Wiederholt, Georg Reinhold

Wiederholt, Georg Reinhold; Obristleutnant [ -8.2.1648 vor Homburg a. d. Efze] Jahann David Wiederholt [ -27. oder 28.1.1648 vor Homburg a. d. Efze] stand als Obristleutnant in hessen-kasselischen Diensten und war 1644 Kommandant von Höchst.[1]

Der Historiograph und Habsburg-Anhänger Wassenberg berichtet in seinem 1647 erneut aufgelegten Florus über die Einnahme von Höchst im November 1644: Nechst diesem hat das Chur-Beyerische eine Schiffbrücke zu Schwanheim[2] über den Mäyn geschlagen / vnd durch den Obristen Sporcken [Sporck; BW] das Stättlein Höxte mit 200 Pferden berennet / auch hernach aufgefordert / vnd nach empfangener abschlägiger Antwort ernstlich angegriffen / mit herzuschantzen vnd hineinschiessen auß groben Stücken / auch anderm Kriegs gewalt / solchen Ernst gebrauchet / daß der darin befehlende Hessische Obrister Leutenant Widerhold sich nicht länger halten können / sondern sich durch vergleich ergeben / vnd nach Kirchhain[3] begleitet / hingegen aber der Ort vnterm Obristen [Hermann Christoph von; BW] Mandelslo besetzt worden.[4] Vom 8.11.1644 datiert der Übergabevertrag von Höchst, abgeschlossen von einem kaiserlichen Generalfeldmarschall [Hatzfeldt; BW] und Obristleutnant Wiederholt.[5] Das Theatrum Europaeum hält lapidar fest: Hatten / vmb den 9. hujus [Nov.; BW], die ChurBäyrischen annoch das Hauptquartir zu Schwanheimb am Mayn. Denen sich vorigs Tags die Hessische Besatzung in Höchst / nach dem drey Battereyen dafür verfertigt / vnnd die Approschen an einer Seiten biß an den Graben geführet worden / per Accordo ergeben. Also / daß sie mit Sack vnd Pack / vnd nach KriegsGebrauche abgezogen / vnd auff Kirchhayn convoyrt / hingegen aber der Orth / vnterm Obristen Mandelsloe besetzt worden.[6]

Dass Rabenhaupt jedoch auch Klagen der Kempener Gehör schenkte, zeigt Wilmius: „Nach dem Neujahrstag 1647 wandten sich die Kempener mit Klagen und Bitten an den Generalwachtmeister Rabenhaupt, den Befehlshaber der hessischen Streitkräfte in diesen Gebieten, wegen der Tyrannei, Bosheit und unersättlichen Geldgier der Besatzungssoldaten. Sie erlangten eine gnädige Audienz mit dem Erfolg, daß der bisherige Stadtkommandant Wederholt gedemütigt und ehrlos zur großen Genugtuung der Stadt seines Amtes enthoben wurde. Rabenhaupt selbst kam nach Kempen und setzte im Januar einen anderen Kommandanten persönlich ein.[7]

Wiederholt fiel am 8.2.1648 vor dem von hessen-kasselischen Truppen unter Rabenhaupt belagerten Homburg a. d. Efze.[8] Im Theatrum Europaeum heißt es dazu: „Inwischen dessen / hat der Herr General Major Rabenhaupt / mit den übrigen Nieder-Hessischen Regimentern / das Hauß Homburg in Hessen belägert / beschossen / und mit allem Ernst angegrieffen: Wiewol nun der Commendant darob (so ein Keyserl. Obrist. Lieutenant / vom Pachonhayischen Regiment) mehr nicht / dann etwan 100. Mann zu Fuß / und halb so viel Reutter bey sich hatte / fassete er dannoch eine brave Resolution / und that mit denen bey sich habenden dreyen Stücken / was das Schiessen anbelangt / so lang es seyn konnte / sein bestes: aber er war in die Länge nicht bastant / sondern muste sich endlich auß Zwang ergeben; gestalt dann gedachtes Hauß den 26. Januar. auß sechs Mörsern mit Steinen und Granaten beworffen / und anderen Tags auß 2. zwölffpfündigen Stücken / und etlichen halben und drey viertheils Carthaunen / hefftiger Weise beschossen worden. Hingegen haben sich die Belägerten auch nicht faul finden lassen / starcken Widerstand gethan / unterschiedliche Knechte verderbt / und Donnerstag den 27. hujus dem Herrn Obristen Widerhold einen Schenckel (an welcher Verwundung er kurtz hierauff verstorben; wiewol man solches Unglück einen zurück geschlagenen Granate beymessen wollen) einem Constabel aber den Kopff mit einem Stücklein hinweg genommen“.[9]


[1] Höchst a. d. Nidder [Kreis Büdingen]; HHSD IV, S. 228f.

[2] Schwanheim [Stadt Frankfurt].

[3] Kirchhain [Kr. Marburg], HHSD IV, S. 269f.

[4] WASSENBERG, Florus, S. 594f.

[5] ENGELBERT, Hatzfeldt, Nr. 391.

[6] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 5, D. 581.

[7] WILMIUS, Chronicon, S. 160.

[8] Homberg a. d. Efze [Kr. Fritzlar-Homberg]; HHSD IV, S. 236f.

[9] THEATRUM EUROPAEUM Bd. 6, S. 310.

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