Berg auf Nurmis, Johan

Berg auf Nurmis, Johan; Obrist [ – ] Johan Berg hatte das finnische Östra-Regiment geführt, das ab 1635 unter Obrist Lydert Hendrichsson Reuter af Skälboo [1601-1647] stand. Er hatte ab 1631 in der Eskorte Königin Maria Eleonoras Fußknechte aus der Provinz Österbotten nach Deutschland geführt und bei der Belagerung Hamelns[1] 1633 schwere Belagerungsartillerie herangeschafft.

1634 war er Obrist des ostnyländischen Regiments zu Fuß mit dem damaligen Standort Stade.[2] Ihm war zusammen mit Arvid Forbes das Kloster Malgarten[3] geschenkt worden.

Im Juli 1634 waren 30 dreißig Berittene in Malgarten erschienen, um Forbes in seinen neuen Besitz einzusetzen. Am 27. Juli erhielt Forbes alle Schlüssel, Register und Urkunden, ließ sich die Eigenbehörigen vorstellen und nahm sie in die Pflicht. Dem Kommissar Clemens Glauberg verehrte er sechs Hammel und zwei Ochsen, die besten Pferde behielt er selbst. Die große Plünderung des Klosters begann am 11.8. Auf sieben hoch beladenen Wagen wurde das bewegliche Inventar abtransportiert, die sechs besten Milchkühe hinterher nach Osnabrück[4] getrieben. Die Wegnahme ging am Hofe der Domina Barbara von Schleppegrell in Osnabrück weiter. Die Betten der Konventualinnen wurden besichtigt, die brauchbaren kamen nach Vörden[5] ins Magazin. Auch das aus über zwanzig Teilen bestehende Bett, das die Konventualinnen für den neuen Landesherren Gustav Gustavsson angefertigt hatten, verschwand. Das gesamte Mastvieh wie auch das Getreide wurden in Osnabrück verkauft. Doch müssen einige Konventualinnen nach Malgarten zurückgekehrt sein, denn Berg drohte am 3. Februar 1635 mit Entkleidung, Schändung, Entführung, Verbrennung usw., wenn man nicht eine Obligation über 4.200 Rt., zahlbar in drei Raten, akzeptiere. Dafür wollte Berg Zug um Zug die Briefe und Siegel des Klosters und zuletzt das Original des Schenkungsbriefes zurückzugeben. Den noch übrigen Hausrat und die zweijährigen Pferde nahm er mit. Am 14.2. unterschrieben er und Forbus ein entsprechendes Papier mit den Bedingungen. Die Konventualinnen konnten oder wollten das Geld nicht aufbringen. Die Donatare setzten zwar einen Verwalter ein und schickten der Domina Beauftragte ins Haus, drohten und baten den Stadtkommandanten um Hilfe, konnten aber ihre Restforderung nicht realisieren.[6]

Berg verließ das Regiment 1636 in Minden[7] mit Ziel Livland.

[1] Hameln; HHSD II, S. 192ff.

[2] Stade; HHSD II, S. 432ff.

[3] Malgarten; vgl. SEIBRICH, Gegenreformation.

[4] Osnabrück; HHSD II, S. 364ff.

[5] Vörden [Kr. Bersenbrück]; HHSD II, S. 468f.

[6] Nach SEIBRICH, Gegenreformation.

[7] Minden [LK Minden]; HHSD III, S. 517ff.

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