Alamanni [Alemanni], Donato

Alamanni [Alemanni], Donato; Obrist [ – ] Alamanni war erst kaiserlicher, dann spanischer Kapitän und Obrist. Anscheinend war er in der Durchführung von Werbungen erfahren.

Vom 6. März 1639 datiert Piccolominis Instruktion für Alamanni, damals noch Kapitän, zu den Verhandlungen mit dem König von Polen und polnischen Adeligen über die Anwerbung von 2000 Polen, aus denen zwei Regimenter von je fünf Kompanien gebildet werden sollten. Alamanni solle danach trachten, dass zu ihrem Kommandanten Aleksander Koniecpolski, der Sohn des Palatins von Sandomir, bzw. jemand anders von gleichem Ansehen und gleicher Qualität ernannt werde. Es folgen Bestimmungen über die Höhe des Monatssoldes der Offiziere und Soldaten. Der Musterplatz sollte im schlesischen Fürstentum Glogau[1] sein, von wo die Polen von einem kaiserlichen Kommissär an den Rhein geführt würden, wo sie Anfang Juni eintreffen sollten. Die im Königreich Polen geltenden Gesetze würden für sie weiterhin gelten, den Eid sollten sie dem Kaiser ablegen, den Sold von den Spaniern erhalten. Das Wehrdienstverhältnis sollte sechs Monate dauern, mit der Möglichkeit einer Verlängerung, die Sold sollte jeweils für drei Monate im Voraus bezahlt werden. Sollte sich die Notwendigkeit ergeben, das Königreich Polen zu verteidigen, dürften die Soldaten nach Ableistung der bezahlten Dienstzeit nicht an der Rückkehr nach Polen gehindert werden. Sollten keine 2 000 Mann angeworben werden können, möge Alamanni wenigstens 1 500 oder 1 000 Mann anwerben. Um den Kontakt zum Kaiser und zu Castañeda aufrecht zu erhalten, möge er mit dem kaiserlichen Kriegssekretär Johann Friedrich Fischer in Verbindung bleiben.[2] Am 5.6.1639 schrieb Piccolomini aus Bastogne[3] an den kaiserlichen Zahlmeister Polidoro Bracciolini: Am Vortag sei Kapitän Alamanni eingetroffen und habe die Forderung des Kaisers nach Hilfstruppen gebracht. Er habe 6 050 Mann abkommandieren wollen, aber die Franzosen hätten begonnen, Thionville[4] anzugreifen, und daher halte er es für seine Pflicht, zuerst dieser Stadt zu helfen. Morgen werde er mit der Armee ausrücken und hoffe auf Erfolg. Leicht werde der Befehl zum Abmarsch einer Armee ausgesprochen, aber schwer würden die Folgen dann wieder gut gemacht. Zum Kaiser entsende er einen Kurier, der ihm seinen Entschluss erklären solle.[5]

„Indessen hatte sich Bönninghausen mit dem gleichen Angebot auch an die Regierung der spanischen Niederlande zu Brüssel gewandt, zu der er seit seiner Teilnahme am niederländischen Feldzug des Jahres 1638 Beziehungen unterhielt. Dem neuen Generalgouverneur Don Francisco de Mello, Marques de Tordelaguna und Conde de Assumar, der am 9. November 1642 die Nachfolge des verstorbenen Kardinalinfanten Ferdinand [Fernando; BW] angetreten hatte, kam Bönninghausens Anerbieten sehr gelegen. Er plante eine großangelegte Frühjahrsoffensive gegen die Franzosen, bemühte sich, die spanischen Truppen zu ergänzen und teilte an Obristen verschiedener Nationalitäten Patente zur Werbung aus. Sogar Polen, Schweizer und Kroaten wurden in spanischen Sold genommen, daneben zahlreiche Frei-Fähnlein hochdeutschen Kriegsvolkes errichtet“.[6] Neben Bönninghausen wird auch Alamanni unter den an den Werbungen Beteiligten erwähnt.

Das sogenannte Alamanni-Infanterieregiment wurde 1643 aufgestellt und 1648 aufgelöst.[7] Eine Kompanie Alamannis war 1643 in Jülich[8] eingelegt.

[1] Glogau [Glogów]; HHSSchl, S. 127ff.

[2] Badura; Kočí, Der große Kampf, Nr. 756.

[3] Bastogne [h. Belgien, Provinz Luxemburg].

[4] Thionville [Span. Niederlande, heute Dép. Moselle; Frankreich].

[5] Badura; Kočí, Der große Kampf, Nr. 836.

[6] LAHRKAMP, Bönninghausen, S. 331.

[7] TESSIN, Regimenter, S. 712.

[8] Jülich [LK Jülich]; HHSD III, S. 367ff.

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