Schleinitz, Hans Georg Haubold von

Schleinitz, Hans Georg Haubold von; Obrist [30.1.1599 Kospoda – 8.4.1666 Zeitz]

Schleinitz,[1] der Sohn des kursächsischen Obristleutnants Haubold von Schleinitz [ – 1632 Senftenberg[2]] aus dem Hause Radegast auf Kospoda[3] und seiner Ehefrau Anna Brand von Lindau aus dem Hause Wiesenburg, trat nach der üblichen Erziehung durch Hauslehrer mit 20 Jahren als Pikenier ins kursächsischen Regiment[4] Schlieffen, in dem sein Vater damals als Hauptmann diente. Als Pikenier diente er bis 1622. Danach wurde er Korporal im Regiment des Herzogs Friedrich II. von Sachsen-Altenburg,[5] das dieser im Auftrag  Christians IV. von Dänemark[6] gebildet hatte. Nach dem Tod des Herzogs am 25.10.1625 wechselte Schleinitz als Kornett zum Regiment Slawata. Einige Zeit diente er auch als Leutnant im Regiment des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar.[7] Von 1628 bis 1630, war er dem Grafen [Wolf  v. ?; BW] Mansfeld als Leutnant unterstellt.

1631 bestallte ihn Fürst Ernst von Anhalt-Bernburg zum kursächsischen Rittmeister. An dessen Hof machte Schleinitz dann auch Karriere und wurde schon 1634 zum Obristen ernannt. Schleinitz heiratete in Brandenburg[8] noch im selben Jahr am 10.12. Maria Magdalena von Bünau.

Am 2.5.1637 erhielt er das Regiment Christoph von Schierstadt (ehemals Ernst von Anhalt-Bernburg). Das Regiment bestand aus 10 Kompanien; es wurde am 6.1.1640 reformiert und in sechs Kompanien eingeteilt.

Am 3.3.1639 geriet er in schwedische Gefangenschaft.

1641 bat er seinen Vetter Joachim von Schleinitz, sich für ihn beim sächsischen Kurfürsten zu verwenden. Er erhielt ein Kavallerieregiment.

Im Rang eines Obristen arbeitete Schleinitz bis 1646 am Hof von Fürst Ernst und wechselte erst 1647 in den Verwaltungsdienst. Als Amtshauptmann verwaltete er die kursächsischen Ämter Weida,[9] Arnshaugk[10] und Ziegenrück[11] im Neustädtischen[12] Kreis. Als solcher wurde Schleinitz von Kurfürst Johann Georg II. von Sachsen zum Kammerherrn und Kriegsrat ernannt. Auch der Bruder des Kurfürsten Moritz von Sachsen-Zeitz wollte nicht zurückstehen und ernannte Schleinitz zu seinem Hofmarschall.

Mit 67 Jahren starb Hans Georg Haubold von Schleinitz am 8.4.1666 in Zeitz.[13] Er wurde am 20.5. in der dortigen Schlosskirche beigesetzt.

Er war Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ als „der Öffnende“.

[1] VD17 39:106574P: Saltzmann, Philipp, Miles Christianus Oder Der Geistliche Obriste / : vorgestellet Aus 2. ad Timoth. c. 4. v. 7. 8. Als Der … Herr Hans Georg Haubold von Schleinitz / auff Cospoda … Chur- und Hoch-Fürstl. Durchl. Durchl. zu Sachsen … respective Kriegs-Rath / Kammer-Herr … Nach dem Er am 8. April. des 1666. Jahrs diese Welt gesegnet / den 20. Maji … beygesetzt und in sein Ruh-Kämmerlein gebracht wurde. Zeitz 1666. Online verfügbar unter: http://digital.staatsbibliothek-berlin.de/dms/werkansicht/?PPN=PPN663167116&PHYSID=PHYS_0008. Vgl. wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mitglieder_der_Fruchtbringenden_Gesellschaft.
[2] Senftenberg [Kr. Calau/Senftenberg]; HHSD X, S. 356f.
[3] Kospoda [Saale-Orla-Kr.].
[4] Vgl. SENNEWALD, Das Kursächsische Heer.
[5] Vgl. auch KRÜSSMANN, Ernst von Mansfeld.
[6] Vgl. HEIBERG, Christian 4.
[7] Vgl. JENDRE, Diplomatie und Feldherrnkunst.
[8] Brandenburg [Stadtkreis]; HHSD X, S. 135ff.
[9] Weida [Kr. Gera]; HHSD IX, S. 471ff.
[10] Arnshaugk [Kr. Pößneck]; HHSD IX, S. 18.
[11] Ziegenrück; HHSD IX, S. 500f.
[12] Neustadt a. d. Orla [Kr. Pößneck]; HHSD IX, S. 301f.
[13] Zeitz [Kr. Zeitz]; HHSD XI, S. 519ff.
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