Rentz [Renntz], Matthias [Mathes] von

Rentz [Renntz], Matthias [Mathes] von; Obrist [ – ] Rentz stand als Obristleutnant des Regiments Sporck in kurbayerischen bzw. später als Obrist in kaiserlichen Diensten.

Am 1.5.1645 war Rentz in Bietigheim[1] aufgetaucht: „Den 1. May ist der Curbayr. Obrist Leutenant Renntz vom Sporgischen Regiment nachts um 12 Uhren mit 300 Pferd allhero für das Under Tor kommen, anfänglichs des Bürgermeisters und nachgehends mit starkem Betrohen in die Stadt begehrt. Dergleichen nun abzuwenden, ist endlich an Brot, Wein, Habern und anderm ein Namhaftes hinaus in die Vorstadt geraicht, auch folgends ihme Obrist Leutenant für seine aigene Person, anstatt begehrter 6, für ainen gueten, alten Aimer[2] Weins 30 Gulden an Geld bezahlt worden“.[3]

Am 16.5.1647 hatte Maximilian I. von Bayern – wahrscheinlich um ein Exempel unter den mit dem Ulmer Vertrag unzufrie-denen Offizieren zu statuieren – den Kriegskommissar Siegershofen angewiesen, nähere Informationen über den Obristleutnant Rentz vom Regiment Sporck einzuziehen, der wegen unverantwortlicher, aus Anlass des Ulmer Waffenstillstands geführter Reden eingezogen worden war.[4] So soll der Obrist (!) Rentz sogar wegen Verrats in der Festung Ingolstadt[5] eingesessen haben.[6] In seiner Verteidigung hatte Rentz seine Unschuld beteuert, seine bisher geleisteten Dienste angeführt und um Entlassung aus seinem Amt nachgesucht, was auch bald geschah. Rentz muss allerdings um den 9.7. herum noch im Amt gewesen sein.[7] Nach der Werth’schen Meuterei erhielt er nicht das Regiment seines mit Werth zu den Kaiserlichen übergelaufenen ehemaligen Obristen Sporck,[8] sondern 1648 das kaiserliche Regiment Harrach zu Pferde.[9]

Vom 24.3. bis zum 21.6.1648 war er in Iglau[10] einquartiert.[11]

Angeblich war Ludwig Heinrich von Nassau-Dillenburg [hier als Obrist Naso ? bezeichnet] nach Königsmarcks Überfall auf die Prager Kleinseite 1648 und dem Versuch Puchheims, Hilfe zu holen, zusammen mit diesem in Gefangenschaft Arvid Wittenbergs geraten. In einer zeitgenössischen Relation heißt es: Vber welches Württemberg [Arwid Wittenberg; BW] mit seinen Corpo wiederumben vor Prag gerucket / vnd dießeits der Muldaw hinter dem Spittel Veldt / den Berg hienauff / gegen de[n] Brandeißer[12] Straßen sein Läger geschlagen / alda er drey Wochen lang gelegen / vndt nachmahls mit Fast aller seiner vnd deß Königsmarck Cavalleria in daß gebierg hinauff nach dem Bechinger[13] und Prachniger[14] Creyß Marchiret ist / von welchen im ruckweg nicht weit von Budweiß[15] der Veldt Marschalck Graff von Puchheimb mit etlich Hundert Pferden vngefehr angetroffen / vnd nebenst den General Wachmeister Meitter [Meutter; BW] / Obristen Rentz / Obristen Nase / vndt andern Befehlichshabern / auff die Klein Seiten gefangen gebracht worden“.[16] Für ihn wurden 1.000 Reichstaler Lösegeld verlangt“.[17]

[1] Bietigheim [Bietigheim-Bissingen, LK Ludwigsburg], HHSD VI, S. 83f.

[2] 1 Eimer = 293, 92717 Liter.

[3] BENTELE, Protokolle, S. 214.

[4] Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kurbayern Äußeres Archiv 2913 (tom. 679), fol. 413 (Entwurf): Maximilian I. an Siegershoven, München, 1647 V 16.

[5] Ingolstadt; HHSD VII, S. 326ff.

[6] Nach OSTERMAIR, Notizen, S. 23.

[7] ZIEGLER, Dokumente Bd. 2, S. 1234.

[8] So behauptet es RIEZLER, Meuterei II, S. 218.

[9] LAHRKAMP, Werth, S. 181, bzw. Anm. 92.

[10] Iglau [Jihlava]; HHSBöhm, S. 214ff.

[11] LEUPOLD VON LÖWENTHAL, Chronik, S. 336.

[12] Brandeis a. d. Elbe [Brandýs nad Labem, Bez. Prag-Ost]; HHSBöhm, S. 62f.

[13] Bechin [Bechyně, Bez. Tabor], HHSBöhm, S. 25f.

[14] Prachatitz [Prachatice], HHSBöhm, S. 468ff.

[15] Böhmisch Budweis [České Budějovice]; HHSBöhm, S. 46ff.

[16] NEUBERG, Schwedisch lid, S. 91.

[17] BADURA; KOČĺ, Der große Kampf, Nr. 1228.

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