Bibra [Bieber, Bibert], Hans Friedrich von

Bibra [Bieber, Bibert], Hans Friedrich von; Rittmeister [ – ] Bibra gehörte zu den protestantischen fränkischen Reichsrittern des Kantons Baunach, die sich Gustav II. Adolf anschlossen. Er diente als Rittmeister des Regiments Joachim Ludwig von Seckendorff in der Royal-Armee.[1]

Vom 31.1.1641 datiert sein Schreiben an die zum Stift Bamberg gehörende Stadt Weismain:[2]

„Aus Befehl meines Herrn Obersten wirdt hiemit den Dorfschaften ernstlich anbefohlen, Steinfeld,[3] Stadelhofen,[4] Eichenhüll,[5] Buckendorf,[6] Weiden,[7] Wunkendorf,[8] Wohnsitz,[9] Neudorf,[10] Görau[11] und Seubersdorf[12] nach Verlassung dieses sich wegen der Kontribution mit mir gutwillig zu vergleichen, außerdem sie balden mit Feuer undt Schwefel verfolgt würden; im entgegengesetzten Fall sollen sie als Freunde gehalten undt mit gebührender Salve Guardia in Schutz genommen werden.

Sign. im Quartier Hollfeld[13] den 31. Januar 1641.

Königlicher Majestaet der Kron Schweden

unter dem löblichen Seckendorffschen Regiment

besoldeter Rittmeister

Hans Friedrich von Bibra.

M. prop“.[14]

Den 14.3. (a. St.) 1642 war er eine Nacht in Marktredwitz[15] aufgetaucht.[16]

In der Stolberger[17] Chronistik heißt es für 1642: „Den 13. Junij zu Nacht um 1. Uhr fiel eine Käyserliche Parthey zu Fuß von den Columbischen aus Nordhausen[18] / zum theil den Schlossberg / zum theil in der Stubengasse herein auf den Raths-Keller / allda sie einen Leutenant nebst 1. Corporal und 1. Musqvetirer vom Hause Mannsfeld[19] gefangen nahmen / und weil 1. Fourirer / so auch zu ihnen gehörig / und bey Friedrich Wartmann gelegen / den Tumult bald gehöret / ist er entwischt. Deßwegen sie dem Wartmann ins Haus gefallen / etliche Stücke Leinwand / viel Speck / Würste / und was sie gefunden / weggenommen / und gegen Abend wieder nach Nordhausen gezogen sind. Ja es hat auch deßwegen eine Mannsfeldische Parthey unter Rittmeister Bibert von 60. Pferden einen listigen Anschlag auf den Rath gemacht / welcher aber Unrath vermercket / und nach dem Holtze entkommen / ausser Hr. Hennig Oppermann und Hr. Henrich Ortmann / welche genommen worden“.[20]

[1] BRAUN, Marktredwitz, S. 138.

[2] Weismain [Gem. Altenkunstadt, LK Lichtenfels]; HHSD VII, S. 797f.

[3] Steinfeld, heute Ortsteil von Stadelhofen [LK Bamberg].

[4] Stadelhofen [LK Bamberg].

[5] Eichenhüll, heute Ortsteil von Stadelhofen [LK Bamberg].

[6] Buckendorf, heute Stadtteil von Weismain.

[7] Weiden, heute Stadtteil von Weismain.

[8] Wunkendorf, heute Stadtteil von Weismain.

[9] Wohnsig, heute Stadtteil von Weismain.

[10] Neudorf, heute Stadtteil von Weismain.

[11] Görau, heute Stadtteil von Weismain.

[12] Seubersdorf, heute Stadtteil von Weismain.

[13] Hollfeld [LK Bayreuth].

[14] BIBRA, Beiträge Bd. 3 (1. Hälfte), S. 19.

[15] Marktredwitz [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 429f.

[16] BRAUN, Marktredwitz, S. 143.

[17] Stolberg [LK Harz]; HHSD XI, S. 453ff.

[18] Nordhausen [Kr. Nordhausen]; HHSD IX, S. 305ff.

[19] Mansfeld [Kreis Mansfeld-Südharz]; HHSD XI, S. 316ff.

[20] ZEITFUCHS, Stolbergische Kirchen- und Stadt-Historie, S. 303. Vgl. die Erwähnungen bei NÜCHTERLEIN, Wernigerode.

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