Holtz, Georg Friedrich von

Holtz, Georg Friedrich von (1597 – 1666)
Der „Atlant“ in Grimmelshausens Springinsfeld

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Diese Biographie wurde von Herrn Jörg Wöllper aus D -73663 Berglen-Öschelbronn erarbeitet
und freundlicherweise für die Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
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Von Holtz ist heute, obwohl er Karriere im bayerischen und württembergischen Heer machte, relativ unbekannt und er taucht in der heutigen Literatur über den großen Krieg, wenn überhaupt, nur am Rande auf.
Dabei lobte selbst Napoleon ihn für seine Rolle in der Schlacht bei Tuttlingen über alle Maßen. Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass die großen Erfolge, die die Bayern in der ersten Hälfte der 40er Jahre errangen, heute noch gerne pauschal Jan von Werth zugeschrieben werden und nicht dem überaus fähigen Generalstab, dem von Holtz angehörte. Bemerkenswert ist an dieser Karriere auch, dass der Protestant von Holtz diese Karriere im Heer des erzkatholischen Maximilian von Bayern machte.
Dieser Umstand und auch seine Überzeugung, nur in deutschen Heeren zu dienen, führte aber auch zu manchen Brüchen.
Am 1. November 1597 geboren, war er bereits nach wenigen Tagen Vollwaise.
Sein Vater war 6 Wochen vorher an der Pest gestorben. Seine Mutter, eine geborene Gaisberg, war daraufhin von ihrem Wohnsitz Welzheim zu ihren Eltern geflohen.  Die Gaisberg, die auf der Burg Waldenstein bei Rudersberg saßen, ließen aber die hochschwangere Tochter aus Angst vor Ansteckung nicht in die Burg ein, sondern wiesen ihr eine Wohnung im Vorhof zu. Ihren Sohn brachte sie dann ohne Hilfe in der Nähe an einem Brunnen im benachbarten Wald zur Welt. Dort wurden sie und ihr Kind von Bauern gefunden.
Kurz darauf starb auch sie und von Holtz verbrachte seine Kindheit bei verschiedenen Verwandten und auch die Vormünder wechselten oft.
Offensichtlich wurde in dieser Zeit nicht viel in die Bildung des Jungen investiert. Das zeigte sich, als er ab 1612 als Edelknabe in die Dienste verschiedener Adliger geschickt wurde. Diese beklagten sich diese darüber, „weilen er weder reiten, Büxen ausbutzen oder dergleichen, was einem solchen Jungen gebührt, verrichten kann“. Und sein damaliger Vormund Carl von Schmiedelfeld beklagte sich in einem Brief, „weil das grob Holtzin noch viel Abhobelns bedarf“, was viel über seine Fähigkeiten aussagt.
1619 dann ließ sich von Holtz von einem durchziehenden pfälzischen Regiment in Crailsheim anwerben. Dies führt zu einem Streit mit seinem Vormund Schmiedelfeld, dem es gelang dies rückgängig zu machen.
Letztendlich dem lästigen Mündel überdrüssig geworden, ließ Schmiedelfeld ihm dann doch noch frei, sich unterzustellen. Mit Rekommandationsschreiben versehen, bewarb er sich bei verschiedenen Regimentern.
Aber als er sich in Dienst als Edelknabe des würzburgischen Oberst Jacob Baur von Eysenek begab, war der Bruch mit der evangelischen Verwandtschaft endgültig. Schmiedelfeld legte daraufhin die Vormundschaft für von Holtz nieder. Darüber hinaus war der Eintritt ins würzburgische Regiment auch noch deswegen ziemlich unüberlegt, da seine Chancen als Protestant und ohne Gönner in einem Liga-Regiment Karriere zu machen, sehr gering waren.
Mit diesem Regiment machte von Holtz den böhmischen Feldzug auf Seiten des Liga-Heeres mit.
Als sich der Krieg in die Untere Pfalz verlagerte, trat von Holz zum ersten Mal ein wenig ins Rampenlicht.
Inzwischen zum Leutnant ernannt, nahm er an allen Schlachten des Jahres 1622 teil. Dabei wurde er dreimal verwundet. Bei Wimpfen wurde er im Handgemenge durch einen Pikenstich verwundet.
Beim Generalsturm auf Heidelberg am 15. September wurde ihm ins Bein geschossen und vor Mannheim wurde er abermals durch einen Pikenstich ins Knie verwundet. Aufgrund dieser Verwundung ist er dann „krumb bis ins Grab gegangen“.
Von Holtz scheint in diesem Jahr endgültig seinen Weg gefunden zu haben.
Vor seiner Zeit als Soldat war er ein ungebildeter, sprunghafter junger Mann, der bei seiner Verwandtschaft mehr geduldet als akzeptiert war. Jetzt kam er trotz seiner schlechten Voraussetzungen voran. Das, was ihm an Wissen und Reife fehlte, machte er durch Einsatz wett. Darüber hinaus hat er eine robuste Gesundheit, die ihn die vielen Verletzungen und das harte Lagerleben überstehen lassen.
Als der Krieg sich nach Norddeutschland verlagerte, war von Holtz mit dem würzburgischen Regiment mit von der Partie und im Lauf des Jahres 1623 wurden dann hier noch die verbliebenen Gegner, Mansfeld und Christian von Braunschweig, endgültig geschlagen. Dies nahm der Bischof von Würzburg zum Anlass, 1624 sein Regiment abzudanken, das aber Maximilian von Bayern in seinen Dienst übernehmen wollte.
Bei der Übergabe kam es zu einer Meuterei, bei der von Holtz eine tragende Rolle spielte. Er schaffte es, die Situation zu beruhigen und ließ sich nach seinen eigenen Aussagen dann auch als Erster mustern.
Das alles geschieht unter den Augen von Generalleutnant Tilly , dem dieses Regiment verliehen wird. Für von Holtz zahlt sich diese Aktion aus. Er wird zum Hauptmann ernannt, erhält eine Kompanie und hat sich darüber hinaus die Gunst Tillys erworben.
Während des Dänischen Krieges taucht dann auch sein Name immer öfters auf. Er wurde von Tilly immer wieder mit selbstständigen Aufgaben betraut und kommandierte dabei Einheiten bis zur Regimentsstärke.
Als der Dänische Krieg dann 1628 siegreich beendet wurde und eine ruhige Phase für das bayerische Heer kam, nützte dies von Holtz, um private Angelegenheiten zu ordnen. Im September 1628 kaufte er die Hälfte des Dorfes Alfdorf von Herzog Johann Friedrich von Württemberg samt der niederen Obrigkeit für 10.000 Gulden.
Am 16. März des folgenden Jahres heiratete er Anna Kunigunde Greckin von Kochendorf.
Der Kauf der Herrschaft und die Heirat zeigt zum einen, dass er inzwischen ein gewisses Vermögen erworben hat und sich als Grundherr ein ziviles Standbein zulegte. Zum anderen wird seine Lage im Bayerischen Heer, trotz der Gunst Tillys, immer unsicherer. Herzog Maximilian duldet in seinem Heer nur Katholiken in höheren Chargen und ein weiteres Fortkommen wäre für Holtz nur möglich, wenn er katholisch werden sollte. Dennoch war er mit von der Partie, als 1630 Tilly und sein damaliger Oberst Salis auf den Kurfürstentag von Regensburg reisten. Dort versuchte von Holtz mit Hilfe Tillys einen schwebenden Erbschaftsprozess beim Kaiser wieder anhängig zu machen.
Trotz des Drucks, seine Religion zu wechseln, nahm er 1631 an dem Feldzug gegen die Schweden teil.
Bei der Schlacht bei Breitenfeld ( 17. September ) konnte er dann noch einmal in bayerischen Diensten glänzen. Das Leibregiment geriet, nachdem die Sachsen in die Flucht geschlagen wurden, in das konzentrierte Feuer der Schweden. Dabei fielen Oberst Salis und der Oberstwachtmeister, Tilly wurde durch 3 Pistolenschüsse verwundet.
Von Holtz übernahm daraufhin das Kommando als ältester Hauptmann des Regiments. Als die kaiserliche Schlachtordung dann endgültig zusammenbrach, schaffte er es, das Regiment intakt aus der Schlacht zu führen und während der Nacht noch das Lager gegen die Schweden zu behaupten.
Am nächsten Morgen dann wurde das Regiment dann mit dem verwundeten Tilly in der Mitte durch die Reiter Pappenheims zur Hauptmacht gezogen. Dabei verlor das Regiment nur eine Fahne, während die beiden Regimenter, die links und rechts des Leibregiments in der Schlachtaufstellung standen, vollständig zusammengeschlagen wurden und alle ihre Fahnen verloren.
Zu Weihnachten 1631 steht von Holtz dann bereits im Dienst von Herzog Julius Friedrich von Württemberg. Von Tilly hatte er noch einen ehrenvollen Abschied erhalten und der Herzog hatte den bewährten Offizier als Oberstleutnant in Dienst genommen. Von Holtz kommandierte neben einer Freikompagnie, die er selbst geworben hatte, eines der Landregimenter.
Für von Holtz bedeutete der Wechsel einen Aufstieg, da er nun ein Regiment befehligte. Außerdem sprach für Württemberg, dass er seinen Alfdorfer Besitz als Lehen von dem Herzog erhalten hatte und die gleiche Religion.
Bis zum Herbst taktierte der Herzog noch, bis er dann aktiv an der Seite Schwedens sich am Krieg beteiligte. Die Württemberger führten in Folge vor allem im Hegau, in der Baar und im Schwarzwald im Verein mit den Schweden Krieg gegen die Kaiserlichen. Von Oktober 1632 bis zum September 1634 konnte man die Grafschaft Hohenberg mit Rottenburg, Hechingen mit dem Hohenzollern und einen großen Teils der Baar sowie des Hegaus unter die Kontrolle bringen. Hingegen konnte man Villingen nicht erobern, das sich dann immer mehr zum Stachel im württembergischen Fleisch entwickeln sollte.
Von Holtz wiederum machte sich in Folge unentbehrlich, was auch damit zusammenhing, dass viele württembergische Offiziere wegen der größeren Chancen in schwedischen Dienst wechselten. Neben seinem Kommando über das Regiment wurde er vom Herzog zur Aushebung neuer Truppen und zu Gesandtschaften verwendet.
Sein Ansehen war nicht nur bei dem Herzog groß, sondern auch bei der Ständevertretung, die im Herzogtum ein bedeutender Machtfaktor darstellte.
Er ist bei dem Zug der Württemberger unter Oberst Rau im Hegau und in der Baar um den Jahreswechsel 1632 / 33 mit von der Partie. Dabei werden Radolfzell und Rottweil erobert, während die erste Belagerung Villingens fehlschlägt.
Im Sommer 1633 nimmt man einen zweiten Anlauf, Villingen einzunehmen. Von Holtz ist hier schon einer der führenden Offiziere. Aber auch diese Belagerung schlägt fehlt und Rau wird entlassen. Insgesamt gesehen hatte Rau die Belagerung nur halbherzig betrieben und der Tiefpunkt der ganzen Aktion war die Eroberung des schlecht gesicherten württembergischen Lagers am 17.September. Die Villinger wiederum hatten in Folge das gesamte württembergische Umland ausgeplündert und mauserten sich zu einem lokalen Machtfaktor. Die kleine Garnison und die wehrhaften Bürger waren an Kampfkraft und Motivation den Bauern der württembergischen Landregimentern haushoch überlegen. Die Landregimenter wiederum wurden nur mangelhaft versorgt und die Bauernsoldaten desertierten haufenweise.
Im September wurde von Holtz dann auch noch zur Belagerung Konstanzs abgezogen.
Beim dritten Anlauf, Villingen einzunehmen, wurde dann von Holtz im Frühjahr 1634 zum Befehlshaber der Württemberger ernannt. Dieses Mal ging man erheblich methodischer vor und berücksichtigte die eigenen Schwächen. Die folgende Belagerung wies dann auffällige Parallelen zur erfolgreichen Belagerung Wolfenbüttels 1628 durch Liga Truppen unter Generalwachtmeister Pappenheim auf. Dieser hatte seinerzeit aus Mangel an Truppen und Artillerie die starke Festung mittels eines Damms unter Wasser gesetzt und so zur Übergabe gezwungen. Daher ist es gut möglich, dass die Idee zu dieser Belagerung von dem ehemaligen Liga-Offizier von Holtz kam und nicht, wie bisher vermutet, von einem entfernten Verwandten Pappenheims aus der Stühlinger Linie.
Von Holtz ließ erst die Lage um die Stadt sondieren. Dann ging er daran, ein befestigtes Lager in der Nähe der Stadt anzulegen. Anschließend begann man mit dem Dammbau an der engsten Stelle des Tals unterhalb Villingens. Zur Deckung des Werks waren zuvor 2 Schanzen angelegt worden, die über einen Laufgraben mit dem Lager verbunden waren. Die Ausfälle ins Umland konnte man zwar mangels Kavallerie nicht unterbinden. Ein abkommandiertes schwedisches Reiterregiment konnte zumindest den Villingern Paroli bieten und so den Dammbau decken. Verzögerungen hatte es immer wieder wegen der unzureichenden Unterstützung und durch abkommandierte Abteilungen gegeben. Aber ab August begann für die Villinger die Lage zunehmend kritisch zu werden. Zwar konnte man immer noch Streifzüge in die Umgebung unternehmen, aber das Wasser rückte unaufhörlich näher und man mahnte Entsatz von den Bodenseefestungen der Kaiserlichen an.
Den Wendepunkt brachte dann die Schlacht bei Nördlingen am 6. September. Neben den Schweden wurde hier auch ein starkes württembergisches Korps geschlagen und in Folge wurde von Herzog Eberhard die Aufhebung der Belagerung von Villingen befohlen.
Von Holtz sollte sich mit seiner Truppe dem Rheingrafen Otto Ludwig anschließen und darüber hinaus 100 Musketiere unter dem Major Konrad Widerhold zur Festung Hohentwiel schicken. Beim nachfolgenden Rückzug zeigte von Holtz dann wieder die Eigenschaften, die ihn schon bei Breitenfeld ausgezeichnet hatten. In dieser schwierigen Situation behielt er die Nerven und konnte so seine Truppe zusammenhalten. Er zog erst die umliegenden Garnisonen an sich und zog über den Schwarzwald, um sich bei Straßburg mit den Rheingrafen zu vereinigen. Und er nützte seine Ortskenntnisse aus, um sich die Verfolger unter Werth und dem Herzog von Lothringen vom Leib zu halten.
Da er hauptsächlich Infanterie unter sich hatte, benutzte er Wege, auf denen die Kavallerie nicht schneller voran kam als seine Truppe. Diese bestand aus 3 Regimentern Fußvolk, 200 Dragonern und einigen Regimentsstücklein.
Bei Kehl kam es dann am 17. September zum Zusammenstoß mit den Verfolgern. Die Württemberger und die Rheingräflichen hatten sich in den Schanzen von Kehl aufgestellt, um die Rheinbrücke zu verteidigen.
Den Herzog von Lothringen und Werth konnten sie mit einem ungestümen Angriff aus dem Ort werfen, aber die Brücke über den Rhein konnte von Holtz halten.
2000 Mann Geworbene und Landvolk hatte Holtz letztendlich dann auf die sichere linke Rheinseite gebracht. Der Herzog ließ diese dann in Folge zu einem Regiment reformieren und beförderte Holtz zu dessen Oberst.
Dieses Regiment war dann bis zum September 1635 Bestandteil des Heers Bernhards von Weimar und war auch formell dem Heer des Heilbronner Bundes eingegliedert. Dann wurde es abgedankt. von Holtz sorgte dabei noch für die Württemberger, die nach Hause ziehen wollten, indem er Geleitbriefe von dem kaiserlichen Oberst Epp beschaffte, der bei Oberkirch lag. Ihn kannte er aus seiner Zeit als Liga-Offizier.
Er selber hatte sich entschieden, sich auf seine Güter zurückzuziehen.
Ein Angebot in französische Dienste zu treten, hatte er ausgeschlagen, weil er nicht bei Ausländern dienen wollte. Überhaupt scheint er die Lust am Soldatenhandwerk verloren zu haben.
Die Verbindung mit dem württembergischen Herzog dagegen blieb bestehen. Dieser stellte ihm, sollte er sein Land wieder erhalten, die Stelle des Obervogts von Göppingen in Aussicht und darüber hinaus sollte er die andere Hälfte Alfdorf für seine Aufwendungen erhalten. Dagegen verpflichtete sich von Holtz gegenüber dem Herzog, dass er bei ihm um Erlaubnis nachsuchen würde, sollte er wieder einen Kriegsdienst nehmen.
Im Januar 1636 traf er dann in Alfdorf ein. Es hatte noch einige Schwierigkeiten gegeben, da er bei der kaiserlichen Regierung von Stuttgart verleumdet wurde. Aber dank seiner Beziehungen zum kaiserlichen und bayerischen Heer konnte er die Vorwürfe entkräften.
Sein Besitz war zu dieser Zeit, wie überhaupt der ganze Raum, in einem desolaten Zustand. Was nicht unmittelbar nach der Nördlinger Schlacht geplündert worden war, kam bei der Belagerung Schorndorfs im Spätherbst 1634 in Abgang. Von den ursprünglich 160 Häusern des Dorfes standen nur noch 40 und ein Großteil der Bevölkerung war an der Pest gestorben. Während dieser Zeit war auch seine gesamte Verwandtschaft an der Seuche gestorben, so dass er inzwischen der Letzte seiner Familie war.
Von Holtz bezog mit seiner Frau und Tochter Catherina Margaretha das nahezu unbewohnbare Schloss im Ort und verwaltete von dort aus in den nächsten beiden Jahren seine Güter.
Anfang 1638 änderte sich dann Situation für von Holtz. Herzog Eberhard stand kurz davor, sein Land wieder vom Kaiser zurückzuerhalten. Von Holtz hätte dann gute Aussichten gehabt, Obervogt zu werden. Aber stattdessen sollte er wieder in Kriegsdienste treten. Herzog Bernhard von Weimar hatte überraschend im Januar von der Schweiz aus seinen Feldzug eröffnet und rasch am Hochrhein Fuß gefasst. Beim Entsatz der von ihm belagerten Kaiserlichen Festung Rheinfelden kam es dann zu einer Doppelschlacht, bei dem ein Großteil des bayerischen und kaiserlichen Offizierkorps vom Weimarer gefangen genommen wurde.
Von Holtz wurde daraufhin von Herzog Maximilian von Bayern aufgefordert, als Oberst und Generalquartiermeister ins bayerische Heer einzutreten. Nachdem er noch von Herzog Eberhard die Erlaubnis dazu erhalten hatte, trat er am 23. Mai offiziell in das bayerische Heer ein.
Maximilian hatte sich wohl aufgrund der prekären Lage und mangels Alternativen entschlossen, dem Protestanten diese Stellung im Generalstab anzubieten. Während dem Rest des Jahres drehte sich das Kriegstheater dann um die kaiserliche Hauptfestung Breisach, die von Bernhard von Weimar belagert wurde.
Von Holtz nahm am 9. August an der Schlacht bei Wittenweier teil, die die Bayern im Verein mit den Kaiserlichen verloren. Weitere Entsatzversuche der Kaiserlichen, darunter die Schlacht an der Schiffsbrücke, schlugen fehl und Breisach kapitulierte schließlich im Dezember.Vorher war schon wegen des unglücklichen Verlaufs des Feldzugs Feldmarschall Götz festgenommen worden, während der andere kaiserliche Befehlshaber, Savelli, dank seiner guten Beziehungen schnell aus der Kritik kam.
Von Holtz mußte dabei einen Bericht zu Wittenweier anfertigen, in dem er Savelli die Hauptschuld für die Niederlage gab.
Nach diesem spektakulären Erfolg, war abzusehen, dass der Weimarer im nächsten Jahr seinen Feldzug gegen Württemberg und Bayern richten würde. Die demoralisierten Kaiserlichen und Bayern bezogen aber ihre Winterquartiere in Süddeutschland. Für von Holtz sollte sich dagegen die Lage in den ersten Monaten des Jahres 1639 bessern. Im März bekam er von Herzog Eberhard für seine Auslagen die andere Hälfte von Alfdorf verliehen und im Mai wurde ihm ein Fußregiment verliehen. Damit hatte er sich im bayerischen Heer endgültig etabliert.
Das große Kriegsgeschehen kam in diesem Jahr recht spät in Gang. In Erwartung, dass Bernhard von Weimar seinen Feldzug nach Osten beginnen würde, standen die Bayern, sie trugen in den folgenden Jahren die Hauptlast in der Region, abwartend in der Gegend von Tuttlingen.
Vermutlich um Weimar in die Gegend zu locken, begann man gegen die Festung Hohentwiel vorzugehen.
Ihr Kommandant hatte im November 1637 sich in die Dienste von Bernhard von Weimar begeben, als abzusehen war, dass bei der Rückgabe Württembergs an Herzog Eberhard der Hohentwiel an die Kaiserlichen übergeben würde.
Dadurch kam Bernhard zu einer starken Festung auf der rechten Rheinseite mitsamt einem umfangreichen Belagerungspark und während der ersten Monate seines Feldzugs 1638 spielte dann der Hohentwiel eine größere Rolle im Kriegsgeschehen. Um Weimar bei einem Entsatz zu überraschen, waren bei den ersten Angriffen nur Kontingente aus den Bodenseefestungen beteiligt, während die Bayern sich im Hintergrund hielten.
Am 19. Juli starb dann Bernhard von Weimar in Neuenburg, ohne dass er seinen Feldzug eröffnet hatte. Auf bayerischer Seite glaubte man nun, dass der Kommandant die Festung übergeben würde und von Holtz wurde zu Verhandlungen bestimmt. Kommandant der Festung war jener Konrad Widerhold, den von Holtz 1634 bei Abbruch der Villinger Belagerung auf die Festung geschickt und verpflichtet hatte, sie unter allen Umständen zu halten. Die beiden trafen sich dann auch zu einer Unterredung im benachbarten Singen.
Dabei ging es offensichtlich recht freundschaftlich zu, was im katholischen Lager Misstrauen hervor rief. Erreicht hatte von Holtz dennoch nichts und die Kämpfe um die Festung gingen weiter. Wohl wegen seiner Kenntnisse von der Festung wurde von Holtz zum Belagerungskommandanten ernannt, nach dem das Hauptheer im September abzog. Von Holtz hatte 3 Regimenter zu Verfügung und versuchte von der benachbarten Burgruine Staufen die Festung zu blockieren, was aber nicht gelang. Als sich dann im Oktober das große Kriegsgeschehen nach Norden verlagerte, wurde die Belagerung am 25. Oktober abgebrochen und die 3 Regimenter zogen zum Hauptheer.
In den nächsten 3 Jahren war er dann bei den Feldzügen des Bayerischen Heeres im Rheingau, Thüringen, Hessen, Franken und im Kurfürstentum Köln teil. Dabei führte er beim Winterfeldzug 1641 um Regensburg die Avantgarde der kaiserlich-bayerischen Truppen. Ende 1641 nahm er dann an einer Beratung in Konstanz teil, bei der wieder einmal um die Festung Hohentwiel ging. Nachdem von Holtz 1639 hier gescheitert war, war auch ein spanisches Heer 1640 nicht erfolgreicher gewesen. Aber an dieser letztendlich auch gescheiterten Belagerung der Bergfestung Ende 1641 nahm er nicht teil.
Ende 1642 kam dann von Holtz wieder nach Südwestdeutschland und es begann die erfolgreichste Zeit der bayerischen Armee in der zweiten Hälfte des großen Krieges.
Anlass hierfür war, dass wieder einmal der Herzog von Lothringen mit seiner Armee nach Schwaben zog, um sich hier mit den bayerischen Korps unter Franz von Mercy zu vereinigen.
Von Holtz war dazu mit seinem Regiment zur Verstärkung von Mercy abkommandiert worden.
Um die Vereinigung zu verhindern zog das französisch-weimarische Heer unter Guebriant aus ihren Winterquartieren in Mainfranken in die Gegend von Heilbronn. Die Vereinigung konnte man dann zwar nicht mehr verhindern, aber man versuchte nun statt dessen nach Osten bzw. Bayern zu ziehen.
Im Folgenden spielte sich das Kriegsgeschehen in den nächsten Jahren auf eine typische Art und Weise ab.
Kriegsschauplatz wurde der ganze Südwesten. Die Bayern verteidigten hier ihr Land gegen das französisch-weimarische Heer. Den Angreifern verlegte man immer wieder den Weg, in dem man eine vorteilhafte Stellung bezog und dann die Schlacht anbot.
Des weiteren überfielen die Bayern mit ihrer hervorragenden Kavallerie immer wieder ihre Gegner in den Quartieren. Dabei konnte man immer wieder das franzöisch-weimarische Heer empfindlich schlagen, das von Hochkarätern wie Turenne oder Conde kommandiert worden. Eine treffende Beschreibung für die Gründe dieser Erfolge und die Rolle von Holtz liefert dabei Grimmelshausen in seinen „Springinsfeld“:
Umb diese Zeit stunde es umb unsere Armee überaus wohl / dann wir hatten an dem Mercy eine verständigen und dapfferen General / an dem von Holtz gleichsamb einen Atlanten / der die Beschaffenheit aller Weeg / Steg / Päss / Berg / Flüss / Wälder / Felder und Thäler durch ganz Teutschland wohl wußte / dahero er das Heer beydes in marchirn und logirn zum aller vorteilhafftigsten führen und ein quartieren: Auch wann es an ein schmeissen gehen sollte / seinen Vortel bald absehen konnte , am Ion de Wird hatten wir einen praven Reutters-Mann ins Feld mit welchen die Soldaten lieber in eine Occasion als in ein schlechtes Winter Quartier giengen / weil er den Ruhm hatte / daß er beydes in offentlichen Fechten und Verrichtung seiner heimlichen Anschläge sehr glückseelig sey ; an dem Württemberger Land und dessen Nachbarschafft hatten wir einen guten Brod-Korb / welches schiene / als wann es nur zu unserem Unterhalt und unsere jährliche Winter Quartier darinnen zunemmen / …… ( Kapitel 18 ).
Bei dem Winterfeldzug 1642/43 spielten sich die Kämpfe im mittleren Neckarraum ab.
Eine Schlacht bot man den Franzosen bei Kirchheim an, die sie aber nicht annahmen. Aber die Hauptarbeit verrichtete Werth mit seinen ständigen Überfällen auf die Quartiere. Vom Remstal bis in die Tübinger Gegend wurde der Gegner immer heimgesucht und erlitt erhebliche Verluste. Angeschlagen zogen sich die Franzosen schließlich in die Breisacher Gegend ab, um sich hier zu erholen.
Im Juni versuchte Guebriant durch den Hegau in Richtung Oberschwaben zu ziehen. Hier wurde ihm bei Salem wieder der Weg verlegt.
Stattdessen versuchte er dann Rottweil zu erobern, aber auch hier durchkreuzten die Bayern seine Pläne. Kurz bevor Guebriant vor der Stadt erschien, konnten sie Garnison verstärken. Dann musste dieser die Belagerung abbrechen, als das ganze bayerische Heer in der Umgebung erschien, worauf man sich wiederum nach Breisach zurückzog.
Im Oktober unternahm dann Guebriant einen neuen Anlauf, um Rottweil zu erobern, da er inzwischen erheblich durch französische Regimenter verstärkt worden war. Bei der Belagerung konnten die Bayern unter Spork zwar eine detachierte Kavallerie-Abteilung unter Generalmajor Rosen schlagen. Aber auf Grund ihrer Überlegenheit konnten die Franzosen schließlich dann doch noch Rottweil am 19. November erobern, während die Bayern im Raum Tübingen standen. Mit Rottweil hatten die Franzosen jetzt eine starke Festung östlich des Schwarzwalds erobert und von hier aus wollten die Franzosen dann im Frühjahr nach Osten ziehen. Einstweilen bezog man aber in der Nähe um Tuttlingen herum Winterquartiere und eine gewisse Unentschlossenheit griff um sich, da Guebriant bei der Belagerung schwer verwundet worden war und das Kommando an den Feldmarschall Rantzau abgegeben hatte.
Die Bayern wiederum waren, nachdem die Franzosen ihre Winterquartiere bezogen hatten, in einem Bogen über die Schwäbische Alb in den Raum Sigmaringen gezogen. Vorher hatten sie die Lage sondiert und erkannt, dass ihre Gegner ohne jede Sicherung in ihren Quartieren lagen.
Man beschloss daraufhin den Gegner zu überfallen. Als Verstärkung hatte man noch ein kaiserliches Korps unter Hatzfeldt und 6 lothringische Reiterregimenter an sich gezogen.
Den Plan für den Überfall arbeitete von Holtz aus und spielte hier seine Ortskenntnisse sowie seine Erfahrung in der Organisation von Märschen aus. Der Anmarsch erfolgte über einen Weg, der erst kurz vor Tuttlingen aus dem Wald kam und nicht als überregionale Straße verzeichnet war. Daher rechneten die Franzosen überhaupt nicht damit, von hier aus von der ganzen gegnerischen Armee angegriffen zu werden.
Man war am 24. November morgens bei Meßkirch aufgebrochen und war den ganzen Tag marschiert. Einmal hatte man die Vorhut 1,5 Stunden angehalten, damit der Groß wieder aufschließen konnte. Als man dann nachmittags um 3 Uhr bei Tuttlingen auftauchte, herrschte ein starkes Schneetreiben, das darüber hinaus zur Überraschung beitrug. Die Vorhut, die aus den Dragonern des Obersten Wolf bestand, eroberten als erstes den Artilleriepark, der auf dem Friedhof zwischen der Stadt und der Honburg war. Als nächstes blockierte Reiterei unter Werth die Stadt. Gleichzeitig berannte ein Trupp Reiter die Honburg, eine kleine Festung auf einem Hügel über der Stadt, und eroberte sie mühelos. Diesen Trupp befehligte von Holtz selber.
Nachdem die Hauptmacht der Armee sich vor Tuttlingen entwickelt hatte, zog die Reiterei weiter nach Möhringen und Mühlheim und blockierte dort die einquartierten Regimenter. Am nächsten Tag kapitulierten dann die überraschten Franzosen in allen 3 Orten.
Die vereinigte Armee hatte bei diesem Überfall nur wenige Mann verloren. Beim Gegner waren neben einem Großteil der bewährten weimarischen Regimentern auch viele französische Kernregimenter zerschlagen worden, die noch im Vorjahr die spanische Armee bei Rocroi vernichtet hatten. Einzig einige Regimenter Reiterei unter Generalmajor Rosen konnte sich retten, die sich über Rottweil ins Rheintal flüchteten.
Zwar hatten die Franzosen ihre Sicherung sträflich vernachlässigt, aber der vollständige Sieg war durch eine kluge Organisation im Vorfeld und die klare Zuweisung von einzelnen Aufgaben errungen worden.
Nicht umsonst nennt dann auch Napoleon die Schlacht als Paradebeispiel für einen gelungenen Überfall.
Mit der Übergabe Rottweils am 4. Dezember war dann der Feldzug in diesem Jahr für die Bayern beendet.
Bei der vorhergehenden Belagerung war von Holtz noch durch eine Kugel an der linken Seite verletzt worden.
Den Feldzug 1644 begannen die Bayern wieder Erwarten recht spät. Die Armee lag lange im Winterquartier und die erste größere Aktion war die Belagerung Überlingens, das man am 20. Mai durch einen Akkord einnahm. Herzog Maximilian von Bayern setzte nach diesem großen Sieg eher auf Verhandlungen mit Frankreich und hielt deshalb seine Armee zurück.
Darüber hinaus war die Reiterei heruntergekommen und litt unter Pferdemangel.
Als nächstes ging man daran, wieder einmal den Hohentwiel zu blockieren und wieder Erwarten ging dieses Mal der Kommandant einen Waffenstillstand ein.
Der Sitzkrieg wurde dann am 4. Juni beendet, als die neu formierte weimarisch-französische Armee unter Feldmarschall Turenne bei Donaueschingen die bayerischen Vorposten zusammenschlug.
Die Bayern unter Mercy marschierten daraufhin über den Schwarzwald und eroberten Freiburg.
Turenne stand währenddessen abwartend in der Nähe, um Breisach zu decken, da er mit dem neu formierten Heer den Bayern nicht gewachsen fühlte.
Die ganze Sache eskalierte letztendlich, als Condé mit dem französischen Heer auftauchte und die Bayern angriff. In bewährter Manier hatten diese sich verschanzt und konnten an den 2 Tagen ( 3. und 5. August ) der Schlacht bei Freiburg den Angreifern schwere Verluste beibringen. Dabei wurde aber das Regiment von Holtz am ersten Tag zusammengeschlagen, als die Franzosen die Schanze eroberten, die man verteidigte.
Die Franzosen hatten zwar die Schlacht verloren, konnten aber ihre Verluste wieder schnell ersetzten, da sie aus ihren umliegenden Garnisonen Mannschaften an sich zogen. Die Bayern hingegen kamen aufgrund ihrer langen Nachschublinien jetzt immer mehr ins Hintertreffen.
Und Condé versuchte dann auch noch am 9. August die Bayern von ihrem Nachschub abzuschneiden. Er rückt mit seiner Armee über das Glottertal auf St. Peter vor. Durch diesen Marsch akut bedroht, brachen die Bayern zum Rückzug über den Schwarzwald auf.
Bei St. Peter kam es dann zu einem Gefecht, bei dem die Bayern Teile ihrer Artillerie und den Tross verloren, aber letztendlich den Gegner dann doch noch abschütteln konnten.
Beachtlich hierbei die Leistung der bayerischen Armee bei dem von von Holtz organisierten Marsch. Noch in der Nacht war von Freiburg aus aufgebrochen und hatte die Armee in 3 Kolonnen geteilt, die dann auf verschiedenen Wegen die Hochebene bei St. Peter erreichten. Hier lieferte man sich ein Gefecht mit der feindlichen Avantgarde und zog dann weiter nach Villingen. Bei der Schanze am Hohlen Graben ließ man eine Nachhut zurück, wo dann auch der Gegner letztendlich die Verfolgung abbrach. Am Abend erreichte man dann in guter Ordnung Villingen. Dabei hatte die Armee den Schwarzwald von Westen nach Osten überquert und rund 70 Kilometer zurückgelegt. In einem Parallelmarsch zogen die beiden Armeen dann nach Norden, wobei die Franzosen praktisch den Rhein bis Koblenz erobern konnten, während die Bayern sich darauf beschränkten, ihr Land zu decken.
Im Frühjahr 1645 hatte man es dann nur noch mit dem französisch-weimarischen Heer unter Turenne zu tun. Dieser war mit seiner Armee aus den Winterquartieren in der Rheinpfalz nach Württemberg aufgebrochen, wo die Bayern lagen. Sein Ziel war aber die reiche Gegend um Tauberbischofsheim, wo sich seine Truppen erholen sollten. Hier glaubte er sicher zu sein, da man auf französischer Seite der Meinung war, aufgrund der Verhandlung würde der bayerische Herzog seine Armee zurückhalten. Die bayerische Generalität dagegen hatte recht schnell erkannt, dass Turenne seine Regimenter in einem großen Umkreis verteilt hatte und inszenierte abermals einen Angriff im Stile Tuttlingens. Wieder rückte man dem Feind mit einem schnellen Marsch auf den Leib, aber dieses Mal konnte man ihn nicht vollständig überraschen.
Aber das Ergebnis war dasselbe wie bei Tuttlingen. Turenne verlor an diesem 5. Mai seine gesamte Infanterie und Artillerie und einen Großteil seiner Kavallerie. Er hatte zwar noch bei dem Ort Herbsthausen seine Armee aufstellen können, aber er war zahlenmäßig unterlegen, da viele seiner Regimenter aus den weiter entfernten Quartieren noch nicht auf dem Schlachtfeld eingetroffen waren.
Auch bei dieser Schlacht hatte von Holtz den Marsch organisiert. Das bayerische Heer zog, nachdem die Franzosen vernichtend geschlagen worden waren, an den Rhein und anschließend nach Hessen.
Aber als wiederum Condé mit einem weiteren französischen Heer auftauchte, zogen sich die Bayern nach Heilbronn zurück. Die Franzosen hatten sich inzwischen mit den Hessen und einem schwedischen Heer vereinigt und waren daher den Bayern überlegen.
Die Schweden trennten sich zwar bald wieder von ihren Verbündeten, aber trotzdem wurde Condé offensiv.
Das folgende Geschehen spielte sich wie in den Jahren zuvor ab. Mit geschickten Märschen verlegten die Bayern immer wieder den Weg nach Osten. Letztendlich bot man im Nördlinger Ries die Schlacht an. Man hatte sich auf einer Anhöhe bei dem Dorf Alerheim verschanzt und das Dorf sowie ein benachbartes Schloss in die Linie mit einbezogen. Am 3. August um 5 Uhr abends ließ dann Condé gegen diese starke Stellung Sturm laufen. Wie bei Freiburg suchte er auch hier ohne Rücksicht auf Verluste die Entscheidung. Die Schlacht war für ihn praktisch schon verloren, der rechte Reiterflügel war geflüchtet und die Infanterie im Zentrum hatte schwere Verluste erlitten, als er seinen linken Flügel zum Sturm antreten ließ. Der französische linke Flügel warf die Bayern aus ihren Stellungen und letztendlich zogen diese sich in der Nacht auf Donauwörth zurück.
Fatal wirkte es sich für die Bayern aus, dass Mercy im Dorf Alerheim in den Kopf geschossen wurde und in der Nacht starb. Daher glitt ihnen der fast schon sichere Sieg aus den Händen, da keiner der anderen Offiziere das Kommando übernahm und die Schlacht in Einzelaktionen zersplitterte.
Faktisch hatten die Franzosen die Schlacht gewonnen, aber auch sie hatten wie die Bayern schwerste Verluste erlitten. In Folge konnten dann die Bayern sie im Lauf des Jahres an den Rhein zurückdrängen.
Von Holtz kam dabei in seine Heimat und das Heer lagerte bei Steinenberg/Rudersberg ganz in der Nähe seines Besitzes.
Für die üblichen Ausschreitungen wurde er dann von dem Adelberger Abt Schönheinz, der hier Grundherr war, verantwortlich gemacht. Er bezeichnete von Holtz dabei als Ketzer und schlimmsten Katholikenhasser.
Sicherlich kannten die beiden sich von mancherlei Streitigkeiten, die sie als benachbarte Grundherren auszufechten hatten, und vor allem, da der in Folge des Restitutionsedikts eingesetzte Abt hier seine Stellung ausbauen wollte.
Das Jahr 1646 brachte von Holtz dann eine Beförderung. Er wurde am 11. Juni zum Generalwachtmeister ernannt und gab die Stelle des Generalquartiermeisters an Oberst Marimont ab.
Der Krieg selber spielte sich in diesem Jahr ohne größere Ereignisse ab.
Aber die Bayern wurden immer mehr ins eigene Land abgedrängt, was unter anderem daran lag, dass das schwedische Heer zum ersten Mal nach dem Desaster von Nördlingen wieder in Süddeutschland in den Krieg eingriff. So hatten die Schweden die Festung Rain am Lech eingenommen und Augsburg belagert. Darüber hinaus hatten sie an die 100 Dörfer in Bayern eingeäschert. Herzog Maximilian war daraufhin aus München geflohen und hatte ernsthafte Waffenstillstandsverhandlungen begonnen, die dann am 11. März 1647 zu einem Abschluss in Ulm führten.
Während des Winters hatte sich von Holtz noch an der Belagerung Weissenburgs in Franken beteiligt, das am 2. Februar durch Akkord eingenommen wurde. An der Belagerung von Schweden besetzten Stadt war neben Teilen der bayerischen Armee war außerdem ein kaiserliches Korps beteiligt.
Der Waffenstillstand selber führte dann zu einer Krise in der bayerischen Armee. Feldmarschall Geleen legte unmittelbar sein Kommando über die Armee aus Protest nieder. Vollends eskalierte die Situation, als der General der Kavallerie Werth mit den Truppen zum Kaiser übergehen wollte.
In diese Aktion wurde dann auch von Holtz verwickelt, als Werth ihm einen Marschbefehl für die Infanterie nach Böhmen gab. Als man aber wegen dieses Befehls beim Kurfürsten Rückfrage hielt, stellte sich der wahre Sachverhalt heraus. Ergebnis der sogenannten Meuterei war dann, dass Werth nur mit wenigen Offizieren bei den Kaiserlichen ankam, während die Armee dem Kurfürsten treu geblieben war.
Von Holtz selber hatte unter anderem dem Kurfürsten 2 kaiserliche Schreiben zukommen lassen, die ihn zum Übertritt aufforderten. Diese Haltung brachte ihm dann am 20. Juli die Beförderung zum Feldmarschallleutnant ein.
Der umstrittene Waffenstillstand wurde dann von Maximilian selber in Lauf des Jahres erst gegenüber den Schweden im September und dann gegenüber den Franzosen am 29. Dezember aufgekündigt. An der Seite der Kaiserlichen begann man mit Hilfskorps von 8.000 Mann von neuem den Krieg.
Oberbefehlshaber der Bayern wurde Feldmarschall Gronsfeld.
Man vertrieb Ende 1647 noch gemeinsam die Schweden aus Böhmen und bezog dann in Franken die Winterquartiere. Von Holtz lag um diese Zeit mit dem Generalstab in Kitzingen bei Würzburg.
Im Frühjahr wurden man dann von den Schweden und Franzosen, die jetzt gemeinsam operierten, nach Bayern abgedrängt. Dabei kam es in der Nähe von Augsburg zur letzten Schlacht des Großen Kriegs.
Bei Zusmarshausen wurden die abziehenden Kaiserlichen und Bayern von ihren Feinden eingeholt und in mehren Gefechten geschlagen.
Dabei verloren die Kaiserlichen ihren Befehlshaber Feldmarschall Holzappel.
In der Folge zog man sich bis an den Inn zurück und gab ganz Bayern preis, worauf Gronsfeld abgesetzt wurde. Beim anschließenden Personalkarussell erhielt von Holtz dann noch die Beförderung zum Generalfeldzeugmeister, während Enkevoirt bayerischer Feldmarschall und Piccolomini kaiserlicher Feldmarschall wurde. Am Inn konnte man den Vormarsch des Feindes aufhalten, wobei hier auch das Hochwasser eine große Rolle spielte. Als sich die Franzosen und Schweden mangels Proviant zurückziehen mussten, verlagerte sich der Krieg an die Isar. Hier kam es dann noch einmal zu einem größeren Treffen bei Dachau, wo nun der inzwischen kaiserliche General der Kavallerie Werth die Hauptrolle spielte.
Als der Frieden in Münster und Osnabrück unterzeichnet wurde standen die Schweden wieder in Schwaben und Franken, während Bayern in diesem Jahr nochmals verwüstet wurde.
Im folgenden Jahr war von Holtz damit beschäftigt, die bayerischen Regimenter abzudanken. Dabei kam es immer wieder zu Streitigkeiten, da die Soldaten mit den Abfindungsgeldern nicht zufrieden waren.
Dies wuchs im Falle des Dragoner Regiments Bartels zu einer Meuterei aus, die von Holtz mit Hilfe loyaler Truppen niederschlug. Am 26. September wurde er dann selber auf eigenen Wunsch selber aus dem bayerischen Heer entlassen. Sein Regiment selber wurde wenig später auch abgedankt.
Schon Anfang 1650 ist dann von Holtz als Obervogt von Schorndorf, Winnenden und Waiblingen im Dienst von Herzog Eberhard von Württemberg.
Daneben wurde er zum Generalkommandanten aller Festungen und Kriegsvölker in Württemberg ernannt. Sein Rang war dabei der eines Generalzeugmeister. In Folge sollte er dann die württembergische Landesdefension aufbauen und die Landesfestungen wieder in Stand setzen. Dabei wurden an den Festungen anfangs nur kleinere Reparaturen vorgenommen und ab 1655 dann wieder größere Bauvorhaben angegangen.
Die Landesdefension wurde dabei wieder auf den Stand wie vor dem Krieg gebracht. Das heißt, aus den tauglichen Untertanen wurden 4 Regimenter gebildet. Ausgebildet wurden diese von erfahrenen Offzieren, die vielfach gleichzeitig Vögte von Amtsbezirken waren.
Die berühmtesten unter ihnen waren Konrad Wiederhold, der zu der Zeit den Titel des Oberkommandanten der Festung Hohentwiel führte und Ludwig von Schmidberg, vormals in schwedischen und französischen Diensten. Daneben verwaltete er seinen Besitz Alfdorf und war der Direktor des Ritterkantons Kocher.
Als Direktor des Ritterkantons hatte er dann nochmals mit Ablösungsgeldern zu tun, wobei es dieses Mal die der schwedischen Armee war.
In diesen Positionen war er dann die nächsten 14 Jahre mit dem Aufbau nach dem verheerenden Krieg beschäftigt. 1664 spielte der nun 67jährige mit dem Gedanken, als Feldzeugmeister ins kaiserliche Heer einzutreten. Der Türkenkrieg reizte den alten Herren noch. In einem Schreiben an den Herzog führt er an, dass er bei der allgemeinen Not nicht stillsitzen könnte und auch seine Gesundheit entsprechend wäre.
Dabei dürfte aber auch, dass sein Einfluss beim Herzog inzwischen am Schwinden war, eine Rolle gespielt haben.
Kaum 2 Jahr später, am 10. August 1666, starb dann von Holtz in Aldorf an einem Schlaganfall. Er hinterließ seine Frau, einen Sohn und eine Tochter.
Bemerkenswert an seiner militärischer Laufbahn ist, dass er fast den gesamten Krieg mitgemacht und dabei die ganze Entwicklung dieser Zeit durchlaufen hatte.
Zu Anfang des Krieges ist er ein Söldner, der dort Dienst nimmt, wo er bezahlt wird. Im Liga-, später Bayerischen Heer lernt er in untergeordneter Stellung die spanische Kriegskunst des Großmeisters Tilly kennen.
Als Abschluss dieser Zeit steht die Schlacht bei Breitenfeld, wo er sozusagen sein Gesellenstück abliefert.
In württembergischem Dienst 1632 – 1636 gelangt er in höhere Stellen. Neben einem Kommando über ein Regiment versieht er immer mehr Generalstabsarbeit. Daneben liefert er Gutachten und wird bei Gesandtschaften eingesetzt.
Etwa zeitgleich mit dem Niedergang der Kriegsunternehmer im Stile Wallensteins wird er vom Söldner zum loyalen Landesdiener, der verschiedenen Posten versieht.
Die Entlassung 1636 aus württembergischem Dienst stellt zwar vorerst das Ende seiner Karriere dar, aber das Fundament für sein weiteres Vorkommen ist gelegt.
Den Umschwung bringt das Jahr 1638, in dem er wieder bayerischer Offizier wird. Hier ist er von Anfang an im Generalstab und steigt bis zum Kriegsende kontinuierlich auf.
Als Feldzeugmeister erlebt er hier und die bayerische Armee seine erfolgreichste Zeit.
Was heute gerne als zielloses Umherziehen der Heere angesehen wird, war die Anpassung an die schwedische Kriegführung der schnellen weitreichenden Operationen.
Dabei war sein Können als Organisator der Märsche ein wesentliches Element des Erfolges der Bayern, die zu der Zeit als bestes Heer Europas galten.
Von seinem Naturell ist er der Organisator, was seine Planung der Tuttlinger Schlacht zeigt.
Der vollständige Erfolg stellt sich hier durch eine umsichtige Planung ein und nicht durch eine schneidige Attacke. Darüber hinaus behält er in kritischen Situationen kühlen Kopf und meistert so schwierige Lagen.
Anders als heute vielfach den damaligen Akteuren unterstellt, hat er wie viele andere Offiziere feste Grundsätze und nimmt wegen ihnen auch Nachteile in Kauf.
Seine Religion bremste gerade im Heer des katholischen Kurfürsten Maximilian von Bayern lange Zeit sein Fortkommen. Dass er trotzdem hier Karriere macht, spricht für sein Können und nicht zuletzt für seine Loyalität.
Darüber hinaus lehnt er es ab, in ausländische Dienste zu treten, was gerade 1636 naheliegend gewesen wäre.
Auch bricht er nach seinem Ausscheiden aus württembergischem Dienst 1635 nie den Kontakt zu Herzog Eberhard ab. Er berichtet ihm bis zu seinem Ausscheiden aus bayerischen Diensten 1649 immer wieder über die Geschehnisse. Sozusagen auf beiden Seiten stehend, setzt er immer wieder seine Verbindungen zu seinem Vorteil ein.
Als Beispiele sollen hier 2 Ereignisse stehen. Als er 1635 sich nach Alfdorf zurückziehen will, werden bei der kaiserlichen Regierung in Stuttgart Vorwürfe gegen ihn erhoben. Dank seiner guten Beziehungen zum Bayerischen Heer kann er diese aber entkräften. Als dann 1646 die Schweden in der Gegend von Alfdorf standen, wendet er sich direkt an Feldmarschall Wrangel und erreicht, dass seine Güter von Plünderungen verschont werden.
Nach dem Krieg erhält er als Obervogt sofort eine höhere Stelle in der zivilen Verwaltung. Hier zahlt sich die jahrelange Loyalität zum württembergischen Herzog aus. Daneben organisiert er das Kriegswesen im Herzogtum neu und bringt hier seine militärische Erfahrung ein.
Sein Ansehen, das er damals genießt, spiegelt sich auch darin wieder, dass er zum Direktor des Ritterkantons Kocher gewählt wird.
Sozusagen zu literarischem Ruhm kommt von Holtz dann durch Grimmelshausens „Springinsfeld“. Im Kapitel 18 ( siehe oben ) wird bei seiner Einschätzung der Bayern von Holtz gegenüber den anderen Generalen ein großer Platz eingeräumt und ihm ob seiner Fähigkeiten der Titel „Atlant“ gegeben.
Und bei der Geschichte des Oberst Lumpus ist von Holtz niemand anderes als der Oberst des Springinsfeld.
Dabei kommen durchaus Sympathie und Wertschätzung zum Ausdruck.

Literatur:
Grimmelshausen, Hans Jakob Christoffel: Der selzsame Springinsfeld 1670.
Heilmann, Johann: Die Feldzüge der Bayern in den Jahren 1643, 1644 und 1645 unter den Befehlen des Feldmarschalls Franz Freiherr von Mercy.
Leipzig/Meißen 1851.
Heilmann, Johann: Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, Pfalz und Schwaben von 1506 bis 1651. Bd. 2: Kriegsgeschichte von 1634-1657 und Kriegswesen von 1598-1651, München 1868.
Holtz, Maximilian Gottfried Friedrich Freiherr von: Generalfeldzeugmeister Georg Friedrich von Holtz auf Alfdorf, Hohenmühringen, Aichelberg u. s. w. (1597-1666). Ein Lebensbild aus dem 17. Jahrhundert. Als Handschrift gedruckt. Stuttgart 1891.
Kessinger, Roland und Peter, Klaus Michael: Hohentwielbuch 2002.
Martens, Karl von: Geschichte der innerhalb der gegenwärtigen Gränzen des Königreichs Württemberg vorgefallenen kriegerische Ereignisse vom Jahr 15 vor Christi Geburt bis zum Friedensschlusse 1815. Stuttgart 1847.
Revellio, Paul: Beiträge zur Geschichte der Stadt Villingen. Gesammelte Arbeiten von Paul Revellio. Villingen 1964.
Schaufler, Hans-Helmut: Die Schlacht bei Freiburg im Breisgau 1644. Freiburg 1997(2. Auflage 1980).
Stadler, Barbara: Pappenheim und die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. Winterthur 1991.
Streng, Hermann: Neues und Altes von der Schlacht bei Tuttlingen 1643, in: Tuttlinger Heimatblätter Jahrgang 1964.
Weech, Friedrich von (Hg.): Sebastian Bürsters Beschreibung des Schwedischen Kriegs 1630 – 1647. Leipzig 1875.

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