Begriffe D

D.: Dominus: Herr.

Daffent: Taft, Gewebe aus Seide.

Dama: Prostituierte kann man in 4 Klassen einteilen: „Mätressen“, „Concubinen“, „Metzen“ und „Huren“. „Dama“ ist ein anderer Begriff für Mätresse, die „Begleiterin“ von höheren Offizieren.

Dampf: Atemnot, Asthma.

dänische Armee: Nach LICHTENSTEIN, Schlacht, S. 42f., musste ein dänischer Kürassier mit einem mindestens16 „Palmen” [1 Palme = 8, 86 cm] hohen Pferd, Degen u. Pistolen antreten. Der Kürass kostete ihn 15 Rt. Er durfte ein kleineres Gepäckpferd u. einen Jungen mitbringen. Der Arkebusier hatte ebenfalls Pferd, Degen u. Pistolen mitzubringen, durfte aber ein 2. Pferd nur halten, wenn er v. Adel war. Für Brust- u. Rückenschild musste er 11 Rt. zahlen. Der Infanterist brachte den Degen mit u. ließ sich für das gelieferte Gewehr einen Monatssold im ersten halben Jahr seines Dienstes abziehen. Bei der Auflösung des Regiments erhielten die Soldaten sämtl. Waffen mit einem Drittel des Ankaufspreises vergütet, falls der Infanterist noch nicht 6 Monate, der Kavallerist noch nicht 10 Monate gedient hatte; andernfalls mussten sie die Waffen ohne jede Vergütung abliefern. Der Kürassier erhielt für sich u. seinen Jungen täglich 2 Pfd. Fleisch, 2 Pfd. Brot, 1/8 Pfd. Butter oder Käse u. 3 „Pott” [1 Pott = 4 Glas = 0, 96 Liter] Bier. Arkebusier u. Infanterist bekamen die Hälfte. Die tägliche Ration betrug 12 Pfd. Heu, Gerste oder Hafer je nach den Vorräten. An das Kommissariat musste der Kürassier für Portion u. Ration monatlich 7 Rt., an den Wirt im eigenen oder kontribuierenden Land musste der Kürassier 5, der Unteroffizier 4, der Sergeant 3, Arkebusier u. Infanterist 2 1/2 Rt. zahlen. Im besetzten Land, das keine Kontributionen aufbrachte, wurde ohne Bezahlung requiriert. Ein Teil des Handgeldes wurde bis zum Abschied zurückbehalten, um Desertionen zu verhüten, beim Tode wurde der Teil an die Erben ausbezahlt. Kinder u. Witwen bezogen einen sechsmonatlichen Sold.

Darm aufspulen: Vergleichbares findet sich in den Erinnerungen des Fähnrichs Zehe aus den Türkenkriegen 1685-1688 über die Gräuel griechischer Freiheitskämpfer; RÖHRIG, Hannoversche Rotröcke, S. 125; vgl. PRÖVE, Violentia, S. 24ff.): „Unter all denen Türken, so in selbiger Action geblieben, sahe man keinen einzigen, so nur das geringste vom Hembde anhatte. Allen waren die Köpfe abgehauen, die Leiber aufgeschnitten und alles Eingeweide herausgenommen. Die Darmen hatten sie ihnen um die Hende und Füße gewunden, die Finger, Zehen und Scham waren ihnen alle abgeschnitten, auch kein einziger darunter, so nur noch eines Fingers breit Fell auf dem ganzen Leibe hatte, sondern waren alle abgeschunden, deren Felle gegerbet und stückweise verkaufet. Lagen sie also wie das stinkende Aas durcheinander, welches ein elend Spektakel anzusehen“. Vgl. die Analyse des Reiterüberfalls in GRIMMELSHAUSENS „Simplicissimus“ durch MERZHÄUSER, Über die Schwelle geführt, S. 76ff.

Darre: Austrocknung, Gewebeabnahme.

Datum: Aufenthaltsort.

dato: heute.

Daumenschrauben: Dabei wurden der Daumen oder andere Finger in eine Zwinge bzw. in das Radchloss der Pistolen oder Musketen gespannt und deren durch Gewinde miteinander verbundene Backen schraubenförmig zusammengezogen. Dadurch wurden Daumen oder Finger langsam zerquetscht. GRIMM; GRIMM, DWB Bd. 15, Sp. 1653: „als thätigkeit des henkers: schrauben einen, ist eigentlich eine henkers arbeit, torquere aliquem cochleis adhibitis Frisch 2, 223c; jemanden die daumen schrauben, eine art der tortur Adelung; man wird dich auf die tortur schrauben“.

Daus: zwei Augen im Würfelspiel.

d. d.: de dato: datiert vom.

debauchen: Ausschweifungen.

debelliret: besiegt.

debilitas: Schwäche.

debilitatio: Lähmung.

debochieren: Abwerben gegnerischer Soldaten.

Debuir: frz. déboire: Verdruss, Kränkung.

decessus: Tod, Weggang.

Deckduch: Tischtuch.

decutiren: kürzen.

defaicte: [frz. defaite] Niederlage, Schlappe.

defalcieren: in Abzug zu bringen.

defalzieren: abziehen von etwas.

defensioner: Angehöriger der Landesverteidigung, Landwehr.

Defensioner:  Angehöriger der Landesverteidigung, Landwehr: Landesverteidigung: Milizen aus von Offizieren angeleiteten Stadtbürgern und Bauern zum Schutz gegen Durchzüge marodierender Heere und Soldaten; Anlage zum Schutz von Gebietsgrenzen: mit dichten Hecken bestandener oder mit Palisaden gesicherter Wall in Kombination mit einem Graben.

„Daß die angestellte Landesdefension Erfolg haben konnte, wenn es sich bei den Übergriffen um kleinere Gruppen von Plünderern handelte, zeigte sich in unmittelbarer Nähe der Landeshauptstadt, als man in (Düsseldorf-)Gerresheim eine Gruppe brabantischer Soldaten gefangennahm, die ‚die Gerresheimer Kirch spoliert’ (geplündert) hatten. Dreizehn von ihnen wurden am 27. Januar 1625 gehenkt und sechs enthauptet“. STOMMEL, Johann Adolf Freiherr Wolff, S. 78. => Ausschuss.

deferiren: einem Antrag stattgeben.

Defluction: Sammelbegriff für verschiedene Krankheiten, oft als rheuma- oder gichtartiger Anfall zu verstehen.

Defroierungh: „Erfrischung“, Verpflegung.

defunctio: Tod.

defunctus: a) Toter, (b) verstorben.

deget: Zustand.

degoutieren: abstoßen, anekeln, ankotzen, anwidern, ekeln, widerstreben, zurückstoßen, zuwider sein.

deheriren: enterben.

Dehl: Diele.

dehortieren: abmahnen, abraten.

Deichel: Brunnenröhren.

dekolliert: geköpft. Das schwedische Militärrecht war, sofern es strikt angewendet wurde, sehr streng, schon für das Schlafen während der Wacht war im Art. 43 für Gemeine das => arkebusieren (Erschießen mittels Arkebuse) vorgesehen. Arkebusewar ein Gewehr, eine Waffe für leichte Kugeln, die in freiem Anschlag verwendbar war; bei der Infanterie als Handrohr, Büchse oder Arkebuse, bei der Kavallerie als Karabiner oder Faustrohr (Pistole mit Radschloss). Höhere Offiziere wurden dagegen meist mit dem Schwert hingerichtet. Vgl. „Schwedisches Kriegs-Recht“; BERG, Administering justice. Hier erfolgt eine „ehrenvolle“ Hinrichtung eines Reiters. Das Hinrichtungsritual als “Theater des Schreckens” mit Schwert, Galgen und Rad galt als gesellschaftliches Reinigungsritual und als vom Rat inszeniertes Abschreckungsmittel bei Eigentumsdelikten, Raub, Totschlag, Vergewaltigung, Religionsdelikten und Hexerei. Die Todesurteile wurden in Ausnahmefällen etwa in Fällen politischer Justiz in der Stadt vollstreckt. Der Delinquent/die Delinquentin sollte in angemessener Kleidung ruhig und gefasst in den Tod gehen. Erwünscht war eine Mahnung an die Menge sowie ein Gebet für das Seelenheil. Wichtig war der Unterschied zwischen einer ehrenhaften Leibesstrafe – und damit einem anschließenden ehrlichen Begräbnis – und einer unehrenhaften Leibesstrafe. Auch der Scharfrichter hatte seine Rolle bei diesem Ritual. Missrichtungen führten dagegen zu Tumulten und einer massiven Bedrohung des Scharfrichters, weil hier das vorzuführende moralische Exempel gescheitert war. Außerdem sah man in Missrichtungen ein Gottesurteil, der Delinquent wurde in der Regel begnadigt. Zu den Missrichtungen vgl. IRSIGLER/LASSOTTA, S. 249f. Teilweise wurde der Delinquent auch begnadigt, wenn eine Frau Fürsprache einlegte und ihn heiratete. Vgl. die Erinnerungen des Pfarrers Klingsporn; NÜCHTERLEIN, Wernigerode, S. 229.

delectus militus: Auswahl der Soldaten.

delenimentum: Beschwichtigung, Linderungsmittel, auch Lockmittel.

Deliberation: Beratung, Unterredung.

delictum: Nach dem Römischen Recht eine den Einzelnen, seine Familie oder sein Vermögen betreffende rechtswidrige schuldhafte Tat.

delineieren: andeuten.

deliquium: Ohnmacht, Schwächeanfall.

Delirium: Das Delirium war in der Frühen Neuzeit ein Zustand der Sinnesverwirrung und des Wirklichkeitsverlustes, der als ein Symptom nicht allein von fiebrigen Erkrankungen und Wahnsinn, sondern auch von Schwermut und Melancholie betrachtet wurde.

delitiae [ital. delizia]: Wonnen, Vergnügungen.

Delle: Delle von 12 Fuß = Brett von 3, 60 m Länge.

Delle: Diele.

Delogierung: Abzug.

de magistratu politico: über die Stadtverwaltung.

demanteleren: die Befestigungen beseitigen.

demasiada autoridad: erdrückende Autorität.

demens: wahnsinnig.

Demensum: eigentlich Deputat von Sklaven: das, was selbst Sklaven in Rom zum Lebensunterhalt gewährt wurde; das zum Lebensunterhalt Zugemessene, unbedingt Erforderliche.

dementia: Wahnsinn.

Demi-lune oder Halber Mond: Ein im Graben vor einer Bastion errichtetes, aus zwei Facen bestehendes Außenwerk. Sein Grundriss ähnelt dem des Ravelins, doch ist seine Kehle halbmondförmig [wikipedia].

demontiert: ohne Ausrüstung.

denigriren: in Abrede stellen, leugnen, anschwärzen.

Deo et proxime: Gott und dem Nachbarn.

Deo gratias: Gotteslohn, umsonst.

Desertion: Auf die unerlaubte Entfernung vom Regiment stand in den Kriegsartikeln die Todesstrafe, die nur nicht verhängt wurde, wenn Bedarf an Soldaten herrschte. JÜRGENS, Chronik, S. 514 (für Hannover): „Den 11. Aprilis [1633; BW] ist ein Königsmarkischer Soldate, so entlaufen, und hie unter Caspar von Lühden Stadt-Companien angetroffen, vor Linden bey dem Galgen stigmatisiret und das rechte Ohr abgeschnitten durch unsern Nachrichter Meister David“. Vgl. WINTER, Möser, S. 19f.: “Den 21. März [1628] läßt Hauptmann Föckler einen Reiter, so bei dem Merodischen Regiment, und einen Soldaten, so unter Hauptmann Kestgens, und einen, so unter seiner Compagnie ausgerissen, henken an die Justiz auf dem Markte. Den 2. April aber hat er einem Corporal zu Roß den Kopf, auch der Ursache halben abschlagen lassen”. JORDAN, Mühlhausen, S. 90f., für 1637: “Den 31. März [10.4.; BW] ist der Oberst Spork mit seinen Völkern allhier vor die Stadt gekommen, hat Quartier begehret und daneben angedeutet, wie ihm Nordhausen auch assignirt worden; des andern Tages ist er wieder von hier nach Nordhausen gezogen. Den 4. [14.; BW] April ist er wieder mit etlichen Völkern zurückgekommen und hat sich mit denselben hier einquartiret und seinen Werbeplatz hier gehabt, hat auch viel Volk geworben, wie denn die Eichsfelder und andere benachbarte häufig zuliefen und Dienst nahmen, nur daß sie ins Quartier kamen und die Leute aufzehren konnte. Viele trieb auch der Hunger. Als es aber ans Marchiren gehen sollte, so wurde aus dem Marchiren ein Desertieren”. Teilweise ließ man Deserteure um ihr Leben würfeln; DOLZ, Versuch, S. 298; JÜRGENS, Chronik, S. 525. Zur Desertion trug auch die Praxis bei, untergesteckte Söldner “zue disem sturmb, wie andere mehr, wider wüllen [...] vornen an die spüz” als Kugelfang zu stellen, wie ein kaiserlicher Soldat, der bei der Belagerung Überlingens 1634 verletzt wurde, nach Mitteilung Bürsters über seine Dienste nach der zwangsweisen Untersteckung unter die schwedische Armee berichtete; WEECH, Bürster, S. 67. Vgl. KAISER, Ausreißer; KAISER, Lebenswelt der Söldner. Das bayerische Memorial vom 16.4.1643 [Bayerisches Hauptstaatsarchiv Kurbayern Äußeres Archiv 2763, fol. 23, Punkt 9] bestimmte, dass, wenn ein Neugeworbener ausreiße, sofort nachzuforschen sei, welche besonderen Kennzeichen er habe; diese seien alsbald zu notieren. Wenn trotzdem einer nicht mehr aufgefunden werde, so solle sein Namen an den Galgen geschlagen, und wenn er Handwerker sei, ein solches den Zünften alsbald zu notifizieren sei, damit dergleichen meineidige Gesellen über kurz oder lang von Handwerks wegen aufgeschrieben und zur Strafe gezogen werden könnten. Dies sei den Neugeworbenen, insbesondere den Handwerksgesellen, schon bei der Neuwerbung und Eidesleistung zu eröffnen. DAMBOER, Söldnerkapitalismus, S. 264f. William Crowne [1617 - 1682], Lordsekretär, Offizier, Mitglied des Parlaments und 1636 Reisebegleiter des Thomas Lord Howard, Earl of Arundel and Surrey, berichtet über die Kämpfe Gustav II. Adolfs an der Alten Veste bei Zirndorf: „Der König von Schweden hatte hier drei seiner Soldaten für den Mord an zweien seiner Kommandanten und das Überlaufen zum Feind pfählen [im Original „set upon poles alive"] lassen. Nachdem die Schlacht ausgefochten war, hatte man die Soldaten gefangen genommen und hingerichtet“. RITTER; KEIL (Hgg.), William Crowne, S. 36. Am 28.4.1628 „gab ein Deserteur vor seiner Hinrichtung als Grund für seine Fahnenflucht Überdruß an dem gottlosen Leben der Soldaten an“. WIEGANDT, Wismar, S. 23f. Der Benediktinerabt von St. Georgen im Schwarzwald, Georg Gaisser [1595-1655] berichtet  unter 1634; STEMMLER, Tagebuch Bd. 1, S. 569: „Einer von unsern Besatzungstruppen verleitete nach gefaßtem Fluchtplan einen andern zur Teilnahme an dem Verbrechen. Dieser verspricht sich zu beteiligen, eröffnet aber die Sache einigen, während er selbst den morgens Fluchtbereiten, als ob er selbst dazu bereit wäre, begleitet. Die Eingeweihten aber erheben sich aus den Verstecken, andere aber reißen Pferde von der Weide an sich, nehmen die Verfolgung auf, und nachdem sie dem des Fluchtverbrechens Schuldigen vergeblich mit den Schwertern zu Leibe gerückt waren (solche Hiebfestigkeit hatten (ihm) die Zaubermittel verliehen, erschlagen sie ihn mit Prügeln. Dies erschien einigen grausam, weil seine bei demselben Fluchtplan ertappte Frau nach dem Frühstück, von den Soldaten einige Male angeschossen, sterben musste. Milder verfuhr man mit den Töchtern, die man in die Verbannung trieb“. Die Desertionsquote unter den Belagerern vor Bergen-op-Zoom soll sehr hoch gewesen sein. Im Juli lagen noch 20.600 Mann vor Bergen; im Oktober waren es noch 13.200. Insgesamt betrugen die Verluste der Belagerer ca. 40 %; davon waren mehr als ein Drittel Desertierte.

desideriert: verloren gegangen.

desmantellirt: geschleift, d. h. die Befestigungswerke beseitigt.

Despect: Spott, Missachtung, Verachtung, Respektlosigkeit.

Desseing: Vorhaben, Plan.

destiniert: bestimmt, ausersehen.

Detachement: kleinere Truppenabteilung mit der Aufgabe einer selbstständigen Operation.

Deut: 8 Deute ergaben in der Regel einen 1 Stüber.

deutsche Krankheit: polnische Bezeichnung für Syphilis.

Deutscher Orden: Der Deutsche Orden (auch Ordo Teutonicus, Ordo domus Sanctae Mariae Theutonicorum Ierosolimitanorum, Orden der Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem, Deutschherrenorden, Kreuzritterorden, Deutschritterorden oder Deutscher Ritterorden) (abgekürzt OT = Ordo Teutonicus) ist ein geistlicher Ritterorden und war maßgeblich an der Deutschen Ostkolonisation beteiligt. Seit 1929 ist er ein klerikaler Orden. Er ist neben dem Johanniter- bzw. Malteserorden und den Templern der dritte große Ritterorden, der in der Zeit der Kreuzzüge gegründet wurde.

An der Spitze des Deutschen Ordens stand der Hochmeister, der jeweils auf Lebenszeit gewählt wurde. An seiner Seite standen fünf Großgebietiger: der Großkomtur als Statthalter des Hochmeisters, der Marschall mit Zuständigkeit für das Heerwesen, der Tressler in der Funktion des Schatzmeisters, der Trapier in Verantwortung für die Ausrüstung und der Spittler als Leiter des Hospitalwesens. Daneben gab es einige Provinzialobere: den Deutschmeister für die zwölf deutschen Ordensballeien, der seit 1494 Reichsfürst war, und seit 1525 nach der Säkularisierung des Ordensstaates, das Hochmeisteramt verwaltete und daher später auch als Hoch- und Deutschmeister bezeichnet wurde. Der Landmeister für Livland sowie Landkomture für die Ordensgebiete außerhalb Deutschlands. Der Orden setzte sich aus dem Mönchsgelübde verpflichteten Priester- und Ritterbrüdern zusammen sowie aus dienenden Halbbrüdern. Das Ordenszeichen ist ein schwarzes Tatzenkreuz auf weißem Grund. Zur typischen Ordenskleidung gehört für die Geistlichen, welche Soutane, Halskreuz und Brustkreuz tragen, ein weißer Mantel, auf dem rechtsseitig ein graues Kreuz angebracht ist. Der Wahlspruch des Ordens lautet „Helfen, Wehren, Heilen“. [wikipedia]

devallisieren: frz. dévaliser: ausplündern.

devovieren: preisgeben, sich ergeben.

Diarium: Tagebuch.

Dicke: ein Pfahl von der Dicke eines Arms. GRIMM; GRIMM, DWB Bd. 2, Sp. 1079, 4.

dicke Ohren: schwerhörig.

dicker Sohn: Schwiegersohn.

dicker Schuss mit zwei Kugeln: Diese Technik war bekannt und wurde auch praktiziert. Grimmelshausen beschreibt sie auch in seinem “Simplicissimus”, 3. Buch, 9. Kapitel: „ … hatte  ich meine Musket bereits mit zweien Kugeln geladen, frisch Zündkraut aufgerührt, und den Deckel auf der Zündpfannen mit Unschlitt verschmiert …” Zit. bei ENGERISSER, Von Kronach, S. 528. SCHMIDT, Der protestantische Aischgrund, S. 7 (nach SCHHNIZZER, Chronica): „Auf der Kaubenheimer Kirchweih (17. August) haben sich zwei Reiter miteinander zu Roß duelliert. Der Provocant ist von dem anderen mit zwei Kugeln auf einen Schuß durchschossen worden, so dass er tot zur Erde sank“. In den offiziellen Exerzierhandbüchern wird sie natürlich nicht erwähnt, weil sie viel zu gefährlich war. Sie konnte auch nur mit stark unterkalibrigen Rollkugeln angewandt werden, da zwei gut sitzende Pflasterkugeln  hintereinander den Lauf unweigerlich gesprengt hätten. Bei unterkalibrigen Rollkugeln ergab sich durch die Streuung eine Art Schroteffekt. Freundlicher Hinweis von Herrn Peter Engerisser, 13.7.2012.

Dicker Taler, Dicktaler: Dicktaler sind Taler geringeren Durchmessers, jedoch von größerer Dicke als die gewöhnlichen Taler, auch “Spanischer Taler” genannt, entsprach 1 fl. 14 gr. Der Dicktaler war ein beliebtes Patengeschenk.

Dienstgeschirrgeld: Geld, das die Untertanen dem Landesherrn für Wagen, Pferde und Knechte bezahlen müssen, die er für seine Reisen braucht.

Diebshenker: städtischer Scharfrichter, Folterknecht, auch Scharfrichter des Regiments, im Sprichwort: Bosheit ist ihr Diebshenker selber. Teilweise übte er die Schutzgerechtigkeit über die Huren aus. Falls einer von der Stadt gerufen wurde, wohnte er im Hurenhaus und erhielt dort freie Kost.

die natali: Geburtstag (des Herrn).

Dienstzeiten: Wie DAMBOER, Söldnerkapitalismus, S. 256f., 279, an Hand einiger bayerischer Regimenter zwischen 1634 u. 1647 aufzeigt, waren 1624 nur 15 % der Soldaten gedient, 1639 hatte sich ihr Anteil auf 30 % verdoppelt, 1643 waren es bereits 50 %, während ihr Anteil 1647 auf 66 % stieg. Nach RIED, Neumarkt, S. 106, fanden sich im Neumarkter Lazarett (1647) Soldaten im Alter v. 57 u. 60 Jahren, was jedoch nach KAPSER, Kriegsorganisation, S. 266ff., bei den zwischen 1638 u. 1648 geworbenen gedienten u. ungedienten Söldnern extrem selten ist. Bei den ungedienten Söldnern lag der Anteil derer, die praktisch nur den Krieg als Existenzform kannten, bei über 75 %. Nach HOLTZ, Unsicherheit, S. 135, Anm. 4, betrug die Lebenserwartung verheirateter Männer ab dem 20. Lebensjahr zwischen 1620 u. 1654 39, 4 Jahre; das Alter wird dabei mit 50 Jahren angesetzt.

Diffesa: Verteidigung.

Diffidenzen: Misstrauen, Argwohn.

Dilation: Aufschub.

Dilationsbescheid: Bescheid mit aufschiebender Wirkung.

Diluvium: Sintflut.

dimmer: düster, finster.

disciplin: in Klöstern zu Bußübungen verwendete Peitsche.

discrepiren: abweichen.

Discretion: Die „discretio“, eigentlich ein Begriff aus dem Klosterleben der Benediktiner, war die Kunst und Gabe der weisen Unterscheidung, die das Zuviel wie das Zuwenig zu vermeiden und in allem das rechte Maß zu finden versucht. Die „Diskretion“ war ein “Ehrengeschenk”, das von ein- oder durchziehenden Offizieren eben je nach Rang im „rechten“ Maß erwartet oder auch erzwungen wurde und in Geld- oder Sachleistungen der verschiedensten Art bestand.

Discretion: Entscheidung.

Diskretionsgeld: Verehrung = „Ehrengeschenk”, das von ein- oder durchziehenden Offizieren erwartet oder erzwungen wurde, in Geld- oder Sachleistungen der verschiedensten Art.

dislocatio: Verrenkung.

Dispartition: Austeilung.

Disputat: Streit, Auseinandersetzung.

dissegni: Entwurf, Vorhaben, Absicht.

Dissimulation: Verstellung, Heuchelei.

dissimulieren: sich verstellen, verheimlichen.

dissipieren: zerstreuen.

dissuadieren: widerraten, abraten.

distiret: entfernt.

distrahieren: verkaufen.

Diversion: Ablenkungsmanöver, Vorstoß auf einem Nebenkriegsschauplatz, unerwarteter Angriff.

divertiren: ablenken, abbringen.

divina: Gottesdienst, gottesdienstliche Handlungen.

divulgiret: verbreitet, bekannt gemacht; verdreht.

Dixationes: Spottreden.

Domdechant: Der Domdechant, auch Domdekan, ist ein Amt innerhalb der Geistlichkeit von bischöflich verfassten Kirchen. Er steht dem Domkapitel nach innen vor, während dem Dompropst die Verwaltung der Güter des Kapitels und oftmals die Vertretung nach außen übertragen ist. Der Domdekan ist somit in einem Domkapitel die zweite Dignität. Fehlt die Würde des Dompropstes in einem Kathedralkapitel, ist der Domdekan die erste Dignität des Domkapitels. [nach wikipedia]

Domdekan: Der Domdekan, auch Domdechant, ist ein Amt innerhalb der Geistlichkeit von bischöflich verfassten Kirchen. Er steht dem Domkapitel nach innen vor, während dem Dompropst die Verwaltung der Güter des Kapitels und oftmals die Vertretung nach außen übertragen ist. Der Domdekan ist somit in einem Domkapitel die zweite Dignität. Fehlt die Würde des Dompropstes in einem Kathedralkapitel, ist der Domdekan die erste Dignität des Domkapitels. [nach wikipedia]

Domenica: Sonntag.

Domenica Laetare: 4. Fastensonntag oder 3. Sonntag vor Ostern.

Domenica secunda adventus: 2. Adventssonntag.

dominieren: auftrumpfen.

Domscholaster: ursprünglich der Leiter der Domschule, dann eine reine Ehrenwürde. Die Aufgaben wurden von einem Vikar wahrgenommen. => Scholaster.

Donation: Schenkung, Übertragung. Ursprünglich im Römischen Recht eine unentgeltliche Zuwendung. Diese schwedische Art der “Schenkung” von nach dem „Kriegsrecht“ angeeigneten weltlichen und geistlichen Besitzungen unterschiedlicher Größe war jedoch nicht immer kostenlos. Zum Teil erhielten Offiziere Ämter und Klöster auch mit der Auflage, aus deren Einkünften neue Regimenter aufzustellen oder alte zu ergänzen. Neben der gewöhnlichen Kontribution mussten noch ganz erhebliche Summen aufgebracht werden. So musste sich etwa Bernhard von Sachsen-Weimar für das “Herzogtum Franken” verpflichten, innerhalb von 4 Jahren 600 000 Reichstaler an die Krone Schweden zu bezahlen und mit den im Heilbronner Vertrag (April 1633) vereinbarten Zahlungen zu beginnen. Zudem wurde Reichskanzler Oxenstierna und schwedischen Gesandten kostenlose Bewirtung versprochen, Bernhard von Sachsen-Weimar übernahm auch die hohen Schulden der beiden Stiftern (Würzburg und Bamberg) und musste zudem den Schweden den Besitz alles vorhandenen Getreides und des Weines einräumen. Das “Herzogtum Franken” bestand vorwiegend aus den Hochstiften Bamberg und Würzburg. Die wichtigen Festungen Königshofen und Marienberg in Würzburg blieben jedoch in schwedischem Besitz. Vgl. DEINERT, Die Schwedische Epoche; SCHAROLD, Geschichte.

Donativgeld: Geldleistungen der Rittergüter statt der sonst zu stellenden Pferde.

donnersen Pfaffen: verfluchte, unerträgliche, böse Pfaffen.

Doppelhaken: auch Hakenbüchse: Der Haken war ein bis ins 17. Jahrhundert gebräuchliches schweres Feuergewehr, mit einem Haken am Schaft, mit dem es auf einem dreibeinigen Gestell befestigt war oder auf die Brüstung aufgelegt wurde, um den enormen Rückstoß abzufangen. Diese Waffen wogen 7,5 bis 10 Kilo, nach anderen Angaben sogar mit bis zu 25 Kilogramm. Damit wurden Ladungen mit je 4 Lot Blei, Doppelhaken bis 400 g, verschossen. Als man diese Hakenbüchsen später auch im offenen Feld verwendete, musste man sie in einer Gabel abstützen. Daher nannte man diese Waffe auch Gabelarkebuse. Die Treffgenauigkeit der Hakenbüchsen war so gering, so dass ihr Einsatz nur auf kurze Distanz oder massiert als Batterie sinnvoll war. Die Haken wurden ihrer Größe nach eingeteilt in Doppelhaken, ganze Haken und halbe Haken. Vgl. die ausführliche Beschreibung unter http://www.engerisser.de/Bewaffnung/Doppelhaken.html. Die Stadt Überlingen kaufte 1633 erbeutete Doppelhaken um kaum 3 fl. auf; SEMLER, Tagebücher, S. 27f.

Doppelsöldner: Ein Doppelsöldner ist ein Reisläufer oder Landsknecht, der aufgrund seiner Bereitschaft, in der ersten Schlachtreihe zu kämpfen und somit das höchste Risiko zu tragen, oder wegen seiner besonderen Ausrüstung und Kampferfahrung doppelten oder mehrfachen Sold erhielt. In den europäischen Söldnerheeren des Mittelalters kämpften die Doppelsöldner gewöhnlich gemeinsam mit den Hauptleuten in der ersten Reihe des Gevierthaufens, der am weitesten verbreiteten Schlachtordnung der Infanterie. Auch Landsknechte, die im Umgang mit dem schweren und unhandlichen Bidenhänder geschult waren, erhielten diesen Doppelsold; im Deutschland der Frühen Neuzeit stellte man ihnen sogar einen „Meisterbrief vom langen Schwert“ aus. [wikipedia]

dorment: Schlafsaal im Kloster.

Dorminter: Schlafsaal im Kloster.

dorscher: Drescher.

Dotengeld: Patengeld.

Drachen Wohnunge: Anspielung auf die Textstellen Jeremia 9, 11: “Und ich will Jerusalem zum Steinhaufen und zur Drachenwohnung machen und will die Städte Judas wüste machen, daß niemand drinnen wohnen soll.” Jer. 10, 22: “Siehe, es kommt ein Geschrei daher und ein groß Beben aus dem Lande von Mitternacht, daß die Städte Judas verwüstet und zur Drachenwohnung werden sollen.” Jer. 51, 37: “Und Babel soll zum Steinhaufen und zur Drachenwohnung werden, zum Wunder und zum Anpfeifen; daß niemand drinnen wohnet.”

Dragonaden: Strafmaßnahmen Ludwigs XIV. von Frankreich gegen die protestantischen Kamisarden in Südfrankreich, vor allem in den Cevennen, um ihre Konvertierung zum katholischen Glauben zu erzwingen.

Dragoner (frz. dragon): leichter Reiter, der auch zu Fuß focht, benannt nach den mit Drachenkopf (dragon) verzierten Reiterpistolen, nach KEITH, Pike and Shot Tactics, S. 24, aus dem Holländischen „dragen“ bzw. „tragen“. „Arbeiter zu Pferd” hat man sie genannt. Der Dragoner war im Prinzip ein berittener Musketier (der zum Gefecht absaß), da das Pferd zu schlecht war, um mit der Kavallerie ins Gefecht reiten zu können. Berneck, Geschichte der Kriegskunst, S. 136. Auch äußerlich war der Dragoner nicht vom Infanteristen zu unterscheiden. Zudem verfügte in der schwedischen Armee 1631/32 etwa nur die Hälfte der Dragoner überhaupt über ein Pferd. Oft saßen daher zwei Dragoner auf einem Pferd. Falls überhaupt beritten, wurden die Dragoner als Vorhut eingesetzt, um die Vormarschwege zu räumen und zu sichern. Teilweise führten die Dragoner am Sattelknopf kleine Äxte mit, um Hindernisse entfernen oder sich auch zeitweise selbst verteidigen zu können. Zum Teil wurden unberittene Dragoner-Einheiten im Kampf auch als Musketiere eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehörte auch Sicherung und Deckung von Konvois, Patrouillen, Angriffe aus dem Hinterhalt, Bildung der Vor- und Nachhut. Ausführlich dargestellt bei ENGERISSER, Von Kronach, S. 468ff., FLIEGER, Die Schlacht, S. 123ff.  Eine Designation vom 13.7.1643 über die Verwendung des Werbegeldes bzw. die Abrechnung für einen Dragoner stellt 44 Gulden 55 Kreuzer in Rechnung. Vgl. WALLHAUSEN, Kriegs-Kunst zu Pferd. Zu den Waffen vgl. auch http://www.engerisser.de/Bewaffnung/Bewaffnung.html.

Drahtkammer: Eisenkäfig, Vgl. WAGNER, Pforr, S. 281: “In Schmalkalden war der Gak ein Eisenkäfig (“Trillerhäuschen’), in dem u. a. Felddiebe zur Schau gestellt wurden”. In Wernigerode war es das sogenannte „Rote Gitter“ unter der überdachten Freitreppe des Rathauses, wo kleinere Vergehen abgesessen wurden. Vgl. EISOLD; KÜHN, Wernigerode, S. 18.

Drahtkugel: zwei durch Eisendraht aneinander befestigte Musketenkugeln, die erhebliche Verletzungen hervorriefen.

Dreiviertelkartaune: langläufiges Geschütz mit großer Reichweite, Rohrlänge 16-17faches Kaliber, schoss 36 Pfund Eisen. Vgl. MIETH, Artilleria Recentior Praxis.

Dresskammer: Sakristei ?

Drift oder Stiege: 20 Stück.

Drost: Niederdeutsche Entsprechung von Truchsess, Vorsteher einer Burgmannschaft, Verwalter eines landesherrlichen Amtes (Amtmann).

dubius belli eventus: zweifelhafter Kriegsausgang.

Dublone: Das 8-Escudo-Stück (onza de oro) wurde zur häufigsten spanischen Goldmünze und ist als Dublone (= 4 Pistolen) bekannt.

Dukaten: 1 Dukaten = 4 Gulden (Wernigerode);1 Golddukat = 2 Taler = 48 Groschen.

Duell: Zweikampf zu Fuß oder zu Pferd, mit Degen und Pistole, dem Militär zumeist verboten, aber wenig beachtet. In der dänischen Armee waren Duelle bei Billigung des Obristen mit dem Seitengewehr, allerdings nur in einem Gang, erlaubt. Wurde einer getötet, so wurde der Andere mit dem Tode bestraft; MEYNERT, Geschichte, Erstes Hauptstück, S. 10; WATTS, Swedish Discipline, 2. Teil, S. 48 (§ 35-38, 87). FREVERT, Ehrenmänner. SCHMIDT, Der protestantische Aischgrund, S. 7 (nach SCHHNIZZER, Chronica): „Auf der Kaubenheimer Kirchweih (17. August) haben sich zwei Reiter miteinander zu Roß duelliert. Der Provocant ist von dem anderen mit zwei Kugeln auf einen Schuß durchschossen worden, so dass er tot zur Erde sank“.

Dummelhaus: Reitschule, Reithalle.

dummeln: hin- und herreiten.

Dummelplatz: Reitplatz, Latrine.

dun: betrunken, besoffen.

durchgehen: desertieren. => Desertion.

Durchschlechtern: Durchfall, Diarhoe, Ruhr. Erkrankungen dieser Art gehörten zu den üblichen Lagerkrankheiten.

Dusel: Pest, Typhus, Grippe.

Dysenteria: Ruhr, Durchfall.

Dystrophia: Abmagerung.

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November 29, 2009 in Begriffsregister
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