Pappenheims einziger Sohn, Wolfgang Adam, wurde nach einem heftigen Wortwechsel „wegen des Generals Sperreuter“ von Goltz im Duell bei Prag getötet: „Am 30. Juni 1647 geriet Wolf Adam in Prag an der Tafel des Oberkommandierenden in Böhmen, Rudolf Graf Colloredo, mit Martin Maximilian von der Goltz in einen heftigen Wortwechsel und forderte den früheren Waffenkameraden seines Vaters und nunmehrigen Generalzeugmeister heraus. Obwohl es Colloredo zu verhindern trachtete, verliessen die Kontrahenten die Stadt und führten das Duell durch, in welchem der letzte Herr von Treuchtlingen[221] erschossen wurde“.[222]

Am 22.7. informierte Colloredo Piccolomini aus dem Feldlager bei Eger: Auf Wunsch des Kaisers, der über Budweis in Prag ankam, sei er selbst zum Beistand Egers aufgebrochen. Inzwischen traf aber die Nachricht vom Fall der Stadt ein. Der Gegner habe sich auf Grund einer Verabredung mit Paradeiser – der eigentlich laut kaiserlichem Befehl die Stadt bis zum letzten Blutstropfen hätte halten sollen – und den Offizieren, die vom Korporalsrang aufwärts ihre Bagage mitnehmen und fortgehen durften, der Stadt bemächtigt; die Soldaten aber seien dem Gegner überlassen worden. Die Armee, mit der er, C., vor Eger stehe, habe 13.000 Mann zu Fuß und 15.000 Reiter und er werde mit ihr den feindlichen Einfall ins Land zum Stehen bringen können. Werth sei zum General der Kavallerie und Sporck zum Vizemarschall ernannt worden.[223] Auch Melchior von Hatzfeldt hatte Colloredo in diesem Juli auf dem Laufenden gehalten. Er meldete ihm die Ankunft Werths, der nach seiner Rebellion gegen Maximilian I. ins kaiserliche Lager geflüchtet war, in Pilsen. Von Schlackenwerth aus informierte er Hatzfeldt über die Belagerung Egers durch Wrangel sowie über die Ernennung Werths zum General und die Sporcks zum Feldmarschallleutnant.[224]

Ferdinand III. unterrichtete Rottal am 16.8.1647 aus Pilsen mit: Er habe H. Chr. von Puchheim zum „Kriegskapo“ der kaiserlichen Truppen in Mähren, Schlesien und Niederösterreich befördert und ihn für die Zeit der Abwesenheit Colloredos gleichfalls zum Oberkommandierenden der Truppen in Böhmen ernannt.[225]

Am 5.10. schrieb Colloredo erneut aus Prag an Piccolomini, der bayerische Kurfürst habe eine Rückkehr an die Seite des Kaisers an zahlreiche Bedingungen geknüpft; seine Truppen hätten Böhmen betreten und die Schweden vertreiben geholfen. „Le diversi conditioni et clausule, che Baviera mandò li giorni adietro a Sua Maestà Cesarea davano non poco da dubitare, si la coniuntione potesse seguire, finalmente superatosi la difficoltà, la gente di quel’Elettore é entrata in Boemia a nomero di 6.000 cavalli et 3.000 fanti con 20 pezzi di canone, si spera che la coniuntione seguirà fra tre giorni.

Fra tanto l’inimco hauto la lettera dell’Elettore di Baviera, nella quale renunciò all’armistitio, se misse subito sabato passato a marciar verso il passo di Presniz et la domenica sorti con la più parte dell’armata, le commun’opinione é che andarebbe verso Erfurt, ben ch’alcuni pensano ch’andarà verso Leipzig et che per la voglia fermare suo campo.

Nella marcia lasciò andar fori un commandamento che per la vita nisun’ardisci di tocare pur’una galina, nelli stati dell‘

Elettore di Sassonia. Hoggi se move la nostra armata verso Caden, verso qual‘ volta marciaranno ancora li Bavaresi, et nell’istessa marcia segiurà la coniuntione, et à forze unite, s’andarà perseguitando l’inimico, et havendosi un poteroso essercito, á da sperare ch’il peso della guerra verà transportato in altri paesi”.[226]

Am 2.11.1647 schrieb Colloredo aus Prag an Piccolomini: Die Kaiserlichen hätten die Saale überschritten und verfolgten Wrangel. Endlich dürfe man hoffen, ihn von den Grenzen der Erbländer weit entfernt zu halten. Der Angriff auf Iglau mache gute Fortschritte, Strassoldo sei es mit einem Teil der Infanterie gelungen, die Stadtwälle zu besetzen. In Schlesien sei eine an die 1.000 Pferde starke schwedische Abteilung zusammengezogen worden, um die Operationen der Kaiserlichen in Iglau zu vereiteln, als aber die Schweden erfuhren, dass die Kaiserlichen gewarnt wurden, hätten sie kehrtgemacht. Es folgte eine Schilderung des schwedischen Versuchs, den Kurfürsten von Sachsen zu töten.[227] In einem Schreiben des B. I. von Martinitz an Piccolomini vom 9.11. hieß es dagegen: Er sei von dem geplanten Überfall Wanckes auf den Kurfürsten von Sachsen und dessen Söhne zwecks deren Gefangennahme benachrichtigt worden. Ein Kornett, ein sächsischer Untertan in schwedischen Diensten, der sich in der Umgebung Johann Georgs I. bewegte, habe den Schweden eine geplante Jagd des Kurfürsten informiert, dieser aber habe sich im letzten Augenblick entschieden, nicht auf die Jagd, sondern zum Fischfang zu gehen.[228] Der Erzgebirgschronist Lehmann erinnert sich dagegen: „Der [Wancke; BW] truge den Churfürst zue Saxen ein fehde nach, umb das Er ihme bey der eroberung von Gorlitz[229] Ao. 1641 Plündern laßen wider den accord, das gedachte er izt zue revanchiren. Do die Schwedische Armee 1647 auß Bohmen ginge, vermeinte er in diesen March in Meißen sein stücklein ins werck zuestellen, entweder den Churfürsten, der umb Freyberg jagte, selbst zue fangen oder die Festung Dresden mit list zuerobern. Er wahr in March von der Presniz[230] herauß mit seinen regiement Trajonern der 1. Die erste Nacht stunde er auf der Cunersdörfer[231] hohe, Den andern tag und nacht durch Schletta,[232] stehen blieben auf der Schletner höhe hinder den Schloß nach Hermersdorf[233] zue, Den 3. tag in grundt bey den Dörfel und die Freyreuter, die Er von der gantzen armee an sich gehengt hatte, in Walt, alda ließ Er sein regiement mit den andern marchiren und nahm darvon nur 52 ledige und die besten Cärl auf einen anschlag, daß er mit den Freyreuttern 200 starck an den künesten wagehelßen worden. Des tags stunde er stille in Buschen, des Nachts recognoscirte er auf allen seiten, wo der Churfürst lege, und wie an Dresden zue kommen, und stunde deswegen 2 tage in Dorantischen walde. Alß die Schwedische Haupt-Armee in Altenburgischen außruhete, ritte er wieder hin und erhandelte von etlichen Obristen mehrreuter, daß er in 600 Pferde starck worden. Damit sazte er Sich in Spittelwalt vor Freyberg. Alß solches der General Wrangel verkundtschaft, commandirte er geschwindt 50 Pferde auß, ließ ihn gefangen nehmen, auf die festung Leipzig sezen, die Standarten nehmen und die Völker avociren. In Seinen Arrest eiferte Chur-Saxen mechtig uber sein Attentat, doch wurde Er perdonirt und sub amnistia frey- und loßgelaßen und begab sich bey einen andern Herrn in Dienste“.[234]

Am 23.11.1647 berichtete Colloredo Piccolomini über die Eroberung Iglaus. Die Kaiserlichen drangen in die Stadt ein, doch die Schweden ergaben sich nicht, befestigten sich in zwei Häusern und wollten bis zum letzten Mann kämpfen. In der Stadt waren insgesamt 400 Fußsoldaten, von denen sei die Hälfte tot oder verwundet. Strassoldo habe eine schwere Beinverletzung davongetragen. „Ben che quest’ordinario poco mi soviene degno alla notitia di Vostra Eccelenza pur per continuare la debita osservanza che professo all’Eccelenza Vostra vengo a avisarla, come li nostri sotto Iglau, se sono impatroniti d’un baluardo, mediante una mina, che sotto fecero giocaro, et non resta altro che impatronirse del tutto della Città ch’a quest’hora, sarà ancora fatta, essendo stati già alloggiati dentro le mure.

In recuperare detto baluardo, il Conte Strassoldo é stato malamente ferito in una gamba. I inimico se ha ritirato in due parti della Città et s’ha fortificato et trincirato in due case su la piazza, et conforme referisco li pregionieri scampati de qua, si vuol defender fin all’ultimo huomo, et convenirà alli nostri di batter queste case, e da maravigliare di tanta resistenza, non essendo nella Città stato altro che 400 fanti, de quali già metà é resto morto et ferito”.[235]

Am 15.12.1647 schrieb Leopold Wilhelm aus Brüssel an Colloredo, er habe sein Schreiben vom 30.11. mit den Kriegsberichten und den Informationen über die Absichten Wittenbergs erhalten und ersuche um weitere Berichterstattung.[236]

Nach Holzappels Tod in der Schlacht bei Zusmarshausen[237] (17.5.1648) war sofort Piccolomini zum „Capo über die kaiserlichen Waffen“ ernannt worden;[238] bis zu seiner Ankunft sollte auf Wunsch Maximilians[239] Reuschenberg interimistisch das Kommando führen,[240] obwohl Schlick gegenüber W. E. von Lobkowitz Colloredo oder seinen Favoriten Goltz in Vorschlag gebracht hatte,[241]die jedoch die Ernennung nicht annehmen wollten.[242]

Am 17.6. informierte Colloredo W. E. von Lobkowitz, Wittenberg habe in Johannisberg[243] im Neissegebiet gestanden, jetzt sei er ins Glatzer Bergland einmarschiert und man müsse seine weiteren Bewegungen abwarten. Den meisten Vermutungen zufolge könnte er in Böhmen eindringen.[244]

Colloredo schrieb am 17.6. an W. E. von Lobkowitz, Wittenberg in Schlesien und Königsmarck in der Oberen Pfalz verhielten sich ruhig. Angeblich sei Pfalzgraf Karl Gustav persönlich, in Begleitung von zwei Regimentern, in Leipzig eingetroffen; ob ihm weitere Regimenter folgen würden, wisse man noch nicht.[245] Am 24.6. wandte sich Colloredo erneut an W. E. von Lobkowitz: Er wisse nicht, wer es verschuldete, dass von den für Befestigungsarbeiten bestimmten 1.500 fl. wöchentlich 300 fl. für die Beschaffung von Schießpulver abgezogen würden. Ein solcher Eingriff gestatte keine ordentliche Inangriffnahme der Befestigungsarbeiten, denn dazu genügten nicht einmal die überwiesenen 1.500 fl. Da bei der Fähre in Raudnitz[246] und Liboch[247] feindliche Abteilungen erblickt wurden, möge Lobkowitz die Fähre in Raudnitz entfernen lassen, bevor sie noch Schaden anrichte.[248]

Ferdinand III. teilte Colloredo am 30.6. aus Linz mit, der Inhaber der Fuhrpost in Böhmen habe sich über einen feindlichen Überfall von Königsmarcks Soldaten beklagt. Er, F., halte ein solches Vorgehen für vertragswidrig und befehle ihm, mit Königsmarck ähnliche Verhandlungen einzuleiten, wie sie ein kaiserlicher Generalleutnant mit Wrangel führte, jenen auf diese Tat aufmerksam zu machen und Vorkehrungen zu treffen, dass die Vereinbarung eingehalten werde und die Postbeamten mit Pferden und Wagen unbehelligt heimkehren könnten.[249]

Am 4.7. schrieb Colloredo an W. E. von Lobkowitz, Königsmarck stehe noch vor Falkenau und halte die Stadt unter starkem Beschuss; ohne Hilfe werde sie sich nicht lange halten können. Wittenberg sei auf dem Wege von Glogau, wolle angeblich nach Polen, anderen zufolge nach Pommern; wegen dieser Provinz misstrauten die Schweden dem Kurfürsten von Brandenburg. Wittenberg solle den Befehl haben, einige Truppen aus Schweden zur Hauptarmee abzukommandieren. Die Schweden hätten Oels[250] und Bernstadt[251] verwüstet und wollten auch Jauer[252] das gleiche Schicksal bereiten. Allem Anschein nach beabsichtige der Feind schnell zuzuschlagen.[253]

Am 16.7.1648 schrieb B. I. v. Martinitz in düsterer Vorahnung aus Prag an Piccolomini: In seinem Schreiben vom 24.6. habe er ihm die Wahrheit gesagt: Gegenwärtig greife Königsmarck Falkenau[254] und Elbogen[255] an, und Graf Eberstein, dieser Häretiker, der hätte zu Hilfe kommen sollen, habe aber nichts unternommen; Wittenberg und Königsmarck ziehen ihre Truppen zusammen und wollten mit den aus Pommern kommenden Verstärkungen angeblich Prag umzingeln. Auch wenn Colloredo gute Absichten hege, sei er doch zu alt und verfüge über nichts anderes als höchstens 600 gute Fußsoldaten und eine verarmte, von M. von Waldsteins Offizieren ausgesaugte Bürgerschaft. Die Torwachen seien schwach, und es gebe selbst solche Vorfälle, dass feindliche Reiter ein- und ausgehen, sich als Kaiserliche ausgeben, und niemand untersuche sie oder verlange einen Pass. Aus dem gegen den Weißen Berg liegenden Tore könne niemand hinaus, da das Land dort vom Feinde besetzt sei; 10-12 000 Mann könnten mit Leichtigkeit die ganze Stadt belagern und bei einem Überfall, insbesondere von der Burgseite her, auch in geringerer Zahl in die Stadt eindringen. Er habe Colloredo darauf aufmerksam gemacht, der aber habe geantwortet, er wisse davon, habe jedoch überall zu wenig Leute. Den jüngsten Nachrichten zufolge ziehen die Schweden ihre Truppen zu einem Angriff auf Prag zusammen.[256] Unter dem 18.7.1648 schrieb Ferdinand III. an Colloredo: Um die in den Festungen und befestigten Orten Böhmens und Mährens ständig entstehenden Unordnungen zu beseitigen, habe er Obrist Bissingen mit der Inspektion dieser Orte beauftragt. Er, Colloredo, solle ihn bei seiner Tätigkeit unterstützen.[257]

Am 22.7. teilte Colloredo Lobkowitz mit, Wittenberg setze seinen Vormarsch in Böhmen fort, halte sich nun bei Jaroměř[258] auf und wolle sichtlich zur Elbe ziehen. Königsmarck sei dieser Tage in Eger gewesen, jetzt aber wieder zu seinen Leuten abgereist. Vor zwei Tagen stand er bei Plan. Alle Bewegungen beider schwedischer Heere müssten aufmerksam verfolgt werden. Puchheim stehe mit den Truppen noch bei Časlau.[259] Colloredo schrieb am 25.7. Lobkowitz, Königsmarck stand am 23.7. bei Pilsen, wo er überall Vieh zusammen trieb und nach Eger bringen lasse. Die Aussagen von Gefangenen ließen nicht deutlich erkennen, wohin sich Königsmarck zu wenden gedenke. Die einen behaupteten, sein Ziel sei Saaz, die anderen, es sei die Obere Pfalz. Wittenberg befinde sich bei Skalitz, Puchheim bleibe bis zum Anmarsch von Verstärkungen an der Sazawa.[260]

Am 26.7. sollte Königsmarck in einem Überraschungsangriff die Prager Kleinseite erobern.

„Diese Truppe war ein eigens abgestelltes Korps unter Königsmarck, der den Auftrag erhalten hatte, noch einen Einfall in die kaiserlichen Erblande zu machen. Wenige von denen, die auf den sommerlich staubigen Wegen dahintrabten, wußten, daß sie im Begriff waren, einen unerhört gewagten Coup gegen Prag auszuführen. Im Normalfall hätte sich ein Feldherr mit so wenigen Truppen nicht an ein derartiges Unternehmen herangewagt, denn Prag war eine der größten Städte Europas, mit mehreren Ringen von Mauern und Festungsanlagen umgeben, gut bestückt mit Kanonen und von rund 1000 regulären Soldaten sowie einer bewaffneten Bürgermiliz bewacht, die bis zu 12000 Mann zählen sollte. Nun war Königsmarck, kürzlich mit dem imposanten Titel eines Feldmarschallleutnants behängt, kein gewöhnlicher Feldherr, sondern ein verschlagener Fuchs und Streifzugkrieger mit ständigem Appetit auf abenteuerliche Unternehmungen. Außerdem hatte er eine geheime Waffe in Gestalt eines kaiserlichen Überläufers,[261] der versprochen hatte, den Schweden in die Stadt zu helfen.

Dieser Mann war Ernst Odowalsky, der sich einst in der kaiserlichen Armee vom Gemeinen zum Oberstleutnant hochgedient hatte, aber nun ins Unglück geraten war; zuerst verlor er seinen rechten Arm und damit seinen Posten. (Ansonsten kam es oft vor, daß Offiziere, die eine schwere Verwundung überlebten, unter den Fahnen blieben. Ein vielleicht etwas drastisches Beispiel hierfür bietet Josias von Rantzau, der nacheinander den Dänen, den Schweden, dem Kaiser, dann wieder Schweden und schließlich Frankreich diente; während dieser Zeit soll er nicht weniger als sechzig Verwundungen erhalten und ein Auge, ein Ohr, einen Arm und ein Bein verloren haben. Derartige Piratenphysiognomien zu Pferde waren in den verschiedenen Armeen kein ungewöhnlicher Anblick.) Zu allem Überfluß wurde Odowalskys Haus in Eger im Verlauf der Belagerung 1647 von den Schweden geplündert und niedergebrannt. Nachdem er ohne spürbares Resultat den Kaiser um Hilfe ersucht hatte, wandte er sich in seiner Verbitterung an die Schweden. Gegen Ende Mai hatte er Königsmarck aufgesucht und vorgegeben, in schwedische Dienste treten zu wollen, ließ aber gleichzeitig durchblicken, daß er wisse, wie man sich ohne größere Anstrengung Eingang in die Stadt Prag verschaffen könne. Königsmarck horchte natürlich auf, nicht nur weil Prag die Residenzstadt des Kaisers war, sonderlich in erster Linie, weil der böhmische Adel und die kaiserliche Familie seit dem Beginn des Krieges dort große Mengen von Besitz und Wertsachen aufbewahrten. Die Stadt war wie eine riesige Bank. Königsmarck war gierig und sagte nie nein zu einer kleinen Beute, und als ihm wie hier eine Beute von nahezu biblischen Dimensionen in Aussicht gestellt wurde, konnte er der Versuchung natürlich nicht widerstehen. Er setzte sein Korps nach Osten in Bewegung. Das Ziel war Prag, aber Königsmarck wußte, daß alles von der Geheimhaltung des Plans abhing, weshalb der Vormarsch in einen Schleier von Winkelzügen, falschen Gerüchten und verwirrenden Täuschungsmanövern gehüllt wurde.

Am 13. [23.] Juli änderte das Korps abrupt die Richtung, ließ Pilsen im Rücken und verschwand in aller Stille auf Prag zu. Eine Avantgarde von 200 Reitern ritt voraus und fegte Reisende und Soldaten aus dem Weg. Jeder, den sie trafen, wurde angehalten und gefangengenommen, damit niemand vor dem Anmarsch der Schweden Alarm schlagen konnte. Am Tag danach erreichte man Rakonitz.[262] Prag lag 50 Kilometer entfernt.

In Rakonitz ließ Königmarck die gesamte Artillerie und den ganzen Troß, von 200 Dragonern bewacht, zurück. Die Pferde der Wagen und Geschütze wurden ausgespannt. Das ganze Fußvolk, rund 1000 Musketiere,[263] wurden beritten gemacht, und zusammen mit den 2000 Reitern des Korps – darunter ein Teil alte Bernhardiner – ritten sie gegen 10 Uhr am Vormittag des 15. [25.] Juli 1648, einem Samstag, auf Prag zu. Am Nachmittag glitten die Kolonnen leise in einen Wald in nicht allzu großer Entfernung von der Stadt. Hier, in den sommerwarmen Wäldern, wurden die letzten Vorbereitungen getroffen. Königsmarck verkündete den Truppen, was auf sie zukam, und stellte ihnen große Beute in Aussicht. Odowalsky hatte eine Liste der wichtigsten Einwohner der Stadt und ihrer Adressen zusammengestellt; alle wohnten auf der sogenannten Kleinseite von Prag am westlichen Ufer der Moldau. Die Liste der Adelspalais wurde durchgegangen, und die Soldaten erfuhren, welches Palais gerade sie plündern dürften. Direktiven für den eigentlichen Vorstoß in die Stadt wurden auch gegeben: Jeder, der mit Waffen in der Hand angetroffen wurde, sollte niedergehauen werden, und auf alle, die sich in den Fenstern zeigten, sollte geschossen werden. Die Truppen wurden in verschiedene Sturmkolonnen eingeteilt, und einige mußten ihre Ausrüstung mit Äxten und anderem vervollständigen. Dann galt es nur noch, die Dämmerung abzuwarten. Ein Teil der Soldaten vertrieb sich die Zeit im Wald mit Kartenspiel und Würfeln.

Nach Einbruch der Dunkelheit ritten sie los. Als Erkennungszeichen trugen sie Eichenlaub an den Hüten. Gegen Mitternacht kamen sie zum Weißen Berg, 5 Kilometer von der Kleinseite entfernt. Der Vortrupp von 100 Mann unter Führung von Odowalsky selbst und begleitet von Königsmarck schlich sich in einen Park, der das kaiserliche Lustschloß Stern umgab. Noch gab es keine Anzeichen, daß sie entdeckt waren. Gerade da hörten sie Laute. Der Sommerwind trug Glockengeläut herüber, dem bald der Klang einer zweiten Glocke erfolgte. Der sonst so kühle Königsmarck wurde plötzlich nervös, er glaubte, in der Stadt werde Alarm gegeben. Odowalsky, der in Prag Dienst getan hatte, konnte ihn damit beruhigen, daß dies nur die Mönche im Brevnovkloster[264] und im Kapuzinerkloster bei der Königsburg, dem Hradschin seien, die zur Mitternachtsmesse riefen.

Der Rest der Truppen wurde im Dunkel herangeführt. Fußvolk und Dragoner saßen ab, ließen ihre Pferde im Lusthauspark zurück und zogen leise weiter. Königsmarck und die Kavallerie blieben in einem abgebrannten Dorf knapp einen Kilometer vor den Mauern. Das Fußvolk und die Dragoner rückten noch ein Stück vor, versteckten sich dann aber in einigen Gärten, die direkt vor dem Westtor der Kleinseite lagen. Odowalsky mit dem Vortrupp schlich weiter vor bis zum Wallgraben. Alles war still. Die Stelle für den Einbruch war gut gewählt. Seit einiger Zeit wurden an den Mauern Ausbesserungsarbeiten durchgeführt, und im Wallgraben zwischen zwei Bastionen lag ein großer Erdhaufen, wo die Grabenden ihre Schubkarren entleerten. Der Haufen reichte fast bis an die Mauerkrone. Hier gingen Odowalsky und seine 100 Männer in Deckung. Sie warteten. Ungefähr eine Stunde vor Anbruch der Morgendämmerung, als die Glocken der Stadt gerade halb drei geschlagen hatten, wurde ein Zeichen gegeben, und die 100 Männer stürmten den Erdhaufen hinauf und bestiegen den Wall. Sie trugen alle entsicherte Gewehre mit Schnappschlössern oder Pistolen Einige trugen Äxte und Keulen, die gebraucht wurden, um Türen und Tore einzuschlagen. Die Mauer war leer. Die Truppe teilte sich in zwei Gruppen. Die eine lief nach links, die andere nach rechts zu den beiden Bastionen, die das nächstgelegene Tor flankierten. Bei den Bastionen angekommen, stießen sie auf einige Wachen, doch diese wurden überrumpelt und von der hohen Mauer hinabgeworfen. Odowalsky lief nun sofort mit einer Gruppe Soldaten zum Strahover Tor. Sie kamen an dem Kapuzinerkloster vorüber, dessen Glockenläuten Königsmarck erschreckt hatte. Davor standen zwei Wachen. Die eine wurde niedergeschossen, die andere konnte fliehen.

Nun mußte es schnell gehen. Odowalsky und seine Männer liefen weiter zum Tor und warfen sich über die Wache, die niedergemacht wurde. Das Tor wurde aufgestoßen. Die Zugbrücke wurde heruntergelassen. Odowalsky stürmte hinaus in das schwache Licht der Morgendämmerung. Er rief die Soldaten, die in den nahegelegenen Gärten versteckt waren. Die schwer bewaffneten Männer ergossen sich in einem dunklen Strom durch das Gewölbe, hinein in die Straßen der Stadt. Dann brach der Tumult los. Schlaftrunkene Bürger und Soldaten sprangen aus ihren Betten und liefen halbnackt aus ihren Häusern, sie wurden von gezückten Degen und krachenden Schüssen empfangen. Wer seinen Kopf aus dem Fenstern steckte, wurde beschossen, unter anderem ein Frantisek Sternberg,[265] der von einem Schuß getroffen wurde, als er hinausschaute, um nachzusehen, was los war – er starb einige Wochen später. Ein Obristleutnant Schmidt lief hinunter zur Karlsbrücke, die die beiden Hälften Prags verbindet. Er wurde erschossen, denn eine schwedische Abteilung hatte bereits den Brückenturm besetzt, um Entsetzungsversuche von der östlichen Seite des Flusses zu verhindern. Zwei Grafen namens Cernin[266] und Michna[267] versuchten, mit einem Boot über das Wasser zu fliehen, aber sie wurden von pfeifenden Kugeln getroffen. Prags Kommandant Colloredo – der im Nachthemd war, nachdem er aus dem Bett gesprungen und durch Gärten und Weinfelder gelaufen und dann über die Stadtmauer geklettert war – entging jedoch den Schüssen und rettete sich mit seinem Lakai und seinem Sekretär in einem Fischerboot hinüber ans andere Ufer.[268] Als die Morgensonne auf die Kleinseite schien, waren die Kämpfe so gut wie vorüber. Rund 150 Bürger und kaiserliche Soldaten waren tot, 350 verwundet. Die Schweden hatten lediglich einen Leutnant und sieben Mann verloren. So groß war die Überraschung gewesen. Viele hochgestellte Persönlichkeiten waren auch in die Gewalt der Schweden geraten, unter anderem der Erzbischof von Prag.[269]

– Am 28.7. hatte der Kaiser aus Linz an Colloredo geschrieben, mit Trauer habe er zur Kenntnis genommen, dass sich der Feind wider alle Erwartung (!) der Prager Kleinseite bemächtigt habe. Das Schicksal der böhmischen Statthalter kenne er noch nicht. Colloredo möge sie, sofern sie sich nicht in der Macht des Feindes befänden, in seinem Namen zur weiteren Tätigkeit und zum ununterbrochenen Dienst für das Königreich ermutigen. Er erwarte weitere Nachrichten über ihr Schicksal.[270] Ferdinand III. schrieb am 30.7.1648 aus Linz an Vratislav z Mitrovice, bei dem feindlichen Angriff auf die Kleinseite und den Hradschin sei augenscheinlich auch neben anderen Landesbeamten der Generalkriegskommissar in Böhmen, V. A. von Kolovrat-Krakovský, in Gefangenschaft geraten. Da dieses Amt sehr wichtig sei, müsse es neu besetzt werden. Bis zu seinem weiteren Beschluss würden er, Vratislav, und Friedrich Vĕžník von Vĕžník, Burggraf des Königgrätzer Kreises, dieses Amt bekleiden. Sie sollten Colloredo und Puchheim in allem, was die Verteidigung der Stadt und das Interesse des Königreichs erforderten, gehorsam sein.[271] Leslie hatte am 30.7. Piccolomini aus Linz mitgeteilt: Königsmarck habe sich der Prager Kleinseite und der Burg bemächtigt; es bestehe wenig Hoffnung auf eine Verteidigung der übrigen Prager Städte und ebenso wenig auf einen Widerstand des ganzen Königreichs Böhmen.[272] Am 3.8. antwortete er ihm: Er ersuche um Mitteilung, wem die Schuld an einem so unglaublichen Erfolg des Feindes gegeben wird. Er habe nämlich einen Brief aus Prag erhalten, in dem der Schreiber – gemeint war Martinitz – die Eroberung von Prag voraussagt und meint, Colloredo sei zwar erfahren, aber zu alt und ohne Hilfe. Auch habe in der Stadt ein Regiment gelegen, dass von Offizieren geführt wurde, die sich mehr um den eigenen Beutel scherten als um den kaiserlichen Dienst, und darum in der ganzen Stadt verhasst gewesen seien. Er selbst wundere sich darüber, wie so viele kluge Kavaliere ihre Gemahlinnen, ihr Leben und ihren Besitz in Gefahr bringen, und wie zwei- oder dreitausend Leute die kaiserliche Residenz besetzen konnten. „Ma dal’altro canto di Praga m’è stato scritto e preveduto questo accidente per veder il Conte Colloredo, Cavaliere di grand’esperienza e valore, ma vecchio e non assisto da nissuno. Un Regimento di soldatesca inesperta con officiali che badavano più a far la borsa ch’al servizio del Padrone, e che percio era odiato da tutta la Citta, e mi maraviglio che tanti cavalieri saggi e prudenti vedendo la forma di quel governo, habbino voluto esporre a questo pericolo le lor moglie, vita, e havere. Quello però stimo oltra il danno e le consequenze, e che cosa ne dirà il mondo di vedere la residenza d’un Imperatore occupata a due in tre milla huomini”.[273] Leslie antwortete am 11.8., die Schuld an dem Verlust Prags werde in Linz Colloredo zugemessen; Adel und Volk des Königsreichs seien entrüstet über sein Verhalten und wollten ihn, bis es mit der Zeit möglich sein wird, vor Gericht verklagen. Wittenberg und Königsmarck befestigten die Orte zwischen der Moldau und der Stadt Beraun, damit diese Prag nicht zu Hilfe kommen kann.[274] Piccolomini fand es unglaublich, dass ein so schwacher Gegner die Kleinseite überrumpelt habe, ohne einen Schuss abzugeben.[275] Piccolomini hatte Colloredo gegenüber Maximilian wieder einmal die Schuld an der militärischen Lage vor allem in Böhmen zugewiesen: Die kaiserliche Armee verfolge den Gegner in Süddeutschland und unterstütze den Kurfürsten von Bayern bei der Vertreibung der Schweden. Der Kurfürst werde (aber) einen Abmarsch der Kaiserlichen aus Bayern nicht gestatten, bevor sein Land vom Feinde völlig befreit ist, und bestehe selbst jetzt darauf, nachdem ein Großteil der Schweden nach Böhmen gezogen, Prag belagert und die Prager Kleinseite besetzt hat. An diese Forderungen habe er Drohungen einer Allianz mit dem Gegner und eines Separatfriedens geknüpft. Er selbst sehe die Schuld an der Vernichtung des Königsreichs Böhmen und der Bedrohung Prags im Egoismus des bayerischen Kurfürsten.[276] Königsmarck selbst schrieb am 30.7. an Johan Oxenstierna: „Euere Gräfl. Excellenz verhalte ich hiermit gebührend Nachricht nicht, daß ich nächst Gottes Beistand den 16. [26.] dieses mit anbrechendem Tage sowohl das hiesige kgl. Schloß als die kleine Seite der Stadt glücklich bekommen habe. Was an Stücken und Munition allhier befindlich, ist aus der eingelegten Specification zugesendet. Nach der Königlichen Kron[277] habe mich […] erkundigt, allein ist selbige von der Kaiserlichen Majestät jüngst bei dero Abreise mitgenommen“.[278] – –

Nun, da die Kleinseite in schwedischer Hand war, die Tore besetzt und die Flußseite gegen Rückeroberungsversuche vom östlichen Teil der Stadt gesichert waren, durften die Soldaten sich ans Plündern machen. Es wurde eine groteske Angelegenheit. […] Die Plünderung dauerte zwei ganze Tage und Nächte, und die Beute war unfaßbar groß. Mehr Reichtümer als irgend jemand sich hätte träumen lassen, waren hier in Schatzkammern und Kellergewölben versteckt. Aus dem Palais des Stadtkommandanten Colloredo wurden 12 Tonnen Dukaten und über 2, 5 Tonnen Silber herausgetragen. Aus dem Palais des getöteten[279] Grafen Cernin wurde Gold im Wert von mehreren 100 000 Talern gestohlen. In einem Kloster[280] fanden sie 100 000 Taler in barem Geld. Dem Postmeister Paar wurden 18 000 Taler abgenommen, und so weiter. Man sah schwedische Soldaten Münzen nicht Stück für Stück abmessen, sondern Hut für Hut. Königsmarck selbst konnte fünf Wagen mit Gold und Silber füllen“.[281] Diese Großzügigkeit den Soldaten gegenüber war wohl notwendig, um dieser letzten Phase vor Kriegsende mögliche Meutereien[282] unter den zur Abdankung anstehenden Verbänden zu verhindern.

– – Colloredo schrieb sich rechtfertigend am 18.8. aus Prag an Piccolomini: Nach langen Nachforschungen ist die wahre Ursache des schwedischen Erfolgs ermittelt worden. Oberstleutnant Odowalski wurde zum Verräter. Er hat in Eger ein Haus und im Egerland einigen Grundbesitz, hatte vor einem halben Jahr bei Hof um eine Kommandantenstelle angesucht und ihn einige Male bei den Inspektionen der Befestigungen begleitet. Er versprach Königsmarck, ihm für eine Belohnung von 20 000 Rt. Das Strahower Tor zu öffnen und verlangte von diesem nur fünfzig bewaffnete Infanteristen. Mit diesen überschritt er den von der St. Margaretenkirche herabrinnenden Bach, hielt sich an der Rückseite des Kapuzinerklosters und erreichte über den Garten des Grafen Schlick das Haus Haugwiz;[283] von dort ging er zur Torwache, überfiel und erschlug sie und öffnete das Strahower Tor. Vor diesem wartete bereits Königsmarck mit seiner gesamten Reiterei, drang ein, stellte rasch eine Wache ans Tor und kam in Person bis zu seinem Haus; dort betrat er den Hof, es erschien der Verräter Odowalski und fragte Königsmarck, ob er jene 20.000 Rt. nun verdient habe. Dieser bestätigte ihm auf seine Kavaliersehre, dass er sie verdient hat. Hierauf trat Königsmarck in sein Haus ein und ließ ihn im Weinberg und der gegenüber liegenden Toreinfahrt suchen, im Glauben, er hätte im Karmeliterkloster Zuflucht gefunden.

Königsmarck ließ dann die Kleinseite, die Burg und die Kaiserliche Galerie völlig ausplündern und nahm sich heraus, mit den Adeligen und Damen derart umzugehen, dass ihnen nicht einmal das Hemd auf dem Leibe blieb; heute könnte man in der Stadt Damen in Leinenkleidern sehen, wie sie die Weiber auf dem Land tragen, ein kläglicher Anblick ! Salvaguardien ließ Königsmarck nur in das Haus des Fürsten Lobkowitz, der Frau von Bilina [Anna Maria v. Sternberg, verehelichte v. Lobkowitz;[284] BW] und des Grafen Berka legen, alle übrigen Häuser überließ er der Plünderung, die mehrere Tage dauerte. Wittenberg selbst sagte, sie hätten nicht ärger hausen können, wenn sich die Kleinseite gewehrt, und Blut, Menschen und Zeit gekostet hätte, und fügte hinzu, all dies sei überhaupt nicht die Absicht der schwedischen Krone gewesen.

Nach einigen Tagen entließ Königsmarck die Damen nach Hause, behielt jedoch die meisten Adeligen als Gefangene auf der Burg und verlangt, außer allem, das er ihnen genommen, noch große Geldsummen von jedem, wobei er ihnen droht, er werde sie ins Jenseits befördern. Er benimmt sich wie ein Barbar und völlig ohne Rücksicht auf Frauen. Die Schweden behalten ihre Beute für sich; Gold, Silber, Schmucksachen und Bargeld übersteigen die Summe von 6 Millionen, andere Mobilien nicht eingerechnet.[285]

Nach eigenen Schätzungen machten die Schweden bei der Eroberung der Kleinseite in Prag eine Beute im Wert von 7 Millionen Reichstalern. Königsmarck selbst hatte 28.000 Rt. aus der Prager Beute erhalten.[286]Königsmarck hatte seine Millionenbeute auf der Burg Neuhaus[287] (Archiv, Zeughaus und Schatzkammer des Deutschen Ordens) bei Mergentheim[288] deponiert. Zu Kriegsende soll der ehemals mittellose Königsmarck ein Vermögen von fast einer Million Rt. und ein Einkommen von etwa 130.000 Rt. in Schweden besessen haben.[289]

Colloredo informierte W. E. von Lobkowitz am 18.8.: Am Vortag sei Wittenberg nach Konopischt[290] gekommen und habe die Burg unter Beschuss genommen. Die darin befindlichen Adligen und Landleute hätten sich ergeben und die Waffen niedergelegt. Auch der Feldwebel mit 20 Soldaten habe sich ergeben und jetzt rücke der Feind nach Tabor vor, wohin er, C., Hauptmann Salvetti kommandierte.[291] Der Kaiser wandte sich am 19.8. an Colloredo: Die Hilfe für Prag müsse beschleunigt und dürfe in keiner Weise aufgehalten werden. Er wurde in Kürze seinen Beschluss über die Besetzung der Hauptmannstellen in der Prager Alt- und Neustadt bekannt geben. Colloredo möge ihm alle Nachrichten zukommen lassen, die von den feindlichen Soldaten auf der Kleinseite und im Lande und auch von Gefangenen über Absichten und Pläne des Feindes gewonnen würden.[292]

Am 20.8. schrieb Leslie wieder an Piccolomini: Prag warte vergeblich auf Hilfe, die Schlick schicken soll. Derjenige Teil der Stadt, den die Schweden nicht besetzten, leide an der Blockade und an Lebensmittelmangel. Die Verteidigung sei umso bewundernswerter, da keine Hoffnung auf Hilfe bestehe; andererseits könne die kaiserliche Armee ohne die Rückgewinnung Prags den Krieg nicht weiter führen. Königsmarck befestige sich in Prag nicht gegen eine Armee von außen, sondern bloß gegen die Prager Altstadt, um die Flucht aus dem besetzten Stadtteil sowie das Hinaustragen von Wertsachen zu verhindern. Von den Gefangenen erpresse er Lösegelder.[293] Am 21.8. schrieb Piccolomini Leslie: Karl Gustav führe der guten schwedischen Armee weitere Verstärkungen zu, während ihnen die kaiserliche Armee macht- und mittellos gegenüber steht. In Prag habe es für die Soldaten kein Brot gegeben und jetzt führt der Gegner Millionen aus der Stadt, so dass die 7.000 Mann, über die Wittenberg und Königsmarck zusammen verfügen, diese große und volkreiche Stadt mit einer Blockade sperren könnten. Er gab der Hoffnung Ausdruck, die von Schlick aufgestellten Truppen würden zusammen mit den 2.000 Mann, die er selbst in Bayern anwerben will, zur Vertreibung des Gegners aus Prag führen.[294] Am 2.9.1648 teilte Formarini Piccolomini aus Linz mit: Am Vortag sei der kurbayerische Rat Teisinger eingetroffen und beim Kaiser zur Audienz gewesen; er brachte den Protest und die Drohungen seines Kurfürsten, mit dem Feind – unter der Garantie der Sicherheit seines Landes – Frieden zu schließen, falls Soldaten von der Armee in Bayern nach Böhmen überstellt werden sollten. Der Kaiser sei ebenso wie der Kurfürst in Bayern der Ansicht, in Böhmen müsse keine Vorbereitung zu einem Zusammenstoß mit dem Feind getroffen werden, da eine solche den Friedensschluss verzögern könnte. Nach Formarinis Meinung sollte Piccolomini seinen ständigen Vertreter am Hof haben, der seine Ansichten durchzusetzen wüsste. Puchheim marschiere mit schwachen Abteilungen nach Böhmen und Colloredo werde mit solchen Hilfstruppen wohl nicht zufrieden sein.[295] Ferdinand III. wandte sich am 8.9.1648 aus Linz wieder an Colloredo: Er habe von Colloredos Forderung erfahren, mehrere Geschütze, Militär und Schiffe von Budweis auf der Moldau nach Prag zu transportieren, und das des Nachts, um Gefahren durch den Feind zu vermeiden. Er gebe zu bedenken, dass der Transport in die Hände des Feindes fallen könne und dass die Moldau kein so schneller Strom wie die Donau oder der Rhein sei. Aus diesen Gründen habe er Brisigello angewiesen, den Transport für diesmal zurückzubehalten.[296]

Piccolomini schrieb am 13.9. hinsichtlich der Weigerung Maximilians I. zur Überstellung kaiserlichen Kriegsvolks nach Böhmen an Colloredo: „Il negoziato del Conte Curtz con Baviera non ha partorito effetto nissuno non volendo quel Principe che si stacchi pur un huomo da questa Armata, se prima non si scaccia il nemico fuora del Suo paese, e minaccia apertamente se si fu questo ch’egli s’aggiusterà co’nemici havendo scritto in questa conformità li suoi sentimenti a Sua Maestà, la quale mi ordina nonostante questo, ch’io tenghi inparato da 2 in 3 milla huomini per mandar al primo ordine in Bohemia. Vostra Eccelenza giuducherà se questi con quelli che sono la, saranno bastanti di poter essere Patroni della Campagna e cacciare in nemico di Boemia, e percio il mio parere é stato, poi che Baviera vedendo staccar quella gente s’accomoderà infallibilmente col nemico”.[297]

Colloredo teilte Piccolomini am 17.9. aus Prag mit, der Feind habe seine Soldaten auf der Burg untergebracht, den Rest nach Königsaal[298] überstellt, alle Wege gesperrt und die Stadt Prag von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Er, C., habe bereits vor mehreren Wochen den Hof schriftlich gebeten, sofort Munition und Artillerie zu schicken. Alles hätte rechtzeitig ankommen können, wenn man es hätte abschicken wollen. Nun sei es zu spät, die Stadt sei umzingelt und nur ein Heer mit starker Kavallerie könnte Wittenberg vertreiben und die Wege frei machen. Er habe keinen Heller, weder Pulver noch Geschosse für das hilflose Heer.[299]

Colloredo wandte sich am 29.9. aus Prag wieder an Piccolomini: Der bayerische Kurfürst habe den Sukkurs verweigert, nun warte man auf die von Schlick versprochenen Truppen. Angeblich seien der Kanzlei auf der Kleinseite Schriftstücke übergeben worden, in denen die Verfasser verlangen, jeder Adelige möge ein Drittel seines Besitzes für die Fortsetzung des Krieges widmen. Der Inhalt dieser Schriftsachen sei nun in Stadt und Land in Umlauf und werde von ihren Prädikanten von den Kanzeln gelesen, wobei diese sagten, die Stände selbst sollten ihre weiteren Schritte erwägen, sich rasch mit ihnen verbinden und dem Land die frühere Freiheit zurück zu gewinnen. All dies habe derartige Verwandlungen bewirkt, dass so mancher beginne, sich kühl zurückzuziehen, und sollte es nicht zum Friedensschluss kommen, müsse man wahrlich den Abfall vieler Menschen fürchten. Vor zehn Tagen sei Puchheim nach Budweis gereist, um militärischen Sukkurs herbei zu schaffen. Die Wahl seiner Person sei nicht eben glücklich gewesen, da er sich unterwegs krankheitshalber aufhielt, der Feind ihn zwischen Frauenberg und Budweis, zusammen mit anderen Offizieren, die ohne ihn die Reise nicht fortsetzen wollten, gefangen nahm und zurück auf die Prager Kleinseite brachte, wo alle am Vormittag eintrafen. Nur Mislík habe sich mit einem Teil der Reiterei nach Oberösterreich retten können. – Weder Königsmarck noch Wittenberg werde es gelingen, zwei Prager Städte durch Waffengewalt zu nehmen, doch könnte es ihnen durch langsame Ermüdung gelingen. – Er bitte um Nachricht über die Friedensaussichten. Wittenberg sei von Königsaal zurückgekommen, Königsmarck habe Prag mit Schanzen umgeben, so dass die Lebensmittelversorgung auch auf dem Wasserweg erschwert sei. An ein schnell aufgestelltes Heer, das Schlick verspräche, glaube er nicht und selbst wenn er es aufstelle, wäre es nicht im Stande, dem siegreichen Feind Widerstand zu leisten. Er, P., müsse es sobald wie möglich durch eine ordnungsgemäße Abteilung verstärken und auch einen tüchtigen Kommandanten schicken.[300] – –

Königsmarck hatte sich am 1.10. zur Besprechung über das weitere Vorgehen gegen Prag mit Karl Gustav in Saaz getroffen. Am 25.9/4.10. traf Karl Gustav mit 6000 Mann bei Prag ein. Am Tag darauf wurde die östliche Seite der Stadt eingeschlossen, und eine förmliche Belagerung setzte ein. Natürlich wußte Karl Gustav, daß der Friede täglich zu erwarten war, doch das trieb ihn nur noch an, den Angriff zu beschleunigen. Er schrieb nach Hause, er wisse, daß die Eroberung Prags ihm große Ehre einbringen werde – doch gleichzeitig hoffte er zweifellos, große Beute machen zu können. Die Belagerung wurde nach bewährtem Brauch mit dem Ausheben von Laufgräben, Artilleriebeschuß und Minensprengungen geführt, aber sie war doch außergewöhnlich gewaltsam, weil Karl Gustav sie mit großer Energie betrieb, während zugleich die Verteidiger – weitgehend also bewaffnete Zivilisten – sich als ungewöhnlich standhaft erwiesen. Die ganze Stadt bebte von dem heftigen Kanonenbeschuß; rauchende Granaten hagelten in die engen Gassen und detonierten in Wolken von Rauch und Splittern, und große Stücke der Stadtmauer wurden von Schwärmen brummender Geschosse zu Schotter zermahlen. Hinter den zerfallenden Mauern bauten die energischen Verteidiger

jedoch rasch ein System von Holzpalisaden und Brustwehren auf und wiesen jedes Angebot eines Akkords ohne Zögern zurück.

– – Am 13.10. schrieb der Kaiser an Colloredo: Die Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück seien bereits so weit fortgeschritten, dass er die Ergebnisse und Einstellung sämtlicher Feindseligkeiten täglich erwarte. Am Tage nach der Veröffentlichung des Friedensschlusses würden aus beiden Städten Kuriere zu den Generälen der Krieg führenden Armeen entsandt werden, um den Friedensschluss bekannt zu geben. Solle Colloredo dies von den kaiserlichen Gesandten in Münster und Osnabrück früher erfahren als er selbst, möge er Vorkehrungen treffen, um den Ausbruch von Feindseligkeiten zu vermeiden.[301] – –

Am Nachmittag des 3. Oktober rückte die schwedische Leibgarde zum Sturm auf eine der Breschen bei dem sogenannten Galgentor vor. Wir wissen von Bildern ungefähr, wie dies aussah. Zuerst kommen die Sturmkolonnen, noch in Deckung, langsam vorrückend, eine dichte Masse von Hüten und Musketen und Armen, die am Schluß nur noch vorwärtskriecht. Dann erfolgt der Sturm über Schotterhaufen und Mauerreste, hinein in das Durcheinander von Palisaden und Laufgräben und fortgeworfenen Fachinen und zerborstenen Schanzkörpern. Jetzt folgen Rauchwolken, Knalle und Handgranaten, die durch die Luft wirbeln; Menschen, die sich in alle Richtungen bewegen – ein Teil kriecht, ein Teil läuft – , kleine Gruppen, die sich im Feuer vorarbeiten. Verstärkungen rücken im Schutz einer Kaponniere[302] heran. Und ständig neue schwellende Garben von Rauch und Feuer, das aus Schußwaffen sprüht. Granaten, die detonieren, Menschen, die brennen, Menschen, die in Stücke gesprengt werden: hier ein Kopf ohne Körper, dort ein Körper ohne Kopf.

Der Sturm war erfolgreich, und alle Verteidiger an dem angegriffenen Punkt wurden entweder getötet oder in die Flucht getrieben. Während der Nacht führten Prags Verteidiger eine Serie heftiger Gegenangriffe aus. Immer wieder schlichen sich Leute durch das dichte Dunkel heran und überschütteten die Soldaten der Leibgarde mit Handgranaten, und am Morgen des 4. stellten die völlig zermürbten Schweden fest, daß sie keine andere Wahl hatten, als sich zurückzuziehen. Die Belagerung ging weiter, nahm aber immer mehr den Charakter eines reinen Grabenkriegs an. Am gleichen Tag, als in Münster der Friede unterzeichnet wurde, also am 14. Oktober, gelang es den Belagerten, einen hohen Holzturm in Brand zu stecken, den die Schweden gebaut hatten, wobei dreißig Schweden verbrannten. Schon am 19. Oktober erhielt Karl Gustav die Mitteilung, daß Frieden geschlossen sei, doch er brach die Kämpfe nicht ab, sondern behielt die Neuigkeit für sich und drohte mit einer allgemeinen Erstürmung, wenn die Verteidiger nicht sogleich aufgäben. Er hatte allerdings keine Pläne für ihre Durchführung. Am 27. Oktober traf ein Kurier mit der offiziellen Bestätigung ein, daß tatsächlich Frieden geschlossen war. Da war es nicht mehr möglich weiterzumachen“.[303]

„Als Wrangel in Bayern die Nachricht [von der Unterzeichnung der Westfälischen Friedensverträge] erhielt, begann er zu fluchen und warf wütend seinen Generalshut auf den Boden. Als die Nachricht Prag erreichte, waren seit der Unterzeichnung in Osnabrück zwei Wochen vergangen. Da war die Kaiserstadt seit Juli unter schwedischer Belagerung, als die Schweden einige der schweren Geschütze aus den gut ausgestatteten Zeughäusern der Kleinseite auf den Burgberg Hradschin gerollt und begonnen hatten, über den Fluß in den jenseitigen Teil der Stadt zu schießen. Nulla dies sine fulminibus heißt es in einer zeitgenössischen Chronik – »Nicht ein Tag ohne Feuer«. Königsmarck hatte einen triumphierenden Brief an Wrangel geschrieben, in dem er versprach, »diesen Ort nicht zu verlassen, bevor die Offiziere ihren letzten Blutstropfen vergossen und die Stadt in einen Friedhof verwandelt haben«. (Während seine Kanoniere ein anhaltendes Bombardement einleiteten, das 250 Häuser zerstören und Hunderte von Menschenleben kosten sollte, richtete sich Königsmarck im Lobkowitzschen Palais ein und begann dort in nahezu fürstlichem Stil Hof zu halten. Unter anderem verlangte er, daß die bereits schwer verheerte ländliche Umgebung seine Küche versorgen solle, nicht allein mit den üblichen Lebensmitteln wie Mehl und Fleisch, sondern auch mit kulinarischen Kostbarkeiten wie Ingwer, Safran, Zimt, Muskat und Zitronen.) Die Bevölkerung im östlichen Teil Prags war trotz großen Mangels an Waffen, Munition und geübten Männern zur Verteidigung der Stadt zusammengeströmt. Eine Studentenlegion[304] von 745 mit Hellebarden, Piken, Musketen, Keulen und Handgranaten bewaffneten jungen Männern unter der Führung eines Jesuitenprofessors sperrte die Karlsbrücke, Brauereiknechte, Handwerkergesellen und Kneipenpersonal bildeten eigene kleine Freikompanien; der Adel schickte 400 Freiwillige, die Geistlichkeit 200, und die Juden der Stadt bildeten eine improvisierte Feuerwehr, die Feuer löschte und später auch Minen unschädlich machte. Viele Kämpfe wurden um die Karlsbrücke ausgetragen, die so stabil gebaut war, daß es den Verteidigern nicht gelungen war, sie zu zerstören: Angriffe mit blanken Waffen, Scharfschützenduelle, Artilleriebombardements und der Austausch grober Beschimpfungen lösten dort einander ab“. – – Es sei daran erinnert, was Colloredo am 1.5.1643 an Ferdinand III. geschrieben hatte: Er bestätigte den Erhalt des Befehls vom 27.4. und versprach, unter allen Umständen Prag gegen den Feind zu verteidigen und etwaige plötzliche Überfälle durch feindliche Truppen abwenden zu wollen. Würde er mit vollem Verfügungsrecht in Militärsachen betraut, mit geeigneten Mitteln ausgerüstet und wären die Kreis- und Stadthauptleute in Militärsachen auf ihn angewiesen, dann könnte er für alles die volle Verantwortung übernehmen. Auf eine Verteidigung Prags durch Bürger- und Studentenschaft könne er sich überhaupt nicht verlassen. Er sei überzeugt davon, dass sich die Bürger bei einem Heranrücken des Feindes außerhalb von Prag in Sicherheit bringen und einen Angriff erst gar nicht abwarten würden. Die Studenten eigneten sich besser ‚zur Comedien‘ als zur Verteidigung. Trotzdem habe er ihnen die Bildung eigener Kompanien anbefohlen.[305] Das war nur eine der vielen Fehleinschätzungen Colloredos. Piccolomini schrieb am 26.10. an Colloredo, Schlick zaudere zu sehr mit der Hilfe für Böhmen. Er sei entschlossen, selbst zu Hilfe zu eilen und habe in diesem Sinne an den Hof geschrieben. Die Extravaganzen des bayerischen Kurfürsten würden den Untergang des Königreichs Böhmen verursachen. „Io non ho mancato di dar continuamente parte a Vostra Eccelenza di quanto é andato passando die qua et il soccorro si mando dubito, che Sua Maestà me l’ha comandato, e di più numero che s’era ordinato, e s’havesse lasciato far a me sarebbe stato in Boemia un peto prima che vi é venuto il Palatino [Karl Gustav]. Ma havendo Sua Maestà incaricato quelle cose la al S. Conte Schlick, mi pare che poteva esser un poco più sollecito di dar a Vostra Eccelenza assistenza di quelle cose che bisognava et havendo da 8.000 insieme et valendosi di cirva 4.000 dismontati che ho mandato in la, mi par che potevano tentar il soccorso realmente.

La stravaganza di Baviera sono tali che sausano la perdita di quel Regno e se havesse la Corte sequita li miei sensi si haverebbe potuto obvier a molto. Io ricevo due Sue del 18 e 20. Dal ultimo veggo come per mancamento di tutti comincia a trattare; io gli posso dire che dimani l’altro mi risolverò di marciare con queste armi alla volta die Boemia di questo luogo. Vostra Eccelenza farà il suo conto che parcie posso fare et in che tempo posso venire poiche trovo preciso al servizio di Sua Maestà di far questo per veder di soccorer Praga et se ella non si può tenere fin tanto di ripigliarla e non dar tempo al nemico di rifar le breccie et altri preparementi. Io menarò da 10.000 huomini et gli 8.000 che sono la, sspero saranno bastanti a questo, e cacciar l’inimico da quel Regno. Vostra Eccelenza mi tenga puntualmente avvisata d’ogni cosa per duplicati e triplicati mandando le Sue lettere a Butweis acciò si possa incaminare il meglio servizio del Patrone. Di questi miei sentimenti ne ho dato quelche giorni fa parte alla Corte. Le nostre cose si potranno rimettere pur, che non ci adormentiamo nelle speranze della Pace, della quale io non credo gran cosa”.[306]

Colloredo unterrichtete einen nicht genannten Obristen am 10.11. aus Prag, die Hilfstruppen, die bereits vor Prag hätten stehen sollen, zogen sich wiederum zurück und stehen jetzt bei Worlik.[307] Am Vortag stand der Feind bei Kuttenberg[308] und wende sich nun zurück gegen Schwarzkosteletz.[309] Wenn einige Hilfstruppen von der Hauptarmee zu dem Militär bei Worlik stießen, könnte der Feind aus dem ganzen Königreich vertrieben werden. Ein Trompeter von Schlick sei mit Nachrichten über einen Waffenstillstand eingetroffen, von Pfalzgraf Karl Gustav aber sei noch keine Antwort gekommen. Piccolomini müsse schleunigst benachrichtigt werden.[310]

Colloredo teilte Piccolomini am 17.11. aus Prag mit, die Nachricht von der Beendigung des Krieges sei eingetroffen. „Euer Excellenz berichte hiermit gantz dienstlich, wasmassen deroselben Trompetter mit denen Schreiben den allgemeinen Frieden betreffend heute um 4 Uhr allhier angelangt ist, welchen ich sobalden mit frischen Pferden zu Ihre Durchlaucht dem Pfaltzgrafen [Karl Gustav] incaminirt hab, so sich dato noch um Kuttenberg befindet und die Volcker der Orten einlogiret hat. Wie auch bereits den General Königsmarck und den Kriegs-Praesidenten Alexander Ersckein zu diesen Tractaten deputirt, welche auf der Kleinseiten auch ankommen, und der gantzlicher Meinung seind, es werde der Herr Graf Schlick ehistes allhier ankommen und also samblich eine Conferentz halten. Wessen sich nun der Pfaltzgraf über die durch Euer Excellenz Ihme zugeschicktes Schreiben ferners erkären wirdt, hatt man zugewarten; der Herr von Kolowrath befindet sich zu Budweis“.[311]

Colloredo wandte sich am 22.11. aus Prag wieder an Piccolomini: Blumenthal sei am Vortag in Prag eingetroffen, während sich Generalkommissar Kolovrat sich noch immer in Meißen aufhalte. Es sollte noch Traun kommen oder noch jemand, der fähig wäre, zusammen mit Blumenthal die Verhandlungen zu führen. Gegen Abend sei Pfalzgraf Karl Gustav mit 4.000 Reitern auf der Prager Kleinseite erschienen. In der Umgebung Kuttenbergs vernichte die schwedische Armee dort alles; Anzeichen für ihren Abmarsch seien nicht zu erkennen. Nach seinen Erkenntnissen hätte der Gegner wohl vor, das Königreich Böhmen noch 2 Monate lang arm zu essen.[312]

Am 28.11.1648 schrieb Colloredo aus dem immer noch umlagerten Prag an Piccolomini: In Prag gäbe es kein Körnchen Getreide mehr. Auch auf dem Wasserwege komme nichts mehr an. Seiner Meinung nach hatte sich Goltz, der längs der Moldau lagerte und nun abmarschiert sei, derartig aufgeführt, dass alles Landvolk in die Wälder floh, und nun gebe es niemanden, der ein Floß bauen würde, und es bestehe auch keine Hoffnung, dass Proviant nach Prag gelangt. Die einzige Möglichkeit sei nun, diejenigen Personen, die noch gewisse Vorräte haben, zu überzahlen. Bekanntlich lebten die Prager Beamten wie in den Historie di Roma. Lebensmittel müssten unbedingt beschafft werden, sonst würden weder die Offiziere und Soldaten noch die Bürger weiter dienen wollen. Der Feind liege bei Jung-Bunzlau, im Časlauer, Chrudimer und Königgrätzer Kreis und befestige sich stark auf der Kleinseite. Kolovrat sei endlich eingetroffen, morgen sollten die kaiserlichen Bevollmächtigten die schwedischen mitten auf der Brücke treffen.[313]

Das Misstrauen Piccolominis hinsichtlich der Schweden schlug sich auch am 6.12. in seinen Anweisungen für Monteccucoli nieder: dieser solle nach jeder Sitzung die Verhandlungsergebnisse festhalten – Vorschläge, Antworten und Schlüsse. Er solle nicht vergessen, dass Unterhaltungen und Bankette die Waffen der Schweden seien, um die Verhandlungen hinauszuziehen, und stets das Hauptziel im Auge behalten, nämlich den Abmarsch ihrer Armeen aus Böhmen. Das schwedische Vorhaben, bis zur völligen Befriedigung sämtlicher Forderungen im Königreich Böhmen zu bleiben, würde dessen Untergang bedeuten. Den Schweden sei prinzipiell so lange nicht zu glauben, bis es zu Taten komme.[314] Über den Stand der Prager Verhandlungen informierte Colloredo Piccolomini an diesem 6.12.: Er warte auf Berichte über die Verhandlungsergebnisse mit den Schweden, mit denen Piccolomini Goltz und Traun betraut hatte. Auch in Prag verhandle man mit den Schweden. Am Vortag habe Johan Stadelmayer, der schwedische Generalquartiermeister, mit ihm zu Abend gegessen und gesagt, die Schweden hätten sich mit ihrem Abzug aus Böhmen einverstanden erklärt, doch würden nicht alle abmarschieren. Am nächsten Tag solle die Verhandlung mit sämtlichen schwedischen Kommandanten fortgesetzt werden; der Ablauf wäre bei einem Pokal Wein günstiger als bei Disputationen und Streitigkeiten. Er halte es für das Wichtigste, den ehemaligen Erfurter Residenten Erskein zu gewinnen, der der Wortführer der Schweden sei. In Prag herrsche große Not, die einzigen Städte, aus denen ab und zu etwas nach Prag gelange, seien Budweis und Pilsen.[315]

Colloredo informierte Piccolomini am 11.12.1648 aus Prag, die Schweden marschierten aus dem Kreis Königgrätz ab. Auf der Prager Kleinseite seien die Generäle mit Königsmarck in Streit geraten, da sie sich mit ihm die Beute teilen und ihn selbst nach Schweden expedieren möchten, er aber alles für sich beanspruche und bis zum Ende bleiben wolle. Die Generäle sähen es gern, wenn Wittenberg bis zum Ende der Verhandlungen bliebe. Am heutigen Tag hätte die Bagage mit der Beute einiger Generäle abgefahren werden sollen, aber dann sei die Abfahrt der Generäle verschoben worden, aus Angst, sie könnten zu kurz [316] kommen.[317] Piccolomini schrieb am 28.6.1649 an Colloredo, bei Hofe habe man sich nicht nach seinen, P.s, Ratschlägen gerichtet. Es werde sich zeigen, ob die Forderungen Moskaus die Schweden zu einer Entscheidung bewegen könnten. Die Kaiserlichen seien mit den Schweden in so engem Kontakt, dass entweder der Frieden bald erreicht werde oder die schwedischen Absichten aufgedeckt werden.

Colloredo galt allgemein als rücksichtslos, geschäftstüchtig und Habsburg ergeben wie kaum ein anderer.

Weiteres Material über die Nachkriegszeit findet sich im Nachlass Hatzfeldt.

Er starb 1657 als Feldmarschall und Gouverneur von Prag. Im Februar 1657 teilte sein Sohn Ludovico[318] [1631-1693] Melchior von Hatzfeldt den Tod seines Vaters mit.[319]

[1] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 463.

[2] Jessen [Kr. Schweidnitz/Jessen]; HHSD XI, S. 230.

[3] Jüterborg; HHSD X, S. 229ff.

[4] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 465.

[5] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 172.

[6] Vgl. dagegen TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 463, 464.

[7] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 466.

[8] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 172.

[9] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 181.

[10] Kaaden [Kadaň, Bez. Komotau]; HHSBöhm, S. 241ff.

[11] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 509.

[12] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[13] Jankau [Jankov, Bez. Beneschau]; HHSBöhm, S. 226.

[14] Pressburg [Bratislava, ungarisch Pozsony].

[15] Krems an der Donau [Statutarstadt]; HHSÖ I, S. 363ff.

[16] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 525.

[17] Jablunkau [Jablunkov, poln. Jablonków, Bez. Friedek-Mistek], HHSBöhm, S. 221f.

[18] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 534.

[19] Vgl. WEISS, Claudia de‘ Medici.

[20] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 542.

[21] Böhmisch Budweis [České Budějovice]; HHSBöhm, S. 46ff.

[22] Znaim [Znojmo]; HHSBöhm, S. 688.

[23] Stein; HHSÖ I, S. 564ff.

[24] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 550.

[25] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 557.

[26] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 566.

[27] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 567.

[28] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 571.

[29] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 572.

[30] Deutschbrod [Německý Brod, seit 1950 Havlíčkův Brod]; HHSBöhm, S. 107ff.

[31] Bechin [Bechyně, Bez. Tabor], HHSBöhm, S. 25f.

[32] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 575.

[33] Landskron [Lanškroun, Bez. Wildenschwert]; HHSBöhm, S. 317ff.

[34] Kauřim [Kouřim, Bez. Kolin]; HHSBöhm, S. 257ff.

[35] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 582.

[36] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 585.

[37] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 596.

[38] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 597.

[39] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 598.

[40] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 600.

[41] Brünn [Brno]; HHSBöhm, S. 68ff.

[42] Pardubitz [Pardubice]; HHSBöhm, S. 436ff.

[43] Lettowitz [Letovice, Bez. Blansko; Mähren]; HHSBöhm, S. 332f.

[44] Nikolsburg [Mikulov]; HHSBöhm, S. 411ff.

[45] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 606.

[46] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[47] Jablunka-Pass [Jablunkovský prusmyk; Westkarpaten].

[48] Merseburg [Kr. Merseburg]; HHSD XI, S. 322ff.

[49] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 615.

[50] Brieg [Brzeg]; HHSSchl, S. 54ff.

[51] Sillein [Žilina; Oberungarn, heute Slowakei].

[52] Trentschin [Trenčín; Oberungarn, (deutsch Trentschin, ungarisch Trencsén, lateinisch Laugaricio) heute Westslowakei nahe an der Grenze zu Tschechien.

[53] Jablunkau [Jablunkov], HHSBöhm, S. 221f.

[54] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 616.

[55] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 622; Nr. 629.

[56] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 629.

[57] Rakonitz [Rakovník]; HHSBöhm, S. 508f.

[58] Melnik [Mělník]; HHSBöhm, S. 370f.

[59] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 631.

[60] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 635.

[61] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 647.

[62] Alerheim [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 6f.

[63] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 644.

[64] Theben [Dévin; Oberungarn, h. Slowakei].

[65] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 655.

[66] Grafenstein [Grabštejn, Bez. Reichenberg]; HHSBöhm, S. 169.

[67] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 656.

[68] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[69] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 663.

[70] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 666.

[71] Reichenbach [Dzierżoniów]; HHSSchl, S. 433ff.

[72] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 671.

[73] Reichertshofen [LK Pfaffenhofen/Ilm]; HHSD VII, S. 616.

[74] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 682.

[75] 1 österreichischer Strich = 93, 6 Liter.

[76] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 687.

[77] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 688.

[78] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[79] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 693.

[80] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 698.

[81] Öhringen [Hohenlohekr.]; HHSD VI, S. 612ff.

[82] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 699.

[83] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 702.

[84] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[85] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 715.

[86] Hohenhameln; HHSD II, S. 236.

[87] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 716.

[88] Freiburg i. Schl. [Świebordzice, Kr. Schweidnitz]; HHSSchl, S. 102f.

[89] Landeshut [Kamienna Góra]; HHSSchl, S. 261ff.

[90] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 720.

[91] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 722.

[92] Böhmisch Budweis [České Budějovice]; HHSBöhm, S. 46ff.

[93] Klattau [Klatovy]; HHSBöhm, S. 262ff.

[94] Glatz [Klodsko; Grafschaft u. Stadt]; HHSSchl, 116ff.

[95] Königgrätz [Hradec Králové]; HHSBöhm, 269ff.

[96] Saaz [Žatec, Bez. Laun]; HHSBöhm, S. 535ff.

[97] Pardubitz [Pardubice]; HHSBöhm, S. 436ff.

[98] Schlacht bei Breitenfeld, 2.11.1642.

[99] Neuhaus [Jindřichuv Hradec]; HHSBöhm, S. 398ff.

[100] Böhmisch Krumau [Český Krumlov]; HHSBöhm, S. 53ff.

[101] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.

[102] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 723.

[103] Böhmisch Leipa [Česká Lípa]; HHSBöhm, S. 57f.

[104] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 724.

[105] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 726.

[106] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 728.

[107] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 738.

[108] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 740.

[109] Klattau [Klatovy]; HHSBöhm, S. 262ff.

[110] Laun [Louny]; HHSBöhm, S. 319f.

[111] Aussig [Ústí nad Labem]; HHSBöhm, S. 13ff.

[112] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 748.

[113] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[114] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[115] Tirschenreuth; HHSD VII, S. 747f.

[116] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 785.

[117] Frankenstein [Zabkowice Śląskie]; HHSSchl, S. 95ff.

[118] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[119] Staffelstein [LK Lichtenfels]; HHSD VII, S. 711f.

[120] Znaim [Znojmo]; HHSBöhm, S. 688.

[121] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 794.

[122] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 798.

[123] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 803.

[124] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[125] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 816.

[126] Namslau [Namyslów]; HHSSchl, S. 326ff.

[127] Wartenberg [Stráž pod Ralskem, Bez. Böhmisch Leipa]; HHSBöhm, S. 648.

[128] Lipnitz [Lipnice nad Sázavou, Bez. Deutschbrod]; HHSBöhm, S. 212 [unter Humpoletz (Humpolec, Bez. Pilgram)].

[129] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[130] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 842.

[131] Rottenbach, heute Ortsteil von Lautertal [LK Coburg].

[132] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 846.

[133] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 849.

[134] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249; Frankenstein [Zabkowice Śląskie]; HHSSchl, S. 95ff.

[135] Pilgram [Pelhřimov]; HHSBöhm, S. 444f.

[136] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 855.

[137] Homberg a. d. Efze [Kr. Fritzlar-Homberg]; HHSD IV, S. 236f.

[138] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 856.

[139] Moldauthein [Týn n. Vltavou, Bez. Budweis]; HHSBöhm, S. 379.

[140] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 859.

[141] Grünberg [Kr. Gießen]; HHSD IV, S. 189f.

[142] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 860.

[143] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[144] Korneuburg; HHSÖ I, S. 359ff.

[145] Morgenstern: Der Morgenstern war eine im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit gebräuchliche Hiebwaffe. Er war vermutlich ein Abkömmling des antiken Knüppels oder des Dreschflegels (ersteres ist wahrscheinlicher). Die klassische Ausführung bestand aus einem bis zu 50 cm langen, kräftigen Holzstab als Griff an dessen Ende der Kopf, eine schwere Eisenkugel, saß (etwa 8 bis 12 cm im Durchmesser). Diese war mit etwa 1 bis 2 cm langen Spitzen besetzt. Oft war am unteren Ende des Griffs ein Faustriemen befestigt, der verhindern sollte, dass die Waffe im Kampfgetümmel verloren ging. Die Handhabung war mit der eines Streithammers oder eines Beils zu vergleichen. Varianten, bei denen der Kopf über eine Kette mit dem Griffstück verbunden war, werden als Flegel (auch: Streitflegel) bezeichnet. Wenn der Kopf mit Klingen besetzt war, spricht man üblicherweise von einem Streitkolben. Die Waffen, bei denen Eisenkugeln mit Ketten an sehr kurzen Stielen befestigt sind, sind eine Erfindung des Historismus im 19. Jahrhundert. Die Verwendung eines Morgensterns galt als „unritterlich“. Der Morgenstern wurde bis in das 17. Jahrhundert hinein verwendet. [wikipedia].

[146] Glogau [Głogów]; HHSSchl, S. 127ff.

[147] Rabensburg [BH Mistelbach]; HHSÖ I, S. 489f.

[148] Falkenstein, BH Mistelbach; HHSÖ I, S. 247ff.

[149] Der Schwed‘ ist im Land, S. 63f.

[150] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[151] Berolzheim [LK Weißenburg-Gunzenhausen]; HHSD VII, S. 88f., wie bei TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, vermutet, erscheint unwahrscheinlich, hier dürfte Bertoldsheim [Gde. Rennertshofen, LK Neuburg-Schrobenhausen]; HHSD VII, S. 89, gemeint sein.

[152] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 877.

[153] Pressburg [Bratislava, ungarisch Pozsony].

[154] Albersdorf [Albrechtice, Bez. Karwin]; HHSBöhm, S. 3.

[155] Glatz [Klodsko; Grafschaft u. Stadt]; HHSSchl, S. 116ff.

[156] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 880.

[157] Troppau [Opava]; HHSBöhm, S. 625ff.

[158] Neustadt O. S. [Prudnik]; HHSSchl, S. 353ff.

[159] Leobschütz [Glubczyce]; HHSSchl, S. 275f.

[160] Jägerndorf [Krnov; Bez. Freudenthal]; HHSBöhm, S. 222ff.

[161] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 880.

[162] Vgl. SCHREIBER, Montecuccoli.

[163] Friedland [Frýdlant]; HHSBöhm, S. 155f.

[164] Ungarisch Hradisch [Uherské Hradiště]; HHSBöhm, S. 636ff.

[165] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 890.

[166] Kallmünz [LK Regensburg]; HHSD VII, S. 337f.

[167] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 891.

[168] Reinhausen; heute Ortsteil von Regensburg.

[169] Laaber [LK Regensburg]; HHSD VII, S. 382f.

[170] Straubing; HHSD VII, S. 723ff.

[171] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 896.

[172] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 905.

[173] Gutenfeld [Dobruška; Bez. Rychnov nad Kněžnou], HHSBöhm, S. 114.

[174] Reichenberg [Liberec]; HHSBöhm, S. 514ff.

[175] Böhmisch Weigsdorf [Višňová, Bez. Liberec].

[176] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 907.

[177] Bunzlauer Kreis [Boleslavsko].

[178] Grafenstein [Grabštejn, Bez. Reichenberg]; HHSBöhm, S. 169.

[179] Die Behauptung Gallas‘, dass Wallenstein sich oft auf Friedland aufgehalten habe, entspricht nicht den Tatsachen.

[180] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 908.

[181] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, vermuten Göggingen; HHSD VI, S. 362, 429, 524. Gemeint ist hier aber Eggingen (heute Stadtteil v. Ulm); HHSD VI, S. 817f.

[182] Leipzig; HHSD VIII, S. 178ff.

[183] Elbogen [Loket); HHSBöhm, S. 133f.

[184] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 911.

[185] Lamerdingen über Schwabmünchen [LK Augsburg]; HHSD VII, S. 682f.

[186] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 919.

[187] Schrobenhausen [LK Neuburg-Schrobenhausen]; HHSD VII, S. 680f.

[188] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 922.

[189] Hohenwart [LK Pfaffenhofen/Ilm]; HHSD VII, S. 313.

[190] Landsberg a. Lech; HHSD VII, S. 385f.

[191] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 924.

[192] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. S. 249.

[193] Braunau [Broumov]; HHSBöhm, S. 63ff.

[194] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 927.

[195] Ottmachau [Otmuchów, Kr. Grottkau]; HHSSchl, S. 387ff.

[196] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 929.

[197] Ohlau [Olawa]; HHSSchl, S. 373ff.

[198] Namslau [Namyslów]; HHSSchl, S. 326ff.

[199] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 930.

[200] Ohlau [Olawa]; HHSSchl, S. 373ff.

[201] Silberberg/Eulengeb. [Srebrna Góra, Kr. Frankenstein]; HHSSchl, S. 505ff.

[202] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 933.

[203] Abensberg [LK Kelheim]; HHSD VII, S. 2.

[204] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 936.

[205] Münsterberg i. Schl. [Ziebice, Kr. Frankenstein], HHSSchl, S. 320ff.

[206] Brieg [Brzeg]; HHSSchl, S. 54ff.

[207] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 979.

[208] Lindau (Bodensee); HHSD VII, S. 414ff.

[209] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 982.

[210] Strehlen [Strzelin]; HHSSchl, S. 519ff.

[211] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 985.

[212] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1008.

[213] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1009.

[214] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1010.

[215] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[216] Auras [Uraz; LK Wohlau/Trebnitz].

[217] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[218] Österreichisches Staatsarchiv Wien Reichskanzlei Kriegsakten 167, fol. 414-415 (Ausfertigung): Holzappel an Ferdinand III., Budweis, 1647 VI 19.

[219] Österreichisches Staatsarchiv Wien Reichskanzlei Kriegsakten 167, fol. 460 (Ausfertigung): Holzappel an Rudolf v. Colloredo, Budweis, 1647 VI 21.

[220] Österreichisches Staatsarchiv Wien Reichskanzlei Kriegsakten 167, fol. 337 (Ausfertigung): Holzappel an Ferdinand III., Budweis, 1647 VI 17.

[221] Treuchtlingen [LK Weißenburg-Gunzenhausen]; HSSD VII, S. 751f.

[222] STADLER, Pappenheim, S. 754; PATZELT, Marschälle, S. 12.

[223] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1062.

[224] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 249.

[225] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1065.

[226] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1075.

[227] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1080.

[228] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1081.

[229] Görlitz; HHSD VIII, S. 119ff.

[230] Pressnitzer Pass: Der Pressnitzer Pass stellt eine der ältesten Pfadanlagen dar, die aus dem Zentrum Mitteldeutschlands über den dichten Grenzwald nach Böhmen führte. Sein ursprünglicher Verlauf ging von Halle (Saale) kommend über Altenburg, Zwickau, Hartenstein, Grünhain und Zwönitz nach Schlettau. Hier wurde die obere Zschopau gequert. Anschließend führte der Weg über Kühberg am Blechhammer vorbei nach Weipert (Vejprty) und erreichte dann östlich schwenkend über Pleil (Černý Potok) mit Pressnitz (Přísečnice) die älteste Bergstadt des Erzgebirges. Von hier aus verlief der sogenannte Böhmische Steig vermutlich über Kaaden (Kadaň) und bis nach Saaz (Žatec). Die Passhöhe selbst befand sich auf böhmischer Seite nahe Pleil (Černý Potok) auf ca. 800 m ü. NN. Damit war der Pressnitzer Pass deutlich niedriger als die sich nach Westen hin anschließenden Pässe über Wiesenthal, Rittersgrün, Platten, Hirschenstand und Frühbuß. Dies war einer der Gründe für seine häufige Benutzung während des Dreißigjährigen Krieges. [wikipedia]

[231] Cunnersdorf bei Annaberg-Buchholz.

[232] Schlettau [Kr. Annaberg]; HHSD VIII, S. 319f.

[233] Hermannsdorf (Hermersdorf), heute Ortsteil von Elterlein [Erzgebirgskreis].

[234] LEHMANN, Kriegschronik, S. 174f.

[235] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1084.

[236] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1086.

[237] 17.5.1648: Die französisch-schwedischen Truppen unter Turenne und Wrangel schlagen die Kaiserlich-Kurbayerischen unter Holzappel, der dabei fällt, und Gronsfeld. Vgl. HÖFER, Ende, S. 175ff.

[238] Statní oblastní archiv v Zámrsku Rodinny archiv Piccolominiové 26.028 (Entwurf): Piccolomini an Ferdinand III., Prag, 1648 V 23; in Übers. bei ELSTER, Studien, S. 117f.

[239] In seinem Schreiben an Ferdinand III., München, 1648 V 18; Österreichisches Staatsarchiv Wien Alte Feldakten 1648/5/10 (Ausfertigung).

[240] Österreichisches Staatsarchiv Wien Reichskanzlei Frankreich 56 b (Entwurf): Ferdinand III. an Maximilian I., Prag, 1648 V 23. Nach DUDÍK, Schweden, 284, erfolgte die offizielle Ernennung am 30.5.

[241] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1107: H. Schlick an W. E. v. Lobkowitz, Karlsbad, 1648 V 20.

[242] Statní oblastní archiv Litomĕřice (Zitenice) Rodinny archiv Lobkovicové-LR, C 116; auch TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1118: H. Schlick an W. E. v. Lobkowitz, Karlsbad, 1648 V 25.

[243] Johannisberg [Janowa Góra, Kr. Habelschwerdt]; unter Schreckendorf [Strachocin, Kr. Habelschwerdt]; HHSSchl, S. 487. Die Angaben sind TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, nicht stimmig.

[244] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1118.

[245] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1120.

[246] Raudnitz [Roudnice nad Labem, Bez. Leitmeritz]; HHSBöhm, S. 511ff.

[247] Liboch [Libĕchov, Bez. Melnik]; HHSBöhm, S. 336.

[248] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1126.

[249] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1128.

[250] Oels [Oleśnica]; HHSSchl, S. 368ff.

[251] Bernstadt [Bierutów, Kr. Oels]; HHSSchl, S. 18ff.

[252] Jauer [Jawor, Stadt u. Fürstentum; Schlesien, h. Polen]; HHSSchl, S. 206ff.

[253] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1130.

[254] Falkenau [Falknov nad Ohří]; HHSBöhm, S. 139ff.

[255] Elbogen [Loket]; HHSBöhm, S. 133f.

[256] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1135.

[257] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1136, 362: Ferdinand III. an Rudolf Colloredo, Linz, 1648 VII 18.

[258] Jaroměř [Bez. Nachod]; HHSBöhm, S. 228ff.

[259] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1139.

[260] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1140.

[261] Am 30.5.1648 von Königsmarck in schwedischen Sold übernommen.

[262] Rakonitz [Rakovník]; HHSBöhm, S. 308f.

[263] Nach HÖFER, Ende, S. 216, sollen es 600 gewesen sein.

[264] Stift Břevnov: Břevnovký klástĕr: Kloster der Benediktiner im Prager Stadtteil Břevnov.

[265] Graf Franz Karl Matthias von Sternberg [1612-1648]; vgl. die Erwähnungen bei HARRACH, Diarien.

[266] Hermann Graf Czernin von Chudenitz [1576-1651]; vgl. die Erwähnungen bei HARRACH, Diarien.

[267] Graf Václav Michna z Vacínova [ – 1667]; vgl. die Erwähnungen bei HARRACH, Diarien.

[268] Vgl. dazu NEUBERG, Schwedesch Lid, S. 86 (12).

[269] Vgl. TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1152.

[270] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1142.

[271] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1145.

[272] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1144.

[273] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1151.

[274] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1153.

[275] ÖSTA AFA Kriegsakten in genere 179, fol. 113-114: Piccolomini an Reichsvizekanzler Kurz, Landau, 1648 VIII 04.

[276] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr.1114, S. 356: Piccolomini an Rudolf Colloredo, 1648 VI 07- XII 31.

[277] Gemeint ist hier die Wenzelskrone, das wichtigste Kleinod der Böhmen.

[278] JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 398. Vgl. van der Croon an Piccolomini, Beraun, 1648 VIII 01; TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1149.

[279] Das ist nicht richtig.

[280] Nach HELML, Dreißigjähriger Krieg, S. 295, in dem Kloster Kleinschnien [?].

[281] ENGLUND, Verwüstung, S. 514ff. Vgl. JESSEN, Dreißigjähriger Krieg, S. 398.

[282] So PETERS, Söldnerleben, S. 227.

[283] Zur Familie Haugwitz vgl. HARRACH, Tagebücher.

[284] Anna Maria von Lobkowitz (Bílina), geb. Sternberg, vereh. Rottal [ – 1654]; vgl. HARRACH, Tagebücher.

[285] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1155.

[286] Statní oblastní archiv v Zámrsku Rodinny archiv Piccolominiové 27.137 (italienisches Original); TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1329, S. 392: Montecuccoli an Piccolomini, Prag, 1648 XII 23. Zur Meuterei des Regiments Steinecker in Schweinfurt 1649 LORENTZEN, Schwedische Armee, S. 188: Die Soldaten wollten abgedankt werden, „um der Früchte des Friedens, der durch ihre Mitwirkung zu Stande gekommen sei, nun auch genießen zu können; die Krone Schwedens habe keine Feinde mehr, darum wollten sie sich auch nicht mehr mit Weib und Kind einen so weiten Weg hinschleppen lassen“. Vgl. ferner SCHMIDT, Chronica, S. 702f., für die schwedische Besatzung in Zwickau nach dem Westfälischen Frieden: „Umb diese Zeit etwas zuvor sahe man unter denen hier einqvartirten Soldaten wunderliche Verenderung: Etliche wurden froh / daß sie wiederumb frey zu werden Hoffnung hatten / etliche wurden betrübt / und wusten nicht was sie sich und die ihrigen zuernehren (denn die meisten hatten Weib und Kinder) fürnehmen solten: Etliche auch wurden grimmig und böse / stahlen und nahmen was sie ergreiffen und darvon bringen kunten / insonderheit waren die Kühe in Ställen nicht sicher. Denn es wurden derselben viel bey nächtlicher weise heraus gezogen / in Büschen und anders wo geschlachtet / das Fleisch aber und die Häute sind hernach hin und her verparthiret worden: wie sichs denn auch befunden / daß sie den 10. Junii in der Nacht / allein in den alten Gemäuer der abgebranten Kirche St. Mauricii zwo auff solche Art niedergeschlagen hatten“. Zur Abdankung der Kaiserlichen vgl. allgem. HOYOS, Kaiserliche Armee.

[287] Neuhaus; HHSD VI, S. 170 [unter Igersheim; Main-Tauber-Kreis].

[288] Bad Mergentheim [Main-Tauber-Kr.]; HHSD VI, S. 41ff.

[289] BÖHME, Hans Christopher von Königsmarcks Testament; HENNING, Vorindustrielles Deutschland, S. 243.

[290] Konopischt [Konopiště]; HHSBöhm, S. 287f.

[291] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1156.

[292] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1157.

[293] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1158, ferner Nr. 1165, 1201.

[294] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1162.

[295] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1172.

[296] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1178.

[297] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1180.

[298] Königsaal [Zbraslav, Bez. Prag-West]; HHSBöhm, S. 275f.

[299] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1183.

[300] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1190.

[301] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1199.

[302] gedeckter Laufgraben (Approche).

[303] ENGLUND, Verwüstung, S. 522ff.

[304] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1150: van der Croon an Piccolomini, Pilsen, 1648 VIII 8: „Allein sollen die Studenten und andere mehr von der Altstadt etwann auf Schiefen oder wie sie gekönt vergangene Woche herüber auf die Kleine Seite gefallen sein, und den Feind etwas Schaden zugefügt haben. Aber balden wieder hinüber gegangen sein“.

[305] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1472.

[306] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1202.

[307] Worlik [Orlík, Bez. Pisek], HHSBöhm, S. 671f.

[308] Kuttenberg [Kutná Hora]; HHSBöhm, S. 307ff.

[309] Schwarzkosteletz [Kostelec nad Černými Lesy, Bez. Kolin]; HHSBöhm, S. 560f.

[310] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1209.

[311] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1212.

[312] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1217.

[313] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1221.

[314] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1224.

[315] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1225.

[316] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1264.

[317] TOEGEL; KOČÍ, Der Kampf, Nr. 1229.

[318] Vgl. die Erwähnungen bei HARRACH, Tagebücher.

[319] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 475.

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