Montard de Noyrel [Neyrel], Nicola

Montard de Noyrel, Nicola; Obrist [um 1605 – 2.11.1642 bei Breitenfeld] Die Eltern des gebürtigen Lothringers Nicola [Nicolas, Nicolai, Nicoli, Nicolau, Nicolaus, Lorenzo di] Montard de Noyrel [Neyrel] sind unbekannt. Er war Adoptivsohn von Anton Lopez de Gardin und der Barbara Paris. Von seinen Adoptiveltern erbte er 1635 die Herrschaft Žihobec[1] in Südböhmen. Wahrscheinlich im gleichen Jahr heiratete er Anna Freifrau Des Fours, Schwester des 1643 in Prag hingerichteten Johann Jakob Freiherr Des Fours. Im Jahre 1641 verfasste Nicolas sein Testament in dem er die Herrschaft Žihobec seiner Gattin vermachte.

Als Tilly[2] am 5.2.1631 von Frankfurt/Oder[3] wieder abzog, hinterließ er auch das Reiterregiment Montard, das noch in der Stadt war, als diese am 3.4.1631 durch Gustav II. Adolf eingenommen wurde.[4]

Bereits im Jahre 1633 wurde er Inhaber eines Kürassierregimentes[5] von 1.000 Reitern. Dessen früherer Inhaber war zwischen 1631 und 1633 der Onkel seiner Gattin Anna, Nikolaus Graf Des Fours. Nach dessen Ausscheiden aus dem aktiven Dienst irgendwann Anfang 1633 war für nur kurze Zeit Inhaber des Regimentes Francesco di Medici. Wegen dessen Unfähigkeit wurde ihm das Regiment von Generalissimus Wallenstein[6] abgenommen und noch im gleichen Jahr an Montard de Noyrel vergeben.[7] Er gehörte zu den Mitunterzeichnern des 1. Pilsener Schlusses vom 12.1.1634.[8]

Im Januar/Februar 1636 hatte Montard de Noyrel, genannt „Nicola“, in Stadt und Amt Heldburg[9] mit den üblichen Mitteln versucht, rückständige Kontributionen für seine angeblich 1000 Kürassiere einzutreiben. Am 4.3.1636 berichtete der Amtskommissar Andreas Götz zu Heldburg Herzog Johann Ernst von Sachsen-Eisenach unter Bezugnahme auf einen bereits eingereichten Bericht über die Einquartierung von über 1.000 Kürassieren vom Nicola’schen Regiment in der Stadt Heldburg und auf dem Land, dass er von Rittmeister Ochsenbach von Walperstein „heute dato“ in der Vorstadt im Haus des Kaplans Weinmann zwecks „Herauspressung der geforderten Geldposten“ in Arrest genommen worden sei und von zwei Soldaten bewacht werde. Abschließend bat er, Anordnung zu erlassen, dass er aus dem Arrest entlassen werde und die Untertanen, sobald immer möglich, der jetzigen unerträglichen Kriegslast enthoben würden.[10] Vom 16.3. datiert das Gesuch des Amtskommissars Götz zu Heldburg und des Rates der Stadt, gerichtet an „Nicola“,  die auferlegte Kontribution betreffend, mit dem Bemerken, dass sie sich an den Rat der Stadt Nürnberg[11] und anderswohin wegen der Aufnahme einer Anleihe zur Bezahlung der Kontribution gewandt hätten und dazu „starke Zuversicht“ trügen. Abschließend wurde die Bitte vorgetragen, ihn, den Amtskommissar, und die Ratspersonen aus dem nunmehr 14 Tage währenden Arrest zu entlassen.[12] Tatsächlich scheint man versucht zu haben, etwa 2.000 Reichstaler beim Stift Würzburg aufzunehmen,[13] was aber Herzog Johann Ernst letztlich abgelehnt hatte.[14] Vom 27.3. datiert die Erklärung des Amtskommissars aus Hildburghausen,[15] dass er der Regierung zu Coburg[16] keine ungebührlichen schriftlichen Klagen über Plünderungen von Kirchen und Schulen sowie Plünderungen überhaupt durch Soldaten Nicolas eingereicht habe.[17] Am 31.3. erging das Anschreiben des Rats von Hildburghausen an den Amtskommissar zur Übersendung der königlichen Ordre [wahrscheinlich der Befehl des Königs von Ungarn[18]], wie es zukünftig mit der Soldateska gehalten werden solle.[19] Die Coburger Regierung ordnete am 7.4. an, dass Götz am 5.4. [?] vorstellig werden solle, um sich mit der Landschaft der Ritterschaft und Stände wegen der anlässlich der nunmehr abgezogenen Bruay’schen Truppen entstandenen Unkosten zu vergleichen, da sich sämtliche Beamte und Städte über die Ungleichheit beschwert hätten und auch der Obrist[20] Nicola wiederholt Klage über die ungenügende Verpflegung seiner Reiter geführt habe.[21] Bürgermeister und Rat der Stadt Heldburg ersuchten Götz am 8.4., sich in Coburg um die Aufbringung von 300 Reichstalern zu bemühen, die der jetzt in Heldburg kommandierende Leutnant[22] vom Regiment Nicola laut der Obligation dringend zur Unterhaltung seiner Kompanie benötige, da die Stadt selbst das Geld nicht aufbringen könne. Der Leutnant würde sonst gezwungen sein, alles noch vorhandene Vieh wegzutreiben und zu verkaufen.[23] Weiteres Material zur Einquartierung findet sich in den „Acta kaiserl. Volks unter Obrist Nicolau Einlogierung und Verpflegung und deshalb erlittenen Schaden und erregte Klagen betreffen“.[24]

Der Benediktiner-Abt von St. Georgen im Schwarzwald,[25] Georg Gaisser [1595-1655],[26] erwähnt ihn in seinem Tagebuch: „5.[6.1635; BW] Oberst Nicolai bezieht mit seinem Regiment in Rottweil[27] und benachbarten Orten Quartiere. ‚Hannß Georg Schumppen 2, Johann Lemblin 1 roß von den den Soldaten genommen worden’.

6.[6.1636; BW] Etwa 40 Nikolaitanische Reiter fallen unter Führung eines Effinger[28] Bürgers namens Schueller von Sunthausen[29] aus durch unwegsame Wälder in das Kloster Amtenhausen[30] unversehens ein und plündern es nach Erbrechung der Türen. Das Vieh jedoch und die Pferde blieben durch die Treue eines [Annibale; BW] Gonzagischen Reiters, freilich eines lutherischen, der des Schutzes wegen sich darin befand, erhalten“.[31]

Vom 12.9.1636 datiert die Anordnung der Regierung zu Coburg an Amtskommissär Götz zu Heldburg, unter Beifügung eines Schreibens des kaiserlichen Kommissars Johann Reinhard Blatzemius, die Verpflegung der in der Pflege Coburg und im Amt Römhild[32] im vergangenen Winter einquartierten Regimenter betreffend, Verzeichnisse über die anlässlich der Einquartierung der Bruay’schen, Nicola’schen und Hauptmann Otto’schen Kompanien entstandenen Unkosten in doppelter Ausfertigung einzusenden, ferner sich wegen der Beschwerden der Offiziere und Soldaten der Festungsbesatzung „beschwerlicher“ Worte zu enthalten.[33]

Das Regiment war 500 Mann stark zusammen mit dem Regiment Sperreuter am 20.10. vor Rothenburg o. d. Tauber[34] angekommen. Trotz der Proviantanweisung des zuständigen Oberkommissars hatte die Stadt aber keinen Proviant geliefert, so dass sie sich am 28.10. vor der Stadt aufgestellt hatten. Daraufhin lieferte die Stadt den Nicolaischen 100 Pfd. Brot und etliche Eimer Wein.[35]

Am 11.8.1637 wurde Montard de Noyrel im Gefecht mit französischen Truppen verwundet.[36]

Der Chronist und Bürgermeister Georg Leopold [1603 – 1676][37] aus dem von Eger[38] abhängigen Marktredwitz[39] erinnert sich an den November 1638: „Den 19. Novemb[er] sind 130 Pferd[e] von des Ober[st] Nicoli Regiment zu Schirnding[40] gelegen. Weil der Einspänner von Eger dem Kommandanten, der sie führte, ein paar Pistol[en] verehrte, damit er mit dem Quartier nit betreten sollte, als[o] sind sie auf Bernstein[41] und doselbst über Nacht geblieben“.[42]

Interessanter Weise diente Montard de Noyrel ab 1639 im gleichen Regiment im Rang eines Obristlieutenants Simon Freiherr Des Fours, Bruder von Anna Des Fours und Johann Jakob Des Fours. Für 1639 heißt es bei Leopold, hier wird „Nicola“ als Generalmajor (!) bezeichnet: „Den 18. dito [Januar; BW] ist das Nicolauische Regiment zu Roß zu Wunsiedel,[43] in andere markgräfische Dörfer eingelegt worden“.[44]

Der Hofer[45] Chronist und Organist Jobst Christoph Rüthner [1598 – 1648] hält fest: „Den 18.januarii geschahe eine einquartierung einer kayßerlichen compagnie[46] zu roß von dem nicolaischen [Montard de Noyrel, BW] regiment“.[47] „Also kamen auch in der nacht {20.2.; BW] 2 compagnien reuther von Buch,[48] so zu diesen geschlagenen völckern gehörten, deswegen dann bey alhier liegenden nicolaischen völckern man so viel erhielt (weilen sie selbst von einem kayserlichen rittmeister[49] gewarnet worden, daß er bey hiesiger stadt sich nicht aufhalten können, dass sie sich auch von hier um mitternacht auf und hinweg machten“.[50]

„Bey der nacht [21.2.1639; BW] aber kamen die bey der nacht ausgezogene nicolaische reuther auf 40 pferden wieder herein, hatten etliche von denen zu Münchberg[51] liegende reuther zu sich genommen und wollten wieder in die stadt und gegen die schwedischen, so dar ankommen möchten, sich wehren. Weil aber der der herr hauptmann [Otto v. Bodenhausen; BW] und der von Lichau gleich von Culmbach[52] wieder zurückkommen waren, wurde denen das quartier ganz denegiret, weilen ihre ordre nur zu recognosciren gelautet, darzu ihre eigene cameraden ausgesaget, dass die schwedische wache zu Zöbern[53] verspühret. Daher blieben sie die nacht über in der Vorstadt und machirten den 22. huius darauf von hinnen ganz hinweg. In der nacht aber schickte ihr obristlieuthenant,[54] so zu Wunsiedel[55] logiret, von Gefreß,[56] als dahin sie sich reteriret, hieher zu erkundigen, wo die schwedischen eigentlich wären, deme gründlich zuentbothen worden, dass die nacht über zum Gefell[57] banirisch [Johan Banér; BW] volk gelegen gelegen, wie sie dann den 23. februarium frühe den jungen Beulwiz zu Hirschberg[58] gefangen mit hinweggenommen und darauf 3 starcke partheyen gegen Cronach[59] gezogen“.[60]

Bei Rüthner heißt es weiter: „Den 6. martii nach 8 uhr abendts kam es regimentsquartiermeister,[61] so zu einbringung der ranzion alhier verblieben, bruder, ein rittmeister, mit 80 pferden vor das Obere Thor, welcher von Culmbach zurück hieher marchiret, alwo er den nicolaischen obristlieuthnant bald ertappet und gefangen haben sollte, und unangesehen er keine ordre hieher, ließ ihme doch gedachter quartiermeister auch hinter herrn hauptmans hochedel gestreng wissen und willen herein, und muste man ihm noch in der nacht quartier verschaffen, welches nicht wenig schrecken unter der bürgerschaft verursachte, verblieben auch den folgenden tag als den 7. martii mit ziemlichen beschwerden still liegendt bis gegen abend um 4 uhr, marchirten sie die strasse hinwiederum gegen Plauen[62] fort“.[63]

„Den 21. dito [März] [war] der Oberstleut(e)nant Nikolaus de Four [Des Fours; BW] mit etlichen Komp[agnien] zu Roß, von des Gen[eral]majors Nicola de Neyvels Regiment – so bisher in dem Markgrafentum ihr Quartier hatten – , von Wunsiedel aus in Marsch auf hie[r]her[o] begriffen. Auch die Quartiermacher waren bereits hier und wollten Quartier machen. Doch [hat] der Oberstleutnant, als man ihm entgegen[kam], nit hereinbegehrt, sondern Order [ge]geben, daß sich seine Völker, welche (doch) sehr unberitten waren, nach Dörflas[64] legten. Er aber blieb mit den meisten Offizieren in den Stadeln vor dem Obertor. Dahin mußte man ihnen Essen, Trinken und Futter (ver)schaffen. Sie waren sehr furchtsam wegen des Feindes; wie sie denn die ganze Nacht mit Troß[65] und allem, was sie hatten, oben auf dem Lehen, im freien Feld, gehalten, auch Wachen bis nach Sichersreuth[66] und [zur] Katharinakirchen gestellt [hatten]. Des andern Tags ist er auf[ge]brochen, gegen Kemnath[67] und Neustadt[68] marschiert. Durch seinen Hofmeister hat er von uns 1 Paar Handschuh[e] oder 10 Dukaten Diskretionsgeld[69] begehren lassen. Wir haben’s ihm aber abgeschlagen und nichts [ge]geben; welches er uns dann also gemerkt, daß wir es wohl empfunden [haben]. Wir hätten es freilich besser getroffen, wenn wir ihm die 10 Dukaten spendiert; er hätte uns gewiß so hart nicht bedrängt“.[70] Rüthner notiert in seiner Chronik: „Den 1. aprilis wurden von den kayßerlich nicolaischen regiment 3 reuther, darunter ein lieuthnant[71] und 1 corporal,[72] gefänglich hier einbracht, diese musten sich um 100 und etliche gulden rantionieren“.[73] „Den 11. aprilis kam der kayserlich nicolaische wachtmeister[74] vor das Obere Thor, forderte 1800 thaler wegen des ihme dieß orths assignirten quartiers, so er hier haben sollen. Weil er aber und die seinigen solch quartier nicht defendiren können, so sind sie auch vor diesmahl abgewießen worden“.[75]

Leopold hält weiter fest: „Am heiligen Ostertag ist auch eine Churbayerische Partei über Nacht (ver)blieben und [hat] ihr Geld gezehrt. Als sie des andern Tags nach Marktleuthen[76] [ge]kommen und eine Kaiser[liche] Partei vom Nicolaischen ersehen und angetroffen und solche anfangs nit anders(t) als für Feindesvolk gehalten, haben sie stark Feuer aufeinander [ge]geben. Doch [haben sie] sich bald (gegeneinander) erkannt und sind miteinander zurück [und] hie[r]her(o) [ge]kommen. Von [ihnen sind] die Nicolaischen hier (ver)blieben, die Kolbischen [Kolb v. Reindorf; BW] aber weiter gegen Weiden[77] [ge]gangen“.[78] Rüthner notiert: „Den 23. april[is] muste man den nicolaischen völckern noch 140 thaler wegen restierender verpflegung geben, und gleichwohl kam den 26. april[is] oft quartiermeister wieder einmal hieher und brachte fürstlichen specialen befehl von seiner fürstlichen gnaden, unsern gnädigsten, lieben landesfürsten und herrn, mit sich, daß man vor hier gelegene compagnien wieder sollte quartier geben, das aber wieder bericht und angezogen wird, wie die stadt dadurch der ursachen in höchster gefahr gesezt werden dürfte, weil allenthalben noch schwedisch volck im lande, sonderlich aber zu Zwickau[79] ein ganz regiment in quartier läge. Dennoch half es nichts, und kam über alles verhoffen den 29. vor mehr gedachter fürstlicher herr marschall und diesmahls kriegescommissarius von Pudewels mit einer gedacht- und zuvor hier hier gelegenen nicolaischen compagnie hier wieder ein und legte sich ein jeder in sein vorig quartier“.[80] „Den 13. maii entstunde groß schrecken wegen der noch zurückgewesenen, izo aber marchirenden schwedischen völcker, von den witzlebischen und ebersteinischen regimentern, welche zu und um Weyda[81] quartierten, auch starcke partheyen heraufschickten, derowegen die hier liegende kayßerliche nicolaische in groser furcht, auch also begriffen, daß sie bey der nacht ihre bagagie fort- und gegen Conradsreuth[82] verschaft, und fast die ganze stadt die nacht über wach geweßen.

Den 14. kamen noch 30 pferde von Wunsiedel den hiesigen ihren vorgeben nach zu hülfe. Die wurden aber nicht in die stadt gelaßen, sondern musten in der Vorstadt bleiben, hingegen wurden die alhier liegenden fußgänger wegen besorgenden einfalls in der nacht fortgeschafft. Es haben sich aber nachgehends diese in der vorstadt liegende völcker sehr ubel gehalten, dann sie nicht allein, wann sie auf partheyen geritten, alles geplündert, sondern auch das getraid vor der zeit abgeschnitten, verderbet, und aller orten zimlich übel gehaußet. Desgleichen thäten auch die, so oben in der Altenstadt lagen, haben die leuthe sehr geplündert und alles, was sie zu marckt tragen wollen, abgenommen“.[83] „Den 23. sind die in der Altenstadt, Vorstadt und auf den Graben liegende aufgebrochen und von hinnen weg, hergegen die in der stadt nicht nachgefallen, bis alle wießen zu schanden gebracht und aller vorrath verwüstet“.[84] „Den 6. junii sind 2 nocolaische soldaten, so den plündern[85] nachgezogen, von dem voigtländischen ausschuß[86] übel empfangen, indem der eine bey 2 spannen[87] lang durch das bein geschoßen, der andere aber gefänglich angenommen und mit hinweg geführet worden“.[88]

„Als wir nun vernommen, daß am 9. dito [Juni, BW] Ordonanz [ge]kommen, daß die Nicolaischen auf[ge]brochen und in Böheimb marschieren sollten, als[o] haben wir den 10. dito solchen Aufbruch einem hochweisen Rat der Stadt Eger, Herrn Kaspar von Neuhaus, Freiherrn, wißlich gemacht, worauf sie uns einen Korporal, auch 2 Leibschützen[89] zur Salva Guardi[a][90] herausgesandt. Obwohl man vorgab, es sollte bei uns das erste Quartier gemacht, auch der Rendezvous allhier gehalten werden, so haben wir doch gehofft – weil wir mit Guardi[a] versehen, es würde keine Not haben und nichts geschehen. Aber den 14. dito hat ein edler Rat der Stadt Eger hie[r]her(o) geschrieben, daß sie auch gewisse Nachricht erlangt [haben], daß die Nikolaischen aufbrechen sollten, als[o] wär[e] je[tzt] Not. Wir sollten zur Vorsorge unser Vieh und unsere besten Mobilien hinein nach Eger oder anderstwohin in Sicherheit bringen; welches uns denn wunderlich und schrecklich vorkam, sintemal – wie es gedacht – sich niemand vor dem Tor [hat] sehen lassen dürfen. Jetzt sollten wir gar mit unserem Hab und Gut unter sie hinaus.

Eodem die schreibt Herr Hauptmann zu Wunsiedel herab, daß er noch keine Gewißheit hätte, welchen Tag der Aufbruch geschehen sollte, denn der Oberstleutnant hätte an [den] Gen[eral]feldzeugmeister[91] Bornevika [Bornival; BW] nach Schweinfurt[92] um Order geschrieben, welchen Weg er marschieren sollte. Sobald dieselbige zurückkomme, will er uns nachbarlich die Gewißheit berichten.

Weil wir auch wegen des obigen Schreibens in großen Furchten waren, als[o] haben wir vom Herrn Kommandanten in Eger so viel erhalten, daß er an den Oberstleutnant de Four geschrieben [hat], daß er uns lebendige Salve Guardi[a] zuschicken wolle. Wie unsere Abgeordnete[n] dies[es] Schreiben hinauf nach Wunsiedel in sein Quartier brachten und der Ober[st]leutnant vermerkte, daß es unseretwegen sein würde, hat er das Schreiben gar nit annehmen, auch nit mit sich reden lassen wollen, bis er endlich durch seine Offiziere(r) – welchen auch zu spendieren zugesagt [worden war] – , dazu bewogen worden [ist], daß er solches angenommen und gelesen [hat], obwohl er sie  auch sehr hart und rauh angefahren und gesagt hat: jetzo, do ich aufbrechen und marschieren soll, da kommt ihr angelaufen und begehrt Guardi[a], obwohl ich euch doch vorher lange genug vor der Nase gesessen [bin]. Ihr habt wohl, des von Neuhaus, Kommandanten zu Eger, zu genießen und [habt es] ihm zu danken; ich wollte sonst gewiß trillen[93] und was sehen lassen ! So hat er [uns] doch seinen Fourier(er)[94] zur Salva Guardi[a] mit[ge]geben. Ihm aber hat man geben und alsbald beschaffen müssen: 1 Eimer[95] Wein, 2 Seiten Speck, etliche Hasen, Hühner Kälber, Hafer und dergleichen, auch [für] seinen Regimentspfaffen den Stein aus der Kirche(n), Pontabeln[96] genannt, welcher zur Messe gebrauchet [wird], [für] den Quartiermeister 4 Taler, [für] den Fourier[er] 8 Taler; [diesem] auch [noch] mit auf den Weg: Hafer, Brot, Fleisch und Käse.

Und obwohl wir hie[r]durch gehofft, von ihm frei zu sein, so hat er doch wider seine von sich gegebene Parola[97] den 17. dito eine Komp[agnie] nach Pfaffenreuth,[98] dann eine Komp[agnie] nach Manzenberg[99] legen lassen, welchen von hier Brot, Bier und anderes hinausgeschafft worden [ist]. Sie sind des andern Tags auf[ge]brochen und gegen Arzberg[100] auf den Rendezvous marschiert. Den 18. dito ist der Ober[st]leutnant zu Wunsiedel auf[ge]brochen und mit dem völligen Regiment gefolgt“.[101] […]

Für 1640 hielt Leopold fest: „Den 11. Juli [1640; BW] mittags ist ein Leutnant vom Nicolaischen Regiment mit etlich[en] 20 Pferden hie[r]her(o) [ge]kommen, begehrten herein, zu zehren und zu füttern. Es wurde ihnen nichts mehr(ers) als ein Trunk (hinauszugeben) bewilligt, welches sie angekommen. [Sie sind] dann auf Waldershof [ge]gangen“.[102]

Slange nahm auf dem Rückmarsch von der fehlgeschlagenen Belagerung Regensburgs[103] 1641 durch Banér mit dem kleinerem Teil seines Regiments in Burglengenfeld,[104] mit dem größeren in Schwandorf[105] Quartier. Er zog die Besatzung von Burglengenfeld an sich und marschierte am 17.3. abends nach Neunburg vorm Wald[106] ab, wo er am 18.3. um 3 Uhr morgens eintraf. Die ihm unterstellten Nabburger[107] Regimenter wies er an, unverzüglich nach Neunburg zu marschieren. Diese warteten jedoch, bis die Korps von Auerbach[108] und Vilseck[109] eintrafen und brachen erst am 19. 3. nach Neunburg auf. Der Vortrab der Kaiserlichen und Bayerischen, 7.400 Kavalleristen unter Caspar von Mercy am 17.3. Burglengenfeld, das von den Schweden bereits aufgegeben worden war, und brach am 18.3. gegen Cham[110] auf. Slange wartete in Neunburg das Eintreffen der beiden Nabburger Regimenter nicht ab und marschierte am 19.3. nach Cham ab. Bei Neukirchen-Balbini[111] stieß er auf die Vorhut unter Mercy und wurde nach Neunburg hineingeworfen. Über 600 Wagen, alle Handpferde und die Frauen der Offiziere fielen in Mercys Hände.

Zur Erhöhung der Verteidigungsfähigkeit ließ Slange in Neunburg 41 Häuser niederreißen, alles Vieh aus den Ställen auf die Straße treiben, seine Pferde hineinstellen und verschiedene Bollwerke errichten. Die beiden Nabburger Regimenter hatten sich am 18.3. mit den Garnisonen aus Auerbach und Vilseck vereinigt und marschierten am 19.3. von Nabburg ab. Sie fanden jedoch Neunburg bereits von kaiserlichen und bayerischen Truppen eingeschlossen. Ein Ausfall Slanges ermöglichte es ihnen in die Stadt zu gelangen. Am 19.3. zog Báner von Cham über Furth[112] und Taus[113] ab. Geleen traf in der Nacht vom 19./20.3. vor Cham ein und nahm sofort die Verfolgung auf. Erzherzog Leopold Wilhelm[114] leitete den Angriff auf Neunburg, der am 19.3. in Neukirchen-Balbini sein Hauptquartier aufschlug. Der Ort wurde von den Kaiserlichen bis auf sieben Häuser völlig niedergebrannt. Slange „machte Piccolomini,[115] der an der Spitze seiner Reiterei am Ort erschienen war, sogleich klar, daß er nicht daran denke, aufzugeben. Neunburg lag auf dem Weg nach Cham, und um weiter vorrücken zu können, mußten die Kaiserlichen zuerst Slangs Truppe bezwingen. Die Infanterie der kaiserlichen Hauptmacht wurde herangeführt, und am Morgen des 10. [20.] März war auch die gesamte kaiserliche Artillerie herangefahren und aufgeprotzt. Der Angriff konnte beginnen. […] Die einfachste Methode, eine Festung einzunehmen, war das Zernieren, was ein feineres Wort dafür war, daß man alle Ausgänge der Festung verstopfte und dann einfach wartete, bis der Hunger die Menschen in ihrem Inneren zwang, zu kapitulieren. […] Eine Zernierung konnte hier bei Neunburg nicht in Frage kommen, auch eine regelrechte Belagerung nicht. Die Kaiserlichen hatten keine Zeit. Sie mußten Slang und seine Männer schnell aus dem Weg räumen, um weitermarschieren zu können und das schwedische Heer in Cham einzuschließen. Also blieb ihnen nur eine Erstürmung. Es waren stets blutige und gewagte Operationen, im Kreuzfeuer mit Hellebarden und Äxten und Handgranaten anzustürmen und sich auf unangenehm hohe Leitern zu schwingen oder auf blutig geschrammten Händen und Füßen durch eine mit Sprengsteinen gefüllte Bresche in einer Mauer zu kriechen.

Auch solche Festungskämpfe folgten einem bestimmten Ritual. Zunächst verlangte der Angreifer, daß der Verteidiger sich ergeben solle. Die Antwort war in neunundneunzig von hundert Fällen ein Nein, und zwar ungeachtet der Lage. Ohne Kampf aufzugeben machte einen schlechten Eindruck und tat der Ehre Abbruch.[116] Häufig folgte danach ein verbales Spiel von Drohung und Trotz, in dem die Angreifer schworen, zu stürmen und allen und allem den Graus zu machen, während der Verteidiger stolz gelobte, bis zum letzten Atemzug zu kämpfen. Dann begann der Kampf. Tatsächlich kam es äußerst selten dazu, daß Mann gegen Mann kämpfte. Sobald die Verteidiger keine Möglichkeit mehr sahen, die Angreifer zurückzuhalten, gaben sie auf, aller wackeren Rhetorik zum Trotz. Oft genügte es, daß der Angreifer eine Bresche in die Mauer schoß.

Diese ritualisierten Kämpfe waren immer üblicher geworden, ein weiteres Anzeichen dafür, daß der Konflikt einiges von seiner Hitze zu verlieren begonnen hatte. Viel von dem merkwürdigen, schönen und trügerischen Licht, das die innere Landschaft der Ideologen erhellt, hatte inzwischen angefangen zu verblassen. Der religiöse Bürgerkrieg war fast ganz vorbei, und an seine Stelle war ein Krieg zwischen verschiedenen europäischen Großmächten getreten. Die von brennendem Geist erfüllten Kreuzfahrer und Fanatiker waren einer nach dem anderen von der Bühne abgetreten, und ihr Platz war von den Condottieri, den Landsknechten und geworbenen Haudegen eingenommen worden. Die Leiden und das Elend der Zivilbevölkerung waren unverändert entsetzlich, aber in bestimmten Kriegssituationen war doch eine gewisse Zurückhaltung zu erahnen. Sie entsprang zum Teil dem mittelalterlichen Ritterideal, das in Europa weiterlebte, aber auch der klassen- und berufsmäßigen Gemeinsamkeit der Krieger. Fanatismus ist etwas für ideologisch Überzeugte, nicht für Männer, die den Krieg zu ihrem Beruf und zu einer Lebensart gemacht haben.

Den ganzen Mittwoch über sprühte die kaiserliche Artillerie Projektile gegen Neunburgs Mauern, die rasch in rollenden Explosionswolken von Staub und kantigen Sprengsteinen zermahlen wurden. Die Aufgabe war nicht besonders schwer, denn die Festungswälle waren wie gesagt vom senkrechten, alten Typ und außerdem in einem Zustand fortgeschrittenen Verfalls, und den Verteidigern fehlten zu allem Unglück eigene Geschütze, um das Feuer zu erwidern. Gegen Abend war ein klaffendes Loch in der Mauer entstanden. Der kaiserliche Befehlshaber entsandte zu diesem Zeitpunkt einen seiner Obersten, um, wie der Brauch und das Ritual es verlangten, zu fragen, ob Slang und seine Männer jetzt bereit seien zu kapitulieren. Die Schweden hatten jedoch die Bresche mit Brettern und Balken wieder geschlossen, und Slang wies die Vorschläge des Obersten glatt zurück und drohte stolz, ihn zu erschießen, falls er es noch einmal versuchte. Eine Weile später wurde ein kaiserlicher Trommler vorgeschickt, um einen neuen Vorschlag zu machen, aber kaum hatte er sich gezeigt, als er mit einem gutgezielten Schuß von dem löcherigen Festungswall niedergestreckt wurde. Die Antwort kam auf der Stelle, dichte Sturmkolonnen wälzten sich durch die Frühjahrsnässe heran, erreichten die Mauern, wurden aber mit hohen Verlusten zurückgeschlagen.

Am Tag darauf wurde die kaiserliche Artillerie näher in Stellung gebracht, und zwei der Türme der Stadt zerbröckelten bald unter dem Beschuß grober Kaliber. Gruppen kaiserlichen Fußvolks rückten durch den Staub vor und kamen den Löchern in der Mauer so nahe, daß sie mehrere Straßen der Stadt mit Musketenfeuer bestreichen konnten. Nun wollten einige von Slangs Offizieren aufgeben; sie hatten alles getan, was von ihnen erwartet werden konnte. Doch Slang lehnte ab. Als sie daraufhin klagten, daß ihre Munition nur Neige gehe, hatte der halsstarrige Oberst sogleich die Antwort parat: »Statt Kugeln können wir Steine nehmen. Davon gibt es genug. Laß die Leute suchen  und sammeln !«. Es ist unwahrscheinlich, daß die schwedischen Reiter dazu kamen, Steine auf ihre Feinde zu werfen, denn sogleich richteten sich die Schauer brummender Kanonenkugeln gegen die Mauer zwischen den beiden zusammengeschossenen Türmen, und binnen kurzem sackte auch sie krachend in sich zusammen. Die kaiserlichen Kanoniere konnten jetzt direkt in die Stadt hineinsehen, bis zum Marktplatz. Nun hatte auch Slang genug, und er beugte sich dem gesunden Menschenverstand des Belagerungsrituals. Er ließ Trompeter die Kaiserlichen anblasen und erklärte sich zur Kapitulation bereit, falls seine Offiziere nicht gefangengenommen würden (die gemeinen Soldaten sollten zurückgelassen werden). Die Gegner lehnten ab. Die Schweden mußten sich auf Gnade und Ungnade ergeben, bedingungslos. Aus der zerschossenen Stadt trotteten rund 90 Offiziere, 1600 Reiter und 180 Musketiere. Neunburg war gefallen. Der Weg nach Cham war frei“.[117] Slange, Rudolf von Berkefeld, Obrist Heuking, der Kommandant von Nabburg, Karl Magnus von BadenDurlach und Jaroslav Petr Kinský gerieten in Gefangenschaft, wurden nach Regensburg und weiter nach Wien gebracht.[118]

Das „Theatrum Europaeum“[119] berichtet über diese Vorgänge: „Der Obrist Schlange lag / wie schon obgemelds / mit seinem Regiment und Volck voran / zu Schwandorff[120] / hatte darvon bey 40. Dragoner im Schloß Burglengenfeld[121] / und mag darvon desselben in der verbrandten Stadt auch etwas herunter gelegen haben / inmassen seine Partheyen von darauß nach Regenspurg[122] / so nur vier kleine Meylen darvon gelegen / wo nicht auch auß dem Regenstauffischen[123] / so halber Weg ist / fast täglich gegangen / die andere Obriste / als Heukhing und Herr Kintzky lagen in Nabburg[124] / und ihres Volcks auch theils an der Vilß zu Vilßeck[125] und Auerbach[126] / so als der weiteste Weg auff sieben guter Meilen von Schwandorff / Nabburg aber nur zwey kleiner darvon ist / ligend hatten / desto bessern Auffenthalt zu haben.

Als nun obenerwehnte drey Brücken[127] / in Eyl darüber zu kommen / fertig und zu vorderst alles Käis. und Bäyr. Fuß-Volck / sampt der Artigleria bey Kelheimb[128] in der Still gesamlet und vorhanden gewesen / wurde die Marche mit völliger Käiserl. und Bäyr. Armada / die man auff 20000. starck geschätzet / Sambstags den 6. 16. Martii von Phöringen[129] an der Donau / eine Meyle oberhalb von Neustatt[130] mit starcker Reuterey und wenigem Fuß-Volck / so Herr General Piccolomini und Mercy im Vorzug geführet / und den Nachzug deß Herrn Ertz-Hertzogen Hochfürstl. Durchl. überlassen / so mit übriger Cavallerie angefangen / und theils fuß-Volck / Sonntags den 7. 17. diß gefolget / darauff Montags das Bagagy[131] in Convoy der 10. dabey gelassenen Regimentern / und Dienstags den 9. 19. diß die Artiglioria in Begleitung deß de Suys Regiment fortgangen : welcher gantzer Zug den Weg bey der Stadt am Hof[132] vorbey / theils auff die lincke Hand nach Burglengenfeld / theils zur Rechten über die Regenbrücke bey Weix[133] gerad gegen Wald-Neuburg[134] / da der Schwedische Obriste von Bürckenfeld [Berkefeld; BW] gelegen / zugenommen / deß Fürhabens / dem Schlangen / daß er zu seinem Herrn Generalen nach Chamb[135] nicht mehr kommen sollte / den Weg zu vorderst abzuschneiden.

Es hatte aber der Obriste schlang dessen zuvorhero schon etwas Nachricht / so er den genenneten beyden Obristen mitgetheilet / sie auch / daß er und sie / die unter seiner Conduite waren / Ordre habe sich nach Chamb zu retiriren / wissen liesse / die dann ihren nächsten Weg dahin / auf Wald Neuburg / so von Nabburg nur drey Meylen entlegen / zu nehmen gehabt.

Als nun der Käiserl. und Bäyr. starcke Vortrab sich Burglengenfeld unversehens / und zwar Sonntags den 7. 17. Martii bemächtiget hatte / welches der Obriste Schlang / in den ersten zweyen Stunden zu Schwandorff wissen konnte / verließ er seinen Befelch gemäß / Schwandorff / avisirte es beyde Obristen zu Nabburg dessen / und kam er Sonntags den 7. 17. dieses / deß Nachts um 3. Uhren nach Wald-Neuburg / kleiner dritthalb Meylen von Schwandorff / vermeynend der andern zweyen daselbsten zu erwarten / alsdann solches billich / weilen sie unter seiner Conduite gewesen / also seyn sollen. Es hatten aber diese beyde Volck / so zu Vilßeck und Auerbach gelegen / nicht dahinden lassen wollen / welches die Hinderungs-Ursach gewesen / daß sie mit einander im Wald-Neuburg hald hernach ertappet worden. Dann ob sie wol um den 9. 19. Martii daselbsten ankommen / haben sich doch die Käyserl. und Bäyr. schon so starck mit ihrem Vortrag diß Orts befunden / daß ihnen Schlang und Bürckenfeld entgegen ziehen / und sie sich gesampter Hand durch und in Neuburg schlagen müssen : darauff man sie plötzlich eingeschlossen / und ihnen weder Tag noch Nacht Ruhe gelassen / biß sie sich zu rantzioniren versprochen / sonst haben sie vermeynet biß auff den Tod sich zu wehren / und nicht nachzulassen / unangesehen ihre letzte Wehr nur mit Steinen gewesen.

In specie, so viel uns möglich / hiervon zu melden / seyn die Käiserl. und Bäyerischen so starck fortgerucket / daß sie den 9. 19. Martii nicht nur allein mit den Schlangischen deß Tags gefochten / sondern auch sie in Wald-Neuburg noch selbigen Tags eingesperret / und umzingelt / die Nacht noch das Geschütz darvor gebracht / und den 10. 20. diß den Ort beschossen / der Schlang aber die Bresse deß Nachts etwas wieder verbauet / das den Tag über beschehene Stürmen abgeschlagen / dardurch die Käiserl. und Bäyrischen von 5. à 600. erleget und beschädiget / unter denen ein Obrister-Lieutenant und etliche andere Officirer geblieben / und der Obriste Herr von Bemmelberg gefährlich verwundet worden / daran er nachmals gestorben : und haben sich die in Neuburg den 11. 21. dieses mit Steinen noch etwas gewehret / doch selbigen Tags mit Vorbehalt der Rantzion[136] auff Discretion[137] ergeben. […] Welche alle noch selbigen Tag auff Regenspurg fortgeschicket / und über die Steinerne Brücken eingebracht / die vornehmste Officirer / in die Landshüter[138] Herberg / zum Pfauen / und schwarzen Adler eingewissen / die andere zurück herüber nach dem Hoff[139] und Weichs / ins Bäyrische kleine Schlößlein einquartiret / alle Wehrloß gemachet / und fürters daselbsten verwachet worden seyn / von welchen die jenigen / so vor diesem in Käiserl. und Bäyr. Diensten gewesen / sich zu denselben zeitlich wiederum eingestellet / und die vornehmste Officirer / daß sie Wehrloß mit ihrer Wacht in die Kirchen / und / anderswohin nach ihrem Belieben gehen mögen zur Gnad empfangen.

So viel nun auß unterschiedlichen guten Berichten. Es ist uns aber auch über alles dieses eine Delineation deß Orts / sampt etwas mehrern Particularitäten von der Eroberung / durch Beförderung deß Käiserl. Ingeniero Herrn Carolo Cappi, zuhanden kommen / so von obigem nicht sehr discrepirt / darum wir beydes das darüber gefertigte Kupfferstück / und was er zugleich davon berichtet / sampt der darinnen gesetzten Ziffern bedeutung / anhero beyfügen lassen / also lautend:

Als die Käiserliche und Bäyerische armada den 6. 16. Martii von Föringen[140] auffgebrochen / den 7. 17. desselben / über die Nab bey Riglingen[141] / vermittelst einer in sechs Stunden gemachter Schiff-Brücken gegangen / haben noch selbigen Abend Herr Feld-Marschall Piccolomini / und der Bäyrische General Feld-Zeugmeister Herr Franciscus Mercy, mit sechs hundert Pferden / und zwölff hundert commandirten Mußquetirern den Vorzug genommen / und Ihrer Hochfürstl. Durchl. mit übriger Armada den Nachzug gelassen. Den dritten Tag hernach / als den 8. 18. Martii / hat die Avantgarde besagter Trouppen / geführet der General-Wachtmeister Herr Caspar Mercy / den Obristen Schlangen mit dreyen Regimentern zu Roß nahend bey Neuburg an der Schwarzach angetroffen / welcher / als er die Käiserl. Trouppen gesehen / sich in diese Stadt begeben / in deren er von den Käiserlichen umringet worden. Als Ihre Hochfürstl. Durchl. dessen erinnert / und dieselbige mit dem Nachzug / und folgender Armada schon zu Neukirchen[142] ankommen waren / und deren Herr Feld-Marschalck Piccolomini diß Orts erwartet / seynd sie mit mit der Infanteria und Canonen / den 9. 19. Abends für die Stadt geruckt / daselbsten ihre Hochfürstl. Durchl. dem Conte de Suys, General Feld-Zeugmeister Ordnung gegeben / die Artigleria zu plantiren / auff dem Posto mit A. bezeichnet / von dannen man den 10. 20. diß angefangen / die Mauer / an dem Ort / da sie schon vor diesem angegriffen / und mit Holz widerum verwahret war / zu beschiessen. Als man nun innerhalb vier Stunden ein ziemliches daran niedergeworffen / und doch die in der Stadt mit Erden / und allerlei anderer Matery daran wiederum erbauet gehabt / sind etliche Soldaten commandiret worden / die Bresse zu recognosciren / und sich daran / wo möglich zu logiren. Inzwischen aber wurde ein Hauß mit B. bezeichnet / angesteckt / welches die Käiserliche Soldaten beschädigte / es gieng auch folgende Nacht in der Bresse mit C. bezeichnet / ein Feuer auff / so in einem Keller oder Gewölb unter der Bresse sich gezogen / die Bresse aber mit Holz bedecket / und die Mauer darvon eingefallen war / deßwegen man die Canonen an andere Ort gestellet / mit D. bezeichnet / und angehenden Morgens den 11. 21. Martii den Thurn mit E. gezeichnet angegriffen / durch welchen die Käiserliche Soldaten in die Stadt kommen / und auff die Schwedische getroffen / welche als sie alle Bereitschafft zum Sturm gesehen / sich auff Ertzhertzogliche Clementz ergeben / und seyn denselben Tag noch außgezogen der Obriste Schlang / Bürckenfeld / Hekhin / Kintzky / und Herr Marggraff von Durlach / mit 2000. Pferden / 250. Fußknechten / 26. Reuter-Fahnen / unter denen General Banners Leib-Fahnen gewesen / dabeynebens auch drey Carrozzen mit Frauenzimmer und gefangener Officirer Weiber / die alle der Käiserl. Majest. nach Regenspurg zugeführet worden“.[143]

Im Juni 1641 wurde Zwickau[144] von den Kaiserlichen erobert, wie der Erzgebirgschronist Christian Lehmann [11.11.1611 – 11.12.1688][145] berichtet: „Uber der Schwedenflucht wahr große freude in Böhmen und in Meißen, daß der Churfürst den 27. Martii zue Dresden[146] ein Freudenfest hielte und die stucke ließ losbrennen und praeparatoria machen, die Schweden auß Zwicka zue jagen, Wie den auch von keyßerlichen Sich der Obrist [Friedrich Conrad; BW] Spiegel mit 5 Regiementern, Nicolaischen und [Hans Abraham v.; BW] Gersdorfischen trouppen erst darfür geleget, die umb Werda[147] an der Pleiß logirten und Zwicka von ferne blocquirten. Die Schwedische besazung in der Stadt achtete des nichts, sondern fiel den 12. April in Glauche,[148] plünderten des Nachts 3 stunden lang auß und nahmen weg Pferde, viehe, gedreit, Victualien und, was Sie kunten fortbringen, kahmen darmit Sicher den 13. April früe ein. Den 11./12. Maii kam darfür General-Wachmeister Alexander Freyherr von Borri mit etlichen Regiementern zue Roß und Fuß, ein Regiement de Sove [Soye; BW], 1 regiement des Nicolai, 4 Compagnien de [Hieronymus; BW] Coloredo, 1 Compagnie des [Maximilian v.; BW] Wallensteins, 1 Compagnie von Borri, 300 Pferde von Buchheim [Hans Christoph v. Puchheim; BW] und Mißlich [Mislik; BW], 300 Trajoner von Gallas[149] und Geleen,[150] 300 Pferde Saxische. Das stellete er nach-Mittag umb 5 Uhr in Bataglia vor Zwicke und schlag das lager an dem ort, wo der Unger vorn jahr gelegen. Des abendts branden die Schweden die Lerchenmühl ab. Mann sahe auch mehr feuer. Den 16. Mai brandte Oberhohndorf[151] ab, am 18. huius halb Planitz;[152] an den tag kahmen 4 halbe Carthaunen an von Dresden mit einer Compagnie Trajoner von Grosenhain.[153] Den 19. folgten 4 falconen mit 1 Compagnie Pferde von Radeberg,[154] an den tag machten die keyßerlichen 3 schantzen vor der Statt, eine vorn Frauenthor, die andere Osterstein[155] gegenüber, die 3. uff den Holzanger. Den 22. Maji kahmen die 2 Freyfehnlein von Chemnitz[156] und den 25. huius 8 Compagnien von Schleinizischen [Joachim v. Schleinitz; BW] darüber. Den 24. Maji branden die Schweden die Schneide- und Pulvermühle weg und hieben alle beume umb vor der Stadt. Den 1. Junii steckten Sie an die Walck-Mittelmühle und die heußer auf den graben an. So lange aber die Schweden die Schlomühle, die 9 gänge hat, behielten, kunten Sie der Statt nichts anhaben, welche die belägerer den 2. (12.) Junii mit sturm wegnahmen. Den 28. Maii hatten Sie von Dresden mehr stücke bracht, 2 gantze und 4 halbe Carthaunen, 6 flacianer,[157] 3 Feuermorsel,[158] viel Munition; darauß schoßen Sie auf einen tag binnen 4 stunden 232 mahl auf die stadt, daß mans hier allezeit bobern gehöret. Es kahmen auch mehr völcker darfür, Ertzherzogliche, Beyerische und Saxische, von Duc de Savelli und Grafen von Suys, daß Sie vor der stat starck lagen 5000 zue fuß und 3000 zue roß. Die machten 20 000 schantzkorbe und So viel faschinen.[159] Den 6. Junii wurde hefftig geschoßen, 3 Minen gemacht und der Statt so hefftig zuegesezt, daß die Schweden den 7. Junii parlirten, und muste sich die besatzung auf discretion ergeben, des Obristen Johann Beers Reuter absitzen, Standarten, Pferd und Obergewehr zuerücklaßen, des Obristen Hans Heinrich von Schlieben regiement zue fuß aber nur die fehnlein von sich geben, zogen den 9. Junii auß und wurden nach ihrer Armee convoirt: Die Stat aber mit den 2 Freyfehnlein zue fuß untter des Obrist-Leutenandt [Daniel v.; BW] Schliebens (s. o.) commando besezet, und das hauß Wiesenburg[160] ihnen darzue anvertrauet. Zwicke muste den Borri geben 4000 thl., denen Artollerey verwanden 550 thl. vor die glocken“.[161]

Das „Theatrum Europaeum“ erläutert die weiteren Truppenzusammenziehungen der Kaiserlichen: „Hierauff hat Hertzog Frantz Albrecht die erst oben gemeldete 9. Regimenter Käis. Succurs bekommen / aber noch eines mehrern auß Böhmen / unter dem General Zeugmeister Comte de Suys, durch den Pilßner Cräiß / vermuthlich über Eger / Beraun[162] und Prag / erwartet / ohne welche nur 6. an der Saal in Thüringen / unter dem General Wachtmeister de Soye bleiben sollen / der Erfurtischen Guarnison / wie auch deren auf dem Schloß Mansfeld ligenden weit außlauffenden Streiffen zu verhüten / von deren Actionen bey Thüringen. Uber diese alle lagen noch 6. Regimenter in Francken / gegen Coburg / unterm Comte de Bruay, die auch alle nach Schlesien gehen solten. Um den 28. Maji brach die Käis. Artogleria unter der Condotta deß Comte de Suys, und dem Carrettischen Regiment zu Fuß / von Zeitz[163] auff / und nahm den Weg durch Anneberg[164] auff Prag / die Hertzog Frantz Albrecht längst gern samt dem Succurs bey sich gesehen hätte.

Die Käis. Maj. waren um diese Zeit samt dem Hn. Ertzhertzogen wieder zu Wien / allda sie den angestellten Processionen beywohnten / und um den 6. Junii kamen 8. Regimenter mit 18. Stücken vor Prag an / nemlich das Speerreuterische / Gallasische / Carettische / Gelenische / Beygottische / Spiegelische / Ramsdorffische [Wolframsdorf; BW] / und deß Nicolai, welche der Comte de Suys, bey deme auch etliche Obriste mit waren / anbrachte“.[165] Anscheinend war Nicola im Oktober 1641 noch vorgesehen, das Regiment Sperreuter zu übernehmen, wie sich dieser bei Melchior von Hatzfeldt beschwerte,[166] was diesen besonders kränken musste, da er ja das Regiment unter seinem Kommando geführt hatte.[167] „Am Donnerstag vor dem 2. November (26. Oktober) hatte der schon vorgenannte Oberst [Reinhold; BW] von Rosen 400 Braunschweig-Lüneburger in die belagerte Stadt Wolfenbüttel[168] geleitet. Der Oberst Nicola, der dort auf Wache stand, hatte sich sofort mit 100 Reitern an ihn ‚gehenkt’. Sperreuter wurde auch sofort benachrichtigt und nahm mit seiner Brigade,[169] wozu noch 5 andere kaiserliche Esquadrons[170] stießen, die Verfolgung auf. Die weim.-franz. Reiter wurden bis Hann.-Münden verfolgt. Rosen opferte für seine Flucht seine Dragoner, die fast alle gefangen oder getötet wurden. Einschließlich des Kommandeurs des Obersten Wolmar von Rosen; auch der „Tolla Rosa“ genannt“.[171]

Der Historiograph und Habsburg-Anhänger Wassenberg[172] berichtet darüber in seinem „Florus“ von 1647: „Nach dem nun das Glück den Keyserischen allenthalben sehr gewonnen / haben sie sich / nach Eroberung des sehr festen Schlosses vnd Hauses Spilenburg [Spiegelberg[173]] / Gleichenstein[174] / Einbeck[175]/ Nordheim[176] / Mülhausen[177] / Duderstatt[178] / vnd anderer örter / auch die Stadt Göttingen[179] zu belägern vnterstanden.

Wann dann solcher orth sehr befästiget / vnd eben selbiger zeit mit einer starcken Besatzung / nemlich in 1500. Soldaten / vnd 2000. Mann Außschuß / neben zween Obristen Leutenanten / Schönberg vnd Opperman versehen gewesen / haben doch nichts desto weniger die Keyserischen mit der Belägerung starcke verfassungen gemacht / solchen starcken vnd festen orth mit Gewalt durch approchiren zu überkommen / welches sich aber die Belägerten im geringsten nicht erschrecken lassen / sondern ihrem gegentheil hefftig vnnd männlich wiederstanden / vnnd durch vnterschiedliche Außfälle grossen schaden gethan.

Diese Belägerung zu verhindern / hat sich Obrister Rosa [Volmar v. Rosen; BW] mit 1500. Commandirten Reutern / vnd 500 Fußknechten / auff deß Hertzogen zu Braunschweig begehren auffgemacht / dieselbe auch im Angesicht der Keyserischen in Göttingen vnverhindert eingebracht. Solches nun / ob es zwar die Keyserischen hefftig verdrossen / haben sie sich anderwärts an den Schwedischen und Rosischen gerochen: Dann als die Rosische Convoy wiederumb zurück gezogen / haben ihnen die Keyserischen Generalen [Franz u. Caspar v.; BW] Mercy, [Annibale; BW] Gonzaga vnd Spehrreutter [Speereuter;[180] BW] / mit einer starcken Parthey Commandirten Reutern bey einem Paß / eine halbe stund von der Stadt auff den dienst gewartet / dieselbe nach geschehener Confusion / dermassen attaquirt / daß des Obristen Dollen Rosa Regiment Tragoner meisten theils ruinirt / er auch selbsten neben andern Officirern / auch über 200 gemeinen Soldaten gefangen / vnd der General Rosa / biß nach Münden[181] an der Werra verfolgt worden“.[182]

Im „Theatrum Europaeum“ heißt es dazu: „Die Unirten lagen bey diesen Effecten zu Sarstat[183] noch immer still / mit fürgeben / daß sie deß General Torstensohns mit Volck erwarteten / mögen sich auch zu schwach befunden haben.

Den 2. Novemb. styl. nov. oder 23. Octobr. styl. vet. kamen die Käiserl. samt den Bäyr. die sich biß dahero immer bey ihnen befunden / vor Göttingen angezogen / und belägerten es. Es wollte aber nicht also darmit / wie sonsten biß dahero geschehen / glücken. Sie vermeynten es mit Feyer / wie Einbeck / zu bezwingen / doch aber vergeblich / und war ihnen auch das eingefallene starcke Regenwetter verhinderlich und zu wider.

Es mag an die Unirte zu Sarstet begehret worden seyn / den Ort nicht / wie Einbeck zu verlassen / sondern wenigstens zu succuriren : darum der von Rosen 1500. commandirter Pferd / und 500. Mußquetirer zu sich nahme / die er auffsitzen liesse / von denen er unvermerckt der Käiserl. den halben Theil in die Stadt gebracht / und mit den andern wiederum zurück gegangen. Es hätte zwar dieser Bemühung und Gefahr / als der Eventus nochmals erwiesen / nicht bedörffet / doch hat er seiner Ehren ein Genügen thun wollen.

Als er nun von den Käiserl. erkennet worden / ist ihme der General Sperreuter mit seiner Brigade nachgeschicket / und diesen zu secundiren Don Hanibal Gonzaga, sampt beyden Herren Mercy geordnet worden. Der von Rosen hatte seine Reitrade nicht zurück / sondern für sich und auff die rechte Hand gegen Münden an der Werra angestellet / war doch auff eine halbe Meile von Göttingen erreichet / und einen Paß / der ihm hinterlich / zu etwas stande gebracht worden. Er befande sich / wie leichtlich zu erachten / sehr übermannet / und muste von des Tollen Rosen Dragonern / auch seinen Mußquetirern etliche hundert sampt Officirern / und denen auch sein Toller Vetter gewesen / gefangen und im Stich lassen / doch kame er mit den übrigen davon / und in besagtes Münden. Diese Belägerung ist den 7. 17. Novembris auffgehoben worden“.[184]

Darüber berichtete der kaiserliche Obrist Mislík an den kaisserlichen Rat Herman Černin am 14.11. aus dem Feldlager vor Göttingen: Nach Eroberung der Stadt Einbeck seien die Kaiserlichen gegen Göttingen gezogen, dessen Besatzung der Gegner inzwischen verstärkt hatte. Als Obrist Vollmar von Rosen in Begleitung von Göttingen zur schwedischen Armee zurück ritt, sei sein Dragoner-Regiment in der Nachhut geschlagen und mehrere Offiziere gefangen genommen worden. Die Kaiserlichen hätten Göttingen zwar angegriffen, doch erfolglos. In Hinblick auf die späte Jahreszeit und das kalte Wetter werde es kaum gelingen, diese Stadt zu erobern.[185]

Am 4.2.1642 waren 50 Mann des Regiments „Nicola“ vor Grettstadt[186] erschienen. Sie wurden jedoch nicht eingelassen, mussten nach Bergrheinfeld[187] und am 9.2. nach Castell[188] verlegt.[189] Am 14.3. erschienen sie jedoch vor Gochsheim,[190] wo sie nicht eingelassen wurden, darauf in Weyer[191] und Euerheim[192] und am 26.3. in Mainberg.[193] Schließlich setzten sie nach Oberndorf[194] über. Ihr Aufbruch erfolgte am 29.3.[195]

Über die Einquartierung in Wernigerode[196] heißt es: „Den 8. Maji [1642; BW] kam Ordre von der Käyserlichen Generalität / dass diese Grafschafft sollte 5 Compagnien von den Nicolaischen Regiment unterhalten / und denenselben monatlich 2500. Thaler erlegen; deßwegen der von Eiche und Herr Albrecht Waldmann nach Wernigeroda geschickt / welche 1000. Thaler so fort einzulieffern verwilligen müssen. Weil aber solches in so schneller Eil aufzubringen unmöglich gewesen / hat man sich stündlich der Execution müssen befahren; gestalt denn auch den 18. dieses zu Mitternacht eilige Post kommen / dass 300. Völcker von Wernigeroda hieher zur scharffen Execution wären commendiret worden. Daher jederman das Seinige auf das Schloß geflüchtet / Hauß und Hof verlassen, und ins Holz gangen. Trauriges Spectacul ! Gegen Abend aber ist Post eingelauffen / dass die Völcker zwar unterwegens im Begriff gewesen / aber unter sich selbst uneinig geworden / und einer den andern vor den Kopff geschossen / daß sie wieder in Wernigeroda gezogen. Augenscheinliche Hülffe !“.[197]

Montard de Noyrel fiel in der 2. Schlacht bei Breitenfeld[198] am 2.11.1642.[199]

„Bei der Gegenattacke der kaiserlichen schweren Reiterei, die in den Nachmittagsstunden Ottavio Piccolomini anführte, fiel Montard an der Spitze seiner Kürassiere. Auch sein Regiment erlitt große Verluste, die Überlebenden (auch Obristleutnant Simon Des Fours) wurden in das Regiment Kraft von Lammersdorf inkorporiert.

Es ist anzunehmen, dass Montard bereits vor dem Jahr 1633 im Kürassierregiment Nikolaus Des Fours in niedrigeren Chargen gedient hat. In dieser Zeit lernte er wohl auch seine spätere Ehefrau kennen, die ja Nichte des Regimentsinhabers Nikolaus Des Fours war. An seinem Tod bei Breitenfeld war indirekt der Bruder seiner Ehefrau, Obrist Johann Jakob Des Fours, schuld. Als Ottavio Piccolomini alle verfügbaren Regimenter zur Gegenattacke sammelte, verweigerte Johann Jakob den Gehorsam und blieb mit seinem – zahlenmäßig sehr starkem – Regiment bei den schweren Geschützen am Windmühlenhügel. Ohne sein Regiment war die schwedische Reiterei in der Überzahl, Piccolominis Attacke brach zusammen.

Die Witwe von Nicolas Montard, Anna, geborene Des Fours, heiratete später einen anderen kaiserlichen Obristen, nämlich Franz Iselin de Lanau [Lanan]. Sie brachte die geerbte Herrschaft Žihobec in die Ehe. Nach ihrem Tod erbte der älteste Sohn Ferdinand Iselin de Lanau [Lanan], Obristleutnant im Croy’schen Kürassierregiment.“.[200]

[1] Žihobce-Žihobec.

[2] Vgl. KAISER, Politik; JUNKELMANN, Der Du gelehrt hast; JUNKELMANN, Tilly.

[3] Frankfurt a. d. Oder [Stadtkr.]; HHSD X, S. 177ff.

[4] GRIESA, Frankfurt (Oder), S. 15.

[5] Vgl. Badura; Kočí, Der große Kampf, Nr. 1115. Kürassier: Kürisser, Kyrisser, Corazzen (franz. Cuirasse für Lederpanzer (cuir = Leder). Die Kürassiere waren die älteste, vornehmste – ein gerade daher unter Adligen bevorzugtes Regiment –  und am besten besoldete Waffengattung. Sie gehörten zu den Eliteregimentern, der schweren Reiterei, deren Aufgabe im Gefecht es war, die feindlichen Linien zu durchbrechen, die Feinde zur Flucht zu nötigen und damit die Schlacht zu entscheiden. Sie trugen einen geschwärzten Trabharnisch (Brust- und Rückenharnisch, den „Kürass“), Ober- und Unterarmzeug, eiserne Stulphandschuhe, Beinschienen und Stulpstiefel mit Sporen, Schwert oder Säbel und zwei lange Reiterpistolen, die vor dem Aufsitzen gespannt wurden. Im späten 16. Jahrhundert wurde es in der schweren Reiterei üblich, einen knielangen Küriss ohne Unterbeinzeug zu tragen. Der Kürass wurde mit 15 Rt. veranschlagt. SKALA, Kürassiere; WALLHAUSEN, Kriegs-Kunst zu Pferd. Nach LICHTENSTEIN, Schlacht, S. 42f., musste ein dänischer Kürassier mit einem mindestens16 „Palmen“ [1 Palme = 8, 86 cm] hohen Pferd, Degen u. Pistolen antreten. Der Kürass kostete ihn 15 Rt. Er durfte ein kleineres Gepäckpferd u. einen Jungen mitbringen. Der Arkebusier hatte ebenfalls Pferd, Degen u. Pistolen mitzubringen, durfte aber ein 2. Pferd nur halten, wenn er v. Adel war. Für Brust- u. Rückenschild musste er 11 Rt. zahlen. Der Infanterist brachte den Degen mit u. ließ sich für das gelieferte Gewehr einen Monatssold im ersten halben Jahr seines Dienstes abziehen. Bei der Auflösung des Regiments erhielten die Soldaten sämtl. Waffen mit einem Drittel des Ankaufspreises vergütet, falls der Infanterist noch nicht 6 Monate, der Kavallerist noch nicht 10 Monate gedient hatte; andernfalls mussten sie die Waffen ohne jede Vergütung abliefern. Der Kürassier erhielt für sich u. seinen Jungen täglich 2 Pfd. Fleisch, 2 Pfd. Brot, 1/8 Pfd. Butter oder Käse u. 3 „Pott“ [1 Pott = 4 Glas = 0, 96 Liter] Bier. Arkebusier u. Infanterist bekamen die Hälfte. Die tägliche Ration betrug 12 Pfd. Heu, Gerste oder Hafer je nach den Vorräten. An das Kommissariat musste der Kürassier für Portion u. Ration monatlich 7 Rt., an den Wirt im eigenen oder kontribuierenden Land musste der Kürassier 5, der Unteroffizier 4, der Sergeant 3, Arkebusier u. Infanterist 2 1/2 Rt. zahlen. Im besetzten Land, das keine Kontributionen aufbrachte, wurde ohne Bezahlung requiriert. Ein Teil des Handgeldes wurde bis zum Abschied zurückbehalten, um Desertionen zu verhüten, beim Tode wurde der Teil an die Erben ausbezahlt. Kinder u. Witwen bezogen einen sechsmonatlichen Sold.  Zu den schwedischen Kürassierregimentern vgl. die Bestimmungen in der Kapitulation für Efferen, Adolf Theodor [Dietrich], genannt Hall => „Miniaturen“. Des Öfteren wurden Arkebusierregimenter in Kürassierregimenter umgewandelt, falls die notwendigen Mittel vorhanden waren. Regiment: Größte Einheit im Heer: Für die Aufstellung eines Regiments waren allein für Werbegelder, Laufgelder, den ersten Sold und die Ausrüstung 1631 bereits ca. 135.000 fl. notwendig. Zum Teil wurden die Kosten dadurch aufgebracht, dass der Obrist Verträge mit Hauptleuten abschloss, die ihrerseits unter Androhung einer Geldstrafe eine bestimmte Anzahl von Söldnern aufbringen mussten. Die Hauptleute warben daher Fähnriche, Kornetts und Unteroffiziere an, die Söldner mitbrachten. Adlige Hauptleute oder Rittmeister brachten zudem Eigenleute von ihren Besitzungen mit. Wegen der z. T. immensen Aufstellungskosten kam es vor, dass Obristen die Teilnahme an den Kämpfen mitten in der Schlacht verweigerten, um ihr Regiment nicht aufs Spiel zu setzen. Der jährliche Unterhalt eines Fußregiments von 3000 Mann Soll-Stärke wurde mit 400- 450.000 fl., eines Reiterregiments von 1200 Mann mit 260.-300.000 fl. angesetzt. Zu den Soldaufwendungen für die bayerischen Regimenter vgl. GOETZ, Kriegskosten Bayerns, S. 120ff.; KAPSER, Kriegsorganisation, S. 277ff. Ein Regiment zu Fuß umfasste de facto bei den Kaiserlichen zwischen 650 und 1.100, ein Regiment zu Pferd zwischen 320 und 440, bei den Schweden ein Regiment zu Fuß zwischen 480 und 1.000 ((offiziell 1.200 Mann), zu Pferd zwischen 400 und 580 Mann, bei den Bayerischen 1 Regiment zu Fuß zwischen 1.250 und 2.350, 1 Regiment zu Roß zwischen 460 und 875 Mann. Das Regiment wurde vom Obristen aufgestellt, von dem Vorgänger übernommen und oft vom seinem Obrist-Leutnant geführt. Über die Ist-Stärke eines Regiments lassen sich selten genaue Angaben finden. Das kurbrandenburgische Regiment Carl Joachim von Karberg [Kerberg] sollte 1638 sollte auf 600 Mann gebracht werden, es kam aber nie auf 200. Karberg wurde der Prozess gemacht, er wurde verhaftet und kassiert; OELSNITZ, Geschichte, S. 64. Als 1644 der kaiserliche Generalwachtmeister Johann Wilhelm von Hunolstein die Stärke der in Böhmen stehenden Regimenter feststellen sollte, zählte er 3.950 Mann, die Obristen hatten 6.685 Mann angegeben. REBITSCH, Gallas, S. 211; BOCKHORST, Westfälische Adlige.

[6] Vgl. auch CATALANO, Ein Chamäleon; REBITSCH, Wallenstein; MORTIMER, Wallenstein; SCHUBERTH; REICHEL, Die blut’ge Affair’.

[7] Die biographischen Hinweise verdanke ich Herrn Harald Skala.

[8] LORENZ, Quellen zur Geschichte Wallensteins, S. 374.

[9] Heldburg [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 192f.

[10] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2833.

[11] Nürnberg; HHSD VII, S. 530ff.

[12] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2835.

[13] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2836.

[14] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2837.

[15] Hildburghausen [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 198ff.

[16] Coburg; HHSD VII, S. 127f.

[17] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2840.

[18] Vgl. HENGERER, Kaiser Ferdinand III.; HÖBELT, Ferdinand III.

[19] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2841.

[20] Obrist: I. Regimentskommandeur oder Regimentschef mit legislativer und exekutiver Gewalt, „Bandenführer unter besonderem Rechtstitel“ (ROECK, Als wollt die Welt, S. 265), der für Bewaffnung und Bezahlung seiner Soldaten und deren Disziplin sorgte, mit oberster Rechtsprechung und Befehlsgewalt über Leben und Tod. Dieses Vertragsverhältnis mit dem obersten Kriegsherrn wurde nach dem Krieg durch die Verstaatlichung der Armee in ein Dienstverhältnis umgewandelt. Voraussetzungen für die Beförderung waren (zumindest in der kurbayerischen Armee) richtige Religionszugehörigkeit (oder die Konversion), Kompetenz (Anciennität und Leistung), finanzielle Mittel (die Aufstellung eines Fußregiments verschlang 1631 in der Anlaufphase ca. 135.000 fl.) und Herkunft bzw. verwandtschaftliche Beziehungen (Protektion). Der Obrist ernannte die Offiziere. Als Chef eines Regiments übte er nicht nur das Straf- und Begnadigungsrecht über seine Regimentsangehörigen aus, sondern er war auch Inhaber einer besonderen Leibkompanie, die ein Kapitänleutnant als sein Stellvertreter führte. Ein Obrist erhielt in der Regel einen Monatssold von 500-800 fl. je nach Truppengattung. Daneben bezog er Einkünfte aus der Vergabe von Offiziersstellen. Weitere Einnahmen kamen aus der Ausstellung von Heiratsbewilligungen, aus Ranzionsgeldern – 1/10 davon dürfte er als Kommandeur erhalten haben – , Verpflegungsgeldern, Kontributionen, Ausstellung von Salvagardia-Briefen – die er auch in gedruckter Form gegen entsprechende Gebühr ausstellen ließ – und auch aus den Summen, die dem jeweiligen Regiment für Instandhaltung und Beschaffung von Waffen, Bekleidung und Werbegeldern ausgezahlt wurden. Da der Sold teilweise über die Kommandeure ausbezahlt werden sollten, behielten diese einen Teil für sich selbst oder führten „Blinde“ oder Stellen auf, die aber nicht besetzt waren. Auch ersetzten sie zum Teil den gelieferten Sold durch eine schlechtere Münze. Zudem wurde der Sold unter dem Vorwand, Ausrüstung beschaffen zu müssen, gekürzt oder die Kontribution unterschlagen. Vgl. BELLINCKHAUSEN; TEGEDER; KREIENBRINK, der osnabrugischen handlung, S. 277: „Wir burger mußen alle wochen unse contribution zahlen, die obristen nehmmens geldt zu sich, und die gemeinen soldaten mußen hunger leyden“. Der Austausch altgedienter Soldaten durch neugeworbene diente dazu, ausstehende Soldansprüche in die eigene Tasche zu stecken. Zu diesen „Einkünften“ kamen noch die üblichen „Verehrungen“, die mit dem Rang stiegen und nicht anderes als eine Form von Erpressung darstellten, und die Zuwendungen für abgeführte oder nicht eingelegte Regimenter („Handsalben“) und nicht in Anspruch genommene Musterplätze; abzüglich allerdings der monatlichen „schwarzen“ Abgabe, die jeder Regimentskommandeur unter der Hand an den Generalleutnant oder Feldmarschall abzuführen hatte; Praktiken, die die obersten Kriegsherrn durchschauten. Zudem erbte er den Nachlass eines ohne Erben und Testament verstorbenen Offiziers. Häufig stellte der Obrist das Regiment in Klientelbeziehung zu seinem Oberkommandierenden auf, der seinerseits für diese Aufstellung vom Kriegsherrn das Patent erhalten hatte. Der Obrist war der militärische ‚Unternehmer‘, die eigentlich militärischen Dienste wurden vom Major geführt. Das einträgliche Amt – auch wenn er manchmal „Gläubiger“-Obrist seines Kriegsherrn wurde – führte dazu, dass begüterte Obristen mehrere Regimenter zu errichten versuchten (so verfügte Werth zeitweise sogar über 3 Regimenter), was Maximilian I. von Bayern nur selten zuließ oder die Investition eigener Geldmittel von seiner Genehmigung abhängig machte. Im April 1634 erging die kaiserliche Verfügung, dass kein Obrist mehr als ein Regiment innehaben dürfe; ALLMAYER-BECK; LESSING, Kaiserliche Kriegsvölker, S. 72. Die Möglichkeiten des Obristenamts führten des Öfteren zu Misshelligkeiten und offenkundigen Spannungen zwischen den Obristen, ihren karrierewilligen Obristleutnanten (die z. T. für minderjährige Regimentsinhaber das Kommando führten; KELLER, Drangsale, S.388) und den intertenierten Obristen, die auf Zeit in Wartegeld gehalten wurden und auf ein neues Kommando warteten. Zumindest im schwedischen Armeekorps war die Nobilitierung mit dem Aufstieg zum Obristen sicher. Zur finanziell bedrängten Situation mancher Obristen vgl. dagegen OMPTEDA, Die von Kronberg, S. 555. Da der Obrist auch militärischer Unternehmer war, war ein Wechsel in die besser bezahlten Dienste des Kaisers oder des Gegners relativ häufig. Der Regimentsinhaber besaß meist noch eine eigene Kompanie, so dass er Obrist und Hauptmann war. Auf der Hauptmannsstelle ließ er sich durch einen anderen Offizier vertreten. Ein Teil des Hauptmannssoldes floss in seine eigenen Taschen. Ertragreich waren auch Spekulationen mit Grundbesitz oder der Handel mit (gestohlenem) Wein (vgl. BENTELE, Protokolle, S. 195), Holz, Fleisch oder Getreide.  II. Manchmal meint die Bezeichnung „Obrist“ in den Zeugnissen nicht den faktischen militärischen Rang, sondern wird als Synonym für „Befehlshaber“ verwandt. Vgl. KAPSER, Heeresorganisation, S. 101ff.; REDLICH, German military enterpriser; DAMBOER, Krise; WINKELBAUER, Österreichische Geschichte Bd. 1, S. 413ff.

[21] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2842.

[22] Leutnant: Der Leutnant war der Stellvertreter eines Befehlshabers, insbesondere des Rittmeisters oder des Hauptmanns. Wenn auch nicht ohne Mitwissen des Hauptmannes oder Rittmeisters, hatte der Leutnant den unmittelbarsten Kontakt zur Kompanie. Er verdiente je nach Truppengattung monatlich 35-60 fl.

[23] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2843.

[24] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2844.

[25] St. Georgen im Schwarzwald [LK Schwarzwald-Baar-Kreis].

[26] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 93f. Vgl. auch SCHULZ, Strafgericht.

[27] Rottweil [LK Rottweil]; HHSD VI, S. 676ff.

[28] Effingen: nicht identifiziert.

[29] Sunthausen, heute Ortsteil von Bad Dürrheim [Schwarzwald-Baar-Kreis].

[30] Amtenhausen, Priorat des Klosters St. Georgen im Schwarzwald bei Immendingen.

[31] STEMMLER, Tagebuch Bd. 2, S. 656ff. (2. Auflage 1984, heute noch erhältlich bei Stabsstelle Archiv von 79002 Villingen-Schwenningen).

[32] Römhild [Kr. Hildburghausen]; HHSD IX, S. 353ff.

[33] Thüringisches Staatsarchiv Meiningen, Amtsarchiv Heldburg Best. 4-11-230, Nr. 2858.

[34] Rothenburg o. d. Tauber [LK Ansbach]; HHSD VII, S. 637ff.

[35] KODRITZKI, Seitenwechsel, S. 92, Anm. 2.

[36] HEILMANN, Kriegsgeschichte Bd. 2, S. 582.

[37] KRUSENSTJERN, Selbstzeugnisse, S. 151f.

[38] Eger [Cheb]; HHSBöhm, S. 119ff.

[39] Marktredwitz; HHSD VII, S. 429f.

[40] Schirnding; HHSD VII, S. 665f.

[41] Bernstein, heute Ortsteil von Wunsiedel.

[42] BRAUN, Marktredwitz, S. 96.

[43] Wunsiedel; HHSD VII, S. 836f.

[44] BRAUN, Marktredwitz, S. 99.

[45] Hof; HHSD VII, S. 302f.

[46] Kompanie: Eine Kompanie zu Fuß (kaiserlich, bayerisch und schwedisch) umfasste von der Soll-Stärke her 100 Mann, ihre Ist-Stärke lag jedoch bei etwa 70 Mann, eine Kompanie zu Pferd bei den Bayerischen 200 Mann, den Kaiserlichen 60 Mann, den Schwedischen 80 Mann. Geführt wurde die Fußkompanie von einem Hauptmann, die berittene Kompanie von einem Rittmeister. Vgl. auch „Kornett“, „Fähnlein“, „Leibkompanie“.

[47] KLUGE, Hofer Chronik, S.  131. Die Angabe bei HOLLE, Das Fürstenthum Bayreuth, Teil 3, S. 8f., „Nikolaus de Feur“ [Des Fours] ist falsch. Nikolaus Des Fours war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Dienst. Gemeint ist Simon Freiherr Des Fours.

[48] Berg-Bug [LK Hof].

[49] Rittmeister: (Capitaine de Cavallerie). Oberbefehlshaber eines Kornetts (später Esquadron) der Kavallerie. Sein Rang entspricht dem eines Hauptmannes der Infanterie (vgl. Hauptmann). Wie dieser war er verantwortlich für Werbung und Soldzahlung, für Disziplin, Ausrüstung und Verpflegung sowie für die Ernennung der untergebenen Führer. Oft war er in erster Linie für die materielle Versorgung der Truppe zuständig, und die eigentlich militärischen Aufgaben wurden von seinem Stellvertreter, dem Leutnant, übernommen. Bei den kaiserlichen Truppen standen unter ihm Leutnant, Kornett, Wachtmeister, 2 oder 3 Korporale, 1 Fourier oder Quartiermeister, 1 Musterschreiber, 1 Feldscherer, 2 Trompeter, 1 Schmied, 1 Plattner. Bei den schwedischen Truppen fehlten dagegen Sattler und Plattner, bei den Nationalschweden gab es statt Sattler und Plattner 1 Feldkaplan und 1 Profos, was zeigt, dass man sich um das Seelenheil als auch die Marsch- und Lagerdisziplin zu kümmern gedachte. Zudem wurde der Rittmeister, der in einer Kompanie Kürassiere 150 fl. Monatssold beanspruchte,  bei seiner Bestallung in der Regel durch den Obristen mit Werbe- und Laufgeld zur Errichtung neuer Kompanien ausgestattet. Junge Adlige traten oft als Rittmeister in die Armee ein.

[50] KLUGE, Chronik, S. 132.

[51] Münchberg [LK Hof]; HHSD VII, S. 464.

[52] Kulmbach; HHSD VII, S. 379f.

[53] Burgstein-Groß- und Kleinzöbern [LK Vogtlandkreis].

[54] Obristleutnant: Der Obristleutnant war der Stellvertreter des Obristen, der dessen Kompetenzen auch bei dessen häufiger, von den Kriegsherrn immer wieder kritisierten Abwesenheit – bedingt durch Minderjährigkeit, Krankheit, Badekuren, persönliche Geschäfte, Wallfahrten oder Aufenthalt in der nächsten Stadt, vor allem bei Ausbruch von Lagerseuchen – besaß. Meist trat der Obristleutnant als militärischer Subunternehmer auf, der dem Obristen Soldaten und die dazu gehörigen Offiziere zur Verfügung stellte. Verlangt waren in der Regel, dass er die nötige Autorität, aber auch Härte gegenüber den Regimentsoffizieren und Soldaten bewies und für die Verteilung des Soldes sorgte, falls dieser eintraf. Auch die Ergänzung des Regiments und die Anwerbung von Fachleuten oblagen ihm. Zu den weiteren Aufgaben gehörten Exerzieren, Bekleidungsbeschaffung, Garnisons- und Logieraufsicht, Überwachung der Marschordnung, Verproviantierung etc. Der Profos hatte die Aufgabe, hereingebrachte Lebensmittel dem Obristleutnant zu bringen, der die Preise für die Marketender festlegte. Um all diese Aufgaben bewältigen zu können, waren umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen notwendig. Nicht selten lag die eigentliche Führung des Regiments in der Verantwortung eines fähigen Obristleutnants, der im Monat je nach Truppengattung zwischen 120 und 150 fl. bezog. Voraussetzung war allerdings in der bayerischen Armee die richtige Religionszugehörigkeit. Maximilian hatte Tilly den Ersatz der unkatholischen Offiziere befohlen; Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Dreißigjähriger Krieg Akten 236, fol. 39′ (Ausfertigung): Maximilian I. an Tilly, München, 1629 XI 04: … „wann man dergleich officiren nit in allen fällen, wie es die unuorsehen notdurfft erfordert, gebrauchen khan und darff: alß werdet ihr euch angelegen sein lassen, wie die uncatholischen officiri, sowol undere diesem alß anderen regimentern nach unnd nach sovil muglich abgeschoben unnd ihre stellen mit catholischen qualificirten subiectis ersezt werden konnde“. Von Piccolomini stammt angeblich der Ausspruch (1642): „Ein teutscher tauge für mehrers nicht alß die Oberstleutnantstell“. HÖBELT, „Wallsteinisch spielen“, S. 285.

[55] Wunsiedel [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 836f.

[56] Gefrees [LK Bayreuth]; HHSD VII, S. 228.

[57] Gefell [Saale-Orla-Kr.]; HHSD IX, S. 129f.

[58] Hirschberg an der Saale [Saale-Orla-Kreis].

[59] Kronach [LK Kronach]; HHSD VII, S. 375f.

[60] KLUGE, Hofer Chronik, S. 132f.

[61] Quartiermeister: Bei Einquartierungen in Dörfern und Städten besorgte der Quartiermeister, in Abstimmung mit den lokalen Obrigkeiten, von den Bewohnern Unterkunft und Verpflegung für die Kompanie. Zunächst wurde der Stab einlogiert, dann wurden die Quartiere für die Hauptleute bestimmt. Die Kompanie des Obristen hatte die weitere Wahl, dann die des Obristleutnants, darauf die des Obristwachtmeisters. Die restlichen Kompanien spielten die übrig gebliebenen Quartiere unter sich aus. Das führte bei engen Quartieren teils zur Überbelegung bei den einzelnen „Wirten“, teils zum Kampieren unter freiem Himmel auf dem Markt, was zu Unruhen führen konnte. Dem Quartiermeister, der je nach Truppengattung zwischen 40 und 60 fl. Monatsold erhielt, war die Kriegskasse anvertraut. Dazu kamen allerdings erhebliche Nebeneinkünfte der meist korrupten Quartiermeister, die dieser mit dem Obristquartiermeister teilte.

[62] Plauen [Vogtland]; HHSD VIII, S. 279ff.

[63] KLUGE, Chronik, S. 135f.

[64] Dörflas, heute Stadtteil der Großen Kreisstadt Marktredwitz.

[65] Tross: Der Tross war der gesamte Begleitzug eines Heeres (ohne Anspruch auf Verpflegungsrationen) und bildete sich, neben den Offiziers- und Soldatenfamilien, aus Dienstpersonal, Feldpredigern, Feldchirurgen, Feldschern (vgl. s. v.), „Zigeunern“ als Kundschaftern und Heilkundigen, Köchen und Handwerkern, Händler/innen und Marketender/innen, Invaliden und Entwurzelten, Glaubensflüchtlingen, Soldatenwitwen und Kriegswaisen, Hunger leidenden Zivilisten und Bauern, Gefangenen, behördlicher Strafverfolgung Entflohenen und zum Dienst bei der Artillerie verurteilten Straftätern sowie Gauklern, Wahrsagern und in 4 Klassen eingeteilte Prostituierten („Mätressen“, „Concubinen“, „Metzen“ und „Huren“). Der schwer bewegliche Tross und die ambulante Lagergesellschaft waren z. T. doppelt bis viermal so groß wie das Heer, dem er folgte, und war somit zahlenmäßig größer als eine Großstadt wie etwa Köln. Während zu Anfang des Krieges der Tross etwa 30 % größer war als die kämpfende Truppe, war er am Kriegsende nach Aussage des bayerischen Feldmarschalls Gronsfeld unkontrollierbar angewachsen. Er erinnerte daran, dass man „in disen beiden armaden sicherlich über 180 000 seelen hat, welche, es sein gleich jungen, fuhrknecht, weiber und künder, doch alle sowoll alß soldaten leben müssen. Nun werden die beeden armaden ungefähr uf 40 000 mann proviantirt, und mehrer nicht, alß ein mensch in 24 stundt nöthig hat. Wie nun die übrige 140 000 menschen leben können, wan sie nicht hin und her ein stuckh brott suchen thun, solches ist über meinen verstandt“. Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten Äußeres Archiv 2961, fol. 29 (Ausfertigung): Gronsfeld an Maximilian I. von Bayern, Thierhaupten, 1648 III 31. In der Werbeinstruktion (1639 VII 04; Bayerisches Hauptstaatsarchiv München Kasten Äußeres Archiv 2624, fol. 4-5) war bestimmt worden, dass „taugliche knecht und nit solche, wie zum theil bei vorigen werbungen geschehen, geworben werden, die mit zu villen kindern beladen und sich allein wegen der quartier underhalten lassen, khonfftig aber wanns zum veldzug khombt, wider dauongehn, also werb: und lifergelt umb sonst angewendt wirdet“. Zum Teil wurden sogar Schiffsbrücken im Tross mitgeführt. Zudem unterlag der gesamte Tross der Militärjustiz, vgl. GROßNER; HALLER, Zu kurzem Bericht, S. 35 (1633): „Haben 4 von dem Troß ins Feuer geworfen, wie man denn nach geschehenem Brand 2 Köpf, etliche Finger und einen halben gebratenen Menschen noch übrig gefunden“.Zur „Lagergesellschaft“ vgl. KROENER,  „ … und ist der jammer nit zu beschreiben“, S. 279-296; LANGER, Hortus, S. 96ff.; WAGNER, Ars Belli Gerendi. In Notsituationen wurden Trossangehörige, wenn auch erfolglos, als Kombatanten eingesetzt; BRNARDIC, Imperial Armies 1, S.19.

[66] Sichersreuth, heute Ortsteil von Bad Alexandersbad [LK Wunsiedel im Fichtelgebirge].

[67] Kemnath; HHSD VII, S. 351f.

[68] Neustadt a. Kulm; HHSD VII, S. 514f.

[69] Diskretionsgeld: Verehrung = „Ehrengeschenk“, das von ein- oder durchziehenden Offizieren erwartet oder erzwungen wurde, in Geld- oder Sachleistungen der verschiedensten Art.

[70] BRAUN, Marktredwitz, S. 102f.

[71] Leutnant: Der Leutnant war der Stellvertreter eines Befehlshabers, insbesondere des Rittmeisters oder des Hauptmanns. Wenn auch nicht ohne Mitwissen des Hauptmannes oder Rittmeisters, hatte der Leutnant den unmittelbarsten Kontakt zur Kompanie. Er verdiente je nach Truppengattung monatlich 35-60 fl.

[72] Korporal: Der Korporal war der unterste Rang der Unteroffiziere, der einen Zug als Teil der Kompanie führte. Er erhielt in der kaiserlichen Armee (1630) 12 fl. Sold.

[73] KLUGE, Chronik, S. 140f.

[74] Wachtmeister: Unteroffiziersdienstgrad. Der Wachtmeister war zuständig für die Sicherheit des Lagers und der Truppen sowie für die Einteilung, Aufstellung, Beaufsichtigung der Wachen und Ausgabe der Losung. Selbst ein Wachtmeister hatte noch 3 Knechte, 1 Jungen und 5 Pferde, manchmal sogar noch einen Narren als Begleitung; WAGNER; WÜNSCH, Notabilia, S. 110. Mit der Einrichtung stehender Heere wurde die Bezeichnung „Wachtmeister“ synonym für Feldwebel verwendet.

[75] KLUGE, Chronik, S. 141.

[76] Marktleuthen [LK Wunsiedel im Fichtelgebirge].

[77] Weiden; HHSD VII, S. 794ff.

[78] BRAUN, Marktredwitz, S. 104f.

[79] Zwickau; HHSD VIII, S. 380ff.

[80] KLUGE, Chronik, S. 141f.

[81] Weida [LK Gera]; HHSD IX, S. 471ff.

[82] Konradsreuth [LK Hof].

[83] KLUGE, Chronik, S. 142.

[84] KLUGE, Chronik, S. 143.

[85] Plünderung: Trotz der Gebote in den Kriegsartikeln auch neben der Erstürmung von Festungen und Städten, die nach dem Sturm für eine gewisse Zeit zur Plünderung freigegeben wurden, als das „legitime“ Recht eines Soldaten betrachtet. Vgl. die Rechtfertigung der Plünderungen bei dem ehemaligen hessischen Feldprediger, Professor für Ethik in Gießen und Ulmer Superintendenten Conrad Dieterich, dass „man in einem rechtmässigen Krieg seinem Feind mit rauben vnd plündern Schaden vnd Abbruch / an allen seinen Haab vnd Güttern / liegenden vnd fahrenden / thun könne vnd solle / wie vnd welchere Mittel man jmmermehr nur vermöge. […] Was in Natürlichen / Göttlichen / vnd Weltlichen Rechten zugelassen ist / das kann nicht vnrecht / noch Sünde seyn. Nun ist aber das Rechtmessige Rauben / Beutten vnd Plündern in rechtmessigen Kriegen / in Natürlichen / Göttlichen vnnd Weltlichen Rechten zugelassen“. DIETERICH, D. Konrad Dieterich,  S. 6, 19. Vgl. BRAUN, Marktredwitz, S. 37 (1634): „Welcher Teil ehe[r] kam, der plünderte. [Wir] wurden von beiden Teilen für Feind[e] und Rebellen gehalten. Ein Teil plünderte und schalt uns für Rebellen darumb, dass wir lutherisch, der andere Teil, plünderte darumb, ass wir kaiserisch waren. Da wollte nichts helfen – wir sind gut kaiserisch, noch viel weniger beim andern Teil; wir sind gut lutherisch – es war alles vergebens, sondern es ging also: ‚Gebt nur her, was ihr habt, ihr mögt zugehören und glauben wem und was ihr wollt’ „. Dazu kamen noch die vielen Beutezüge durch Marodeure, darunter auch von ihren eigenen Soldaten als solche bezeichnete Offiziere, die durch ihr grausames und ausbeuterisches Verhalten auffielen, die von ihrem Kriegsherrn geschützt wurden. Vgl. BOCKHORST, Westfälische Adlige, S. 16f.; KROENER, Kriegsgurgeln; STEGER, Jetzt ist die Flucht angangen, S. 32f. bzw. die Abbildungen bei LIEBE, Soldat, Abb. 77, 79, 85, 98; das Patent Ludwigs I. von Anhalt-Köthen: „Von Gottes gnaden“ (1635). Vgl. den Befehl Banérs vom 30.5.1639; Theatrum Europaeum Bd. 4, S. 101f. Vielfach wurden die Plünderungen auch aus Not verübt, da die Versorgung der Soldaten bereits vor 1630 unter das Existenzminimum gesunken war. KROENER, Soldat oder Soldateska, S. 113; DINGES, Soldatenkörper.

[86] Ausschuss: Bürgerwehr: (zumeist relativ wirkungslose, unzuverlässige und aufsässige) Miliz zur selbstständigen Landesverteidigung (vgl. Landwehr), die teilweise schon beim ersten Musketenschuss auseinanderlief oder als Kanonenfutter diente, wenn sie nicht unter dem Schutz von Soldaten eingesetzt wurde. Zum Dienst im Ausschuss konnten sowohl Bürger – meist kleine Handwerker und ärmere Bürger, reichere Bürger drückten sich vor diesem Dienst –  als auch Bauern der städtischen Dörfer herangezogen werden. Üblich war die Stellung des 5. oder 10. Mannes. Die Erfurter Bürgerwehr soll aus 1.200 Mann bestanden haben; BEYER; BIEREYE, Geschichte der Stadt Erfurt, S. 537. Zur Nutzlosigkeit des Bürgerausschusses vgl. die Äußerungen des brandenburgischen Kanzlers Friedrich Pruckmann [1562-1630]; FADEN, Berlin, S. 144: Sie wurden „von ihrer zween angeführt, die ihr Lebetage wohl keinen toten Menschen im Felde gesehen. Da war ein Trommelschlagen, Platzen und Schießen, auch Schreien in beiden Städten [Berlin und Cölln] die ganze Nacht hindurch, dass ihrer wohl wenige dieselbe Nacht werden geschlafen haben. Denn es war alles besoffen, was da war. Da hätte man wohlbeschossene Musketiere sehen sollen; der eine schoß die Lunte mit hinweg; dem andern entfiel der Ladestecken, dem dritten die Forschett [Gabelstock]; dem vierten versagte die Muskete zwei- bis dreimal; der fünfte steckte die Nase gar in den Ärmel, wenn er schießen wollte, gleich den Mönchen, Pfaffen und Jesuiten, die vor etlichen Jahren zu Paris gassatim gingen, Die dann losgeschossen hatten, konnten zu keiner Ladung wieder kommen, also voll waren sie. Die Pikeniere trugen die Pike auch gar musterlich, zu geschweigen, dass sie solche sonsten zu gebrauchen sollten gewusst haben. Summa, man hat nur lauter Schimpf gehabt“. FADEN, Berlin, S. 153f. Teilweise wurde schon aus Kostengründen der Ausschuss von Städten abgelehnt; BRUNS, Hallenberg, S. 258f.; WALLHAUSEN, Defensio Patriae.

[87] 1 Spanne = etwa 0, 2 m.

[88] KLUGE, Chronik, S. 143.

[89] Leibschütze: Jagdbedienter, der das abgefeuerte Gewehr seines Herrn laden und zu weiterer Verwendung bereit halten musste.

[90] Salvaguardia: Ursprünglich kaiserlicher Schutzbrief, durch den der Empfänger mit seiner Familie und seiner ganzen Habe in des Kaisers und des Reichs besonderen Schutz und Schirm genommen wurde; zur öffentlichen Bekräftigung dieses Schutzes wurde dem Empfänger das Recht verliehen, den kaiserlichen Adler und die Wappen der kaiserlichen Königreiche und Fürstentümer an seinen Besitzungen anzuschlagen. Der Schutzbrief bedrohte jeden Angreifer mit Ungnade und Strafe. Im 30jährigen Krieg militärische Schutzwache; Schutzbrief (Urkunde, die, indem sie geleistete Kontributionen und Sonderzahlungen bestätigte, gegen weitere Forderungen schützen sollte, ggf. durch militärische Gewalt des Ausstellers); auch: sicheres Geleit; eine oft recht wirkungslose Schutzwache durch abgestellte Soldaten, in schriftlicher oder gedruckter Form auch Salvaguardia-Brief genannt, die meist teuer erkauft werden musste, und ein einträgliches Geschäft für die zuständigen Kommandeure darstellten. Teilweise wurden entsprechende Tafeln an Ortseingängen aufgestellt, „Salvaguardia“ an die Türen der Kirchen (HERRMANN, Aus tiefster Not, S. 55) geschrieben oder für die ausländischen Söldner ein Galgen angemalt. Die 1626 von Tilly erlassene Schultheißen-Ordnung hatte festgelegt: „Wer salua Guardia mit wortten oder that violirt, den solle niemandt zu verthädigen understehen, sonder welcher hoch oder nider Officir ein dergleichen erfahren mag, der solle den muthwilligen verbrecher sobalden zu dem Provosen schaffen, dem Schultheysen neben einandtwortung bey sich unrecht befundenen sachen und guetter hiervon berichten ohn einred, die Restitution und was bey der sachen underlauffen möcht dass Gericht entscheiden lassen, und welcher einem andern sein gewonnen beuth abnimbt oder an seinem freyen verkauff nachtheilig verhindert, den solle Schultheyss zur Restitution anhalten und noch darzu mit straffen hart belegen“. ZIEGLER, Dokumente II, S. 986. Der Abt Veit Höser (1577 – 1634) von Oberaltaich bei Straubing; SIGL, Wallensteins Rache, S. 140f.: „Da die Schweden so grausam wüteten und sich wie eine Seuche immer weiter ausbreiteten, alle Dörfer mit Taub, Mord und Jammer heimsuchten, erbaten die Bürger ab und zu von den Kapitänen der Weimaraner eine Schutzwache, die bei ihnen meist Salva Guardia heißt. Erhielten sie diesen Schutz zugesagt, so wurde jeweils ein Musketierer zu Fuß oder zu Pferd in das betreffende Dorf, die Ortschaft, den Markt abgestellt. Dieser sollte die herumstreifenden Soldatenhorden, kraft eines vom Kapitän ausgehändigten schriftlichen Mandats, im Zaume halten, ihre Willkür beim Rauben und Plündern einschränken. […] Es ist aber nicht zu bestreiten, dass eine solche Schutzwache unseren Leuten oder den Bewohnern anderer Orte, denen auf ihre Anforderung eine Salva Guardia zugestanden wurde, keinen Vorteil brachte. Im Gegenteil, sie schlugen ihnen vielmehr zum Schaden aus und waren eine Belastung. Offensichtlichen Nutzen dagegen hatten nur die Kapitäne, denn ihnen mussten die Leute gleich anfangs die ausgehandelte Geldsumme vorlegen oder wenigstens wöchentlich die entsprechende Rate (pensio) entrichten. Kurz, wie Leibeigene oder Sklaven mussten sie blechen, was die Kapitäne verlangten. Ich habe nur einen Unterschied zwischen den Orten mit und denen ohne Salva Guardia festgestellt: Die Dörfer ohne Schutzgeleit wurden früher, jene mit einer Salva Guardia erst später ausgeplündert. Da nämlich die Schweden vom Plündern nicht ablassen konnten, solange sie nicht alles geraubt hatten, so raubten und plünderten sie entweder alles auf einmal (sodaß sie nicht mehr zurückkommen mußten) oder sie ließen allmählich und langsam bei ihren Raubzügen alles mitgehen, bis nichts mehr zu holen war. Obendrein haben diese eigentlich zum Schutze abkommandierten Musketiere und Dragoner gewöhnlich die Ortschaften, ihre Bewohner und deren Habseligkeiten – als Beschützer – ausspioniert und dann verraten. Wurde nämlich der bisherige Beschützer – und Spion – unvermutet abberufen, dann brachen seine Kameraden, Raubgesellen und Gaunerbrüder ein und raubten alles, was bislang durch den Schutz der Salva guardia verschont geblieben war, was sie in Wirklichkeit aber für sich selbst hinterlistig und heimtückisch aufbewahrt hatten, und wüteten um so verwegener (pro auso suo) gegen die jämmerlich betrogenen und enttäuschten Menschen, beraubten sie nicht menschlicher und marterten sie“. BLÖTHNER, Apocalyptica, S. 49f. (1629): „Eine Eingabe des Bauern Jacob Löffler aus Langenwetzendorf [LK Greiz] wegen der bei ihm einquartierten »Schutzgarde« schildert die Heldentaten der derselben ungemein plastisch: »Was ich armer Mann wegen anhero zweijähriger hiesigen Einquartierung für groß Ungemach ausstehen müssen, gebe ich in Unterthänigkeit zu vernehmen:

Denn erstlichen habe berührte Zeit über 42 ganze 42 Wochen Tag und Nacht bei den Soldaten ich aufwarten, nicht allein viel Mühe und Wege haben, sondern auch welches zum Erbarmen gewesen, Schläge gewärtig zu sein und geprügelt werden zu müssen, 2. habe ich meine geringe Haushaltung wegen jetziger Unsicherheit beiseits setzen, meine Felderlein wüst, öd und unbesamt liegen lassen, daß seither ich im geringsten nichts erbauen, davon samt den Meinigen ich mich hätte alimentieren mögen, 3. haben die Soldaten mir die Gerste, so zu einem Gebräulein Bier ich eingeschüttet, aus den Bottichen genommen, zum Teil mutwilligerweise zerstreut, zum Teil mit sich hinweggenommen, verfüttert und verkauft, 4. haben sie mir das wenige Getreidig, so noch unausgedroschen vorhanden gewesen, mit dem Geströhde aus der Scheune in andere Quartiere getragen, ausgeklopft und ihres Gefallens gebraucht, 5. weil sie an meiner geringen Person sich nicht allzeit rächen können, haben sie mir die Bienen und derselben Stöcke beraubet, umgestoßen und zu Grund und Tode gerichtet, 6. sind von ihnen mir alle Hühner, Gänse und ander Federvieh erschossen, genommen und gefressen worden, meine Wiesen, Raine und Jagen mir dermaßen verödet, daß ich nicht eine einzige Bürde Heu und Grummet von denselben genießen kann, 7. endlich ist von ihnen mir eine Kuh aus dem Stalle, so meinen Geschwistern zuständig gewesen, gezogen, in ein anderes Losament getrieben, geschlachtet und gefressen worden.«

[91] Generalfeldzeugmeister: Der Generalfeldzeugmeister war Befehlshaber der dritten, wenn auch teilweise gering geschätzten Truppengattung, der Artillerie; bei Beförderungen wurden die vergleichbaren Ränge bei der Kavallerie, dann der Infanterie bevorzugt: Der Rang umfasste das Kommando über Artillerie. Ihrem Befehlshaber fielen die sogenannten „Glockengelder“  [Geld, womit eine eroberte Stadt, die sich vom groben Geschütze hat beschießen lassen, ihre Glocken und ihr Kupfergeschirr, welches alles herkömmlich der Artillerie des Eroberers heimfällt, wieder erkaufen oder einlösen muß. KRÜNITZ, Enzyklopädie Bd. 19, S. 192], zu, wenn man während der Belagerung etwa bei Sturmläufen hatte die Glocken läuten lassen, was nach dem „Recht“ des Siegers 12.000 fl. [zum Vergleich: 1634 wurde ein Bauernhof mit 8.-1.000 fl., ein  kleines Schloss mit 4000 fl. veranschlagt; MATHÄSER, Friesenegger, S. 51] und mehr sein konnte. Vgl. auch HOCHEDLINGER, Des Kaisers Generäle. Ihm unterstanden die Schanzmeister und die Brückenmeister, zuständig für Wege-, Brücken-, Lager- und Schanzenbau sowie die Anlage von Laufgraben vor Festungen.

[92] Schweinfurt; HHSD VII, S. 686ff.

[93] trillen: im Kreis drehen, hin und her stoßen.

[94] Fourier: Der Fourier übte eine ähnliche Aufgabe wie der Quartiermeister aus, indem er vor allem die Verpflegung der Truppe und die Beschaffung von Viehfutter in den besetzten Gebieten sicherstellen sollte. Geschickte Fouriere konnten gerade in ausgezehrten Landstrichen wichtig für das Überleben der Einheiten werden.

[95] 1 Eimer (fränk.) = 80 Liter.

[96] Pontabel: genaue Beschreibung gesucht !

[97] Parole: Ehrenwort.

[98] Pfaffenreuth [heute Ortsteil von Marktredwitz].

[99] Manzenberg [heute Ortsteil von Marktredwitz].

[100] Arzberg [LK Wunsiedel i. Fichtelgebirge]; HHSD VII, S. 31f.

[101] BRAUN, Marktredwitz, S. 107f.

[102] BRAUN, Marktredwitz, S. 122.

[103] Regensburg; HHSD VII, S. 605ff.

[104] Burglengenfeld [LK Schwandorf]; HHSD VII, S. 117f.

[105] Schwandorf i. Bay. [LK Schwandorf]; HHSD VII, S. 684.

[106] Neunburg vorm Wald [LK Schwandorf]; HHSD VII, S. 507f.

[107] Nabburg [LK Nabburg], HHSD VII, S. 491f.

[108] Auerbach i. OPf. [LK Amberg-Sulzbach]; HHSD VII, S. 41f.

[109] Vilseck LK Amberg]; HHSD VII, S. 771f.

[110] Cham [LK Cham]; HHSD VII, S. 124ff.

[111] Neukirchen-Balbini [LK Schwandorf].

[112] Furth i. Wald [LK Cham]; HHSD VII, S. 221f.

[113] Taus [Domažlice]; HHSBöhm, S. 598ff.

[114] Vgl. die ausgezeichnete Dissertation von SCHREIBER, Leopold Wilhelm; BRANDHUBER, Leopold Wilhelm; DEMEL, Leopold Wilhelm.

[115] Vgl. BARKER, Piccolomini. Eine befriedigende Biographie existiert trotz des reichhaltigen Archivmaterials bis heute nicht. Hingewiesen sei auf die Arbeiten von ELSTER (=> Literaturverzeichnis).

[116] Für die kampflose Aufgabe einer Festung erfolgte im Regelfall die Hinrichtung des Kommandanten !

[117] ENGLUND, Verwüstung, S. 246ff.

[118] Nach den Mitteilungen Franzins an W. E. v. Lobkowitz, Regensburg, 1641 III 22, habe sich Slange mit dem Markgrafen von Durlach und 2.000 Reitern Leopold Wilhelm ergeben, sei nach Regensburg und dann nach Wien gebracht worden. Slanges Reiterei bilde angeblich den Kern von Banérs Kavallerie und bestehe größtenteils aus Finnen. Badura; Kočí, Der große Kampf, Nr. 1176.

[119] Vgl. BINGEL, Das Theatrum Europaeum.

[120] Schwandorf i. Bay. [LK Schwandorf]; HHSD VII, S. 684.

[121] Burglengenfeld [LK Schwandorf]; HHSD VII, S. 117f.

[122] Regensburg; HHSD VII, S. 605ff.

[123] Regenstauf; unter Neuburg a. d. Donau, HHSD VII, S. 501.

[124] Nabburg [LK Nabburg]; HHSD VII, S. 491f.

[125] Vilseck [LK Amberg]; HHSD VII, S. 771f.

[126] Auerbach [Vogtland]; HHSD VIII, S. 12f.

[127] Theatrum Europaeum Bd. 4, S. 607.

[128] Kelheim [LK Kelheim]; HHSD VII, S. 349ff.

[129] Pförring [LK Eichstätt]; HHSD VII, S. 582f.

[130] Neustadt a. d. Donau [LK Kelheim]; HHSD VII, S. 513.

[131] Bagage: Gepäck; Tross. „Bagage“ war die Bezeichnung für den Gepäcktrain des Heeres, mit dem die Soldaten wie Offiziere neben dem Hausrat auch ihre gesamte Beute abtransportierten, so dass die Bagage während oder nach der Schlacht gern vom Feind oder von der eigenen Mannschaft geplündert wurde. Auch war man deshalb darauf aus, dass in den Bedingungen bei der freiwilligen Übergabe einer Stadt oder Festung die gesamte Bagage ungehindert abziehen durfte. Manchmal wurde „Bagage“ jedoch auch abwertend für den Tross überhaupt verwendet, die Begleitmannschaft des Heeres oder Heeresteils, die allerdings keinen Anspruch auf Verpflegungsrationen hatte; etwa 1, 5 mal (im Anfang des Krieges) bis 3-4mal (am Ende des Krieges) so stark wie die kämpfende Truppe: Soldatenfrauen, Kinder, Prostituierte 1.-4. Klasse („Mätresse“, „Concubine“, „Metze“, „Hure“), Trossjungen, Gefangene, zum Dienst bei der Artillerie verurteilte Straftäter, Feldprediger, Zigeuner als Kundschafter und Heilkundige, Feldchirurg, Feldscherer, Handwerker, Sudelköche, Krämer, Marketender, -innen, Juden als Marketender, Soldatenwitwen, invalide Soldaten, mitlaufende Zivilisten aus den Hungergebieten, ehemalige Studenten, Bauern und Bauernknechte, die während der schlechten Jahreszeit zum Heer gingen, im Frühjahr aber wieder entliefen, Glücksspieler, vor der Strafverfolgung durch Behörden Davongelaufene, Kriegswaisen etc. KROENER, „ … und ist der jammer nit zu beschreiben“; LANGER, Hortus, S. 96ff.

[132] Stadtamhoff [Stadt Regensburg]; HHSD VII, S. 708f.

[133] Weichs [LK Dachau]; HHSD VII, S. 793f.

[134] Neunburg vorm Wald [LK Schwandorf]; HHSD VII, S. 507f.

[135] Cham [LK Cham]; HHSD VII, S. 124ff.

[136] ranzionieren: Lösegeld zahlen, (sich) auslösen, (sich) freikaufen, auslösen von Personen, Gegenständen oder Vieh. Der organisierte Vieh-, vor allem aber Menschenraub stellte neben der Plünderung angesichts der fehlenden Soldauszahlung die wichtigste Einnahmequelle gerade der unteren Chargen dar, wurden doch pro Person je nach Stand und Beruf oft 300 Rt. und mehr erpresst. Vgl. WAGNER; WÜNSCH, Gottfried Staffel, S. 116; GROßNER; HALLER, Zu kurzem Bericht, S. 29.  Dieses Lösegeld erreichte trotz der zwischen den Kriegsparteien abgeschlossenen Kartelle z. T. enorme Höhen: So bot der ehemalige Kommandant von Hanau, Sir James (Jacob) Ramsay „the Black“ [1589-1639], 70.000 Rt. für seine Freilassung, die aber vom Kaiserhof abgelehnt wurde (KELLER, Drangsale, S. 357), da man von ihm wissen wollte, wo er die bei der Einnahme Würzburgs und Bad Mergentheims erbeuteten Schätze (KELLER, Drangsale, S. 355) verborgen hatte. Ramsays Kriegsbeute wurde auf 900.000 Rt. beziffert; KELLER, Drangsale, S. 361; GAIL, Krieg, S. 28f.; MURDOCH (Hg.), SSNE ID: 3315. Auch die Leichname gefallener Offiziere mussten in der Regel vom Gegner ausgelöst werden. Im Mai 1633 war die kaiserliche Garnison in der Festung Lichtenau (bei Ansbach) so schlecht verproviantiert, dass Nürnberger Untertanen gefangen genommen wurden, die sich dann gegen Kartoffeln auslösen mussten; SODEN, Gustav Adolph III, S. 450.

[137] Diskretion: Die „discretio“, eigentlich ein Begriff aus dem Klosterleben der Benediktiner, war die Kunst und Gabe der weisen Unterscheidung, die das Zuviel wie das Zuwenig zu vermeiden und in allem das rechte Maß zu finden versucht. Die „Diskretion“ war ein „Ehrengeschenk“, das von ein- oder durchziehenden Offizieren eben je nach Rang im „rechten“ Maß erwartet oder auch erzwungen wurde und in Geld- oder Sachleistungen der verschiedensten Art bestand.

[138] Landshut; HHSD VII, S. 386ff.

[139] Stadtamhoff [Stadt Regensburg]; HHSD VII, S. 708f.

[140] Pförring [LK Eichstätt]; HHSD VII, S.  582f.

[141] Riegling [heute Ortsteil von Sinzing (LK Regensburg)].

[142] Neukirchen-Balbini [LK Schwandorf].

[143] THEATRUM EUROPAEUM IV, S. 607ff.

[144] Zwickau; HHSD VIII, S. 380ff.

[145] Vgl. SCHMIDT-BRÜCKEN; RICHTER, Der Erzgebirgschronist Christian Lehmann.

[146] Dresden; HHSD VIII, S. 66ff.

[147] Werdau; HHSD VIII, S. 357f.

[148] Glauchau; HHSD VIII, S. 116f.

[149] Vgl. REBITSCH, Matthias Gallas; KILIÁN, Johann Matthias Gallas.

[150] Vgl. SCHRIJNEMAKERS; CORSTJENS, Graaf Godfried Huyn van Geleen (in der deutschen Fachliteratur kaum beachtete Biographie).

[151] Oberhohndorf, heute Stadtteil von Zwickau.

[152] Planitz [Stadtkr. Zwickau]; HHSD VIII, S. 279.

[153] Großenhain; HHSD VIII, S. 135f.

[154] Radeberg [Kr. Dresden]; HHSD VIII, S. 292f.

[155] Osterstein, Schloss von Zwickau.

[156] Chemnitz; HHSD VIII, S. 43ff.

[157] Flacianer: grobes Geschütz, nach dem Streittheologen Flacius Illyrikus benannt.

[158] Feuermörser: grobes Geschütz der Belagerungsartillerie, mit dem Bomben, Karkassen (aus glatten Rohren abgefeuerte Brandgeschosse, die aus einem schmiedeeisernen, mit Leinwand ummantelten und mit einem Brandsatz gefüllten Gerippe bestehen) und andere Feuer-Kugeln (Geschosse mit Spreng-, Brand- und Leuchtwirkung) im Steilfeuer über die Stadtmauer geschossen werden konnten.

[159] Faschinen: Schanzkörbe, Reisig, Bündel, Holzwälle, Rutenbündel.

[160] Wiesenburg [Kr. Zwickau]; HHSD VIII, S. 360.

[161] LEHMANN, Kriegschronik, S. 134f. Lehmann datiert nach dem alten Stil.

[162] Beraun [Beroun]; HHSBöhm, S. 31f.

[163] Zeitz [Kr. Zeitz]; HHSD XI, S. 519ff.

[164] Annaberg; HHSD VIII, S. 5ff.

[165] Theatrum europaeum Bd. 4, S. 867.

[166] KODRITZKI, Seitenwechsel, S. 102.

[167] KODRITZKI, Seitenwechsel, S. 101.

[168] Wolfenbüttel; HHSD II, S. 503ff.

[169] Brigade: Anfangs bestand die schwedische Brigade aus 4 Squadrons oder Halbregimentern, also 2016 Mann und 256 Offizieren, ab 1631 nur noch aus 3 Squadrons Fußvolk zu je 504 Mann und 64 Offzieren. Die insgesamt 1512 Mann waren in 648 Pikeniere und 864 Musketiere eingeteilt, die in Rotten zu je 6 Mann aufgestellt waren.

[170] Schwadron (Squadron): Im 16. Jahrhundert bezeichnete Escadre (von lateinisch exquadra Gevierthaufen, Geschwader) eine Stellungsform des Fußvolks und der Reiterei, aus welcher im 17. Jahrhundert für letztere die Eskadron, für ersteres das Bataillon hervorging. Ca. 210 Pikeniere sollten eine Schwadron bilden, 3 eine Brigade. Die Schwadron der Reiterei entsprach der Kompanie der Fußtruppen. Die schwedische Kompanie (Fußtruppen) bestand nach Lorenz TROUPITZ, Kriegs-Kunst / nach Königlich Schwedischer Manier eine Compagny zu richten, Franckfurt 1638, aus drei Schwadronen (zu Korporalschaften, eine Schwadron entsprach daher dem späteren Zug).

[171] KODRITZKI, Seitenwechsel, S. 105.

[172] Vgl. LAHRKAMP, Everhard Wassenberg.

[173] Spiegelberg; HHSD II, S. 102 (unter Coppenbrügge).

[174] Gleichenstein, Burg [Kr. Heiligenstadt]; HHSD IX, S. 147.

[175] Einbeck; HHSD II, S. 128ff.

[176] Northeim; HHSD II, S. 353f.

[177] Mühlhausen; HHSD IX, S. 286ff.

[178] Duderstadt; HHSD II, S. 123f.

[179] Göttingen; HHSD II, S. 178ff.

[180] Vgl. LEISTIKOW, Sperreuter.

[181] Hann. Münden; HHSD II, S. 333f.

[182] WASSENBERG, Florus, S. 453f.

[183] Sarstedt [Kr. Hildesheim-Marienburg]; HHSD II, S. 410f.

[184] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 4, S. 600.

[185] BADURA; KOČÍ, Der große Kampf, Nr. 1252.

[186] Grettstadt [LK Schweinfurt].

[187] Bergrheinfeld [LK Schweinfurt]; HHSD VII, S. 86f.

[188] Castell [LK Kitzingen]; HHSD VII, S. 123f.

[189] HAHN, Chronik 3. Theil S. 548, 549.

[190] Gochsheim [LK Schweinfurt]; HHSD VII, S. 239.

[191] Weyer, heute Ortsteil von Gochsheim [LK Schweinfurt].

[192] Obereuerheim, heute Ortsteil von Grettstadt [LK Schweinfurt].

[193] Mainberg [Gem. Schonungen, LK Schweinfurt]; HHSD VII, S. 421f.

[194] Oberndorf, heute Stadtteil von Schweinfurt.

[195] HAHN, Chronik 3. Theil S. 549f.

[196] Wernigerode [Kr. Wernigerode]; HHSD XI, S. 493ff.

[197] ZEITFUCHS, Stolberg, S. 303.

[198] Breitenfeld [Kr. Leipzig]; HHSD VIII, S. 38f.

[199] RUDERT, Kämpfe, S. 143; RÜTHNER, Hofer Chronik, S. 269.

[200] Freundliche Mitteilung von Herrn Harald Skala.

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