Bloch, Salomon Justin

Bloch, Salomon Justin; Hauptmann [ – ] Bloch [Blochius] stand 1634 als Hauptmann [Major] im Regiment Claus Hastver.

„Sofort nach Abzug der Blockadetruppen fiel die Forchheimer[1] Besatzung zu einem dreitätigen Raubzug aus, verfolgte die abziehenden Cratz’schen Truppen und verwüstete die Besitzungen nürnbergischer Untertanen. Im Verein mit 60 Dragonern aus der bayerischen Festung Rothenberg[2] bei Schnaittach[3] wurden die Orte Gründlach,[4] Vach,[5] Kraftshof,[6] Almoshof,[7] Lohe[8] sowie Klein-[9] und Großreuth[10] im Norden Nürnbergs[11] geplündert und in Brand gesteckt. Die dortigen Schlösser brannten ab, viele Menschen wurden niedergemacht. Die ausgeplünderten, abgebrannten und verwundeten Leute flüchteten nach Nürnberg und lagerten sich in den Vorstädten. Der Rat schickte Barbierer zur Versorgung hinaus. In dieser für Nürnberg bedrohlichen Situation wandte man sich an den wieder in Neumarkt angekommenen Obersten Claus Hastver. Dieser erschien am 15. August 1634 zusammen mit dem Oberstleutnant Waldau gutwillig in Nürnberg, war jedoch der Meinung, daß zum momentanen Zeitpunkt keine Belagerung zu befürchten sei. Er riet hingegen dazu, den Markt Fürth[12] zu besetzen und mit Palisaden zu sichern. Zu diesem Zweck erbot sich Hastver, der Stadt 200 Musketiere und 40 Reiter zur Verfügung zu stellen. Die 40 Reiter sollten mit zusätzlichen 60 Berittenen aus Nürnberg ergänzt werden. Außerdem sollte die Festung Lichtenau[13] bei Ansbach[14] verstärkt werden und schließlich Neustadt an der Aisch[15] mit 200 Reitern und 100 Musketieren besetzt werden, wozu der Oberstleutnant Waldau 90 seiner Dragoner gegen Brot und Löhnung anbot.

Hastver riet zudem, einen Zoll für hereinkommende Waren aus den benachbarten protestantischen Herrschaften zu erheben, um davon die Garnison zu bezahlen, was der Rat aber mit Hinweis auf die bereits gespannten Beziehungen zu Brandenburg-Ansbach, -Bayreuth und anderen Gebieten ablehnte. Der Nürnberger Rat machte aber dem Obersten Hastver den gewitzten Vorschlag, diesen ‚Aufschlag‘ doch selbst zu erheben. Er wolle dazu jemanden abordnen, der die Rechnung führte und das Geld nach Nürnberg transferierte um von dort die Löhnung der Soldaten zu begleichen. Hastver lehnte diesen Vorschlag klugerweise ab, so daß sich die Nürnberger schließlich doch selbst zu dieser Maßnahme bereiterklärten. Bereits am 18. August kam das Hastver’sche Volk unter dem Hauptmann Salomon Justin Bloch in Fürth an. Dieser erhob dort folgende Zollgebühren: für einen durchgetrieben[en] Ochsen 1/2 Taler, für ein Schaf und ein Schwein je ein Kopfstück (1/3 Gulden oder 20 Kreuzer), für jeden passierten Wagen 1 Taler und für jeden Karren 1/2 Taler. Bis zum 24. August hatte die Hastver’sche Besatzung von Fürth jedoch noch keinen Heller an Löhnung gesehen. Der Oberst drohte deshalb, sein Volk wieder nach Neumarkt[16] abzuziehen, ‚da dem Rathe mit seiner Courtoisie nicht gedient seyn möchte‘. Nürnberg ließ daraufhin den Sold schnellstmöglich auszahlen. (Soden II, S. 551-554)„.[17]

Im Mai 1636 lag Bloch noch in Hersbruck,[18] wurde zum Abzug gezwungen und in Richtung Erfurt[19] eskortiert. Von der Besatzung traten 200 Mann angeblich freiwillig in kurbayerische Dienste.[20]

[1] Forchheim, heute Ortsteil von Lengefeld [Erzgebirgskreis].

[2] Rothenberg, Festung [Gem. Schnaittach, LK Lauf/Pegnitz, Mfr.]; HHSD VII, S. 635f.

[3] Schnaittach [LK Lauf/Pegnitz]; HHSD VII, S. 671f.

[4] Großgründlach, heute Stadtteil von Nürnberg.

[5] Vach, heute Stadtteil von Fürth.

[6] Kraftshof [Stadt Nürnberg]; HHSD VII, S. 371f.

[7] Almoshof, heute Stadtteil von Nürnberg.

[8] Lohe, heute Stadtteil von Nürnberg.

[9] Kleinreuth hinter der Veste, heute Stadtteil von Nürnberg.

[10] Großreuth hinter der Veste, heute Stadtteil von Nürnberg.

[11] Nürnberg; HHSD VII, S. 530ff.

[12] Fürth; HHSD VII, S. 219ff.

[13] Lichtenau [LK Ansbach]; HHSD VII, S. 405f.

[14] Ansbach; HHSD VII, S. 26ff.

[15] Neustadt a. d. Aisch [LK Neustadt/Aisch-Bad Windsheim]; HHSD VII, S. 512f.

[16] Neumarkt i. d. OPf.; HHSD VII, S. 505f.

[17] ENGERISSER, Von Kronach, S. 300f. (die derzeit beste kriegsgeschichtliche Darstellung).

[18] Hersbruck [LK Nürnberger Land]; HHSD VII, S. 289ff.

[19] Erfurt; HHSD IX, S. 100ff.

[20] HEILMANN, Kriegsgeschichte Bd. 2, S. 550f.

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