Tergouschitz [Orzichovsky-Terguschitz], Caspar

Tergouschitz [Orzichovsky-Terguschitz], Caspar; Obrist [ – ] Tergouschitz war kaiserlicher Kroatenobrist. 1635 war er unter dem Kommando Piccolominis am Rhein eingesetzt. WREDE, Geschichte Bd. 3, S. 760.

„Auf die Kunde vom Abmarsch Herzog Bernhards ins Elsaß hatte Savelli am 29. Oktober [1637] in einem Schreiben aus Breisach bei Werth angeregt, man müsse den Feind verfolgen und ‚travaglieren‘. Zur Verstärkung der kroatischen Streifparteien sollten alle restlichen Kroaten der Obristen Beygott, Mille Draghi, Blaskowitz, Tergouschitz und Mirco [Marcovich] den Rhein überschreiten; Werth möge tausend auserlesene Pferde ohne Bagage abschicken und sie unterstützen. Aber der Feldmarschall-Leutnant reagierte nicht, weil er eine Verfolgung im ausgehungerten Elsaß für aussichtslos hielt und er seine ‚Völker niemals gern uf die Fleischpankh geführt‘ habe, wie er später drastisch schrieb. Der Herzog von Savelli beschwerte sich beim Kaiser über mangelnden Eifer Werths; wenn er im Oktober mit 1000 Reitern über den Strom gegangen wäre, hätte man den Herzog von Weimar vernichten können. Am 9. Dezember forderte Ferdinand III. von Kurfürst Maximilian Aufklärung über diesen Punkt. Der Kurfürst leitete die Abschrift des Schreibens an Werth weiter, der am 26. Januar 1638 eine Widerlegung der Vorwürfe Savellis verfassen ließ, eine Geländeskizze beilegte und auf die Unmöglichkeit einer derartigen Verfolgung hinwies. Er erklärte, der Vorwurf mangelnder Tätigkeit schneide ihm ‚eine tiefe Wunde ins Herz‘; er möchte gern, daß diejenigen, die solche Anschläge gäben und ’nur mit der Feder effectuiren‘, vierzehn Tage lang eine Armada gegen solch resoluten Feind führten ! Werths Verteidigung wurde im Original nach Wien weitergeleitet, ohne daß der Kurfürst ein Wort hinzuzufügen für notwendig hielt; auch Werth seinerseits übersandte Ferdinand III. am 6. Februar 1638 aus München eine Abschrift, der er hinzusetzte, er könne nicht zur Berichterstattung nach Wien kommen, da Nachrichten besagten, der Herzog von Weimar habe seine Reiter wieder beritten gemacht; er bat um Fortdauer der kaiserlichen Gnade. Daß Savelli den Feind sträflich unterschätzte, bewiesen die folgenden Feldzüge. In welchem Zustand sich Werths Kavallerie befand, – ein Rheinübergang hätte sie zugrunde gerichtet – geht zu Genüge aus der Korrespondenz Werths im Winter 1637/38 hervor“. LAHRKAMP, Werth, S. 86f. Das Regiment hatte an der Schlacht bei Wittenweier [=> Quelle 5] Am 15.8.1638 schrieb Savelli an die Stände Frankens und Schwabens, dass sich Offiziere und Soldaten „bei Leib- und Lebensstrafe nach Oberkirch zu verfügen hätten. KODRITZKI, Seitenwechsel, S. 83.

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