Betz [Bets, Petz], Friedrich

Betz [Bets, Petz], Friedrich; Obrist [ – ]  Friedrich Betz [Bets, Petz] [ – ] stand als Kapitän der Reiterei in schwedisch-weimarischen Diensten und lag im September 1633 in Kitzingen.[1]

In der ersten Hälfte des Jahres 1634 lag noch eine halbe Kompanie seiner Reiter in Kitzingen.[2]

Später stand er als Obristleutnant eines Regiments erst unter Bernhard von Sachsen-Weimar erst in weimarischen,[3] dann als Obrist unter Turenne in französischen Diensten.

„Anfang Juli 1639 weilte der Obrist Betz als Abgesandter des Herzogs von Weimar am französischen Hofe, um wegen der Auslieferung Werths vorstellig zu werden; Ludwig XIII. erklärte sich bereit, Werth und Enckevort Bernhard zurückzugeben, bat aber um Aufschub, bis über den Austausch des Marquis de Feuquières entschieden sei. Der Marquis war in der Schlacht bei Diedenhofen[4] in die Hände Octavio Piccolominis gefallen. Betz kehrte zurück, ohne etwas erreicht zu haben“.[5]

In der Schlacht bei Alerheim[6] am 3.8.1645 war er in Gefangenschaft geraten.

„Nach seiner Ankunft in Donauwörth[7] hatte Werth befohlen, den Herzog von Gramont zusammen mit den ebenfalls gefangenen Obristen Betz und Sieur de Chambord, Kommandeur des Kavallerieregiments Mazarin, sowie dem Gardeleutnant Enghiens [Condé; BW] nach Ingolstadt[8] abzuführen, wo sich auch die Gefangenen von Herbsthausen[9] – Schmidtberg, [Reinhold v.; BW] Rosen, Passage, Bussy-Lameth – aufhielten“.[10]

„Aber auch bei den Franzosen kam es [1647; BW] zur offenen Meuterei. Turenne war Mitte April mit seinen Söldnern näher an den Rhein gerückt, um den Landgrafen Georg von Hessen-Darmstadt zum Anschluß an den Waffenstillstand zu zwingen. Kardinal Mazarin, der Lenker der französischen Politik, glaubte, die Überwältigung des Kaisers den schwedischen Waffen überlassen zu dürfen und berief den Marschall aus Deutschland ab, um ihn gegen die Spanier in den Niederlanden einzusetzen. Damit waren die deutschen Truppen nicht einverstanden. Es ging das Gerücht um, sie sollten wie Bönninghausens Regimenter nach Katalonien ziehen. Angeblich war bereits das nach Flandern beorderte Regiment Erlach von den Franzosen niedergemacht worden, weil es sich geweigert habe, dorthin zu gehen. Anfang Juli brach bei Zabern[11] im Elsaß die offene Meuterei aus, als die deutschen Reiterregimenter – 4-5 000 Mann stark – sich schriftlich zu dem Beschluß vereinigten, sich nicht aus Deutschlands Grenzen schleppen zu lassen, ihren französischen Offizieren nicht länger zu gehorchen und ihren ausstehenden Sold zu ertrotzen. Die Regimenter Taupadel, Alt-Rosen, Ehm, [Sayn-; BW] Wittgenstein, Betz, Fleckenstein, Mazarin und Roßwurm [Rußwurm; BW] trennten sich vom großenteils französischen Fußvolk und setzten über den Rhein; sie wählten Führer aus ihren Reihen, da ihre Offiziere sich ihnen versagten. Ihre Erbitterung wuchs, als Turenne den bei ihnen beliebten Generalmajor Reinhold von Rosen, dem er die Schuld an der Meuterei beimaß, verhaften ließ. Ein ehemaliger Student, Wilhelm Hempel, führte die Regimenter in guter Ordnung am 20. Juli über den Neckar, während Marschall Turenne ihnen mit der Infanterie, den französischen Reitern und einigen Kanonen folgte, dauernd durch Parlamentäre mit den Empörern verhandelnd, die nicht wußten, welchem Feldherrn sie sich anschließen sollten.

In Württemberg ritt Bönninghausen in ihr Lager und bot ihnen kaiserliche Dienste an. Am 5. Juli, dem Tage seiner offiziellen Begnadigung, hatte man im kaiserlichen Hauptquartier auf die Kunde vom Abfall der Weimaraner von Turenne beschlossen, den Versuch zu machen, sie für die Armee des Kaisers zu gewinnen. Als Unterhändler bot sich Bönninghausen an, der den Regimentern wohl bekannt war und ihre ablehnende Haltung gegen Turenne beobachtet hatte. Vielleicht aus einem gewissen Mißtrauen gegen die Ehrlichkeit seiner Versicherungen gab man Bönninghausen den Feldmarschall-Leutnant Mislick bei, der lange im Arrest gewesen war, weil er sich wegen einer Beleidigung mit dem Grafen Bassompierre duelliert hatte. Beide erhielten eine Instruktion ‚über ihre Verrichtung bei dem Weimarschen Generalmajor Rosen und dem Obristen Fleckstein wegen Herüberbringung der Weimarschen Völker‘. Ihr Begleiter war der Obristleutnant Wirz, der später dem Hofkriegsrat über den Mißerfolg der Sendung berichtete. Denn die Reiterregimenter ließen sich trotz lockender Angebote nicht für den Kaiser gewinnen. Rosen oder Fleckenstein hatten bei ihnen keinen Einfluß mehr; der Generalmajor saß im Gefängnis von Nancy, Fleckenstein weilte bei Turenne in Heilbronn.[12] Als der Marschall bei Königshofen[13] den abgefallenen Regimentern auflauerte, brachen diese sich blutig Bahn und flohen nach Thüringen. Sie entschlossen sich, zum Heere des Generals Königsmarck zu stoßen und erreichten mit noch 1500 Mann im August 1647 in der Gegend um Paderborn[14] dessen fliegendes schwedisches Korps. Durch Wrangel ermächtigt, die Umherirrenden lieber aufzunehmen als sie dem Feind zuzutreiben, nahm sie Königsmarck nach langem Bedenken und vergeblicher Einmischung der französischen Gesandten in Münster[15] Anfang September unter seine Truppen auf. Einzelne Reiter mögen auch kaiserliche Dienste genommen haben; am 12. September gab der Hofkriegsrat Anweisung, 300 Pardonspatente für beim Feind befindliche Völker drucken zu lassen“.[16]

[1] HOCK, Kitzingen, S. 143. Kitzingen; HHSD VII, S. 357ff.

[2] HOCK, Kitzingen, S. 143.

[3] LEUPOLD, Journal, S. 294.

[4] Schlacht bei Thionville [Diedenhofen Thionville [Span. Niederlande, heute Dép. Moselle; Frankreich] am 7.6.1639: Die kaiserliche Armee unter Ottavio Piccolomini besiegt die Franzosen unter dem Marquis de Feuquières, der dabei verwundet in Gefangenschaft gerät und am 13.3.1640 in Thionville stirbt.

[5] LAHRKAMP, Werth, S. 114f.

[6] Schlacht von Alerheim am 3.8.1645: Die Schlacht von Alerheim, oft auch „Zweite Schlacht bei Nördlingen“ genannt, war eine Schlacht des Dreißigjährigen Krieges, die am 3.81645 zwischen der französisch-weimarisch-hessischen Armee und bayerisch-kaiserlichen Truppen stattfand und mit einem französischen-alliierten Sieg endete. Alerheim [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 6f.

[7] Donauwörth [LK Donau-Ries]; HHSD VII, S. 147ff.

[8] Ingolstadt; HHSD VII, S. 326ff.

[9] Schlacht bei Mergentheim (Herbsthausen) am [9]5.6.1645: Die bayerische Armee unter Franz von Mercy und Johann von Werth schlägt die französische Armee unter Marschall Turenne. Herbsthausen [Bad Mergentheim, Main-Tauber-Kreis]; HHSD VI, S. 330.

[10] LAHRKAMP, Werth, S. 160.

[11] Zabern [Saverne; Elsass, heute Frankreich, Dép. Bas-Rhin].

[12] Heilbronn [Stadtkr.]; HHSD VI, S. 315ff.

[13] Königshofen [Lauda-Kr., Main-Tauber-Kr.]; HHSD VI, S. 418f.

[14] Paderborn; HHSD III, S. 601ff.

[15] Münster; HHSD III, S. 537ff.

[16] LAHRKAMP, Bönninghausen, S. 351f.

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